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Weisenfels Gebundene Ausgabe – 1. September 2014
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- Seitenzahl der Print-Ausgabe235 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberMatthes & Seitz Berlin
- Erscheinungstermin1. September 2014
- Abmessungen12.9 x 2.7 x 20.5 cm
- ISBN-103957570050
- ISBN-13978-3957570055
Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- Herausgeber : Matthes & Seitz Berlin; 1. Edition (1. September 2014)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 235 Seiten
- ISBN-10 : 3957570050
- ISBN-13 : 978-3957570055
- Originaltitel : Weisenfels
- Abmessungen : 12.9 x 2.7 x 20.5 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1,522,925 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Ein unbenannter Ort in den Bergen, eher ein Dorf aus dem 19. Jahrhundert, dann ein Schloss, das seinem Verfall entgegenstrebt, dazu ein Angehöriger alteingesessenen Adels - ein Setting, das ein geräumiges Feld für Assoziationen eröffnet: Kafkas "Schloss", Stifters "Nachsommer", Rilkes "Malte", Thomas Mann und so weiter ... Doch hier und da finden sich noch Relikte der Gegenwart, einer Gegenwart, wie wir sie alle kennen: Supermärkte, synthetische Aromen, schnellwachsende Kiefern, Cocktailkirschen.
Das Schloss aber ist im selben Augenblick in sich versunkenes Refugium für elitäre Existenz und Gespräche bei Whisky und Zigarre als auch rein geistiger Ideen-Ort, durchweht von "gleichgültiger Weltlosigkeit". Hier verwildern Marmorbilder im Park, hier liegen Thukydides und Pausanias in zweisprachigen Leinenausgaben im Regal: passende Kulisse für das Schauspiel der Aphorismen und Kontemplationen, die der Protagonist deklamiert. Und so ist auch „Weisenfels“ aus der Zeit gefallen und entfremdet uns - ex negativo - noch vom Allzu-Vertrauten.
Hier ist nichts wirklich, es ist eine Traumlandschaft, die Sofsky schafft, wie überhaupt die Reise des namenlosen Erzählers zu seinem Jugendfreund, eben diesem Detloff von Weisenfels, einer Traumreise gleicht. Nach dreißig Jahren erscheint dem Erzähler die Welt, in die er heimkehrt, fremd und seelenlos, auch das Verhalten seines alten Freundes oszilliert zwischen Gastfreundschaft und unaufmerksamer Abweisung: "Der Besucher wußte nicht, wohin er geraten war, und nichts half ihm über die Verwirrung hinweg.“ So geht es dem Leser mit guter Literatur, man gerät als Gast in ein Land, ohne zu wissen, ob man willkommen ist oder nicht. „Weisenfels“ ist ein Fragment guter Literatur, die sich weigert, uns über unsere Verwirrung hinwegzuhelfen.
Auch die Genrezugehörigkeit ist schon ein Rätsel: Ist das ein Roman, eine längere Erzählung, ein Essay oder einfach nur ein Prosatext, der" Erzählung, Kunstbetrachtung und philosophische Reflexion kunstvoll miteinander verknüpft“, wie es in der Verlagsankündigung heißt? Kunstvoll ja, miteinander verknüpft, nein. Detloffs Betrachtungen stehen disparat da, ebenso wie die Figuren selbst mitsamt der gespenstischen Szenerie, haben mit dem, was man die Überreste einer Erzählung nennen könnte, nicht viel zu tun: hier lässt sich jemand über Kunst und Tod und Leben aus, dessen Ansichten uns nicht deswegen interessieren müssten, weil wir ihn als Person kennen lernen - ganz zu schweigen davon, dass Sofsky seinen Lesern hier irgendwelche Identifikationsangebote machen würde. Detloffs Sentenzen erreichen bisweilen die Emphase eines Oscar Wilde, wohlgemerkt ohne dessen Witz: "Was soll man tun angesichts des Mangels an Zeitgenossen, mit denen sich der Umgang lohnt?" Pessimistisch, blasiert, auf jeden Fall unzeitgemäß könnte man Detloffs Betrachtungen nennen und wo, wenn nicht in der Literatur, hat die Unzeitgemäßheit in diesen Zeiten ihren Platz?
Detloff (allein der Name!) bleibt ein Sonderling, ein "Narr aus überlebter Zeit", sein Schicksal lässt uns kalt, ebenso wie der Fortgang der Geschichte. Es ist eine Geschichte fortschreitenden Verfalls, wirtschaftlicher wie moralischer Natur; die Familie von Weisenfels war lange Zeit der größte Arbeitgeber in der Region, man betrieb eine Kräuterschnapsfabrik, ein Hotel und ein Gestüt, doch Detloff, der letzte Erbe, schließt radikal mit seiner Vorwelt ab: "man könne sich seine Familie zwar nicht aussuchen, aber man könne selbst entscheiden, ob man eine Familie fortsetzen wolle, für die man nicht geboren sei." Zwischen Thomas Buddenbrook und Des Esseintes bleibt ihm nur die Flucht in misanthrophische Aperçus: "Was er in Weisenfels tue, sei keine Passion, sondern nur eine Methode, die Zeit tozuschlagen. Er habe keine Mission, zutiefst verabscheue er Menschen mit Mission."
Der Erzähler wird, und mit ihm der Leser, zum Zeugen gerufen für die stattfindende Abwicklung von Überkommenen, darin findet er seinen Zweck. Wie er wohnen wir einer tabula rasa bei, die vor dem Schönen und Erhabenen keinen Halt macht: Banalität und Barbarei, hier geistig-ästhetischer Naur, sind auf dem Vormarsch. Eine "kleine Lust am Untergang" bemächtigt sich unser. Den letzten Ausweg aus dieser Zeitenwende kann Detloff erwartungsgemäß nur in einer "Reise ins Niemandsland" finden.
Sofkys Roman selber aber ist nur Beobachter der Reisevorbereitungen. Die Höhe seines Stils, geprägt von spröder Eleganz, bleibt konstant auf elitärem Niveau, die beinah harmonische Verfasstheit von "Weisenfels" macht den Abstieg seines Protagonisten nicht mit. In Sprache und Stil, in Tonfall und Textur, vor allem aber in seiner Verweigerungshaltung dem konventionellen Erzählen gegenüber behauptet er ein Kunstverständnis, dessen Verlust er gleichzeitig beklagt.