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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
34
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Sieht man sich das Bild auf dem Schutzumschlag an und liest man dazu den Titel, dann könnte man sich auch vorstellen, dass es sich bei diesem Buch um einen Liebesroman oder um romantische Geschichten aus dem Orient handelt. Doch in Wirklichkeit wird eine moderne Kriminalgeschichte erzählt, die den Leser tief in die Lebenswirklichkeit Saudi-Arabiens führt. Und genau das macht dieses Buch sehr außergewöhnlich.

Dabei werden keinesfalls "Spannung und Kulturgeschichte brillant kombiniert", wie es so schön und völlig irreführend auf dem Cover heißt, sondern Spannung und die aus dem Islam abgeleitete absurde Frauenunterdrückung in diesem Land. Das geschieht jedoch nicht in irgendeiner aufgesetzten Form, sondern ergibt sich aus der Geschichte selbst. Die Autorin weiß, wovon sie erzählt, denn sie lebte ein Jahr lang in einer strenggläubigen muslimischen Gemeinde in Dschidda, dort, wo die Handlung dieses Buches angesiedelt ist.

In der Wüste bei Dschidda findet man durch einen Zufall man 19 verstümmelte Frauenleichen. Den meisten fehlen die Hände. Keine dieser Frauen wurde vermisst. Das wundert nicht, denn sie waren Hausmädchen von asiatischer Herkunft. Die Obduktion der Leichen zieht sich hin, denn Frauen dürfen nur von Frauen obduziert werden. Für kriminaltechnische Untersuchungen zeichnet die Laborantin Katya Hijazi verantwortlich, die gerne selbst Polizistin werden würde, aber in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, nicht Auto fahren darf und um Erlaubnis bei vormundschaftlichen auftretenden Männern fragen muss, wenn sie überhaupt einmal an einen Tatort mitgenommen werden will.

Der Serienmordfall wird dem erfahrenen Inspektor Ibrahim Zahrami übertragen, der erst seit kurzem die Mordkommission leitet und vorher in der inneren Abteilung der Polizei arbeitete. Doch Zahrami hat noch einen anderen Fall zu bearbeiten, den er tunlichst unter der Decke der Verschwiegenheit halten muss. Seine Geliebte, eine ehemalige Kollegin, ist verschwunden. Auf Ehebruch stehen in Saudi-Arabien unter gewissen Umständen schwere Strafen. Im schlimmsten Fall droht Zahrami die öffentliche Enthauptung.

Aber Zahrami sind nicht nur wegen seiner geheimen Beziehung die Hände gebunden - er kann auch nicht überall hingegen und nicht jeden fragen, weil er als Mann bestimmte Orte besser nicht betreten sollte. Da er weibliche Hilfe braucht und sich auch sonst nicht, wo immer es geht, an die geforderte Entrechtung von Frauen hält, weiht er Katya in sein Problem ein. Der Roman besitzt so vier miteinander verwobene Erzählstränge: den mysteriösen Serienmord, das Verschwinden von Zahramis Freundin, Zahramis Familienverhältnisse und die Sehnsüchte und Lebensumstände von Katya. An Zahrami und Katya macht die Autorin die Schilderung des absurden Lebensalltags relativ gewöhnlicher Menschen in Dschidda fest, die für den westlichen Leser mindestens genauso spannend ist, wie die beiden Fälle, an denen die beiden arbeiten.

Dieser Lebensalltag unterscheidet sich vom Prinzip nicht von dem in einer Diktatur. Nur die Vorzeichen sind ganz anders. Im Grunde aber zeigt sich auch hier, dass Menschen sich überall gleich verhalten und sich nur den diktatorischen Verhältnissen mehr oder weniger geschickt anpassen oder sie für die eigenen Zwecke benutzen.

In der zweiten Hälfte des Buches kippt der Schwerpunkt der Geschichte immer mehr in diese Richtung, was den eigentlichen Aufhänger etwas in den Hintergrund drängt, zumal dieser Fall eine letztendlich recht unspektakuläre Lösung besitzt. Umso interessanter entwickeln sich dagegen die beiden Hauptfiguren und ihr persönliches Schicksal.

Dies ist vor allem wegen der eingebetteten Schilderung der saudischen Lebenswirklichkeit ein außergewöhnlich interessantes und spannendes Buch.
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. Juni 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Eigentlich bevorzuge ich Krimis eher aus den nordischen Ländern. Von daher kam mir der Roman WÜSTENBLUT von Zoe Ferraris am Anfang fast wie ein Kulturschock vor. Ein Thriller, der in der arabischen Welt spielt war zunächst doch etwas gewöhnungsbedürftig. Aber sehr schnell zog mich die Story vom grausamen Fund in der saudi-arabischen Wüste bis zum Schluss in seinen Bann. Ein Serienmörder, der offenbar unbemerkt über Jahre sein Unwesen trieb, steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens. Neunzehn Frauen fanden auf mysteriöse Weise den Tod. Ein Beduine entdeckt das geheime Grab und nun ist Ibrahim Zahrami von der Mordkommission Dschidda und sein Team gefordert, diesen rätselhaften Fall zu lösen - mehr sei nicht verraten. Mit diesem Buch bekommt man nicht nur eine spannende Lektüre geliefert, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte der dort geltenden, offiziellen Moralgesetze zwischen Mann und Frau die für uns europäisch geprägten Menschen oft schwer nachvollziehbar sind. Doch der Autorin gelingt es vorzüglich diese Hintergründe aus dem strenggläubigen Alltagsgeschehen der beteiligten Personen zu schildern. Kein Wunder, denn Zoe Ferraris hat in einer muslimischen Gemeinde in Dschidda ein Jahr lang gelebt und weiß wovon sie schreibt. Für mich ist dies ein sehr außergewöhnlicher Plot mit viel Spannung, stellenweise sehr befremdlich und speziell. Es bleibt als Fazit ein sehr gut geschriebenes wie interessantes Buch, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Von daher: Fünf Sterne!
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Schon in “Die letzte Sure”” und in “Totenverse” ließ Zoe Ferraris ihre Heldin Katya auf eigene Faust ermitteln. Dabei gibt die Autorin tiefe Einblicke in ein Land, in dem die Gesetzgebung wie direkt aus “Game of Thrones” herauskopiert erscheint - öffentliche Hinrichtungen und körperliche Verstümmelungen inklusive. Und das zugleich so reich ist, dass das saudische Zehntel der Bevölkerung die übrigen 90 Prozent als ausländische Arbeiter für sich schuften lassen kann. Über deren zum Teil absurde Arbeitsverhältnisse berichtet Ferraris am Beispiel der vielen philippinischen Hausangestellten, denen beim Antritt der von windigen Agenten vermittelten Stelle der Pass abgenommen wird und die das Land - trotz häufiger Misshandlungen - nur mit Einverständnis ihres Arbeitgebers wieder verlassen dürfen. Aber auch saudische Frauen dürfen bis heute nicht Auto fahren und sich nur mit Erlaubnis eines männlichen Verwandten Arbeit suchen. Die Gesellschaft ist gespalten, nicht nur in Männer und Frauen, sondern auch zwischen Einheimische und Gastarbeiter. Zoe Ferraris, die selbst mehrere Jahre in Saudi Arabien verbracht hat, wirft einen absolut spannender Blick auf ein Land, das reich an Öl und einer kulturellen Vergangenheit ist und sich dennoch mit einem gesellschaftlichen Korsett drangsaliert, das selbst die kleinste Veränderung zum Kraftakt werden lässt.
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am 23. Januar 2017
Nachdem ich bereits die beiden Vorgängerromane "Die letzte Sure" und "Totenverse" von Zoë Ferraris um die Pathologin Katya Hijazi gelesen habe und in die islamische Welt Saudi-Arabiens eintauchen konnte, war ich gespannt auf den dritten Band der Reihe.

Als in der Wüste südlich von Dschidda in Saudi-Arabien ein Beduine ein Massengrab mit 19 Frauenlaichen entdeckt, sind die Polizeibehörden schockiert, dass in ihrem Land ein Serienmörder seit mehreren Jahren unbemerkt sein Unwesen treibt.
Ibrahim Zahrami wird als leitender Kommissar mit den Ermittlungen betraut. Unterstützung erhält er von der sehr engagierten Pathologin Katya Hijazi, die vor allem damit zu kämpfen hat, sich in der Männerdomäne Gehör zu verschaffen.

Bei den getöteten Frauen handelt es sich überwiegend um Arbeiterinnen aus Asien, die als Hausangestellte in Saudi-Arabien beschäftigt werden. Bezogen auf die Bedeutung der Zahl 19 im Koran und eine Botschaft des Mörders, die an einen Koranvers erinnert, gehen die Behörden von einem religiösen Fanatiker aus, auch wenn einzelne Ermittler die Augen vor der Wahrheit verschließen möchten, dass es sich bei dem Massenmörder um einen Einheimischen handelt.

Privat ist Zahrami besorgt um seine Geliebte Sabria Gampon, die als verdeckte Ermittlerin für die Polizei arbeitete, und plötzlich spurlos verschwunden ist. Eine Vermisstenmeldung kommt für ihn nicht in Frage, da ihm als Ehebrecher die Todesstrafe durch Enthauptung droht.

Katya ist sehr modern und möchte sich nicht in die traditionelle Rolle der Frau drängen lassen, weshalb sie beruflich und privat aneckt. Bei den Ermittlungen werden ihr durch die Kollegen solche Steine in den Weg gelegt, dass sie ihrer Arbeit aus persönlichem Ehrgeiz vermehrt in ihrer Freizeit nachgeht. Ihr Verlobter, der Spurenleser Nayir hilft ihr bei ihrer Arbeit und befindet sich damit selbst in einem Konflikt, ob er das emanzipierte Verhalten seiner zukünftigen Frau dulden kann. Katya kommen Bedenken in Bezug auf die bevorstehende Heirat, holt sie sich doch mit Nayir nur einen dritten Mann in den Haushalt, der sich bedienen lassen und zusätzlich noch ihre Nachtruhe einschränken wird.

"Wüstenblut" ist wieder ein Krimi, der den westlichen Leser sehr anschaulich in die saudi-arabische, streng muslimische Welt versetzt, deren Regeln für uns geradezu unwirklich und beklemmend sind. Man erhält erneut einen Einblick in die von Männern dominierte Gesellschaft, in der Frauen voll verschleiert sind und nicht einmal Auto oder Fahrrad fahren dürfen. Interessanterweise leiden aber nicht nur die Frauen unter der Situation und der Berücksichtigung der strengen Auslegung des Korans, sondern auch die Männer, die ihre Frauen im Alltag chauffieren müssen und keine Chance haben, eine arrangierte Ehe zu beenden.

Auch im dritten Band ist es interessant, wie Katya die auferlegten Regeln der religiösen Wächter umgeht, um ihrem Beruf voll nachgehen zu können, der ihr so viel bedeutet und wie sie damit hadert, ob sie bereit ist, sich so weit in ihrer Freiheit einzuschränken, um den Mann, den sie liebt, zu heiraten.

Der Kriminalfall ist dagegen eher schwach und die Suche nach dem Mörder sowie sein Motiv nicht ganz so spannend aufgebaut und durchdacht wie in den anderen beiden Fällen der Autorin.
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TOP 500 REZENSENTam 31. Juli 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Ibrahim Zahrami ist verantwortlicher Ermittler für die Jagd nach einem Serienmöder der neunzehn Frauen in Dschidda – Saudi Arabien ermordet hat. Die Zahl neunzehn ist eine wichtige Zahl im Koran und somit scheint es sich um ein religiöses Tatmotiv zu handeln. Gleichzeitig verschwindet noch Zahramis Geliebte und da auf Ehebruch die Todesstrafe steht, kann er nicht selbst ermitteln. Es zieht die Laborantin Katya hinzu, die ihm bei der Suche nach seiner Geliebten behilflich sein soll.

Die Autorin Zoe Ferraris (Jahrgang 1970) lebte ein Jahr selbst in Dschidda in einer strenggläubigen Gemeinde. Es handelt sich um ihren dritten Roman. Ihr Schreibstil der sehr flüssig ist, wird trotz der vielen Passagen mit den kulturellen Besonderheiten nicht gestoppt und vermittelt somit von Anfang bis Ende eine gleichmäßig hohes Niveau.

Die Handlung ist von Anfang an spannend und das nicht nur wegen den Morden, sondern weil es der Autorin gelingt die Kulturgeschichte immer wieder passend in die Handlung einzuflechten. Durch diese Mischung entsteht ein ganz besonderer Roman, wenn sich auch im Laufe des Buches die Schwerpunkte der Handlung verschieben.

Doch nicht nur bei der Handlung sondern ebenfalls bei den Protagonisten verschieben sich die Schwerpunkte, was ungewöhnlich ist. Die Protagonisten sind authentisch dargestellt. Die Erzählebene wechselt immer wieder zwischen den Personen so dass ein allumfassendes Bild entsteht. Einzig dass dies manchmal mitten in einem Kapitel geschieht, hat mich ein wenig gestört.

Fazit: Die Mischung aus Kulturgeschichte und Thriller ist zwar ungewöhnlich, kann mich dennoch vollkommen überzeugen.
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TOP 500 REZENSENTam 1. August 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Ibrahim Zahrami von der Mordkommission Dschidda steht vor einem Rätsel: Ein Beduine hat in der saudi-arabischen Wüste ein geheimes Grab entdeckt. Neunzehn Frauen fanden auf mysteriöse Weise den Tod. Ein Serienmörder muss vollkommen unbemerkt über mehrere Jahre sein Unwesen getrieben haben. Als neunzehn Frauenleichen gefunden werden, ist Ibrahim Zahrami alarmiert - die Zahl 19 hat im Koran eine wichtige Bedeutung. Hat er es mit einem Fanatiker zu tun? Und warum fehlt allen Frauen eine Hand? Gleichzeitig plagt Zahrami privat noch eine ganz andere Sorge: Seine Geliebte, die Undercover-Agentin Sabina Gampon, ist spurlos verschwunden und er kann sie nicht mal als vermisst melden, da auf Ehebruch die Todesstrafe steht. In seiner Verzweiflung vertraut er sich seiner Kollegin Kaya an, einer der wenigen Frauen der Polizeistation. Doch Kaya, die auf Hochtouren in beiden Fällen ermittelt, merkt nicht, wie sich langsam die Schlinge um ihren eigenen Hals immer enger zieht …

"Wüstenblut" ist der dritte Roman der Bestseller-Autorin Zoë Ferraris. Ich kannte bisher nur "Die letzte Sure" von ihr, das mich damals aber begeistern konnte. Deshalb war ich natürlich auch sehr gespannt auf ihr neuestes Werk und wollte wissen, ob "Wüstenblut" mit ihrem Debut mithalten kann oder dieses sogar noch übertrifft.

Wer hier einen reinen Krimi erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Denn wer die Autorin kennt, weiß, dass sie sich selbst intensiv mit der arabischen Kultur und Lebensweise befasst (hat) und das merkt man auch "Wüstenblut" an. Man wird beim Lesen emotional und geistig in die arabische Welt entführt, die mir bis dato eher weniger geläufig war und lernt diese besser kennen. So werden auch - für uns Europäer vielleicht befremdlich erscheinende - Themen wie das Verhältnis zwischen Mann und Frau oder ein sehr streng gelebter Glaube thematisiert. Ich hatte nach der Lektüre das Gefühl, dass ich mein Wissen um die arabische Kultur ausbauen konnte und wurde zum Nachdenken angeregt, denn "Wüstenblut" konnte mich auch nach dem Lesen noch einige Tage beschäftigen bzw. zum Nachdenken anregen.

Natürlich kommt auch der Krimi nicht zu kurz, der so richtig spannend erzählt wird, wie ich es von einem Roman dieses Genres erwarte. Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr verraten, um keinem potentiellen Leser schon vor dem Lesen aus Versehen irgendwelche Details oder Spanungselemente zu verraten. An dieser Stelle kann ich nur dazu raten, das Buch unbedingt selbst zu lesen.

Alles in allem ist "Wüstenblut" ein Krimi, der den Leser in die arabische Welt entführt. Neben erstklassiger Spannung und interessanter Verwicklungen lernt man auch etwas über eine - zumindest mir - bis dato eher unbekannte Kultur und nimmt selbst nach dem Lesen noch etwas mit. "Wüstenblut" ist "Die letzte Sure" mindestens ebenbürtig und so warte ich nun gespannt auf den nächsten Roman dieser großartigen Autorin. Mein Sommer-Krimi-Lesetipp!
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Okay, ich habe die Autorin vorher nicht gekannt, aber sie scheint sich gut auszukennen in dem beschriebenen Kulturkreis. Immerhin hat sie eine gewisse Zeit selbst in Saudi-Arabien gelebt.

Zum Inhalt: Als in der Wüste ein Massengrab mit 19 Frauenleichen gefunden wird, reagieren die Polizeibehörden von Dschidda geschockt. Ein Team der Mordkommission soll den Fall so schnell wie möglich aufklären. Als Unterstützung wird ein US-Fachmann für Serienmörder hinzugezogen, da sie mit dieser Thematik bislang kaum Erfahrung gesammelt haben. Zusätzlich ist die Freundin des leitenden Kommissars plötzlich aus der geheimen Wohnung verschwunden und als Mann kann er nicht überall ermitteln, sondern muss sich auf Katya verlassen, die ihre eigene Motivation antreibt.

Mehr verrate ich nicht, den Rest müsst ihr selber lesen.

Zur Wertung:

Den ersten Stern gibt es für die realistische Schilderung des Alltags in Saudi-Arabien. Eine so starke und konsequente Trennung der Geschlechter fordert ihren Tribut. Wer sich nicht daran halten will, bekommt oft mehr als nur Steine in den Weg gelegt. Zugleich schärft er den Blick dafür, wie einzelne Gesellschaften mit Außenseitern umgehen.

Den zweiten Stern gibt es für die beiden Protagonisten Ibrahim und Katya. Neben dem Fall erfahren wir mehr über das private Leben der beiden. Obwohl Katya wesentliche Anhaltspunkte liefert, hat sie es als Frau ungleich schwerer ernst genommen zu werden. Ibrahim selbst muss sich nicht nur mit privaten Problemen herumschlagen, sondern auch mit religiösen, die seine Familie betreffen.

Den dritten Stern gibt es für die Hintergründe der Bluttaten und dem dubiosen Verschwinden von Sabria, dass den ermittelnden Kommissar mehr belastet als er zugeben will.

Was mir gefehlt hat, war ein Glossar für die arabischen Begriffe, die öfters vorkamen und nicht näher erläutert wurden. Es ist zwar interessant, dass "1001 Nacht" in Saudi-Arabien verboten ist, obwohl es ursprünglich aus dem arabischen Kulturkreis stammt und ja man lernt einiges über Saudi-Arabien, dennoch 3 Sterne ist das Maxium für diese Geschichte.

Es tut gut, öfter mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen, so wie es in dieser Geschichte möglich ist. So verschieden wie man denkt, sind wir nicht. Selbst in den westlichen Länder war es sehr lange üblich, dass eine Frau nur mit dem Einverständnis des Mannes arbeiten durfte. Und wer verheiratet war, musste oft komplett aufhören, da dies gesellschaftlich nicht erwünscht war.

Am besten lest Ihr den Roman selbst und bildet euch dann ein eigenes Urteil!
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Es ist allgemein bekannt, daß in Saudi-Arabien das Leben durch die Scharia bestimmt wird. Die Autorin dieses Kriminalromans hat selbst lange in Dschidda gelebt und beschreibt detailliert und geradezu bedrückend, was eine so strikte Geschlechtertrennung im täglichen Leben für die Bevölkerung bedeutet, sehr authentisch beschreibt sie die fast vollständige Entmündigung der Frauen außerhalb des eigenen Hauses.
Eigentlich sollen 19 Morde an Frauen, die niemals als vermisst gemeldet wurden, aufgeklärt werden. Die Leichen, alle auf die gleiche rituelle Art getötet, wurden im Laufe eines guten Jahrzehntes im Wüstensand vergraben und nun nur durch Zufall entdeckt.
Kommissar Ibrahim Zahrami soll mit seinen Mitarbeitern diesen komplizierten Fall lösen. Er hat zusätzlich private Probleme. Sein Familienleben ist völlig unbefriedigend und seine langjährige Geliebte ist plötzlich spurlos verschwunden. Da in Saudi-Arabien auf Ehebruch härteste Strafen stehen, sind seine Möglichkeiten nach ihr zu suchen, stark eingeschränkt. Er ist aber einer der wenigen Männer in seiner Dienststelle, der nicht gleich und grundsätzlich die Zusammenarbeit mit einer Frau ablehnt. Und so kommt in diesem Roman die junge Katya Hijazi, eine ambitionierte Laborantin, ins Spiel. Ibrahim Zahrami vertraut ihr nach und nach seine dienstlichen und privaten Probleme an. Katya ist wissbegierig und mutig und setzt sich gegen einige Vorurteile und Verbote durch. Auch durch ihre Recherchen wird der Fall letztendlich gelöst.
Ein interessantes, bedrückendes Buch mit Spannung.
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am 18. Juli 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Ibrahim Zahrami ist ein Ermittler mit etwas anderen Ansichten, als sein Land – Saudi-Arabien – eigentlich vertritt. Als man in der Wüste ein Massengrab entdeckt und auch noch seine Geliebte verschwindet, wird die Situation für Ibrahim immer gefährlicher….

Was mich zunächst an Wüstenblut gereizt hat, sind die – in meinen Augen – Widersprüche. Das Cover mit der jungen, verschleierten Frau, erinnert mich eher an ein (Mystery)-Wüsten-Drama oder vielleicht sogar ein Buch über Frauenrechte. Dann noch der Titel „Wüstenblut“ ? Vielleicht sogar ein Buch über die Misshandlung der Frauen in Wüstenländern? Aber der Klappentext ist dann wieder ein ganz anderer und lässt eher einen Krimi/Thriller mit dramatischer Liebesgeschichte erahnen. Ich wusste also nicht so recht, auf was ich mich hier einlassen soll ….

Gefallen hat mir auf jeden Fall, dass man während dem Lesen ständig vergisst, dass es sich eigentlich um verschleierte Frauen handelt. Natürlich wird man immer mal wieder durch Sätze wie „sie rückte ihr Kopftuch/ihre Burka zurecht.“ darauf hingewiesen und man merkt, dass diese Frauen rechtlich um einiges schlechter gestellt sind als ihre männlichen Zeitgenossen. Aber dennoch scheinen sie ganz normale Frauen wie wir zu sein. Diesen Aspekt bringt die Autorin wirklich sehr schön rüber.
Außerdem ist es gerade für Fans von orientalischen Ländern klasse, mal ein Buch zu lesen, dass nicht in irgendeiner verregneten, traurigen und durch und durch bösen Stadt spielt. „Wüstenblut“ hat sich in einer Gegend eingenistet, in der Serienmörder NICHT wie Ratten durch die Straßen kriechen, sehr erfrischend.

Allerdings muss ich sagen, hat sich, für mich persönlich, die Spannung erst weit nach der Hälfte so richtig aufgebaut und das auch nur kurzzeitig. Der Killer schien mir nie recht interessant und war mir am Ende auch irgendwie zu „lieblos“ hingeworfen. Die Charaktere haben zwar Potential um Interesse zu wecken, werden aber meist nur aufgebauscht und dann einfach mitgeschleift (z.B die amerikanische Profilerin). Da war die persönliche Geschichte um Ibrahim schon etwas interessanter, wobei ich mir nach dem Klappentext eben eher einen Thriller und kein Drama erhofft hatte.

Fazit: Ich hätte mir sehr gewünscht, dass mir dieses Buch wirklich gut gefällt, aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen. Ich würde es eher Lesern empfehlen, die etwas ruhigere, nicht so spannungsgeladene Bücher bevorzugen und beim Lesen gerne mal einige Kapitel Luft holen.
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am 3. November 2015
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Ich muss zugeben, obwohl „Wüstenblut“ bereits der dritte Roman von Zoë Ferraris ist, habe ich nun zum ersten Mal von dieser Autorin gehört. Ebenso wie ich mich zum ersten Mal auf das Gebiet des muslimischen Glaubens als Grundlage eines Thrillers begebe. Und ich habe es nicht bereut!
Die Lektüre ist in gewissem Maße anders, denn Hintergründe und Bedeutungen sind auf Basis des Korans eben doch sehr speziell. Da Zoë Ferraris eigene Erlebnisse und Erfahrungen in einer strenggläubigen muslimischen Gemeinde in Dschidda, Saudi-Arabien, sammeln konnte, weiß sie wovon sie schreibt. Mittelpunkt des Geschehens ist ein grausamer Serienmord, der über die Jahre bereits neunzehn asiatischen Frauen das Leben gekostet hat. Nachdem ein Beduine das Grab in der Wüste entdeckt, ist es an Ibrahim Zahrami und seinem Team, den Spuren zu folgen, den Mörder zu stellen und schlussendlich das Verbrechen aufzuklären. Laborantin Katya Hijazi erhält dabei eine wichtige Schlüsselposition. Neben einer spannenden Handlung aus mehreren Perspektiven, macht diesen Roman auch die lebendige Beschreibung von Gesellschaft und Kultur so besonders. Der Leser gewinnt interessante Einblicke in ein gänzlich anderes Leben, rätselt gleichermaßen mit und fühlt sich insgesamt gut unterhalten.
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