Hier klicken Fashion Sale Strandspielzeug b2s Cloud Drive Photos Learn More saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
10
4,1 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Ein Mammutwerk der christlichen Theologie: Auf weit über 1000 Seiten beschreibt Kirchenvater Augustinus die Entwicklung des „göttlichen“ Staates im Vergleich zum „irdischen“. Ausgangspunkt ist der Vorwurf, das Christentum treffe eine entscheidende Mitschuld am Untergang des Römischen Reichs. Augustinus streitet dies vehement ab und stellt die These auf, Rom - mitsamt seinem heidnischen Götterkult, seiner Verrohung der Sitten und seiner Abkehr von einstigen Werten - sei selbst schuld am eigenen Verfall und das Christentum vielmehr die eigentliche Rettung. Immer wieder kritisiert er heidnische Kulte und Bräuche aufs Schärfste, um im Gegenzug die Überlegenheit des Christentums herauszustellen. Die Gemeinschaft der wahrhaft Gläubigen, den „Gottesstaat“, trennt er von der Gesamtheit des irdischen Lebens. Für jeden Menschen, so Augustinus, ist es nicht nur erstrebenswert, am Gottesstaat teilzuhaben, sondern auch möglich - wenn er den Weg des rechten Glaubens beschreitet. Alles in allem eine herausfordernde Lektüre, die einem interessante Einblicke in die Frühzeit des christlichen Denkens beschert.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. April 2012
Es ist unbestreitbar, daß der Kirchenlehrer Aurelius Agustinus in seinem Werk "Vom Gottesstaat" (De Civitate Dei) das Christentum gegen heidnische Polemik verteidigt. Jedoch entwickelt er aus seiner Verteidigung (Apologie) heraus ein eigenes christlich-fundiertes Weltbild. Dieses lässt sich kurz und präzise wie folgt skizzieren: Der irdische, römisch-heidnische Staat (Civitas terrena) bleibt per se immer von Gott entfernt und wird als Antithese dem vollkommenen Gottesstaat (Civitas Dei) gegenüber gestellt; jeder zukünftige irdische Staat soll sich am Gottesstaat orientieren, um der gottgegebenen Ordnung so nahe wie möglich zu kommen (Corpus Christianum = Civitas Dei auf Erden). Augustinus folgt dem pessismistischen Geschichtsbild Sallusts und der Staatsdefition Ciceros und verdammt die Idee der ROMA AETERNA als "irdischen Messianismus". Im Untergang des Machtstaates Rom sieht Augustinus einen sich zwangsläufig abwickelnden Naturprozeß [Quelle: Die Welt der Römmer, Hrsg. Otto Leggewie, Aschendorff Verlag/Münster 1991, 6. Auflage, S. 47, 119, 172 ff.]. Entscheidend ist der Gedanke, daß der Mensch durch seine Zuwendung zu Gott schon zu Lebzeiten an diesem Gottesstaat Anteil haben kann und damit zum "Volk Gottes" bzw. zum "Leib Christi" (Corpus Christianum) gehört. Die Civitas Dei ist somit höchster Ausdruck der gottgewollten Ordnung, die schon in allen irdischen Wesen und Dingen erkennbar wird. Im frühen Mittelalter, insbesondere im Reich Karls des Großen, wurde diees Ordnungsprinzip konsequent weiter entwickelt: Gott, der allerhöchste König, ist Lehensherr aller irdischen Könige; ergo: jeder irdische König ist letzlich ein Lehnsmann Gottes, was sich auch in der Formel "Dei gratia minister Omnipotentis" wiederspiegelt.
Altchristliches Gedankengut, daß eine Sache mit dem ihr entsprechenden Namen bezeichnet werden soll [Nomen-Res-Theorie], damit die gottgewollte Ordnung nicht gestört werde, basiert insbesondere auf den Lehren von Augustinus. Für die Geschichte des Abendlandes hatte die augustinische Lehre der "Nomen-Res-Theorie" weltpolitische Bedeutung ==> Der de facto herrschende Hausmeier Pippin III. der Ältere - Vater Karls des Großen - konnte den letzen, de facto machtlosen König der Merowinger Childerich III. absetzen, um dann selbst König der Franken zu werden. Pippin erlangte die Legitimation dazu durch Papst Zacharias, indem er fragte, ob es gut sei oder nicht, daß es Könige ohne königliche Gewalt im Frankenreich gebe. Papst Zacharias antwortete: " Es ist besser, der wirkliche Inhaber der Gewalt [res regis] heiße König [nomen regis] als einer, der ohne Königsgewalt geblieben ist". [Quelle: A. Bühler, U. Dirlmeier, H. Ehrhardt et al., Das Mittelalter, Theiss Verlag/Stuttgart 2004, S.86].
Aufgrund seiner umfassenden Theorie des Gottestaates wird Aurelius Augustinus nach meiner Auffassung zu Recht als der "christliche Platon" bezeichnet.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Augustinus "De civitate dei" gehört ohne Zweifel zur politischen Theorie- und Ideengeschichte. Denn mit seinem Werk legitimiert er den eschatologischen Begriff des Politischen. Danach ist Politik nur gerechtfertigt, wenn sie einen Beitrag zur diesseitigen Erlösung des Menschen leistet und nur so ihre Rechtfertigung findet.

Somit dient politisches Handeln der Verwirklichung göttlicher Gerechtigkeit und untersteht somit dem Willen Gottes, der jedem politischen Prozess entzogen ist. Damit überwindet sich von Menschen betrieben Politik im Endeffekt selbst, da das Ziel der menschlichen Erlösung transzendenter Natur ist.

Bei Augustinus existieren der irdische Staat (civitas terrena) und der Gottesstaat (civitas dei) in einem Spannungverhältnis. Denn der irdische Staat bleibt immer unvollständig und unzulänglich, da er genuin "Böse" Gottes Gerechtigkeit nicht erfüllen kann. Er definiert sich somit als ein notwendiges Übel, um im Diesseits wenigstens eine Annäherung an Frieden und Gerechtigkeit bietet. Dagegen ist der Gottesstaat ohne menschliche Legitimierung bei denen präsent, die Gottes Gebote in der Gemeinschaft des irdischen Staates nacheifern. Insbesondere durch Missionierung, um die Gemeinschaft im Sinne der göttlichen Gebote zu beeinflussen. je mehr sich der irdische Staat an den Gottestaat orientiert, desto eher erhält dieser die Legitimation seines Handelns als eschatologische Politik.

Aber in der Welt stehen sich Vertreter beider "Staaten" (die miteinander im irdischen Staat verflochten sind) immer in einem Konfronationsverhältnis gegenüber. Wobei die Zugehörigkeit zu einer der beiden Gruppen eine Frage der Handlungsmotivation und der Glaubensüberzeugung darstellt. Und nicht eine Frage der Zugehörigkeit zur Religion oder eines Standes.

Augustinus eschatologischer Politikbegriff ist insoweit problematisch, da er den betroffenen Bürgern eines Staatsorganisationsmodells keine legitimatorische Rechtfertigung für politisches Handeln zubilligt. Ebenso wie den Herrschern, die den irdischen Staat als Ordnungssystem leiten. Denn allein die größtmöglichste Annäherung an das transzendente Ideal göttlicher Gerechtigekit und göttlichen Friedens als endzeitliche Erlösung stellt den Maßstab politschen Handelns dar.

Augustinus zählt zu einen der letzten Theoretiker, die versuchen, die Trennung in säkularer und religiöser Sphäre theologisch zu begründen.

Trotzdem sollte man die Schrift gelesen haben, da sie zu einem der Standartstexte der politischen Theorie- und Ideengeschichte zählt.
0Kommentar| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. September 2009
"Vom Gottesstaat" ist Augustinus' bekanntestes Werk. Augustinus spricht hier direkt mit dem durchschnittlichen römischen Bürger seiner Zeit (413), daher mögen die ersten paar hundert Seiten etwas zäh für den heutigen Leser wirken. Die ersten Kapitel werden darauf verbracht, den römischen Glauben an Polytheismus zu entmächtigen. Aber die Schwierigkeiten dieser Kapitel sollten den Leser dazu bringen, Augustinus noch viel mehr dafür zu wertschätzen, dass er dabei mitgeholfen hat solch ein verworrenes Glaubenssystem zu verwerfen. Nachdem Augustinus einmal die Probleme mit Zeus und Co. analysiert hat, wendet er sich Platon, Aristoteles und anderen griechischen Philosophen zu. Augustinus diskutiert, weshalb die Gründer der westlichen Kultur nahe dazu kamen, die Bedeutung des christlichen Gottes zu begreifen. Er zeigt aber auch auf, wo sie es verfehlen, eine totalen Einsicht von Ihm zu erlangen.

Nachdem Augustinus diese Religionen und Philosphien der Römer bearbeitet hat, beginnt er sich mit der Heiligen Bibel zu befassen und wie sie den Gottesstaat und den weltlichen Staat (z.B. das Römische Reich) betrifft. Augustinus hebt die Unterschiede im Glauben und den Handlungen der Glaubenden und der Ungläubigen, oder in anderen Worten, den Bürgern der beiden Staaten. Dabei erörtert Augustinus einige Debatten und Fragen, wie z.B. symbolische und buchstäbliche Interpretationen alttestamentlicher Geschichten, wie die Propheten des Alten Testament auf Jesus Christus hindeuteten, und wie Jesus Christus ihre Prophetien erfüllt hat. Schliesslich gibt uns Augustinus das wundervolle Bild eines durch Christus gezierten Lebens, welches diejenigen durch den Glauben haben, welche Christus als Bürger Seines Staates auserwählt. Augustinus zeigt uns, wie die Gnade Christi Seine Auserwählten aus dem weltlichen Staat herausnimmt, während Er ihnen die Kraft gibt, sich umso mehr um die Bürger des weltlichen Staates kümmern (so wie sich die Christen Roms während der alarichen Invasion um die Ungläubigen kümmerten).
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Januar 2013
Sehr lesenswert. Lehr- und aufschlussreich. Vor allem jeder Christ und Bibel-Liebhaber sollte es mit Gewinn lesen dürfen.

Die Seitenangabe von 1712 Seiten in der Beschreibung ist nicht korrekt. Es sind 1018 Seiten, dazu die 2. Auflage 2011.

In vielen Fällen eine u. a. getreue und gelungene Auslegungsschrift zur Bibel. "Prüft aber alles, das Gute behaltet!" (1 Thessalonicher 5,21)

Zitat(e): "Endlich ist noch ein Grund, um deswillen auch über die Guten zeitliche Plagen verhängt werden, nämlich der des Hiob:
Der menschliche Geist soll erprobt und sich darüber klar werden, ob seine Kraft frommer Hingabe groß genug ist, Gott ohne Lohn zu lieben." ...(S. 18) "Nicht was, sondern wie jeder leidet, darauf kommt es vor allem an. Denn vom gleichen Lufthauch berührt, lässt der Kot abscheulichen Geruch, das Salböl lieblichen Duft aufsteigen." (S. 14) ...
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Juni 2014
Leider sehr viele Seiten - ich habe erst ein Drittel geschafft. Augustinus wehrt sich gegen die Unterstellung der Heiden, dass die Plünderung Roms durch die Westgoten (14.8.410) den Christen anzulasten sei, weil diese die alten Götter Roms so sehr beleidigt hätten, dass die Götter die Stadt nicht mehr beschützt hätten. Augustinus weist seinen Widersachern zunächst nach, dass in früheren Zeiten Rom allen guten Schutzgöttern zum Trotz immer wieder schlimme Niederlagen erleiden musste. Und dann führt er diese heidnischen Götter vor. Das ist äußerst vergnüglich zu lesen, wie Augustinus süffisant beschreibt, wie all diese Götter nur für bestimmte - zum Teil winzig kleine - Aufgabenbereiche zuständig sind und sich gegenseitig im Weg stehen. Was die großen im Staatskult verehrten Götter anbetrifft, so sind die mit ihren unsittlichen Unternehmungen beschäftigt, die sie auch noch wünschen, in den volkstümlichen Theatervorstellungen vorgeführt zu bekommen. Klar, dass solche Götter keinen Schutz bieten können - das kann nur der eine wahre Gott.
11 Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. März 2016
Augustinus hat sein Werk "Vom Gottesstaat" ganz bewusst in seine Zeit gestellt und als Verteidigung des Christentums gegen Vorwürfe konzipiert, dieses sei schuld am Untergang des Römischen Reiches. Hierzu holt er weit aus und erläutert - vom Beginn der Menschheit bis zum Ende nach der Wiederkunft Christi - anhand einer Auslegung vielfältiger Bibelstellen, warum das Reich Gottes gegenüber dem Schicksal weltlicher Reiche indifferent ist. In diesem Gesamtplan bildet der konkrete Ausgangspunkt eigentlich nur den Anlass, die Überlegenheit des Christentums auch in weltlichen Dingen gegenüber konkurrierenden Religionen und Weltanschauungen aufzuweisen. Vor allem der Philosophie und hier allem voran Platon zollt Augustinus immer wieder Respekt, sieht diesen aber doch an die ihm selbst durch seine Auslegung der Heiligen Schrift vermittelten Einsichten nicht heranreichen.
Für den heutigen Leser ist vieles kaum noch nachvollziehbar. Insbesondere wenn Augustinus sich sehr eingehend mit von zeitgenössischen Kritikern des Christentums angeführten Vorwürfen auseinandersetzt, fehlt bereits das Verständnis für den Angriffspunkt, weshalb zwar die Verteidigung durch Augustinus gelingt, aber der Eindruck bleibt, sich mit überholten Fragen beschäftigt zu haben. Natürlich ist dies ein Einwand, der in die Zeit des Augustinus zurückprojiziert wird und deshalb ihm gegenüber nicht wirklich erhoben werden darf - auch wenn er seinem Werk ewige Wahrheitserkenntnis unterstellt haben wird. Als Leser im 21. Jahrhundert kann man dies aber auch nicht ignorieren. Zumindest ist es ein wesentlicher Grund, warum das Werk doch sehr langatmig und wohl kaum an einem Stück lesbar ist. Wer die Kerngedanken erfassen will, kann auf die vielfältigen Zusammenfassungen in gängigen Überblickswerken zurückgreifen. Die vollständige Lektüre des Originals wird zumindest dem interessierten Laien keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn verschaffen.
All dies soll die Großartigkeit des Werkes nicht schmälern. Seine Wirkgeschichte spricht für sich selbst und ohne Zweifel bildet das vor allem in diesem Hauptwerk zu Tage tretende Denken des Augustinus auch heute noch für so manchen eine vielleicht mehr unbewusst als bewusste Grundlage des eigenen Denkens. So scheint mir eine Parallele zur Argumentationsweise von Kardinal Ratzinger / Papst Benedikt besonders augenfällig: beide gehen keinem ihnen bekannten Einwand gegen das Christentum aus dem Weg, beide argumentieren rational, am Ende erledigen beide die verbleibenden Zweifel mit dem Argument der nur für den Glauben einsichtigen Allmacht Gottes. Auch dies ist nicht als Kritik gemeint, da auch die Kritik hier an ihr Ende kommt. Es ist nur ein erstaunlicher Beleg für die fortwirkende Relevanz Augustinischen Denkens - trotz aller Überholtheit seiner zeitgenössischen Darlegungen im Gottesstaat.
Da diese Rezension die noch in zwei Bänden erschienene 4. Auflage zur Basis hatte, möchte ich abschliessend die beiden dort gegebenen Einführungen von Carl Andresen lobend hervorheben. Sie waren mir eine gute Wegleitung in die doch einige Monate beanspruchende Lektüre.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Februar 2011
Augustinus hat die Ideen seiner Wert- und Glücksphilosophie dem konkreten Leben praktisch nutzbar gemacht in seiner Sozial- und Geschichtsphilosophie, die er in seinem Gottesstaat vorträgt. Er weiß um die Naturhaftigkeit des Staates, kennt die Psychologie der Massen und trägt schon in seiner Definition des Volkes aber auch den »gewillkürten« Faktoren in aller sozialen Entwicklung Rechnung. »Volk ist die Masse vernünftiger Wesen, die zusammengehalten wird durch die einträchtige Einheit im Wollen seiner Ziele« (De civ. Dei XIX, 24). Aber auch hier ist er wieder gegen den subjektiven Willkür- oder Machtwillen und baut seine Sozial- und Geschichtsphilosophie auf dem Ordnungsgedanken. Der Machtstaat, der der Gerechtigkeit den Abschied gegeben hat, ist von einer Räuberbande nicht mehr verschieden (a. a. O. IV, 4). Menschen und Staaten sind für Augustin Wille, aber sie müssen genormter Wille werden.
Diesen Gesichtspunkt dehnt Augustus auf das Gesamt der Weltgeschichte überhaupt aus. Ihre Sozialgebilde können sein: Gottesstaat oder Erdenstaat. Diese Gegenüberstellung fällt nicht zusammen mit Kirche und weltlichen Staaten, sondern meint die Gemeinschaften nach dem Willen Gottes oder gegen ihn, Gemeinschaften der Ordnung oder des Chaos, der Idealität oder der Begierlichkeit. Die Kirche kann auf dieser oder jener Seite stehen, je nachdem; ebenso der weltliche Staat. Der Erdenstaat (civitas terrena) mag also vielleicht auf irgendeiner menschlichen Ordnung aufgebaut sein, er mag eine großartige Organisation darstellen, mag vieles leisten, wenn aber sein ganzes Wesen bei den Gütern dieser Erde stehenbleibt und sie selbst schon genießt, statt sie nur zu gebrauchen zu einem höheren Ziel jenseits nur menschlicher Begehrlichkeiten, zu einem Ziel, das in Gott liegt, dann ist er auch nur von dieser Erde, ist im Grunde Unordnung und seine Werte sind in Wirklichkeit nur Blendwerk. Der Gottesstaat dagegen besteht aus Menschen, die sich der ewigen Ordnung Gottes fügen. Sie liefern sich nicht den äußeren Dingen aus, um sie oder sich selbst zu genießen, sondern leben in und aus Gott eine ideale Ordnung, durch die die Welt und der Mensch zum Frieden findet und zur Sabbatruhe Gottes.
Es ist der Sinn der Weltgeschichte, dass diese beiden Staaten miteinander in Widerstreit liegen. In geistreichen Ausführungen zeigt Augustinus an den ihm bekannten Beispielen der Weltgeschichte des alten Bundes und des griechischen und römischen Reiches, wie die Macht des Guten ständig kämpfen muss mit den Mächten des Bösen. Er betätigt dabei eine hellsichtige Kritik, die sich nicht blenden lässt von dem äußeren Schein vieler Werke der alten Kultur, sondern sie häufig als glänzende Laster zu enthüllen weiß. Wie immer aber auch die Stadien der Auseinandersetzung zwischen Licht und Dunkel in der Weltgeschichte sich im einzelnen gestalten mögen, die societas terrena oder diaboli wird untergehen und siegen wird die civitas Dei. »Denn unsterblich ist das Gute und der Sieg muss Gottes bleiben.«
Es ist bekannt, dass Augustins Ideen stark die Römische Kirche beeinflussten. Sie haben die Stellung der Kirche zur weltlichen Macht bestimmt und sie zu einer Position verholfen, die entgegengesetzt zur Lehre des Begründer des Christentums ist. Und vermutlich auch entgegengesetzt zu dem was Augustin beabsichtigt hätte.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. November 2014
Bin noch am Anfang des Buches. Finde es aber wichtig in der abendländischen Geistesgeschichte. Man darf es nicht - der Titel verführt dazu - mit der Shariah des Islams verwechseln.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. März 2016
Ratsam für diejenigen die sich mit Politischer Philosophie beschäftigen.
In religiöser Hinsicht ist das Buch zu subjektiv, gesehen seitens Augustinus
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken