Amazon-Fashion Hier klicken hasbro nerf Calendar Promo Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More naehmaschinen Mehr dazu Fire Shop Kindle AmazonMusicUnlimited GC HW16

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
10
4,6 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 2. September 2013
Warum werden in einer Gesellschaft, der es insgesamt so gut geht, wie nie zuvor, immer mehr Menschen krank an ihrem Geist und an ihrer Seele? Wie kommt es, dass die Menschen früher, die etwa vor 60 Jahren wie meine Eltern, viel weniger hatten, viel zufriedener und glücklicher waren, jedenfalls in meiner Erinnerung? Warum kann ich mich bis zum Beginn meiner Berufstätigkeit 1980 an keinen einzigen Menschen erinnern, den ich kannte, der wegen innerer Erschöpfung in eine Klinik kam? Und warum reichen heute meine beiden Hände nicht aus, die aufzuzählen, die ich alleine aus meinem Wohnort als Betroffene in den letzten Jahren gesprochen habe?

Der belgische Psychoanalytiker Paul Verhaeghe zeigt in diesem Buch mit einer Fülle von Beispielen aus seiner Praxis, was sich in den letzten Jahrzehnten verändert hat: Es sei, so sagt er, die Botschaft der neoliberalen Ideologie, jeder sei für sich selbst verantwortlich und frei, zu tun, was er will, deren dunkle Kehrseite nun massiv zum Vorschein komme und die Identität vieler Menschen beschädige und behindere. Deren Botschaft heißt: jeder kann perfekt sein, jeder kann alles haben. Wer dabei versagt, hat sich nicht genug anstrengt. Wer scheitert, und an seinem Leben krank wird, ist selbst schuld. Kaum jemand kann ermessen, wie weit diese Botschaft schon in die Köpfe vieler Individuen Einzug gehalten hat und ihr Leben, Fühlen und Handeln bestimmt.

Doch nicht ohne weitreichende Folgen. Die Scham, nicht zu genügen, die Wut und die Aggression gegenüber der eigenen Unzulänglichkeit nehmen zu und die, die bislang gesund geblieben sind und noch funktionieren, schauen mit Verachtung auf die herab, die es nicht geschafft haben. Solange, bis die Angst auch sie am Wickel hat.

Verhaeghes Analyse ist erschreckend und seine Schlussfolgerung ernüchternd:

„Die aktuelle, wirklich sehr extreme Form von Individualismus lässt nur wenig bis keine Autonomie zu. Das Individuum ist auf die Funktion eines Verbrauchers reduziert, der in der Illusion lebt, einmalig zu sein und eigene Entscheidungen zu treffen, während noch nie so viel Menschen in einem derartig großen Maßstab dieselben Verhaltensweisen und dasselbe Denken aufgezwungen wurde. Insoweit gibt es keine Selbstsorge, da der Konsumismus jede Vorstellung von Selbstbeherrschung und Einschränkung beiseite schiebt.“

Doch er sieht zarte Anhaltspunkte für Veränderung: „Wenn immer mehr Menschen das Gefühl haben, dass etwas grundlegend verlehrt läuft, dann liegt Veränderung in der Luft. Das ist war der Fall, doch gelingt es den Menschen bisher nicht, sich zu organisieren. In der klassischen griechischen epimeleia, der Selbstsorge, sieht er den wichtigsten Ansatzpunkt: Worin besteht gutes Leben, was fühlt sich gut für mich an?

Und auf gesellschaftlicher Ebene fordert er:
„Wir brauchen wieder ein politisches System, das die stets schwierige und notwendige Balance von Übereinstimmung und Verschiedenheit herstellt von Gruppe und Individuum, von diktierter Gleichheit und freier Wahl. Diese Gesellschaftsordnung müssen wir selbst aufbauen, indem wir die Initiative ergreifen.“

Jeder kann mit seinem bescheidenen Leben damit anfangen.
0Kommentar| 46 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Oktober 2013
Ein Buch ist gut, wenn es einem zum Nachdenken anregt. Und dies ist mit dem Buch hervorragend - zumindest bei mir - gelungen.
Es werden viele essentielle Fragen beantwortet. Natürlich werden nicht alle Leser diese Antworten teilen.

Was ist die Identität eines Menschen und wie entsteht diese? Wie identifiziert man sich mit der Gesellschaft und wie haben sich die Beziehungen zwischen Gesellschaft und Individuum geändert? Was motiviert bzw. frustriert Menschen sich für die Gesellschaft bzw. seiner Firma einzubringen? Was macht es mit den Menschen, wenn jeder nur seines eigenen Glückes Schmied ist?

Wir leben in einer Gesellschaft in der Individualismus gepredigt wird und wer scheitert trägt persönliche Schuld. Wo jeder selbst für sich verantwortlich ist, ist das Misstrauen gegenüber den Anderen gross. So kommt es dass der Neoliberalismus, der das Ziel der Deregulierung hat, ins genaue Gegenteil verkehrt. Überall wird gemessen und bewertet. Da Werte und Normen verloren gehen, werden diese durch Regeln ersetzt und deren Einhaltung gemessen. Dabei geht alles was man nicht messen kann verloren. Ein Beispiel: Misst man bei den Pisa Studien die Qualität der Schule oder nur aus welchen sozialen Milieus die Schüler kommen?

Das Buch ist alles andere als oberflächlich, aber dennoch für den Laien verständlich. Der Highlight für mich war die Beschreibung der Enron Gesellschaft. Enron, war eine Firma, die jedes Jahr automatisch die 10% unproduktivsten Mitarbeiter entlassen hat und die besten mit Boni überhäuft haben. Das Ergebnis überrascht mich nicht.

Einige Behauptungen haben mich überrascht, und ich neige diese anzuzweifeln z.B. dass in vielen Berufen die notwendigen Fähigkeiten abnehmen - da Maschinen diese Aufgaben übernehmen. Aber ein Buch das in allen Punkten nur die eigenen Ansichten teilt, bringt einem nicht zum Nachdenken.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Dieses Buch vermittelt auf excellente Weise, wie durchdringend sich eine starke Ökonomisierung der Gesellschaft auf die einzelnen Menschen auswirkt. Der belgische Autor Paul Verhaeghe versteht es als Psychoanalytiker und klinischer Psychologe aus seiner Praxis heraus ausgesprochen gut, die Veränderungen in den letzten Jahrzehnten aufzuzeigen. Insbesondere die Selbstverantwortung jedes Einzelnen - getarnt als Freiheit jedes Einzelnen - kritisiert er und macht anhand vieler eindrücklicher Beispiele deutlich, wie sehr die Identität vieler Menschen beschädigt wird. Insbesondere das Versagensgefühl der Menschen, wenn sie sich scheinbar nicht genügend angestrengt haben, um perfekt zu sein, deckt der Autor auf. So kann die Selbstverantwortung leicht zu Selbstzweifeln führen, dass man sich nur nicht genügend angestrengt habe; auch wenn gegebenenfalls die gesellschaftlichen Verantwortungsbereiche offensichtlich sind. So nehme es kein Wunder, wenn Wut udn Aggression gegenüber anderen, aber auch gegen sich selbst die Folgen der "neoliberalen Autonomie" sind.
Individualität werde auf die Funktion des Konsumenten reduziert, der vermeintlich individuell lebt und dennoch vielfach den Massen folgt, welche die gleichen Interessen verfolgen. Hier sei mehr kritische Selbstreflektion vonnöten. Außerdem sei es erforderlich, dass man wieder stärker einen Ausgleich schafft zwischen Individualität und Konformität. Hier fordert Paul Verhaeghe mehr politisches Bewusstsein und Engagement.
Ein hervorragend Buch für eine kritische Auseinandersetzung mit tatsächlichen bzw. vorgegebenen Wahlmöglichkeiten jedes und jeder einzelnen Person. Man möge wachsam sein; ansonsten glaubt man als Bürger/-in den vermeintlich zugenommenen Wahlmöglichkeiten, die jedoch eher darauf aufbauen, dass in vielen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen die Wahlmöglichkeiten eingeschränkter sind.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. September 2013
Auf dieses Buch habe ich lange gewartet. In verständlicher Form zeigt der Verfasser die Entwicklung und die Folgen des neoliberalen Gesellschaftsentwurfs in den letzten 30 Jahren auf. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen.
11 Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. März 2014
Selten lese ich ein Buch an einem Stück - und schon gar nicht von einem Psychoanalytiker -, aber in dieses Buch hat es mich geradezu hineingezogen. Manches hatte ich auch schon so gesehen, aber Verhaege zeigt Ursachen, Zusammenhänge und Auswirkungen auf und macht verständlicher, warum sich das Leben und das Zusammenleben in der heutigen Zeit so verändert hat. Nach der Lektüre dieses Buches nimmt man seine Welt und seine Mitmenschen anders wahr, besonders die jüngeren Generationen. Das soll nicht heißen, dieses Buch wäre bevorzugt für die älteren Generationen lehrreich, im Gegenteil, die jüngeren Generationen finden viel von sich und ihrem Leben in diesem Buch und können sich besser an die eigene Nase fassen, sofern Einsicht besteht.

Sehr empfehlenswert!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Dezember 2014
In diesem Buch beschreibt der Autor die Veränderung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft. War vorher die Karriere einer Person zum Großteil von der Herkunft her bestimmt und festgelegt, so wird heutzutage der Eindruck vermittelt, dass alles möglich sei. Es hängt nur davon ab, wie sehr jemand sich anstrengt. Da "es" jeder schaffen kann, sind somit alle diejenigen, die es nicht schaffen Versager und Verlierer. Die Werbeindustrie verstärkt noch diesen Machbarkeitswahn. Als Folge davon verschwindet der Teamgeist, da das Motto "Jeder gegen Jeden" lautet.
"Die neue Norm heißt Effizienz, das Ziel ist materieller Gewinn und die dazugehörige Tugend heißt Habgier." Die Realpolitik wird von Korruption und Feigheit bestimmt. Abkassieren und dann nichts wie weg. Der Verfall der Werte und Egomanie sind an der Tagesordnung.
Der Autor betrachtet diese Entwicklung und ihre Auswirkungen nicht nur aus der Sicht eines Psychoanalytikers, sondern auch aus soziologischer, pädagogischer und vor allem aus philosophischer Sicht.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Januar 2014
Das Unbehagen, das wir in unserer ach, so freien Konsumwelt empfinden, aber nicht benennen können, wird hier gut beschrieben. Die Antworten scheinen mir etwas zu einfach, was dem Buch m. E. aber keinen Abbruch tut. Der Weg, den wir beschritten haben, ist bereits zu weit gegangen, um überhaupt noch Antworten zu finden.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Oktober 2014
Der Autor setzt die ökonomische Entwicklung der letzten 20 Jahre, den Neoliberalismus, ins Verhältnis mit der Änderung der Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft. Besonders beeindruckend seine Analyse des Verlustes der Qualitätsmaßstäbe "zugunsten" einer allgegenwärtigen Vermessungswut, die absurde Ergebnisse zeitigt und die Arbeitsverhältnisse zerstört. Eng damit verzahnt sind umfassende Infantilisierungsprozesse in der Arbeitswelt. Illustriert durch den Autor z.B. daran, wie Psychologen wider besseres Fachwissen ebenso wie alle anderen diesen Prozessen kollektiv zum Opfer fallen.

Wir sind jetzt zwar individualisiert, egal ob jung oder alt, dies jedoch alles zulasten von Autonomie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Wichtigkeit des richtigen Verhältnisses zwischen Individualität und Gemeinschaftssinn wird stark betont, was natürlich richtig ist. Interessant auch seine Feststellung, daß weder der Ruf nach mehr noch nach weniger Autorität noch helfen.

Leider sind seine Schlußfolgerungen die Schlußfolgerungen eines Psychologen, der einen Ausweg in der individuellen Änderung jedes Einzelnen sucht. Vereinfacht formuliert Psychotherapie für alle. Da bin ich dann doch zu sehr Marxist. Aber ein Heilsrezept hat ja leider niemand. Außerdem sind unsere Identitätsprobleme vielleicht immer noch Luxusprobleme angesichts des Zerfalls der Welt. Das schmälert aber nicht die Bedeutung des Buches.

Verhaeghe ist konservativ aber nicht blind, er liebt keine 68er und ist auch kein Freund des Antiautoritären oder Extremen. Das Buch liest sich sehr flüssig und zieht einen in sich hinein.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Februar 2014
Sehr interessantes Buch, sehr komplexe, vor allem auch geschichtliche Zusammenhänge. Ein zweites Mal lesen ist erforderlich. Beschreibt am Ende gut den heutigen ökonomischen Zeitgeist.
22 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. April 2014
Alles super!

Die Anzahl der Wörter für Bewertungen sind vorgegeben???? Das kann doch nicht ihr Ernst sein? Das war meine letzte Bewertung.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Benötigen sie kundenservice? Hier klicken

Gesponserte Links

  (Was ist das?)