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TOP 500 REZENSENTam 29. August 2014
Es soll ja Leute geben, die selbst bei dieser Musik noch das Erbsenzählen anfangen – man kann das, wenn es denn sein muss, ziemlich schnell erledigen: Knappe zweiundvierzig Minuten, verteilt auf zehn Songs, hat J Mascis auf seinem zweiten Soloalbum untergebracht und für vier Stücke (weil es das ist, was der altgediente Fan des Gniedelgottes ja unbedingt wissen möchte) packt er die Elektrische aus. Wirklich wichtig ist das nicht. Mascis zählt unter den Indie-Größen seit nunmehr drei Jahrzehnten zu den unverwüstlichsten und verlässlichsten, in schöner Unregelmäßigkeit taucht, ob nun von Dinosaur jr oder ihm allein eine von diesen mit wunderlichen Covermotiven bestückten Platten auf, kurz nur meldet er sich zu Wort, um dann– so stellt man sich das zumindest vor – wieder in die von ihm selbst erschaffene Zwischenwelt aus freundlichen Kobolden und kauzigen Trollen zu verschwinden.

Wobei die Wortmeldungen im Laufe der Zeiten immer etwas zarter geworden sind. „Tied To A Star“ ist, man traut sich kaum, es niederzuschreiben, fast schon eine Art Folkalbum geworden. Sieht man von den besagten Ausnahmen einmal ab, bei denen er kurz einstöpselt, beschränkt sich der Mann zunehmend auf seinen markanten Wispergesang und akkustische, zurückhaltende Instrumentierung – Piano, Streicher, richtig erschrecken muss hier keiner mehr. Irgendwie hat man auch den Eindruck, den einen oder anderen Titel hätte er doch schon früher schon im Repertoire gehabt und stößt bei der Recherche zumindest auf zum Verwechseln Ähnliches („Come On Down“, „Come With Me“, „Not You Again“ (!) und „Pierce The Morning Rain“). Nerdwissen, schon klar.

Die Songs hier klingen also gewohnt verschwurbelt, zusammen mit Pall Jenkins (Black Heart Procession) und Mark Mulcahy (Miracle Legion) musiziert Mascis mehr leise als laut, wenn er sich dann wie beim Abschlußstück „Better Plane“ aber doch zu ‚laut‘ entschließt, dann wird gejammt und gequengelt, dass sich die graue Mähne in den malträtierten Saiten zu verfangen droht. Dass für „Wide Awake“ Kollegin Chan Marshall aka. Cat Power dazugebeten worden ist, muss man schon vorher wissen, dem Song selber ist es – etwas schade – leider kaum anzuhören. Übelnehmen wird dem Zausel das niemand, er ist sich selbst und uns genug und weil die Chance, dass er seine Anhängerschaft mit allzugroßen Veränderungen zu verprellen droht, gegen Null geht, kann man das auf einstmalige Treueversprechen nur ein weiteres Mal bekräftigen. mapambulo:blog
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am 14. März 2015
unspektakulär Spektakulär! Nichts Überraschendes, Neuartiges oder Innovatives - müssen auch nicht immer sein - eben super Gitarrenmucke, die sich treu geblieben ist. Schön anzuhören!
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