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am 4. August 2016
....Gerald Hüther erkundet zusammen mit dem Leser wiedermal unser Gehirn. Eine echt spannende Sache, was er hier berichtet. Versteht man erst mal, wie man "tickt", kann man auch richtig viel damit anfangen. Gerade auch für Leute, die eher rational sind, sehr gute Lektüre, da der Autor von der wissenschaftlichen Seite her kommt.
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am 27. November 2016
Jeder Satz ist Motivation und Einladung, das Leben sinnvoll, selbstgestaltend und mit Optimismus anzugehen. Das Buch zeigt auch, welches Potential sich hinter diesem einfachen „sich Begeistern“ verbirgt. Vor allem: Die Begeisterung ist der einzige Weg, der zur Zufriedenheit führt.
Der Mensch ist nicht dafür gemacht, in einer Alltagsroutine zu leben. Es macht uns krank, wenn wir unser ganzes Leben nur aus einem Pflichtgefühl heraus lernen und arbeiten. Wenn wir aber einer Arbeit nachgehen, für die wir uns begeistern, dann freut sich unser komplexes Gehirn. Und es blüht auf, wenn es eigenständig Probleme lösen darf.
Hüther plädiert deswegen für Kreativität und Selbstgestaltung. Kontrolle und Beschränkung lassen das Gehirn nur stumpfsinnig werden. Ein tolles Buch zur Selbstmotivation und für alle, die mehr aus sich herausholen möchten.
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am 22. Juni 2011
Prof. Gerald Hüther befasst sich schwerpunktmässig mit den Gehirnen der Kinder und Jugendlichen. Es ist ihm gelungen die Veränderungen die wir an den heutigen Kindern und Jugendlichen feststellen als positive Chance darzulegen. Damit hebt er sich weit heraus über Mainsteam-Betrachtungen, die meist vor Negativismus triefen. Es kommt nicht darauf an unsere Kinder psychologistisch vor allen Unbillen dieser Welt zu behüten, im Gegenteil. Er macht uns Mut an die Jugend zu glauben, gibt Hoffnung und Zuversicht. Und er gibt auch jede Menge Mut an uns selbst zu glauben! In diesem Sinne werden die Versprechungen des Titels also voll erfüllt!

Der zweite Verdienst des Buchs besteht darin einen Zusammenhang mit den weltweiten Zusammenbrüchen zu ziehen. Es versteht das Denken im Reflex auf die materielle Wirklichkeit. Zu Beginn des 21. Jahrhundert zeigen sich eruptive Umbrüche. Davon bleiben die Gehirne der Menschen nicht unberührt.

5 Sterne trotz auch vorhandener Schwächen. Der Autor ist bisweilen ambivalent, was die gesellschaftlichen Umstände angeht. Als ob es nur Chancen aber keinen Weg gäbe, die Umstände zu erobern, die unseren Gehirne gesundheitlich zuträglicher wären. Aus der puren Hoffnung heraus wird sich die Welt nicht automatisch ändern. Wer mit einem wissenschaftlichen Anspruch gesellschaftliche Visionen kernenlernen will, die dies ermöglichen, sei auf Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution verwiesen.

Trotz der völlig verschiedenen Hintergründe beider Autoren, werden von beiden wissenschaftlich nachvollziehbare Vorschläge für Antworten auf die aktuelle Lage gegeben, wo unsere herrschenden Politiker überhaupt nicht mehr weiter wissen. Beide Bücher ergänzen sich gegenseitig hervorragend und wurden von mir auch in diesem Zusammenhang gelesen.
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am 23. Mai 2014
Diese Buch machte mir vieles über mich und meine Psyche bewußt. Auch über den Werdegang und die Werte der Gesellschaft wird viel ausgesagt. Was mich und was die Gesellschaft antreibt und die eigene Entwicklung fördert, wird genau definiert.
Es steht damit in Ergänzung zu den Ansichten von Fritz Riemann, der uns zeigt, was uns blockiert.
Eigentlich ist das Buch ein "Muss" für Menschen, die sich für sich selbst und für die Gesellschaft, in die sie leben, interessieren -
und wer tut das nicht.
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am 11. Oktober 2014
Wenn wir auf die Welt kommen, ist das Gehirn bei allen Menschen gleich groß. Der sich später ergebende Unterschied liegt darin, dass alles was wir gehirntechnisch nicht zu nutzen wissen, abstirbt. Wie die Ressourcen des Gehirns ausgeschöpft werden, hängt von unserer Sippe ab. Je nachdem was für Beziehungserfahrungen wir machen, strukturiert und formt sich unser Gehirn. Im Grunde genommen ist es ein Sozialorgan. Als Säuglinge und Kleinkinder achten wir auf das was unsere Familienmitglieder tun und ahmen ihnen vieles nach. Wenig später beginnt die Gruppe uns nach ihren Idealen zu formen. Wir werden gelobt oder gescholten und wir machen alles mit, weil wir dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit nicht nachgeben können. Um zur Gruppe zu gehören, verbiegen und verstellen wir uns und tun das was von uns erwartet wird. In dieser Phase der Anpassung verlieren wir nach und nach unsere natürlichen Instinkte, denn wir fangen an Gefühle zu verstecken oder zur Schau zu stellen, um unserer Gemeinschaft zu gefallen. Es kommt zu einem Widerspruch in uns und um dieser seelischen Belastung standzuhalten, trennen wir unser Gefühl von unserem Verstand und unseren Körper von unserem Gehirn. Wir fangen an zu funktionieren. Thomas Mann hat dieses Phänomen in den „Buddenbrooks“ bereits vor über einhundert Jahren auf den Punkt gebracht: „Durch die Gitterfenster seiner Individualität starrt der Mensch hoffnungslos auf die Ringmauern der äußeren Umstände.“

Je nach gesammelter Erfahrung und Erziehung bahnen wir uns nun einen Weg, um in der Gesellschaft bestehen zu können. Diesen Weg verankern wir in unserem Gehirn und umso ausgelatschter der Weg, desto besser funktionieren wir wie Maschinen. Die Gefühle werden abgeschaltet und wir sehen die Welt nicht so wie sie tatsächlich ist, sondern so wie wir sie uns individuell vorstellen. Die Vorstellung basiert auf den angelegten Gehirnstrukturen, die wir aus unseren erlebten Erfahrungen im Gehirn verankert haben. Das Ende vom Lied – wir funktionieren nur noch und leben nicht mehr, denn das rationale Denken ist in unserer Gesellschaft wichtiger als das Fühlen. Die fragwürdige Kunst des Abtrennens unseres Denkens von unserem Fühlen hat die Menschheit in der Vergangenheit zweifelsohne viel erreichen lassen, aber mittlerweile ist dieses Verhalten nicht mehr folgenlos. Wir befinden uns in einer Sackgasse, die sich Depression, Demenz oder Burn-Out nennt.

Gerald Hüther sagt in seinem Buch weiterhin, dass wir aus dieser Sackgasse nur durch die Fackel der Begeisterung am eigenen Entdecken und Gestalten, so wie es Kleinkinder tun, herauskommen, indem wir aufhören nur unsere Ressourcen zu nutzen und anfangen, unser Potenzial zu entfalten. Im letzten Kapitel zeigt er Wege zum Ausstieg aus unserem vermeintlich sicheren Hamsterrad auf. In dem Unterkapitel „Wir könnten gesünder und zufriedener sein“ spricht er auf Seite 134 die Ausübung von Yoga an, anschließend geht er zur Achtsamkeitslehre über und beendet das Kapitel mit dem Hinweis auf die Vorteile der Meditation, ohne weder die eine noch die andere Form dieser Praktiken namentlich zu erwähnen.

Leider ist das gesamte letzte Kapitel im Konjunktiv geschrieben. Die Wahl dieser Zeitform steht für mich im Gegensatz zu einem Mutmacher, welcher dieses Buch laut Aufdruck sein möchte. Ein Mutmacher sollte direkt auf seine Leser zugehen und nicht als eine Form der Möglichkeit in Erscheinung treten. Außerdem erschwert diese passive Schreibweise das Lesen und wenn dazu noch Schachtelsätze mit eingestreuten Fachbegriffen kommen, unterbricht das meinen Lesefluss, weil ich an einigen Stellen doch mal kurz mit den Augen rollen muss. Für das Augenrollen gibt es zwar einen Stern weniger, aber ansonsten ist es ein aufschlussreiches Buch über uns Menschen und unser Gehirn, insofern man sich für dieses Thema interessiert.
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am 6. Januar 2017
Ich schreibe diese Rezension aus dem Kopf, sprich aus den Gedanken die mir zu diesem Buch hängen geblieben sind. Ich hoffe daher, das Wichtigste (aus meiner Sicht) zu diesem Buch zu schreiben.
Zu aller erst will ich sagen, dass das Buch einfach Klasse ist!
Nach dem Lesen der einzelnen Kapitel ergreift einem Mut und Hoffnung. Er erinnert den Leser daran, dass JEDER Mensch unheimlich viel Potential und ein ganz normales Gehirn hat. Was eben bei vielen während des Lebens dazwischen kommt, sind eben fehlende Unterstützer oder eben leider auch schlechte Unterstützer. Aber auch diese Tatsachen sind kein Grund, das Handtuch zu werfen, da man auch noch im Erwachsenenalter sein Potential freilegen kann. Ich formuliere es mal so: Man ist kein Gefangener seiner Vergangenheit. Und diese Botschaft (es ist ja eigentlich keine Botschaft, sondern ein Fakt) wird von so vielen Leuten vergessen oder verleugnet. Und das nicht nur von "Laien", sondern auch von sogenannten "Wissenschaftlern" die sich Psychologen (insbes. die Psychoanalytiker) oder sonst wie nennen. Wenn man Depressiv, Aggressiv oder sonstwas ist, sind entweder die Gene schuld oder wenn die Gene nicht schuld sind ist die so traumatische und schwierige Kindheit schuld (Gruß an viele Psychoanalytiker) - egal, in beiden Fällen ist man ja dazu bestimmt sich mit den Umständen abzufinden und die Plastizität des Gehirns zu leugnen.
Und mit diesem Murks räumt Hr. Hüther auf.
Ein kleiner Wehmutstropfen ist allerdings, dass Hr. Hüther an einigen Stellen die falschen Prioritäten setzt bzw. unzulässige Schlüsse zieht. So prangert er (zu Recht) z.B. das unzulängliche Verständnis der Mediziner vom Menschen an. Begründet wird das "meschanische" Weltbild der Mediziner mit dem großen industriellen Erfolg der Maschinen aus vergangenen Jahrhunderten. Dies kann, muss aber nicht richtig sein. Auf jeden Fall liegt hier eine narrative Verzerrung vor (wer den Begriff der narrativen Verzerrung nicht kennt, kann dies in einem Buch vom Philosophen Nassim Taleb nachlesen (z.B. im schwarzen Schwan)).
Und allgemein ist Hr. Hüther etwas zu eingeschränkt, wenn es um das Lösen von großen Problemen geht. Er bezieht sich teilweise zu sehr auf das Gehirn, nach dem Motto: "Wenn wir alle unser Gehirn nur richtig benutzen würden, dann würden wir dieses und jenes Problem gelöst haben und diese und jene tolle Sache haben".
Aber insgesamt, ist das Buch sehr gut!
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am 29. März 2015
Der Autor ist Neurobiologe an der Uni Göttingen; ein Profi, der gegen den Trend steuert und hochgradig interessante Erkenntnisse und daraus abgeleitete Schlussfolgerungen zu bieten hat.
Wesentliche Feststellungen:
Nicht die Gene machen aus uns, was wir sind, sondern die Umgebung. Der genetische Einfluss auf unser Verhalten ist unwesentlich, Herrschaftsdenken und Rassismus ist Unfug.
Quantität und Qualität der Inputs vernetzen unser Hirn und bestimmen unser Denken und unsere Entscheidungen: „Brauchbares“ (auch im negativen Sinn) bewirkt Datenautobahnen im Gehirn, Nicht-mit-der-Umgebung-Kompatibles wird reduziert.
Jeder Mensch wird mit einem Gehirnressourcen-Überschuss geboren und kann diese Vernetzung lebenslang steuern.
Gegenwärtige Ideologien gehen von der grundlegend falschen Annahme aus, dass der Mensch wie eine Maschine funktioniert und im Wettbewerb über sich hinauswächst. Wettbewerb erzeugt lediglich ein hohes Maß an spezialisierter Konformität, Maschinendenken reduziert den Menschen auf ein funktionsorientiertes Objekt.
Besonders aufschlussreich dazu wirkt die Darstellung des globalen Ist-Zustands im Kapitel „Clevere Rattenfänger“ (Leseprobe wird empfohlen, Anm. d. Rez.).
Begeisterung stärkt und verdickt die Vernetzung. Aus diesem Grund besitzen Kleinkinder ein diffizileres Netzwerk als Erwachsene.
Es-anderen-Recht-zu-Machen ersetzt die Begeisterung, wird zur Routine, zum Hamsterrad. Stereotype Alltagsroutinen verhindern Begeisterung.
Autopoiesis: Menschliche Gehirne funktionieren selbstgestaltend, sind für Fremdgestaltung (Kontrolle, Beschränkung…) nicht geeignet und daher auch nicht für auferlegte Alltagsroutinen. Motivation ist hirntechnischer Unsinn.
Änderungen: Verhaltensweisen, die irgendwann der konstruktiven Entwicklung gedient haben, sind, wenn sie nicht mehr ins Umfeld passen, der Entwicklung hinderlich, verstärken falsche Sicherheitsvorstellungen und müssen geändert werden.
Austauschen: Kreativ und gestaltend wird der Mensch nur beim Austauschen seiner Ideen mit anderen. Im eigenen Saft verschmort viel.
Konfliktlösungs- Planungs- und Handlungskompetenz, Beziehungsgestaltung wird in den industrialisierten Ländern vernachlässigt, nicht in Bildung integriert.
Erfahrungen sind immer auf kognitiver, emotionaler und körperlicher Ebene vernetzt. Rein kognitive Fortbildungsprogramme verändern nichts, wenn sie die emotionale und körperliche Ebene nicht erreichen.
Wer es schafft, diese Strukturebenen zu berühren, verändert eine Denkrichtung über die gesamte Vernetzung, was im positiven Sinn bedeutet, dass jemand, der diese Konstellation zu etwas Vernünftigem nutzt, damit auch Erfolg hat. (Politische Int. d. Rez.: Rassenhass, Kastenwesen und Ausbeutung haben vorgezeigt, wohin das negative Resultat dieser Denkweise führt, aber sie beherrscht noch immer gesellschaftliche Gruppierungen aller Völker. Möchte aber nicht behaupten, dass der Autor das tatsächlich auch so gemeint hat.)
Freier Wille: Die Erregungsmuster, die im Gehirn vor einer Entscheidung ablaufen und missverständlich in der wissenschaftlich orientierten Literatur als Fehlen des freien Willens interpretiert wurden, sind Aktivierungssignale der 3 Strukturebenen.
Freier Wille ist nur möglich ohne Existenzsorgen, ohne Abhängigkeit, ohne Manipulation, in verantwortlicher Verbundenheit mit der Umgebung, in individueller Souveränität.
Metarepräsentanzen: „Autopoietisch“ entwickelte Strukturen, durch die das Gehirn seinen aktuellen Zustand repräsentiert und bewusst macht. MR werden von der sozialen Umgebung nicht nur beeinflusst, sondern gebildet. Sozialisation bestimmt also den Horizont dieses Bewusstseins.
Treffendes Lorenz-Zitat: „Der Übergang vom Affen zum Menschen, das sind wir.“
Potentialentfalter: Wir sind Ressourcenausnutzer, das Ziel sind Potentialentfalter.
Ressourcen sind messbar endlich, Potentiale nicht.
Potentiale sind überreichlich vorhanden: Gehirn verfügt über riesiges Vernetzungspotential, DNA stellt Unmengen Junk-DNA als ungenutzte Reserven zur Verfügung.
Begeisterung wirkt als Potentialentfalter schlechthin, kann aber auch zu Vernebelung, rauschähnlichem, destruktivem Verhalten führen, das großen Schaden anrichtet.
Genetische Anlagen: Darwins Erkenntnisse wurden benutzt, um Rassismus und Herrschaftsprinzipien zu rechtfertigen. Wissenschaftliche Resultate seit“ Human Genome Projekt“ beweisen, dass sich der Mensch von seinem nächsten tierischen Verwandten (Affe) genetisch um genau 0,5% unterscheidet (sogar der Unterschied Mensch – Wurm ist genetisch unwesentlich).
Was der Mensch heute ist, ist er nicht aufgrund seiner Gene, sondern seiner Potentialentfaltung (Kulturtechniken…).
Arbeit ist nicht Lohnarbeit (F. Engels): A. ist psychoemotionale Entwicklung.
Lieferung von Leistung gegen Geld (gegenwärtige Definition von Arbeit) entspricht nicht der Ausrichtung des menschlichen Gehirns. Gehirn ist optimiert für Problemlösung, nicht zur Durchführung bezahlter Dienstleistungen.
Das Ergebnis von „Arbeit“ sollte persönliche Weiterentwicklung, Vervollkommnung, Potentialentfaltung sein (vgl. Humboldt).
Spiel: Zur intensivsten Form der Potentialentfaltung kommt es im Spiel. Lernen durch Spielen ist daher die optimale Konstellation.
Kritikpunkt „Märchen“: Zit.: „Märchenstunden sind die höchste Form des Unterrichtens.“
Das einfühlsame Erzählen von Geschichten unterstreicht diese Aussage, aber beim Erzählen von Märchen sollten Handlung und Kontext auf falsche und verlogene Inhalte überprüft und diese geändert werden. (Anm. d. Rez.)
Shared attention: Eine wichtige Beziehungsform, die sowohl Verbundenheit als auch Autonomie vermittelt – und daher gut als Potentialentfaltungsebene geeignet ist - ist die „geteilte Aufmerksamkeit“: das gemeinsame Erleben, Betrachten, Herstellen, Spielen…
Mangelhafte Potentialentfaltung wird im Alter zum Problem. Wenn eingefahrene Verschaltungsmuster nicht mehr gebraucht werden, das gesamte Gehirn-Netzwerk jedoch auf diese ausgerichtet ist, kann ein „schwarzes Loch“ entstehen. Es ist sinnvoll, bereits vor dem Ruhestand im Hirn für Diversität zu sorgen.
Kreativität: K. ist nicht die Erfindung von etwas Neuem, sondern eine Vernetzung von weit auseinander liegenden Gedächtnisinhalten.
Gehirne sind ähnlich aufgebaut wie menschliche Gemeinschaften: Wird Potentialentfaltung genutzt, entsteht enorme Entwicklungs-Prosperität, wird sie verhindert, entsteht Angst, Verunsicherung, Reduktion auf archaische, undifferenzierte Verhaltensmuster.
So wie ein dicht und weitläufig vernetztes Gehirn seinen Besitzer positive und konstruktive Entscheidungen treffen lässt und ihn bei der Selbstverwirklichung unterstützt, so fruchtbringend findet in einer ebensolchen Gemeinschaft Entwicklung und individuelle Entfaltung statt. Verschwindet dieser „gute Geist“ (gemeinsamer Zusammenhalt, ursprünglicher Zweck) einer Gemeinschaft, funktioniert sie nur mehr durch Druck und Kontrolle und verliert ihren Sinn und ihre Antriebskraft.
(Dazu der Schluss des Buchs im Original.)
Wenn es eine Gemeinschaft so weit gebracht hat, mag sie vielleicht noch eine Zeitlang überleben. Sie funktioniert dann aber nur noch diesem fremden Geist gemäß und entwickelt sich nicht weiter. Sie kocht im eigenen Saft und ist weit davon entfernt, die in ihr angelegten und in ihren Mitgliedern vorhan¬denen Potentiale entfalten zu können. Sie wird zu einer Küm¬merversion dessen, was sie ursprünglich einmal war und was aus ihr in Zukunft noch hätte werden können.
Unseren Kirchen ist das so gegangen, vielen Krankenhäu¬sern und Schulen auch, sogar den Universitäten und der Ar¬mee. Auch Gewerkschaften und Parteien ist ihr jeweiliger guter Geist weitgehend abhanden gekommen.
Dafür entstehen an anderen Stellen in unserer Gesellschaft andere Gemeinschaften. Und die machen sich mit einem er¬staunlich starken gemeinsamen Geist und mit sehr viel Dyna¬mik auf den Weg. Die einen wie immer rückwärtsgewandt. Die brauchen uns im Zusammenhang mit Potentialentfaltung nicht weiter zu interessieren. Regressive Entwicklungen haben nichts mit Potentialentfaltung zu tun. Und Potentialentfaltung findet auch niemals dort statt, wo sich die einen auf Kosten anderer Macht und Einfluss verschaffen wollen.
Die anderen sind wesentlich interessanter. Zu ihnen gehören all die vielen jungen Menschen, die ganz selbstverständlich »wir« zu allen anderen Menschen sagen, mit denen sie sich verbunden fühlen, die sich gegenseitig unterstützen und keine Lust mehr darauf haben, irgendwelche Besitztümer zu verteidi¬gen. Sie finden sich in den Foren des »World Wide Web« und in den Kneipen und Cafes um die Ecke. Sie engagieren sich für den Erhalt der Vielfalt kultureller Lebensformen, für den Arten¬schutz und gegen die Absurditäten unserer gegenwärtigen Ver¬schwendungsgesellschaft.
Sie sind auf vielfache Weise miteinander vernetzt und kön¬nen, wenn sie wollen, in kürzester Zeit jede neue Information über den ganzen Erdball verbreiten. Sie lassen sich nicht ver¬einnahmen und sie lassen sich auch nicht kaufen. Manchmal bezeichnet man diese Gemeinschaften als die Bewegung der Kulturell-Kreativen. Der gemeinsame Geist, der sie zusammen¬hält, ist nicht besonders stark, aber dafür schließt er auch niemanden aus, jeder kann sich mit ihnen verbinden, überall auf unserem Planeten. Sie sind unsere gegenwärtigen Potential¬entfalter. Ihnen gehört die Zukunft.
Lese-Empfehlung ab einem Lebensalter von 20 Jahren.
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am 5. Februar 2015
Manchmal lese ich ein Buch und „bearbeite“ es dermaßen mit Anmerkungen und Anstrichen, dass es für spätere Leser nahezu unbrauchbar wird. So mache ich es mir zu Eigen und erst Monate, manchmal Jahre danach nehme ich es nochmals zur Hand und lese es quasi ein zweites Mal. Dann aber mit Hilfe meiner Anmerkungen in wenigen Minuten. Bei diesem Buch dauerte es etwas länger.

Ich finde das Buch sehr passabel, denn der erzählende Stil ist für den nicht wissenschaftlich Ausgebildeten sehr vorteilhaft, da sehr verständlich. Empfehlenswert ist dieses Buch besonders für Zeitgenossen, die den regelmäßigen Umgang mit Kindern pflegen, entweder als Eltern, Großeltern oder auch in den erzieherischen Berufen. Oder auch einfach nur für den Neugierigen, der etwas über sich, seine Geistesleistung und dessen (beschränkten) Potenziale lernen möchte. Denn der Autor macht früh klar, dass wir über keinen freien Willen verfügen, uns gewöhnlich von unserem Unterbewusstsein lenken lassen und unser „Ich“ ohne Gegenüber keine Ahnung davon hat, was oder wer es ist, dass wir uns aber dennoch nicht entmutigen lassen sollen, denn es gibt durchaus Befunde in der Forschung, die uns dabei helfen können, „Gelingen“ zu lernen. Und wie das funktionieren kann, wird auf den rund 180 folgenden Seiten anschaulich beschrieben.

Vier Zitate aus dem Buch:

„Dieses Sich-selbst-im-anderen-Erkennen beginnt während der frühen Kindheit. Deshalb ist das erste Wort, das man als kleines Kind auszusprechen lernt, nicht „Ich“, sondern die Bezeichnung für das Gegenüber, für das „Du“ in Form von Mama und Papa oder Oma und Opa."

„Das Grundprinzip, nach dem sich unser Gehirn in seiner individuellen Einzigartigkeit herausformt, ist eigentlich sehr einfach: Es wird am Anfang immer mehr bereitgestellt, als irgendwo auf dieser Welt von irgendeinem Menschen jemals tatsächlich gebraucht wird…..Der Rest wurde wieder abgebaut.“

„Dass kein Mensch allein überleben, geschweige denn die in ihm angelegten Potenziale entfalten kann, ergibt sich daraus zwangsläufig. Und das ist das wohl erkenntnistheoretisch folgenreichste, unser bisheriges Weltbild am nachhaltigsten erschütternde und in seinen praktischen Auswirkungen auf unser künftiges Zusammenleben kaum zu überschätzende Ergebnis der neueren Gehirnforschung.“

„Wenn wir also wissen wollen, wieso Menschen so werden, wie sie werden, oder wie sie so geworden sind, wie sie sind, müssen wir herausfinden, was ihnen in der Vergangenheit wichtig war, was ihnen jetzt wichtig ist und was ihnen in der Zukunft möglicherweise besonders wichtig sein wird.“

Hüther beschreibt zudem die Auswirkungen seiner Erkenntnisse auf die heutige Gesellschaft, zum Beispiel wenn der Gemeinschaftsgeist sich im „Verwaltungsgeist“ verliert und so die Sinnhaftigkeit von etablierten Einrichtungen wie die Kirchen, die Schulen oder die Armee abhandenkommen kann.

Fazit: Ein Buch, das in allgemeinverständlicher Form neurobiologische Erkenntnisse für eine breite Leserschaft aufbereitet. Lesenswert!
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am 16. Oktober 2016
Das Buch gibt die Möglichkeit, sich selbst zu hinterfragen. Hilft Erkenntnis zu finden über die Zusammenhänge im Leben und läss mich öfter schmunzeln.
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am 14. April 2013
Nach einem ersten Querlesen kann ich sagen: Ein vedienstvolles Buch, weil es einen Gegenpol darstellt zu anderen, im deutschsprachigen Raum vertretenen Interpretationen neurobiologischer Ergebnisse, die von einem mechanistischen Wissenschaftsglauben geprägt sind.

Was mir als Naturwissenschaftlerin fehlt, sind Bezüge zu konkreten Forschungsergebnissen - ich kann Gerald Hüther seine Erkenntnisse nur glauben und tue das gerne. Das ist wohl der Preis für ein populärwissenachaftliches Buch, das von einem breiten Publikum gelesen und verstanden werden soll.
Die Wir-Form, vor allem in den ersten Kapiteln, finde ich irritierend. Gerade weil Gerald Hüther seine Überlegungen im Zusammenhang eines systemisch- konstuktivistischen Weltbildes formuliert - was mir sehr sympathisch ist.

Der Schwerpunkt der Überlegungen liegt bei Erziehung und Bildung. Verständlich, denn das ist die Zukunft. Für Erwachsene ist es die unausgesprochene Aufforderung zum Widerstand gegen etablierte gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen, wo Bildung und kreative Entfaltung in weiten Bereichen eine untergeordnete Rolle spielen. Das Buch macht Mut, der persönlichen Integrität den Vorrang zu geben - auch mit dem Risko, dabei in Armut zu landen. Was habe ich, wenn nicht mich selbst und meine Fähigkeit, mich darüber zu freuen, dass ich am Leben bin und mir etwas ausdenken oder erträumen kann? - Dass Neurobiologie für diese Erkenntnis nicht zwingend erforderlich ist, spricht der Autor selbst aus.

Am besten gefällt mir der Ausstieg mit der Ausführung über die Demenz für das Alltägliche. Und ich überlege gerade, wie ich es anstellen kann, in Situationen, die mich überhaupt nicht interessieren, einfach zu gehen - äußerlich oder innerlich - ,ohne dabei meine materielle Existenz zu gefährden.
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