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am 21. Januar 2013
Rosa startet ganz stark und verheißungsvoll, und zwar über das Phänomen der ,Resonanz` im Rahmen einer Soziologie des guten Lebens. Rosa sieht Resonanz in der spätmodernen Gesellschaft als Gegenphänomen zur Entfremdung. Den Höhepunkt seiner Ausführungen dazu erreicht er bereits auf den Seiten 8 bis 10 (von 413 Textseiten) und dann folgt im weiteren Buch kaum noch etwas dazu. Bedauerlicherweise. Da hätte man mehr daraus machen können.
Ich mag Rosas Texte, vor allem sein Buch Beschleunigungen" (Habilschrift 2005). Das Schöne an Rosa ist, dass man seinem tiefen Nachdenken sprachlich recht gut folgen kann. Aber leider zeigt Rosa auf den ersten 150 Buchseiten, dass er auch schreiben kann wie ein richtiger Soziologe. Es ist lange nicht so schlimm wie bei manchem Dirk Baecker-Text, der Kopf beginnt beim Lesen noch nicht zu schmerzen, aber man hat von der Lektüre als recht und billig Denkender nicht sehr viel; fachlich mag das alles erste Sahne sein.
Ca. ab Seite 150 gelangt Rosa wieder in seine zeit-soziologischen Betrachtungen hinein, die sehr lesenswert und verständlich sind. Aber es handelt sich über weite Passagen um Auskopplungen aus seiner Habilitationsschrift, gelegentlich durchsetzt von rein wissenschaftlichen Texten. Zur gewohnten Hochform läuft Rosa erst wieder in Kapitel 7 Umrisse einer Kritischen Theorie der Geschwindigkeit" ab Seite 269 auf und gelangt mit einer Neubestimmung von Entfremdung" (ab Seite 300) zum Höhepunkt. Das Ganze klingt dann mit Betrachtungen zu Konkurrenz und Wettbewerb und politischen Schlussfolgerungen (S. 324 - 351) aus, was sich fast wie ein eigenständiger Essay ausnimmt. Darauf folgt, auch nicht richtig saugend angeschlossen, die für Soziologen fast unvermeidliche Krise der Demokratie" (ab Seite 357), wobei Rosa wohl auf Arbeiten von Mitarbeitern zurückgreift. Als letzten Teil enthält das Buch Rosas Antrittsvorlesung 2007 in Jena, die leider auch ein bisschen wie ein Anhängsel wirkt.
Dort, wo die Beschleunigungen" unserer Welt und unserer Zeit angesprochen werden, sind die Texte von Rosa eine Freude. Aber er hat für meinen Geschmack in der Einleitung insgesamt zu viel versprochen. Rosa hätte sich - das wäre mein Wunsch gewesen - in seinen Weltbeziehungen" mehr an das Paar ,Entfremdung` und ,Resonanz` halten sollen - das wäre richtig spannend geworden... Für Rosa-Einsteiger empfehle ich zunächst die Beschleunigungen" aus 2005.
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am 2. Februar 2015
Eines der besten Bücher, welches ich seit langem gelesen habe!!
Hartmut Rosa entwirft eine äußerst umfassende Darstellung der hiesigen zeitgenössischen (bzw., da in der Expansion begriffen),
der globalen Verhältnisse.
Wer sich bislang für komplexe Phänomene, wie etwa die Globalisierung, die Finanzkrise, Transformation der Mittelosteuropäischen Staaten etc. interessiert hat; aber kein übergreifendes Verständnis für die Zusammenhänge entwickeln konnte, dem sei dieses Buch empfohlen.
Ich kann es nur jedem sehr warm ans Herz legen, der tiefer hinter die aktuellen Gegebenheiten schauen und Verständnis aufbauen möchte; ich halte das Werk sogar für notwendig, um überhaupt wieder handlungsfähig zu werden und sich nicht nur bestimmen zu lassen von der um sich greifenden Beschleunigung.
Ich hoffe, dass es weite Verbreitung findet, denn es hat das Potenzial zur geistigen Restaurierung!
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am 23. Oktober 2015
Das Buch hat ein paar große Makel. Erstens gibt es kaum einen Bezug der einzelnen Kapitel zueinander, was erst gegen Ende des Buches ein wenig besser wird. Ich erwartete ein Buch zum Thema Weltbeziehungen und Beschleunigung, wie es der Titel nunmal ankündigte, erhielt aber eines, welches sich an den großen Namen der gegenwärtigen Soziologie mit ein bisschen Bezug zu Weber, Simmel und Marx eklektisch hinsichtlich der von Rosa gewählten Themen abarbeitet, sie zitiert, ihre Begriffe übernimmt, ohne sie einzuführen, so tut, als gäbe es keine Differenzen zwischen ihnen, es ist stets ein "auch Person x hat dies und jenes gesagt, genauso wie y das eventuell so und so ausgedrückt hat". Zudem bleibt er stets hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück. Einerseits wird der Entfremdungsbegriff vom jungen Marx aus seinen 1840er Manuskripten genutzt. Andererseits wird nicht erklärt, wie denn genau er genutzt wird. Beispielsweise ist es in der bisherigen Marx Lektüre so, dass Marx in diesen Manuskripten vier Arten der Entfremdung einführt, die alle mit dem Arbeiter als Zwangsarbeiter zu tun haben. Diese Spezifität der Manuskripte übergeht Rosa, erkennt, ohne das zu erläutern, fünf Arten der Entfremdung, geht nicht weiter auf sie ein, verallgemeinert sie, ohne Marx zu beachten, und fügt weitere hinzu, die auf jeden Fall durchdacht sind - aber eben erstmal nichts mit Marx zu tun haben. Gleiches macht Rahel Jaeggi, wobei Rosa zugute zu halten ist, dass er immerhin an soetwas wie Naturalisierung von Gesellschaftlichem denkt und damit im Ansatz an das von Jaeggi vollkommen ignorierte Fetischkapitel u.a. anknüpft. Das eigentliche Kapitel zu den Weltbeziehungen, welche er in vier Formeln oder in einer Kreuztabelle darstellt, ist, soweit ich mich erinnern kann, das letzte, welches er selbst als vollkommen unausgereift bezeichnet. Wenn sich der Autor nicht einmal sicher ist, nicht die Verantwortung übernehmen will, für das, was er fabriziert, wie soll ich mich auf ihn beziehen können?
Alles in allem habe ich durch die Lektüre viel gelernt und mir Gedanken machen können, aber besonders gut geschrieben, kohärent oder so ist es einfach nicht. Lest lieber Marx, Weber und Rosas dünnes aus dem Englischen rückübersetztes Beschleunigungsbuch. Für die, die an Charles Taylor interessiert sind, mag es auch ein paar Schmankerl geben.
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am 14. Januar 2013
das erste Werk, dass sich so umfassend theoretisch aber auch was die praktischen Implikationen angeht mit der Materie beschäftigt. Stellt die momentan sehr en vogue Diskussion zu Be- und Entschleunigung erstmals auf eine solides wissenschaftliches Fundament
11 Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



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