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Traumnovelle. SZ-Bibliothek Band 12 Gebundene Ausgabe – 5. Juni 2004

4.3 von 5 Sternen 84 Kundenrezensionen

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Gebundene Ausgabe, 5. Juni 2004
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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Vierundzwanzig braune Sklaven ruderten die prächtige
Galeere, die den Prinzen Amgiad zu dem Palast des Kalifen
bringen sollte. Der Prinz aber, in seinen Purpurmantel
gehüllt, lag allein auf dem Verdeck unter dem dunkelblauen,
sternbesäten Nachthimmel, und sein Blick -"
Bis hierher hatte die Kleine laut gelesen; jetzt, beinahe
plötzlich, fielen ihr die Augen zu. Die Eltern sahen einander
lächelnd an, Fridolin beugte sich zu ihr nieder, küsste sie auf
das blonde Haar und klappte das Buch zu, das auf dem noch
nicht abgeräumten Tische lag. Das Kind sah auf wie ertappt.
"Neun Uhr", sagte der Vater, "es ist Zeit schlafen zu gehen.
" Und da sich nun auch Albertine zu dem Kind herabgebeugt
hatte, trafen sich die Hände der Eltern auf der geliebten
Stirn, und mit zärtlichem Lächeln, das nun nicht mehr dem
Kinde allein galt, begegneten sich ihre Blicke. Das Fräulein
trat ein, mahnte die Kleine, den Eltern gute Nacht zu sagen;
gehorsam erhob sie sich, reichte Vater und Mutter die Lippen
zum Kuss und ließ sich von dem Fräulein ruhig aus dem Zimmer
führen. Fridolin und Albertine aber, nun allein geblieben
unter dem rötlichen Schein der Hängelampe, hatten es mit
einem Mal eilig, ihre vor dem Abendessen begonnene Unterhaltung
über die Erlebnisse auf der gestrigen Redoute wieder
aufzunehmen.
Es war in diesem Jahr ihr erstes Ballfest gewesen, an dem
sie gerade noch vor Karnevalschluss teilzunehmen sich entschlossen
hatten. Was Fridolin betraf, so war er gleich beim
Eintritt in den Saal wie ein mit Ungeduld erwarteter Freund
von zwei roten Dominos begrüßt worden, über deren Person
er sich nicht klar zu werden vermochte, obzwar sie über allerlei
Geschichten aus seiner Studenten- und Spitalzeit auffallend
genauen Bescheid wussten. Aus der Loge, in die sie ihn
mit verheißungsvoller Freundlichkeit geladen, hatten sie sich
mit dem Versprechen entfernt, sehr bald, und zwar unmaskiert,
zurückzukommen, waren aber so lange fortgeblieben,
dass er, ungeduldig geworden, vorzog, sich ins Parterre zu
begeben, wo er den beiden fragwürdigen Erscheinungen wieder
zu begegnen hoffte. So angestrengt er auch umherspähte,
nirgends vermochte er sie zu erblicken; statt ihrer aber
hing sich unversehens ein anderes weibliches Wesen in seinen
Arm: seine Gattin, die sich eben jäh einem Unbekannten
entzogen, dessen melancholisch-blasiertes Wesen und
fremdländischer, anscheinend polnischer Akzent sie anfangs
bestrickt, der sie aber plötzlich durch ein unerwartet hingeworfenes,
hässlich-freches Wort verletzt, ja erschreckt hatte.
Und so saßen Mann und Frau, im Grunde froh, einem
enttäuschend banalen Maskenspiel entronnen zu sein, bald
wie zwei Liebende, unter andern verliebten Paaren, im Büfettraum
bei Austern und Champagner, plauderten sich vergnügt,
als hätten sie eben erst Bekanntschaft miteinander geschlossen,
in eine Komödie der Galanterie, des Widerstandes,
der Verführung und des Gewährens hinein; und nach einer
raschen Wagenfahrt durch die weiße Winternacht sanken sie
einander daheim zu einem schon lange Zeit nicht mehr so
heiß erlebten Liebesglück in die Arme. Ein grauer Morgen
weckte sie allzubald. Den Gatten forderte sein Beruf schon in
früher Stunde an die Betten seiner Kranken; Hausfrau- und
Mutterpflichten ließen Albertine kaum länger ruhen. So waren
die Stunden nüchtern und vorbestimmt in Alltagspflicht
und Arbeit hingegangen, die vergangene Nacht, Anfang wie
Ende, war verblasst; und jetzt erst, da beider Tagewerk vollendet,
das Kind schlafen gegangen und von nirgendher eine
Störung zu gewärtigen war, stiegen die Schattengestalten
von der Redoute, der melancholische Unbekannte und die roten
Dominos, wieder zur Wirklichkeit empor; und jene unbeträchtlichen
Erlebnisse waren mit einem Mal vom trügerischen
Scheine versäumter Möglichkeiten zauberhaft und
schmerzlich umflossen. Harmlose und doch lauernde Fragen,
verschmitzte, doppeldeutige Antworten wechselten hin und
her; keinem von beiden entging, dass der andere es an der
letzten Aufrichtigkeit fehlen ließ, und so fühlten sich beide zu
gelinder Rache aufgelegt. Sie übertrieben das Maß der Anziehung,
das von ihren unbekannten Redoutenpartnern auf
sie ausgestrahlt hätte, spotteten der eifersüchtigen Regungen,
die der andere merken ließ, und leugneten ihre eigenen weg.
Doch aus dem leichten Geplauder über die nichtigen Abenteuer
der verflossenen Nacht gerieten sie in ein ernsteres Gespräch
über jene verborgenen, kaum geahnten Wünsche, die
auch in die klarste und reinste Seele trübe und gefährliche
Wirbel zu reißen vermögen, und sie redeten von den geheimen
Bezirken, nach denen sie kaum Sehnsucht verspürten und wohin
der unfassbare Wind des Schicksals sie doch einmal, und
wär's auch nur im Traum, verschlagen könnte. Denn so völlig
sie einander in Gefühl und Sinnen angehörten, sie wussten,
dass gestern nicht zum ersten Mal ein Hauch von Abenteuer,
Freiheit und Gefahr sie angerührt; bang, selbstquälerisch, in
unlauterer Neugier versuchten sie eines aus dem andern Geständnisse
hervorzulocken und, ängstlich näher zusammenrückend,
forschte jedes in sich nach irgendeiner Tatsache, so
gleichgültig, nach einem Erlebnis, so nichtig es sein mochte,
das für das Unsagbare als Ausdruck gelten und dessen aufrichtige
Beichte sie vielleicht von einer Spannung und einem
Misstrauen befreien könnte, das allmählich unerträglich zu
werden anfing. Albertine, ob sie nun die Ungeduldigere, die
Ehrlichere oder die Gütigere von den beiden war, fand zuerst
den Mut zu einer offenen Mitteilung; und mit etwas schwankender
Stimme fragte sie Fridolin, ob er sich des jungen Mannes
erinnere, der im letztverflossenen Sommer am dänischen
Strand eines Abends mit zwei Offizieren am benachbarten
Tisch gesessen, während des Abendessens ein Telegramm erhalten
und sich daraufhin eilig von seinen Freunden verabschiedet
hatte.


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am 3. Februar 2014
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