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Warum es die Welt nicht gibt Gebundene Ausgabe – 10. Juni 2013
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Markus Gabriel, Deutschlands jüngster Philosophieprofessor, widmet sich den schwindelerregend großen Fragen der Menschheit. Dass es die Welt nicht gibt, ist eine alte Weisheit, die aber noch immer niemand richtig verstanden hat. Denn meistens wird daraus geschlossen, dass es dann eben gar nichts gibt. Mit Freude an geistreichen Gedankenspielen, Sprachwitz und Mut zur Provokation legt Gabriel dar, dass es zwar nichts gibt, was es nicht gibt – die Welt aber unvollständig ist. Wobei eine gute Prise Humor durchaus dabei hilft, sich mit den Abgründen des menschlichen Seins auseinanderzusetzen.
- ISBN-103550080107
- ISBN-13978-3550080104
- Auflage9.
- HerausgeberUllstein Hardcover
- Erscheinungstermin10. Juni 2013
- SpracheDeutsch
- Abmessungen12.6 x 2.8 x 19.6 cm
- Seitenzahl der Print-Ausgabe272 Seiten
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
Es (das Buch) macht große Lust, sich Fragen nach Wirklichkeit, Religion und Sinn zu stellen...", Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.07.2013
"Ein engagiertes Plädoyer für den Mut zur Sinnfrage und für mehr Vielfalt in der Wissenschaft.", General-Anzeiger, 02.07.2013
"Mit intellektuellem Witz und Lust an der gedanklichen Provokation untersucht er die ewigen Fragen der Menschheit.", Der Spiegel, Roman Leick, 01.07.2013
"Er befreit von der Schüchternheit vor großen Fragen, und das mit Witz und manch kessem Seitenhieb.", KulturSPIEGEL, Johannes Saltzwedel, 24.06.2013
"Das Buch hat Wucht und macht zugleich Spaß ... Man wird noch viel von Markus Gabriel hören.", Süddeutsche Zeitung, Johan Schloemann, 10.06.2013
Über den Autor und weitere Mitwirkende
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Produktinformation
- Herausgeber : Ullstein Hardcover; 9. Edition (10. Juni 2013)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 272 Seiten
- ISBN-10 : 3550080107
- ISBN-13 : 978-3550080104
- Abmessungen : 12.6 x 2.8 x 19.6 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 308,134 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 27 in Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Bücher)
- Nr. 124 in Philosophie des 20. Jahrhunderts (Bücher)
- Nr. 142 in Einführungen in Philosophie (Bücher)
- Kundenrezensionen:
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Informationen zum Autor

Markus Gabriel, geboren 1980, studierte in Bonn, Heidelberg, Lissabon und New York. Er ist einer der weltweit bekanntesten Vertreter eines Neuen Realismus in der Philosophie, was ein wesentlicher Baustein seines Projekts einer Neuen Aufklärung ist. Mit nur 29 Jahren wurde er zum jüngsten Philosophieprofessor Deutschlands berufen. Seit 2009 hat er den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn inne und ist Direktor des Internationalen Zentrums für Philosophie. Er ist zudem Direktor des Center for Science and Thought, mit dem er sich um einen interdisziplinären Austausch von Philosophie und Naturwissenschaften bemüht, um produktive und nachhaltige Lösungen zu virulenten Fragestellungen unserer Gegenwart zu finden. Er war zu Gastprofessuren in Brasilien, Dänemark, Frankreich, Italien, Japan, Portugal und den USA. Seit 2020 ist er Distinguished Lecturer in Philosophy and the New Humanities an der New School for Social Research in New York City, wo er gemeinsam mit Kollegen aus verschiedenen Disziplinen ein neues Institut aufbaut. Außerdem ist er ab 2021 als Fellow am The New Institute in Hamburg tätig, wo er zu Fragen der Wertephilosophie forscht. Seine Bestseller „Warum es die Welt nicht gibt“, „Ich ist nicht Gehirn. Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert“, „Der Sinn des Denkens“ und „Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten. Universale Werte für das 21. Jahrhundert“ erschienen in zahlreichen Ländern wie Argentinien, Brasilien, Chile, Großbritannien, Japan, Mexiko, Südkorea und den USA. Er liebt es, Philosophie für alle verständlich zu machen und ist selten an einem Ort. Persönliche Begegnungen sind ihm am liebsten, neben Zoom und Signal. Er glaubt an das helle Licht einer neuen Aufklärung und an unsere Fähigkeit, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Mit viel Empathie und Exzellenz berät er Unternehmen in Ethikfragen.
„Was können wir erkennen? Dieser fundamentalen Frage bleibt Gabriel bis heute treu.“ Die Welt
„Der Denker der Stunde.“ Die Zeit
„Einer der wichtigsten deutschen Philosophen der Gegenwart.“ Süddeutsche Zeitung
„Markus Gabriel ist ein spekulatives Wunderkind.“ Neue Züricher Zeitung
Kundenrezensionen
Spitzenbewertungen aus Deutschland
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- Einen Ausweg aus der Beliebigkeit der (falsch verstandenen) Postmoderne aufzeigen
- Eine Ontologie aufzeigen, welche nicht im Widerspruch zur (richtig verstandenen) Postmoderne steht (insbesondere Lyotard und Derrida) bzw. diese bestätigt (ohne dies zu benennen, oder aber auch ohne dies genau zu wissen und trotzdem zu einem sehr ähnlichen Ergebnis zu kommen: Ich sehe seine Sinnfeldontologie im Einklang mit Lyotard (mit der Pluralität der Diskurse) und Derida (mit Sinn, der Sich nur im Kontext und Verflechtung konstituiert)
- Hegel und den Idealismus wiederbeleben (siehe dazu auch das hervorragende Werk seines Doktoranden Sebastian Ostritsch)
- Mit den Mitteln der Analytischen Philosophie die Erkenntnistheorie Hegels modern begründen (an Gabriel Lehrbuch dazu “Erkenntnis der Welt” beiße ich mir gerade noch die Zähne aus, ganz zu schweigen von “Sinn und Existenz”…)
- Den reinen Naturalismus/Materialismus in die Schranken weisen. Hier wird auch tatsächlich der Sinn von Religion, jenseits von Dogmen und Moral, klar!
- Die Sackgassen der Analytische Philosophie aufzeigen
- Die Wahrheit als Tatsache wieder etablieren
- Philosophie (wieder) als Leitwissenschaft etablieren (was sie ja im Prinzip immer war, nur nicht mehr so wahrgenommen und praktiziert)
- Eine universalistische Ethik re-etablieren
- letztlich ein vollständiges philosophisches System errichten
- Das ganze einem breiten Publikum vermitteln
Habe ich etwas vergessen? Liege ich bei einem oder mehreren Punkten falsch?
... bis jetzt bin ich sehr beeindruckt ...
Ich bin phil. Laie und hoffe, dass ich eines Tages fähig bin sein werde, sein Buch „Sinn und Existenz“ zu verstehen. Der Kauf war allein aufgrund des Titels ein Muss ...
Für Markus Gabriel ist Philosophie „Intervention in den Zeitgeist“, wie er in einem Youtube-Video erklärt. In dem hier zu besprechenden Buch weist er die Naturwissenschaften, v. a. die Physik, gegenüber der Philosophie und anderen Weltzugängen in ihre Schranken und bestreitet, dass Naturwissenschaften als einzige die Welt an sich erforschen und beschreiben können.
Sehr pointiert schreibt Gabriel, die Existenz Gottes sei kein Problem für die Naturwissenschaften, weil Gott außerhalb des Universums existiere („Universum“ verstanden als naturwissenschaftlich erfahrbare Welt). Das Problem und dieser Einwand gegenüber einer materialistischen Reduktion sind bereits von christlichen Apologeten wie John Lennox sehr viel früher und präziser benannt worden, und wer sich als Christ in das Thema einarbeiten möchte, ist sicher bei Autoren wie ihm besser aufgehoben; auf wissenschaftstheoretischem Niveau und dennoch allgemeinverständlich macht auch Lennox den Leser vertraut mit der Frage, wie aus dem methodischen ein ontologischer Reduktionismus werden konnte. Begrifflich schärfer formuliert auch Gabriel das Problem von methodischem vs. ontologischem Reduktionismus – die Ausdrücke fehlen in diesem Buch noch – in seinem Buch „Ich ist nicht Gehirn“, was man einem derart jungen Autor m. E. nicht vorwerfen kann.
Ich mag es, wie keck Gabriel in diesem Buch die Plagegeister Physikalismus/Materialismus, Neurozentrismus, Neoatheismus oder moralischer Nihilismus dekonstruiert! Mir gefällt es, mit welch spätpubertärer Chuzpe der 30jährige sich Kant, den Nominalismus und v. a. Konstruktivismus vornimmt und die Behauptung wagt, es gebe durchaus Wirklichkeit und wir könnten die Dinge an sich erkennen. Wie frech er den Weltbegriff des großen Habermas‘ kritisiert oder Hawkins als Intellektuellen für überbewertet bezeichnet, gefällt mir. Und auch seine Ausführungen zur Kunst, deren Aufgabe – ähnlich dem Reisen – es sei, Vertrautes in ein merkwürdiges Licht zu rücken, sind originell. Die Unendlichkeit der Perspektiven verdankten wir dem Barock, wobei er als Realist entgegen dem Zeitgeist darauf besteht, dass nicht alle Perspektiven gleich wahr seien. Auch seine Ausführungen zur Demokratie als „Perspektivenmanagement“ sind erhellend. Rebellisch stellt er schließlich in Frage, ob es wirklich nur fünf Sinne gibt, die er übrigens anders als die landläufige Meinung für objektiv hält, und ob nicht Denken und Geist dazu gerechnet werden müssten.
Dabei begeht Gabriel nicht den Fehler, hinter den Stand der Erkenntniskritik in einen naiven Positivismus/Realismus zurückzufallen. Der „neue Realismus“ behauptet zwar mit dem klassischen Realismus, dass es Dinge gibt, die wir uns nicht bloß einbilden, und dass wir Dinge an sich erkennen können, meint aber, wenn er von „Welt“ spricht, nicht nur Gegenstände oder Dinge, sondern auch Tatsachen, Redebereiche, Gedanken und Geist, d. h. den „Bereich aller Bereiche“ (vgl. S. 149 u. a.). Gabriel distanziert sich sowohl vom Monismus wie auch vom Dualismus und outet sich als Anhänger des Pluralismus.
Übrigens, ich empfehle gerade den Vertretern einer moderaten Bibelkritik, wie sie bei den Evangelikalen immer salonfähiger wird, die unliebsame Aussagen v. a. des Paulus wegzukontextualisieren versuchen, Gabriels pointierte Kritik an der Angewohnheit, alles für historisch und sozial bedingte Konstrukte zu halten (vgl. S. 57) und nur von den Naturwissenschaften noch anzunehmen, sie beschrieben die Dinge an sich (vgl. S. 156 f.), wobei er nicht leugnet, dass es stets einen Kontext gibt (vgl. S. 85).
Kritisches
Ich habe mich an einigen Stellen gefragt, ob Gabriels Abgrenzung zum Konstruktivismus und von Kant nicht sophistisch ist. Auch Gabriel hält beispielsweise an der Unendlichkeit der Perspektiven fest, rettet sich aber dadurch in den Realismus, dass er sie als „ontologische Tatsachen“ bezeichnet. Schade finde ich, dass Gabriel auch in der fünften Auflage aus dem Jahr 2020 keine Aktualisierungen seiner Thesen vornimmt. Angesichts der Popularität des Postfaktischen ebenso wie der Identitätspolitik wäre es aus meiner Sicht sehr interessant gewesen, von Gabriel zu erfahren, inwiefern Konstruktivismus, Postmoderne und (Post)strukturalismus aus seiner Sicht dafür (mit)verantwortlich gemacht werden können. Gabriels Verlautbarungen rund um das Thema „Corona“ werfen bei mir zudem die Frage auf, inwieweit seine Skepsis gegenüber den Naturwissenschaften und sein Fetischvorwurf mit dazu beigetragen haben, Corona als Gefahr und die Berechtigung der politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu verkennen.
Bei aller Freude über Gabriels Schützenhilfe und messerscharfe Kritik am zum Topos gewordenen Konstruktivismus und Erkenntnisrelativismus bin ich mir schmerzlich bewusst, dass Gabriels Überzeugungen mit meinen als Christ in anderer Hinsicht nicht kompatibel sind.
Gott sei nicht erfunden worden, weil einem die Physik noch nicht eingefallen sei. Das ist einer dieser Aphorismen, die mich beim Lesen erheitert haben. Allerdings überzeugt mich das Kapitel über Religion nicht. Religion ist für Gabriel wie Wissenschaft und Aufklärung gleichermaßen Zeugnis des Geistes. Wenn er auf Religion zu sprechen kommt, bemüht er Schleiermachers Rede von den „unendlichen Überzeugungssystemen“, den Ausdruck „Geschmack fürs Unendliche“, spricht von der „Spurensuche nach Sinn“ und dem „Sinnfeld Sinn“, wonach selbst der Atheismus als Religion durchgeht. Alles, was darüber hinausgeht und wo ein Objekt verehrt wird, ist nach Gabriel Fetischismus – dem übrigens auch der Atheismus erliegen könne und dem das Bilderverbot entgegenwirke. Das Göttliche, so schreibt Gabriel an anderer Stelle, sei der menschliche Geist selber. Eins ist klar: Ob Monismus, Dualismus oder Pluralismus recht haben, hängt für mich davon ab, was Gott uns darüber in seinem Wort offenbart hat. Meinen Glauben an einen persönlichen Gott, der sich in Jesus Christus und seinem Wort offenbart hat, würde Gabriel ablehnen und als Aberglaube, Fetischismus und Pathologie abtun (vgl. S. 211-213). Wissenschaftliche Theologie setzt laut Gabriel nicht voraus, dass Gott ein materieller Gegenstand ist, sondern untersuche zunächst einmal Texte sowie ihre Geschichte, bevor sie Behauptungen über Gott aufstelle (vgl. S. 141). Bei einer bibeltreuen Exegese ist es nach meiner Überzeugung genau andersherum: Der Exeget setzt bei seiner Bibellektüre bestimmte Attribute Gottes und der Heiligen Schrift apriorisch voraus.
Obwohl Gabriel den Neoatheismus eines Dawkins und Dennetts und den Neurokonstruktivismus scharf kritisiert – pointiert schreibt er, der menschliche Geist habe eben die Möglichkeit, sich auch selbst zu vernichten, indem er sich einrede, eine Biomaschine mit Ich-Bewusstsein zu sein –, hält er deren Kritik am Kreationismus für berechtigt und gibt immer wieder zu verstehen, dass er Evolution für einen Tatsache hält, auch wenn er an einer Stelle die Fokussierung darauf als einseitig bezeichnet. Aus einem Interview in der „Zeit“ weiß ich, wie sehr sich Gabriel Thomas Nagel verbunden fühlt. Daher rate ich ihm sehr, sich ein Beispiel an Nagel zu nehmen, der sich sehr viel vorsichtiger über den Kreationismus äußert: „Selbst wenn man sich nicht zu der Alternative hingezogen fühlt, die eine Erklärung durch das Handeln eines Schöpfers vorsieht, sollten die Probleme, die diese Bilderstürmer [Vertreter des Intelligent Design; Anm. v. mir] für den orthodoxen wissenschaftlichen Konsens aufwerfen, ernst genommen werden. Den Spott, mit dem man ihnen gewöhnlich begegnet, verdienen sie nicht. Er ist offenkundig unfair“ (Geist und Kosmos, S. 22 f.).
Gabriel schildert an mehreren Stellen, wie trostlos die Vorstellung ist, dass das Universum nicht daran interessiert ist, ob es uns Menschen gibt: „Weder das Universum noch die Raumzeit ist besonders daran interessiert, dass es Wesen wie uns auf diesem schönen Planeten gibt. Aufs Ganze gesehen, ist es ziemlich egal, ob es uns gibt und was wir uns auf unsere Existenz einbilden. Diese Einsicht wird wissenschaftlich eigentlich bis zum heutigen Tag heruntergespielt.“ (S. 93 f.). Besonders das Schopenhauer-Zitat, der es als „empirische Wahrheit“ bezeichnet, dass unsere Erde eine „beleuchtete Kugel“ mit „erstarrter, kalter Rinde“ ist, „auf der ein Schimmelüberzug lebende und erkennende Wesen erzeugt hat“, könnte trostloser nicht sein (S. 38). Mir ist leider bis zum Ende des Buches nicht klar geworden, woraus Gabriel dennoch Hoffnung schöpft und auf welche Weise seine Sinnfeldontologie Sinn generieren kann. Was ist an dem Gedanken, dass die Nichtexistenz der (einen) Welt unendliche viele Sinnfelder stiftet, tröstlich? Wie entkräftet das die Sorge, wir könnten nur „Ameisen im Nirgendwo“ (S. 253) sein? Dass er meint, durch die Rehabilitierung des Geistes gegenüber dem Universum einen Ausweg aus der „kalten Heimat“ gefunden zu haben und dem Nihilismus zu entkommen, halte ich für einen Selbstbetrug. Auf die Frage, „was das Ganze eigentlich soll“, liefert Gabriel m. E. keine befriedigende Antwort. Kann man dem existentialistischen Jammer wirklich dadurch entkommen, dass man vom Leben nicht zu viel erwartet, das Leben als Komödie begreift? Mit Anfang 30 lässt sich übers Leid und übers Sterben u. U. leicht fabulieren, aber wird seine Ontologie ihn wirklich tragen, wenn die Unbilden des Lebens ihn einmal selbst ereilen oder gar die eigene Todesstunde naht? Der Imperativ, den er aus dem Leid gewinnt, nämlich uns zu verbessern, hält keine Antwort auf das natürliche Übel bereit und ist überdies nach meiner Überzeugung viel zu optimistisch. Gabriel bezieht sich mehrfach auf Kierkegaard, allerdings nur auf den Existentialisten Kierkegaard. Unerwähnt lässt er, dass dieser eine sehr persönliche Beziehung zu Jesus Christus und sein Leben damit auf festen Grund gebaut hatte. Ich bin jedenfalls froh, dass ich wie Kierkegaard mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre!
Gabriel bestreitet vehement, dass es den „Blick von Nirgendwo“ (Nagel), das „Sinnfeld aller Sinnfelder“, den „Gottesstandpunkt“ oder die „wahre Wirklichkeit“ gibt. Wer davon ausgeht, dass es den allwissenden Gott gibt, darf allerdings nach meiner Überzeugung gewiss sein, dass er zwar jetzt noch „undeutlich“ und „stückweise“ erkennt – mit Gabriel gesprochen: „wahrheitsfähig“, aber „irrtumsanfällig“ ist –, dereinst aber erkennen wird, „wie auch [er] erkannt worden [ist]“ (1. Kor 13,12). Ich freue mich unbändig auf den Augenblick, wo Gott mir sehr wohl eine Perspektive auf diese Welt eröffnen und Einblicke in die Welt gestatten wird, wie sie ist!
What will it be to dwell above,
And with the Lord of glory reign,
Since the blest knowledge of His love
So brightens all this dreary plain?
No heart can think, no tongue can tell,
What joy 'twill be with Christ to dwell.
When sin no more obstructs the sight,
And flesh and sense deceive no more,
When we shall see the Prince of light,
And all His works of grace explore,
What heights and depths of love divine
Will there through endless ages shine!
And God has fixed the happy day,
When the last tear shall dim our eyes;
When He will wipe these tears away,
And fill our hearts with glad surprise;
To hear His voice, and see His face,
And know the fulness of His grace!
(Joseph Swain; 1761-1796)
Fazit
Es steht zu hoffen, dass auch Gabriel noch den Glaubensschritt von der denkbar unscharf bestimmten Religion hin zum persönlichen Gott vollzieht und bei Jesus Christus und unter dem Kreuz für Zeit und Ewigkeit gerettet wird!
Wer würde das nicht gerne etwas besser und genauer verstehen, schließlich leben wir in "der Welt", wie man es halt so sagt, ohne genau zu definieren, was ein jeder so unter "Welt" versteht.
Mit interessanten Beispielen, in verständlicher Sprache und einer spannenden Aufbereitung hält der Autor den Leser bei der Sache und gerne folgt er dem Grundgedanken des Autors:
"Die Welt gibt es nicht, alles andere gibt es."
Eher nebenbei werden philosophische Theorien gestreift und dem Leser kurz und verständlich nahegebracht.
Für mich ein interessantes und kurzweiliges Buch.







