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VINE-PRODUKTTESTERam 6. Oktober 2006
Wie viele andere Leser auch, griff ich zu diesem Roman, weil mir Tanja Kinkels Werk "Die Puppenspieler" gut gefallen hatte. Wie auch viele andere Leser bin ich von ihrem Buch "Venuswurf" enttäuscht. Die Klappentexte zeigen viel Potenzial der Geschichte um die Zwergin Tertia. Im Mittelpunkt steht eine halb-historische junge Frau, anhand der eine historische Persönlichkeit und wichtige Ereignisse im Leben derer dargestellt werden. Somit ist das weibliche Geschlecht der Dreh- und Angelpunkt dieses Romans, was ein sehr ansprechender Gesichtspunkt ist! Tertia wird von ihren Eltern als Sklavin verkauft und gelangt hierdurch zu Lycus, einem Freigelassenen von Aemilius Paullus - dem Ehemann der Enkelin Julilla von Augustus. Lycus lässt "seine" Zwergin durch seine Gaukler ausbilden und Tertia (die dort schon Andromeda nennt) lebt für einige Zeit im Bordell von Lycus. Man erfährt viel über das Leben in der Suburba und über das römische Leben abseits von Politik und Militär. Durch Glück - im Roman wird dies der Venuswurf - gelangt sie in die Dienste von Julilla. Sie verstrickt sich in die undurchsichtigen Machenschaften der Julier. Und genau hier geht der Handlung viel Spannung und Esprit verloren. Die Autorin schafft es leider nicht die Familienverhältnisse der Julier und Claudier übersichtlich und verständlich näherzubringen. Ich habe oft im Anhang den Stammbaum von Augustus studiert und habe trotzdem nicht durchgeblickt wer zu wem in welchem Verhältnis steht. Auch die Zwergin erfährt hier in ihrer charakterlichen Entwicklung einen seltsamen Stopp. Zwar erwirbt sie neue Fähigkeiten wie Schreiben, aber sie verliert einen Teil ihrer eigenständigen, individuellen und damit realistischen Darstellung. Sie wird zu einem Werkzeug der Autorin um Ereignisse um Julilla darzustellen. Erwähnenswert allerdings ist der Schluss. Dieser ist mit dem Roman stimmig und rundet das Gelesene hervorragend ab - nicht wie bei "Die Puppenspieler".

Insgesamt war dieses Buch eher enttäuschend und eingefleischten Fans von historischen Romanen nicht uneingeschränkt zu empfehlen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 24. September 2006
Venuswurf schildert die Stadt Rom vor 2000 Jahren aus der Sicht einer Sklavin, die vom Lande in die Riesenmetropole gebracht wird. Um diesem nicht gerade neuen Ansatz etwas mehr Originalität zu verleihen, handelt es sich bei der Hauptperson um eine Zwergin, die in eine Gauklertruppe gesteckt wird (eine Perspektive, die K. Robinson so ähnlich bereits in ihrem Roman 'Dominicus' gewählt hat).

Damit erleben wir jedoch das Intrigenspiel, in das die Kleinwüchsige gerät, aus einer Sicht, die stets eine Barriere zwischen der Heldin und dem Rest der handelnden Personen entstehen lässt. Man weiß: Ganz gleich, was passiert, Tertia/Andromeda wird nie ein vollgültiges Mitglied dieser römischen Gesellschaft sein können – und damit fällt auch ein entscheidendes Spannungsmoment weg, da allzu vieles a priori nicht möglich ist. Meiner Ansicht nach ein wesentlicher Grund, warum viele Leser den Roman als emotional distanziert erlebt haben.

Grundsätzlich positiv fand ich die sehr fundierte Recherche der Autorin, die zahllose Details des römischen Alltagslebens vor der staunenden Zwergin (und den Lesern) ausbreitet, obwohl das Buch dadurch streckenweise fast wie ein Reise- und Sittenführer wirkt (und auf S. 245 doch der Patzer mit dem Zucker auftaucht, den die Römer eben nicht zum Süßen kannten!!). Auch der Anhang mit Karten (Rom, das Imperium), Preisen und Informationen zum Alltag sowie einem Stammbaum des komplexen Julisch-Claudischen Hauses ist vorbildlich. Hätte Kinkel ein anekdotisch angereichertes Sachbuch schreiben wollen, wäre das eine ausgezeichnete Basis gewesen.

Vermisst habe ich bis ca. Seite 400 dagegen weitgehend die Spannungselemente, die Dramatik und die Choreografie, die einen wirklichen Roman ausmachen. Erst zum Schluss wird man durch Andromedas Eingriff in eine geplante Intrige, die sie zwangsweise schuldig werden lässt, emotional in die Handlung hineingezogen. Aber letztendlich bleibt auch hier die „Außenseiterperspektive“ ein Hindernis – schade, bei der Recherchearbeit und dem Talent der Autorin hätte aus dem Buchkonzept mehr werden können…
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"Venuswurf" klang wieder einmal sehr vielversprechend. Liest sich zugegebener Weise angenehm ist geschichtlich gesehen überladen mit Geschehnissen und Intrigen, die man erst mal verstehen muss, aber - der Funke wollte bei mir lange nicht so recht überspringen.

Gelegentlich verwirrten mich die komplizierten Familienverhältnisse der Julier und Claudier ("im alten Rom") doch mehr, als sie der vermutlich geschichtsträchtig interessanten Handlung dienlich waren. Vor einer Weile habe ich die vielleicht schon etwas veraltete aber dennoch höchst sehenswerte englische TV-Serie "Ich, Claudius, Kaiser und Gott" (produziert von der BBC, nach dem Roman von Robert Graves) gesehen. Tanja Kinkels "Venuswurf" spielt zur ungefähr gleichen Zeit (um das Jahr sieben (n. Chr.). Was ich sagen will: Ich kam mit den von der Autorin geschilderten Familienverhältnissen von Augustus, seinen Kindern und der ganzen Mischpoche nicht richtig gut klar. Einziger Anhaltspunkt war Livia, die Frau des Kaisers und Haupt-Intrigantin über mehrere Generationen Julier und Claudier. Eine Intrigantin erster Güte. Und auf genau jene trifft die Heldin des Romans.

Freilich, die Schilderungen über die Lebensverhältnisse von Sklaven, Huren, Zuhältern, Artisten, Künstlern, Dichtern bis hin zum gewöhnlichen Bürger und schließlich die Macht, der Einfluss und die Intrigenschmiede innerhalb der kaiserlichen Familie werden eindrucksvoll geschildert. Ich habe mir jedenfalls bislang noch nie Gedanken darüber gemacht, wie die Empfängnisverhütung einer Hure ums Jahr Null wohl ausgesehen haben mag. Nun weiß ich es. Und einige andere leckere Details auch.

Unsere Andromeda (ihr Name wechselt im Verlauf der Handlung einige Male) wird sozusagen ins kalte Wasser - "armes kleines Bauernkind gelangt Sklavin nach Rom, wo sie Dinge sieht, die sie sich niemals vorstellen hätte können" - geworfen und macht das Beste aus ihrem Leben. Was wohl auch die "Moral von der Geschichte" ist. Wobei ich im Verlauf der Lektüre lange gerätselt habe, wohin die Reise der kleinen Dame wohl führen mag; will heißen: So ganz klar war mir sehr lange nicht, worauf die Autorin hinaus will. - Drittelchen (so wird sie liebevoll von einem anderen Kleinwüchsigen genannt) erträgt ihr Schicksal brav und tapfer und macht was draus. Insgesamt ist der kleinen Dame das Glück schließlich doch hold und der Venuswurf, um den es schließlich geht - also das "Glück" von Andromeda, oder Tertia, oder Drittel(chen), oder wie sie gerade genannt wird - gelingt ihr gewissermaßen. Aber wie genau die Geschichte ihr mitgespielt hat, das lesen Sie besser selbst. Denn ...

... als "historischer Roman" sticht Tanja Kinkels Venuswurf allerdings positiv aus der Masse an Veröffentlichungen hervor. Eine "Seele" fehlt dem Roman meiner Meinung leider doch.
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am 26. Januar 2009
Mit Begeisterung hab ich Tanja Kinkels Roman Puppenspieler gelesen und mit ebensolcher Begeisterung mich auf Venuswurf gestürzt. Doch leider wurde das Buch meinen Erwartungen in keinster Weise gerecht. Ich habe drei Versuche gestartet um das Buch zu lesen. Doch dreimal bin ich nicht über Seite 80 hinausgekommen.

In dem Buch fehlt leider jede Spannung und zumindest ich hatte das Gefühl, daß die Geschichten oft sehr an den Haaren herbeigezogen und in die Länge gedehnt wurde.

Schade, aber bei dem Buch handelt es sich mehr um eine fiktive Geschichte als um einen geschichtlich wertvollen historischen Roman
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Tanja Kinkels Bücher sind stets gut recherchiert und flüssig zu lesen. Damit gelingt es ihr immer wieder, ihren Lesern ausgewählte geschichtliche Ereignisse oder Epochen nahe zu bringen. Dies gilt auch für Venuswurf. Die Wahl der Perspektive für das vorliegende Buch, die Sicht einer Sklavin, die noch dazu eine Zwergin ist, finde ich sehr geschickt. Das Geschehen wird so im doppelten Sinne von unten betrachtet. Das Buch vermittelt einen guten Eindruck vom Leben in Rom zur Zeit des Kaisers Augustus. Ess- und Trinkgelage, das Baden in den Thermen, Beerdigungszüge, die Stellung von Sklaven und Freigelassenen, der Unterschied zwischen dem Palatin, wo die Vornehmen und Reichen wohnen, und der Subura, dem Viertel für das einfache Volk, werden anschaulich beschrieben. Man ist geneigt, sich über die Lektüre dieses Buches hinaus mit den historischen Figuren wie Augustus oder Ovid zu beschäftigen, ebenso mit der Literatur und der Malerei jener Zeit. Wenn ein Buch das leisten kann, hat es beim Leser viel erreicht.

Sehr gut und hilfreich finde ich die Anhänge: den Stadtplan Roms, die Ahnentafel der Julier/Claudier und ihrer Seitenlinien, die Erläuterung historischer Begriffe. Dies sind hervorragende Ergänzungen, die die Lektüre erleichtern, welche ich in vielen anderen Büchern häufig vermisse.

Soweit ist der vorliegende Roman typisch für seine Autorin. Was mir allerdings in diesem Buch fehlt, ist ein Spannungsbogen. Das Schicksal der Zwergin Tertia/Andromeda verfolgt man interessiert, doch die Geschichte um Julilla, Enkelin des Kaisers Augustus, und die von ihr und mit Andromedas Beteiligung gesponnene Intrige führt nicht zu einem Höhepunkt der Handlung. Dichtung und Wahrheit treffen hier nicht optimal aufeinander. Das mag daran liegen, dass von vornherein klar ist, wie die Geschichte hinsichtlich der historischen Wahrheit ausgehen muss. Unter diesem Gesichtspunkt erspart man sich eine Enttäuschung, wenn man gar nicht erst zu viel an Spannung und überraschenden Wendungen erwartet. Ich finde den Roman trotz dieser Schwäche lesenswert. Man weiß, was man von Tanja Kinkel erwarten darf, und weitgehend bekommt man das auch.
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am 17. Februar 2007
Ich lese unheimlich gerne Tanja Kinkels historische Romane. Doch dieser hat auf ganzer Linie enttäuscht. Zwar bekommt man einen guten Eindruck des damaligen Roms, vom Sklavendasein und Kaiserdynastien. Jedoch fehlt eine spannende Story, die man durchaus zu dem Stoff erwarten konnte. Es gibt keinerlei Höhepunkte bzw. Tiefpunkte. Es plätschert vor sich hin ohne Überraschungen. Schade Frau Kinkel, das können sie besser!
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am 24. März 2006
Ich hatte mich wirklich gefreut, als ich dieses neue Buch von Tanja Kinkel entdeckte. Der Klappentext lies auf eine spannende Geschichte hoffen.
Leider blieb es auch bei dem "Prinzip Hoffnung" .....
Eigentlich vom ersten Kapitel an, nervte mich die Hauptfigur - die Zwergin Tertia - dieses Romans. Ich weiss nicht, ob es Absicht der Autorin war, aber diese Figur wurde im laufe der Geschichte auch nicht sympathischer. Die Zwergin blieb farblos und eindimensional. Nach meinem Geschmack hätte sie gar nicht mehr auftauchen müssen, aber um wen hätte sich die Geschichte dann drehen sollen????
Auch die anderen auftretenden Personen wurden nämlich recht lieblos dargestellt. Normalerweise möchte man als Leser ja eine Figur im Buch haben, mit der man mitfiebern kann. Diese fehlte mir hier total.
Ich konnte auch keinen wirklich fesselnden Handlungsstrang entdecken. Tertia sollte für ihre Herrin als Spionin arbeiten, aber was genau sie ausspionieren sollte, wurde erst ganz am Ende des Buches aufgedeckt. Zwischendurch bleibt der Leser darüber leider im Unklaren gelassen. Eigentlich hätte dies ja Spannung garantieren sollen, leider verwirrte mich das ganze und endete darin das ich mich beim lesen fast langweilte.
Ich habe mich dann aber doch durch das komplette Werk durchgequält, weil ich schließlich wissen wollte, wo der Sinn diese ganzen Spionagetätigkeiten liegt. Naja, ich weiss es jetzt.... die Auflösung war allerdings auch recht unspektakulär beschrieben worden und haute mich nicht wirklich vom Hocker. Als Pluspunkt kann man die - wie ich denke -gute Recherche aufführen, auch der Anhang hat mir gut gefallen. Doch diese zwei Punkte alleine machen noch keinen guten historischen Roman aus.
Alles in allem hatte das Buch für mich keinen wirklich nachvollziehbaren Handlungsstrang. Es gibt bessere Bücher von Tanja Kinkel ....... wobei "Die Puppenspieler" wohl der bisher beste Wurf von dieser Autorin war!
Doch auch über römische Geschichte kann Tanja Kinkel besser schreiben, was "Die Söhne der Wölfin" beweist.
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am 24. Januar 2012
Die jugendliche kleinwüchsige Tertia wird von ihren Eltern als Sklavin nach Rom verkauft. Dort landete sie zunächt in einem Bordell und wird dann später als "Attraktion" an Julilla, die die Enkelin von Augustus verschenkt.
Im Haushalt von Julilla verbindet sich ihr Schicksal mit dem der Kaiserenkelin, die aufgrund der Verwirrungen der späten augustäischen Phase um ihr politisches und echtes Überleben kämpft.
Eine wie ich finde gute gemachte Verquickung von Fiktion und Wahrheit. Man erfährt viel über eine gerne ausgeblendeten Seite des Römischen Reiches, nämlich die der menschenverachtenden Sklavenhaltergesellschaft. Man bekommt Einblicke in das Leben der kleinen Leute in der Subura, dem übervölkerten Viertel der Armen. Man staunt über die politischen Intrigen und Machtspielchen dieser Zeit, in der Livia, die Frau von Augustus scheinbar mit allen Mitteln den dynastischen Übergang von den Juliern zu den Claudiern und so die Augustusnachfolge für Tiberius, ihren Sohn aus erster Ehe erzwingt.
Das ist alles sehr gut geschrieben, absolut nachvollziehbar konstruiert, sehr gut recherchiert und im Anhang des Buches auch gut aufgearbeitet.
Die eigentliche Handlung finde ich aber nicht so spannend und gelungen, dass ich mich zu 5 Sternen hätte durchringen können.
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am 30. Januar 2009
Tanja Kinkels 'Venuswurf' ist ein historischer Roman aus dem alten Rom. Mir gefiel er bis zu etwa Zweidritteln sehr gut, weil er solange spannend und lebensnah eine Geschichte erzählt - die Geschichte der zwergenhaften Sklavin Tertia, die von Ovid zu Beginn den Namen Andromeda erhält. Ihre Person wird glaubhaft und liebevoll entwickelt. Plötzlich jedoch wird aus dem bunten Treiben Geschichtsunterricht. Statt Andromeda stehen nur noch die Intrigen um die Enkelin des Kaisers Augustus - Julilla (Julia) - im Vordergrund. Allzu viele Gestalten der römischen Geschichte mischen mit und die Auflösung ist am Ende irgendwie fade. Weniger wäre mehr gewesen. Ich habe das Buch dennoch zu Ende gelesen, weil mich die römische Geschichte grundsätzlich interessiert und Tanja Kinkel hervorragende Recherche betrieben hat. Das alte Rom wirkt sehr lebendig. Die Darstellung der Lebensverhältnisse römischer Sklaven, Huren, Artisten, der einfachen Bürger und des Adels ist ihr gut gelungen.
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am 27. Juli 2008
Ich habe mich tapfer durch dieses Buch gekämpft.
Ich fand ich das Buch einfach nur langweilig und lieblos geschrieben.
Es kommt erst auf den letzen 10 Seiten Spannung auf und da ist es dann leider viel zu spät.
Auch wenn man wieder einmal erkennen kann, dass Frau Kinkel eindeutig gut recherchiert hat.
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