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am 19. Februar 2011
«I WAS THE ENGINEER» verkündet Rudy van Gelder stolz im Begleitheft, was eigentlich nur für zwei Tracks auf dieser CD zutrifft (darüber hinaus hatte er 1954 lediglich das Mastering der Tapes für die Erstveröffentlichung auf LP besorgt). Der begnadete Tontechniker ist auch ein sehr cleverer Businessman: Seine RVG-Remastering Series, in der neuerdings (ungeachtet der Bedürfnisse des Hörers und der damit zusammenhängenden editorischen Optionen) strikt die ursprünglichen LPs ohne jede Veränderung wieder aufgelegt werden, ist tatsächlich zu einem Markenzeichen geworden. Interessant ist die Definition seines «Klangideals» im Begleitheft: RVG hat den Sound der Aufnahmen im Kontrollraum des Studios und die zustimmende Reaktion der beteiligten Musiker noch im Ohr (nach über 50 Jahren!), und eben diesen Klang möchte er als «Botschafter» der Musiker rekonstruieren. Für einen weit über 80-Jährigen ist diese nostalgische Energie erstaunlich.
Der Rezensent besitzt die im Jahr 2000 erschienene (inzw. leider vergriffene) Gesamtbox der Prestige-Sessions. Deren Klangqualität (20-bit Remastering) war eigentlich schon mehr als zufriedenstellend. Und doch zieht er (bei der hier vorliegenden Auswahl) nach mehrmaligem vergleichendem Hinhören das RVG-Remastering von 2007 eindeutig vor. Der Klang ist weich und voll, dabei höchst präsent und brillant in den Höhen. Mag sein, dass RVG auch hier ein wenig von dynamischer Kompression sowie Halleffekten Gebrauch gemacht hat (was ihm ein Rezensentenkollege anlässlich seiner Neuabmischung von Eric Dolphys «Out of Lunch» vorgehalten hat). Letztlich ist es Geschmackssache, ob man das akzeptiert oder nicht.
Doch nun zur Musik: Die Trio-Aufnahmen bei Prestige gehören zum Besten der Monk-Diskographie, wenngleich sie in Details durchaus unvollkommen sind. So ist das Klavier auf der Session vom 18.12.1952 deutlich verstimmt (was damals anscheinend keinem aufgefallen ist, auch nicht dem später bekannten Ira Gitler, der die Supervision innehatte). Monk akzeptierte dies in seiner stoischen Art und machte das Beste daraus (das abschließende «These Foolish Things» gewinnt so einen eigenartig brüchigen Charme, als würde Monk in einer verrauchten Jazz-Spelunke nach Mitternacht spielen). Das biedere Spiel des Bassisten Gary Mapp (er verdoppelt einfach die Monkschen Motive) erklärt sich daraus, dass dieser hauptberuflich Polizist war, somit eine schiere Verlegenheitslösung darstellte. Lediglich auf «Blue Monk», der zweifellos besten Version dieses Klassikers, spielt statt seiner Percy Heath, der wenig später das Modern Jazz-Quartett mitbegründen sollte. An den Drums sitzen mit Art Blakey bzw. Max Roach allerdings wirkliche Könner. Insbesondere Art Blakey ist ein kongenialer Partner des Pianisten. Das Trio Monk-Heath-Blakey (von dem es noch weitere Prestige-Aufnahmen gibt) hätte durchaus zu einer der großen Rhythmusgruppen der Fünfzigerjahre werden können.
Die CD dauert nur wenig mehr als 35 Minuten und bietet ein Höchstmaß an Abwechslung: Auf das fröhlich perkussive «Bemsha Swing» folgt das nachdenkliche «Reflections», auf das eigenartig verfremdete Latino-Stück «Bye-Ya» das schräge «Monk's Dream» mit unglaublich kühnen Harmonien, etc. Dank der überbordenden Lebendigkeit und mehrdimensionalen Freiheit seiner Kompositionen kann sich der Hörer auch nach Jahrzehnten immer wieder neu auf Monk einlassen.
Die liebevoll restaurierte Aufmachung enthält neben dem originalen Begleittext von dem oben erwähnten Ira Gitler noch einen aufschlussreichen «Revisited»-Zusatz desselben Journalisten. Man erfährt z.B., dass die Namen der Stücke «Bye-Ya» und «Trinkle,Tinkle» rein zufällig als Verballhornungen von «Vaya» (span. geh!) und «Twinkle, Twinkle» (Zwinker, zwinker) entstanden sind.
Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Produktion.
22 Kommentare| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Dezember 2013
Es ist ein Drama, daß einer der größten, der wichtigsten Pianisten des Jazz seinerzeit derart verkannt wurde!

Damit ist nicht das Bedauern des mitleidvollen Spätergeborenen gemeint, was nur lächerlich wäre.
Nein, gemeint ist:
Monk hat, gerade in den spannenden frühen Jahren, kaum Aufnahmen machen können.
Und die, die es gibt, sind entweder schlechte Aufnahmen, oder ihm standen nur unsägliche, verstimmte Instrumente zur Verfügung.

(Nun könnte es sein, daß Monk gerade auf diesen verstimmten Sound Wert legte, auf diese Schwebungen verstimmter Intervall und den Klang ausgeleierter Hämmer und Saiten. Doch dagegen spricht, daß sich diese Beeinträchtigungen nur auf bestimmten Bereichen der Klaviatur abspielen und das genau auf den, in der Regel überbeanspruchten.)

Und als es soweit war, daß er aufnahm, geschah das immer in größeren Besetzungen und gruppierte Musiker um sich, die ihn im musikalischen Gemenge eher ignorierten und nicht "zu Wort" kommen ließen.
Vielleicht war Monk auch zu bescheiden, um ausladend solistisch hervorzutreten, vielleicht trauten die Produzenten auch der kruden Virtuosität seines Spiels nicht, die immer etwas Zeit braucht, wie jemand, der stockend beginnt zu reden, daß sie ihn, so weit es ging, mit anderen einbetteten....?
Alle diese Fragen können Jazzexperten bestimmt beantworten, ich habe sie hier nur angesprochen, weil sie sich mir beim Hören seiner Platten immer wieder stellten.
Ich habe es immer wieder bedauert, wenn ich "Monk" kaufte, alles Mögliche zu bekommen, nur eben ganz wenig Monk!

Das ist mit dieser Ausgabe seiner Trioeinspielungen ganz anders!

Es gibt nur Monk und seine jeweils beiden Partner: mal Percy Heath, mal Gary Mapp am Bass, mal Art Blakey und mal Max Roach am Schlagzeug.
Es sind zehn Aufnahmen, die in drei Sessions, die beiden Jahre September 1952 bis September 1954 umfassend, gemacht wurden und unter diesem Titel und mit diesem Cover als LP veröffentlicht wurden.
Insofern ist der Ton und die Stilistik dieser 2007er Remastering durch Rudy Van Geldern schön einheitlich.

Und man kann endlich in aller Dichte dem puren Monk lauschen, der, und da wird das Staunen ganz groß, sich sogar zu perlenden Ketten virtuoser Läufe aufschwingt. Doch nimmt sich auf seine wohlbekannte, holpernde, essenziierte Weise viel Zeit für den Anlauf dazu. Das soll nicht zu dem Gedanken verleiten, hier sei versonnene Musik zu hören! Die ganze Platte ist mit einer ungeahnten Verve und Kraft eingespielt.

Es ist ein Genuß, sich diesen vertrackten Ideen und musikalischen Konstrukten hinzugeben, doch leider...
... leider juckt einen seiner Partner, meistens Roach, hin und wieder der Mutwille und sie leisten sich vermeintlich befördernde Einfälle, die unmotiviert und unpassend den bedächtigen Gang seiner Gedanken stören.
Doch ist das vielleicht auch nur Ausdruck einer besonderen Vertrautheit mit ihm, denn Abläufe, Breaks und sich abwechselnde, aufeinander bezogene Soli haben wohlgeübten Sitz.

Gut geschrieben und ausgesprochen informativ, ja spannend ist das Doppelbooklet von Ira Gittler (englisch) mit Texten zur Original-LP und dieser Reissue, also in einem Abstand von 53 Jahren!
Angenehm auch, daß das durchlaufende, spitze Ridebecken (wie es damals Mode war), runtergemischt ist und nicht mehr so nervt, wie ehedem!
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