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Unabhängigkeitstag Taschenbuch – 2000

4.0 von 5 Sternen 17 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Richard Ford wurde 1944 in Jackson, Mississippi, geboren. Nach dem Literaturstudium und diversen Jobs, u. a. als Sportreporter, gelang ihm mit seinem gleichnamigen Roman 1986 der Durchbruch. Mittlerweile liegen von ihm fünf Romane vor. Im Berlin Verlag sind seine beiden Novellen "Eifersüchtig" und "Abendländler" sowie der Roman "Unabhängigkeitstag" erschienen. 1996 erhielt Ford sowohl den Publitzer-Preis als auch den PEN/Faulkner Award für Unabhängigkeitstag und 2001 den PEN/Malamud Award für seine Short Stories.

Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von HansBlog am 19. Juni 2017
Format: Taschenbuch
Richard Ford schreibt eine Kette von Dialogen, unterbrochen durch viele Autofahrten voller Gedanken und Rückblenden.

Ford bringt viele subtile, feinnervige Dialoge voller Zwischentöne. Nur ganz gelegentlich klingen die Gespräche zu smart geschriftstellert – dies gilt vor allem, aber nicht nur, beim Teenager-Sohn des Ich-Erzählers. Häufig klingen die Sätze des Erzählers wie elegante, kluge Sprichwörter, doch sie stammen direkt aus Richard Fords Feder.

Die Dialoge auf öffentlichen Flächen werden öfter unterbrochen durch Gesprächsfetzen Unbekannter, die der Erzähler aufschnappt; das klingt zunächst reizvoll, wirkt indes auf Dauer etwas kalkuliert. Einige der Gesprächspartner sind zu extrem, so die prolligen, entscheidungsunfähigen Hausinteressenten Markham und der bizarr verhaltensauffällige Ich-Erzähler-Sohn Paul.

Die vielen Autofahrten südlich, westlich und nördlich von New York haben etwas Magisches. Der Ich-Erzähler scheint nicht zur Ruhe zu kommen, registriert jedes Merkmal seiner Umwelt. Die Landkarte der Region brennt sich fast ins Bewusstsein des Lesers ein.

Souverän knüpft Richard Ford Verbindungen zwischen weit auseinanderliegenden Details, die Sprache ist jederzeit kultiviert zurückgenommen – gelegentlich einen Tick zu männlich, aber das ist der Ton des Ich-Erzählers. Gleichzeitig streut er immer wieder Hochgebildetes ein. Insgesamt wirkt das etwas besser als der erste Bascombe-Roman, Der Sportreporter. Darum erhielt Unabhängigkeitstag sowohl einen Pulitzer- als auch einen Pen/Faulkner-Preis – das schaffte sonst kein Roman – und glühende Besprechungen von Berufskritikern.
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Von Ein Kunde am 11. April 2005
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
"Unabhängigkeitstag" erschien 1995 und behandelt das Leben der Hauptfigur Frank Bascombe um den vierten Juli 1988 herum. Die zweite Amtszeit Reagans war gerade zu Ende und Bush senior stand zur Wahl bereit.
Frank Bascombe ist Immobilienmakler, geschieden, zwei Kinder. Er meint, seine Frau (die wieder verheiratet ist) immer noch zu lieben. Am vierten Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, macht er einen Ausflug mit seinem schwierigen Sohn (der tötet Vögel aus Spaß, zumindest vermutet das Frank). Ihr Hauptreiseziel ist die Basketball "Hall of Fame". Zwischendurch telefoniert Frank ausgiebig mit seiner Freundin, wobei diese Gespräche sich immer um Fragen drehen wie: Liebst du mich? - Ich weiß nicht - Könntest du dir vorstellen, dass es möglich ist - du fehlst mir - Ja du mir auch.
Das ist die Haupthandlung. Sie plätschert über die sechshundert Seiten dahin wie ein Tag, den man auf dem Sofa verbringt. Ohne große Höhepunkte, auch nicht unangenehm.
Es ist nichts Verwerfliches daran, eine solche Geschichte zu erzählen, vermutlich ist es sogar das, was Richard Ford zum Ausdruck bringen wollte. Der Unabhängigkeitstag garantiert einem die Freiheit, die Dinge zu tun, die einem wichtig erscheinen, und gerade die Tatsache, dass es normale, alltägliche Dinge sind, zeigt, dass die Freiheit funktioniert.
Dennoch wird die Sache ab Seite vierhundert langweilig. Dies liegt vor allem daran, dass die Haupthandlung (Reise mit dem Sohn) sehr schwach ist. Sie hat kein Spannungspotential. Gleiches gilt für die Beziehung Franks zu seiner Freundin.
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Von Ein Kunde am 14. Juli 1999
Format: Gebundene Ausgabe
Richard Ford erzählt die "Unabhängigkeitstag" die Geschichte eines Vaters, der mit seinem Problemkind das Wochenende um den 4. Juli, den Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten, verbringt. Das alles geschieht in sehr unspektakulärer Art und Weise, vielmehr beschreibt Ford auf eine sanfte, sympathische Art. Er nimmt sich genügend Zeit, auf die Charaktere und ihr oftmals sehr alltägliche Leben einzugehen und sie werden einem sympathisch: der Vater Frank Bascomb, der nicht weiß, wie er mit den Problemen seines Sohnes zurechtkommen soll und deshalb dieses Wochenende plant, um ihrer Beziehung eine Chance zu geben; der Sohn und seine Nullbock-Einstellung mit der er es Frank schwer macht; die Sehnsucht nach Liebe; das Leben Franks; all das wird vor dem Leser ausgebreitet und man verfolgt die Leben der Akteure. Allzuviel Handlung entspinnt sich nicht, viel hängt von den geschilderten Gedanken und Dialogen ab. Der Autor geht einfach sehr sensibel mit dem Älterwerden des Vaters um und das macht ihn dem Leser sehr sympathisch und man kann mit Frank fühlen, der nicht weiß, ob er sein Leben gemeistert hat und eigentlich noch seiner Exfrau hinterhertrauert. Die Geschichte rührt an und gerade die Sorgfalt, mit der Ford schildert und beschreibt macht das Buch lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Format: Gebundene Ausgabe
Manchmal liest man Bücher mit dem Gefühl, ihnen nicht gerecht zu werden. Man fühlt sich gelangweilt, die Sätze erreichen einen nicht, man verliert dauernd den Faden. Und das, obwohl ein verlässlicher Freund einem in den Ohren liegt, wie großartig das nicht alles ist. "Independence Day" von Richard Ford ist so ein Buch für mich. Erzählt werden drei oder so Tage aus dem Leben des Frank Bascombe, ehemaliger Sportreporter, nun Immobilienmakler. Es ist der ganz normale, schreckliche Alltag, der geschildert wird, mit allen seinen Verkehrsstaus, kleinen Missgeschicken und mittelgroßen Katastrophen. All der Ärger und die Frustrationen, die einen an manchen Tagen begleiten, erhalten hier ihr Wort. Und alles wird durchlebt und reflektiert von Frank. Es ist ein Reflexionsroman. Sehr viel Zeitgeschichtliches. Auch das legt sich wie ein undurchdringlicher Schleier über das Lesevergnügen. Oder interessiert sich heute etwa noch jemand für eine Präsidentschaftsvorwahl aus den 80er Jahren.
Freilich gibt es bei soviel Reflexion viele tiefe Gedanken und außerordentliche Beschreibungen. Da hat Richard Ford schon mächtig was zu bieten. Aber diese Brillianten werden mitgeschleppt in einer großen Moräne aus Geröll und Alltagsschutt. Da kann man es dem artigen Leser nicht verdenken, wenn ihm der eigene tägliche Verkehrsstau reicht.
Aber wie gesagt - manchmal beschleicht einen das Gefühl, einem Buch nicht gerecht geworden zu sein. Man weiß nicht woher es kommt, aber es ist da. Dann gibt es nur eins: Beherzt zu einem neuen Buch greifen. Man wird's überleben.

Thomas Reuter
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