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am 30. Mai 2013
Kracauers Text von 1947 ist wohl die bekannteste Abhandlung über die Entwicklung des deutschen Films vom Ende des ersten Weltkriegs bis in die Anfangszeit des Nationalsozialismus. Es liegt ihr die Annahme zugrunde, daß der Film Rückschlüsse zuläßt auf das Seelenleben des Publikums. Kracauer zeichnet die Entwicklung des deutschen Films nach und findet Parallelen zur gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland die schließlich im Nationalsozialismus mündeten.

Man muß dieser Argumentation nicht bedingungslos folgen, aber ich finde es lohnt sich, sich mit der Hypothese und mit Kracauers Argumentation auseinanderzusetzen. Die Zeit über die er schreibt wird in in vier Perioden zerlegt, für jede Periode arbeitet er die -- seiner Meinung nach -- bestimmenden Tendenzen heraus und illustriert sie mit ausführlich beschriebenen Filmbeispielen. Heutzutage würde man die Thesen vermutlich mit statistischen Werten belegen: Soviel Zuschauer in diesem oder jenem Film. Kracauer tut das nicht, er greift zurück auf das eigene Erleben und auf die dokumentierten Reaktionen seiner Zeitgenossen. Sein Stil Kracauers ist ernsthaft und präzise genau ohne arrogant zu wirken.

Kracauer ist 1889 geboren und hat die Entstehung des Films miterlebt. Er hat den Übergang zum Ton- und zum Farbfilm als Filmkritiker erlebt und dokumentiert. Er hat damit einen großen Vorteil gegenüber uns Nachgeborenen: Er hat die Filme in der Zeit erlebt in der sie entstanden sind, für die sie gedreht wurden und über die sie beschreiben. Er schreibt über Filme wie "Der blaue Engel" oder "Metropolis" nüchtern und objektiv; für ihn waren das noch keine Klassiker vor denen man in Ehrfurcht zu erstarren hat. Allein aus diesem Grund ist Kracauer auch heute noch unbedingt lesenswert, seine Deutung von "Metropolis" etwa fand ich ebenso erstaunlich wie interessant.

Im Anhang findet sich eine Abhandlung über den Nazikriegsfilm die als Beitrag zur psychologischen Kriegsführung entstanden ist und die ich weniger interessant fand. Das liegt aber an mir und nicht am Text. Spannender fand ich den zweiten Anhang mit Filmkritiken die Kracauer zwischen 1924 und 1939 geschrieben hat. Eine wahre Fundgrube für den Cineasten, leider ohne Inhaltsverzeichnis.

Fazit:
Unbedingt lesenswert. Das Buch ist allerdings etwas für fortgeschrittene Filmliebhaber und keine Einführung in den deutschen Film der Weimarer Zeit. Wer von der Lektüre profitieren möchte, sollte einige Filme gesehen und ein Gefühl für die Ästhetik und Filmtechnik der Zeit haben. Zwar gibt es kein Verzeichnis zu den Filmkritiken, wohl aber ein Film- und ein Personen-Register.
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am 21. Dezember 2013
ich kann dem, was anthares schreibt, nur beipflichten. ein werk, das pflichtlektüre sein sollte für jeden, und zwar deshalb, weil man sich danach nicht mehr einlullen lässt von dem, was das fernsehen in die wohnstuben bringt. leider, auch da hat der rezensent recht, dürfte meist die voraussetzung fehlen.
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