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VIENNA CONCERT

4.7 von 5 Sternen 11 Kundenrezensionen

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Titelverzeichnis

Disk: 1

  1. Vienna, Part II - Jarrett, Keith

Produktbeschreibungen

Rezension

Wußten Sie, daß Kirk Douglas in Hollywoods Damenkreisen vor allem dadurch berühmt-berüchtigt war, daß er mit Hilfe seines Vervielfältigungsapparates durchaus musikalisch ein Klavier traktieren konnte? Allzuweit entfernt von derartigen Scherzen ist auch Keith Jarrett nicht, wie Konzertbesucher in aller Welt wissen. Doch des Tastenhexers orgiastisches Gestöhne - Additiv eruptiver Klavierausbrüche - ist auf dieser ECM-üblich klangtechnisch perfekten Aufnahme gemildert durch den "genius loci" der grandiosen Wiener Staatsoper. Dem Maß mit früheren Solo-Ereignissen entzieht sich das "Vienna Concert" völlig: kein Vergleich zum "Köln Concert", selbst das "Paris Concert" scheint in weiter Ferne. Tief verinnerlicht eröffnet Jarrett: Still, verhalten, äußerst ruhig geht er den Marathon seiner gut 40minütigen ersten Improvisation an. Fast unmerklich verändern sich Tempo, Dynamik und Struktur, bis nach rund zwölf Minuten zum ersten Mal Ansätze jener typischen Jarrett-Baßfiguren hörbar werden, sich aber rasch wieder verabschieden. Vieles hier deutet auf einen gereiften Jarrett, einen überlegteren Improvisator, der weitaus mehr als früher Raum und Zeit zu ihrem Recht kommen läßt. Um die 24. Minute erweist sich der ruhige Fluß übrigens als trügerisch: Die überlegte Artikulation weicht flirrenden, nervösen Läufen, die zwar die stupende Technik des Pianisten demonstrieren, ihm aber auch beinahe zur Falle werden. Sein Ringen um die rechte Fortsetzung des Geschehens offenbart einen tiefen Blick in das Wesen der Improvisation. Diesen Blick auszuhalten verlangt Kraft: Nur konsequentes Hören vermag diese luzide Musik zu erschließen.

© Stereoplay -- Stereoplay


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Top-Kundenrezensionen

Format: Audio CD
Unter all seinen Solo-Live-Konzerten sei das "Vienna Concert" das Beste, hat Jarrett selbst einmal gesagt (während er den "Hype" um sein Kölner Konzert am liebsten mit dem Einstampfen sämtlicher CDs weltweit beendet sähe!). Dazu kann man stehen, wie man will, aber in Bezug auf das Wiener Konzert hat er meiner Ansicht nach Recht. Es ist unter all den sehr guten und überragenden Einspielungen noch einmal eine Spur genialer und fantastischer!
Welche Metapher soll man wählen, um die beiden exquisiten, 41 bzw. 25 Minuten langen Teile des "Vienna Concert" zu beschreiben? Eine Reise durch Klanglandschaften, von lieblichen Wiesen über zerklüftete Berge bis hin zu traumhaften Stränden? Oder sind es Emotionen, die von Sanftmut über Hitzigkeit und Wut wieder bei Ausgeglichenheit enden? Egal, die beiden Parts sind musikalisch dermaßen überragend dargebracht und so außergewöhnlich gut strukturiert, dass man, wie bei allen großen Kunstwerken, letztlich nur dankbar sein kann, sie genießen zu dürfen.
Der erste Teil beginnt äußerst sanft und getragen und baut sich sehr langsam zu kraftvoller Stärke auf, bis bei 24'08 ein Tempowechsel einsetzt. Nun wird es wild, expressiv und hart, aber Jarrett gelingt es, diese Härte zu zähmen und am Ende feierlich ausklingen zu lassen. "Part II" wirkt zunächst etwas unscheinbarer, enthält aber ab 14'07 die schönste Passage melodischer Harmonie, die von Jarrett überhaupt je auf CD erschienen ist. Diese Stelle ist einfach traumhaft und von solch unsagbarer Zärtlichkeit, dass Granit zu Sammet wird.
Ich höre das "Vienna Concert" bewusst nur selten, es soll seinen Zauber für den Rest meines Lebens bewahren und mich in Phasen tiefer Depression trösten und in Zeiten großen Glücks erden.
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Format: Audio CD Verifizierter Kauf
... hätte ich wenigstens beim Hören dieser von der Kritik hochgelobten Albums erwartet. Jedoch hat mich das Vienna Concert leider nicht überzeugt. Keith Jarretts Musik hat mich - wie so viele - besonders in der Zeit der Adoleszenz und auch noch darüber hinaus begleitet. Vielleicht ist mir der jugendliche Eifer zwischenzeitlich 25 Jahre später abhanden gekommen, vermutlich mangelt es mir an musikalischem Verständnis; das "Vienna Concert" erschließt sich mir selbst nach mehrmaligem Hören nicht. Im Vergleich zu früheren (hervorragend: die Sun Bear Concerts, Bremen/Lausanne oder auch Bregenz) und z.T. auch späteren Konzerten (v.a. Mailand, aber auch Paris) fehlen mir abwechslungsreiche melodische Momente, "jarretttypische" rhythmische Spannungsbögen, welche die meisten übrigen Konzerte von ihm zu einer Reise musikalischer Entdeckungen werden lassen. Da eine Rezension im Wesentlichen auch den subjektiven Eindruck zu vermitteln, d.h. dazu Stellung zu nehmen hat, ob einem das zu Beurteilende gefällt, kann ich persönlich dem "Vienna Concert" lediglich 3 Sterne zusprechen. Geschmäcker sind - Gott sei Dank - verschieden, weswegen es sich empfiehlt, in das Konzert zunächst probeweise hineinzuhören (wobei dies bei Jarrett-Konzerten mit Blick auf die Struktur natürlich denkbar schwierig ist).
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Format: Audio CD
Durch das Paris Konzert 1988 süchtig geworden, habe ich mir kurz nach Erscheinen das Wien-Konzert zugelegt und bin aus dem Staunen nicht herausgekommen. Zwei lange Stücke, die unterschiedlicher nicht sein können.

Im ersten Teil zeigt Keith Jarrett eine Melodieentwicklung aus einfachen Akkorden, die einem buchstäblich den Atem raubt. Die Stimmung ist eher hell; irgendwie glaubt man diese Musik zu kennen. Allerdings entwickeln sich einzelne Passagen immer wieder in völlig unerwarteter Weise. Es ist grosse Kunst, wie Keith Jarrett die Bögen zum Ende zusammenbringt und einen ruhigen Abschluss findet.

Der zweite Teil hat eine völlig entgegengesetzte dunkele Grundstimmung. Es ist fast so, als ob man auf eine Traumreise mitgenommen wird, voller Spannungen und unerwarteter Wendungen. Aus subtilen Tempowechseln enstehen Melodien scheinbar aus dem Nichts. Wenn man sich darauf einlässt, erlebt man eine Sternstunde der Klaviermusik.

Es ist unfassbar, was Keith Jarrett für Klangfarben mir seinem Instrument erzeugt. Für mich ist das Musik für die Ewigkeit, wie sie nur von einem Genie hevorgebracht werden kann.
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Format: Audio CD
Sicherlich kann man darüber streiten, welches der Soloalben von Keith Jarrett das beste ist. Aber zum Glück sind die Geschmäcker nun mal verschieden. Mein persönlicher Favorit ist das Vienna Concert. Wobei das Köln Concert mit Sicherheit das populärste Soloprojekt ist.
Das Vienna Concert entstand am 13 Juli 1991 in der Staatsoper von Wien, also ca. 16 Jahre nach dem legendären Köln Concert. Wie das Köln Concert und andere Soloaufnahmen von Keith, so ist auch dieses völlig frei (also ohne festes Thema) improvisiert. Und genau hier liegt Keith Jarretts Stärke. Doch kein anderes Soloalbum von Keith ist so intensiv, so elektrisierend und so mächtig wie das vorliegende. Keith Jarretts Klavierspiel gleicht einem Feuer, in dem jede Note ein Funken in einem schweißtreibenden Spiel zwischen Form und Chaos darstellt. Dieses Spiel wird besonders deutlich gegen Ende des ersten Teils des Konzertes. Nachdem Keith Jarrett ab der 25sten Minute mit dem Klavier und sich selbst zu kämpfen scheint, löst sich dieses scheinbare Chaos in der 32sten Minute zu einer unbeschreiblich klaren und pompösen Form mit viel Gefühl für Harmonie und Schönheit auf. Diese Stelle gehört für mich zu den beeindruckendsten Momenten in der Klaviermusik überhaupt.
Ein Muss für jeden Klavierliebhaber!
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