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am 19. Mai 2015
eine Rezension schreiben ist unverantwortlich. Ich kann nur sagen, dass ich dieses Buch mit Interesse gelesen habe, aber ganz andere eigene Erfahrungen habe.
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am 9. Juli 2013
Die Fähigkeit, sich in andre „intuitiv und emotional“ hinein versetzen zu können, somit den anderen „ohne viele Worte zu „verstehen““, ist eine der Grundvoraussetzungen menschlichen Seines, menschlicher Gemeinschaft und damit menschlicher Gesellschaften. Ohne diese Fähigkeit wäre ein kooperatives Miteinander, das letztendlich die Existenz der Menschheit befördert und gesichert hat, gar nicht denkbar.

Wie aber und, durchaus auch, wo aber sitzt diese Fähigkeit im Gehirn? Welche komplexen Vorgänge vollzieht das Gehirn, um Empathie zu ermöglichen? Das sind die Kernfragen, dienen Christian Keysers nachgeht. Unter Nutzung der „Spiegelneuronen Methode“. „Beobachtbare Aktivitäten im Gehirn bei einer Betrachtung von Ereignissen, die gleiche Muster im Gehirn aufweisen, als würde das Ereignis aktiv erlebt“ (sinngemäß nach Wikipedia).

Dass solche Muster nun nicht nur auf sichtbare und ablaufende äußere Ereignisse nachweisbar sind, sondern auch im Rahmen von Emotionen beobachtbar sich darstellen und dies nun auch im Blick auf die Empathie von entscheidender Bedeutung für die Hirnforschung ist, das ist Christian Keysers Arbeitshypothese seit langem. Von hier aus erläutert er seine Erkenntnisse. Und das in erzählender, flüssiger und sehr verständlicher Sprache. Biologie muss der Leser nicht studiert haben, um Keysers Ausführungen zu verstehen.

Ausführungen, die in fundierter Form erläutern, warum wir Momente erleben, „Augenblicke, in denen wir nicht unsertwillen, sondern um anderer Willen gerührt sind“. Und damit bildet dieses Buch eine sehr interessante Lektüre für nähere Einblicke in „unsere soziale Natur“.
Bis dahin, dass mittels der Spiegelneuronen auch alte Entwicklungen wie die Entstehung der Sprache oder Kooperation ans ich entstanden sein können.

Und auch die „negative“ Seite führt Keysers logisch nachvollziehbar aus. Sind „Spiegelneuronen“ zuständig für die empathischen Verbindungen und Bindungen zwischen Menschen, dann ist es logisch, dass eine Störung der Aktivitäten dieser Nervenzellen zu „Gefühlstrennungen“ führen und zu Störungen im Miteinander, aber auch zu Verwerfungen in der Person selbst, da Empathie eine wesentliche Fähigkeit der Person für ein zurechtfinden als Mensch „in der Welt“ ist.

Am Beispiel des Autismus führt Keysers die Wichtigkeit der Spiegelneuronen und die Folgen einer Störung sehr plastisch aus und zeigt (nicht nur an diesem Beispiel), welche Folgerungen aus seinen Erkenntnisse für mögliche Therapien gezogen werden könnten.

Schritt für Schritt führt Keysers den Leser gründlich daher zunächst umfassend zu der Erkenntnis, dass der Mensch „zum sozialen Leben geboren ist“, in welchen Regionen des Gehirns diese soziale Gewiesenheit verortet ist und wie sich diese Mittels Spiegelneuronen in ihrer Aktivität nachweisen lässt. Bis dahin, dass er im Buch auch seine Folgerungen aus diesen Erkenntnissen überzeugend darlegt. Folgerungen, die zu einer „einheitlichen Theorie der sozialen Kognition“ führen und, daraus abzuleiten, vor allem, zu einer „Empathischen Ethik“ zu führen haben. Nicht im Sinne eines moralischen Postulats, sondern aus der Erkenntnis heraus, dass nur im Rahmen eines „empathischen Miteinanders“ Menschen nachhaltig ihre Persönlichkeit „störungsfrei“ entfalten können.

Alles in allem bietet Keysers einen sehr verständlichen und sehr gründlichen Einblick in seine Arbeit und bildet den Status Quo der „empathischen Hirnforschung“ gut lesbar ab. Aufgrund seiner vielfachen Darstellungen und der überzeugenden Argumente sind seine Folgerungen ebenfalls überzeugend und logisch.
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am 2. August 2013
Die unterhaltsame Schilderung der Entdeckung bzw. Darstellung der Bedeutung des Systems der Spiegelneuronen versteckt ein wenig die Dramaturgie des Autors, der ein interessantes Themenspektrum darstellt, und die Dramatik der Konsequenzen:
von den Spiegelneuronen über das System neuronaler Netze zur Simulation, Planung und Ausführung menschlicher Handlungen bis hin zur Ethik, die das gesellschaftliche Zusammenleben ermöglicht.
Mit den durch empirische Forschung bereitgestellten und belegten Ergebnissen wagt sich Keysers auf Gebiete, die die Philosophie bisher exklusiv für sich in Anspruch genommen hat und liefert "Erklärungs"-Modelle für Zusammenhänge, für die man bisher allenfalls auf der Basis sprachlich-begrifflicher Analyse "Verständnis" erwarten konnte.
Unser Empfinden und Handeln beruht danach auf zwei unterschiedlichen Mechanismen - der automatisierten Simulation von Handlungen und den damit verbundenen Empfindungen einerseits und der rationalen Beschäftigung mit den Sachverhalten unter Berücksichtigung "übergeordneter" Gesichtspunkte andererseits.
Der regelkonforme "Normalmensch" empfindet durch die mit der Simulation verbundene Empathie die Gefühlszustände der von Regelverletzungen Betroffenen als sei er selbst betroffen, versetzt sich somit in deren Situation; damit wird er selbst an Regelverletzungen gehindert und kann sich so nicht einmal selbst für erlittenes Unrecht revanchieren, gäbe es nicht den zweiten Weg der "rationalen Entscheidung", die diese Hemmschwelle ("Aug um Auge") überwindet.
Neben dem "Normalmenschen" gibt es aber andere, die die natürlichen Hemmungen abschalten und die Situation zu ihren Gunsten ausnutzen (können).
Recht ist der institutionelle, rationale Mechanismus, um Individuen trotz der natürlichen Hemmungen gegen Verletzung oder Missbrauch ihrer Ansprüche zu schützen.
Ethik und Recht als Basis "reibungsarmen" Zusammenlebens hätten danach unterschiedliche Quellen, die auf der besonderen Struktur des "System Mensch" in Form mentaler Entscheidungsprozesse - emotional bzw. rational - beruhen.
Bedenkt man die Konsequenzen für die liberalen, westlichen Gesellschaften, so ergeben sich daraus Perspektiven, die sehr nachdenklich machen; dazu ist aber jeder selbst aufgefordert ...
Für mich liefert der Autor damit interessante, bisher noch fehlende Mosaiksteinchen zur Gesellschaftstheorie des Niklas Luhmann, die die Verbindung vom psychischen System (Mensch) zur Gesellschaft als Gesamtsystem mit ihren Funktionssystemen herstellen.
Ein Buch, in dem sehr viel mehr steckt als man auf den ersten Blick erkennen kann!
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TOP 1000 REZENSENTam 6. August 2013
Christian Keysers, Jahrgang 1973, in Belgien geboren hat Psychologie und Biologie in den USA und in Deutschland studiert. Er forscht in Groningen mit seiner Frau Valeria Gozzola. Die beiden gründeten das Social Brain Lab besonders im Bereich der Spiegelneuronen.

Spiegelneuronen wurden in den frühen 90ern von italienischen Forschern entdeckt. Sie erlauben es unserem Gehirn die Gefühle anderer Individuen nachzuempfinden.
Diese hochkomplexe Materie der Nervenzellen hat Keysers in diesem Buch fundiert und doch verständlich zusammengefasst.
Spiegelneuronen ermöglichen nicht nur die Empathie , also das Mitfühlen und Einfühlen in andere, sondern auch Teile der Sprachentwicklung und anderer lebenswichtiger Bereiche der Gehirnentwicklung.

Eindrucksvoll schildert der Autor den Zusammenhang zwischen Spiegelneuronen und Hirnschädigungen, z.B. nach einem Schlaganfall, und daraus resultierenden Ausfallerscheinungen.
Auch am Autismus sind Spiegelneuronen beteiligt.

Nach dem Lesen dieses Buches sind mir viele Zusammenhänge bezüglich Verhalten, Aktion und Reaktion, Empathie und Gefühlskälte des Menschen aber auch bei Tieren viel klarer geworden.

Dieses Buch ist ein Quell von fundiertem Wissen zum Thema Spiegelneuronen. Hochkomplexe Wissenschaft so verständlich rüberbringen kann nicht jeder.
Und im Anhang gibt es jede Menge Literaturstellen zum Weiterlesen.

Meine absolute Leseempfehlung für alle, die sich interessieren für Gefühle, das Miteinander von Menschen, Wissenschaft, Psychologen und alle Berufsgruppen, die mit Menschen als fühlenden Lebewesen zu tuen haben und auch für Menschen, die mit Tieren zu tuen haben. Ich denke da z.B. an Hundetrainer, Menschen, die Therapiehunde ausbilden, etc.
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am 29. Februar 2016
Auf dieses Buch bin ich durch die Titelgeschichte im SPIEGEL (29/2013 – Die Macht des Mitgefühls) aufmerksam geworden, wo der Autor Christian Keysers über sein Forschungsgebiet Spiegelneurone und Empathie befragt wurde. Keysers hat ein paar Jahre als Post-Doktorand beim Entdecker der Spiegelneurone Giacomo Rizzolatti in Parma gearbeitet und jetzt ein Buch vorgelegt, in dem er zeigen will, „wie elegant und einfach das Gehirn verfährt, wenn es uns zu empathischen Geschöpfen macht“, wie er es ausdrückt. Er schreibt mit Begeisterung über Spiegelneurone und referiert, was es an Erkenntnissen darüber gibt. Er löst dabei beim Leser das Gefühl aus, als würde er weltverändernde Neuheiten verkünden, die schon lange bekannt sind, aber Keysers jetzt neu interpretiert:
* Spiegelneuronen haben unsere Vorstellungen von den Funktionen des Gehirns grundlegend verändert.
* Spiegelneuronen vermitteln uns ein intuitives Verständnis für die Handlungen anderer. Ich fühle, was du fühlst.
* Wir sind nicht alle gleich empathisch.
Empathische Menschen spiegeln mehr. Wenn der Autor auch manchmal in einen für Laien unverständlichen Fachjargon verfällt, schreibt er doch meistens in einem flüssigen und verständlichen Stil. Er bezieht auch persönliche Erlebnisse mit ein und interpretiert sie, wie zum Beispiel wie ihm bei der Hochzeitszermonie sein „Ja“ im Halse stecken blieb oder warum er sich von seiner streitsüchtigen Freundin trennte, weil die „Schaltkreise“ nicht harmonisierten.Sehr ausführlich beschäftigt sich Keysers mit der „Intuition in der Hirnforschung“. Früher hielt er Intuition für unzuverlässig und glaubte, sie sei seinem rationalen Denken unterlegen. Heute beschreibt er Intuition als das Ergebnis eines raffinierten, hochentwickelten Prozesses, der die ganze Vielfalt meines motorischen Vermögens über andere Menschen nutzt. So ist die Intuition zu einem verlässlichen Mitarbeiter für mich geworden, dessen Arbeit ich nicht kontrollieren muss, sondern auf dessen Entscheidungen ich mich verlassen kann.Keysers ist der Überzeugung, dass die Entdeckung der Spiegenneurone weitreichende Konsequenzen für unser Moralverständnis habe. Empathie sei fest im Gehirn verankert und verkörpere die Grundlagen unserer natürlichen Ethik. Dem würden die Hirnforscher Wolf Singer und Gerhard Roth vehement wiedersprechen.Wolf Singer, schreibt in seinem Beitrag >Warum unsere Intuition trügt< (in „Zukunft Gehirn, Hrg. Tobias Bonhhoefer und Peter Gruss, Beck München 2013):Unsere Intuition macht Annahmen über die Organisation unseres Gehirns – also jenes Organs, dass diese Intuition hervorbringt -, die mit den Erkenntnissen der Neubiologie nicht übereinstimmen.(...) Gehirne sind komplexe Systeme mit nichtlinearer Dynamik und nur wenig gemein haben mit herkömmlichen Maschinen wie Computer, bei denen die Systemdynamik linear bleibt.Nicht alle Wissenschaftler, allen voran Philosophen, stimmen den Grundannahmen von Singer und Roth zu, die die Willensfreiheit des Menschen in Frage stellen. Das alles diskutiert Keysers nicht. Er tut so, als gäbe es nur Positives in der Neurowissenschaft, „zumWohle der Menschheit.“.Keysers als Weltverbesserer: „Die gemeinsamen Schaltkreise sind unsere moralische Stimme.“ Er bemüht die goldene Regel aller Weltreligionen: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Er schreibt: "Der Umstand, dass sich heute mehrt als 80% der Weltbevölkerung zur Goldenen Regel bekennen, ist dem Wohlergehen und der Stabilität unserer Gesellschaften zuträglich." Das klingt nach positivem Denken, nach positiver Psychologie. Ist dies der Anfang einer positiven Hirnforschung?
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am 24. Juli 2013
In „Unser empathisches Gehirn“ beschäftigt sich Christian Keysers mit den Wirkungsmechanismen der Spiegelneuronen, deren Erforschung in den letzten Jahren durch die neuen bildgebenden Verfahren (fMRT) einen großen Sprung gemacht hat. Der Erzählstil dieses Buches lädt dazu ein, dem Forscher bei seiner Arbeit über die Schulter zu gucken, und macht Wissenschaft dadurch erlebbar. So bindet er gerade zu Beginn des Buches immer wieder autobiographische Elemente mit ein, die verdeutlichen, dass das Wissen über unser Gehirn mit jenen Menschen verknüpft ist, die es produzieren. Im Grunde genommen geht es Keysers aber um eine Erklärung dessen, was Empathie eigentlich ist und wie sie neurophysiologisch funktioniert. Die Darstellungsweise der Studien und Experimente, die der Autor heranzieht, um seine Aussagen zu belegen, entbehrt zwar in mancherlei Hinsicht jener Exaktheit, die von einem Fachbuch zu erwarten wäre, regt aber dazu an, sich mit einzelnen Aspekten tiefergehend zu befassen. Gerade der erzählende Stil macht das Buch leicht verständlich und lässt die Inhalte lebendig werden.

Zunächst erläutert Keysers sehr detailliert, wie Spiegelneuronen funktionieren, und macht deutlich, wie wichtig sie für das Verständnis unserer Empathiefähigkeit sind. Um andere Menschen zu verstehen, stellt sich unser Gehirn ihm zufolge die Frage, wie es sich anfühlen würde, das Gleiche zu tun? Spiegelneurone stellen eine direkte Verbindung zwischen der Wahrnehmung anderer Menschen und jenen Hirnregionen dar, die für das eigene Verhalten zuständig sind. Durch den handlungsbezogenen Nachvollzug dessen, was wir bei anderen beobachten, lässt es sich real nachempfinden. Das Lernen am Modell hat in den Spiegelneuronen also eine Art Korrelat gefunden, mit dem sich viele bekannte Annahmen auf ein neues wissenschaftliches Fundament stellen lassen. Kurzum lässt sich sagen, dass wir uns in andere hineinfühlen, um besser von ihnen lernen zu können. Der Mensch ist also auch neurophysiologisch betrachtet ein soziales Wesen.

Doch wie lernen wir von anderen? Besonders wichtig für das Verstehen sind die Ziele, mit denen eine Handlung bzw. ein Verhalten verbunden ist. Die Wahrnehmung eines Ziels bestimmt maßgeblich, welche Hirnregionen bzw. Spiegelneuronen aktiviert werden. So gibt es allgemeine, die die grobe Marschrichtung vorgeben, und streng kongruente, die sich konkret auf das Beobachtete beziehen. Dadurch wird die Flexibilität des entsprechenden Systems deutlich und auch der Unterschied zum klassischen Verständnis des Lernens durch Imitation. Sogar gegenüber Tieren und Gegenständen sind empathische Gefühle von großer Bedeutung, wie der Autor an ausgewählten Beispielen verdeutlicht. Keysers betrachtet den Körper zudem als festen Bestandteil des Geistes und plädiert für eine Auflösung der dualistischen Denkweise, da Körper, Gehirn und bewusster Geist in einem ständigen und partnerschaftlichen Austausch miteinander stehen.

Im mittleren Teil des Buches wird die Entwicklung der menschlichen Sprache ausführlich beleuchtet. So sorgen Spiegelneuronen z.B. durch einen zirkulären Wirkmechanismus dafür, dass man das Gefühl hat, dass eine gesendete Botschaft beim Gegenüber ankommt. Das Spiegelsystem bildet also eine Brücke zwischen zwei Menschen und ist für die Entstehung von Kommunikation von großer Bedeutung. Keysers beschäftigt sich zudem mit den Ursachen und Implikationen von Autismus und Soziopathie und stellt mit dem Interpersonal Reactivity Index von Davis einen Test bereit, mit dem sich die Ausprägung der eigenen Empathiefähigkeit in vier Bereichen messen lässt: Perspektivübernahme, Fantasie, emotionale Einfühlung und persönliche Betroffenheit. Obwohl wir selbstverständlich alle über Spiegelneuronen verfügen, ist die Fähigkeit, empathisch zu empfinden, sehr unterschiedlich ausgeprägt und abhängig von den individuellen (Vor-)Erfahrungen. Auch auf grundsätzliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern weist Keysers hin. Unter Zuhilfenahme der hebbschen Lernregel macht er die Plastitzität unseres Gehirns deutlich und erörtet u. a., dass Empathie, gemeinsame Schaltkreise und Spiegelneurone im Grunde genommen erlernte Assoziationen sind. Die Folgerungen daraus legen zudem eine einheitliche Theorie der sozialen Kognition nahe. Zum Ende des Buches leitet Keysers eine Ethik ab, die auf Empathie basiert, welche fest in unserem Gehirn verankert und somit grundlegend für unser ethisches Empfinden und für die daraus abgeleiteten Gesetze ist. Die „gemeinsamen Schaltkreise“, von denen er in diesem Zusammenhang spricht, sind sozusagen unsere moralische Stimme.

Auch wenn die Erforschung der Spiegelneuronen neue Perspektiven eröffnen, ist doch nur Weniges von dem, was Christian Keysers schreibt, wirklich überraschend. Der Hauptnutzen des Buches besteht wohl in der Aufschlüsselung der neurophysiologischen Korrelate bereits kursierender Annahmen über das Empfinden von Empathie. Mittels der Beschreibung diverser Studien und Experimente gelingt es dem Autor, die wissenschaftlichen Erkenntnisse so plastisch darzustellen, dass sie auch für Laien nachvollziehbar und zu einem spannenden und unterhaltsamen Lesegenuss werden.
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am 26. Oktober 2013
Das buch zeigt die wichtige Entdeckung, dass der Mensch bereits biologisch eine empathische Grundlage mitbringt. allerdings muss diese auch durch die Umwelt gefördert werden, damit sie wirksam werden kann. Hierzu wird oftmals weniger der Zusammenhang gezeigt. Dadurch entstehen schwierige Fragen wie: was macht man mit Personen, die keine biologische Grundlage der Empathie haben? wie soll das biologisch bearbeitet werden? Tabletten? Operation? Chip einsetzen?...Empathie hat verschiedene Quellen, aus denen sie sich entwickelt. auch wichtige Erfahrungen gehören dazu, welche nicht durch biologische Prozesse gelegt werden können. Der heutige Trend,alles hirnphysiologisch zu sehen, ist sehr problematisch und übersieht viele andere Prozesse.
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am 10. November 2013
habe das als vorspann bereits in einem journal mit großem interesse gelesen.
das buch ist weiter spannend und unbedingt empfehlenswert.
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Oktober 2013
Keysers liefert nicht nur eine detaillierte und verständliche Darstellung der Forschungen zu den Spiegelneuronen, an denen er beteiligt ist, sondern wagt auch einen spekulativen Ausblick, indem er die These eines „emphatischen Gehirns“ vertritt.

Im ersten Teil liefert Keysers einen auch für Laien verständlichen, differenzierten Einblick in die Entdeckung der Spiegelneuronen und deren Erforschung, der sich zunächst spannend lesen lässt. Im weiteren Verlauf beschreibt er spezifische Experimente, die die Wirkungsweisen der Spiegelneuronen erklären und auch belegen sollen. Dieser Teil ist sehr ausführlich und bisweilen langatmig geraten und ist nur für Leser geeignet, die sich intensiv in die Details einarbeiten möchten.

Von allgemeinem Interesse sind dann seine weitreichenden, in der Fachwelt zum Teil umstrittenen, zusammenfassenden Thesen im letzten Kapitel:
Die Entdeckung, dass Verhaltensweisen und auch Emotionen, die wir bei anderen beobachten unsere motorischen und emotionalen Systeme mobilisieren, führt ihn zu der These eines „social brain“. Demnach sind wir anders als lange gedacht nicht vollkommen getrennt von anderen, sondern über „gemeinsame Schaltkreise“ eng miteinander verbunden. Unsere Handlungen sind aus dieser Sicht nicht länger nur Ergebnis eines isolierten Individuums, sondern immer des Zusammenwirkens mit anderen.

Diese Ergebnisse der Spiegelneuronenforschung scheinen geeignet zu sein, ähnliche Einsichten zu bestätigen, die in anderen Disziplinen gewonnen wurden und die These eines „sozialen Gehirns“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln stützen. So etwa bei Christakis & Fowler Connected!: Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist, die aus der Perspektive der soziologischen Netzwerkforschung gezeigt haben, dass unser Verhalten in hohem Maße durch die sozialen Netze, in denen wir uns bewegen, beeinflusst werden.

Was den Mechanismus der „Gefühlsansteckung“ betrifft, den Keysers ausführlich beschreibt, so ist dieser schon lange Bestandteil der Arbeit von Gestalttherapeuten, die das Spiegeln, schon lange vor Entdeckung der Spiegelneuronen, seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrunderts, als wirksames therapeutisches Instrument zur Steigerung der „awareness“ des Klienten eingesetzt hatten. Wie das funktioniert habe ich in einer Längsschnittstudie 1993 beschrieben Gestaltpädagogik, Trainingskonzepte und Wirkungen.

Auch aus Sicht meiner Theorie des Kreativen Feldes, die davon ausgeht das kreative Schöpfungen weniger Ergebnis isolierter Genies, sondern besonders konstruierter „Kreativer Felder“ Kooperation und Kollaboration: Das Kreative Feld als Weg zu innovativer Teamarbeit;Ich bin gut, wir sind besser: Erfolgsmodelle kreativer Gruppen, bzw. von Synergiebeziehungen sind, von „Resonanzfeldern“, sind Keysers „gemeinsame Schaltkreise“ als neurowissenschaftliche Bestätigung des Phänomens der kollektiven Kreativität anzusehen.

Keysers liefert Argumenten zu einer neurowissenschaftlichen Fundierung der physiologischen Grundlagen kollektiver Kreativität und vielleicht sogar Perspektiven für die Entwicklung einer emphatischen Zivilisation, wie sie Jeremy Rifkin visionär entworfen hat The Empathic Civilization: The Race to Global Consciousness in a World in Crisis. Sicherlich alles recht spekulativ, aber für diejenigen, die weiterdenken wollen, inspirierend.

Fazit: Spiegelneuronenforschung verständlich und mit inspirierenden Perspektiven.

Prof. Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
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TOP 1000 REZENSENTam 14. Juli 2013
Der Autor ist studierter Biologe und Psychologe. In diesem Buch will er das Phänomen des Mitgefühls und des menschlichen moralischen Verhaltens anhand von Gehirnstrukturen erklären.

Das Buch wurde aus dem englischen übersetzt, und obwohl die Übersetzung gelungen ist, sind doch etliche Formulierungen weniger präzise als sie bei einem Originaltext zu erwarten wären. So ist etwa permanent von "Schaltkreisen" im Gehirn die Rede: "Wenn gemeinsame Schaltkreise tatsächlich die Grundlage für Ethik und unsere Anteilnahme für andere sind, dann legt der Umstand, dass Tiere Spiegelneuronen besitzen, den Gedanken nahe, dass sie zumindest irgendeine Form der Ethik besitzen — eine Vermutung, die die Forschung bestätigt hat." (S. 249)

Solche Wischiwaschi-Aussagen sind immer wieder im Buch zu finden. Welche Tiere meint Keysers genau? Er schreibt ständig von Versuchen mit Affen, sind das Menschenaffen oder was für eine Art? Das macht einen großen Unterschied. Welche Tiere haben genau Spiegelneuronen und woher wissen wir das?

Der Autor braucht viele Worte für relativ wenig Aussagen, für mein Gefühl könnte das Buch ohne Verlust um ein Drittel gekürzt werden. Im Vergleich zu den deutschsprachigen Professoren und Autoren Manfred Spitzer, Gerald Hüther und Joachim Bauer ist Keysers seine Unerfahrenheit anzumerken. Ich bevorzuge insbesondere die Bücher von Joachim Bauer wie Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone
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