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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
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3,9 von 5 Sternen
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am 27. Mai 2017
So ab vierzig kennen wir das: Kindheit, Jugend, Studienjahre schrumpfen zu einem Set an Vignetten, die Erinnerung "spuckt uns immer wieder denselben Stoff aus". Über eine Verkettung von Umständen, wird Tony Webster mit seiner Vergangenheit und seinem früheren ich konfrontiert. Schnell bröckelt das Narrativ, auf dem die Sicherheit seiner späten Jahren nach einem recht durchschnittlichen Leben ruht. Bezugsfiguren wie ein Jugendfreund oder seine Geliebte während des Studiums beginnen zu changieren, seine bequemen Zuweisungen und abschließenden Urteile zu ihnen - und damit seine eigene Identität - verlieren die scheinbar gesicherten Konturen.

Julian Barnes "Vom Ende einer Geschichte" ist am Beginn ein Genuss, in der Mitte ein stilistisch und dramaturgisch routiniert geschürtes Versprechen, welche das Ende nicht einlöst.Für mein Gefühl beginnt der Erzählfluss ausgesprochen dicht, arbeitet im Verlauf der Geschichte aber immer mehr mit Füll- und Streckmaterial, um LeserInnen noch und noch ein paar Seiten auf die Folter zu spannen. Gegen Ende ist das Verhalten der Figuren kaum mehr als plausibel zu akzeptieren. Festzuhalten bleibt aber: Julian Barnes ist ein kluger Geschichtenerzähler und souveräner Stilist. Und die Geschichte bietet ausreichend Substanz, um mich in ein inspirierendes Nachdenken über die "Co-Worker" persönliche Erinnerung und persönliche Identität zu locken.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Dezember 2011
Wenn ein Buch den bekannten Booker Prize erhält, dürften daran hohe Erwartungen aber auch Neugierde verknüpft werden, was sich an Thema, Schreibstil und Thematik dahinter verbirgt. Julian Barnes, ein für mich bis dato unbekannter Autor, lässt eine Lebensreflektion vor den Augen des Lesers aufsteigen, angesichts dem Suizid eines ehemaligen Jugendfreundes. Tony Webster der Hauptprotagonist, reflektiert über seinen Jugendfreund Adrian, der sich das Leben nimmt. Ein gelebtes Leben, wird noch mal zurückerinnert, Tony erinnert sich an Jugendtage, erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, zerbrochenen Beziehungen, einer gescheiterten Ehe, der ersten Liebe. Ein Buch, das wie eine Verflüchtigung erscheint, mit vielen feinen Nuancen, Lebenszeichnungen und Andeutungen aufwartet, denen man deren Tiefgründigkeit nicht wirklich ihre Dimension einzuschätzen vermag. Fast so, als ob man die Absicht des Buches nicht wirklich begreifen, sondern nur erahnen würde, wie ein unsichtbares sensibles Wesen, das eher vor dem Leser flüchtet als da bleibt und konfrontiert..

Wirklich gepackt und überzeugt hat mich dieses preisgekrönte Buch nun wirklich nicht. Eine anspruchsvoll, nachdenklich machende Lektüre, die den Leser in die Vergangenheit eines gelebten Lebens führt, Fragen zu Selbstbild aber auch Selbsttäuschung aufwirft, beizeiten irritiert, aber auch durch die eigene Reflektion erkenntnis suchend, die vergangene Lebensatmosphäre abzutasten scheint. Tony ist ein Beziehungsgescheiterter, der zwar nochmal bemüht ist, zu seinen vergangenen Frauenbeziehungen Veronika, seiner ersten Jugendliebe und Margaret, seiner von ihm geschiedenen Frau innerlich wie noch mal näher zu kommen, dabei aber nicht wirklich erfolgreich ist. Dass bei realisierter Selbsttäuschung eine gewisse Irritation zu Stande kommt, dürfte dabei kaum erstaunen. Tod, Vergänglichkeit, Suizid und Lebensaufgabe, Ungewolltes, (wie etwa eine ungewollte Schwangerschaft) Lebensströmungen und Erinnerungen an die eigene Lebenszeit, der Beschäftigung des einstigen Jugendfreundes, wo man noch jung war, scheinen wie ineinander zu fliessen. Obwohl ich es interessant fand zu lesen, gut geschrieben ist, kann ich die hier veröffentlichte Begeisterung nicht teilen, vielmehr empfand ich diese Lektüre in gewissem Sinn verflüchtigend, mich hat es dennoch, nicht wirklich begeistert, Booker-Preis hin oder her...
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Es geht im Wesentlichen um eine Lebensbilanz, und zwar um eine mindestens gedanklich fatale. Fatal insofern, als dass sich der Held, Tony Webster, letztlich entscheidende Irrtümer eingestehen muss. Und das nicht etwa, weil er stumpfsinnig, gar kaltherzig oder ignorant wäre. Nein, im Gegenteil, dieser Mensch ist klarsichtig und eigentlich empfindungsstark, was ihn allerdings nicht davor feit, seinen eigenen Konstruktionen über Welt und Mitmensch in die Falle zu gehen, eben mit der Folge, dass er sich irrt und mindestes sein erwachsenes Leben auf falschen Prämissen baut. Gewissermaßen geht es also um eine „Unschärferelation“, die uns vertraut ist: Im Akt unseres beständigen Wahrnehmens und vor allem Urteilens verändern wir subjektiv das, was wir allzu kurzschlüssig für objektiv halten.

Wenn das gekonnt beschrieben ist, lieben es die Leser. Es gibt dafür große Beispiele, Max Frischs „Homo Faber“ etwa oder die den Leser in schwierige Perspektiven und wiederum Irrtümer einstrickenden Bücher von Javiar Marias.

In konsequenter Ich-Perspektive, bei einer Lebensbilanz unumgänglich, wird zunächst rückschauend die Freundschaft begabter Schüler beschrieben. Zu einem Dreiergespann tritt ein Vierter, ein Neuer, Adrian, dessen philosophisch dichte Unterrichtsbeiträge über die süffisante Altklugheit der anderen hinausweisen und selbst die Lehrer berücken. Vom Englischlehrer provokant nach dem Sinn des Lebens befragt, verweist dieser sinistre Adrian etwa so konsequent mythisch wie freudianisch auf „Eros und Thanatos“, also auf Liebe resp. Sex und Tod, in der Geschichtsschreibung erkennt er die „Summe der Lügen der Sieger“; aber für die Aussage des Buches dürfte mehr noch von Belang sein, dass er meint, Geschichte wäre die „Gewissheit, die dort entsteht, wo die Unvollkommenheiten der Erinnerung auf die Unzulänglichkeiten der Dokumentation treffen.“ – Dies alles aus dem Munde des bewunderten stillen Genies Adrian, Sätze also, die einem Schüler, selbst als literarische Figur, kaum abzunehmen sind, ebensowenig wie sein später Camus’ philosophische Freiheits- und Verantwortungsbegrifflichkeit zitierender Selbstmord, nachdem er, Adrian, doch so erfolgreich alles erreicht zu haben schien.

Tony, der Ich-Erzähler, hat sein Leben jedenfalls recht bürgerlich und also eher mittelmäßig gelebt; seine Ehe mit Margaret ist gescheitert, obwohl die beiden miteinander vertraut bleiben. Er verwirklicht sich als glatzköpfiger Pensionär in einem Ehrenamt, als ihn ein Testament aufstört: Die Mutter seiner enervierenden Jugendliebe Veronica nämlich vermacht ihm das Tagebuch des verklärten Jugendfreundes Adrian, der ihm zum einen Vorbild war und dem er zum anderen schmerzlich seine Veronica als Frau übergab, was ihn offenbar schlimm kränkte, fühlte er sich doch selbst von Veronica stets auf Distanz gehalten. Also riss er sich in einem echauffierten Brief an beide zu allerlei Schmähungen hin und wünschte deren Beziehung alles Schlechte.

Tony möchte sich unbedingt in den Besitz des ihm überschriebenen Tagebuchs des einstigen Freundes, Konkurrenten und Selbstmörders bringen, weil er sich daraus allerlei wesentlichen Aufschluss erhofft. Der Weg dorthin führt aber nur über die neuerliche Konfrontation mit Adrians Witwe Veronica, die ihm, Tony, schon immer Grenzen aufzeigte und deren innere Distanziertheit in früher kränkte. Kurz: Alles, was sich Tony im Zusammentreffen mit seiner einstigen Jugendliebe zusammenreimt udn was er für genauste Aufschlüsse hält, stellt sich letztlich als völlig verkehrt heraus; und von diesen Missdeutungen, die auf seine eigene Ignoranz zurückgehen, wird Tony aufs Entscheidendste für den Rest seines Lebens belehrt.

Er hat verstanden: „Was wusste ich schon vom Leben, ich, der so vorsichtig gelebt hatte? Der weder gewonnen noch verloren hatte, sondern das Leben einfach geschehen ließ? Der die üblichen Ambitionen gehabt und sich allzu rasch damit abgefunden hatte, dass sie sich nicht erfüllten? Der Verletzungen aus dem Wege ging und das Überlebensfähigkeit nannte? Der seine Rechnungen bezahlte, sich möglichst mit jedermann gut stellte, für den Verzückung und Verzweiflung bald bloße Worte waren, die er einst in Romanen gelesen hatte? Ein Mensch, dessen Selbstvorwürfe nie wirklich schmerzhaft waren? Ja, über all das musste ich nachdenken, während ich eine besondere Art der Reue empfand: den Schmerz, der am Ende einem Menschen zugefügt wird, der immer zu wissen glaubte, wie man Schmerzen vermeidet – und der ihm aus ebendiesem Grund zugefügt wird.“

Also ein alltagsphilosophisches Buch. Ja, durchaus konstruiert wirkend, eher aus dem Nachdenken als aus dem Leben selbst kommend, beschwert mit dem Nachsinnen über Verantwortung, Schuld, Reue, Schmerz. Viel wird darüber meditiert, was man in der Jugend und im Unterschied dazu im Alter will. Mitunter finden sich auch altersweise Seichtheiten und seichte Altersweisheit und etwas gerontologisch klingende Pointen. Und viel unglücklich frustrierte Masturbation, im engeren wie im weiteren Sinne. Dieser Hang zur Lebensweisheit erinnert freilich eher an Coelhos Klitterungen aus Stoa und Lebensphilosophie als an Schopenhauer. Das meint hier: Alles bleibt doch sehr beschaulich. Keine Katastrophen, vielmehr erstauntes, aber mildes Resümieren. Im Sinne des großen Kopfschüttelns über ein verstrichenes Leben, in dem man irrtümlich meinte, richtig zu liegen.

Typische Bestsellerliteratur. Also sehr gut zu lesen, nur etwas, nun ja, gefällig.
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am 4. Juli 2014
"Das letzte Bild habe ich nicht wirklich gesehen, aber am Ende ist das, was man in Erinnerung behält, nicht immer dasselbe wie das, was man beobachtet hat."

Tony Webster denkt über sein Leben nach, reist in der Zeit zurück bis zu seiner Schulzeit, der Zeit, in der Adrian Fynn in seine Klasse gekommen ist und sich ihm und seinen beiden Freunden anschloss, aus dem Dreier- in Vierergespann machte. Oder haben sich die drei Adrian angeschlossen? Wer war Ziehender, wer Gezogener? Die Geschichte scheint nicht so eindeutig, wie man sie gerne hätte. So oder so veränderte sich mit Adrian vieles im Leben der Jugendlichen.

Neben der Ausbildung, den Auseinandersetzungen mit Geschichte, Literatur und vielem mehr, was den Weg Jugendlicher säumt, spielen Sex und mögliche und unmögliche Beziehungen eine grosse Rolle im Leben der drei.

Nach der Schule trennen sich die mehrheitlich – bis eines Tages die Nachricht von Adrians Selbstmord die drei ereilt und neue Fragen aufwirft. Allen voran immer wieder die nach der eigenen Erinnerung, nach dem, was man eigentlich vom eigenen Leben weiss und wissen kann.

Auf sehr engem Raum entwickelt Julian Barnes eine tiefgründige Geschichte, die nachdenken lässt, mehr Fragen als Antworten liefert, Abgründe menschlichen Seins und Tuns offen legt. Ein packendes Buch, ein tiefes Buch, eines, das man lesen möchte, immer wieder innehält, in Gedanken versinkt, weiter liest und am Schluss ergriffen ist, weil die Geschichte nach der letzten Seite noch nicht zu Ende ist – zumindest nicht die eigene Auseinandersetzung damit.

Fazit:
Nachdenklich, dicht, sprachlich und inhaltlich packend. Sehr empfehlenswert.
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am 29. September 2013
Vom Ende einer Geschichte erzählt eigentlich darüber, wie wir unsere Vergangenheit in unserer Erinnerung wahrnehmen, welchen Verzerrungen diese Erinnerungen unterworfen sind - bewußten und unbewußten. Dem Protagonisten Tony wird eines Tages das Tagebuch seines alten Schulfreundes Adrian vermacht, der sich vor vielen vielen Jahren umgebracht hatte. Und so beginnt Tony, seine Vergangenheit und die menschlichen Beziehungen, die ihn mit dem Verstorbenen verbanden, aufzuschlüsseln. Und vor allem beginnt er, die Brüche wahrzunehmen, die letztendlich nur in der Spiegelung unseres Lebens durch unsere ehemaligen Weggefährten erkennbar sind...Ein meisterhafter kleiner Roman.
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am 3. April 2017
Tony ist mittlerweile ein alter Mann, aber in seiner Jugend war Adrian sein wichtigster Freund. Sie haben sich vor Jahrzehnten aus den Augen verloren und Tony kann nur immer wieder seine Erinnerungen auffrischen. Bis er genau diese hinterfragen muss.

Im Nachhinein ist die Geschichte, die Barnes erzählt, nicht besonders komplex und vielleicht auch nicht unglaublich außergewöhnlich. Im Nachhinein war alles schonmal da. Aber Barnes etabliert eine Wahrheit, die er dann langsam dekonstruiert und ich kann nicht anders, weiterzulesen, weil ich doch wissen will, was die andere Wahrheit ist.
Barnes füllt diese kurze Geschichte mit Gedanken und Reflexion, erzählt die Anfänge von Tony und Adrian aus Tonys Sicht und überspringt dann knapp 40 Jahre, um dann den Anfang auseinanderzunehmen. Ich mochte viele der Gedanken, viele Sätze hätte ich mir anstreichen können. Aber manchmal fällt er in den Ton eines belehrenden alten Mannes, der sich anhört, als ob er alles weiß. Ironisch, weil es ja gerade darum geht, dass er nicht alles weiß.
Das Buch lebt von seiner Atmosphäre, von seinen Gedanken, von seinen Worten. Gelesen habe ich es, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Und ich habe es sehr gern gelesen.
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am 8. März 2016
Eine exzellente Geschichte über die Erinnerung und wie sie die Realität verklären kann. Tieftragisch und dennoch belebend, da die Geschichte einen dazu bringt seine eigene Vergangenheit zu hinterfragen. War es wirklich so, wie ich es meine? Eine Frage, die sich nie mehr beantworten lässt. Eine Geschichte mit Tiefgang. Sensationell!
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am 10. Februar 2017
Anfangs ( im Teil eins) war dieses Buch sehr schön und spannend. Aber danach wurde es elendiglich langweilig - und für mich eher abstoßend. Was soll das sein? Eine Geschichte von einem Stalker oder was?
Von Barnes habe ich schon wesentlich Besseres gelesen - dies hier wanderte nach Lektüre umgehend in die blaue Tonne.
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am 28. November 2014
England in den fünfziger Jahren: Zwischen Intellektuellen-Diskussionen und ersten Vorstößen in der Liebe in einer Ära der noch dominierenden Prüderie und Keuschheit entspinnt sich eine Dreiecksgeschichte. Der brillante und etwas undurchschaubare Adrian wird von der schönen Veronica erwählt, nachdem sie mit dem Ich-Erzähler Tony eine kurze, oberflächliche Affäre hatte. Adrian, ein korrekter Mensch, bittet ihn in diese Verbindung einzuwilligen. Er schreibt einen neckischen Brief zurück und hakt die Geschichte ab. Ein Kind wird geboren, wenig später begeht Adrian völlig überraschend Selbstmord. Die Motive bleiben unklar.

Als Tony, im England der Gegenwart, nach dem Tod von Veronicas Mutter ein Tagebuch erbt, das sich als vergifteter Pfeil erweisen wird, erhebt die Geschichte von damals sich aus der Versenkung. Lange Zeit weigert sich Veronica, Tonys Wunsch nach einem privaten Treffen nachzukommen. Nach und nach wird klar, warum: Er hat keine besonders rühmliche Rolle gespielt bei der vermeintlich harmlosen Dreiecksgeschichte von einst. Und dann kommt noch ein behindertes Kind ins Spiel, das offenbar mit der ganzen Geschichte von damals etwas zu tun hat...

Der meisterhafte Roman von Julian Barnes beschäftigt sich auf raffinierte Weise mit dem menschlichen Gedächtnis und nährt im Leser die beängstigende Erkenntnis, dass alles in Wahrheit ganz anders gewesen sein könnte, als man es abgespeichert hat. Virtuos spaltet Barnes erinnertes und erinnerndes Ich, die zwei in der Erzähltheorie unterschiedenen Seiten des Ich-Erzählers, auf, um aus den Diskontinuitäten und Inkongruenzen zwischen beiden eine packende Erzählung zu schmieden. Das alles in kristallklarer und schnörkelloser Sprache und bescheidener Konzentration auf die kleine und doch beklemmend vielschichtige Geschichte – ein Kleinod der zeitgenössischen Literatur!
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am 4. Januar 2017
Reflexion eines Lebens, Prüfung der Erinnerungen. Eigentlich besteht das ganze Buch aus Fragen: Was ist mein Leben wert? Hat sich das alles gelohnt, die Hoffnungen, das Streben, die Kompromisse, die Kämpfe, die Abschiede, die Neuanfänge? Können Fehler wiedergutgemacht werden? Können Täuschungen entlarvt werden? Bleiben wir im Grunde dieselben? Können wir überhaupt lernen, das Richtige zu tun?
Wer die Analyse einer Lebensgeschichte interessant findet, wird das Buch sicher bis zur letzten Seite zufrieden und angeregt lesen. Sprachlich ein einziger Gedankenfluß, von Gertraude Krueger wunderbar übersetzt, soweit bin ich mit den "offiziellen" Rezensenten einig. Ich war allerdings nach spätestens der Hälfte leicht gelangweilt: Aktion findet kaum statt, doch das ist ja weder Ziel noch Mittel des Ich-Erzählers, also vermutlich mein Fehler - vielleicht nicht die richtige Stimmung für DIESES Buch.
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