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am 16. August 2014
Als Ergänzung der Shakespeare-Lektüre ist das ein ideales Buch.
Es gibt viel historisches Hintergrundwissen zu fast allen Lebensbereichen von Shakespears Umwelt. Diese werden realistisch und witzig geschildert. Außerdem gibt es einen kurzen Abriß der Rezeptionsgeschichte von Shakespeares Dramen in Deutschland. Wer sich für Literaturgeschichte interessiert, ist damit gut bedient. In beiden Teilen wird Shakespeare (soweit ich das beurteilen kann) hinsichtlich gesellschaftliche Stellung, Bildung und Wirkung in einen realistischen Rahmen gestellt. William Shakespeare ist bei Frank Günther weder eine Genie, das nur aus der eigenen Natur heraus Litaturmeisterwerke vollbringt, noch ein Idiot, der es eigentlich gar nicht gewesen sein kann. Die Leistung vor allem in der Sprache und der Dramatik wird ausreichend gewürdigt, ohne ihn zu einem gottgleichen Wesen zu stilisieren.
Und dabei kommt der dritte und meiner Meinung nach erfreulichste Teil ins Spiel, in dem Frank Günther mit den beliebtesten Verschwörungstheorien aufräumt. Das ist nicht nur interessant. Günther schreibt vor allem sehr vergnüglich und macht sich elegant über die merkwürdigen Ideen lustig. Ein großer Spaß zum Lesen.
Wenn man gerade gleichzeitig einige Bände der zweisprachigen Neuausgabe, die auch Günther übersetzt hat, liest, ist das die ideale Ergänzung und Entspannung!
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Im April dieses Jahres begehen wir den 450. Geburtstag eines Phänomens mit dem Namen „William Shakespeare“. Im Laufe der zurückliegenden Jahrhunderte wurde er gefeiert, vergessen und wiederentdeckt. Zwar kennen wir alle den großen englischen Dramatiker und seine Werke, von „Romeo und Julia“ bis zu seinem „Hamlet“, aber über den Menschen Shakespeare wissen wir relativ wenig. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt.

Der ausgesprochene Shakespeare-Kenner Frank Günther , der auch fast alle dramatischen Werke Shakespeares übersetzt hat, bringt uns den „Swan of Avon“ in seinem neuen Buch „Unser Shakespeare“ näher, indem er versucht, Einblicke in das Zeitalter zur Wende des 16./17. Jahrhunderts zu vermitteln. So beleuchtet er das großartige Elisabethanische Weltbild der damaligen Zeit, entführt den Leser aber auch in das angebliche „Kuhdorf“ Stratford on Avon, das in Wahrheit jedoch eine Bürgerschicht mit beachtlichem Bildungsniveau besaß. Auch die Herrschaftszeit von Jakob I. wird gestreift, schließlich verfasste Shakespeare in ihr einen Großteil seiner Dramen. Um das Geheimnis „Shakespeare“ ein wenig zu lüften, setzt sich der Autor auch mit einigen Werken, die etwas über das Denken und die Geisteshaltung des Dramatikers verraten, auseinander: die Sonette, „Hamlet“ oder „Maß für Maß“.

Neben der Darstellung der für uns heute fremden „Shakespeare“-Welt vor 400 Jahren verfolgt der Autor noch ein anderes Ziel: die Antwort auf die Frage, wie Englands berühmtester Dichter zu dem Klassiker der Weltliteratur wurde - vor allem, wie er in Deutschland in den letzten zweihundert Jahren zu „unserem Shakespeare“ wurde. Es gibt kein anderes Beispiel, dass ein fremdsprachiger Autor so in unsere Nationalliteratur übernommen wurde, ja sogar zum Spiegel unserer deutschen Seele wurde.

Natürlich kommt Günther auch nicht an der Frage „Wer war Shakespeare wirklich?“ und den zahlreichen und wirren Theorien um seine Autorenschaft vorbei. Dabei warnt er, denn gerade heute ist die Ansteckungsgefahr groß, was die alljährlich im Durchschnitt 6000 Publikationen zum Thema „Shakespeare“ beweisen. Nun also noch ein weiteres Shakespeare-Buch? Eindeutig ja, denn Frank Günther versteht es wunderbar, uns Shakespeare näherzubringen. Nicht nur mit Fakten und Vermutungen, sondern mit viel Kenntnis und vor allem mit Witz. Das Buch verstreut auf keiner Seite papierne Langeweile. Günthers Sprache ist nicht gelehrt, sondern alltäglich und amüsant - eben echt Shakespeare. Selten habe ich so viel über Shakespeare gelernt und dabei geschmunzelt. Wirklich ein tolles Geburtstagsgeschenk!
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am 10. April 2016
Eine der besten, unterhaltsamsten und informativsten Biographien und Zeitgeschichten, die ich über Shakespeare gelesen habe. Die Kapitel sind gut gegliedert, die Themen detailreich und mit Humor geschrieben. Sehr sehr empfehlenswert!!!!!
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am 3. Juli 2016
Vor 400 Jahren ist William Shakespeare gestorben. Aber ist dieser Mann auch der Verfasser der 37 Dramen oder nur ein "Strohmann" für einen adligen Autor, wie der Film "Anonymus" von Roland Emmerich 2011 nahelegt? Das preiswerte Taschenbuch des fachkundigen Übersetzers Frank Günther schien mir eine geeignete Lektüre, um eine "literarische Bildungslücke" zu schließen und Antwort auf die "Verfasserschaftsfrage" zu erhalten.

Wer einen Überblick über Shakespeares Dramen und Figuren im Stile einer "schülergerechten" Zusammenfassung erwartet, der wird enttäuscht. F. Günther geht es - wie der Untertitel "Einblicke in Shakespeares fremd-verwandte Zeiten" zeigt, um

- die Präsentation der wenigen historischen Fakten und Quellen zur Person Shakespeares
- den historischen Kontext der Schauspielergruppen um 1600 in London
- die religiösen und politischen Konflikte im Elisabethanischen Zeitalter
- den Shakespeare-Hype Ende in Deutschland um 1800
- eine Widerlegung der Autoren, die die Verfasserschaft Shakespeares anzweifeln
- die Probleme des Übersetzens einer damals kaum normierten Sprache
- die Frage, ob Klassiker im Lauf der Jahrhunderte nicht für heutige Leser unverständlich werden
u.v.m.

Alles unterhaltsam und sprachlich gekonnt in kleinen Kapiteln zu lesen, mit Witz und aktuellen Bezügen angereichert. Zugleich ein Zeitbild von England bzw. London um 1600, das den meisten Leser neu sein dürfte. Ein Shakespeare-Experte, der es versteht, verständlich zu schreiben, und der überzeugend darlegt, dass Shakespeare der Verfasser der mit seinem Namen verbundenen Werken ist.

PS: Verunsichert haben mich die negative Rezension von "Sonett72" und dort anschließenden Kommentare, die
lesenswert sind. Trotzdem lasse ich es bei den 5 Sternchen, da ich die Lektüre genossen habe.
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am 22. Mai 2014
Eine etwas gewagte Feststellung. Dennoch, Shakespeare ist ohne Frage eine der bedeutendsten Dramatiker. Leider im Original - trotz guter Engischkenntnisse - vielfach schwer verständlich. Frank Günther geht da mit seinen Übersetzungen neue Wege und es ist eine Freude, sie zu lesen. Unser Shakespeare ist eine Art Resumee. Brillant geschrieben und allen Theaterfreunden
wärmstens empfohlen.
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am 29. Juli 2014
Endlich räumt einer mal auf wer Shakespeare sein soll. Klar formulierte, witzig geschriebene Tatsachen über den einzigen, wirklichen Shakespeare. Alle diejenigen, die Glauben, dass Shakespeare ein anderer war, sollen die Argumente von Frank Günther lesen und danach in der genau gleichen Klarheit versuchen diese Argumente zu wiederlegen.
Dieses Buch würde ich dann auch lesen.
Was aber nicht Nötig sein wird.
Shakespeare ist Shakespeare.
Vielen Dank Herr Günther für dieses Buch
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am 25. Mai 2014
Das Buch mag ich gar nicht empfehlen. Rhetorik statt Recherche. Wer unter den Lesern weiß z.B., dass der Zusammenhang zwischen Castiglione und Macchiavelli einfach nicht stimmt, dass Sir Francis Walsingham mit Sir Thomas Walsingham verwechselt wird, dass als Macbeth die Hexen fragt, er noch nicht König ist, dass kein einziger Katholik nach 1570 verbrannt wurde . Nach dem 1559 wieder eingeführten Suprematsakt von 1534, das den Monarchen zum Oberhaupt der Kirche erhob, übrigens legitimiert durch Katholiken wie Stephen Gardiner und Edmund Bonner, die später zu Stützen der Regierung Marias I. wurden, galt die Ablehnung des Primats des Monarchen als Hochverrat. Die Strafe für Hochverrat war nicht Verbrennung — verbrannt wurden Ketzer — sondern: hängen, ausweiden, vierteilen. Katholiken wurden nicht als Ketzer, sondern als Hochverräter hingerichtet……ich höre hier auf. Schade, dass damit Menschen, die sich für Shakespeare interessieren, dilettantisches Halbwissen, wenn auch spritzig formuliert, vorgesetzt bekommen. Nein, das ist nicht mein Shakespeare, auch nicht unser Shakespeare, sondern Günthers Vorstellung.
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am 26. März 2014
Es gibt eine wachsende Gemeinde von sog. „Antistratfordianern“ (z.B.[.....] die davon überzeugt ist , dass ein berechtigter Zweifel an der Person William Shaksper aus Stratford besteht, mit dem Dichter und Dramatiker William Shakespeare von „Hamlet“ oder „Romeo und Julia“ identisch zu sein..
Ich kann Frank Günthers vielfältiges Kaleidoskop von seichten Kolportagen bis zu ernsthaften kurzen Essays nicht wirklich empfehlen. Er hätte sich nicht ausschliesslich höchst polemisch sondern mit einem gewissen Respekt mit der Autorschaftsfrage, die viel Raum in dem Buch einnimmt, befassen müssen.
...
Er versucht immer wieder diejenigen, die ein berechtigt erscheinendes Autorschaftsproblem erkennen und Zweifel an William Shaksper(Stratford) anmelden, als Spökenkieker zu entlarven.
Beispiele
●Der spökenkiekerische Mythos, dass Shakespeare gar nicht Shakespeare war, will es, dass man Stratford als hinterwäldleriches Kuhdorf herunterschreibt,... denn je primitiver man das Kuhdorf darstellt, umso unglaubwürdiger, dass der Stratforder Bauernlümmel „unser“ Shakespeare hätte werden können.
●Wir wissen folglich nichts von seiner künstlerischen, seelischen und geistigen Lebensentwicklung und nichts von seinem Gefühlsleben, kurz: wir wissen nichts von ihm als Menschen, nichts von der Person hinter dem Werk, nichts von jener inneren Biographie, trotz der über 100 Dokumente. Dies soll nach Meinung von Spökenkiekern höchst verdächtig und rätselhaft sein.- Aber das ist ein Irrtum.
●Die Spökenkieker messen nur mit zweierlei Mass: sie erwarten von Shakespeare's Hinterlassenschaft Dinge, die sie von anderen Autoren nicht erwarten.
●Das Verfasserschaftsspiel begann etwa gleichzeitig mit der Erfindung des Kriminalromans als literarischem genre um 1850 durch Edgar Allen Poe. Im Detetektiv, der wider dunkle Mächte die verheimlichte Wahrheit ausspürt, zeigt sich das Selbstverständnis der Spökenkieker
●die wahrheitsunterdrückeneden Mächte heissen heute für sie [die Anti-Stratfordianer] die “Shakespeare Industrie“ und das „Akademische“ Establishment. Der Traum aller Spökenkieker [ist], die Jahrhunderte überspannende, gezielte Shakespeare-Fälschung zu beweisen.
●Beschäftigung mir der [Shakespeare] Verfasserschaftsfrage ist reine Zeitvernichtung, bloss nicht in die Debattenfalle gehen, die immer nur den Spökenkiekern nutzt. Ein Faktum muss man nicht verteidigen, es ist einfach wie es ist.

In eine wissenschaftliche Debatte über die Shakespeare Autorschaft sollte man sich nach Günther keinesfalls hineinbegeben, sie nutze immer nur den Antistratfordianern, sprich den "Spökenkiekern"..- Dies klingt wie ein (längst erfolgter) Abschied auf jede Form ernst zu nehmender Wissenschaft, welche mittels der Stärke von Argumenten und Fakten ungelöste Rätsel entschlüsseln und die Wahrheit zu erforschen sucht.
99 Kommentare| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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