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Welt in Angst Gebundene Ausgabe – 17. Januar 2005

3.1 von 5 Sternen 81 Kundenrezensionen

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Michael Crichtons Thriller beginnt wie eine Amour fou. In einem Pariser Restaurant lernt Jonathan Marshall, Physikdoktorand an einem Labor für Wellenmechanik, die Halbvietnamesin Marisa kennen. Er zeigt ihr sein Labor, und sie nimmt ihn zu einem Glas Wein mit nach Hause. Alles sieht nach dem Anfang einer Affäre aus. Doch plötzlich stürmen drei Männer die Wohnung. Marisa kann sie vertreiben, doch Marshall fühlt sich plötzlich miserabel. Marisa schlägt vor, ihn nach Hause zu fahren, während er auf dem Weg plötzlich am ganzen Körper gelähmt ist. Marisa packt ihn, schleppt ihn zum Wasser -- und stößt den Hilflosen in die Fluten. Später verschwinden in Marshalls Labor alle Daten, nachdem Unbekannte die Zahlenkolonnen zu Wellenentwicklungen „an eine unbekannte Stelle irgendwo in Frankreich“ gesendet haben.

Die Eingangsgeschichte mit dem offenbar in verbrecherischer Absicht geplanten Rendezvous erzählt Crichton zu durchsichtig, als das die mörderische Wendung richtig überraschen könnte. Was aber danach kommt, raubt einem schier den Atem. Denn die Aktion steht in direkter Verbindung mit einer militanten Umweltschutzorganisation, die ganz Kalifornien unter einen riesigen Tsunami begraben will. Das Geld bekommen die Ökoterroristen von der scheinbar harmlosen Organisation NERF, die von dem Millionenerben und Lebemann George Morton finanziell unterstützt wird. Morten glaubt, mit seinen Spenden ein gutes Werk zu tun: bis er der Verschwörung auf die Schliche kommt und nun in die Pflicht genommen wird, das ungeheuerliche Vorhaben der Extremisten zu verhindern.

Für einen handfesten Skandal ist Michael Crichton immer gut. Im Buch zum Erfolgsfilm Entüllung mit Demi Moore und Michael Douglas in den Hauptrollen war es das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, die hier von einer Frau ausging: nicht nur für Feministinnen ein echter Aufreger. Bei Welt in Angst könnten sich die Umweltorganisationen provoziert fühlen, und das aus gutem Grund. Denn die Vorstellung, dass Umweltschützer eine Naturkatastrophe initiieren könnten, um Angst vor der Klimaveränderung zu schüren, ist schon starker Tobak. Gerade vor dem Eindruck der großen, durch einen Tsunami ausgelösten Flutkatastrophe in Südasien zum Jahreswechsel 2004/2005 hat der Roman auf gespenstische Weise erschreckende Aktualität gewonnen. So oder so, echten Crichton-Fans wird die Glaubwürdigkeit oder politische Korrektheit der Story ohnehin egal sein. Denn Welt in Angst ist wieder einmal spannende Unterhaltung der Extraklasse. --Stefan Kellerer


Lebenslauf von Michael Crichton
Exklusiv bei Amazon.de: Einige biografische Fakten über den "Vater des Technothriller"

1942: Am 23. Oktober wird John Michael Crichton in Chicago geboren.

1960: Crichton beendet die Roslyn High School auf Long Island, New York, mit guten Noten und dem Ruf, ein erstklassiger Basketballspieler zu sein. Er beschließt, in Harvard Englisch zu studieren, leidet aber bald unter der überzogenen Kritik eines seiner Professoren. Crichton rebelliert und gibt einen Essay von George Orwell unter seinem Namen ab. Der Professor bemerkt den Schwindel nicht und gibt ihm auch diesmal nur eine mäßig gute Note. Nach diesem Erlebnis wechselt er zum Studium der Anthropologie.

1964: Crichton promoviert mit “summa cum laude” in Harvard im Fach Anthropologie. Er besucht als Gasthörer die Cambridge University und erhält das „Henry Russell Shaw Travelling Fellowship“, ein Reisestipendium, das ihn nach Europa und Nordafrika führt. Nach seiner Rückkehr in die USA studiert er an der Harvard School of Medicine. Um Geld zu verdienen verfasst er nebenbei unter verschiedenen Pseudonymen Spionagethriller. Eines dieser Werke mit dem Titel A Case of Need erhält 1968 den Edgar Allen Poe Preis der „Mystery Writers of America“.

1969: Crichton macht seinen Abschluss an der Harvard School of Medicine und bekommt eine Postgraduierten-Stelle am „Salk Institute for Biological Science“ im kalifornischen La Jolla. Seiner medizinischen Karriere kommt allerdings seine erste Veröffentlichung unter eigenem Namen -- Andromeda -- in die Quere. Dieser Roman über eine apokalyptische Epidemie klettert in die Bestsellerlisten und wird erfolgreich verfilmt . Über seinen Entschluss, sich ganz aufs Schreiben zu konzentrieren, sagt Crichton: „Die Entscheidung, die Medizin für die Schriftstellerei aufzugeben, kam den meisten Leuten so seltsam vor, als würde jemand seine Stelle als Verfassungsrichter verlassen, um Privatdetektiv zu werden“.

1972: Mit Endstation erscheint ein zweiter Roman Crichtons unter seinem Namen. Auch werden zwei seiner unter Pseudonym veröffentlichten Werke -- Dealing und A Case of Need -- verfilmt. Nachdem er die Dreharbeiten miterlebt hat, beschließt Crichton, sich auch als Regiesseur zu versuchen. Bis zum heutigen Tag hat er bei sieben Filmen Regie geführt, darunter der erfolgreiche Science-Fiction Film Westworld aus dem Jahr 1973, der als erster Film Computer-Effekte einsetzte.

1980: Von seinem anthropologischen Wissen und seiner Begeisterung für neue Technologien lebt Crichtons Roman Congo -- ein Bestseller über die Suche nach Industriediamanten und eine neue Gorillaart. Das Buch erinnerte an die Abenteuerromane eines Henry Ryder Haggard, bereicherte das Genre aber um das Thema Hightech. Auch wenn dieser Roman aus heutiger Sicht veraltet wirken mag, hat er doch das Werk Crichtons geprägt und seinen Ruf als „Vater des Technothriller“ begründet.

1990: Nach seinem Unterwasserabenteuer Sphere -- Die Gedanken des Bösen und einer Einladung ans Massachusetts Institute of Technology im Jahr 1988, beginnt Michael Crichton die 90er Jahre mit einem Buch, das sein erfolgreichstes werden sollte: Jurassic Park. Der Roman ist ein hervorragende Beispiel für Crichtons Fähigkeit, Wissenschaft und Technik geschickt in sein Werk einzubauen. Der spannende Thriller, in dem eine Gruppe von Wissenschaftlern auf einer Insel mit geklonten Dinosauriern strandet, dreht sich um die Themen Gentechnologie, Chaostheorie und Paläontologie und wurde von Steven Spielberg verfilmt. Sowohl Buch als auch Film trugen zur allgemeinen Begeisterung für Dinosaurier maßgeblich bei.

1995: In Erinnerung an seine Zeit an der Harvard School of Medicine entwickelte Crichton die Fernsehserie Emergency Room. In diesem Jahr gewinnt die Serie acht Emmys und Crichton bekommt den Preis der „Producers Guild of America“ in der Kategorie „Fernsehserie“. Emergency Room spielt in einer irrsinnig stressigen und oft auch lebensgefährlichen Notaufnahme eines Chicagoer Krankenhauses und besticht durch Tempo und den bereits zu Crichtons Markenzeichen avancierten Einsatz von technischem Hintergrundwissen und Fachjargon. In diesem Jahr erscheint auch der Roman Vergessene Welt, der die Leser zum zweiten Mal auf die gefährliche Dinosaurier-Insel entführt.

2000: Weil Michael Crichton mit seinen Büchern die Paläontologie populär gemacht hat, wird zu seinen Ehren ein im Süden Chinas entdeckter Dinosaurier nach ihm benannt. Der „Crichton Ankylosaurier“ ist ein kleiner Pflanzenfresser aus der frühen Jurazeit und lebte vor ca. 180 Millionen Jahren. Zu dieser Ehre sagte Crichton: „Für einen Menschen wie mich ist das mehr wert als jeder Oscar.“

2004: Crichtons neuester Thriller Welt in Angst erscheint.


Pressestimmen

"Crichton versteht es, durch seine plastische Darstellung den jüngsten Entwicklungen wissenschaftlicher Kenntnis Bahn zu brechen - manchmal noch bevor die Forscher selbst die Bedeutung der jüngsten Befunde in ihrer ganzen Tragweite erkennen." (Süddeutsche Zeitung )

"Keiner kann wie Crichton wissenschaftliche Fakten in solch gruselig phantastischen Schreckensvisionen zur Anschauung bringen." (Literaturen )

"Von der Realität eingeholt. Crichtons Thriller 'Welt in Angst' schildert einen Tsunami." (News )

"US-Präsident George W. Bush dürfte seine wahre Freude an dem Buch des ehemaligen Arztes haben. Der gründlich recherchierte, aber höchst umstrittene Thriller liefert so ganz nebenbei Argumente, warum die USA das Kyoto-Umweltschutzabkommen nach Ansicht Crichtons zu recht abgelehnt haben." (dpa )

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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
GEKÜRZT UND MIT EINEM HAUCH VON ZENSUR
Jetzt sitze ich hier als guter Mensch und Anhänger der Ökobewegung, der kein Fleisch ißt, Produkte meidet, die an Tieren getestet werden, und sein Bestes tut, damit die Welt wieder ein Gleichgewicht findet. Und dann kommt Michael Crichton daher und sagt mir, daß die Welt noch nie im Gleichgewicht war und der große Fehler der Menschen darin besteht, daß sie denken, sie hätten die Aufgabe ein Gleichgewicht zu erzeugen. Er sagt mir auch, daß Mitgefühl eine gute Sache ist, daß meine Aktionen sich sicher lohnen, daß ich aber einen fatalen Fehler mache, wenn ich nichts von den Fakten weiß.
Ich weiß wirklich wenig von den Fakten, ich spiele gerne einen auf Ignorant, weil es einfach zu viele Fakten und Blickwinkel gibt. Dann habe ich mich auf Crichtons neuen Roman eingelassen und muß sagen, daß mich die Fakten darin mehr als erschüttert haben. Und weil es mich wurmt, ahnungslos dazustehen, war es an der Zeit in Aktion zu treten. Ich machte mich daran, die Fakton von Crichton zu untersuchen. Es wurde eine mühevolle Reise, Crichton bot die Fußnoten, Querverweise und literarischen Quellen, das Internet tat den Rest.
Der Mann hat Recht. Ich wiederhole es noch einmal, weil es eine recht deprimierende und gleichzeitig auch euphorisierende Feststellung ist - der Mann hat Recht. Er hat einen Blickwinkel auf unsere Zeit, der mich einiges gelehrt hat. Sicher kann man sagen, daß die heutigen Katastrophen solch ein Buch widerlegen, aber das ist schon ein wenig albern, denn darum geht es nicht in Crichtons Roman.
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Format: Gebundene Ausgabe
Zum Thema: Bin ueber den Krabbeltisch eher aus Versehen zu dem Buch gekommen, und habe mir nicht sonderlich viel davon versprochen, nachdem ich im Klappentext was von "Oeko-Terroristen" gelesen hatte. Was ich aber bekommen habe, war eine intelligente, kurzweilige Urlaubslektuere, die wohltuend die momentanen Pflichtmeinungen hinterfragt. Michael Crichton lehnt sich dabei weit aus dem politisch inkorrekten Fenster und kann in weiten Teilen (nicht immer!) auch seine Aussagen belegen. Seine Bibliographie ist beeindruckend und beweist, dass er wirklich sorgfaeltig recherchiert hat. Interessant die vielen ins Buch eingestreuten Diskussionen, wo man oft genug einen Spiegel vorgehalten bekommt. Dafuer fuenf Punkte.

Dagegen faellt die Story selbst etwas ab, ist nicht so sorgfaeltig aufgebaut wie Crichtons wissenschaftliche Argumentation. Man stutzt, weil ploetzlich eine Hauptperson mit im Flugzeug sitzt, die ueberhaupt nicht mit zum Flughafen gefahren ist, oder weil eine gross angekuendigte Aktion der Umweltterroristen aus nicht weiter erlaeuterten Gruenden gar nicht stattfindet. Vor allem gegen Ende hat man ausserdem das Gefuehl, in einem 08/15-Actionfilm zu sein. Dafuer wieder einen Punkt Abzug. Insgesamt aber ein ordentlicher, kurzweiliger Roman, der zum Nachdenken anregt.
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Format: Gebundene Ausgabe
Thema von Crichtons neuem Roman ist die Klimaforschung. Er bezeichnet im Anhang sein Buch als politischen Wissenschaftsroman. "Welt in Angst" beinhaltet allerdings diesmal nur einen sehr geringen Anteil an Wissenschaft, dafür beschäftigt sich Crichton intensiv mit der Darstellung von Wissenschaft in den Medien und weist auf die Gefahren von Schlagzeilen, Sensationsnachrichten und "Hype"-Szenarien auch im Zusammenhang mit Forschungsgeldern hin.
Konstituierendes Handlungselement ist der Umwelt-Terrorismus. Das Buch kommt sehr langsam in Gang, und erst nach ca. 200 Seiten wird deutlich, worum es geht. Daher soll hier nicht so viel von der Rahmenhandlung vorweg genommen werden. Chrichton behandelt das Thema allerdings auf ungewöhnliche und sehr provokative Weise - nicht vergleichbar mit herkömmlichen Ökoromanen.
Zu den Protagonisten gehören Rechtsanwälte und Wissenschaftler. Der Roman behinhaltet neben sehr nachdenklichen Phasen auch einige typische Crichton-Action-Elemente (von Fahrzeugen, die am Abhang hängen bis hin zu Menschenfressern). Die Action-Elemente wirken teilweise etwas gezwungen und hölzern. Dennoch bietet Chrichton gewohnt interessante Kost für Leser, die eine Vermischung von Thriller, Abenteuer und Actionszenen und einer "wissenschaftlichen" Rahmenhandlung mögen.
Nachteil: Das Buch ist sehr amerikanisch, angefangen von den Charakteren bis hin zu Methoden und Vorstellungen. Beispielsweise sind die Helden alle Universitätsprofessoren und Akademiker, ausserdem gut aussehend, sportlich und cool. Die Bösewichte sind dumm und hässlich (übertrieben dargestellt). In der Vermittlung seiner Intention benutzt Chrichton den Holzhammer.
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Format: Gebundene Ausgabe
Eins vorweg: das ist eines der besten Werke, die Circhton vor seinem Tod in den 2000er Jahren geschrieben hat. Aber dazu später.

Zunächst einmal: der Typ, der die Klappentexte schreibt, sollte in Zukunft die Bücher vorher einmal lesen. George Morton, der angeblich einer Verschwörung auf den Fersen ist, gibt es im ganzen Buch über fast nie. Nur am Anfang und in den letzten Kapiteln kommt dieser Charakter vor. Stattdessen dreht sich die Handlung um Mortons Anwalt peter Evans.

Zur Handlung: George Morton stirbt bei einem Autounfall. Sein Erbe soll so schnell wie möglich an eine Klimaschutzorganistation gehen. Doch Peter und Sarah glauben nicht so ganz an einen Unfall. Als dann noch ein geheimnisvoller Mitarbeiter eines Geheimdienstes auftaucht, erhärtet sich der Verdacht, dass die so noble Umweltschutzorganisation ein Bündnis mit Ökoterroristen geschlossen hat. Diese planen, ein Stück Eis zu sprengen, einen Tsunami auszulösen und wollen ein künstliches Erbeben schaffen...

Stilistisch ein solides Werk von Crichton. Auch thematisch ist es recht brisant, auch wenn ich die Auffassung, der Klimawandel sei völlig ausgeschlossen nicht ganz teile. Dennoch liefert Crichton glaubhafte Fakten, die man dennoch kritisch betrachten sollte.

Wie auch in Crichtons Werk "Next" bleiben für mich dennoch einige handlungsstränge ungeklärt. Was wird zum Beispiel aus Peter und Sarah, zwischen denen sich eine Liebesbeziehung anzubahnen scheint? Und was wird aus der Nichte des Geheimdienstlers? In einem Kapitel heißt es, man konnte ihr nicht mehr helfen und im nächsten ist es wieder anders. Da hätte Crichton ruhig etwas ausführlicher sein können. Dennoch: ein gutes Buch mit Kaufempfehlung.
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