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Was ist ein Dispositiv? (Kleine Reihe) Broschiert – 10. März 2008

2.7 von 5 Sternen 3 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Es gibt nicht viele philosophische Publikationen, die den Anspruch, Fragen zu beantworten, auch tatsächlich auf leicht verständliche Weise einlösen: Giorgio Agambens kleine Broschüre zum Dispositiv wird dem gerecht. Darüber hinaus bietet sie mit ihren an Foucaults Dispositivbegriff anschließenden, eigenen Überlegungen einen anspruchsvollen Denkanstoß zu einem der ideengeschichtlich prominentesten Begriffe der zeitgenössischen politischen Philosophie.« (Rainer Schmitz/Johanna Söhnigen, Zeitschrift für philosophische Forschung)

»Was ist ein Dispositiv? macht Lust auf mehr Agamben. Er hat sich im Anschluss an Foucault als profounder, historisch informierter und provokativer Analytiker und Diagnostiker unseres gegenwärtigen Zeitalters erwiesen.Die maßgebliche Leistung dieses Büchleins besteht zudem darin, dass es seinem Titel mehr als gerecht wird. Eine Begriffsgeschichte auf so knappem Raum pointiert entwickelt zu sehen, macht tatsächlich Freude, und allein deshalb lohnt es sich, diesen Text zur Hand zu nehmen.« (Arno Herberth, KULT_online)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Giorgio Agamben lehrt Philosophie in Venedig und ist einer der meistdiskutierten europäischen Philosophen unserer Zeit. In den letzten Jahren galt sein Hauptinteresse dem Grenzbereich von Recht, Philosophie und Politik, den er in einer (als dreibändigem Werk konzipierten) Genealogie der Biopolitik mit dem Titel »Homo sacer« analysiert.

Kundenrezensionen

2.7 von 5 Sternen
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Top-Kundenrezensionen

Format: Broschiert
Agamben schafft es auf den kaum vierzig Seiten dieses kleinen Buches, eine bestechende Klarheit über einen der wichtigsten Begriffe der foucaultschen Philosophie zu vermitteln. Der Begriff Dispositiv taucht bei Foucault erstmals im 1976 erschienenen ersten Band von 'Sexualität und Wahrheit' auf, ohne dort auch nur ansatzweise ausgeführt zu werden. Agamben arbeitet mit Verweis auf ein Gespräch Foucaults aus dem Jahr 1977 drei zentrale Eigenschaften des Dispositivbegriffs heraus. Erstens erweitert 'Dispositiv' den vorher bei Foucault dominierenden Begriff 'Diskurs'. Ein Dispositiv beinhaltet demnach neben den diskursiven Elementen auch materiale, wie beispielsweise Institutionen und Gesetze, die sich die Diskurse aneignen. Zweitens existiert und funktioniert ein Dispositiv immer in Machtverhältnissen. Das bedeutet aber nicht, dass wir in all unseren Handlungen stets durch Macht determiniert sind. Foucault wendet sich gegen die liberale und marxistische Illusion einer Befreiung von jeglicher Macht. Dispositive funktionieren innerhalb von Machtverhältnissen, die wir in Frage stellen, denen wir uns aber nicht völlig entziehen können, da sie Bedingungen von Subjektivität sind (diesen Punkt übersehen eben jene Leute, die Foucaults Machtbegriff immer noch nicht verstehen wollen; siehe den obigen Kommentar). Drittens korrelieren die Machtverhältnisse mit Wissensverhältnissen. Foucault führt den Begriff des Dispositivs im Zusammenhang mit der Sexualität ein, um zu zeigen, wie die Sexualität zu einem Element innerhalb der Macht- und Wissensverhältnisse wird und auf der diskursiven und materialen (z.B. durch die Psychiatrie, das Gerichtswesen) Ebene besetzt wird.Lesen Sie weiter... ›
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Format: Broschiert
Ein wunderbares Beispiel dafür, dass der von Foucault in die Welt gesetzte Diskurs in seiner Monomanie unerschöpflich ist - leider! Agamben leidet unter der typischen Einseitigkeit Foucaultianischen Denkens, d.h. unter der Unfähigkeit irgendeine Eigenaktivität von Individuen oder Subjekten überhaupt zu denken: Die Begriffe "Diskurs" und "Dispositiv", wie Foucault sie verwendet, haben durchaus eine Bereicherung für die Kulturwissenschaften mit sich gebracht. Sie ermöglichten, den Blick auf Prozesse zu lenken, die dem Individuum vorausgehen und es prägen. Dieses Verdienst wird aber leider stark eingeschränkt durch die eben auch bei Agamben deutlich werdende trostlose Grundannahme, sie würden das Individuum rettunslos determinieren. Damit befinden sich sowohl Agamben als auch Foucault in einer Schleife des Selbstwiderspruchs: Beide Autoren begreifen ihr Schreiben als politisch, die politische Aktion setzt aber eben ein gewisses Maß an Handlungsfreiheit voraus, die Agamben leugnet, wenn er eine Totalbestimmung des Individuums durch Dispositive behauptet. Politisch und theoretisch interessant (und weiterführend!) wäre im Gegenteil gewesen, zu zeigen, wie Individuen mit diesen Dispositiven umgehen und welche Freiräume sie ihnen abgewinnen. Die Vorstellung der Totaldeterminiertheit dagegen stammt aus der polit-philosophischen Mottenkiste (vgl. den Verblendungszusammenhang bei Horkheimer / Adorno) und gehört dort auch wieder hinein. Da der Foucault-Agambensche Denkansatz ältere marxistische und anarchistische Ansätze fortsetzt und im intellektuellen Betrieb daher immer noch von starken Kontingenten vertreten wird, ist die Chance, dass er diese wohlverdiente Ruhestätte erhält bedauernswerterweise gering. Die nachwachsende Intellektuellengeneration hätte eine konstruktivere Form der Theoriebildung verdient!
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Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Warum tut man sich so ein Buch an? Ich weiß es nicht. Nichts gegen Agamben. Er macht es sich zur Aufgabe, den Quatsch-Begriff von Foucault zu analysieren, und hängt als Goody seinen eigenen Quatsch hinzu. Why not? Ihm macht es Spaß, vielen anderen auch. Für viele andere wiederum ist es eine Qual, sich durchzuplagen durch dieses Geschwurbel. Und über Geschwurbel kann man nicht streiten, man mag es aber als solches ab und an benennen.

Wenn man viel Zeit hat, sowas beruflich lesen muss oder geistig so verwirbelt ist, dass einem der Text klar und tief vorkommt, dann kann bzw. muss man sich das antun. Für Menschen, die lieber Tiefes klar als Seichtes untief lesen und denken, ist ein Bogen um das Buch eine nützliche Übung, selbst wenn es schmal ist.

Im Übrigen bin ich mir nicht sicher, ob ich nach der Lektüre nun weiß, was dieses verdammte Dispositiv nun ist. Aber darum ging's wohl auch nicht. Klar, warum das Beste verraten. Ein Dispositiv ist halt so ein Teil, das, nun ja, ist eh klar, weiß man doch, das ist so ein System, das übel ist, weil Macht und Gewalt, nein, kein herrschaftsfreier Diskurs und so, üble Sache, das Dispo, knietief drinnen, dann ist es ganz, ganz, so was von. Wie auch immer: Es ist ein Teil, das man im Titel eines Buches haben kann, wo das dann verklickert wird, oder auch nicht. Siehe einfach: "Was ist ein Dispositiv, Teil 2 - 100" - alles und jedes nämlich.

Das ist das Vermaledeite mit dem Dispo, das es überall auftritt, in 1000 Masken, um die Menschen zu knechten. Alles kann es sein, das Hunzige. Aber gut, Agamben klärt auf, macht fest. Es ist halt, was es ist. Sagt das Dispo.
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