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am 23. Januar 2012
... der Geschichte der Republik Venedig im Zeitraum von 1000 bis 1500 n. Chr. hat Roger Crowley mit seinem Buch "Venedig erobert die Welt. Die Dogen-Republik zwischen Macht und Intrige" geschaffen.

Auf knapp dreihundertzwanzig Seiten schildert Crowley sehr lebhaft, leicht lesbar und voller Detailfülle den Aufstieg Venedigs zur führenden Handelsmetropole und Seemacht im östlichen Mittelmeer. Der Autor geht dabei intensiv darauf ein, wie die Dogen im Zuge der Kreuzzüge ihre Chance nutzten Konstantinopel 1204 zu erobern und ein maritimes Reich im östlichen Mittelmeer zu schaffen. Durch diese Erweiterung der eigenen Machtbasis wurde der Aufstieg zu führenden und das Mittelmeer temporär beherrschenden Nation erst möglich. Die Insel Kreta, durch die Venezianer kolonisiert und somit ein ständiger Unruheherd in ihrem Reich, und deren strategische sowie wirtschaftliche Bedeutung, die über Jahrzehnte währenden kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Hauptrivalen Genua, die Verlagerung des Levantehandels ins Schwarze Meer und das langsame und stetige Vordringen der Osmanen sind weitere Themenkomplexe, die der Autor intensiv darstellt. Crowley gelingt es somit, neben der faszinierenden Geschichte der Republik Venedig, zugleich ein Panorama des gesamten Mittelmeerraumes im Zeitfenster von 1000 - 1500 n. Chr. zu schaffen. Intensiver Handel mit Waren aller Art, kultureller und wissenschaftlicher Austausch, religiöse Gegensätze und rivalisierende Mächte die aufeinanderprallen, all dies prägt den Mittelmeerraum bis heute und wird vom Autor intensiv, lebhaft und farbenfroh beschrieben. Man glaubt als Leser in diese vergangene Zeit fast einzutauchen, so sehr kann man in Crowleys faszinierender Darstellung versinken.

Dieses Buch hat die fünf Sterne verdient!
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TOP 1000 REZENSENTam 11. Mai 2012
Vorweg meine Erwartungshaltung: Eine umfassende Erzählung der Geschichte Venedigs, die mir einen möglichst umfassenden Blick auf seine Entwicklung und entscheidenden Ereignisse sowie die Konsequenzen für die Umwelt gibt. Dass das Buch von Roger Crowley diese nicht ganz erfüllt, war mir vorher schon klar. Doch wegen der guten Rezensionen und da die Welt nun mal aus Kompromissen besteht, habe ich dann zugegriffen.

Crowley hat drei Bücher geschrieben, die sich alle aus seinem Spezialgebiet ergeben haben, wobei die Geschichte von Konstantinopel um 1000-1500 offenbar im Mittelpunkt steht. Konstantinopel war für Venedig über einen langen Zeitraum eine wichtige Konstante(nopel), was dann wohl zur Geburt dieses Buches geführt hat. Crowley zieht zahlreiche zeitgenössische Quellen heran und bringt auch in den Text zahlreiche Einzelschicksale und Zitate ein. Er hat einen leichten, flüssigen Erzählstil, der sich flott liest. Dabei bekommen seine Texte Abschnittsweise geradezu prosaischen Charakter, besonders wenn er sich direkt oder erzählerisch auf die Zeitzeugen beruft. Ob man das mag oder nicht ist Geschmackssache.

Sowohl aus der Entstehungsgeschichte des Buches als auch aus Crowleys Erzählstil ergeben sich einige Konsequenzen:

Das Buch ist im Wesentlichen in drei Teile untergliedert. Der erste Teil setzt sich mit der Bedeutung Konstantinopels und dem Aufstieg Venedigs zur Seemacht im ganzen Mittelmeerraum und darüber hinaus aus. Der zweite Teil vor allem mit dem ewigwährenden Koflikt mit Genua sowie dem mühsamen Zusammenhalten der Küstenkolonien. In diesem Teil wird auch einiges über das alltägliche Leben Venedigs erzählt. Im dritten Teil wird schließlich der Fall des venizianischen Imperiums beleuchtet. Dabei ist diese Dreiteilung nur ungefähr zu verstehen. Sowohl thematisch als auch chronologisch springt Cowley immer wieder einmal vor und zurück, was nur teilweise sinnvolle Redundanz, teilweise aber auch eine nicht ganz ausgereifte Strukturierung ist. Das Buch deckt etwa die Zeit um 1000 bis 1500 ab. Zwar hatte ich keine Geschichte bis in die Moderne erwartet, doch ein bisschen weiter hätte es reichen dürfen. Auch die Gründungsgeschichte Venedigs vermisse ich und gehört eigentlich zumindest als Kurzkapitel dazu (wenn ich mich richtig erinnere ist die Stadt als Flüchtlingsstadt entstanden - wer sonst würde schon in unwegsamen Sumpfgelände eine Siedlung gründen? - und der Name Venezia leitet sich vom lateinischen "veni etiam - ich komme auch" ab).

Der teilweise fast schon romanhaftge Erzählstil war mir darüber hinaus teilweise zu erzählerisch. Der Stimmung wegen werden manchmal recht ausschweifig Einzelgeschichten erzählt und zudem mit emotionalem Inhalt angereichert, der aus historischen Quellen immer nur schwer zu extrahieren ist. Bisweilen ergänzt Crowley Stimmungen auch durch persönliche Einschätzungen (womit ich seine Expertise nicht anzweifeln will, doch besteht immer die Gefahr einer gewissen Betriebsblindheit, wodurch Bedinungen eines bestimmten Kontextes zu schnell auf andere Kontexte verallgemeinert werden können). Diese Ausschweife sind es manchmal auch, die den Text ins Seichte abdriften lassen. Dann lässt sich der Text zwar leicht lesen, bringt aber keinen Erkenntnisgewinn mit sich. Manche Dinge werden mehrfach erwähnt (wirken aber nicht wie sinnvolle Redundanz sondern eher wie das Übersehen, dass die Information im Kapitel oder der Passage vorher bereits gegeben wurde). Mit der Zeit fallen vereinzelt Phrasen auf, die Crowley gerne immer wieder in seine Texte einbindet und dann auch eher ausschweifig als interessant wirken.

Doch auch wenn ich in Sachen Inhalt und Schreibstil kleine Abstriche mache, sollte man sich davon nciht abschrecken lassen, denn...:

FAZIT: Roger Crowley beschränkt sich in seinem Buch im Wesentlichen auf die Geschichte Venedigs der Jahre 1000 bis 1500. In dieser Zeit kennt sich Crowley bestens aus und weiß durch seine zahlreichen Zeitzeugnisse zu glänzen. Durch seinen erzählerischen Schreibstil schafft er zwar Atmosphäre, verliert jedoch teilweise an Quintessenz. Mir persönlich fehlt damit zuviel der venezianischen Chronik und der Schreibstil ist mir zu ausschweifig; ich würde das Buch nicht noch einmal kaufen und vielleicht mit dem neuen "Venedig - Die Biographie" von Peter Ackroyd liebäugeln. Wer sich jedoch für einen Ausschnitt in venezianische Geschichte und Lebensart des späten Hochmittelalters bis zur Renaissance begeistern kann, darf getrost zugreifen.
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am 24. Februar 2013
Das Buch behandelt in erster Linie die Außenpolitik Venedigs in militärischer und wirtschaftlicher (also in "geopolitischer") Hinsicht in der Zeit zwischen seinem Aufstieg zur Großmacht und seiner Zurückdrängung durch die Osmanen. Dieses Themengebiet wird spannend und informativ beschrieben.

Leider erfährt man sehr, sehr wenig (bis gar nichts) über die inneren Verhältnisse der Dogenrepublik (etwas, worauf man aufgrund des Buch-Untertitels eventuell hoffen könnte). Das finde ich sehr schade; vielleicht war es vom Autor aber auch genauso konzipiert bzw. geplant.
Liest man sich seine anderen Bücher durch (insbesondere "Konstantinopel 1453" und "Entscheidung im Mittelmeer", die zusammen mit "Venedig erobert die Welt" eine Trilogie bilden), so passt es wieder ins Bild, denn Crowly scheint bei seiner Arbeit in erster Linie als Militär-Historiker zu aggieren (was er aber zugegebener Maßen sehr gut macht!).

Dennoch ein empfehlenswertes Buch!
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am 9. März 2013
Über die ersten Seiten habe ich mich langsam vorgearbeitet, das Buch fängt nicht gerade wie ein Thriller an. Trotzdem ist es einer! Die Geschichte des vierten Kreuzzuges, zu dem die Venezianer die Schiffe bereit gestellt haben, und der dann schließlich mit der unglaublich grausamen Eroberung von Konstantinopel endete, ist eine Wahnsinns-Story! Das Lesen wird dadurch angenehm, dass der Autor sowohl Original-Stimmen aus der Vergangenheit zu Wort kommen lässt als auch seinen eigenen Ton findet. Man sieht die Ereignisse und die Akteure dadurch aus mehreren Blickwinkeln und meint, bis in die Gegenwart hindurch etwas von den Persönlichkeiten der damaligen Menschen zu spüren. Ein schönes, sehr spannendes Buch, auch wenn man es nicht in einem Rutsch durchlesen kann. Kaufempfehlung: Ja!
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"Das Volk von Venedig konnte weder auf dem Festlande Fuß fassen, noch kann es den Boden bestellen. Es ist gezwungen, alles, was es benötigt, über das Meer einzuführen. Durch den Handel hat es seinen großen Wohlstand erlangt."
(Laonikos Chalkondyles, byzantinischer Chronist im 15. Jahrhundert)

Nachdem timediver® die Lagunenstadt in den letzten Jahren mehrmals besuchen konnte und flankierend dazu Publikationen wie "Venedig: eine Stadt, eine Republik, ein Weltreich 697 - 1797" und "Kleine Geschichte Venedigs" gelesen hatte, war ich auf das Erscheinen "Von Venedig erobert die Welt" besonders gespannt. Nicht zuletzt aufgrund des Untertitels des Buches "Die Dogen-Republik zwischen Macht und Intrige" erhoffte ich mir neue historische Erkenntnisse über "La Serenissima", wie die Stadt auch genannt wird....

....umso erstaunter war ich dann, als ich feststellen musste, dass das Buch als zuletzt veröffentlichter erster Teil zu einer Trilogie gehört. Unter den den Originaltiteln "City of Fortune: How Venice Ruled the Seas" (2011) "Constantinople: The Last Great Siege, 1453" (2005) und "Empire of the Seas" (2008) hat der Autor Roger Crowley seine Chronologie über den Kampf um die maritime Herrschaft im Mittelmeer nunmehr komplettiert.

Der für die deutsche Ausgabe gewählte Titel "Venedig erobert die Welt", wie auch der Untertitel lassen auf den ersten Blick jedoch keinen Bezug zu den beiden anderen, bereits übersetzten Büchern "Entscheidung im Mittelmeer: Europas Seekrieg gegen das Osmanische Reich 1521-1580" und "Konstantinopel 1453: Die letzte Schlacht" erkennen. Dies ist sicherlich auch eine Erklärung dafür, dass der zuletzt erschienene Band gegenüber den zuerst erschienenen Büchern bisher weitaus weniger Beachtung fand.

Als Kenner der mediterranen Geschichte und Kultur, der lange Zeit auf Malta, in der griechischen Welt sowie in Istanbul und der westlichen Türkei verbracht hat, geht es dem Autor um die Geschichte des Mittelmeeres zwischen Hochmittelalter und früher Neuzeit. Als Co-Autor hat Crowley an der sechsteiligen Dokumentationsreihe "Ottomans vs Christians: Battle For the Mediterranean" mitgewirkt, die im "Clash Of Civilizations" zwischen Habsburgern und Osmanen ihren Höhepunkt erreicht. Gegenstand der vierten Episode ist Venedig....

....in diesem historischen Kontext ist auch sein Buch zu sehen. Anders als Peter Ackroyd, der mit "Venedig: Die Biographie" (Oktober 2011) eine über tausendjährige Chronologie der Stadt vorgelegt hat, beginnt Crowleys Buch erst im Jahr 1000 mit den Dux Dalmatiae. "Chance" heißt das erste von drei Kapiteln für die sich der Autor wieder seines narrativen Stils bedient.Die Kreuzzüge eröffneten der Stadtrepublik die Möglichkeit des Aufstiegs zu einem "Stato da Mar". Die venezianische Thalassokratie beruhte auf den gesellschaftlichen Maximen Aufbruch, Risiko, Gewinn und Ruhm. Gleichwohl die Geschichte vom Handel bestimmt wurde, gehörten neben Wagemut und falschem Spiel, Glück und Beharrlichkeit auch ein gehöriges Maß von Opportunismus und gelegentliche Katastrophen dazu. Die Eroberung und Plünderung der christlichen Städte Zadar und Konstantinopel sowie die Gründung des Lateinischen Kaiserreiches waren wichtige Voraussetzungen für den "Aufstieg" Venedigs zur Prinzessin der Meere, wie das zweite Kapitel überschrieben ist. Der ab 1400 aufgehende (osmanische) Mond führt schließlich zur "Verdunklung", d. h. zum Ende der Herrschaft des Löwen von San Marco über das östliche Mittelmeer. Einer Stadt, die weder über Rohstoffe verfügte, nioch eine landwirtschaftliche Produktion betrieb oder eine große Bevölkerung hatte und deren Überleben vom fragilgen ökologischen Gleichgewicht abhing. Crowley beendet seine historische Erzählung zur vielleicht ersten "virtuellen Volkswirtschft" - wie er sie nennt - mit den Ereignissen im Jahre 1503.

Ein als "Aufbruch" titulierten Prolog und ein Epilog mit der Überschrift "Heimkehr" bilden den originellen Rahmen der drei Hauptkapitel. Obgleich die Republik bis zur ihrer Auflösung im Mai 1797 noch fast 300 Jahre weiter bestehen sollte, gibt der Autor in seinem Epilog lediglich einen Ausblick auf den Verlust der Inseln Zypern (1570), Kreta (1699) und Tinos (1715).

Neben einer Karte zum Levante-Handel um 1400 und einem Verzeichnis der damals italienischen und heutigen landesüblichen Ortsbezeichnungen bietet das Buch als weitere Materialien ein Quellenverzeichnis, eine in Primärquellen und moderne Werke gegliederte Bibliographie und ein abschließendes Register.

5 Amazonsterne für eine gelungene Präsentation, bei der die chronologisch erzählten Ereignisse in Unterkapitel mit originellen Überschriften gegliedert sind.
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TOP 500 REZENSENTam 10. Juli 2015
Nach Konstantinopel 1453: Die letzte Schlacht ist dies das zweite Buch von Roger Crowley, das ich gelesen haben. Es schildert die Geschichte der Stadt Venedig. Vom Aufstieg bis zum Abstieg.

Ein Handelsplatz, getrieben von wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Das Bemerkenswerte beim Aufbau des venezianischen Kolonialsystems ist die akribisch kontrollierte Verwaltung. Zentralistisch organisiert. Das Wohlergehen der Bevölkerung war zweitrangig. Wichtig war der wirtschaftliche Erfolg. Um Auswüchse zu verhindern, gab es klare Richtlinien, kontinuierliche Aufsicht und die Betonung der kollektiven Verantwortung. Alles wurde schriftlich fixiert, jeder war zur Rechenschaft verpflichtet. Geschenke oder die Annahme von Diensten war den Würdenträgern nicht erlaubt. Statt dessen immer wieder die Überprüfung durch durch die Vertreter der Republik. Ebenso akribisch wurde die Nutzung der Seewege durchgeplant. Segelzeiten, Bestimmungsorte, Zwischenstationen. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Roger Crowley beschreibt nicht nur die geografische Ausdehnung, wie das Einflussgebiet ausgeweitet wurde, sondern auch die Strukturen des Staates, seinen Verwaltungsaufbau. Und das ist überaus interessant. Erinnert sehr an moderne multinationale Unternehmen.

Der Niedergang war nicht zuletzt von einem fehlenden Gemeinschaftssinn geprägt. Oder lag es doch an den ungeordneten Befehlsstrukturen? Als die Osmanen gegen Ende des 15. Jahrhunderts ihre Kriegsmarine ausbauten, schoben sie zunächst andere Gründe vor. Man brauche die Flotte zum Schutz vor Seeräubern. Wie sich zeigte hatte man sich in Venedig zu Recht Sorgen gemacht. Das weitere Vorgehen war jedoch wenig erfolgreich: Wenn alle unsere Galeeren angegriffen hätten, dann hätten wir die türkische Armada besiegt, klagte Domenico Malipiero über das Ergebnis der Schlacht um Lepanto. Eine vergebene Chance. Der Verlust von Lepanto verursachte eine Riesenskandal. Neue Befehlshaber konnten den Kriegsverlauf nicht wenden. Als es zudem den Portugiesen gelang einen neuen Seeweg über das Kap der Guten Hoffnung zu finden, war das Schicksal von Venedig besiegelt. Die alten Handelswege verloren an Bedeutung.

So ganz vollständig ist dieses Buch über die Stadt Venedig aber nicht. Ein interessantes Kapitel fehlt zum Beispiel: Die Geschichte der Caterina Cornaro, der letzten Königin von Zypern. Caterina (1454-1510) stammte aus der Familie des Dogen Marco Corner. 1468 wurde sie mit König Jakob II von Lusignan vermählt. Der König und ihr neugeborenes Kind starben schon bald. Als Regentin von Zypern wurde sie von Vertretern Venedigs unterstützt und überwacht. 1489 übernahm Venedig die Herrschaft über Zypern während Caterina mit der Stadt und Burg Asolo in Oberitalien entschädigt wurde.

Mein Fazit: Ähnlich wie KONSTANTINOPEL 1453 werden auch hier geschichtliche Ereignisse in farbenprächtigen und reichhaltigen Bildern geschildert. Roger Crowley setzt dabei Schwerpunkte, die manche Ereignisse aussen vor lassen. Der vierte Kreuzzug, zu dem der Papst im Sommer 1198 aufgerufen hatte, und der unter dem blinden Dogen Dandolo zu einer Erfolgsgeschichte für die Stadt Venedig wurde, wird zum Beispiel ausführlich geschildert. Und in der Tat, Dandolo war geschickt vorgegangen. Dass sich die Kreuzritter erst gegen ihre christlichen Brüder in Zara wandten bevor sie nach Konstantinopel weiterzogen, um die Stadt einzunehmen, ist eines der Missgeschicke der Geschichte, die Crowley mit viel Engagement beschreibt. Anderes hingegen – wie zB die Geschichte der Caterina Cornaro – wird hingegen vernachlässigt. Deswegen von mir ein Punkt Abzug. Alles in allem ist dieses Buch dennoch empfehlenswert. Lebendig geschrieben. Spannend und lehrreich. Was will man mehr?
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TOP 500 REZENSENTam 16. April 2016
Der Titel stimmt nur, wenn man davon ausgeht, dass Europa damals die Welt bedeutete, weil man von den anderen Kontinenten noch wenig wusste. So gesehen waren die Venezianer höchst erfolgreich. Sie verdienten an den Kreuzrittern, die ja eine Passage ins Heilige Land brauchten, machten gute Geschäfte mit den Arabern und unterwarfen dann noch das halbe Byzantinische Reich. In den Türken fanden sie ihren Lehrmeister, denn die ließen sich von venezianischen Galeassen nicht beeindrucken, auch wenn sie bei Lepanto einen Rückschlag erlitten. Nachdem der Sultan den Levante-Handel abgedreht hatte, hatten die venezianischen Flotten nicht mehr viel zu melden. Erstaunlich genug, wurde Venedig nun eine Landmacht, eroberte das venezianische und dalmatinische Hinterland und verlegte sich auf die Bodenkultur.
Dass Napoleon einen fragwürdigen Deal mit den Habsburger einging und ihnen Venedig im Austausch für die österreichischen Niederlande anbot, das verziehen die Venezianer den Habsburgern nie. Nur dieser Untergang von Italiens schönster Perle erklärt die Wut der Irredenta, die keine Ruhe gab, bis Österreich zerstört war.
R Opelt, Autor von "Die Kinder des Tantalus"
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am 17. Februar 2014
Auch dieses Buch von Robert Crowley ist sehr spannend und gut verständlich geschrieben. Für mich war diese Darstellung des venezianischen Reiches sehr interessant, da sich die meisten anderen Bücher nur mit der Stadtrepublik beschäftigen. Den Abzug gibt es bei dieser Ausgabe des Theiss Verlages für die mehr als dürftige Illustration und Kartenbeilage. ( gilt auch für die anderen Bücher von R. Crowley im Theiss Verlag ). Besonders hochwertig gedruckte Karten erleichtern einem das Verständnis für räumliche Zusammenhänge, dafür hätte ich auch ein paar Euro mehr gezahlt ( sonst geht der Verlag noch pleite )
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