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am 8. Oktober 2015
Tore tanzt bis er umfällt. Immer, wenn Tore sehr erregt ist, schlägt seine Epilepsie zu und es reißt ihn zu Boden. Für Tore ist es der Heilige Geist, der ihn schachmatt setzt. Als Jesus-Freak deutet Tore alles, was ihm widerfährt, als Botschaft Gottes. Auf der Suche nach seiner Berufung gerät er mit Benno und seiner Familie zusammen. Sie leben in einer Bruchbude im einem Schrebergartenrevier. Benno ist von Tore fasziniert und gleichzeitig angeekelt, sodass von Minute zu Minute seine sadistischen Züge hervortreten. Filmisch ist das gut gemacht, von Kapitel zu Kapitel -Glaube (1.Kapitel)- Liebe (2.Kapitel) - Hoffnung(3.Kapitel) steigert sich seine Gewalt- und seine Demütigungseskapaden gegen Tore. Auch seine Partnerin Astrid und später ein befreundetes Pärchen werden in die Gewaltspirale gegen Tore hineingezogen. Für Tore ist klar, Benno ist meine Mission, Jesus will, dass ich Benno bedingungslos liebe und in Liebe zu ihm alle Schmerzen und Demütigungen ertrage. Seine Duldungshaltung ist für den Zuschauer schwer zu ertragen. Tores zweite Mission ist es, Sanny, die 15jährige Tochter, die von Benno, mit dem Wissen ihrer Mutter Astrid, missbraucht wird, zu retten. Zwischen Tore und Sanny entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Diese macht den dunklen Film, der die Abgründe menschlichen Lebens schonungslos offenbart, zeitweise hell. Tore gibt sein Leben für Sanny. Sein Glaube macht ihn fähig, unendlich zu leiden: "Was können mir Menschen schon tun", sagt er und ist selbst im Sterben der Liebe Gottes gewiss. Sein Tod ist der Auslöser, dass Sanny mit ihrem kleineren Bruder Dennis fluchtartig Reißaus nimmt und ein neues Leben beginnt. Katrin Gebbe hat das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Die Auswahl der Darsteller ist gelungen. In ihrem Erstlingswerk zeigt sie, dass sie zielgerichtet eine Geschichte so erzählen kann, dass der Zuschauer verwirrt, gebannt und fragend zurück bleibt. Sie verdichtet den Stoff, versteht es Nuancen einzufangen und Stimmungen zu erzeugen. Folie für Tores Tanz in den Tod ist die Passionsgeschichte Jesu. Die großen menschlichen Fragen nach Leiden, Gewalt und Liebe durchziehen diesen Film. Der Film gibt keine Antworten, er stellt in Frage, auch die Wirkmächtigkeit der Passionsgeschichte Jesu in unserer Kultur. Wer noch Fragen aushalten will, der wird diesen Film nicht vergessen. Der Film ist ein kleines Wunder in unserer ach so harten, technokratisch-vernünftigen Welt. Die unterlegte Musik ist spitze und steigert das sich langsam entwickelnde Drama. Katrin Gebbe ist ein kleines Meisterwerk gelungen. Ich bin gespannt, wie ihr filmischer Weg weiter geht und gebe aus voller Überzeugung 5 Sterne.
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am 22. Juli 2016
Tore (Julius Feldmeier) ist obdachlos, ein junger Mann mit Epilepsie, der sich "Jesus Freaks" angeschlossen hat, von Hartz 4 lebt. Während sich ein Freund nach kurzer Zeit doch dem Spass zuwendet, den unverbindlicher Sex macht, will Tore in jedem Punkt Jesus nacheifern, der allerdings Wein nicht verschmähte. Tore trinkt nicht, er berausche sich lieber am Heiligen Geist, er liebt alle Menschen, hält nach Schlag auf die linke Wange die rechte hin, Agression und Gewalt begegnet er mit Liebe. Nichts auf Erden könne ihm etwas anhaben oder Angst machen, da er nach seinem Tod zur ewigen Seeligkeit kommen werde.
Als Bennos (Sascha Alexander Gerlak) SUV nicht anspringt, betet Tore mit seinem Freund um Hilfe, mit Erfolg. Und so kommt er bei dem Mann, seiner Frau Astrid (Annika Kuhl) und Bennos Stiefkindern Sanny (Swantje Kohlhof) und deren jüngerem Bruder unter. Er darf im Garten der Datsche, wo die Familie gerade Urlaub macht, zelten, macht sich nützlich, stößt aber bald schon auf Belustigung bei der Familie und deren Bekannten, weil er nicht einen Tropfen Alkohol trinkt und sich ganz und gar Jesus verschrieben hat.
Bald muss er aber Bennos sadistische Ader kennenlernen, nach einem unerwarteten Faustschlag auf die Nase, nachdem er Sannes Stoffkänguru auf den Schwanz getreten hat (Geschenk zum 15ten Geburtstag!?), läuft er entsetzt weg, wird aber von Benno beschwichtigt. Zunehmend wird sein Leben ein Martyrium: er spurt auf Befehle wie ein Haussklave, läßt sich schlagen und maltraitieren, muss mitansehen, wie Benno sich an seiner Stieftaochter vergeht, trotzdem bleibt er da und meint, Benno sei seine persönliche Aufagbe, die er darin sieht, seine unerschütterliche Liebe auf seine Umwelt abfärben zu lassen.
Nach einem "Diebstahl" (einem aus dem Müll geklaubten halben Brathähnchen) wird er mit dem inzwischen vergammelten Teil von Benno und Astrid gewaltsam gefüttert, aus der Klinik, zu der ihn Sanne heimlich gebracht hat, entlässt er sich selber, seine Blutergüsse erklärt er mit Fußball und seiner Epilepsie, und kehrt wie Sanne versprochen zu den Peinigern zurück. Ihre sexuelle Annährung weist er zurück bis nach einer Heirat.
Seine Qual und Demütigung gipfelt in Zwangsprostitution, wo er auch den Kinderfi**erfreunden von Benno zu Dienste sein muss, vom Lohn erwirbt Benno einen modernen LED-Fernseher, mit dem Tore fast totgeprügelt wird und an einem Autobahnrastplatz im Gebüsch neben einen Wassergraben wie Hausmüll entsorgt wird, und da er immer noch nicht das geringste Zeichen von Hass oder Gegenwehr zeigt, befördert ein Tritt ihn in das Gewässer.

Der Debutfilm aus dem Jahre 2013 von Regisseurin Katrin Gebbe nach eigenem Drehbuch mutet uns Zuschauern eine Menge zu. Während zum Beispiel in dem Film "Eden Lake" ein Paar, angestachelt von einem jugendlichen Psychopathen, gejagt wird, um ein Vergehen zu vertuschen, ein Film mit einem hoffnungslosen Ende, während in "Funny Games" von Haneke zwei Psychopathen ein Ehepaar aus purer Lust an Grausamkeit umbringen, Haneke aber durch ein Stilmittel dem Film seine Unerbittlichkeit nimmt, indem er uns klarmacht, was Gewaltdarstellung und unser Konsum von Gewalt ist, gibt es in diesem Film nichts, was die Grausamkeit nur im geringsten "rechtfertigen" könnte. Und das fast Unerträgliche ist die Demut(?)., mit der Tore seine Opferrolle bis zur letzten Konsequenz annimmt.

Was macht diesen Film für den Zuschauer zu solch einer Zumutung? Der einzige deutsche Beitrag in Cannes 2013 war heftig umstritten, erhielt Filmpreise, beruht auch auf einem wahren Fall von Sklavenhaltiúng in einer Schrebergartensiedlung, muss sich aber fragen lassen, welche Botschaft er vermitteln soll. Er haut uns förmlich um, weil kaum jemand Tore verstehen kann: er wehrt sich nicht, schlimmer und unverständlicher, er kehrt freiwillig in die Hölle zurück, ich habe nicht erkennen können, dass er es für Sanne tut, oder meint er, allein durch seine Anwesenheit sie vor weiteren Übergriffen schützen zu können? Perverserweise trägt er, was Benno nicht im Geringsten entlasten soll, noch zu seiner Qual bei! Als der Sadist Tore mit dem Wasserschlauch abspritzt, weil er nicht duschen oder baden konnte und stinkt, kommt Sanne dazu und macht aus Bennos Quälerei ein lustiges Wasserplantschspiel, und prompt verliert Benno den Spaß. Benno ist Sadist, und dazu gehört neben dem Quälen genauso die Freude an der Qual des Opfers, dem Leiden und vielleicht auch versuchtem Widerstand von Tore, der Benno körperlich hoffnungslos unterlegen ist. Je weniger sich Tore wehrt, desto grausamer "muss" der Sadist versuchen, seinem Opfer die gewünschte Reaktion zu entlocken, Widerstand, Protest, Fluchtversuche, aus Bennos perverser Sicht zwingt Tore ihn geradezu, die Grausamkeit zu steigern.

Nicht ganz eindeutig erschien mir zu Beginn die Einstellung von Astrid: hatte ich anfangs den Eindtruck, dass sie mehr gute Miene zum bösen Spiel macht, weil sie Benno nicht unbedingt heiß und innig liebt, aber froh ist, einen Versorger für sich und ihre zwei Kinder zu haben, macht sie später bei der grausamen Gammelfleischfütterung mit und ist gegen Ende sogar regelrecht sauer auf den schon halb totgeprügelten Tore, was er ihrer Familie angetan habe, ob bewusst oder instinktiv erkennt sie, das Benno auf Tores fehlende Gegenwehr mit zunehmender Gewalt reagieren "musste", womit jetzt die Sicherheit gefährdet ist und er "entsorgt" werden muss.

Bemerkenswert ist die Reaktion des kleinen Bruders von Sanne, der beim Abtransport von Tore zu seiner Schwester bemerkt,die Eltern würden Tore bestimmt nicht ins Krankenhaus fahren. Ist es dann ein Hoffnungsschimmer, dass die eingeschlossenen Kinder durch ein Fenster steigen und weglaufen? Mit welchem Ziel und welchen Chancen?

Der Film ist in seiner konsequenten Grausamkeit gegenüber einem Opfer, das sich nicht wehren will und deshalb immer brutaler misshandelt wird, einer der brutalsten Filme, bei dem ich mich auch über eine FSK 18 Freigabe nicht gewundert hätte, sicher aufwühlender als manche "Horrorfilme" mir Kunstblutspritzfestivitäten, abgehackten Gliedmassen und ähnlichem Quark.

Ich habe noch sehr gut den schrecklich erschütternden Film "Lilja 4ever" und erst kürzlich das ebenso verstörende Drama "Meine Tochter nicht" in Erinnerung, die aber doch einen Bezug zu einer nicht selten schrecklichen Realität haben, aber die Intention dieses grandios inszenierten Filmes mit beeindruckenden Darstellern, insbesondere Julius Feldmann in seiner ersten Filmrolle, Sacha Alexander Gesak als Sadisten und Gro Swantje Kohlhof, die schon einige Auszeichnungen und Nominierungen für beeindruckendes Spiel erhalten hat, bleibt mir unklar.

Auf jeden Fall 5 Sterne, aber zu größerem Lob kann ich mich dann doch nicht durchringen, außer vielleicht für den Mut und das Talent einer Regisseurin zu solch einem harten Brocken als Erstling, der manchem Zuschauer im Halse stecken bleiben mag.

Doc Halliday
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am 10. Dezember 2015
" Wer das Schild des Glaubens trägt, den kann nichts Böses treffen. Was können mir die Menschen schon tun ? "
so denkt und handelt der junge neunzehnjährige Tore ( Julius Feldmeier) . Ein schmächtiger schlaksiger Junge mit blondem Lockenkopf, der in einer Berliner Vorstadtsiedlung ein ganz besonderes, ein erwähltes Leben führt. Tore gehört zu einer Gruppe tiefgläubiger Christen, die sich selbst als " Jesus Freaks" bezeichnen. Eltern hat er nicht mehr, von dem Geld aus seinen Hartz lV Bezügen kann er sich gerade so über Wasser halten. Meist lebt er, bevor er die Aufgabe seines Lebens, die Missionierung einer " gefallenen " Familie für sich erkennt , in einer kleinen ärmlichen Wohngemeinschaft mit religiös Gleichgesinnten. Doch Tore ist kein Faulenzer oder Arbeitsscheuer. Geld und gesellschaftliches Fortkommen ist für ihn nicht relevant.
Tore hat sein Leben vollends Jesus Christus gewidmet. Von der Liebe und Schönheit des Reiches Gottes predigend, für die Nächstenliebe , Enthaltsamkeit und Gewaltlosigkeit eintretend und wenn es auch die eigene Unversehrtheit kosten sollte, das ist Tores zutiefst empfundene Mission. Ein neuer Jesus von Nazareth, der ohne zu zögern auch den eigenen Weg nach Golgatha einschlägt, geschändet, gedemütigt, missbraucht und als Märtyrer symbolisch ans Kreuz geschlagen und getötet.
Dem Bösen, dem Egoismus, den Perversionen der Welt setzt hier ein nach aussen und innen hoch verletzbarer, aber von seiner (fixen ?) Idee restlos durchdrungener und somit starker Junge mit seiner ganz eigenen Mission die reine Liebe entgegen.
Aber ist es denn Liebe, wenn sie nur in Erdulden, in vollkommener Wehr- und Widerstandslosigkeit besteht ? Ist es Liebe ultimativen Pazifismus auch dann ohne Gegenwehr zu üben wenn dies auch Tatenlosigkeit gegenüber dem Unrecht ,das anderen widerfährt bedeutet ?
Dulden, bis zur Auslöschung ? Ertragen statt eingreifen ?
Ganz zu schweigen von der Verantwortungslosigkeit der eigenen Würde, dem eigenen Körper gegenüber, wenn beides massiv immer wieder verletzt wird bis das eigene erbärmliche Leben sich reduziert auf das Vegetieren eines Stück Vieh, das man irgendwann zur Schlachtbank führt.
Wo beginnt wirklich Verantwortung und wo kulminiert uneingeschränkte Opferbereitschaft nicht auch in einer Form von Resignation und naiver Duldung von Gewalt und Tabubruch, die in vollkommener Realitätsferne letztendlich nur dem Bösen in der Welt noch mehr Raum gibt ?
" Schlägt dir einer auf die linke Wange, dann halte ihm auch die rechte hin...." Tore wird in diesem filmischen Geniestreich der jungen Regisseurin Katrin Gebbe , der uns tief verstören und erschüttern wird, dieser christlichen Weisung folgen . Nicht davon ablassen über seine zu erleidende Folter, Vergewaltigung und schliesslich seine Ermordung hinaus. Am Ende wird das, was von Tore übrig ist, blutend und verstümmelt weggeworfen , wie ein Stück Abfall entsorgt in einem Fluss . Und Gott sah, dass es gut war ?
Seine Peiniger und Mörder wird Tore stets als eine von Gott gesandte Prüfung begreifen, wird, und da windet sich der Zuschauer vor Fassungslosigkeit, obwohl er schon ins Krankenhaus eingeliefert wurde mit schlimmsten Prellungen und Verletzungen, wieder in ihre Behausung , den Ort seiner Qualen stumm und willfährig zurückkehren, über das Verbrechen an ihm schweigend, gefasst, und bereit den Kreuzweg bis zum Ende zu gehen.

" Tore tanzt" zeigt uns die furchtbarsten Abgründe des Homo Sapiens. Belanglose Gewalt, schmutziger Sadismus, sexueller Missbrauch und das schockierenderweise einmal wieder von Nachbarn unbemerkt ( oder vielmehr schon registriert, aber dann weggeschaut , oder letztendlich sogar in sexuell motiviertem Gewaltrausch selbst aktiv werdend) . Der Film zeigt wie ein Mensch, der einfach anders ist, mit festen Glaubensgrundsätzen und vor allem demonstrativ sich wehrlos und gütig zeigend, für sein Umfeld eine tiefe Provokation darstellt. Eine zu tretende, zu bespuckende und zu zerstörende Projektionsfläche eigener Unzulänglichkeiten, eigenen Hasses, eigener Perversionen.
Dieses psychisch verkommene Umfeld sieht Tore, der Nachfolger Jesus Christus auf Erden als seine Mission.
"Liebet eure Feinde, tut Gutes, denen, die euch verachten" .
Wen wundert es, dass " Tore tanzt" zu den ambivalentesten und kontroversesten Dramen der letzten Jahre gehört, der mit der Wucht eines Fausthiebes den Zuschauer selbst zu Boden schlägt und das Herz zerreisst in Wut, Entsetzen, Ungĺäubigkeit , Trauer und tiefer Verstörung.

Tores Prüfung beginnt auf einer Autobahn Raststätte. Als das Auto des grobschlächtigen, vielleicht vierzigjährigen Familienvaters Benno ( Sascha Alexander Gersak) nicht mehr anspringen will, leistet der zufällig vorbeikommende Tore Starthilfe ganz besonderer Art. Mit einem Stoßgebet gen Himmel läuft der Motor plötzlich wieder. Zufall oder göttliche Fügung ? Dass Tore stets von letzterem überzeugt ist, wird sein Lebensverhängnis werden ( oder seine Erfüllung).
Benno und Tore werden sich wiedertreffen. Der eine erscheint erst einmal nur als brummiges , etwas einfältiges aber sympathisches Rauhbein, der andere jedoch, der junge Tore ist vollkommen unbedarft, sensibel , zart ,fast engelsgleich androgyn und kindlich unschuldig. Wie ein Lamm wird er Benno auf seine Einladung folgen, doch bei dessen Familie über den Sommer einzuziehen. Bennos Patchwork Familie haust beengt in einem Schrebergartenhaus, doch Tore ist dankbar für den neuen Schlafplatz.
Die Familie besteht aus Benno, seiner Freundin Astrid und den beiden Kindern Sanny und Dennis.
In einem kleinen Zelt neben der Schrebergartenhütte lebt nun Tore, bastelt kleine Geschenke aus Papier für die Kinder, hilft bei der Garten- und Hausarbeit und ist mit seiner stillen zuvorkommenden Freundlichkeit und Sanftmut , aber auch mit seinen ungewöhnlichen Prinzipin hinsichtlich Keuschheit, Armut und gottgewidmeten Leben Aussenseiter und neugierig betrachteter Paradiesvogel zugleich.
Die Frage warum urplötzlich die Stimmung kippt, warum in vielen Psychen der Hang zum Erniedrigen, zum Quälen ,zum Stigmatisieren eines hilfloseren und von der Norm abweichenden Menschen wohl angelegt ist, führt uns zu den niederen Instinkten der menschlichen Existenz. Führt uns zu humanphilosophischen Fragestellungen, die vom Mobbing in allen sozialen Gruppen , der Erschaffung von Sündenbocken in jeder Schulklasse bis hin zu den grossen Jahrhundertverbrechen des Holocausts reichen. Was lässt Menschen andere Menschen verdinglichen und degradieren zum Gegenstand, zum zu beschmutzenden, schliesslich ausrottbaren Wegwerfprodukt ? Wo sind die urbanen Wurzeln der Grausamkeit zu finden ? Woher stammt die Lust an der Qual und wie hässlich und damit grauenhaft entlarvend kann gerade auch in " Tore tanzt" die sadistische Ader des Homo Sapiens die Oberhand gewinnen.
Der Film " Tore tanzt" wie auch Jahrhunderte an Psychoanalyse werden auf diese elementaren Fragen keine befriedigende Antwort finden. Der Film zeigt und beschreibt nur, gibt unzählige Denkanstösse und lässt uns bestürzt und bis ins Mark erschüttert zurück.
Aus Demütigungen verbunden mit scheinbarem Jux wird bald ein massiver Übergriff als Benno aus einer Laune heraus Tore auf einer Gartenparty mit einem Fausthieb aus dem Nichts heraus zu Boden schlägt. Keiner der vielen anwesenden Nachbarn rührt sich oder eilt zu Hilfe als sich Tore mit blutender gebrochener Nase wieder aufrappelt. Die Büchse der Pandora ist geöffnet, die massive körperliche Verletzung , die eine sofortige Polizeianzeige nach sich ziehen müsste wird still aktzeptiert. Ab jetzt werden sich die Grenzen immer weiter verschieben.
In seinem grenzenlosen Altruismus lässt Tore nun alle brutalen Attacken geduldig und widerstandslos über sich ergehen und verliert nie den Glauben an das Gute im Menschen. Mit seiner Art nicht zu reagieren, alles geschehen zu lassen scheint er immer weiter den Sadismus von Bruno vehement anzustacheln.

" Wo ist denn jetzt dein Gott ? " schreit dieser den geschundenen Tore an. Dieser schweigt, ergeben, blutend, abgemagert . Auch als Bruno vor seinen Augen eine Katze ertränkt. Auch als er Zeuge wird, wie der schmerbauchige schwitzende Sadist seine eigene Tochter Sanny missbraucht.
Seinen ganz persönlichen Kreuzweg geht Tore bis zum bitteren Ende. Als Stricherjunge wird er sich von Bruno in halbseidenen Bordells anbieten lassen, letztendlich werden auch die Nachbarn von verschämten Zuschauern zu Tätern. Der Drang zum selbst alle Triebe ausleben wollen, zu schlagen, zu demütigen, zu quälen sobald ethische Grundfesten erst einmal gefallen sind und der einzelne sich als Teil einer machtvollen Gruppe empfindet , muss ein gewaltiger sein !

" Tore tanzt" zeigt schmerzhafte Szenen voller Unerträglichkeit. Die Hölle auf Erden, die uns überwältigt. Eine Spirale der Gewalt mit fassungslos machender Eigendynamik.
Ist es die Ratlosigkeit und die Unempfindlichkeit der Welt gegenüber Andersdenkenden, hier einem jungen Mann und seinem Verhalten bzw. Nichtverhalten ? Ist es vielmehr die universelle Tatsache, dass Täter und Opfer , wie zwei Seiten einer Medaille sich bedingen und erst wenn jemand sich zum Opfer , zum Märtyrer berufen fühlt, auch sehr schnell ein anderer zwingend in die Täterrolle schlüpft ?
In Tores Wirklichkeit ist ER der Stärkere, der Missionar, der Kämpfer, der sogar sich selbst aufopfert für seinen Glauben.
" Ich werde mishandelt und dennoch komme ich nicht um. Ich bin ein Sterbender und dennoch lebe ich".
Wieviel Überheblichkeit und Arroganz steckt eigentlich auch in einer drartigen eigenen Stilisierung als Übermensch und woher die Vehemenz des Hasses und der Unmenschlichkeit, die diese zur Schau gestellte Exzentrik oder Verrücktheit hervorbrechen lässt, die nur in der Vernichtung des leidenden unbequemen Individuums enden kann ?
Wo ist die Verbindung von Gewalt, Erniedrigung und Sexualität, wo wird Sinnsuche zum Wahn, und wo Nächstenliebe selbst zur abstrakten Gefahr für sich und für andere ? Wie tolerant ist unsere ,ach so offene Gesellschaft gegenüber abweichenden Lebensformen, die nicht ins normale Raster passen , anders sind und wie klein ist die Hemmschwelle , das, was wir nicht verstehen ,zu demütigen, zu erniedrigen ,ausmerzen zu wollen.
Täter, Opfer, Mitläufer und darunter der Abgrund archaischer Instinkte.
" Tore tanzt" wirft soviele Fragen und Denkanstösse in unglaublicher Vielschichtigkeit auf, die nur von jedem Zuschauer individuell erspürt werden können.
Tore ist , und das ist das Teuflische an Katrin Gebbes Film beileibe keine sympathische Identifikationsfigur. Man möchte ihn schütteln, man windet sich, erlebt man seine naive Gutmütigkeit und Gottesergebenheit.
"Hat so jemand es dann nicht irgendwann verdient, ist er nicht vielleicht selbst schuld an seinem Leid ?" schiesst es uns, erschreckenderweise durch den Kopf ,wenn Tore , der jederzeit den Ort seiner Qualen verlassen, zur Polizei gehen könnte, immer wieder zu dem Ort seiner Qualen freiwillig zurückkehrt.
Warum erduldet er das ihm zugefügte beispiellose Martyrium und ist die fundamentalistische Form von Religion , so sie derartige märtyrerhafte Glaubensprinzipien in die Herzen von jungen Menschen pflanzen kann, nicht die wahrhaft Schuldige ?
" Tore tanzt" ist unendlich beklemmendes grosses Kino, mit derart authentischen Schauspielleistungen, die einem von Anfang an die Kehle zuschnüren. Fesselnd, unbequem und präzise erzeugt der Film in jedem Bild eine packende , drückende Atmosphäre, die keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit der aufgeworfenen Fragen lässt.
Unterteilt ist der Film in Kapitel ( Liebe- Glaube- Hoffnung) , wie Stationen eines Kreuzweges. Nicht nur darin ähnelt er anderen grossen Filmen über die Konfrontation von Gut und Böse, über Glauben, Aufopferung, Schuld und Erlösung. Genannt seien hier vor allem die Meisterwerke eines Lars von Trier wie " Breaking the Waves", "" Dancer in the dark" und " Dogville" oder der jüngere Film " Kreuzweg" von Dietrich Brüggemann.
Weit über den Abspann hinaus beschäftigt und berührt dieser mutige , hochanspruchsvolle Film. Die furchtbare, zersetzende Gewalt offenbart sich oft nur in subtilen Andeutungen, in einer nüchternen Bildsprache , bis sie dann wie der Blitz auf uns herniederfährt.
Aber " Tore tanzt " ist auch ein Film , der ambivalent einen Hoffnungsstrahl in all der Dunkelheit bereithält.
War das Opfer von Tore nicht umsonst ?
Zur überwältigenden Intensitat des Films trägt auch die Tatsache bei, dass das Geschehen auf wahren Ereignissen beruht.
" Mir fiel ein Zeitungsartikel auf" , so die junge Regisseurin Kathrin Gebbe, " der mich sehr berührte . Es war die Geschichte eines Jungen ,der hier in Deutschland von seiner Familie wie ein Sklave gehalten wurde. Solange bis er auf brutalste Weise getötet wurde. Das ging mir sehr nahe und ich überlegte mir, was für ein Junge, das wohl gewesen sein könnte".
Tieftraurig, brillant , radikal und nachdenklich machend ist dieses filmische Mahnmal geworden.
Tore wird noch lange in unseren Herzen tanzen. Könnte sein Weg nur so vorherbestimmt gewesen sein ?

"Frei ist, wer in Ketten tanzen kann !" ( Nietzsche)
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am 13. Dezember 2016
Misshandlungen mitansehen ist Qual. Insofern ist dieser Film fast eine einzige Qual. Der Klappentext läßt einen vergnüglichen Film vermuten, nicht das Tagebuch einer Misshandlung. Ich weiß, dass es sowas gibt, aber ich möchte es nicht mitansehen, denn für mich ist das Ansehen wirklich Folter. Brauchte danach stundenlang, um mich davon zu erholen.
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am 1. August 2014
Tore lebt bei seinem Kumpel Eule und gehört zu der Gruppe der Jesus-Freaks. Er ist fest von der Existenz einer höheren Macht überzeugt, was in seinen Augen wieder mal bestätigt wird, als er bei einer Autopanne, mit anscheinend göttlicher Hilfe, den Beteiligten das Weiterfahren ermöglicht. Benno, der Fahrer des Wagens lädt Tore daraufhin in seiner Gartenlaube ein. Dieser fühlt sich dort auch anfangs wohl und versteht sich gut mit dessen Stieftochter in spe, Sanny. Doch das beschauliche Familienleben trügt, denn Benno entpuppt sich immer mehr als Sadist und auch seine Freundin ist nicht ohne. Doch Tore lässt in seiner Nächstenliebe alles über sich ergehen, auch um Sanny zu helfen. Doch auch der Leidensweg von Jesus hatte irgendwann ein Ende.

Jetzt wird es kompliziert. Was sich nämlich nach einer Bibelstunde anhört ist in Wahrheit ein spannendes und vor allem intensives Drama, in dem das Thema Jesus und sein Leidensweg zwar immer im Vordergrund steht, welches jedoch nicht anfängt in irgend einer Form zu nerven.

Ich gehöre nämlich auch nicht zu den gläubigen Menschen. Irgendwie schafft es der Streifen, auch bedingt durch das hervorragende Drehbuch, nie zu sehr in diese Ecke abzudriften, auch wenn das Leben von Jesus, praktisch verkörpert von Tore in irgendeiner Form immer allgegenwärtig ist.

Ich sage es aber gleich...das Ende ist ziemlich heftig, regt zum Nachdenken an und könnte sanfte Gemüter ganz schön verschrecken. Allerdings kann das auch schon vorher der Fall sein, denn der Film zeigt zwar die Gewaltszenen nicht in Form von Splattereffekten, aber durchaus konsequent brutal, was hier aber einfach dazugehört.

Der Film lief im Vorjahr übrigens als einziger deutscher Beitrag in Cannes und das völlig zurecht. Ich denke von Hauptdarsteller Julius Feldmeier werden wir noch einiges hören.

Ausnahmsweise wirklich interessant sind die Interviews in den Extras, wo man mal nicht die übliche Lobhudelei zu hören bekommt, sondern einen äußerst interessanten Exkurs der Regisseurin über Sinn und Entstehung Ihres Streifens.

Fazit: Spannendes Drama unterstützt von einem bedrohlichen Soundtrack, der aber nichts für sanfte Gemüter sein dürfte. Die Geschichte ist originell und sehr gut durchdacht. Reinschauen !
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am 26. Juli 2014
„Tore tanzt“ muss mit Vorsicht genossen werden. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit und zeigt schonungslos die Bestie Mensch im Alltäglichen. Körperliche und psychische Gewalt sind die Elemente des Films. Ein junger Mann, ein Jesus Freak, betrachtet eine Familie als seine von Gott gegebene Aufgabe. Vater und Mutter haben ihren Alltag so satt, das sie ihren Gast quälen, ausnutzen und fast in den Tod treiben. Nur eine Person, die 15-jährige Tochter, wird Tores Freundin. Er hofft, dass sie eines Tages stark sein wird und das Richtige tut. Die Zuschauer sollten anschließend über den Film, der einen aufregt und hilflos zurücklässt diskutieren. Es ist der Debütfilm von Katrin Gebbe, kraftvolles und verstörendes Kino. Der Film lief in Cannes und wurde für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Es steht schon im Booklet: Warum bleibt der Junge bei der Familie, warum kehrt er wieder zurück? Die andere entscheidendere Fragelautet, warum Menschen andere Menschen, Schwächere, quälen müssen. Nicht als einmalige Handlung, sondern permanent. Was am Ende passiert, worin es kumuliert, entbehrt jeder Menschlichkeit… Ich hätte mir im Abspann noch ein paar Sätze gewünscht, wie es in der Realität war und weiterging. Publik ist es ja geworden und somit sehen wir zumindest einen Silberstreif am Horizont. Schmerzhaftes und stellenweise inhaltlich unerträgliches Kino, wichtig und gut.

Bewertung bei Maschseeperlen.de: 7/10 Punkten
Spannung: 2/4 - Action: 2/4 - Humor: 2/4 - Erotik: 2/4 - Anspruch: 3/4
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am 22. September 2015
Tore ist ein Mensch!
Ganz und gar und unverdorben. Ganz im Gegensatz zu den Menschen, denen er sich dann
in seiner Naivität ausliefert. Der Film ist schockierend, appelierend und dennoch wird man das Gefühl nicht los,
dass all das, was Tore widerfährt am Ende nicht oder kaum zu verhindern war.

Am Schlimmsten ist, dass das kein fiktiver Stoff ist sondern wirklich passiert ist. Die Nachlese über den wahren Tore
war noch verstörender als der Film.

Sehr sehenswert. Allerdings sehr verstörend und nicht für Jedermann geeignet.
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am 3. Juli 2015
Die erste halbe bis dreiviertel Stunde von "Tore tanzt" verspricht einen spannenden, so noch nicht dagewesenen Film: Ein moderner Parsifal gerät in die Fänge der bösen Realität und beschließt nicht davor zu fliehen, sondern alles was ihm widerfährt als Prüfung Gottes anzunehmen. Auf die Frage, ob es Sinn macht, sich um seines Glaubens Willen demütigen, quälen und versklaven zu lassen, gibt das Drehbuch klugerweise keine Antwort. Doch dann wird die Geschichte immer bizarrer, unglaubwürdiger und brutaler bis sich der reine Tor zu guter Letzt sogar in einem schwulen Bordell widerspruchslos vergewaltigen lässt. Unterm Strich bleiben neben viel langweiligem Leerlauf (gut, dass es den schnellen Vorlauf mit der Fernbedienung gibt!) grausame, ja fast unerträgliche Gewaltszenen übrig, die mich als Betrachter lediglich verstört haben, ohne mir irgendeinen tieferen Sinn zu vermitteln oder gar zu weiterem Nachdenken über so große Themen wie Glaube, Gerechtigkeit oder Leid anzuregen. In den Händen eines erfahreneren Regisseurs und Drehbuchautors hätte die Story zu einen großen Film führen können. So aber bleibt nur viel unnötige filmische Brutalität und die große Frage, warum man sich so etwas eigentlich ansehen soll. Sehr enttäuschend.
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am 4. Juli 2015
In anderen Rezensionen hier m.E. nicht zu Wort gekommen, doch atmosphärisch bedeutsam:

Die Zeichen, die man sehen kann, anhand derer erkennbar ist, dass es nur bergab geht und immer schlimmer wird. Die dem Opfer aber erst dann bekannt werden, wenn es schon "zu spät" ist.

1) Das Auto des Täters im Gegensatz zum häuslichen Umfeld: Das Auto zeigt bewusst Dominanz, Größe, den Sound eines Donnerwetters. Doch anhand des Batterieproblems und des Wohnens in einer Gartenlaube wird deutlich, dass nach außen hin dargestellt wird (und "nichts dahinter ist") und starke Impulse nötig sind.
Die Vermutung auf Lüge/Betrug, Unzufriedenheit und Sündenbocksuche sowie Gewalt ergibt sich bereits daraus.

2) Beim persönlichen Umfeld des Täters kommen u.a Insignien von OMCGs (Kleidung, Chopper), Rotlicht und Diebstähle (" [...] vom Laster gefallen [...]") ans Licht.
Nötigungen werden deutlich dargestellt.

3) Die Gesprächsthemen sowie Mimik und Gestik zeigt mehrfach, dass den Beteiligten (insbesondere den Frauen) klar wird, dass bestimmte Verhaltensweisen des Opfers zu dessen Unterdrückung und zu sadistischen Gewaltausbrüchen der Täter führen.
Das Bemerken dieser Umstände führt gerade schon zu Beginn des Films nicht zu Gesprächen über eigene Gefühle und Absichten im Hinblick auf förderliche Gestaltung des familiären Zusammenlebens.

4) Kleingartenanlagen bieten nach Darstellung im Film eine optimale Umgebung, um Misshandlungen nicht als solche nach außen hin erkennbar sein zu lassen.
In Filmen, in denen selbstgebaute Keller o.ä. in einem Haus den Ort der Misshandlung darstellen, ergibt sich eine Spannung. Ob nicht doch jemand ins Haus kommt und es entdeckt oder ob das Opfer sich befreien kann.
Bei der Kleingartenanlage jedoch ist bereits alles öffentlich und das Bedrückende daran ist, dass die Misshandlungen vom Täter Außenstehenden als Spiele, Unfälle oder als Verschulden des Opfers erklärt werden.

5) Das familiäre Leben der Familie kann man als selbst beabsichtigte Deprivation bezeichnen. Daraus ist ersichtlich, dass Erfüllung von einigen Bedürfnissen nicht stattfindet.
Es resultiert der Weg in emotionale Befriedigung durch Sadismus am Opfer.

Wer informiert ist, wird feststellen, dass die von mir genannten Umfelder und Umstände heutzutage in sozialen Gruppen vorkommen und auf Individuen zutreffen.
Wer informiert ist, dem sind auch Strafverfahren und die Dunkelziffer von Misshandlungen im häuslichen Umfeld bekannt.
Wer informiert ist, der weiß auch von den Behandlungsprotokollen der Opfer.

Und in den Medien wird davon abgelenkt, indem von irgendwelchen Vorfällen in anderen Staaten berichtet wird.

Daher ist dieser Film wie z.B. auch "9 Leben" wichtig.

- bearbeitet: Grammatik
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am 4. August 2014
Ein absoluter spitzen Film aus Deutschland von einer spitzen Regisseurin! Ein Film der endlich mal zum nachdenken anregt und auch lange nach dem schauen im Kopf bleibt. Katrin Gebbe zeigt der Gesellschaft den hässlichen Spiegel der deutschen Hinterhof Wahrheit vors Gesicht. Jeder der meint der Film sei zu verstörend ist abgestumpft durch alltäglichen Hollywood Happyend end Schrott. Ein Film mit Hirn und Herz!
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