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Verbannung nach Helgoland - Reich und glücklich ohne Politiker Gebundene Ausgabe – 1. September 2004

5.0 von 5 Sternen 4 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Klappentext

Politiker nerven, nicht erst seit Hartz IV oder der letzten BILD-Kampagne zu ihren üppigen Diäten. Was einst unter „Politikverdrossenheit“ verhandelt wurde, ist längst anerkanntermaßen nur ein Politiker-Überdruss. „Deshalb müssen wir sie schlichtweg abschaffen“ heißt die auf den ersten Blick sehr simple und populistische Konsequenz, die der Journalist Timo Rieg daraus zieht. Doch er belässt es nicht bei markigen Worten, auch wenn der Buchtitel „Verbannung nach Helgoland - Reich & glücklich ohne Politiker“ viel Boulevard erwarten lässt. Er hat sehr konkrete Vorschläge: von der Reanimation der „Planungszelle“, einem Modell von Professor Peter Dienel, bis zur echten Aktiengesellschaft Deutschland. Bekannte Elemente der direkten Demokratie nimmt der Autor dabei im Schweinsgalopp kurz mit, ohne sich darin langwierig zu ergehen. Der Schwerpunkt der „Verbannung nach Helgoland“ liegt denn auch in der Sachargumentation: Anhand intimer Details aus dem Prozess der Gesundheitsreform, mit unterhaltsamen Analysen des Arbeitsmarktes oder der Bildungspolitik zeigt der Autor, dass „mit Politikern kein Staat zu machen“ sei. Politische Entscheidungen von Lokalpolitikern aus Datteln oder Freiburg werden dabei ebenso ad absurdum geführt wie Gesetzgebungen des Bundestags. Gewagt ist sicherlich die Vielschichtigkeit, in der das 320-Seiten-Buch angelegt ist: Zwischen Satire, Polemik und ganz realen Zitaten liegt weniger als eine Zeile. Was ernst gemeint ist und wo Übertreibung Stilmittel ist, wird der Aufmerksamkeit des Lesers anheim gestellt. Auch wenn der Autor Timo Rieg bisher wenig mit politischen Schriften in Erscheinung getreten ist, ist er kein Newcomer. Seit 1992 veröffentlicht der 34-jährige Diplom-Journalist und Diplom-Biologe Bücher, schreibt für Zeitschriften und Tageszeitungen. Provokation mit Quergedachtem gehört dabei offenbar zu seinen Leidenschaften. So brachte er vor fünf Jahren mit seinem Buch „Mehr Kirche“ vor allem protestantische Diskussionen gehörig durcheinander, weil er inmitten von Spar- und Kürzungsverhandlungen Wachstum forderte - allerdings verbunden mit radikalen Veränderungen: Abschaffung des Beamtenstatus, Selbstbestimmungsrecht für Jugendliche und keinerlei Geheimniskrämerei von Leitungsorganen gegenüber der Basis. Seine Grundideen von Freiheit und Mindest-Sicherung finden sich auch in „Verbannung nach Helgoland“ wieder. Weil Timo Rieg wenig belehrt und dafür um so mehr politisch Verqueres zeigt, bleibt mit Sicherheit am Ende eine Erkenntnis: Links oder rechts, das ist nicht mehr die Frage, mit deren Beantwortung Probleme gelöst werden könnten. Die Frage heißt: Welche Alternative haben wir zum Politik-Establishment, das uns all die Probleme eingebrockt hat?

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Timo Rieg, Jahrgang 1970, ist Journalist. Nach den üblichen kindlichen Romanversuchsverirrungen trat er das erste wichtige publizistische Amt mit 14 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr an. Die gesundheitlich strapaziöse Phase, bis heute von keinem Politiker ins steuerliche Visier genommen, endete sechs Jahre später mit einem Enthüllungsbericht von einem nächtlichen Einsatz auf dem ortsangrenzenden US-Militärgelände, wofür sich sein Brandhauptfeldwebel beim Innenministerium entschuldigte und beim Autor mit einem Adieu bedankte. Die zwischenzeitlich begonnenen Karriere als Gründer und Leiter einer humanistischen Schülerzeitung endete nach zwei Jahren mit einem Deal. An der neuen Lehranstalt erfolgten nur noch sporadische Schreibsubversionen, derweil die kommerzielle Betätigung für die meinungsführende Lokalpresse stetig wuchs und trotz anderslautender Versprechungen diverser stark angepisster Vorsitzender singender und kleintierzüchtender Vereinigungen nicht das letzte geschriebene Wort bleiben sollte. Während des Biologie- und Journalistikstudiums Betätigungen u.a. für epd, SZ, Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, Welt, FAZ Hochschulanzeiger, unicum, während des NRZ-Volontariats auch für die NRZ. Vom ersten Revolutions-Buch "Artgerechte Jugendhaltung" (1992) sollen heute noch sammlerwertsteigernd gefüllte Kartons bei befreundeten Direkt-Vermarktern lagern. Dem diskursiver angelegten zweiten Werk "Über Leichen zum Examen" waren immerhin zwei erfolgreiche Auflagen vergönnt, bevor die Universitäten von restentpolitisierten Schülern okkupiert wurden. Daher Gesinnungsaustausch und Autorenschaft marktgängiger Bücher.

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Format: Gebundene Ausgabe
Was tut dieses Buch? Es setzt - Einen Rundumschlag gegen Berufspolitiker, Juristen und ihre Maßnahmen zur Selbsterhaltung. Es leuchtet ein, dass mit einer Batterie von Ganztagspolitikern nicht an ein Klima größter Produktivität zu denken ist. Es vertritt unkonventionelle Sichtweisen zu brisanten Themen der letzten Zeit: Das immer wieder bis zur Resignation diskutierbare rechte Strafmaß für Klein- und Großkriminelle ist nur ein Beispiel... Das alles in einer Sprache die wachrüttelt und wach hält.
Es pensioniert den guten Glauben an ausreichend qualifizierbare Volksvertreter. Sich vertreten sollte daher das Volk selbst. Für jedermann lesenswert, der sich minimal für gut (!!!) gemachte Politik interessieren kann und sich von schlechten Beispielen wirksam abschrecken lassen möchte. Vor allem erfüllt wird die Ankündigung in der Unterzeile, eines „Masterplans für alle Stammtische und Kegelclubs": endlich macht es eine basierte Diskussion möglich. Da Bücher solcher Klasse von Stammtischexperten leider selten gelesen werden, gebe ich Stammtischen und Kegelclubs verschlafene 0 und diesem Buch ganze 5 Wachrüttelpunkte.
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Von Ein Kunde am 2. November 2004
Format: Gebundene Ausgabe
Ein eindrucksvoller Einblick auf die dilettantischen Zustände auf der politischen Bühne! Zur Zeit mangelts ja nicht gerade an politischen Büchern; sicherlich sind die anderen auch gar nicht so schlecht, nur leider nicht lesbar, weil trocken und leserfern. „Verbannung..." kann man beim besten Willen nicht als trocken bezeichnen, T. Rieg skizziert lebendig und mit vielen tragikomischen Fällen aus der Realität die Absurditäten unseres Landes, an denen natürlich größtenteils diverse Politiker schuld sind. Zusammenfassend kann man sagen: Es ist schon ein Politiker-Hasser-Buch. Bei dem manchmal logische Lösungsansätze nahtlos in Polemik und Satire übergehen. Sozusagen der Punk unter den politischen Büchern. Für solche Ausnahmeerscheinungen: volle Punktzahl!
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Format: Gebundene Ausgabe
Der (mutmaßliche) „Wille des Gesetzgebers" ist eine Formel, mit der man im Jura-Studium auch grobe Unsinnigkeiten eines Gesetzes auszubügeln lernt. Der Autor zeigt anhand aktueller Beispiele auf, wie eine Berufsgruppe in unserem Land den Kurs angibt. Ob im Parlament, der Verwaltung oder den Gerichtssälen: Juristen bestimmen mit zwingender Logik alles was Recht ist. Ein Missverständnis unter vielen, meint der Autor: Denn wer kann schon gewollt haben, dass sich Politik - als Kunst des Machbaren - heute im Verwalten erschöpft und dass über die Verwendung unserer Steuern die jeweils stärkste Lobby entscheidet.
Rieg führt den Leser mit Witz und erfrischender Ironie durch den Paragraphendschungel, hinein ins Berliner Polit-Kabarret. Die "Verbannung" wirft Fragen auf und regt an zum Weiterdenken. Klasse!
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Format: Gebundene Ausgabe
...dies zeigt uns der Autor Timo Rieg sehr deutlich mit seinem Deutschlandbuch. Selten hat mich ein Buch so amüsiert und zugleich nachdenklich gemacht. Im Vergleich zu Steingards "Abstieg eines Superstars" oder Leinemanns "Höhenrausch" ist Riegs Verbannung erfrischend lebendig. Es wirft einen ironisch-satirischen Blick auf unsere politische Führung ohne auf eine sachlich fundierte Recherche zu verzichten. Ob Rentenreform, Arbeitsmarktreform oder der tägliche Paragraphen-Wahnsinn: Rieg zeigt deutlich, dass politische Führung a la Berlin nur zu häufig in der Sackgasse endet und fordert den Bürger auf, wieder selbst zu denken und aktiv zu werden. Mich hat das Buch ganz schön wachgerüttelt: Dafür gibt es 5 Sterne!
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