Hier klicken MSS Hier klicken Jetzt informieren Blind-Date mit Audible Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Fire Shop Kindle Ghostsitter SUMMER SS17

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
154
4,1 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 26. Februar 2010
Der erste Gedanke ist ja nun : weshalb verlässt ein Reiseschriftsteller sein angestammtes Ressort und widmet sich einem scheinbar völlig anderen Thema ?
Doch bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, es handelt sich, genau genommen, doch wieder um eine Reise. Eine Reise zu sich selbst, ins Innerste. Und das ist sicher die beschwerlichste Reise, die man antreten kann.
Andreas Altmann schildert seine persönlichen Erfahrungen unbeschönigt und gnadenlos ehrlich : Glücksmomente, verstörendes Hirnkino, die Härten eines 10-Tages-Retreats und wie schwer es ist, durchzuhalten.
Wieder als Meister der deutschen Sprache. Nicht umsonst hat er all die Preise erhalten und lässt nicht nach, ihnen gerecht zu werden.
Was er nicht will, ist Leser zum Buddhismus bekehren, nicht einmal sich selbst. Immer schaut er genau hin, ist niemals bereit einfach nur zu glauben. Und genau das wird vom Buddhismus auch gefordert : genau zu prüfen, selbst auszuprobieren. Manches ist für ihn eben nicht wahr, aber er versucht es stehen zu lassen (manchmal, nicht immer).
Nicht 1000 Bücher über Meditation helfen auch nur ein Schrittchen weiter, niemandem.
Und hier ist eines, das wahrheitsgemäß, ohne heiliges Gesabbel, den harten aber auch beglückenden Weg beschreibt und das animiert, es selbst zu tun. Derer gibt es nicht viele.
Reisen bildet ja bekanntlich, und mehr (Herzens)Bildung werden andere Reisen wahrscheinlich nicht bieten können.
Zu befürchten ist nur, dass der, meiner Meinung nach, provokativ gewählte Titel ( auch wenn es tatsächlich eine Aussage des Buddhismus ist ) den Einen oder Anderen von der Lektüre abschrecken könnte. Möge dies keinesfalls passieren, das Buch auf den Bestsellerlisten landen und so möglichst viele erreichen und anschubsen genauer hinzuschauen, bei sich, auf die Welt.
66 Kommentare| 180 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Juli 2010
Eigentlich interessiert mich der Buddhismus ungefähr so sehr wie ein Fußballspiel zwischen Rot-Weiß-Essen und Preußen Münster. Deshalb hatte ich dieses Buch auch nur als Geschenk gekauft. Habe dann kurz im Vorwort geblättert, konnte nicht mehr aufhören zu lesen - und nun steht das Teil bei mir im Regal.

Altmann beschreibt zunächst eine Reise durch Indien auf den Spuren Buddhas und schildert im Anschluss seine Erfahrungen in einem zehntägigen Meditationscamp, einem "Krafttraining" für den "Herzmuskel", wie er im Vorwort sagt. Was mich beeindruckt hat: Ganz egal, ob er den Menschen auf seiner Reise 'in echt' begegnet oder sie beim Meditieren nur 'in Gedanken' vor sich sieht - immer findet er punktgenau ihre Schwächen, Stärken oder schlicht skurillen Züge und Geschichten. An der Art, wie er diese dem Leser erzählt, wird klar, dass Altmann keine Grenzen anerkennt, nicht im Denken, nicht im Schreiben. Statt objektiv Bericht zu erstatten, reflektiert er immer auch, urteilt. Pöbelt über die Dummheit der einen, schwärmt von der Leichtigkeitwas der anderen, tiradiert über den religiösen Kinderglauben so vieler - seien sie nun Christen, Moslems, oder echte und damit zwangsweise keusche Buddhisten.

Zynismus und Herabsetzung, was andere dem Autor hier vorwerfen, kann ich darin nicht finden. Zumal Altmann sich selbst aus der Riege der Dummköpfe doch nie ausnimmt. Statt zu loben, wie er über dem Meditieren schlauer, gelassener und was sonst noch Tolles wird, legt er seine Schwächen offen. Etwa, dass es ihm aller Friedensucherei zum Trotz nicht gelingt, jedem Menschen wenigstens gleichgültig zu begegnen, niemanden zu hassen. Oder, amüsanter, dass er von Sex träumt, während ihn der (natürlich libido-unabhängige) Lehrmeister anspricht.

Was mir aber vor allem gefallen hat, ist Altmanns Sprache. Wer Sprache mag, wird viele Sätze finden, die man zweimal liest. Weil sie einfach schön klingen. Oder drastisch-ehrlich. Oder ungewohnt, mit treffend zusammengebastelten Wörtern, nicht man nicht kennt oder lange nicht mehr gelesen hat. Dazu kommt die angenehme Beschränkung in Sachen Detailbeschreibungen: Wie jeder Reiseautor sieht auch er Kleinigkeiten. Aber er notiert sie nur dann, wenn sie ihm Anlass geben für einen eigenen Gedanken oder mindestens für eine Assoziation. Rote und gelbe Kabel besingen, weil eben gerade rote und gelbe Kabel am Straßenrand liegen? Dafür verschwendet Altmann keine Zeile. Er macht es lieber so (mit einem Schuss Selbstironie, wie oft): "Vor Tagen in Neu Delhi erlebt, mitten in der Hauptstadt. Ich trug ein halbes Kilo Müll mit mir herum, Obstschalen, Papier, etc., und suchte einen Abfalleimer. Ich kann nicht sagen, wie viele Kilometer ich in diesem Land schon zurück gelegt habe, um als öko-vorbildlicher Reisender mein Scherflein gegen den Untergang der Welt beizutragen. Und irgendwann, ja irgendwann, fand ich einen Abfalleimer. Aber ohne Boden. Sinnige Metapher. Indien als Fass ohne Boden."

Als ich das Buch zugeschlagen habe, hat es mich gedrängt, fünf Minuten lang Meditieren im Selbstversuch zu proben. Dass das nicht funktioniert hat, war vorhersehbar. So vorhersehbar wie die Tatsache, dass ich das nächste Buch von Andreas Altmann sicher kaufen werde. Ganz egal, worüber er diesmal schreibt. Denn wer sich so ungewöhnlich tief um Geschichten und Sprache bemüht, könnte wohl selbst in einem Regionalliga-Spiel etwas Berichtenswertes finden - und es faszinierend erzählen.
0Kommentar| 135 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Juni 2010
so, fertig. Selten hat mich ein Buch so hin- und hergerissen. Anfangs eher hin, zum Ende zu immer stärker her.

So schön die Reiseerzählung war, der Weg zur Meditation, die Sprache, mich widerten diese ständigen Herabsetzung anderer an: Dumme, Schwachköpfe, zerebral Minderbemittelte....Mir machte das Buch stellenweise das Herz richtig eng. Vieles im Buddhismus z.B. hat er unzulässig verkürzt, was nicht schlimm wäre, wenn nicht gleich wieder die Wertung schwachsinnig oder lächerlich käme. Ein persönlicher Rachefeldzug mit sehr guten Beobachtungen, Momente voller eigener Wärme, auch Aufarbeiten persönlicher Defizite, die mit einem gewissen Stolz zelebriert werden, das Ego als zentrales Thema und offenbar hat Andreas Altmann große Resonanzflächen dafür, die er auch ausgiebig kultiviert. Ich habe das Gefühl eines sehr sensiblen Menschen, der heftig austeilen kann, der alles will und vermutlich deswegen immer noch so auf der Suche ist. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Menschen auf der Reise beschrieben hat, seine eigenen Unzulänglichkeiten manchmal, aber auch das Erlebnis der Meditation. Ich finde immer interessant, wie andere das zu erklären versuchen. Leider hab ich mich dennoch durch das Buch gequält, weil die für mich wirklich außergewöhnlichen Teile des Buches ständig unterbrochen wurden und ich mich immer darüber geärgert habe, schade.

Obwohl: sich ein Buch zu kaufen und sich beim Lesen zu ärgern, entbehrt aber auch nicht einer gewissen Komik. ;-)
77 Kommentare| 130 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. März 2013
Zu Anfang des Buches war ich angetan; von dem nicht ausdrücklichen Versprechen, dass wir Kitsch und Getue, Weltumarmungen und Esospinnereien überspringen und der Autor und ich (als imaginäre und NEUgierige Begleiterin seiner Reise) gleich mit fast brutaler Ehrlichkeit voll einsteigen.
Altmann beobachtet, sinniert, urteilt nicht innerhalb des westlichen Tellerrandes und seine Ausführungen wirken erfrischend, laut, ehrlich und impulsiv.

Und dann geht seine Vipassa-Reise-ins-Ich los und erst unmerklich und dann immer massiver muss ich fremdeln und zögerlicher seinen Gedankengängen folgen und spätestens ab dem Teil, in dem er beschreibt, wie ein ehemaliger Freund von ihm am Leben strauchelt und zum finanziell ruinierten Alkoholiker wird, möchte ich Altmann schütteln ob seiner Selbstgerechtigkeit.
Es wird klar, dass der Autor immer und immer alles abgewertet, was mit seinem Lebenswandel und eigenen Einstellungen nicht deckungsgleich ist. Jeder, der nicht genauso wild und impulsiv wie er durchs Leben geht, ist ein armes Würstchen. Alle mit Bürojob sind bemitleidenswert und im Grunde lebendig tot. Jeder, der nicht täglich mindestens ausgiebig über Sex nachdenkt oder ihn einfach hat, steht auf der Schwelle zur Geisteskrankheit.
Altmann reflektiert zwar zwischendurch immer wieder - auch sich selbst -, und als offensichtlicher Meister der Sprache verwendet er diese perfekt, um seine Gedanken greifbar zu machen.
Aber seine angebliche Bescheidenheit wirkt wie ein Stilmittel der Selbstbeweihräucherung, seine angebliche Zuneigung zu Mitmenschen endet immer ganz brachial da, wo diese nicht seine Weltanschauung teilen. Er zieht Bilanz über Abschnitte seines Lebens, sieht aber nie das Ganze, bemüht sich nicht, andere Charaktere zu tolerieren, sondern urteilt schonungslos und immer innerhalb seines selbstliebenden Kosmos.
Das alles stört extrem den eigentlichen Erfahrungsbericht seines Vipassanakurses.
Es bleibt zwar meist kurzweilig, weil seine Formulierungen immer knackig und intelligent sind.
Aber der Ärger überwiegt deutlich und nachhaltig, daher nur 2 Sterne.

Wenn jemand Sprache und Intelligenz so gut einsetzt, dass sie verschleiert, wiewiel Abwertung, Gönnerhaftigkeit und Respektlosigkeit- schlicht Intoleranz - dahintersteht und dies scheinbar so gut macht, dass es hier überwiegend sehr gute Bewertungen gibt, dann muss man allerdings schon den Hut ziehen.
77 Kommentare| 55 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Februar 2016
Ich betreibe seit einiger Zeit Vipassana und war neugierig auf die Ansichten bzw. Einsichten von Herrn Altmann zu diesem Thema. Leider erfährt man in diesem Buch nicht viele über Vipassana sondern nur enorm viel über Herrn Altmann, über Indien und wieder über Herrn Altmann. Ich habe leider den Eindruck, das Vipassana hier nur das Vehikel ist um eine unsägliche Zahl an Gedanken und Geschichten zu verarbeiten. Das mag ja alles im Laufe der Meditation an die Oberfläche kommen aber in dieser Fülle war mir das einfach zu viel und zu aufdringlich. Man lernt nicht viel über Buddhismus oder Meditation. Dafür aber umso mehr über Herrn Altmanns Seelenleben und ganz ehrlich das meiste interessiert mich in diesem Kontext nicht . Mein Geschmack war das leider nicht.

Ein deutlich leichtere und ausführlichere Beschreibung findet sich bei Herrn Meudt.

Noch zwei Kleinigkeiten

Der Satz "Triffst Du Buddha töte ihn" kommt aus einem Zen Mondo und hat mit Vipassana nichts zu tun. Er wird auch nur kurz am Ende des Buches nochmal kurz erwähnt. Also warum dieser Titel - Effekthascherei ... ?

Außerdem möchte ich den gönnerhaften Satz "wie menschlich" von Herrn Altmann zum den letzen Worten von Shunryu Suzuki noch kommentieren. Der soll gesagt haben so Herr Altmann "ich will nicht sterben" als Beweis für was eigentlich ? Das er ein Mensch war. Ich denke das ist unumstritten.

... und ist leider auch noch aus dem Zusammenhang gerissen. Er hat es auch nicht seinem Schüler sondern seinem Kollegen Dainin Katagiri gesagt und am Stück heißt es:

Ich will nicht sterben,
sagte der große Meister und starb.

Worte, so wahr, so kristallklar
wie alles, was er je gesagt hatte,

und: messerscharf, wie die Angst,
die aus ihnen sprach und – schlicht,

so schlicht, wie, sagen wir,
ein Kubus im internationalen Stil:

Vorm Panoramafenster
die sonnendurchflutete Welt.

Zypressen im Morgendunst, Weinberge,
vom Himmel ein großes Stück

und – ja! – ein Riesenhaufen Glück –
auch so ein schlichtes Gefühl.

Quelle: Natalie Goldberg: Writing down the Bones.

Zen Meister und alle Menschen die den Weg des Buddhismus in welcher Form auch immer folgen, befinden sich auf einem Weg. Einger sind weiter als andere und solange das "Ich" noch vorhanden ist, hat es sicher auch Angst vor dem Tod und dem Abschied. Trotzdem lohnt sich die Beschäftigung mit z.B. Vipassana, Zen oder was immer auch das Richtige sein mag für den Suchenden ...

Ich habe mir jetzt soviel Zeug von Herrn Altmann anhören müssen. Das musste jetzt einfach sein ;), sorry.

Zwei Sterne weil sich ein bißchen Information doch in der Beschreibung findet.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Februar 2010
Was macht ein umtriebiger, lebenshungriger und erfolgreicher Reiseschrifsteller, um zur Ruhe zu kommen? Er zieht sich auf sein Meditationskissen zurück und entdeckt, daß auf einem Meter die ganze Welt liegt. Kein esoterisches Geschwätz, sondern der Versuch, die unmittelbare Erfahrung in Worte zu fassen. Wer sich wie ich seit 22 Jahren den Hintern platt sitzt in einem zenbuddhistischen Tempel, kann nur sagen: Das ist einer ehrlich; Keine sofortige Erleuchtung, der Geist wird nicht auf Befehl ruhig, sondern macht Ausflüge in die Phantasie, in alte Wunden und Schmerzen, die Knie und der Rücken tun weh und trotzdem: Einfach weitersitzen, ohne etwas zu erwarten. Die kleinen Momente, die so wunderschön sind, daß wir nicht zurückkehren möchten, können nicht beschrieben, sondern nur erfahren werden.
Ein aufrichtiges Buch, dem ich viele Leser wünsche
0Kommentar| 64 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Oktober 2011
Was den Autoren auszeichnet, ist sein Bemühen um Ehrlichkeit, und dass er manche Dinge und Situationen sprachlich durchaus interessant gestaltet. Und das Thema Vipassana-Meditation ist wahrlich ein Buch wert. Altmann versteht es gut, zu vermitteln, was das Wesentliche an dieser "Lebensübung" ist und macht durchaus Lust darauf, sich weiter mit der Thematik zu beschäftigen. Was ich jedoch absolut unerträglich finde und was mir zutiefst unsympathisch ist, ist seine himmelschreiende Arroganz allen "Nicht-Denkenden" gegenüber: da wird ständig gegen hirnlose Religionsjünger gewettert, die natürlich samt und sonders am Meditieren genesen könnten. Leider ist die Welt- und Menschensicht von Herrn Altmann doch etwas sehr rustikal und eben auch sehr egozentrisch. Alle Religionen, jedes Suchen nach Transzendentem so in Bausch und Bogen zu verdammen und die eigene religionsfreie Lebenssicht derart zu idealisieren - da fehlt nicht nur Verständnis und Langmut, da wird auch das Phänomen Religion journalistisch-krass auf die negativen Auswüchse derselben reduziert und alles andere einfach weggelassen. Altmann ist schon ein arger Schwarz-Weiß-Zeichner - wer das mag oder seine Meinungen teilt, findet diese Tiraden sicherlich ergötzlich. Interessant, dass er Paulo Coelho so ablehnt. Altmann hat meines Erachtens durchaus recht, wenn er Coelho als eine Art spirituellen Schwätzer bezeichnet. Nur - das Geschwätzige haftet Altmann eben genauso an, darum nervt es ihn ja so an anderen. Und tatsächlich hätte sein Buch um vieles kürzer und dabei genauso aussagekräftig sein können. Und nochmals zu den ach so blöden (religiösen oder nichtreligiösen) und geistig unterentwickelten Menschen überall auf der Welt, die Herrn Altmann so aufregen, und die er so anhaltend und unerträglich selbstgerecht geißelt. Dass er als Kind schreckliche Erfahrungen mit Bigotterie gemacht hat, rechtfertigt noch lange nicht, hinter jedem religiösen Menschen Dummheit, Bosheit oder eben Bigotterie zu wittern und ihn wenn nicht zu verurteilen, so doch bitter anzuklagen oder lächerlich zu machen. Diese von Altmann offenbar wenig reflektierte intellektuelle Hybris wiederum mit den von ihm schön dargestellten Meditationsübungen ein wenig abzubauen täte sowohl Herrn Altmann als auch seinem bisweilen recht plakativen Stil wahrscheinlich sehr gut.
0Kommentar| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Mai 2013
Ich habe Andreas Altmann oft Recht geben müssen in seinen Aussagen. aber merkt er eigentlich nicht, dass er genau so intolerant in seinen, zum Teil sehr krassen und gehässigen Aussagen ist, wie die von ihm verunglimpften Religionen? Wenn man schon die Intoleranz der Religionen anprangert (m.E. zu Recht) dann sollte man selber aber bitte schön tolerant sein und vor Allem immer nur von sich selbst reden. Die Worte "für mich" oder "meines Erachtens" hätten ihm gut zu Gesicht gestanden.
Und wenn er so vehement gegen die Reinkarnation ist, die keiner beweisen kann, dann soll er aber wenigstens einsehen, das seine Chaostheorie genau so wenig beweisbar ist. Wissen werden wir alle es erst nach unserem Tod. Er hätte allenfalls sagen können, dass er nicht daran glaubt, aber nicht die Menschen, die daran glauben, als dumm hinstellen.
Ich finde seine Schreibweise oft amüsant, aber genau so oft äußerst rechthaberisch und untolerant.
Übrigens gibt es etliche Meditationsmöglichkeiten, die ebenso hart wie die von ihm vorgestellte sind und ebenso nichts kosten. Deren Anwendung aber oft zu mehr Toleranz und Demut führen.
Für gewisse Stellen würde ich 5 Sterne geben, anderen Stellen aber 0 Sterne. Insgesamt aber, da ich mich häufig geärgert habe, gebe ich 1 Stern.
0Kommentar| 38 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Dezember 2015
Altmann ist arrogant, von sich überzeugt, und beglückt die Welt mit seinen Ansichten.

Genau deshalb liebe ich seine Bücher. Er ist unbequem, spricht mir manchmal aus der Seele, und ruft bei mir manchmal Widerpsruch hervor, den ich ihm gerne ins Gesicht schreien würde. Deshalb gäbe ich auch den meisten seiner Bücher 5 Sterne. Diesem hier aber nicht.

Ich habe dieses Buch vor einem Jahr zum ersten Mal gelesen, weil ich aus verschiedenen Gründen neugierig auf Vipassana war. Mittlerweile habe ich selbst einen 10-Tages-Kurs hinter mir, und unmittelbar nach dem Kurs das Buch nochmal gelesen. Nun, es mag nach einer Kleinigkeit klingen, aber das Altmann nachts liest und schreibt, das nimmt ihm einen Großteil der Erfahrungen bei einem solchen Kurs. Tags zu meditieren, und dann nachts Gedichte zu lesen, das ist wie durch das pralle Leben Indiens zu reisen, den Weg zwischen den Orten aber im klimatisierten Touristenbus zurückzulegen und nachts in 5-Sterne-Hotels zu schlafen. Man bekommt sicherlich viele interessante Eindrücke (genau wie Altmann vom 10-Tages-Kurs), aber das Land lernt man so nicht kennen.

Ich bin kein Dogmatiker, und ich hatte (ohne dass ich mich in den Momenten an das Buch erinnern konnte) bei den Vorträgen Goenkas viele kritische Gedanken, die denen Altmanns ähnelten. Aber dennoch: Um den Vipassana-Kurs zu erleben muss man sich ganz darauf einlassen. Nur 10 Tage lang, und sicherlich nicht blind. Aber genau das tut Altmann nicht, wenn er sich nachts mit Lesen und Schreiben wieder auf andere Gedanken bringt.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Mai 2016
Ich bin sowohl selbst schon in Indien gewesen und habe mich auch viel mit Buddhismus beschäftigt. Leider war das Buch, von dem ich mir deutlich mehr versprochen hatte, in beiderlei Hinsicht enttäuschend für mich. Was mir v.a. mißfallen hat, war Herrn Altmanns süffisant-onkelhafter-paternalistischer Tonfall, der wenig Respekt vor dem von ihm bereisten Land vermittelt. In seinen Augen sind alle Inder irgendwie bemitleidenswert rückständig. Ihre scheinbare Gelassenheit begründet er teilweise sogar genetisch (wovon ich hoffe, dass es humoristisch gemeint ist). Auch die Pauschalisierungen sind auffällig: "Der Inder" dies, "der Deutsche" das - wenig differenziert.
Obwohl er nach eigenen Angaben in Indien unterwegs ist, um seinen Horizont zu erweitern, wird doch alles an seinen eigenen, begrenzten Vorstellung bewertet und leider oft auch abgewertet. Ihm ist nichts "heilig" und deswegen darf es das auch nicht für andere sein. So wird auch jeder Praktizierende einer Religion als rückständig und dumm abqualifiziert. Er beklagt die mangelnde Toleranz best. Religionsgemeinschaften oder -vertreter, bringt diese aber selbst nicht auf. Das alles mag für manche Leser amüsant wirken, auf mich wirkte es eher bedrückend. Wenn jemand, der so viel und weit gereist ist, so wenig Offenheit gegenüber dem Anderen hat, ist das bedauerlich.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Gesponserte Links

  (Was ist das?)