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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
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Uta von Naumburg: Eine deutsche Ikone (WAT)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:11,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 31. Mai 2009
Ja, genau: Die Dame aus den Kreuzworträtseln. Da ich schon früh mit dem Lösen von Kreuzworträtseln begann, war mir Uta bereits als Kind ein Begriff, ich kann mich jedoch nicht entsinnen, dass meine Eltern (die eine gute Allgemeinbildung hatten) viel zu ihr sagen konnten. Was eine Stifterfigur ist, habe ich erst Jahre später begriffen, und es dauerte noch viel länger, bis ich erfuhr, dass es in Naumburg nicht nur Uta sondern eine Reihe weiterer Stifterfiguren gibt - alles herausragende Beispiele mittelalterlicher Bildhauerkunst.
Die Bedeutung Utas für die deutsche Geistesgeschichte im späten 19. und 20. Jahrhundert wurde mir jedoch erst dank Wolfang Ullrichs faszinierendem Buch klar. Es ist ein generelles (kein ausschließlich deutsches) Phänomen, dass erst gegen Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts das Interesse am Mittelalter wieder wach wurde und man es nicht nur im Historismus wiederzubeleben versuchte, sondern sich auch für die erhaltenen Denkmäler aus dem Mittelalter zu interessieren begann; aber die Uta-Rezeption geht einen ganz eigenen Weg. Anders als die übrigen 11 Stifterfiguren (zu individuell, fast schon portäthaft, zu emotional) wird Uta "ähnlich einer klassischen Skulptur zum Ideal, zum Maßstab und so zum Vorbild erhoben" - letztendlich zum deutschen Frauenideal, und das nicht erst in der Nazizeit. Sagen ranken sich um die edle Dame (das historische Wissen über sie geht gegen Null), ihr wurde in Theaterstücken ein eher trostloses, entsagungsvolles Leben angedichtet.
Einerseits wird Uta fast zur Heiligen stilisiert, andererseits empfindet man ihre "herrschaftliche Unnahbarkeit". Die Nazis hängten ein Foto der Uta-Statue in ihre Ausstellung 'Entartete Kunst' als Gegenbild zur Frauendarstellung zahlreicher moderner Künstler; noch in der Nachkriegszeit wurde das Standbild Utas mit dem ewig Weiblichen des Dichters in Verbindung gebracht. In der DDR gelang es sogar, den Naumburger Dom mit seinen Stifterfiguren als "Studienort für eine Epoche in der Geschichte der Klassenkämpfe" zu propagieren.
Auch wenn der Autor kein Kunsthistoriker ist, hätte ich mir doch ein paar Sätze zur kunsthistorischen Bedeutung der Stifterfiguren gewünscht, denn wenn man alle dichterischen Ausschmückungen, alle willkürlichen Deutungen und den gesamten nationalistischen Missbrauch weglässt, bleibt Uta immer noch eines: eine großartige Skulptur aus dem Mittelalter.
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