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Kundenrezensionen

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am 30. Januar 2012
... und auch wenn das bloß die Meinung eines Zeitungsredakteurs, also auch nicht aussagekräftiger als eine Rezension hier bei amazon, ist, muss ich in gewissem Maße zustimmen.

Nach Durchlesen der Rezensionen hier, komme ich zu dem Schluss, dass sämtliche negativen Meinungen aus zu "wenig Action", langsamer Handlungsentfaltung u.ä. resultieren.

Daher vorweg: Wer eine actiongeladene Krimiserie voller Schießereien und Verfolgungsjagden sucht, mit schnellen Schnitten und special effects - weiß nicht? Vielleicht "Alarm für Cobra 11"? (Und ja, das ist durchaus ironisch gemeint). Wer eine sich schnell entfaltende Handlung will und eher ungeduldig ist... vielleicht doch eher das Standardformat à la CSI?

Die Stärke von The Wire ist, dass man sich mehr Zeit nimmt. Eine Folge dauert etwa 55 min., und ein Fall nimmt die Dauer einer Staffel ein (klar gibt es noch Nebenhandlungen). Gerade im Falle der ersten Staffel muss man der Serie so 3 bis 4 Folgen Zeit geben, damit man selber erstmal das Setting und die Figuren kennenlernen kann. Und dann packt die Serie auch zu.

Die Handlung bietet sehr viel mehr Tiefe, als sonst in dem Genre üblich, verschiedene Handlungsstränge und Perspektiven werden zu einem großen Ganzen verwoben. Und auch wenn ich weder Polizist noch Drogendealer bin, habe ich auf beiden Seiten des Geschehens das Gefühl großer Authenzität. Auch werden mal andere Seiten der Polizeiarbeit, wie nerviger Papierkram oder stundenlanges rumsitzen und beobachten dargestellt.

Letztlich ist es aber die Darstellung der Figuren, die, noch mehr als die spannende Handlung selber, so überzeugt. Man hat nicht das Gefühl, klischeehafte Helden und Bösewichter zu sehen, sondern Menschen. Da gibt es auf Polizeiseite ehrgeizige Karrieristen, selbstverliebte Privatversager und stumpfe Straßencops, auf der anderen Seite gibt es Gangster, die nicht einfach nur durchweg böse sind, sondern auch Gewissensbisse und Moralvorstellungen haben und auf gewisse Weise sozialisiert wurden. Die Serie zeigt viel Fingerspitzengefühl durch die Darstellung des Elends in den "Projects", der Junkies usw.

Spätestens wenn man dann noch über die erste Staffel hinausgeht, ist es großartig zu sehen, wie die Macher den Mikrokosmos Baltimore aufbauen und bekannte Figuren weiterentwickeln, die politische Ebene mehr und mehr mit hineinbringen usw usf.

Ich weiß nicht, ob es die "beste" Serie aller Zeiten ist, aber mindestens ein heißer Kandidat! Wer keine schnelle Action mit Klischeefiguren und absehbarer, auf 45min runtergekochter Handlung will, sondern bereit ist für mehr Tiefgang und Komplexität, der kann zugreifen!
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am 16. Januar 2012
Eigentlich dachte ich, ich hätte die besten Serien der Welt schon alle gesehen. Star Trek, Heroes, Chuck, Lost, 24, Supernatural etc. Alle sind sehr unterhaltsam, aber "The Wire" ist einfach anders.

Es gibt kein Gut und Böse. Alle Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen. Polizisten stehlen Drogengeld, Drogenbarone finanzieren Politiker, Politiker erpressen die Polizei und vieles mehr.
Dadurch wirkt diese Serie sehr realitisch und nachvollziehbar.

Es gibt sehr viele Charaktere und die Handlung hört auch nicht mit dem Ende einer Staffel auf. Auch wenn mal ein bestimmter Fall abgeschlossen erscheint, zieht sich diese Geschichte durch den weiteren Verlauf der Handlung.

Ich finde auch nicht, dass die Handlung kompliziert ist, grade weil sie sehr gut nachvollziehbar ist. Das mag natürlich bei regelmäßigen Zuschauern von "Dschungelcamp" anders ankommen.

Was hier sehr gut dargestellt ist, ist das System. Darüber möchte ich aber hier nicht rezensieren. Die Serie wurde von großen Sendern ignoriert, obwohl sie viele Preise gewonnen hat. Das kann ich auch gut verstehen, denn sie hat schon fast etwas mit "politischer Bildung" zu tun.

Für mich ist Serie einfach nur das beste, was man im Fernsehen zu sehen bekommt.
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am 26. Oktober 2010
The Wire" (5 Staffeln, 2002-2008) ist eine US-amerikanische Fernsehserie des Pay-TV Senders HBO. Das Setting der Serie ist Baltimore und so konzentriert sich jede Staffel auf einen anderen Aspekt der Stadt, rund um das Polizei-Department und diverse Kriminelle im Drogenhandel.

The Wire" stammt maßgeblich aus der Feder des Showrunners David Simon, der beim Konzept der Serie auf seine Erfahrungen als Polizei - Journalist für The Baltimore Sun zurückgreift. Auch Co-Creator Ed Burns besitzt einschlägige Erfahrungen: Er war selbst lange Polizist in Baltimore. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird The Wire" oft als sehr realistische, quasi-dokumentarische Serie beschrieben. In der Tat werden in The Wire" soziale, ökonomische und politische Themen viel tiefer und ausführlicher behandelt als in anderen Cop-Serien. Auch auf die Entwicklung von realistischen, vielschichtigen Figuren wird überdurchschnittlich viel Wert gelegt.

Die Serie folgt über fünf Staffeln der Arbeit des Baltimorer Police-Departments und dessen kriminellen Gegenspielern. In jeder Staffel verschiebt sich allerdings der Fokus auf andere Facetten der Stadt, der Probleme und der Figuren. Während in der ersten Staffel noch primär der Drogenhandel auf der Straße behandelt wird, geht es in der zweiten Staffel eher um die Hafenarbeit, in der dritten werden politische Zusammenhänge beleuchtet, während sich die vierte auf das Schulsystem und die fünfte auf die Medienwelt beziehen. Die Figuren werden teilweise beibehalten, viele kommen aber auch neu dazu oder tauchen nach der Staffel nicht mehr auf. Aus diesem Grund ist es schwer, aus einem großen Ensemble-Cast, der weitestgehend aus unbekannten Charakterdarstellern besteht, eine oder mehrere Hauptfiguren auszumachen.

Ästhetische Besonderheiten, die The Wire" von einem Großteil anderer US-Serien abheben, sind der Hang zum Realismus und zum anti-klimatischen Erzählen. Die Figuren der Serie werden oft Opfer von Institutionen und Bürokratie, sodass keine Figur die typische Heldenrolle einnehmen kann. Einen Jack Bauer, der im Alleingang die Welt rettet oder fast schon futuristische Fahndungstechnologien wie bei CSI Miami" sucht man bei The Wire" vergebens. The Wire" ist dreckig. Die Sprache, die sehr oft aus Straßen-Slang besteht, ist durchweg authentisch. Musik wird nur in Ausnahmefällen eingesetzt und die Kameraführung ist sehr naturalistisch. Während viele Serien mit Cliffhanger am Ende der Episode, der Staffel oder vor Werbeunterbrechungen arbeiten, verzichtet The Wire" fast vollständig auf diese Erzähltechnik. Aufgrund dieser eher unkonventionellen Techniken erreichte The Wire" zwar nur niedrige Einschaltquoten, aber das Lob viele Kritiker, sodass die Serie von einigen als die beste Fernsehserie aller Zeiten beschrieben wird.
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am 5. Januar 2012
...denn nachdem ich die letzte Folge probeweise mit englischen Untertiteln gesehen hatte, habe ich mich ohne Zögern entschieden, das englischsprachige Gesamtpaket dieser fantastischen Serie zu kaufen.

Staffel 1 von "The Wire" behandelt eine bunt zusammengewürfelte Truppe mal mehr, mal weniger kompetenter Polizisten, die in Baltimore einer Gruppe von Mördern und Drogendealern das Handwerk legen wollen. Dabei müssen sie sich nicht nur gegen die Verbrecher, sondern auch gegen Personen, die eigentlich auf derselben Seite des Gesetzes stehen, durchsetzen - und finden andererseits in manch einem Kriminellen bisweilen den besten Verbündeten. Zugleich werden auch das Leben im von den Gangstern beherrschten sozialen Brennpunkt, wohin es auch die Polizisten immer wieder verschlägt, und das Innenleben der Bande portraitiert. Deutlich weniger Gewicht wird dementgegen, auch gegenüber dem, was man etwa aus dem "Tatort" kennt, auf das Privatleben der Polizisten gelegt, welches aber auch nicht gänzlich ausgespart wird.

Und wo wir gerade beim "Tatort" sind: "The Wire" ist definitiv nichts für Leute, die von einer Serie aus diesem Themenbereich klassische Whodunits erwarten, bei denen man zwar miträtseln kann, aber andererseits auch nicht zu intensiv mitdenken muss, um dann am Ende der Folge mit dem schönen Gefühl ins Bett zu gehen, dass die Guten gesiegt und die Bösen verloren haben. Erstens ist "The Wire" nicht nach dem Muster "ein zu lösender Fall pro Episode" aufgebaut, sondern die ganze Staffel widmet sich einem einzigen, wenn auch sehr vielschichtigen Fall. Zweitens wird nach und nach eine Vielzahl von Personen in die Serie eingeführt, wobei Nebenrollen, über deren Hintergrund und persönliche Motivationen man nichts erfährt, die Ausnahme bilden, und teils werden in späteren Episoden Elemente aufgegriffen, die drei, vier Episoden vorher eingeführt wurden. Und drittens gibt es in "The Wire" die Guten und die Bösen nicht, und schon gar nicht wird fein säuberlich nach guten Polizisten hüben und bösen Verbrechen drüben unterschieden. Auf beiden Seiten, und auch in ein und demselben Charakter, begegnen dem Zuschauer Mitgefühl und Herzlosigkeit, Liebe und Verachtung, Aufopferung und eiskaltes Eigeninteresse, Fürsorge und Brutalität, und es wird auch gerne mal aus den falschen Gründen das Richtige oder umgekehrt aus den richtigen Gründen das Falsche getan. All dies dürfte der Grund dafür sein, weshalb die Serie von Kritikern in den höchsten Tönen gepriesen, von vielen Zuschauern aber als zu komplex empfunden wird und deshalb recht niedrige Einschaltquoten erzielte. Ich weiß nicht, wie ich dazu stehen würde, wenn ich einmal pro Woche abends eine Folge gesehen hätte. Beim Sehen der 13 Episoden in etwa ebenso vielen Tagen hatte ich jedoch keine Schwierigkeiten, der Geschichte zu folgen. Ich erfreute mich vielmehr an deren Vielschichtigkeit, den glaubhaften, interessanten Charakteren, unter denen wohl jeder Zuschauer ein, zwei persönliche Sympathieträger finden wird, und dem konsequent durchgehaltenen Verzicht auf jedwede Schwarz-Weiß-Malerei.

Als weiteren großen Pluspunkt möchte ich der Serie zu gute halten, wie sie die brutalen, oft schrecklichen Aspekte, derer das Leben im Dunstkreis der Drogenkriminalität weit mehr als genug bereithält, behandelt. Es wird nicht einmal der Versuch unternommen, eine schöne heile Welt der coolen Gangster zu inszenieren, sondern Menschen werden - teils im wahrsten Sinne des Wortes - wie Müll behandelt, brutal ermordet, Träume vom besseren Leben zerplatzen immer wieder wie Seifenblasen an der viel zu harten Wirklichkeit, an der auch manch ein Mensch seelisch zerbricht, und auch Polizisten werden an den Rand des Erträglichen und darüber hinaus getrieben. Und all das geschieht ohne reißerische, auf Schockeffekte ausgerichtete Bilder von live und in Farbe gezeigten Grausamkeiten, bei denen der Zuschauer mittendrein statt nur dabei ist, Blut spritzt und Schreie gellen. Und der Silbersteif der Hoffnung am dunklen Horizont verschwindet auch nie ganz - mehr aber auch nicht.

Zwecks der Ausgewogenheit sollte eine Kritik eigentlich auch auf negative Aspekte eingehen. Hier muss das unterbleiben, weil mir beim besten Willen keine nennenswerten einfallen (es sei denn, das Stocken und Ruckeln mancher DVDs in den letzten 5 Minuten einer Folge ist ein allgemeines Problem). Selten fiel mir die Entscheidung so leicht, die 5-Sterne-Bestwertung zu vergeben.
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am 14. Mai 2015
Diese Rezension bezieht sich nicht auf die Qualität der Serie, sondern auf die Bildqualität der DVD.
Ich lege die sehnlichst erwartete erste Staffel von "The Wire" in meinen Player. Das Menü erscheint und ich starte die erste Folge. Was ist das da am oberen Bildrand? Da läuft ein ca 1cm hoher Streifen mit verzerrtem schwarz-weißem Muster. Sind das Überreste eines Timecodes? Merkwürdig...
Das Problem findet sich auf allen Folgen der ersten beiden DVDs. Ich teste die DVDs auf zwei anderen Playern - auch hier läuft der Streifen brav am oberen Bildrand. Dadurch wirkt das Bild als würde ich eine VHS mit angekratztem Band ansehen. Um das zu haben, muss ich keine DVD kaufen. Darauhin überflog ich die Rezensionen hier bei Amazon, fand aber keinen Hinweis auf das von mir beobachtete Problem. Also schrieb ich eine Mail an den Kundenservice von Warner mit der Problembeschreibung. Die Antwort kam prompt. Sinngemäß teilt mir Warner hier mit, dass der Vertical Interval TimeCode bei der PAL-Konvertierung produktionsseitig minimal zu tief gerutscht sei - was sich als der von mir beschriebene Streifen zeige. Außerdem gibt Warner an, dass sie die Staffel nicht austauschen könnten, da es keine korrigierte Fassung gebe. Das bedeutet also, dass Warner ein Produkt mit Produktionsmängeln verkauft und diesen Zustand auch nicht verändern wird. Ich bin sprachlos. Vielleicht erscheint es übertrieben, sich über eine derartige Bildstörung aufzuregen, aber ich kann die Serie so nur schwer genießen. Außerdem kann ich ja wohl erwarten, auch für 10 € ein Produkt ohne solche Mängel zu erhalten. Das sieht Warner anscheinend anders...
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am 10. Januar 2012
Über den Inhalt wurde genügend geschrieben, hier sei jedem sehr empfohlen, sich selbst ein Bild zu machen. Ich habe alle 5 Staffeln in Kürze gesehen und bin mehr als nur begeistert. Ja, es dauert etwas, bis man sich hineingeschaut hat. Ja, es ist komplex, es tauchen viele Charaktere auf, es gibt eine Menge Verknüpfungen und es stellt die Englisch-Kentnisse (selbst mit Untertitel) auf eine harte Probe.
ABER, wenn man sich darauf einläßt, wird man mit der wohl besten Serie beschenkt, natürlich unter der Voraussetzung, dass einem das Genre generell zusagt. Eine faszinierende Tragödie und ein Drama mit einzigartigen Charakteren, spannend, traurig, erschütternd, lustig, komplex - höchst anspruchsvolle Unterhaltung. Jede Staffel in sich ein kleines Kunstwerk, eingebettet in ein großes Ganzes.

Traurig nur, wie schnell man die 5 Staffeln geschaut hat, ich bin mir sicher, ich werde mit einigem Abstand alles nochmal schauen und darauf freue ich mich schon jetzt!

Ein letzter Hinweis, bitte lassen Sie sich nicht von den maßlos überzogenen negativen Beurteilung abhalten, diese Serie zu schauen!
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am 8. Dezember 2011
Man kann es für Interessierte gar nicht deutlich genug ausdrücken. 'The Wire' ist keine Krimiserie. Ich würde sie noch am ehesten als eine Polizei-Dramaserie bezeichnen. Andere Rezensenten, die der Serie die maximale Bewertung gaben, haben diese hinsichtlich ihrer dramaturgischen Qualitäten bereits in hervorragender Weise beschrieben und charakterisiert. Man muss für diese Serie allemal Zeit und Geduld aufbringen. Die Handlung wird - man könnte fast sagen - in narrativer Weise geradezu "abgearbeitet". Interessant, wenn auch nicht neu ist dabei vor allem, dass Polizeiarbeit und die Arbeit des Drogenrings gegeneinander gesetzt werden. Auf diese Weise weiß der Zuschauer natürlich immer mehr, ohne aber wirklich umfängliches Wissen zu besitzen. Außerdem gibt es dann auch immer wieder überraschende, aber nicht unrealistische Wendungen.

Die beteiligten Personen auf beiden Seiten werden sowohl in beruflichen wie auch privaten Bezügen gezeigt - hinsichtlich letzterer wären einige Dinge dabei auch verzichtbar gewesen. Mit Fortschreiten der Handlung verdichten sich sowohl die personellen Bezüge wie auch die Handlungsstrukturen der Serie. So entsteht dann eine ganz eigene Art von Spannung, auch wenn dezidiert nicht mit Spannungsbögen gearbeitet wird. Dabei sind wichtigen Handlungsentwicklungen immer wieder unbedeutende Vorgänge gegenübergestellt, sodass aufkommende Spannungsmomente auf diese Weise auch regelrecht gebrochen werden. Letzteres verärgert bisweilen, gehört aber zum Konzept dieser Serie.

'The Wire' ist tatsächlich eine im höchsten Maße zeitgeschichtliche, sozialkritische und politische Serie als groß angelegtes Panorama um den Niedergang der Stadt Baltimore, Maryland, durch Korruption und (Wirtschafts-) Kriminalität. Für meine Begriffe wurde das Entstehen von, das Leben in Slums, das Organisieren des Drogenhandels, die Schattenseiten der Drogensucht, aber auch die Abläufe der Polizeiarbeit in den Strukturen ihrer Bürokratie nie eindringlicher, nüchterner, so unpathetisch und realistisch dargestellt wie hier. Der "Charme" dieser Serie erwächst gerade aus der ihr eigenen Sprödheit und Ungeschliffenheit, und hinsichtlich ihres Formats kann wohl ohne Übertreibung bereits von einem amerikanischen Zeit- und Gesellschaftsgemälde gesprochen werden.

Ich verstehe allerdings auch die kritischeren Stimmen, die sich hier äußern. Auch ich hätte mir bisweilen ein höheres Maß an Verdichtung gewünscht. So verlangen gerade die ersten drei Episoden dieser ersten Staffel einem wirklich einiges an Geduld ab, da man für geraume Zeit nicht erkennen kann, wohin die Reise geht. Da muss man sich tatsächlich ein bißchen zwingen dranzubleiben. Richtig interessant wird es, sobald man tiefere Einblicke in die Geschichte, die Zusammenhänge wie auch über die beträchtliche Personenzahl gewonnen hat. Bei mir begann das nach der fünften Episode, also dann doch fast erst nach der ersten Hälfte der Staffel, wo die Handlung aber tatsächlich an Fahrt aufnimmt. Als ideal empfinde ich es hinsichtlich des inhaltlichen Aufbaus insoweit ebenfalls, wenn man sich zwei bis drei Episoden hintereinander ansieht.

Die Serie ist meines Erachtens hinsichtlich ihrer Dramaturgie, ihres sozialkritischen, gesellschaftspolitischen Anspruchs und in ihrer Gesamtqualität durchaus mit 'Breaking Bad - Die komplette erste Season [3 DVDs]' oder 'The Shield - Die komplette erste Season [4 DVDs]' vergleichbar. Doch fand ich, dass es auch bei diesen beiden Serien Längen und Durststrecken gab. Im Vergleich zu diesen war man bei 'The Wire' bestrebt, übergreifende gesellschaftliche Zusammenhänge mit zu thematisieren, was an die dramaturgische Ausgestaltung hohe Anforderungen stellte. Insoweit gilt der ersten Staffel dieser Serie hier meine (fast) uneingeschränkte Empfehlung. Bei der zweiten Staffel 'The Wire - Die komplette zweite Staffel [5 DVDs]' bedurfte es einer so ausführlich angelegten Einführung in die Gegebenheiten wie hier nicht mehr, sodass es dort schneller zur Sache geht. Neben den schon länger vorliegenden ersten beiden Staffeln mit deutscher Synchronisation sind inzwischen auch 'The Wire - Die komplette dritte Staffel [5 DVDs]' und 'The Wire - Staffel 4 [5 DVDs]' erhältlich. The Wire - Die komplette fünfte Staffel [4 DVDs] folgte im November 2012.
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am 22. November 2010
Getarnt als einfache Polizeiserie erklärt uns "The Wire" in epischer Breite, wie dysfunktionale Strukturen ein Gesellschaftssystem ruinieren können. Die lebenswichtigen Institutionen der Großstadt Baltimore, allen voran die Polizei und die Politik, sind in einem schwer zu durchschauenden Teufelskreis der Selbstzerstörung gefangen. Die wenigen engagierten Individuuen scheitern an geradezu kafkaesken Barrieren. Auf der Straße herrscht der Mob und zerfrisst das System von unten. Es scheint als sei ein "Point of no return" überschritten worden, ab dem eine Korrektur von innen nicht mehr möglich ist.

Das echte Baltimore, eine Arbeiterstadt an der Ostküste, hat seit den 1960er Jahren über ein Drittel der Bevölkerung verloren. 88 Prozent des Schulsystems sind schwarz, bei 63 Prozent schwarzer Bevölkerung. Die Mordrate ist sechsmal höher als in New York City. So dramatisch sich schon diese paar Fakten anhören, erst der Umstand, dass ein Insider mit erzählerischem Talent eine Fernsehserie daraus gemacht hat, verschafft uns einen Einblick in was dort abläuft.

Noch nie ist eine schleichende gesellschaftliche Katastrophe im Fernsehen so erbarmungslos und so überzeugend seziert worden. Wer bis zur letzten Folge der fünften Staffel durchhält, wird sich fragen, was die Protagonisten eigentlich falsch gemacht haben, und keine überzeugende Antwort finden. In angelsächsisch geprägten Unternehmen bekommen unzufriedene Mitarbeiter gelegentlich zu hören: "Love it, change it or leave it". Wer verstehen will, warum Teile Amerikas für "change it" nicht mehr zugänglich sind, sollte sich "The Wire" anschauen.
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am 31. Januar 2013
"Das Gewaltmonopol des Staates bezeichnet im Staatsrecht die ausschließlich staatlichen Organen vorbehaltene Legitimation, physische Gewalt auszuüben oder zu legitimieren. Es ist ein Prinzip aller modernen Staaten und gilt als eine der Grundlagen für das Funktionieren des Rechtsstaates." lesen wir bei WiKI.

Welches Monopol hat der Staat denn? Da arbeitet eine kriminelle Industrie mit vielen Menschen, mit grosser Brutalität und gutem Erfolg. Schon die Eingangsscene ist bezeichnend: ein Mörder kann nicht verurteilt werden, die Zeugen sind eingeschüchtert, ihm steht bester Rechtsbeistand bei.

Wie sehr der Staat ohnehin in seinen Handlungsmöglichkeiten begrenzt und begrenzt sich selbst weiter durch sehr wirksames innerbürokratisches Hickhack.Da werden schon einmal erfolgreiche Kollegen kaltgestellt, weil man eigene Süppchen kochen will.

Diesen deprimierenden Befund kann man sich in dieser Serie anschauen. Und, dass sie nicht realitätsnah sei, kann man ihr bestimmt nicht vorwerfen. Eine der seltenen Kriminalfilme, die nicht irgendeinen irrealen Superhelden aufbauen, sondern die Mühen der Ebenen zeigen. Da darf eben nur überwacht werden, wenn die gerichtlich gesetzen Grenzen beachtet werden,also immer muss observiert werden, ob da einer telefoniert, der überwacht werden darf. Kein rambo-sondern das Bewußtsein von fruit of the poisened tree-wenn es herauskommt, sind die Ergebnisse nicht verwertbar.

Abgestumpfte Gemüter,die kaum noch aufhorchen, wenn der Weltuntergang insceniert wird,haben an dieser Serie keine Freude,aber man kann verstehen, dass sie schon verschiedentlich in den akademischen Unterricht einbezogen wurde.Eine Erkenntnisquelle.

Deswegen natürlich auch nachvollziehbar, dass ein Gebührenfinanziertes Fernsehen darum einen Bogen macht. Anspruch,mit Gebühren finanziert, lieber nicht, macht doch keine Quote,wir haben in Deutschland da eigene, ganz schlechte Erfahrungen,ob das nun KDD oder " Im Angesicht des Verbrechens" ist.

Gottseidank gibt es DVDs.

Filme, die bestimmt nicht die Freundlichkeit in der Welt mehren, aber doch absolut Erkenntisse liefern und Stoff für viel Nachdenken.
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am 30. Januar 2012
Ich gebe zu, dass ich nach den ersten 3 bis 4 Folgen von "The Wire" nicht sehr beeindruckt war. Zu schleppend die Handlung, zu unsympathisch die Figuren, zu oft scheinbar hingeworfene, zusammenhanglose Dialoge, das waren meine Eindrücke bis dahin.

Wenn man sich aber erst einmal auf die ungewöhnliche Erzähltechnik, das Fehlen klassischer Hauptfiguren sowie der üblichen Rollenmuster einlässt, zieht einen die Serie mehr und mehr in ihren Bann und entwickelt schließlich eine Spannung und Intensität jenseits technisch aufgemotzter Actionszenen und genreüblicher Tätersuche.

Die Sicht auf Polizei und Kriminelle wird in "The Wire" so neutral wie möglich gehalten. Strahlende Helden oder eindimensional böse Verbrecher sucht man dabei vergebens. Wenn die Darstellung von Drogensucht, Arbeitslosigkeit, Armut und Verwahrlosung in den Ghettos von Baltimore nur halbwegs realistisch ist, kann man als Zuschauer leicht nachvollziehen, wie die "Karrieren" von Drogenhändlern unter diesen erbärmlichen Voraussetzungen zu Stande kommen.

Ebenso nachvollziehbar ist die bei vielen Polizisten fehlende Motivation in "The Wire" dargestellt. Unterbesetzt, schlecht bezahlt und ausgerüstet, zerrieben zwischen karriereorientierten Vorgesetzten, politischen Ränkespielen und der auf sie abgewälzten, praktisch unlösbaren Aufgabe, gewaltige gesellschaftliche Mißstände und Strukturprobleme zu bekämpfen, schieben viele der Beamten nur noch Dienst nach Vorschrift.

Trotz der pessimistischen, teilweise düsteren Grundstimmung bietet "The Wire" aber auch immer wieder kleine Momente der Hoffnung, gibt es auf Seiten der Polizei wie der Drogendealer Versuche, eine Art Normalität zu schaffen oder so etwas wie ein geregeltes Leben zu führen.

Einen echten Sympathieträger sucht man vergebens, aber die interessanteste und charismatischste Figur ist für mich die des Omar Little, der nach einem ganz speziellen Ehrenkodex lebt und "arbeitet". Daneben sind aber auch alle anderen Rollen durchweg gut besetzt, mit überwiegend weniger bekannten Darstellern.

Minuspunkte gibt es für die magere Sonderausstattung, die lediglich Audiokommentare enthält. Davon abgesehen freue ich mich schon auf die weiteren Staffeln einer sehr ungewöhnlichen Serie.
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