Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
14
4,6 von 5 Sternen
5 Sterne
8
4 Sterne
6
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 13. April 2011
Auf insgesamt neun Tonbändern hat die Journalistin und Autorin Katja Thimm ihren Vater sein Leben "eine deutsche Geschichte" erzählen lassen. Zunächst muss sie bei dem Vater, der viele Fluchterlebnisse und den Terror des DDR-Gefängnisses, in dem er einsaß, nicht vergessen, aber immer erfolgreich verdrängt hatte, heftige Widerstände überwinden, bis er bereit ist, ihr aus seinem Leben zu erzählen. Erst als er selbst zum hilflosen Pflegefall geworden ist, beginnt der Mann, der sein ganzes Leben so vielem getrotzt hatte zu berichten.

Es ist einmal wieder die zweite Generation, die mit der Aufarbeitung einer verdrängten Geschichte beginnt. Zwar war Horst Thimm nie Soldat, als Angehöriger der "weißen Jahrgänge" hat er jedoch erlebt, wie sein eigener Vater und seine Brüder in den Krieg zogen.

Nun, im Pflegeheim hilflos geworden, beginnt er mühsam zu erzählen, seine Lebenstraumata tauchen auf, und die Tochter versucht zu verstehen. Dabei versteht sie auch ihr eigenes Leben besser, dessen unbeschwerte Kindheit und Jugend sie in eindrucksvollen und stellenweise sehr emotionalen Texten beschreibt.

Es ist eine Art Doppelbiographie, die Katja Thimm da gelungen ist, mit Empathie und Leidenschaft verfasst und gleichzeitig ist ein literarisches Stück deutscher Geschichte vor und nach dem Krieg entstanden, alles eingebettet in eine Gegenwart, die von der Pflege und der Sorge um den dahinsiechenden und von einer Demenz bedrohten Vater dominiert wird.

Ein bewegendes und persönliches Dokument aus der zweiten Generation, aus dem man viel auch über seine eigene Geschichte lernen kann, wenn man in einem ähnlichen Alter ist. Mir ging das jedenfalls so - ich musste sehr oft bei der Lektüre an die eigenen Großeltern und Eltern, an die Gespräche, gelungene und noch mehr misslungene.
0Kommentar| 43 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Dass auch die nachfolgenden Generationen in den Strudel von Tod, Vertreibung und Massensterben geraten können - zeigt die Geschichte VATERTAGE von Katja Thimm. VATERTAGE erzählt von einer Deutschen Familie, Kleinbürgerlich, ganz normal und mit Einfamilienhaus und Garten. Doch die Vergangenheit beginnt sich unaufhaltsam in die Realität des Hier und Jetzt zu drängen, denn die Erlebnisse des Vaters lassen diesen nicht los - was lang zurück liegt, kommt erneut hoch und bricht sich Bahnen. So müssen wir als Leser miterleben wie traumatische Erlebnisse erneut aufgearbeitet werden und die ganze Familie daran Anteil nimmt.

Ein Mann, diszipliniert, fleißig und pünktlich, Ministerialrat und doch mit einer schauderhaften Vergangenheit, nicht durch ihn selbst sondern durch die Umstände, zwei totalitäre Regime hatte er überlebt, erst das Dritte Reich und dann die DDR in deren Gefängnissen er saß. Doch die psychischen Gewalttätigkeiten hinterlassen Spuren und brechen sich Bahn, der Vater weiß irgendwann nicht mehr wo er ist, ist es Demenz? Nein, es sind die Erinnerungen die im Alter wieder stärker werden und die sich Raum schaffen.

Am Ende weiß der Vater nicht ob er wieder Häftling Nr. 147 in der Zelle ist oder sogar weiter zurück in der Zeit steckt. Pflegeheim und dortige Probleme in der Betreuung machen es ihm ebenfalls nicht leicht, wenn es schon an Wasserflaschen und der Flüssigkeitsaufnahme mangelt was bleibt dann noch übrig?

Eine melancholische Geschichte voller Traurigkeit aber auch geprägt von Zuversicht und Diensteifer. Von Familie und Liebe aber auch von Rückblicken und von Scham über das was ihm angetan worden war.

Ein bezeichnender Roman über das Verhältnis vieler Bürger zu ihrem Staat, doch auch ein Fingerzeig zu dem was der Staat seinen Bürgern anzutun vermag. Doch auch wie die Gesellschaft und das System mit Kranken und pflegebedürftigen umgeht, der Roman ist vielschichtig.

Katja Thimm hat autobiographische Details ihres eignen Vaters als Grundlage für VATERTAGE genommen - es sind somit auch Berichte aus der Wirklichkeit, aufgeladen mit Gefühlen - Berichte aus Deutschland - Berichte von einer Deutschen Familie.

Empfehlenswert!
0Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Mai 2011
Nach Arno Geiger hat sich nun wieder eine deutschsprachige Autorin und Journalistin mit ihrem alt werdenden Vater beschäftigt. Eindringlich schildert sie seinen Umzug in ein Heim für betreutes Wohnen und dem damit einhergehenden Verlust an Eigenständigkeit und Selbstbestimmung. Erschreckend für alle erwachsenen Kinder und Leser ist dieser Ausstieg aus der Selbständigkeit, der mit Ängsten und dem Verlust von Würde einhergeht.
Die 1969 geborene Katja Thimm wusste wenig bis gar nichts über die ersten dreißig Lebensjahre ihres Vaters und begann erst nach seinem Umzug ins Altenheim sich mit ihm darüber auseinander zu setzen.

Sie begleitet ihren Vater während des Prozesses in die Abhängigkeit und lässt in ihre gegenwärtigen Beobachtungen Vergangenheit und Gegenwart einfließen.
Nur zögerlich nähert sie sich dem Menschen, der ihr im Leben immer recht fremd geblieben ist. Mit eigenen Erinnerungen gekoppelt erforscht sie seine Vergangenheit, die durch frühe Verluste, Flucht und Vertreibung gekennzeichnet war. Das geschädigte Kriegskind von einst tritt in den Fokus.

Mit K. Thimm meldet sich eine Vertreterin der Nachfolgegeneration zu Wort, die wenig von den Ereignissen weiß, denen ihre Eltern in ihrer Jugend ausgesetzt waren oder davon, was ihre Eltern in ihrer Kindheit bedrückt, erfreut oder geängstigt hat.
Dieser Vater ist nach der Flucht vor den Russen aus Ostpreußen in dem östlichen deutschen Nachfolgestaat angekommen, in dem kommunistische Dogmen zu Terror und Gewalt ähnlich wie im Nazireich führten.

Entstanden ist die individuelle Geschichte eines Menschen, der sich vor seiner näheren Umwelt verschlossen hat und dem mit dem Altern die nur unter schwierigsten Bedingungen erworbene Selbstbestimmung verloren geht.

Ein wenig stolpernd springt die Erzählung zwischen den Beobachtungen am Vater, Erinnerungen an eine Polenreise mit ihm und eigenen Erfahrungen in der Kindheit hin und her.

Unter den zahlreichen "Elterngeschichten", angefangen von Wibke Bruns mit ihrem Buch "Meines Vaters Land" über Arno Geiger mit "Der alte König in seinem Exil" scheint sich z.Zt. eine intensivere Erforschung alter Eltern und ihrer Vorgeschichten Bahn zu brechen. Mit Aufmerksamkeit beobachtet man hier ein neues oder lange verdrängtes Interesse an den komplizierten und oftmals in Not zustande gekommenen Familienbeziehungen, die ohne unsere ungute Geschichtsvergangenheit vielleicht anders verlaufen wären.

Das Erzählte enthält deprimierende Erinnerungen an den Druck, der im Elternhaus von K.Thimm herrschte und an die mangelnde Freude ohne innere Verbundenheit mit dem Vater. Doch ähnlich wie hier mag es in vielen Familien von Nachkriegskindern ausgesehen haben. Als Zeitzeugnis wird das Buch so manche lebendige Erinnerung auch beim Leser anrühren und ist als weiterer Beleg der Auswirkungen unserer desolaten Geschichte mit ihren Folgen zu betrachten.
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. April 2012
Katja Thimm hat sich mit "Vatertage" auf den Weg gemacht, in zahlreichen Gesprächen mit ihrem Vater Horst Thimm seine Lebensgeschichte aufzuzeichnen. Sie führt die Gespräche mit ihm auf dem Hintergrund seines letzten Lebensabschnitts, zunächst in seiner altersgerechten Wohnung, auf einer Reise in das heutige Polen und später im Pflegeheim. Damit blickt Katja Thimm nicht nur zurück auf das Leben ihres Vaters als Kriegskind, der zu jung war, um selbst an der Front zu stehen und zu alt, um den Krieg nicht bewußt mitzuerleben; zurück auf seine Flucht mit einer auseinander gerissenen Familie aus Ostpreußen nach Eberswalde und später nach Berlin; zurück auf sein Studium in West-Berlin und sein Leben in der DDR; zurück auf seine Haftzeit in und Ausweisung aus der DDR sowie zurück auf sein Bonner Leben als leitender Beamter im Gesundheitsministeriums. Sondern sie beschreibt parallel zu der Lebensgeschichte den Prozess des scheinbar plötzlichen und dennoch stetigen Altwerdens ihres Vaters. Zunächst sind es die leichten Schusseligkeiten, später ist es die Demenz, die auch von ihr als Tochter viel Geduld abverlangt. Und das Verstehen, dass sie plötzlich weniger das Kind des Vaters ist, sondern sich die Rolle des Versorgens gedreht hat.

Die Erzählung des Vater-Tochter-Verhältnis unter dem Eindruck der Demenz berührt den Leser sehr. Katja Thimm beschreibt vieles sonst so Ungesagtes, ohne dabei die nötige Menschenwürde oder Distanz nicht zu wahren. Auch die Privatsphäre der Familie bleibt erhalten. So fragt sich der Leser, erfährt es aber nicht, wieso Horst Thimm das Alter nicht mit seiner Ehefrau verbringt und welche Rolle der Sohn im Alterungsprozess spielt. Man erfährt es nicht, hat aber dennoch nicht den Eindruck, den Erzählstrang zur Lebensgeschichte, Familie und Alter lückenhaft vorzufinden.

Vielmehr noch als die Altersdemenz-Geschichte - unter der das Buch scheinbar vielfach verkauft wird - berührt einen als Leser aber, dass Katja Thimm erst im letzten Lebensabschnitt ihres Vaters die Chance hat, seine Lebensgeschichte zu erfahren und seinen Hintergrund zu begreifen. Und damit gibt sie eine ganze Generation von Kindern den Anstoß, die Kindheit und Jugend dieser Eltern aus der Generation, die nie über ihre Kriegs- und/ oder DDR-Geschichten gesprochen haben, zu ergründen. Diese Eltern haben vielfach nicht aus Schuldgefühl darüber nicht gesprochen, dafür sind die in den 1930er Jahren geborenen zu jung und haben wie in diesem Fall weit vor der Geburt der eigenen Kinder die DDR-Geschichte abgeschlossen. Vielmehr weil sie in Not und unter ständiger Angst erwachsen geworden sind; weil häufig in ihrem konservativem und gut situierten späteren Leben - wie in diesem Fall mitten in der Bonner Republik - die Erlebnisse des Zweiten Weltkrieges und der Zeit in der DDR wie amputiert sind, zu einem abgelegten Leben gehören. Sie gehören nicht mehr ins Leben in den Wirtschaftswunderjahren und ins Leben der Kinder, die es immer besser haben sollen. Also wird ein Mantel des Schweigens darüber ausgebreitet. Und die nachfolgende Generation wächst ahnungslos über die Wurzeln der eigenen Eltern und der Großeltern heran. Es steht mit diesem Buch auch nicht die Anklage wie die der 68er-Generation und auch nicht das breite Verständnis einer gutbürgerlichen Bonner Tochter zu einem Leben in der sozialistischen DDR zur Debatte. Katja Thimm kannte all die Facetten seines Lebens nicht und sieht nun ihren Vater in einem anderen Licht. Kann Verhaltensweise und Charakterzüge besser verstehen.

Alles in allem habe ich deshalb "Vatertage" weniger in der Reihe zu Büchern zu Demenz, sondern vielmehr als Anstoß gesehen, einen zentralen Teil der Familiengeschichte und deutschen Geschichte zu begreifen, in dem man jetzt noch mit dieser aussterbenden Generation spricht. Denn der Mensch neigt entwicklungspsychologisch am Ende des Lebens offensichtlich dazu, nochmals zu seinen Anfängen zurückzukehren.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Februar 2013
Im letzten Jahrzehnt sind viele, z.T. hervorragende Bücher über das Schicksal der Kriegs- und Flüchtlingskinder und die Folgen ihrer Erlebnisse auf ihr weiteres Leben erschienen. Anschließend galt das Augenmerk auch den Auswirkungen auf die zweite und schließlich auf die dritte Generation. Das vorliegende Buch behandelt nicht nur das Schicksal und den Lebensweg eines Kriegskinds, sondern auch die Auswirkungen auf die Tochter, somit auf die zweite Generation. Für mich gehört es zu den besten Büchern zu diesem Thema.

Thimms Vater ist Flüchtlingskind aus Ostpreußen. Er hat Vater und Schwester im Krieg verloren. Da die Mutter bei der sterbenden Großmutter in Eberswalde ist, muss Horst, der 13- jährige Vater der Autorin im tiefsten Winter alleine mit zwei jüngeren Geschwistern und einer Haushälterin, die eine Belastung ist, mit einem Pferdeschlitten unter Lebensgefahr u.a. über das zunehmend tauende Haff fliehen, die geliebte Heimat für immer verlassen. In Eberswalde angekommen, wird er verpflichtet, Leichen im Stadtgebiet zu bergen. Er erlebt Hunger und Mangel. Dabei gerät er zunehmend in Konflikt mit der sozialistischen Obrigkeit. Er studiert deshalb in West-Berlin, aber aus Geldmangel handelt er verbotenerweise mit DDR-Waren, wird verhaftet und verbringt sechs Jahre im berüchtigten DDR-Gefängnis Brandenburg, davon ein Jahr in strenger Einzelhaft. Er wird in die Bundesrepublik entlassen, holt Abitur und Studienabschluss nach, gründet eine Familie, macht Karriere als hoher Beamter in einem Bundesministerium und lebt ein Leben in der Bonner Wohlstandsrepublik. Erst als es ihm gesundheitlich schlechter geht und er in ein Altersheim kommt, berichtet er seiner Tochter ausführlich von seinem Leben.

Somit geht das Leben von Horst Thimm über das Schicksal als heimatvertriebenes Flüchtlingskind hinaus, denn sein Leben wird ein zweites Mal durch die staatliche Willkür der DDR fundamental beeinflusst, eine weiteres schweres traumatisches Erlebnis kommt somit hinzu. All das hat deutliche Spuren in seiner Psyche hinterlassen, die Jahrzehnte totgeschwiegen wurden, wie es in den meisten Familien der Fall war/ist. Wie tief die Spuren trotz des offensichtlich so guten weiteren Lebens sind, zeigt sich u.a. darin, wie sehr die Erlebnisse an die Oberfläche drängen, je mehr die Demenz voranschreitet.

Katja Thimm beschreibt den Lebensweg ihres Vaters und setzt sich nach jahrelanger Ablehnung der geschichtlichen Auswirkungen intensiv mit den Erlebnissen ihres Vaters auseinander. Sie stell einfühlsam Rückschlüsse auf sein Verhalten her wie auch auf das Verhalten der Gesellschaft insgesamt. Dabei entwickelt sie viel Verständnis für den Vater und reflektiert ihr eigenes Verhalten in Bezug auf ihn. Sie erforscht die Wirkung der Erlebnisse des Vaters auf sich selbst und auf ihre Einstellungen. Ihrer Sichtweise ändert sich, je mehr sie sich mit der Geschichte und dem Leben ihres Vaters beschäftigt. Die Tochter fängt an zu verstehen, was die geschichtlichen und persönlichen Ereignisse für ihren Vater wie auch für sie selber bedeuten. Welch Glück für beide, dass sie diesen Prozess durchläuft. Aber auch die gesellschaftlichen Rückschlüsse, die Katja Thimm zieht, finde ich sehr treffend.

Ich war sehr überrascht als ich feststellte, dass dieses Buch noch eine weiter Thematik enthält: Horst Thimms Gesundheit verschlechtert sich nach der Pensionierung deutlich, er überlebt mehrere Krisen und muss zu seinem Kummer in ein Altersheim umziehen. Der Verlust seiner Selbständigkeit durch zunehmende körperliche Einschränkungen und Demenz macht ihm sehr zu schaffen, was den Umgang mit ihm und seine Versorgung enorm erschweren. Es kommt zu weiteren gesundheitlichen Krisen und schließlich muss er auf die Pflegestation umziehen.
Die Autorin beschreibt den Verfall ihres Vaters, seine Verzweiflung darüber und seinen Kampf um seine Autonomie wie auch den Umgang mit ihm sehr detailliert, aber sie verletzt nie seine Würde und geht nie zu tief in die familiäre Situation hinein. Sie spricht aber etwas aus, womit so viele Angehörige beschäftigt sind, worunter so viele Betroffene leiden und was jeden von uns genau so treffen kann und sehr viele treffen wird, als betroffene und/oder Angehörige. Auch diese Schilderungen und der Mut, das auszusprechen machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Ein Totschweigen verändert und verbessert nichts.

Mir haben Stil und Aufbau des Buchs sehr gut gefallen. Ich fand die Zeitwechsel genau richtig, denn dadurch nahm man an der Entwicklung im Jetzt teil. Immer zum richtigen Zeitpunkt wurde ein weiterer Teil des Lebenslaufs behandelt. Auf diese Weise hat sich vermutlich das Gespräch zwischen Vater und Tochter abgespielt und es gibt dem Leser einen Spannungsbogen. Die Autorin versteht es hervorragend zu formulieren und Emotionen wie auch Sachverhalte gekonnt und präzise aber auch behutsam auszudrücken.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Juli 2011
etwas dazu gelernt. Mehr kann ein Buch doch fast nicht bieten.

Ich bin im gleichen Jahr wie die Autorin geboren und habe mich oft an meine Kindheit und Jugend erinnert gefühlt. Das war schön und hat mich hin und wieder lachen lassen.

Geweint habe ich über den Verfall des Vaters und die Besuche im Krankenhaus und Altersheim. Das habe ich mit meinem Vater auch hinter mich bringen müssen. Da habe ich mehrmals Tränen in den Augen gehabt.

Und nicht zuletzt habe ich etwas über die Flucht und eine Kindheit in Ostpreußen und den Krieg in Ostpreußen erfahren und insbesondere etwas über die erste Zeit der DDR dazugelernt. Ich hatte nicht gewusst, dass man wie der Vater von Frau Thimm als Ostdeutscher in Westberlin studieren konnte und dann eben auch in der DDR inhaftiert werden konnte.

Die Zeit der Haft des Vaters in der DDR war auch sehr eindringlich erzählt.

Ich kann das Buch jedem Geschichtsinteressierten empfehlen. Es ist dabei keine schwere Lektüre und trotzdem gut geschrieben.

Nicht zuletzt herzlichen Dank an den Verlag, dass das Buch auch als Kindle- e- book herausgekommen ist. Bitte mehr davon.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. September 2011
Ich habe das Buch geschenkt bekommen und eben zu Ende gelesen. In diesem Buch geht es um die Geschichte des Vaters, aber es geht auch um die eigene Geschichte der Autorin (etwas jünger als ich selber) und ein großes Stück weit um die Geschichte Deutschlands; es geht aber auch um das Alt-werden und Sterben. Trotz der wechselnden Erzählebenen liest sich Thimms Buch sehr schön und gibt uns die Möglichkeit unsere eingene Geschichte in Deutschland zu reflektieren. Auf jeden Fall ermutigt Katja Thimm mit ihrer Erzählung, uns mit unseren Eltern zu unterhalten, solange sie noch leben und von ihnen zu hören, was sie erlebt haben, und diejenigen, die es versäumt haben, werden es sicherlich bedauern.
Ein wunderbar persönliches Buch das einem ein Stück deutscher Geschichte sehr eindrücklich nahebringt!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Oktober 2014
Ich kann und will nicht alles bis zum "Geht-nicht-mehr" leben und erleben. Vieles erleb e ich auch durch Bücher, nicht direkt, das möchte ich oft auch gar nicht. Aber ich kann mit diesem Buch an vielem teilnehmen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Januar 2013
Es ist ein ergreifendes Buch. Ich habe ein ganz ähnliche Familiengeschichte aufzuweisen und so ergreift einen diese Beschreibung immer wieder. Es erfordert Mut, dieses Buch zu lesen, einfach weil es der Wahrheit entspricht.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. März 2014
Ein tolles Buch über unsere deutsche Geschichte (Beginn zweiter Weltkrieg bis Neuzeit), eingebunden in eine Vater/Tochter - Beziehung! Vater baut geistig immer mehr ab und erzählt seiner Tochter eine Zusammenfassung seines bewegten Lebens (Flucht als kleiner Junge aus Ostpreußen, Leben in SBZ, Gefängnis in DDR) Unbedingt lesen! Ich habe es schon mehrfach weiterverschenkt!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden