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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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4,6 von 5 Sternen
Cinder (The Lunar Chronicles Book 1)
Format: Kindle Edition|Ändern
Preis:6,49 €


am 6. Dezember 2016
Ein metallener Fuß, eine metallene Hand, Chips und Drähte unter ihrer Haut – Cinder ist ein Cyborg. Glaubt man der Gesellschaft, ist sie wertlos, weil sie kein richtiger Mensch mehr ist. Ihre Stiefmutter Adri teilt diese Meinung. Jeden Tag lässt sie Cinder spüren, dass die Vormundschaft für sie eine Belastung ist, während sie ihre leiblichen Töchter nach Strich und Faden verwöhnt. Ihr Repertoire neuer Schikanen ist endlos. Dankbar für jede Gelegenheit, Adri zu entkommen, verbringt Cinder den Großteil ihrer Zeit in ihrem kleinen Laden auf dem Markt in Neu-Beijing. Sie nutzt ihr beachtliches Talent als Mechanikerin, um hier etwas Geld zu verdienen. Nie hätte sie angenommen, dass ihr tadelloser Ruf bis in den Palast reichen könnte. Sie fällt fast in Ohnmacht, als eines Tages Kronprinz Kai vor ihr steht und sie bittet, seine beschädigte Androidin zu reparieren. Schon bald könnte aus dem Prinzen der neue Kaiser des Eastern Commonwealth werden, denn sein Vater, Kaiser Rikan, liegt im Sterben, infiziert von der Seuche, die bereits Tausende seiner Untertanen dahinraffte. Cinder nimmt den royalen Auftrag an, unwissend, dass sie damit eine Lawine interstellaren Ausmaßes lostritt. Denn in Cinders verschütteter Vergangenheit liegen Geheimnisse, von denen sie nichts ahnt. Geheimnisse, die nicht nur ihr Leben, sondern auch die Beziehungen zu Luna, dem Königreich des Mondes und somit die Zukunft der gesamten Erde bedrohen. Cinder mag kein richtiger Mensch mehr sein. Aber wertlos ist sie nicht.

„Cinder“ ist erfreulicherweise keine schnöde Nacherzählung. Es ist eine gelungene, originelle und überzeugende Variation von „Aschenputtel“, die viele frische Ideen beinhaltet. Zwar bedient sich Marissa Meyer der Grundstruktur des alten Märchens und involviert ein paar Szenen, die definitiv Wiedererkennungswert aufweisen, doch der Reihenauftakt der „Lunar Chronicles“ ist unumstritten eine eigenständige Geschichte. Während „Aschenputtel“ lediglich ein (traumhaftes) Einzelschicksal schildert, weitet Meyer diesen engen Rahmen aus, ohne ihre liebenswerte Protagonistin Cinder aus den Augen zu verlieren. Sie entfaltet ein ganzes Universum um Cinder herum und konstruiert eine Welt, die mich wirklich faszinierte. Das Buch spielt im Jahr 126 der dritten Ära, die mit dem Ende des Vierten Weltkriegs begann. Der dargestellte technische Fortschritt ist glaubhaft; schon heute arbeiten Wissenschaftler fieberhaft an der Entwicklung künstlicher Intelligenz und die medizinischen Erfolge im Bereich der Prothetik lassen darauf hoffen, dass eines Tages niemand mehr mit dem Verlust eines Körperteils leben muss. Androide und Cyborgs sind in der Zukunft dementsprechend durchaus vorstellbar. Ebenso denkbar sind ein Dritter und Vierter Weltkrieg, die die Menschheit zwingen, das globale Zusammenleben sowie die globale politische Struktur neu zu ordnen. Die Konsequenzen dieses verheerenden Krieges zeichnet Marissa Meyer meiner Ansicht nach recht optimistisch. Die Weltbevölkerung lernte aus ihren Fehlern und lebt in Frieden – ein netter Gedanke, den ich zu schätzen wusste, aber leider einfach nicht glauben kann. Vielleicht bin ich zu zynisch. Dennoch beeindruckte mich Meyer, indem sie deutlich herausarbeitete, dass die Erde trotz des allgemeinen Friedens kein utopisches Paradies ist. Cinders Leben ist hart, weil sie als Cyborg ständigen Anfeindungen ausgesetzt ist. Ihre Heimat Neu-Beijing ist rettungslos überfüllt, die Menschen stapeln sich regelrecht übereinander, Armut gedeiht wie ein Krebsgeschwür. Gesellschaft und Wirtschaft sind durch die Seuche, die auch Kaiser Rikan befiel, geschwächt. Die Bedrohung, die von Luna und dessen Königin Levana ausgeht, ist allgegenwärtig, weil die Friedensverhandlungen seit Jahren feststecken und das aggressive Königreich des Mondes die Instabilität der Erde jeder Zeit ausnutzen könnte. Es herrschen längst nicht Friede, Freude, Eierkuchen und genau dieser Aspekt gefiel mir außerordentlich gut. Meyer zeichnet das umfassend realistische Bild einer Welt, die noch immer von Angst und Unsicherheit geprägt ist. Cinders Rolle innerhalb dieser schwierigen globalen Situation empfand ich als überraschend bescheiden. Obwohl sie eindeutig mehr als nur die Mechanikerin von nebenan ist und sich im Verlauf der Handlung herausstellt, dass sie große Verantwortung trägt, rettet sie die Erde nicht innerhalb eines Wimpernschlags im Alleingang. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ihre Geschichte mit diesem ersten Band nicht beendet und die Reihe insgesamt grob fortlaufend sein würde. Ich dachte, die Bände seien in sich abgeschlossen und nur minimal miteinander verknüpft. Da lag ich wohl falsch. Meyer verfolgt den Konflikt zwischen Erde und Luna in den Folgebänden weiter und soweit ich weiß, werde ich auch Cinder wiedertreffen. Es sollte auf der Hand liegen, dass ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen werde.

„Cinder“ war ein von Erfolg gekrönter vorsichtiger Vorstoß in die Kategorie der zeitgenössischen Märchenadaptionen. Es freut mich, dass mich das Buch mitreißen und unterhalten konnte, da ich vor der Lektüre doch recht misstrauisch war. Märchen bedeuten mir sehr viel, weil sie meine Kindheit prägten. Ich assoziiere viele wunderschöne Erinnerungen mit ihnen, die ich keinesfalls beschmutzt sehen möchte. Ich bin Marissa Meyer dankbar, dass sie mit der traditionellen Vorlage von „Aschenputtel“ respektvoll umging und etwas vollkommen Neues daraus konzipierte. Die Mischung kreativer, unverbrauchter Ideen und durchdacht eingesetztem, wohlbekanntem Szenenaufbau erreichte mich mühelos und entwickelte eine eigene Dynamik. Vor meinem inneren Auge entrollte sich eine Welt modernen Zaubers und einnehmender Charaktere, in der ich mich sofort kuschlig wohlfühlte. Ich schiele bereits neugierig auf die Fortsetzung „Scarlet“. Wenn Aschenputtel nun ein cooler Cyborg ist, was macht Marissa Meyer dann wohl erst aus „Rotkäppchen“?
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am 14. Mai 2017
Make no mistake! This book is for teens, tweens, and grown-ups. I love fairy tales, and this modern retelling that weaves together the destinies of different fairy tale heroines could not be any more gripping and entertaining. It wasn't until the second book, Scarlet, that I realized the stories would all be connected. I love it! Meyer re-imagines the origins of many Cinderella staples - glass slipper, pumpkin coach - in ingenious and funny ways. The world she has created features cyborgs, androids, wolf-like characters (second book), and a version of the human race that lives on the moon (Luna) and that can manipulate other people through magic-like abilities that aren't, technically, magic. The best way to describe it is to say Cinderella meets Star Wars. Though from the beginning, the big revelation at the end of the novel was pretty expected, I couldn't put it down and had to buy the sequel at 2am when I finally finished Cinder! I love how much the characters are struggling with their identities, destinies, and longings. Makes the fairy tale really come to life.
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am 9. Januar 2013
Inhalt: Cinder ist ein Mechanikerin und lebt im New Beijing der Zukunft bei ihrer verhassten Stiefmutter und den beiden Stiefschwestern. Doch, was nur die wenigsten wissen: Cinder ist ein Cyborg. Teils Maschine, teils Mensch muss sie sich den Anfeindungen derer entgegensetzen, welche von ihrer Besonderheit wissen. Doch dann begegnet sie eines Tages Prinz Kai, welcher verzweifelt versucht eine tödliche Seuche zu bekämpfen, die sein Reich bedroht. Und der einzige Weg, dies zu schaffen, scheint die unbarmherzige und gefährliche Königin Levana zu heiraten, die ein Gegenmittel verspricht. Doch welche Rolle spielt Cinder in dem ganzen Szenario?

„Cinder“ scheint anders als andere Jugendbücher, die es bisher auf dem Markt gibt. Es reiht sich ein in eine lange Riege von düsteren Zukunftsdystopien, weigert sich aber in der Masse zu verschwinden.
Es ist der erste von vier Bänden, welche alle eines der altbekannten Märchen neu auflegen, sich jedoch in der im ersten Band eingeführten Rahmenhandlung bewegen.
Besonders herrlich erfrischend war es, hier endlich einmal eine realistische Liebesgeschichte in einem Jugendbuch zu lesen. Häufig erscheinen sie zu überstürzt, unauthentisch und nicht nachvollziehbar. In „Cinder“ jedoch nähern sich die Charaktere nur sehr langsam an, es wird nicht mit großen Worten wie Liebe um sich geworfen und es ist eine eher süße, fast schon zögerliche Romanze, die den Leser das ein oder andere Mal zum Lächeln bringen dürfte.

Mit dem Prinzen Kai wurde ein Charakter geschaffen, der sofort sympathisch erscheint. Er wirkt in seinem Denken und Handeln reif und bereit, den Thron zu besteigen. Es wird jedoch deutlich, dass er nur ein junger Mann ist, der sich selbst der nahenden Aufgabe nicht gewachsen sieht. Manche wenige Passagen des Buches sind aus seiner Sicht geschrieben, was den Lesefluss nicht stört oder einen zu genauen Einblick erlaubt. Im Gegenteil, durch eben diese Abschnitte erfährt der Leser mehr, vor allem wichtige Informationen und Gedankengänge, die nur aus der Sicht von Cinder vielleicht nicht genau genug hätten dargestellt werden können. Allgemein ist er ein männlicher Protagonist, der so manche weibliche Leserherzen durch kleine Gesten höher schlagen lässt und zur Abwechslung mal kein typischer „Bad Boy“ ist.

Cinder erscheint herrlich sarkastisch, doch auch verletzlich. Sie möchte nicht, dass noch mehr Menschen erfahren, dass sie ein Cyborg ist, vielmehr möchte sie als das gesehen werden, was sie ist: ein Mensch. Weswegen sie vielleicht auch manchmal Fehler macht aus ihrer Unsicherheit heraus, jedoch am Ende selbstlos und stark für das kämpft, was ihr wichtig ist.

Ein Charakter, zu dem ich eine Art Hass-Liebe während des Lesens entwickelt habe ist eindeutig Königin Levana. Zum einen der Hass, weil sie einfach der perfekte Bösewicht ist und man gar nicht anders kann, als sie durch die Seiten durch strangulieren zu wollen. Zum andern die Liebe, weil sie einfach als Charakter so wunderbar in die ganze Szenerie passt und die Autorin ihre bösartige und manipulative Mondkönigin nicht besser hätte gestalten können.
Anders steht es um Cinders Stiefmutter Adri und ihre Tochter Pearl. Einerseits ist ihr Handeln ein klein wenig verständlich, da besonders Adri als noch immer trauernde Ehefrau die Schuld am Tod ihres Mannes bei Cinder sucht. Dennoch scheinen ihre Figuren ein wenig zu übertrieben. In ihrer Boshaftigkeit wirken sie zu extrem und meistens ist ihr Handeln nicht nachzuvollziehbar. Des Weiteren ist unklar, warum Peony als einzige der Familie auf Cinders Seite steht, wenn ihr familiäres Umfeld ihr doch von Kindesbein an eingetrichtert hat, eben diese zu hassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Cinder ein Roman ist, der sich von anderen abhebt und sich definitiv einen Platz im Bücherregal verdient hat. Wunderbar gestaltete Charaktere und eine glaubhaft dargestellte Zukunftsvision machen Lust auf eine Fortsetzung und erschweren einem die Wartezeit bis Februar 2013.
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TOP 500 REZENSENTam 12. Oktober 2016
Cinder lebt in New Beijing und kann sich rühmen, die beste Mechanikerin der Stadt zu sein. Außer Genugtuung bringt ihr das leider nicht so viel, denn sie darf keinen Cent ihrer Arbeit behalten. Ihre böse Stiefmutter Adri und ihre ältere Stiefschwester Pearl behandeln sie wie ein Dienstmädchen. Schlimmer noch: weil Cinder ein Cyborg ist, hat sie keinerlei Rechte. Sie ist wie ein Gegenstand, den die Stiefmutter verkaufen kann, wann sie will.

Cinder hat keine Freunde, nur den Androiden Iko, der einen äußerst indivduellen Persönlichkeitschip hat. Iko hilft Cinder auch bei der Arbeit an ihrem Marktstand. Eines Tages kommt ein unbekannter Mann, der einen kaputten Androiden abliefert. Schnell hat Cinder erkannt, dass es sich um Prinz Kaito handelt. Ihre jüngere Schwester Peony ist rettungslos in ihn verliebt, aber Cinder meint, sie selbst sei immun gegen Kais Charme. Außerdem: wer mag schon ein Cyborg-Mädchen? Doch warum hat sich der Prinz vermummt und will nicht erkannt werden? Wieso können die Mechaniker am Hofe des Königs den Androiden nicht reparieren? Plötzlich bricht mitten auf dem Marktplatz Panik aus: die Bäckerin am Stand nebenan hat die Pest! Cinder eilt nach Hause.

Rasant geht es weiter in diesem wunderbaren Märchen-Science-Fiction Mix! Die dystopische Welt wird detailliert geschildert, aber man wird als Leser auch nicht mit zu viel unnötigen Details überfordert. Während Cinder probiert, sich selbst, Prinz Kai und letztlich die Welt vor dem Einfluss der bösen Mondkönigin Levana zu retten, wird die Geschichte zunehmend komplexer. Die Hauptfiguren sind sympathisch und vielschichtig, zudem gibt es eine Reihe Nebenfiguren, die ebenfalls interessant sind, z.B. der mysteriöse Dr. Erland. Was hat er mit Cinder vor? Sucht er wirklich ein Heilmittel gegen die Pest, oder hat er hanz andere Pläne? Einige Storyelemente kennt man aus Aschenputtel und den Cinderella-Filmen, aber Marissa Meyer gelingt es, die Geschichte kreativ neu zu erfinden, Altbekanntes mit überraschenden Wendungen zu kombinieren.

Spannend bis zur letzten Seite! Wird Cinder überleben und alles gut ausgehen?
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am 8. Oktober 2016
Die besten Bücher sind wohl immer die, von denen man etwas bestimmtes erwartet und dann mit etwas völlig anderem überrascht wird. Marissa Meyers Roman Cinder (Wie Monde so silbern) ist solch ein Fall. Das Buch befasst sich mit der Geschichte von Aschenputtel aka. Cinderella und bringt eine ganze Reihe von richtig coolen Änderungen und Wendungen mit ein, die diese Nacherzählung zu einer sehr ungewöhnlichen Interpretation des Märchens machen.

Das Beste beginnt mit der Hauptfigur. Nach einem Unfall vor fünf Jahren ist Linh Cinder nämlich ein Cyborg mit allerlei mechanischen Implantaten, bis hin zu ihrem metallischen Fuß und einem Gehirn-Interface. Wie in der Märchenvorlage lebt sie bei ihrer Stiefmutter und zwei Stiefschwestern, während ihr Stiefvater kurz nach ihrer Adoption an der Seuche verstorben ist. Wie auch in der Vorlage wird Cinder als Dienstmädchen gehalten und die Stiefmutter kassiert ihr Einkommen als Mechanikerin ein. Als Cyborg hat sie außerdem weniger Rechte als ein Mensch, da Cyborgs als nicht Menschlich eingestuft werden. Aber Cinder ist nicht nur geschickt und tatkräftig, sie ist auch sarkastisch und eine echte Überlebenskünstlerin, die sich von nichts aufhalten lässt.

Cinders einzige echte Freundin ist ein veraltetes Androidmodell namens Iko, die wiederum eine der charmantesten Nebenfiguren ist die einem in Büchern begegnen können. Sie ist herrlich albern, ungeplant witzig und die Dialoge zwischen ihr und Cinder bringen einen regelmäßig zum Lachen. Wenn man einen Android lieben muss, dann diesen!

Die Elemente des Märchens vermischen sich sehr gut mit dem futuristischen Setting. Der Regent ist zwar eine Art König und der Sohn natürlich ein Prinz, die Autorin hebt aber alles auf eine mehr weltpolitische Ebene mit einer zugrundeliegenden Demokratie. Entstanden ist die neue Regierungsstruktur der Welt nach dem Ende des 4. Weltkrieges und der neue große Feind ist die Königin des inzwischen besiedelten Mondes, die regelmäßig mit einem Krieg droht und darüber hinaus auch noch übernatürliche geistige Kräfte besitzt. Königin Levana ist eine Antiheldin zum Fürchten, die politische Intrigen zum Frühstück schmiedet und keine Grenzen auf dem Weg zur Ausweitung ihrer Macht kennt. Ihr neuer Plan dies zu erreichen ist eine Heirat mit Prinz Kai, der schon bald seinen Vater als Herrscher der Erde ersetzen muss. Der junge Prinz ist allerdings weder naiv noch leicht zu kriegen und erweist sich trotz seiner mangelnden Erfahrung als Regent, als verantwortungsbewusster Herrscher der bereit ist persönliches Glück gegen die Sicherheit einer ganzen Welt einzutauschen.
An dieser Stelle muss auch erwähnt werden wie erwachsen die zumeist jugendlichen Hauptfiguren wirken. Sowohl Cinder als auch Kai haben es beide auf ihre Weise nicht leicht in ihrem Leben und sie müssen früher erwachsen werden, als Kinder die ein sorgenfreies Umfeld genießen dürfen. Da passt es auch sehr gut, dass die zarte Romanze zwischen Cinder und Kai nur indirekt vorhanden ist. Es wird ein bisschen geflirtet, aber eher mit viel Witz und realistischer Betrachtung beider Figuren, die sich keinem überspitzt pubertären Verhalten hingeben. Chapeau an die Autorin, die damit eine wunderbar unscheinbare Liebesgeschichte beginnt, die sich vielleicht, vielleicht auch nicht, noch ergeben muss, aber auf jedenfall mit Interesse gelesen werden kann, statt mit gerollten Augen.

Cinder hält also viele interessante Gründe bereit dieser speziellen Märchenneuerfindung eine Chance zu geben, so dass es eine dicke Empfehlung verdient hat. Cyborgs, eine mysteriöse Krankheit, unfaire Experimente, tolle Charaktere und eine politisch geprägte Gefahr im Rücken, perfekt gepaart mit vertrauten Elementen des Märchens und einer insgesamt glaubhaft aufgebauten Welt. Buch Nummer zwei, Scarlet (Wie Blut so rot), wartet schon auf dem Nachttisch!
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am 4. August 2014
Inhalt

Cinder lebt mit ihrer Stiefmutter und den beiden Stiefschwestern Peony und Pearl in New-Beijing. Als beste Mechanikerin der Stadt trägt sie einen großen Teil des Unterhaltes der Familie, obwohl sie von ihrer Stiefmutter und Pearl geächtet wird. Nur Peony und die Androidin Iko scheinen von ihren Cyborg-Implantaten nicht abgeschreckt und lieben sie wie eine Freundin.

Als eines Tages Prinz Kai einen kaputten Androiden zu ihr bringt, gerät ihre Welt aus den Fugen. Kurz darauf erkrankt Peony an der Epidemie, die schon Tausende dahingerafft hat. Die Schuld daran gibt die Stiefmutter Cinder und verkauft sie an ein Programm, das an Cyborgs Tests durchführt, um ein Heilmittel zu finden. Nichts läuft nach Plan und so kommt es, dass Prinz Kai sie schließlich fragt, ob sie mit ihm auf den Ball gehen möchte. Doch sie kann unmöglich ja sagen, denn er weiß nicht, dass sie teilweise eine Maschine ist...

Schreibstil

Cinder war eins der wenigen Bücher, die ich auf Englisch gelesen habe und damit zunächst Schwierigkeiten hatte. Der Stil der Autorin ist wunderschön, teilweise sarkastisch und mit viel Humor, aber was mir beinahe die Lust am Lesen verdorben hat, waren die vielen englischen "Fachbegriffe", die ein Sci-Fi-Roman nun mal so mit sich bringt. So konnte ich mir zum Beispiel zu Beginn nicht einmal etwas unter dem Begriff Cyborg vorstellen, aber als ich mich dann ein bisschen eingelesen hatte und einige Begriffe recherchiert habe, hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht. Wenn ihr nicht geübt im Englisch lesen seid, solltet ihr auf jeden Fall eher zur deutschen Fassung greifen oder ein Wörterbuch bereitliegen haben.

Meine Meinung

Dieses Buch. Ich kann einfach nicht glauben, dass ich solange damit gewartet habe, es zu lesen. Es hat einfach so viele Elemente aus all meinen Lieblingsgenres, dass es wie perfekt für mich gemacht zu sein scheint.

Aber fange ich bei den Charakteren an. Cinder ist ganz klar das Aschenputtel des Märchen-Retellings, sie ist arm dran, nicht nur dadurch, dass sie eine gehässige Stiefmutter hat, sondern vor allem, weil sie zu einem nicht geringen Teil aus Maschine besteht und dies versucht, so gut wie möglich zu verbergen. Trotzdem ist sie ein starker Charakter, der sich nicht einschüchtern lässt, sondern sie Qualen über sich ergehen lässt, wenn es denn sein muss. Aber sie hat immer auch einen Plan B. Als Peony an der Epidemie erkrankt, ist sie unglücklich, aber macht sich kaum Vorwürfe. Stattdessen formt sich schon ein anderer Plan in ihrem Kopf. Sie hat keinen Grund mehr bei ihrer Familie zu bleiben, deswegen plant sie mit ihrem Androiden Iko die Flucht.

Auch Iko ist ein toller Charakter, obwohl sie eigentlich nur eine Maschine ist. Sie ist lustig und unternehmungsfreudig, außerdem vermutlich die beste Freundin, die Cinder haben könnte. Besonders gut hat mir die Beziehung zwischen den beiden gefallen, denn man hatte nie das Gefühl, dass Iko nicht menschlich wäre.

Süß war auch ihre Vorliebe für Prinz Kaito, der seinerseits auch mit Einigem zu kämpfen hatte. Relativ zu Beginn des Buches verstirbt sein Vater, der König, an der Epidemie, so dass er sich fortan auch noch mit der Regierung des Landes herumschlagen muss und die Verhandlungen mit der Luna-Königin Levana fortsetzen muss. Er ist ein glaubhafter, gestresster Charakter, der, wenn er mit Cinder zusammen ist, immer wieder den jungen Mann hervorblitzen lässt. Man hofft unweigerlich, dass er keine Probleme mit metallenen Gliedmaßen haben wird.

Auch das Setting ist der Autorin wirklich gut gelungen. Die Welt ist dahingerafft von einer Epidemie, die schon seit Jahren auf der Erde ist, Hovercrafts und Androiden sind Zeichen dafür, dass die Zeit sehr viel fortgeschrittener ist. Die wirkliche Bedrohung geht aber von den Luna-Menschen aus, denen, die aus einer Kolonie auf dem Mond entstanden sind. Die Königin Levana ist mächtig, sie ist quasi die böse Hexe der Geschichte, und möchte Prinz Kai heiraten, um ihren Einfluss auf die Erde auszuweiten. Das Buch ist alles andere als utopisch, immer wieder spürt man die Bedrohung unheilvoll im Nacken und man fragt sich unweigerlich, wie viel schlimmer es noch werden kann.

Was mir letztendlich nicht ganz gepasst hat, war das Ende. Es war nicht typisch Cinderella, was vielleicht auch ganz gut so ist, denn wir wollen ja keine einfache Nacherzählung erleben, aber es war auch nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte. Ich will nun unbedingt wissen, wie es weitergeht und bin gespannt, ob der Autorin die Umsetzung der anderen Märchen auch so toll gelingt.

Fazit

Was soll ich sagen? Das Buch war grandios mit all seinen verschiedenen Elementen, die auf perfekte Weise zusammen gespielt haben. Ein Märchen, wie es sich in der Zukunft zutragen könnte, wenn es politisch und gesellschaftlich ganz schön schief läuft. Ein Muss für alle Cinderella-Fans, aber auch für alle, die Fantasy und Sci-Fi gerne lesen. Kurz gesagt: Jeder muss es einfach lesen.
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am 27. Januar 2014
Immer mehr Menschen sterben an der Blauen Pest, weshalb die Forscher fieberhaft nach einem Gegenmittel suchen. Um dieses nicht an richtigen" Menschen testen zu müssen, wurde vor einem Jahr die Cyborg-Einberufung gestartet, die Cyborgs zwingt als Versuchsobjekt herzuhalten, wozu man sie, selbst wenn sie noch gesund sind, zunächst mit der Krankheit infiziert, was einem Todesurteil gleichkommt.

Cinder hatte bisher Glück und wurde noch nicht einberufen, aber ihre Stiefmutter Adri würde sie sofort gegen ihren Willen verpflichten, wenn sie mit den Einnahmen aus ihrer Arbeit als Mechanikerin nicht ihren Lebensunterhalt sowie den ihrer Töchter finanzieren würde. Vollkommen ausgeschlossen ist das allerdings deshalb noch nicht, denn ein Vergehen ihrerseits könnte Adri jederzeit dazu veranlassen es sich trotzdem anders zu überlegen, insbesondere weil die Familien der Cyborgs für ihren Verlust entschädigt werden ...

Obwohl es sich bei Cinder um eine moderne Neuerzählung des Märchens Aschenputtel bzw. Cinderella handelt, hat Marissa Meyer es geschafft der Geschichte ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Natürlich gibt es einige Parallelen, sonst könnte man das Märchen ja nicht mehr entdecken, doch es dient ihr nur als Grundgerüst für die Handlung und so hat man trotzdem das Gefühl etwas völlig Neues zu lesen - zumal Cinder sich als starke Protagonistin oftmals selbst zu helfen weiß und daher in der Regel nicht auf eine gute Fee angewiesen ist.

Vor allem die faszinierende futuristische Welt, die die Autorin erschaffen hat, macht ihr Debut zu etwas ganz Besonderem. In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich die Gesellschaft von Neu-Peking stark von unserem heutigen Leben, in anderen Aspekten ist sie der unseren noch ziemlich ähnlich.

Seit mehr als einem Jahrzehnt wütet nun bereits die Blaue Pest auf allen Kontinenten der Erde und hat unzählige Menschen das Leben gekostet, aber den Forschern ist es noch immer nicht gelungen ein Gegenmittel zu finden. Wer sich ansteckt wird, sobald er die ersten Symptome zeigt, sofort in eine Quarantäne-Station gebracht, in der man dann auf den unausweichlichen Tod wartet ohne seine Familie oder Freunde ein letztes Mal sehen zu dürfen.

Doch die Pandemie ist nicht die einzige Bedrohung für die Menschheit. Königin Levana von Luna, die Herrscherin über die Bevölkerung auf dem Mond, droht der Erde schon seit Jahren mit einem Krieg und scheint diese Drohung bald wahr machen zu wollen, wenn der Staatenbund nicht endlich auf ihre abstrusen Forderungen eingeht. Die Lunarier gelten als grausam, selbstsüchtig sowie gierig und besitzen die Fähigkeiten die Gedanken anderer zu manipulieren. Eine Allianz mit Levana würde deshalb praktisch zur Versklavung der Erdenbewohner führen, denn sie kann nur herrschen indem sie ihre Bürger permanent manipuliert und Ungehorsam ohne jede Gnade mit dem Tode bestraft. Alle anderen potenziellen Thronfolger hat sie bereits beseitigt um ihren Anspruch zu sichern, wobei ein paar Verschwörungstheoretiker davon überzeugt sind, dass eine Prinzessin überlebt hat und all ihre Hoffnung darauf setzen, dass diese Levana eines Tages vom Thron stürzen wird.

Während man einigen Problemen also auch in der Zukunft hilflos gegenüber steht, haben manche Entwicklungen den Lebensstandard der Menschen deutlich verbessert. So ist zum Beispiel die Technologie unglaublich weit fortgeschritten: zur Fortbewegung nutzen die Menschen automatisch gesteuerte Hover, Androiden erleichtern ihnen den Alltag und Cyborgs sind keine Seltenheit.
Nur die Menschen selbst haben sich leider nicht gleichermaßen weiterentwickelt, insbesondere was ihre Einstellungen anbelangt, und man trifft immer noch sehr häufig auf Intoleranz, nur dass diese sich nun überwiegend gegen Cyborgs richtet. Obwohl mechanische Gliedmaßen sich im Grunde kaum von den uns heute bekannten Prothesen unterscheiden, außer dass sie eben mit dem Gehirn verbunden sind und infolgedessen durch Gedanken bewegt werden können, worüber man sich eigentlich für die Betroffenen freuen sollte, gelten alle Cyborgs, egal wie groß ihr nicht organischer Anteil sein mag, unfairerweise nicht mehr als Menschen und haben daher kaum bis gar keine eigenen Rechte.

Die ausgesprochen sympathische Hauptfigur Cinder ist einer dieser Cyborgs, die rechtlich gesehen mit den Androiden auf eine Stufe gestellt werden, und somit das Eigentum ihrer Stiefmutter Adri. Da sie bereits als Kind zu dem gemacht wurde, was sie heute ist, wobei sie keinerlei Erinnerung mehr an die Zeit vor der kybernetischen Operation hat, hat sie sich dieses Schicksal nicht selbst ausgesucht, wird aber dennoch allein auf Grund dieser Tatsache äußerst schlecht von Adri sowie ihrer Stiefschwester Pearl behandelt und kann sich durch ihre gesellschaftliche Stellung nicht dagegen wehren. Dabei ist sie diejenige, die die Familie ernährt, weil sie als einzige arbeitet, doch alles, was sie als Mechanikerin verdient, gehört selbstverständlich ebenso Adri wie sie selbst.
Allerdings teilen zum Glück nicht alle Menschen Adris Haltung und so gibt es immerhin einen Menschen in Cinders Leben, der trotz des Wissens um ihre Cyborganteile freundlich zu ihr ist und sie nie als Maschine betrachtet hat: ihre kleinere Stiefschwester Peony. Während einem Adri und Pearl absolut verhasst sind, schließt man Peony sofort ins Herz und ist untröstlich, als das Schicksal es ausgerechnet mit ihr nicht gut meint. Cinder trifft das ebenfalls hart, da sie Peony sehr liebt, denn auch als Cyborg ist, hat sie selbstverständlich Gefühle und weiß, was Liebe ist.

Natürlich braucht Aschenputtel einen Prinzen und es ist schön, dass Cinder und Kai sich hier, anders als im Märchen, nicht erst auf dem Ball begegnen, sondern sich schon lange vorher kennen lernen, sodass man als Leser zumindest ein wenig verstehen kann, warum die Beiden sich zueinander hingezogen fühlen, wobei man den Prinzen gerne noch besser kennengerlernt hätte, z.B. in Bezug auf seine Meinung zu Cyborgs. Er ist ein toller Charakter, den man schon bald sehr gern hat, aber auch ein wenig bemitleidet, weil er so schwere Entscheidungen treffen muss und eine so große Verantwortung zu tragen hat. Selbstverständlich möchte er sein Volk vor einem neuen Krieg bewahren und würde dafür sogar sein eigenes Glück, wenn nicht sogar sein Leben, opfern, er will sie allerdings ebenso wenig zu einem Dasein als Sklaven Levanas verdammen, sodass er in einem wahren Dilemma steckt.

Neben Peony und Kai gibt es noch einen weiteren wichtigen Menschen in Cinders Leben, den man zwar im ersten Augenblick verabscheut, ihn später aber besser versteht und schließlich sogar lieb gewinnt, da er sich so rührend um sie kümmert: Dr. Erland. In ihm steckt viel mehr als man auf den ersten Blick vermutet und auch wenn man seine Methoden nicht vollständig gutheißt, verfolgt er im Grunde gute Absichten, weshalb man sich freuen würde ihm im zweiten Teil wieder zu begegnen.

Insgesamt ist Cinders Geschichte von Anfang bis Ende ausgesprochen fesselnd und man mag das Buch daher kaum aus der Hand legen. Im Gegensatz zu ihr selbst hat man zwar schon relativ früh eine konkrete Ahnung was Cinders wahre Identität betrifft, das mindert die Spannung jedoch nicht, denn Marissa Meyer hat noch genügend andere Überraschungen für den Leser zu bieten.
Obwohl Cinder im Mittelpunkt steht und die Ereignisse somit größtenteils aus ihrer Perspektive geschildert werden, bekommt man Dank des personalen Erzählers auch Einblicke in die Geschehnisse abseits der Protagonistin. Trotzdem kann man sich sehr gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen, insbesondere da es einen als Leser nicht im Geringsten stört, dass sie ein Cyborg ist.

Das einzige Manko, falls man es denn überhaupt so nennen kann, ist das abrupte Ende. Völlig unerwartet hört das Buch ohne jede Vorwarnung praktisch mittendrin auf und lässt einen fassungslos zurück. Es gibt zwar keinen Cliffhanger, fühlt sich dafür aber unvollständig an, weil an Stelle eines, zumindest vorläufigen, Abschlusses wirklich alles offen gelassen und nicht ein Problem gelöst wurde. Die Fortsetzung hätte man ohnehin gelesen, doch nun ist man natürlich besonders gespannt, da man unbedingt wissen möchte, wie es mit Cinder und Kai weitergeht. Man hofft deshalb sehr, dass sie trotz neuer Hauptfiguren im zweiten Band genug Raum bekommen, damit alle offen gebliebenen Fragen darin beantwortet werden.

*FAZIT*
Cinder ist ein fantastisches Debut, das mit neuen Ideen, einer starken Heldin, einem packenden Schreibstil sowie einer fesselnden Handlung überzeugen kann und damit definitiv aus der Masse heraussticht. Die Verknüpfung von Märchen und Science-Fiction ist Marissa Meyer überraschend gut gelungen und macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem, mit dem man so nie gerechnet hätte.

Man wird daher auf keinen Fall länger als nötig damit warten auch die Fortsetzung zu lesen, denn dafür ist die Vorfreude auf eine weitere Märchen-Neuerzählung sowie ein Wiedersehen mit Cinder und Kai viel zu groß!
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am 29. Februar 2012
Ich bin immer noch überrascht wie gut mir dieses Buch gefallen hat!

Zum ersten Mal ist es mir auf audible.com aufgefallen und dann habe ich auf einigen Bücherwebseiten gelesen, dass es ein wirklich toller Auftakt zu einer vierteiligen Serie (The Lunar Chronicles) seien soll.

Nachdem ich mir die Inhaltsangabe durchgelesen habe, war ich mir aber nicht sicher, ob das tatsächlich etwas für mich ist:

Menschen und Androiden leben in den Straßen von New Beijing - über 100 Jahre nach dem vierten Weltkrieg. Eine tödliche Seuche bedroht die Erdbevölkerung. Aus dem All beobachtet die dunkle Königin von Luna den Kampf der Menschen. Sie wartet, wartet auf den passenden Moment, um zuzuschlagen. Niemand weiß, dass das Schicksal der Erde an einem einzigen Mädchen hängen wird: Cinder, eine begabte Mechanikerin und ein Cyborg. Geschmäht von ihrer Stiefmutter begegnet sie eines Tages Prinz Kai auf dem Markt, der sie bittet, seinen Androiden zu reparieren.
Und plötzlich steckt Cinder mitten in der Auseinandersetzung mit Luna und mitten in einer komplizierten Nicht-Beziehung mit dem Thronfolger. Sie ist gefangen zwischen Pflicht und Freiheit, zwischen Loyalität und Betrug. Um die Zukunft der Menschheit zu retten, muss sie die Geheimnisse ihrer Vergangenheit aufdecken....

Cinder, eine böse Stiefmutter und ein Prinz?
Ja, das kommt einem bekannt vor. Es ist eine Cinderella Story - eine, die man so schnell nicht mehr vergisst.

Aschenputtel als Cyborg ist schon eine etwas ungewöhnlich Idee und daher war ich am Anfang eher skeptisch. Aber da wir ja das Grimm Jahr haben und ich einige Neuerzählungen von Märchen lesen wollte, holte ich mir das Buch trotzdem.
Und jetzt, da ich fertig bin, will ich sofort den zweiten Teil haben! *argh*

Natürlich werden im ersten Teil zuerst die Story und die Charaktere aufgebaut.
Cinder ist absolut liebenswert. Trotz oder vielleicht wegen ihrer vielen Probleme ist sie unglaublich stark und unabhängig. Die böse Stiefmutter ist so böse, wie es sich gehört, die brutale Königin Levana von Luna so manipulativ und machthungrig, wie man es sich nur vorstellen kann und Prinz Kai genau so, wie man sich einen Prinzen vorstellt.
Die Märchenaspekte sind also voll erfüllt.
Die Geschichte selbst besticht durch ungewöhnliche Ideen und zahlreiche Nebencharaktere, die wunderbar ins Geschehen passen und herrlich lebendig sind - besonders Iko habe ich ins Herz geschlossen. Auch die ganzen Entwicklungen, die Androiden, die ID Chips, die Kolonie auf dem Mond, die Möglichkeit Menschen zu Cyborgs zu machen, machen das Buch zu einer interessanten und unterhaltsamen Lektüre.

Natürlich muss man sich vor Augen halten, dass es trotz allem ein Märchen ist, das man auch älteren Kindern vorlesen könnte. Wer also genauste technische Details oder eine komplexe Erzählung geschichtlicher Ereignisse erwartet, wird sicher enttäuscht werden. Auch ist die Handlung ein wenig voraussehbar. Sobald "Selene" erwähnt wird, weiß man, wohin der Hase läuft, das schadet dem Buch - meiner Meinung nach- aber nicht. Es ist dennoch interessant zu lesen, wie denn die Anderen auf das kommen, was man selbst schon lang weiß.

Ich selbst war nach kürzester Zeit Feuer und Flamme und musste mich wirklich überwinden, das Buch wegzulegen. Ich selbst steckte quasi in New Beijing und wollte nicht wirklich zurück nach Hessen ;)

Obwohl es die besagten Schwächen hat, bekommt der Erstling von Marissa Meyer von mir locker 5 Cinder Sternchen und eine Leseempfehlung für all die jung gebliebenen Märchenfans da draußen.
Eine wirklich originelle Aschenputtel Version!

Die Lunar Reihe wird mit folgenden Büchern fortgesetzt:

Band 1: Cinder
Band 2: Scarlet - 2013
Band 3: Cress - 2014
Band 4: Winter - 2015

Cinder wird weiterhin die Hauptrolle in den Büchern spielen, wir werden aber auch neue Märchenfiguren treffen: Rotkäppchen in Scarlet, Rapunzel in Cress und Schneewitchen in Winter. Ich bin SEHR gespannt!!
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VINE-PRODUKTTESTERam 9. März 2013
Dass Märchen aus dem fantastischen Es war einmal-Zeitalter in unsere Wirklichkeit geholt werden, ist mittlerweile ein gängiges Erfolgsrezept. US-Autorin Marissa Meyer geht sogar noch einen Schritt weiter: Ihr Aschenputtel ist ein als Mechanikerin arbeitender Cyborg im Teenager-Alter, der in einem fernöstlichen Kaiserreich aufgezogen wird, das von der Königin des Mondes mit Krieg bedroht wird. Rotkäppchens Großmutter arbeitete als Raumschiffpilotin für das französische Militär. Und ihr Rapunzel wird nicht in einem hohen Turm gefangen gehalten, sondern in einem Satelliten.

Der Auftaktband:

Cinder lebt als Mechanikerin bei ihrer Stiefmutter und ihren beiden Stiefschwestern in New Bejing. Ihr Stiefvater ist vor einigen Jahren gestorben und ihre Familie macht ihr das Leben nicht gerade leicht - sieht man einmal von Peonie ab, der jüngeren ihrer beiden Stiefschwestern, die zu Cinder ein herzliches Verhältnis pflegt. Sie begegnet Cinder nicht mit Abscheu und scheint vor ihren Cyborg-Implantaten nicht abgeschreckt. (Als Kind hat Cinder einen schrecklichen Unfall erlebt und konnte nur dadurch gerettet werden, dass man ihr künstliche Körperteile, Kabel und Gehirn-Chips einsetzte).

Ebenfalls Cinders Vertraute ist Iko, die Androidin, die den Haushalt führt und die ebenso wie Penoie von dem wunderhübschen Prinzen Ki schwärmt, der eines Tages den Kaiserthron des Östlichen Königreichs besteigen soll. Ausgerechnet dieser taucht zu Beginn des Romans inkognito an Cinders kleinem Marktstand auf, wo sie als Mechanikerin Geld für die Familie verdient. Er übergibt ihr einen kleinen Roboter mit der dringenden Bitte, diesen zu reparieren - und ist sichtlich von dem jungen Mädchen angetan, das vor ihm verborgen hält, dass es ein Cyborg ist. Ki ist darauf angewiesen, den Roboter möglichst schnell funktionstüchtig zurück zu erhalten, da er in ihm eine geheime Botschaft vermutet, die ihm beim Lösen seiner Probleme helfen könnte.

Und seine Probleme sind groß: In New Bejing wütet eine schreckliche Krankheit, die das Leben schon zahlreicher Menschen gekostet hat. Die verzweifelte Suche nach einem Gegenmittel verläuft erfolglos. Auch Kis Vater, der Kaiser, ist erkrankt. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt stellt Levanna, die Königin von Lunar, ein empörendes Ultimatum: Wenn Ki sie nicht heiratet und sie damit zu einer der mächtigsten Frauen der Erde macht, will sie mit ihren Truppen das Östliche Königreich mit Waffengewalt erobern und danach den Planeten mit Krieg überziehen. Und aufgrund der Fähigkeiten der Lunaraner, Menschen mittels Gedankenkontrolle zu beeinflussen, stehen die Chancen für die Menschen nicht gut.

Cinder ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ihr im Konflikt mit Luna eine Schlüsselrolle zugedacht ist ...

Cinderella als turbulente Science Fiction-Version ...

... zunächst war ich mir nicht sicher, ob das funktionieren kann. Aber bereits mit dem ersten Kapitel von "Cinder", dem Auftaktband ihres Vierteilers, hatte mich Meyer am Haken. Das liegt vermutlich daran, dass sie erstens die Märchen, die sie zu den Romanen inspiriert haben, sehr gut kennt und es ihr dadurch gelingt, die ikonischen Momente verfremdet, aber sehr gelungen in die Geschichte einzubauen, sich zweitens das Science Fiction-Setting als wunderbar frisch und nicht aufdringlich gestaltet und sie drittens sehr süffig und unterhaltsam schreiben kann.

Was das Setting angeht, so geht Marissa Meyer nicht zu sehr in die Tiefe, sondern benutzt ihr Zukunftszenario als gelungenes Kolorit. Mir kam das sehr entgegen. Sie erzählt so lebhaft und munter, dass man gar nicht versucht ist, nach Logiklöchern in Plot oder Setting Ausschau zu halten, sondern einfach nur erfreut die Reise der höchst sympathischen Charaktere zu begleiten. Und auch, wenn der Leser so manche Plotwendung schnell durchschaut (Cinders wahre Identität, beispielsweise) und wenn sich die Autorin vom Verlauf der Originalgeschichten mitunter etwas weiter entfernt, so sind die Märchenwurzeln immer deutlich erkennbar: So fährt Cinder natürlich nicht in einer verzauberten Kürbis-Kutsche zum Ball, sondern in einem schrottreifen Auto, dass sie selbst heimlich wieder fahrtüchtig gemacht hat. Und auf den Stufen des Palastes verliert sie nicht etwa ihren Schuh, sondern gleich ihren Cyborg-Fuß. Trotz all der Freiheiten, die sich die Autorin erlaubt, ist die Saga eindeutig eine Fairy Tale-Fantasy!

Dass die Prinzessin von Lunar (dem Mond) Selene heißt, ist eine nette Referenz an Sailor Moon, auch wenn der Name natürlich in beiden Fällen auf die griechische Göttin des Mondes zurückgeht. Marissa Meyer bekennt, dass sie ein großer Anime- und Sailor Moon-Fan ist und über das Verfassen von Fanfictions zum Schreiben gekommen ist. Auch wenn in ihren "Lunar Chronicles" diese Liebe erkennbar ist, ist es Meyer gelungen, eine eigene Geschichte nicht nur gelungen zu konstruieren, sondern auch höchst unterhaltsam zu erzählen.

Auch für Fairy Tale-Fantasy-Fans, die bereits viel gelesen haben, sind die "Lunar Chronicles" eine Offenbarung!
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am 23. Juni 2013
“Cinder” ist nicht nur der erste Teil einer auf bisher 4 Bände ausgelegten Reihe “Lunar Chronicles“, sondern auch der Debütroman der amerikanischen Autorin Marissa Meyer. Die deutsche Ausgabe des Buches erscheint Ende 2013 unter dem Titel “Wie Monde so silbern” bei Carlsen.

“Cinder” hat mich von der ersten Seite an sofort in seinen Bann gezogen. Normalerweise stehe ich Neuadaptionen von klassischen Märchen teilweise doch eher skeptisch gegenüber, denn oftmals geht ein solches Vorhaben nach hinten los, aber allein schon die Tatsache dass es sich bei Cinder um einen Cyborg handelt hat in diesem Fall mein Interesse geweckt. Der restliche Plot tat dann sein Übliches.

Mit Cinder stellt uns Marissa Meyer eine durch und durch sympathische Protagonistin zur Seite, ihres Zeichens Cyborg. Ihr Körper ist mit Kabeln durchzogen, einige Gliedmaßen bestehen aus Metall, eine Software läuft im Einklang mit ihrem restlichen Denken. Cinder kann weder Tränen vergießen noch erröten, besitzt jedoch einen eingebauten Lügendetektor und kann sich mit dem Nachrichten- und Informationsnetzwerk New Beijings verbinden. Sie ist weder komplett menschlich noch ein reiner Androide, und genau diesen Status als “Mensch zweiter Klasse” bekommt sie tagtäglich zu spüren. Zumindest seitens derer die wissen, dass es sich bei der überaus talentierten Mechanikerin um einen Cyborg handelt, denn normalerweise ist Cinder sehr darauf bedacht, ihre metallenen Körperteile bestmöglichst zu verbergen.

Auf den ersten Blick scheint Cinder eine gewisse Freiheit zu genießen, schließlich ist es ihr erlaubt als Mechanikerin Geld zu verdienen. Doch dieser erste positive Eindruck verflüchtigt sich schon nach sehr kurzer Zeit. Denn Cinder gehört ihrer Stiefmutter Adri, die als Cinders Erziehungsberechtigte fungiert und das Mädchen arbeiten lässt, um den Lebensunterhalt aller zu finanzieren. Inklusive teurer Ballkleider, versteht sich.

Hier versteckt sich auch eine deutliche Gemeinsamkeit zum eigentlichen Märchen, das als Vorlage für Cinder dient. Ganz traditionell in eine typische Aschenputtelthematik verpackt ist Cinder das Mädchen für alles, und kann sich doch selbst nichts von ihrem hart verdienten Geld gönnen. Wenn man denn von einem neuen Fuß absieht.

Geschickt verwebt Meyer die klassischen Elemente des Aschenputtel-Märchens mit ihrer eigenen, modernen Welt und Geschichte. So ist auch hier ein Ball das große Thema für Adri und ihre beiden Töchter. Ein Ball, zu dem Cinder nicht gehen darf, und eigentlich auch nicht möchte. Bis sie Prinz Kai kennenlernt.

Kai, eigentlich Kaito, ist der Prinz und zukünftige Herrscher von New Beijing und dem Eastern Commonwealth. Er ist charmant und trotz seiner Stellung keinesfalls eingebildet oder gar egoistisch. Der Mädchenschwarm sucht verzweifelt nach einem Heilmittel für die Letumosis-Krankheit, die ihm bereits die Mutter nahm und nun den Vater befallen hat. Nebenbei versucht er eine Möglichkeit zu finden, einer Allianz mit Königin Levana von Luna aus dem Weg zu gehen.

Meyer gelingt es, ihre Charaktere ungemein glaubhaft darzustellen, und ihnen Leben und Persönlichkeit einzuhauchen. Die Gespräche und amüsanten Wortgefechte zwischen Cinder und Kai haben mich mehr als nur einmal breit lächeln lassen, und ganz besonders positiv sticht hervor, dass es sich hier nicht um die typische Liebe auf den ersten Blick handelt, die so vielen Young Adult Romanen heutzutage zu Grunde liegt. Im Gegenteil. Die beiden Hauptpersonen mögen sich, Kai flirtet und Cinder findet ihn interessant, aber sie verlieben sich nicht Hals über Kopf. Ein absolutes Plus.

Und auch die Nebencharaktere können sich sehen lassen. Zum einen wäre da die mysteriöse Königin Levana, eine grausame Frau mit geheimnisvollen Kräften, die es ihr ermöglichen die Wahrnehmung Anderer zu kontrollieren. Zum anderen Dr. Erland, der im Auftrag des Prinzen nach einem Letumosis-Gegenmittel forscht. Bei beiden handelt es sich um interessante Charaktere mit Potential, deren Geschichte nach und nach enthüllt wird. Unsterblich verliebt habe ich mich ebenfalls in Cinders Androiden Iko, ein kleines, freches Maschinchen mit einer Schwäche für schöne Dinge und einer ganz außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Einzig Cinders Familie, Adri, Peony und Pearl, bleiben ein wenig auf der Strecke und zeigen kaum mehr Facetten als man von Stiefmutter und -schwesterm Aschenputtels erwarten würde. So ist Adri grausam und ungerecht zu Cinder, gleichzeitg weiß sie aber dass sie ohne die Arbeit ihrer Ziehtochter kaum ihr Leben finanzieren könnte und bemüht sich, das Mädchen stets zu kontrollieren. Die beiden Schwestern kopieren das Verhalten der Mutter, einzig Peony empfindet für Cinder schwesterliche Zuneigung und Freundschaft.

Meyer fesselt, nicht nur mit ihren wunderbaren Charakteren, sondern auch mit ihrem Schreibstil. Flott und frech haucht sie ihrer Welt leben ein, und begeistert den Leser auf jeder Seite mehr und mehr. Ihre unkomplizierte Erzählweise macht es leicht der Geschichte zu folgen, die Seiten fliegen nur so dahin.

Die von Meyer geschaffene Welt ist voll technisiert, jedoch auch gezeichnet. Nach vier Weltkriegen ist die Angst vor einem erneuten Konflikt groß, und erklärt das Verlangen der Erdbevölkerung alles zu tun um den Frieden mit Luna zu halten. Koste es was es wolle. Doch nicht nur die Angst vor einem Krieg mit den Lunar beschäftigt die Menschen, denn die Krankheit Letumosis stellt eine Bedrohung dar, gegen die niemand etwas tun kann. Ein Virus, unsichtbar und tödlich, der jeden erschaudern lässt und Familien auseinander reißt. Es ist nur verständlich, dass bei der Suche nach einem Heilmittel alle Register gezogen werden, und mehr oder minder Freiwillige zu Versuchskaninchen mutieren.

Trotz allem gab es ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben. Zum einen die etwas farblos bleibenden Familienmitglieder Cinders. Zum anderen die Tatsache, dass ich bereits nach wenigen gelesenen Seiten ahnte, worauf es bei dieser Geschichte wohl hinauslaufen wird, und es der Autorin nicht gelungen ist, mich am Ende doch noch komplett zu überraschen. Und Cinder, so wundervoll sie als Charakter war und ist, erwieß sich in einigen Situation als etwas langsam und schwer von Begriff. Aber diese kleinen Beanstandungen sind minimal und mindern das Lesevergnügen keineswegs.

“Cinder” begeistert mit einer tollen Ideen und ganz wunderbaren Charakteren. Eine Geschichte voller Humor, Spannung, Gefahr und Intrigen, voller Hoffnung, Verzweiflung und Verrat. Eine Geschichte die von der ersten Seite an fesselt und nicht mehr los lässt. Eine Geschichte, die auch ohne dominante Lovestory funktioniert. Frisch, anderes und definitiv zu empfehlen.
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