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Kundenrezensionen

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am 5. November 2005
Die kleine Meggie lebt mir ihrem Vater Mo in einem kleinen Häuschen voller Bücher. Mo verdient sein Geld als Buchrestaurateur und vererbte seiner Tochter schon früh die Liebe zu Büchern. Über ihre Mutter weiß das Mädchen so gut wie nichts, denn sie verschwand vor neun Jahren und Mo erzählt nicht viel darüber. Als eines nachts der unheimliche Fremde auftaucht, einen gehörnten Marder im Rucksack und von Mo "Staubfinger" genannt, bekommt Meggie es zum ersten Mal in ihrem Leben mit der Angst zu tun. Anscheinend berechtigt, denn am nächsten Morgen will sich Mo mit ihr von Staubfinger unerkannt zu Meggies Tante Elinor aufmachen. Doch der Fremde lässt sich nicht abschütteln und Meggie versucht verzweifelt herauszufinden, was gerade geschieht und wer sowohl Staubfinger, als auch der ominöse Capricorn, über den sich die Erwachsenen unterhalten, sind. Doch Mo will Meggie vor zu viel Wissen beschützen und so bittet er Elinor ein Buch in ihrer gigantischen Bibliothek zu verstecken, das das Rätsel vielleicht lösen könnte. Tatsächlich ist "Tintenherz" das Buch, das die Geschichte von Staubfinger und Capricorn erzählt. Capricorn mit einem Herzen, das so schwarz ist wie Tinte. Und nicht nur Staubfinger hat es in unsere Welt verschlagen.
"Tintenherz" ist ein Buch, in dem man sich gleich zu Anfang verlieren kann, in dessen Schönheit man versinkt und von dessen Figuren man nachts träumt.
Man merkt es dem Buch am Schluss etwas an, dass es als Trilogie ausgerichtet ist. Zwar hat "Tintenherz" einen durchaus passablen Schluss, doch das Gefühl, dass etwas fehlt, bleibt bestehen. Cornelia Funkes Buch besticht aber vor allem durch die wirklich bezaubernde Sprache und der Phantasiewelt in die man ein taucht. In Kombination mit neuen Freundschaften aber auch Feindschaften, Liebe, Zusammenhalt und nicht zu vergessen die Familie, die in dem Buch angesprochen werden, werden Themen für Kinder auf eine sehr schöne Art näher gebracht. Durch seine verständlich geschriebene Sprache ist „Tintenherz sehr einfach und verständlich geschrieben, deshalb eignet sich das Buch für die jüngsten Lesern im Alter ab 11 Jahren.
Vergleiche mit Harry Potter bleiben natürlich wie so oft nicht aus. Doch mit Harry Potter hat "Tintenherz" nichts gemeinsam außer der Tatsache, dass es sich in beiden Fällen um Kinder/Jugendbücher handelt. Für eine deutsche Autorin jedenfalls hat Cornelia Funke im Ausland bisher ganz beachtlichen Erfolg. Man mag sich streiten, welches Buch, Harry Potter oder Tintenherz, nun besser oder schlechter ist. Ein Urteil darüber möchte ich nicht fällen, da beide auf ihre ganz besondere Art faszinierend sind.
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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 26. September 2010
Lange habe ich überlegt, was es ist, das mich an Funkes Tintenwelt-Büchern störte, obwohl ich die Ideen darin gut fand und auch zwei Theaterstücke, die nach den Büchern entstanden sind, gesehen habe und ganz begeistert davon war. Dann erschien kürzlich eine Kritik zu Funkes neuestem Buch "Reckless" in unserer Regionalzeitung und der Rezensent dort brachte es für mich auf den Punkt: Funkes Hang zu "schiefen Metaphern", misslungene Versuche, möglichst bildhaft zu schreiben, wobei dann solche Sachen herauskommen wie: "das Feuer beißt", was im Laufe des Buches immerzu wiederholt wird, bis es zumindest für mich leicht anstrengend wurde. Zumal nie ganz klar wird, wieso das Feuer hier mit einem bissigen Tier gleichgesetzt wird.

Insgesamt gefällt mir Funkes Schreibstil nicht so gut. Ja, es verwundert mich sogar, warum gerade ihr Stil von manchen Seiten so hochgelobt wurde. Denn ich fand ihre Sprache eher im Wortschatz beschränkt, wiederholend und wenig lebendig, teils sogar zäh und langatmig. So erwachten im Buch auch die Figuren aus sich selbst heraus kaum zum Leben, allein Staubfinger zeigt eine gewisse Vielschichtigkeit und gewisse überraschende Züge, er schien mir der einzige wirkliche Charakter, während die anderen eher bloße Typen bleiben (die schrullige Tante, der fürsorgliche Vater, das altkluge Mädchen, der Bösewicht usw.).

Ein Buch, das durch seine schöne Aufmachung besticht und dessen Erfolg sicher auch viel mit der gezielten Vermarktung als "deutsche Antwort auf Harry Potter" (ja, so in etwa wurde der erste Band damals beworben) zu tun hat. Hätte man es aber einfach unter die ganzen anderen Neuerscheinungen ausgelegt und auf die "Mund zu Mund"-Werbung vertraut, frage ich mich, ob "Tintenherz" so oft verkauft worden wäre.

Mut zur eigenen Meinung, auch wenn die "Rache" durch "Nicht hilfreich"-Klicks schon abzusehen ist...
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"Tintenherz" war für mich eine große Enttäuschung. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu groß; ich hatte eine magische Welt im Stile eines Michael Ende erwartet, vielleicht sogar ein Hauch von Harry Potter. Leider kam diese Magie an keiner Stelle des Buches auf, statt dessen regierte die Langeweile. Die Figuren, mit Ausnahme von Staubfinger, blieben blass und uninteressant, allen voran die langweilige Meggie und der kreuzbrave Mo. Die unnatürliche Bücherbesessenheit der beiden ging sogar einer passionierten Leseratte wie mir ziemlich auf die Nerven. Auch die Schurken mit ihren allesamt lächerlichen Namen (Flachnase!) konnten mich nicht fesseln.
Des weiteren stört mich, dass Cornelia Funke beim Schreiben offensichtlich schon die Vermarktung ihrer Bücher in den USA im Kopf hatte, wohl deshalb stammt ein Großteil der zitierten Bücher von US-Schriftstellern. Am deutlichsten wird das an der Stelle, als Meggie den Schatten herausliest: "Wie das Sch ihr über die Lippen zischte, wie dunkel das o sich im Mund formte." Welches o, das in "shadow" vielleicht?
Das größte Manko von "Tintenherz" aber ist das völlige Fehlen von Spannung, die Handlungsarmut, (fast das gesamte Buch über befindet sich irgendjemand in Gefangenschaft), und auch Humor konnte ich an keiner Stelle entdecken. Ich habe mich streckenweise regelrecht durch das Buch gequält und war froh, als ich es endlich geschafft habe. Trotzdem möchte ich den beiden Fortsetzungen eine Chance geben, denn die Idee des Buches an sich ist sehr originell, es steckt noch reichlich Potenzial in dieser Geschichte. Jedenfalls kann es nur besser werden.
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am 16. März 2009
Der erste Band der Tintentrilogie weckt einige Erwartungen, wenn man dem ganzen Medienhype Glauben schenken will, zumal sich auch schon Hollywood auf den Stoff gestürzt hat, jedoch kann das Buch diese Erwartungen nicht erfüllen; vieles hätte man aus der Idee herausholen können, doch letztendlich hat die Autorin nur ein Durchschnittskinderbuch abgeliefert, und das liegt an mehreren Schwachpunkten:
1. Die Sprache: Als Sprachpoetin groß angekündigt, findet sich beim Lesen neben netten Metaphern, die das Buch nachgerade überfrachten, kein sicherer Stil; die Sätze wirken abgehackt und kommen mit einfachsten Satzkonstrukten aus, denen sogar 6-jährige problemlos folgen können und auch für ein Kinderbuch zu schlicht gehalten sind. Die Sätze sind zum Herunterlesen geeignet, aber nicht zum ruhigen Verweilen in schönen Sprachgebilden. Zudem stören einige Grammatikfehler, die auch dem Lektor entgangen sind, zum Teil erheblich den Lesefluß.
2. Die Figuren: Man kann der Meinung sein, in einem Kinderbuch bedürfe es keiner ausgefeilten Charaktere, doch was die Autorin mit ihren Figuren gemacht hat, ist weniger als ausgefeilt; die Charaktere sind zumeist blaß und ohne Individualität. Meggie ist einfach nur die 12-jährige Hauptfigur, aus deren Sicht die Geschichte hauptsächlich erzählt wird, sie agiert wie eine Marionette und hat ständig Angst: Angst um Mo, Angst vor Capricorn, Angst vor Basta... Zudem handelt sie oft nicht ihrem Alter entsprechend, ist entweder trotzig wie eine 6-jährige oder altklug wie eine besserwisserische 30-jährige. Mo geht voll in seiner Rolle auf, die da heißt, der Vater von Meggie zu sein; von Individualität keine Spur. Elinor nervt meist nur mit ihrem ewigen Gezeter, bewegt sich aber dennoch einmal etwas aus dem stereotypen Rahmen. Die einzige Ausnahme der blassen Charaktere stellt Staubfinger dar, bei ihm kommt so was wie Interesse auf, wie er sich wohl weiter darstellt.
3. Die Handlung: Der erste Höhepunkt scheint nach knapp 200 Seiten erreicht, danach passiert nicht mehr viel, sondern die Handlung dreht sich im Kreis, was rasch zähe Langeweile aufkommen läßt. Zudem läßt sich zumeist jede Wendung der restlichen 350 Seiten ziemlich rasch vorhersehen, so daß man das Gefühl hat, 300 Seiten hätten gut ausgereicht für ein nettes Kinderbuch. Auch der Handlungsrahmen wirkt konstruiert, da Meggie offenbar noch nicht einmal Freunde hat (außer ihren Büchern) und man sich noch nicht einmal Gedanken darüber macht, daß man in Italien vielleicht auch italienisch können sollte, wenn man sich verständigen will. Auch die zu Beginn ständige Wiederholung des ach so tollen Lesens und des Beschäftigens mit Büchern geht einem rasch auf die Nerven und stört die ohnehin dahinplätschernde Handlung zunehmend massiv.
4. Die Namen: Niemand wird wohl etwas gegen phantasievolle Namen haben, allerdings müssen in einem Kinderbuch nicht Figuren auftauchen, die so lächerliche Namen wie Staubfinger oder Basta haben. Hier hätten normale Namen zu einem erheblich größeren Lesevergnügen beigetragen. Auch die Wahl der Namen für die Hauptfiguren (Meggie und Mo) scheint etwas unpassend, hier hat sich die Autorin wohl bei den Simpsons bedient (!?)
5. Die Bösen: Gleich zu Beginn wird im Buch eine düstere Stimmung beschworen, die sich durch den ganzen Band zieht, jedoch nie wirkliche Relevanz erhält, wohl weil die Autorin gefürchtet hat, mit etwas mehr Bedrohlichkeit dem Kinderbuch nicht mehr gerecht zu werden. Dadurch läuft jedoch die permanente Angst der Hauptfiguren ins Leere und die Bösen erscheinen wie flache Abziehbilder echter Schurken, die nur mit Worten Angst erzeugen wollen.

Die Idee der Autorin verdient es sicherlich, daß man das Buch einmal in die Hand nimmt, auch die Zitate aus bekannten Büchern am Anfang jedes Kapitels haben durchaus ihren Reiz, da man sieht, daß sich die Autorin bei der Auswahl etwas gedacht hat, jedoch kommt schnell der Verdacht auf, die Autorin wollte hier auch beweisen, wie viel sie doch gelesen hat (der Verdacht drängt sich um so stärker auf, wenn man die teils arroganten Aussagen der Autorin zu ihrem schriftstellerischen Dasein kennt...).
Alles in allem ein durchschnittliches Kinderbuch, das nach langen 560 Seiten mit einem abschließenden, wenn auch seichten Ende aufwartet, so daß man sich die Folgebände getrost sparen kann, denn mit den Worten der Autorin gesprochen:
"Natürlich kam es vor, dass hinter dem Einband nicht die Wunder warteten, auf die man gehofft hatte, dann schlug man das Buch wieder zu, ärgerlich über das nicht eingelöste Versprechen, doch so ein Buch war Tintenherz nicht." (S. 533)
Leider hat sie damit ihr Werk treffend auf den Punkt gebracht, auch wenn sie es selbst nicht wahrhaben will.
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am 21. August 2015
Meggie lebt ein ruhiges, von Büchern bestimmtes Leben, zusammen mit ihrem Vater. Zumindest solange, bis Staubfinger aufkreuzt und ihren Vater an lang vergangenes, am liebsten vergessenes, erinnert. Meggie will das Staubfinger wieder verschwindet - mit ihm hat sich scheinbar etwas böses in ihre kleine Welt geschlichen. Doch so einfach ist es nicht, was Meggie spätestens dann einsehen musste, als ihr Vater verschwindet..

Tintenherz ist ein Klassiker - ich kenne kaum einen Menschen, der dieses Buch als Kind nicht gelesen und geliebt hat. So wollte auch ich mich also endlich in die Tintenwelt stürzen, mit 21 Jahren. letztendlich muss ich sagen, dass ich es ein wenig bereue, das Buch nicht früher gelesen zu haben. Nicht weil ich jetzt das Gefühl hätte, dass jeder Tag, den man es nicht gelesen hat einer zu viel wäre, nein. Viel mehr konnte mich die Magie nicht mehr ganz erreichen.

Ich kann würdigen, dass dieses Buch zauberhaft ist. Es ist wunderschön. Es ist voller Liebe. Voller Kummer. Mit einem wundervollen, hoffenden Kind als Protagonistin. Aber irgendwie habe ich alles wie durch eine Glasscheibe betrachtet. Nichts von alldem konnte mich wirklich erreichen. Nicht Staubfingers Feuermagie - obwohl der definitiv mein ausgesprochener Liebling war. Nicht die Magie der Bücher, verpackt in einem Buch. Und das obwohl das doch eigentlich genau mein Thema wäre, wo Bücher für mich doch sowieso schon lebendig sind.

Ich betrachte meine Leseerfahrung hier also fast schon ein bisschen melancholisch, denn ich kann mir vorstellen, wie wundervoll es ist, wenn man ganz in dieses Buch kippt. Mir ist das nur leider nicht gelungen.
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am 13. April 2015
Ich habe mir das Hörbuch zum Glück ausgeliehen. Über einen Kauf hätte ich mich geärgert.

Schön: "Tintenherz" ist ein Jugendbuch. Mit meinen 40 Jahren liege ich damit wohl knapp über der Zielgruppe. Nichtsdestotrotz lese ich sehr gern gute (!) Jugendbücher und dieses wurde mir ans Herz gelegt. - Den Grund dafür suche ich noch.

Einige Logikbrüche wurden schon angesprochen. Mich haben zwei besonders gestört: Am Anfang wird deutlich gemacht, dass Mo nach seinem Desaster peinlichst vermeidet, Meggie irgendetwas vorzulesen - nicht, weil er Angst hat, etwas aus dem betreffenden Buch HERAUS-, sondern vor allem, seine Tochter HINEINzulesen. Verständlich. Später dann scheint diese Gefahr völlig gebannt zu sein: Er liest ihr ohne Weiteres aus den von Elinor geschenkten Gedichten vor - weil es ja in den Gedichten keine Bösewichte gibt. Dass er damit jemanden verschwinden lassen könnte, passt jetzt offenbar nicht mehr in den Handlungsfortgang, wird also einfach ignoriert.

Das Zweite nervt noch mehr: Namen, Orte und Sprachen. Tintenherz ist ein deutsches Buch, wenn ich das richtig sehe. Warum, um alles in der Welt, haben dann alle Protagonisten englische Namen?! Mortimer, Elinor, Meggie, Capricorn und noch einige andere. Sah Frau Funke bereits die Übersetzung in andere Sprachen voraus? Sehr geschäftstüchtig! Nun könnte es natürlich sein, das die Familie englischstämmig ist. Das sollte dann aber der Ordnung halber auch irgendwo erwähnt werden - und einen nachvollziehbaren Grund hätte dies nicht. Sodann machen sich die Helden auf gen Italien. (Nebenbei: Schule? - Aber vermutlich sind gerade Ferien ...) Wundersamerweise können sie sich dort mit allen Menschen verständigen, sogar mit Fenoglios Enkeln, bei denen man wohl nicht davon ausgehen kann, dass sie deutsch sprechen. Sogar Kindern wird diese Unmöglichkeit auffallen - und man hätte sie sehr simpel umgehen können, indem man Capicorns Dorf einfach nach Deutschland verlegt hätte. Aber Deutschland fand Frau Funke vermutlich zu zivilisiert, um dort ein ganzes Schurkendorf anzusiedeln.

Dazu kommt eine Handlung, die keine ist, ständige Wiederholungen, blutlose Figuren (der einzige, der nicht völlig flach wirkt, ist Staubfinger), Bösewichte, die nicht böse, sondern nur dümmlich sind, samt eines Hauptbösewichts, der so gut wie nicht in Erscheinung tritt und bei dem man eigentlich gar nicht weiß, warum er ein Bösewicht ist, und Handlungen, bei denen sich der Leser naserümpfend fragt: Wieso macht er/sie das denn?! Wozu soll das gut sein?

Im Nachhinein frage ich mich, womit Frau Funke eigentlich die über 500 Seiten voll bekommen hat: Handlung ist so gut wie nicht vorhanden, die Figuren werden nicht näher beschrieben, auch von der Welt im Buch erfährt der Leser herzlich wenig. Die Feen und Elfen sind fast vergeudet.

Zwei Sterne wegen der Idee und des durchaus guten Sprechers - und weil ich mir die Ein-Sterne-Bewertungen für VÖLLIG untragbare Bücher aufspare.
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am 18. Dezember 2008
Schade, ich hatte mich nach mehreren Empfehlungen aus dem Freundeskreis auf Tintenherz gefreut, wurde dann aber bitter enttäuscht. Bbesonders bewusst gemacht hat mir das der Umstand, dass ich anschließend Krabat von Otfried Preußler gelesen habe, ein Buch, das Klassen besser ist als Tintenherz.

Tintenherz' Meriten bestehen einzig und allein aus einer einzigen Idee: dass (***Spoiler***) es einen Menschen gibt, der Figuren aus einem Buch "herauslesen" und sie in die Wirklichkeit transportieren kann. Dies ist, leider, der einzige Aspekt von Tintenherz, dem ich Qualität zusprechen würde.

Abgesehen davon ist das Buch schlecht bis mittelmäßig geschrieben und anscheinend auch schlecht lektoriert. Tintenherz ist voller Unstimmigkeiten, nerviger Wiederholungen amateurhaft eingesetzter Stilmittel und rundherum von niedriger schriftstellerischer Qualität. Dies hat nichts damit zu tun, dass Tintenherz ein Kinderbuch ist - es ist einfach nicht gut geschrieben. Bei einem derart angepriesenem, gehypten Buch ist mir das unverständlich. Harry Potter zum Beispiel ist deutlich besser: sprachlich, stilistisch, und erzählerisch.

Wie zum Beispiel der Autorin und dem Verlag entgehen konnte, dass sich fast alle handelnden Personen ständig irgendwas versprechen und somit dieses inflationäre Hin-und-Her-"Verspreche" derart ausufern kann, ist mir ein Rätsel. An manchen Stellen versprechen Menschen ihren Feinden etwas Negatives, wo es dann doch "Schwören" heißen müsste. Dann trifft der Autor des Buches im Buch Staubfinger und seinen Marder, aber einige Seiten später ist der gleiche Schriftsteller völlig baff, als er den Marder und seine Hörner (wieder)sieht (obwohl er den Marder erfunden hat!)... dieser Fehler fiel mir als unbedarftem Leser beim einmaligen Lesen sofort ins Auge. Bitte: auch bei einem Kinderbuch muss man auf die Qualität achten. Diese Mängel haben empfindlich gestört und mich beim Lesen genervt.

Am Anfang fliehen der Vater und die Tochter um 5 Uhr morgens nach Süden und kommen abends an einem oberitalienischen See an, nachdem sie durch viele lange Tunnel gefahren sind. Daraus kann man eigentlich nur schlussfolgern, dass sie in Deutschland waren und nach Italien gefahren sind - nur kann jeder der Beteiligten natürlich fehlerfrei Italienisch sprechen und verstehen. Dies illustriert ein anderes Problem des Buches: ein völliges Fehlen eines relevanten Rahmens. Es gibt nur die Welt, die uns die Autorin beschreibt, alles andere ist weißes Nichts, tabula rasa, unentdecktes Land. Weiterhin wird alles, was eingeführt wird, auch aufgeklärt. Keine unaufgeklärten Anspielungen, keine Mysterien. In der Welt von Tintenherz gibt es wirklich nur die eine Handlung, und die reißt es leider nicht raus. Wenn man das vergleicht mit den gigantischen Welten in den Büchern von Kipling, Moers oder gar Tolkien, merkt man, wie arm und blass diese sterile Tintenherzwelt ist. Dabei hätte die Autorin doch die Möglichkeit gehabt, sich wenigstens stärker auf eine Fantasiewelt zu beziehen, aber auch das geht nur lapidar und so fahrig vonstatten, dass man als Leser genau merkt, dass die Feenwelt im Buchesbuch völlig unwichtig ist.

Zu dem Umgang der handelnden Personen miteinander sei nur so viel gesagt, dass selbst nachdem Meggie das große Geheimnis schon weiß, der so unglaublich nette und liebevolle Vater ihr immer noch alle weiteren Ideen vorenthält (wie bereits Dutzende Male zuvor). Dass der ursprüngliche Autor von Tintenherz dann auf die Idee kommt, selbst einzugreifen in die Handlung, riecht man 100 Meilen gegen den Wind, warum also Meggie ständig im Dunkeln lassen? Warum ist denn niemand der Personen auf die Idee gekommen, einen Beschützer aus einem anderen Buch herauszulesen? Superman, Indiana Jones, Luke Skywalker, einen erfundenen Helden, wer auch immer? Warum wurden solche Ideen, die fast jeder Leser augenblicklich hat, völlig außer Acht gelassen?

Aus allen Unzulänglichkeiten will ich noch einmal das Ende herausgreifen: nicht nur, dass alle Bösewichte (außer Basta für die Fortsetzung?) unblutig vernichtet werden, nein, die Autorin erdreistet es sich auch noch, mit dem Tod von Capricorn alle von ihm begangenen Morde und Brände rückgängig zu machen. Ein kitschigeres, ekligeres und völlig im Kontrast zu der Möchtegern-Düsterkeit des Romans stehendes Ende kann ich mir auch nicht ausdenken. Was bitte ist eine mühsam aufgebaute Bedrohlichkeit wert, wenn am Ende nicht nur alles Schlechte vernichtet, sondern es sogar so ist, als hätte es das Schlechte nie gegeben?

Mein Fazit ist: Bitte dieses Buch nicht lesen. Greifen Sie sich lieber Bücher von Walter Moers, Kipling, Tolkien, Lindgren, Ende, vielleicht sogar Harry Potter. Geben Sie zB Meine Familie und anderes Getier von Gerald Durrell eine Chance. Tintenherz jedenfalls wird seinem Ruf nicht gerecht, und es gibt weitaus bessere Kinderbücher, die es sich wirklich zu lesen lohnt.
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am 4. Dezember 2008
Um ehrlich zu sein, kann auch ich die Aufregung um Tintenherz nicht ganz nachvollziehen. Ich erwarte nicht, dass ein Buch immer gleich alles umwälzt, revolutionär, neu und fürchterlich originell sein muss. Schon gar nicht bei einem Buch, dass die Magie von Geschichten beschwören will. Da muss man darauf gefasst sein, dass man es mit zahlreichen Referenzen zu tun bekommt. Leider wird aber in diesem Buch nahezu überhaupt nichts beschworen. Twain, Tolkien oder Ende werden am Anfang jedes Kapitels zitiert und verweisen mal schlechter mal besser auf das, was uns im nächsten Kapitel erwartet. Das war es dann auch schon fast mit der Referenz.
Über die kaum vorhandene Handlung, die flachen Figuren (bis auf Elinor und Staubfinger), die grandiosen Logiklöcher und ein paar kleinere Fehler, bei denen Frau Funke offensichtlich ihre eigene Geschichte selbst nicht mehr überblickt hat, wurde bereits zu genüge referiert. Das will ich hier nicht noch einmal ausbreiten. Gut. Ist es eben doch eher ein Kinderbuch. Da darf auch alles noch etwas eindimensionaler sein. Was mich aber wirklich ärgert, ist der über weite Strecken unterirdische Schreibstil und die erzählerische Ungeschicklichkeit.
Frau Funke findet Bücher also toll. Das lässt sie uns mit unzähligen und streckenweise unsäglichen Vergleichen wissen. Das ist denn auch ihr liebstes Stilmittel: der Vergleich. Die zahlreichen 'als ob's und 'wie's machen das Buch allerdings eher schwülstig als schillernd. Für Metaphern oder andere Tropen, die Sprache ermöglichen würde, hat es ohnehin nicht mehr gereicht.
Des weiteren fällt der Text immer wieder durch schlechtes Deutsch auf. Wo, um Gottes Willen, war der Lektor? Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, sage ich da nur.
Letztlich versetzt Funke ihrer Geschichte aber den Todesstoß mit ihrer ausgezeichneten Treffsicherheit, jede potentiell spannende Situation aufzuspüren und so glatt zu bügeln, dass nichts mehr davon übrig bleibt. Ein kleines Beispiel (Achtung Inhalt): Als Staubfinger aus der Gruft geflohen ist erfahren wir plötzlich, dass er sich in Bastas leer stehendem Haus eingerichtet hat. Dann folgt die Beschreibung, wie Staubfinger durch die dunklen Gassen geflohen ist. Es stellt sich keine Spannung ein. Warum? Ach ja richtig. Wir wissen ja längst, dass Staubfinger schon in Sicherheit ist. Diese merkwürdig ungeschickte Verdrehung von Handlungsabläufen macht Funke im letzten Drittel des Buches ständig.
Zu Beginn hatte ich wirklich Spaß an der Lektüre, habe wirklich gerätselt, auf was das Buch denn hinauslaufen wird, bis sich langsam gemerkt habe: es läuft auf überhaupt nichts heraus. Was will Capricorn eigentlich? Weshalb folgen ihm seine Männer? Haben Meggie und Mo auch ein Leben außer ihrer Liebe zu Büchern? Warum lebt Elinor so zurückgezogen? Man hat ständig das Gefühl, es gibt da eine große rätselhafte Vorgeschichte. Nun. Scheinbar nicht. Und wenn doch, dann bekommt man hierzu in diesem Band jedenfalls keine befriedigenden Einsichten. Und das ungelenke Finale, dass seitenweise vorbereitet und selbst in knapp einer Seite abgefrühstückt wird, verstehe dann ohnehin, wer will.

Zu allem Überfluss geht das ganze Konzept irgendwie nach hinten los. Bücher eröffnen uns eine neue, magische Welt, will Funke sagen, und damit hat sie recht. Tintenherz sagt uns aber, dass wir davon ausschließlich Mord und Totschlag haben. Von der Magie, die das Reich der Fantasie in unsere Welt bringen kann, spürt man dagegen relativ wenig. Alles was zu uns herüber gelesen wird macht, oder hat, so massive Schwierigkeiten, dass man hin und wieder eher auf den Gedanken kommt, das Lesen besser zu lassen, als die wunderbare Macht der Literatur zu feiern.
Dieses Thema ist eigentlich großartig. Ich will das Buch irgendwie mögen. Ich will es so sehr, dass ich der Tintenwelt wohl noch eine Chance gebe und auch den zweiten Band lesen werde und selbst für diesen ersten Band ein bis zwei Augen zudrücke. Dennoch kann ich Tintenherz beim besten Willen nicht besser als durchschnittlich bewerten. Die erste Hälfte machte wirklich Lust auf so viel mehr. Leider kam in der zweiten Hälfte einfach nichts mehr hinterher. Ich will einfach hoffen, dass Tintenherz sich als der Prolog für die Tintenwelt herausstellt, als der es sich anfühlt und sich in den folgenden Bänden wenigstens die Frage beantwortet, worum es denn eigentlich in diesem Buch im Buch geht.
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am 28. September 2004
Cornelia Funke wird derzeit ja überall hoch gehandelt, und ich muß sagen, auch nach der Lektüre von "Tintenherz" freue ich mich noch auf den "Herrn der Diebe". Was meine ich damit? Ich habe von diesem Buch eigentlich mehr erwartet. An die 600 Seiten ist dieser Roman stark, doch glaube ich, könnte man ihn ohne weiteres um ein Drittel kürzen, ohne dabei Wesentliches einzubüßen.
Dabei ist der Plot gar nicht schlecht aufgezogen. Die Grundidee, obschon keinesfalls neu, ist sehr interessant, allerdings kommt sie erst nach ca. 150 Seiten zur Sprache; vorher tappt der Leser mit den Hauptfiguren darüber im Dunkeln, worum es eigentlich geht. Nach der Auflösung dieses Geheimnisses zieht sich das Buch leider sehr lang hin, wobei der Spannungsbogen nicht kontinuierlich steigt, sondern sich in behäbigem flachem Winkel nur mit Mühe auf den Höhepunkt hin hebt. Die Bösewichter sind langweilige Gesellen, wird auf ihre "Untaten" doch immer nur berichtartig verwiesen (so ungefähr "ich habe gehört, daß er einst einmal ..."), der Leser bekommt jedoch keine einzige davon mit. Das Hin und Her zwischen dem Hauptquartier von Capricorn und der äußeren Welt vermag dies leider nicht besser zu machen. Was mich aber geradezu geärgert hat, war der Showdown: Er ist einfach nur unlogisch (ohne zuviel zu verraten, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß Meggie und ihr Vater die ganze Zeit über nur "Personen" lesen, im Showdown jedoch wird plötzlich ein "Ereignis" gelesen!). Entsprechend unbefriedigt legt man das Buch zur Seite.
Sprachlich ist die Geschichte ganz in Ordnung, die Autorin hätte ihren erzählerischen Reiz jedoch durch Bilder, Wort- und Klangspiele u. dergl. gewaltig steigern können.
Das überschwengliche Bekenntnis zur Liebe von Büchern mag zudem älteren Lesern ein wenig lästig werden - und nicht nur älteren. Leider "wachsen" die Protagonisten auch nicht an den Geschehnissen; einer kommt am Ende überdies eher schlecht weg.
Alles in allem also ein mäßiger, netter, unterhaltsamer Roman, der jedoch nur mit Vorsicht zu loben ist und der an den "Herrn der Ringe" beileibe nicht herankommt (der Vergleich sei hier nur gezogen, weil auch die Autorin selbst darauf verweist, ihre Tochter habe diesen für "Tintenherz" liegenlassen!). Und auch die von vielen beim Lesen empfundene Spannung wollte bei mir leider nicht so recht aufkommen.
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am 10. November 2003
mit Sieg über das Böse!
Meggie, ihr Vater Mo ("Zauberzunge"), Tante Elinor und Staubfinger werden in einen lebendig gewordenen Alptraum hineingezogen. Nämlich in ein fantasievolles Abenteuer mit lebendig gewordenen Schurken, die vorgelesenen Büchern "entsprungen" sind.
Capricorn und seine Gesellen sind das personifizierte Böse und werden durch die Minderheit (Mo, Meggie, Elinor und den Autor des "Tintenherz") mit Liebe, Pfiffigkeit und Tücke geschlagen.
Denn "Tintenherz" ist ist nicht nur eine Geschichte über die Magie des Lesens/Vorlesens, sondern vor allem auch eine Geschichte über die Liebe. Gespickt mit liebevollen Illustrationen. Es enthält ein gerüttelt Mass an Lebenserfahrungen Erwachsener in eine für Kinder und Jugendliche verständliche Form gebracht (nicht dozierend wirkend) und wird gekrönt mit sorgsam ausgewählten, bibliophilen Zitaten zu Beginn eines jeden Kapitels.
Fazit: Cornelia Funke ist wieder einmal ein ideenreiches Meisterwerk gelungen, das nicht nur Kinderherzen höherschlagen, sondern auch bibliophile Erwachsene begeistern dürfte.
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