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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 25. April 2015
Das Werk "The longest way" von Christoph Rehage spricht jeden an, der zumindest hin und wieder an Fernweh leidet und das Abenteuer liebt. Er berichtet von seinem Fußmarsch durch halb China und erzählt dabei von der nicht so bekannten Geschichte dieses vielfältigen Landes. Auch die Bilder im Einband üben eine ungeahnte Faszination aus. Das Buch fesselt, inspiriert und lässt so schnell nicht wieder los.
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2007 wollte der damalige Student Christoph Rehage von seinem Studienort Beijing zurück in seine Heimat nach Norddeutschland zu Fuß laufen. Er startete im November am Morgen seines 26. Geburtstages mit 30 Kilo Gepäck und legte innerhalb von knapp zwölf Monaten zusammengenommen 4646 Kilometer bis zur westchinesischen Stadt Ürümqi zurück. Ganz bis nach hause schaffte er es zwar nicht, trotzdem handelt es sich ohne Frage um eine außergewöhnliche Unternehmung. Rehage dokumentierte seine Wanderung damals mit Texten, Fotos und Filmen auf einem eigenen Reiseblog. Nach seiner Rückkehr arbeitete er mehrere Jahre an einer umfassenden Verschriftlichung. 2012 erschien das gebundene Buch „The Longest Way“ bei Malik, es folgten Übersetzungen auf chinesisch und russisch, 2014 erschien die deutsche Taschenbuchausgabe bei Malik / National Geographic.

Rehage hat sich für sein erstes Reisebuch umfangreich vorbereitet und sich viel Zeit dafür genommen. Immerhin vergingen vom Ende der Wanderung bis zur Veröffentlichung des Buches ganze vier Jahre. Allerdings gab es auch viel zu erzählen und dem Autor ist tatsächlich das Kunststück gelungen eine von vielen langweiligen Routinen geprägte Zeit sehr spannend und unterhaltsam aufzubereiten. Natürlich spielen auch hier wie bei anderen Extremwandertouren Ernährung, Ausrüstung, Kondition, Motivation etc. eine zentrale Rolle. Darüber hinaus geht Rehage aber auch auf direkte Tuchfühlung mit Land und Leuten, berichtet von Landschaften und Volkskultur, von klimatischen Bedingungen und dem Wechsel der Jahreszeiten, von verschiedenen Bevölkerungsgruppen, vom Unterschied zwischen Stadt und Land und von sehr vielen besonderen Begegnungen mit einfachen, aber oftmals sehr hilfsbereiten Menschen im chinesischen Hinterland. Zugute kam ihm dabei seine relative Vertrautheit mit Sprache und Kultur (er hat vor Beginn der Wanderung bereits längere Zeit in Beijing gewohnt und studiert). Aufgepeppt wird die ausgedehnte Reisebeschreibung zusätzlich durch die ein oder andere Selbstbetrachtung. Dabei werden die eigene Herkunft, Familienverhältnisse, freundschaftliche, partnerschaftliche und körperliche Beziehungen thematisiert. Manchem mag das eventuell etwas zu detailliert erscheinen und sicherlich zeigt Rehage hier leicht narzisstische Züge. Wen interessieren z.B. schon seine One-Night-Stands? Andererseits finden in eben diesem Passagen auch die Einsamkeit und Verlorenheit des Wanderers einen deutlichen Ausdruck. Seine allgegenwärtige Muse während der gesamten Wanderung ist seine chinesische Freundin Juli, die zeitgleich in München studiert. Sie mailen, smsen und skypen, treffen sich zwischendurch auch mehrmals, sehr viel erfährt man von der sympathischen, jungen und äußerst geduldigen jungen Dame allerdings nicht. Auch wie das Verhältnis schließlich endet bleibt mehr oder weniger offen. Man kann diese Ich-Bezogenheit und Nicht-Festlegung des Autors allerdings auch als eine der großen Stärken des Buches verstehen. So wie die Wanderung irgendwann trotz eiserner Prinzipien abgebrochen werden musste, so werden auch manche Anekdoten und Geschichten eben gerade nicht bis auf’s Letzte ausgebreitet und zu Ende erzählt. An den entsprechenden Stellen bekommt der Reisebericht mitunter fast schon eine gewisse literarische Qualität. Zur Dokumentation hat der Filmstudent Rehage eine Auswahl seiner Fotos zu einem preisprämierten Kurzfilm zusammengestellt. Der Clip besteht aus einer rasend schnell aneinandergereihten Folge von Selfies vom Anfang bis Ende seiner langen Reise, unterlegt mit einem treibenden musikalischen Songtrack. Check: [...]

In den Sommern 2010 und 2012 ist Rehage erneut aufgebrochen und hat seine Wanderung Richtung Westen in zwei Etappen bis zur Landesgrenze nach Kirgisistan fortgeführt. Dazu gibt es erneut Blogeinträge und kleine Filmchen, zu einem weiteren Buch wird es vermutlich nicht reichen, seine Geschichte ist auserzählt. Er sollte sich nun neuen Dingen zuwenden, das Laufen wird er vermutlich beibehalten, dazu muss man ihn wohl nicht drängen. Unbedingt pflegen sollte er aber auch seine erzählerisches Talent, seine Schreibweise und sein Stil machen unbedingt Lust auf mehr.
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am 23. Januar 2017
... eine Rezension über dieses Buch, DAS Reisebuch schlechthin, geschrieben. Dann eben mit viereinhalb Jahren Verspätung.
Falls Sie Reisebücher und China mögen: In die Buchhandlung gehen, "The Longest Way" kaufen! Und je nach Lesegeschwindigkeit 1 - 4 Tage Urlaub nehmen. Sie werden das Buch nicht aus der Hand legen wollen.
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am 6. Juni 2013
Vor 3 Jahren bin ich per Zug durch Westchina von X'ian, der Turfan Tiefebene, der Wüste entlang nach Ürumqi und dann weiter nach Kashi der Seidenstrasse gefolgt. Das war eine sehr spannende Reise und ich denke heute noch oft daran. Leider hatte ich keine Chinesisch Kenntnisse und daher sind mir doch viele Begegnungen entgangen.

Abgesehen von den Strapazen einer Reise zu Fuss, für die ich meine Hochachtung ausspreche, haben mir eben die Geschichten der Leute, die Rehages Weg kreuzten, sehr, sehr gut gefallen. (Vielleicht sollte ich doch noch Chinesisch lernen!)
Ich habe jede Zeile genossen und bedanke mich bei dem Autor für das Vergnügen!
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Als Christoph Rehage 2007 in Peking die junge Chinesin Juli kennenlernt, treffen zwei temperamentvolle Persönlichkeiten aufeinander. Mit Rehage geht gern einmal das ungarische Temperament seiner Mutter durch; Juli stammt aus Sichuan, wo die Frauen ebenso feurig sein sollen wie das Essen. Für den Beginn einer Beziehung ist es genau der falsche Moment; denn Rehage hat die Regeln für seine geplante Wanderung von Peking ins niedersächsische Bad Nenndorf bereits festgelegt: ohne Tricks die gesamte Strecke zu Fuß gehen, keinen Alkohol und jeden Tag das Erlebte bloggen. Über die Tour, die "Leike" (chinesisch Eroberer des Donners) dann doch in Ürümqi abbrach, gibt es bereits den Bildband "China zu Fuß". Wer den Bildband kennt, hat dort die wichtigen Wandergefährten Rehages kennengelernt, Onkel Shen, der nach seiner Pensionierung eine Radtour durch China unternimmt und Lehrer Xie, seit 25 Jahren mit einer Art Schäferkarren unterwegs. Im Reisebericht kommt noch Zhu Hui dazu, der selbst aus Ürümqi stammt. Noch in den ersten Tagen sagt Rehage ein Tempelorakel voraus "Du wirst deine Ziele erreichen, deine Geschäfte werden von Erfolg gekrönt sein, und deine Nachkommen werden einen Universitätsabschluss haben." Wenn davon nur Vater Rehage in Deutschland und Juli zu überzeugen wären, die inzwischen in München studiert. Rehage hat Sinologie studiert und in Peking eine Ausbildung als Kamermann absolviert. Der hochgewachsene Deutsche mit der wuchernden Haar- und Bartpracht bringt optimale Voraussetzungen für seine Unternehmung mit: er spricht Chinesisch, hat im Studium chinesische Geschichte gelernt und sieht den Alltag seines Gastlandes mit dem Blick des Fotografen. Auf seiner Tour wird Rehage immer wieder von Privatleuten aufgenommen, weil es in den kleinen Orten kein Gasthaus und erst recht kein Hotel gibt. Er übernachtet in Arbeiterwohnheimen, in einer Lößhöhle und immer wieder im Zelt. Die Fürsorglichkeit und Anteilnahme der Menschen zieht sich wie ein roter Faden durch Rehages Erlebnisse. "Nimm die Medikamente gegen deine Erkältung, am besten nimmst du die chinesische und die westliche Medizin immer abwechselnd," rät der Mann am Kiosk. Ein Vater schickt seinen Sohn, um Rehage auf einer Tagesstrecke zu begleiten, damit der Junge mit dem Fremden sein Englisch übt. Rehage kämpft gegen lädierte Füße, gegen seine Schüchternheit und hin und wieder mit Ausbrüchen seines ungarischen Temperaments. Doch schließlich muss er sich den Sandstürmen der Wüste Gobi stellen und sich entscheiden, was aus ihm und Juli werden soll. Der Abschnitt seiner Tour, der Rehage in den Westen Chinas führt, hat mich am stärksten beeindruckt.

Obwohl ich den Bildband China zu Fuß: The Longest Way schon kannte, habe ich den Reisebericht verschlungen - ein handwerklich vorbildlich gestaltetes Buch mit Lesebändchen und in solider Papierqualität.

Textauszug
"Doch als wir bei der Post ankommen und ich meine Briefe abgebe, wird einer unter großem Gestaune unter den Beamten herumgereicht. Es ist derjenige, den ich an Meister Yan schicken möchte, und es geht anscheinend um den Umschlag. "Wer hat das geschrieben?" fragt einer von ihnen und zeigt mit dem Finger auf die Adresse, die ich auf den Umschlag geklebt habe. "Die Adresse? Die hat Meister Yan selbst geschrieben", antworte ich, "ich habe sie nur aufgeklebt. Ist etwas nicht in Ordnung?" Der Postbeamte lacht: "Ist dir die wundervolle Kalligrafie nicht aufgefallen?" Ich muss lächeln. Vor meinem inneren Auge kann ich Meister Yan sehen, wie er in seiner Höhlenwohnung über den Tisch gebeugt steht und mit schwungvollen, entschlossenen Zügen seine Adresse für mich in einen Notizblock schreibt. Und hier, Wochen später, in einem grauen, staubigen Postamt Hunderte Kilometer entfernt, hier freuen sich die Leute darüber, was für schöne Zeichen er schreibt. "China ist wunderbar!" sage ich und drehe mich [...] um. (S.185)
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am 10. Januar 2015
Das Buch hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits: Hut ab! 26-Jähriger begibt sich auf einen Marsch auf eine echte Killerstrecke. Quasi eine Art Tagebuch, gut geschrieben. Natürlich reicht es nicht an die sprachliche Qualität eines Wolfgang Büscher oder Andreas Altmann heran, hat auch nicht deren – nennen wir es mal - Weltensinn. Aber hey, mit 26/27 kann man das auch nicht unbedingt erwarten. Allerdings, was mich an dem Buch nervt, ist folgender Fakt: Der Autor scheint manchmal etwas neben der Spur zu sein. Richtig genervt hat mich folgende Passage: Christoph Rehage ist auf einem Berg, Hotel ruft ihn an (wie freundlich eigentlich) und teilt ihm mit, dass, wenn er nicht gleich kommt, noch mal einen Tag zahlen muss, da er nicht ausgecheckt hat. Hotel ruft noch ein 2. Mal an. Rehage kommt letztlich doch zu spät. Hilft nix. Er muss zahlen. In einem Tobsuchtsanfall schmeißt er den Hotel-Angestellten die Scheine an den Kopf. Meine Güte, wie armselig. Klar, ärgerlich, aber damit hat es sich auch. Freue mich ja, dass der Autor ehrlich über seine Schwächen schreibt (bin jähzornig, ungarisches Blut, blablabla). Aber da war ich echt kurz davor, das Buch weg zu legen. Auch die Geschichte mit seiner Freundin Juli nervt. Da schmachtet er ihr ständig hinterher, geht dann aber mit anderen Frauen ins Bett, lässt Nutten kommen etc. Völlig daneben. Und: Das Buch ist definitiv zu lang. Man erfährt etliches über Land und Leute. Es erschöpft sich aber halt im Laufe des Buches streckenweise im immergleichen. Ein gutes Lektorat hätte eingegriffen und das ganze stringenter gestaltet. Bei aller Aufgeschlossenheit für andere Länder und Kulturen. Der 100. Tempel/Pagode geht dann halt doch an mir vorbei. Ab 2/3 des Buches wird das Lesen fast zu einer ähnlichen Qual wie die Wanderung selbst. Immer wieder trifft der bärtige Wanderer aus dem Abendland auf eine Schar begeisterter Kinder, die ihn neugierig umringen… Kann man wahlweise auch durch einen weisen Alten ersetzen. So in etwa lautet der redundante Modus leider recht häufig. Der musikbezogene Bonus – 26-Jähriger hört Urban Waste, feinen 80er Jahre old school HC und unterlegt Video mit dem besten Indie-Popsong des Planeten, L’aventurier von Indochine, oder zumindest in einer brauchbaren Coverversion, echt sehr erstaunlich – war leider schnell aufgebraucht. Hmmh, wie gesagt, das Buch ist so ganz gut lesbar. Fängt gut an, verödet dann allerdings etwas, was aber nicht heißt, dass es nicht auch viele guten Momente hat. Trägt aber halt nicht über die gesamte Strecke. Allerdings: Ich habe mich dann doch gefreut, dass ich durchgehalten habe. Das Ende mit all seiner Tragik (oder auch nicht) ist dann doch wieder interessant/berührend. Wobei die Nr. mit den "free hugs" (nenne ich mal so) mit den niederländisch-Afghanen dann doch wiederum reichlich bizarr ist. Erstaunlich ist ferner die perfekte Marketing-Maschinerie – eben mit Blog, youtube-Videos und professionellen Schnitten/Fotos etc. Aber gut, darf man wohl erwarten, wenn man an der Filmhochschule in Beijing am Start war. In jedem Fall: Der Autor wird seinen Weg gehen (im wahrsten Sinne..). Wer chinesisch beherrscht, Land und Gebräuche bestens kennt, schreiben kann, Filmprofi ist, für chin. Tageszeitungen schreibt – und das in diesem Alter - dem stehen in der (Medien)-Welt offensichtlich Tür und Tor offen… Und das Buch schein sich ja offensichtlich bestens zu verkaufen (2. Auflage innerhalb von 4 Monaten?). Das sei ihm für die außergewöhnliche physische aber vor allem mentale Leistung auch gegönnt.
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am 31. Dezember 2014
Jeder Autor schreibt, wie er die Dinge sieht. Und ein Reisender reist, wie er es möchte. All das kann man eigentlich nicht kritisieren.
Der Leser wiederum hat eine eigene, persönliche Sicht, und nur als solche möchte ich meine Anmerkungen verstanden wissen.
Ich kaufte das Buch, weil ich dachte, auf einem langen Fußmarsch durch China würden sich dem Chinesisch sprechenden Autor Land und Menschen erschließen, vielleicht zu seiner Bereicherung beitragen und zu neuen Erkenntnissen führen.
Diese Hoffnung wurde leider enttäuscht. Das Geschehen um ihn herum erschien merkwürdig blass. Ich hatte den Eindruck, dass es dem Autor in erster Linie darum ging, seinen Plan des Gehens in Gestalt umzusetzen und es nach außen hin zu dokumentieren. Ich sehe die Bestätigung dieses Eindrucks im letzten Kapitel, das offenbar der vorherigen Ausgabe angefügt wurde: Vier Jahre nach der Reise, nach Veröffentlichung des Buches in China, findet in einem Pekinger Buchladen eine Veranstaltung unter dem Motto "China aus der Sicht eines Deutschen" statt, bei der er gebeten wird, einige Worte zu sagen.
Zitat :"Nur was? Ich spreche davon, was für ein schönes Gefühl es ist, wenn man im Flughafen eingecheckt hat und auf das Boarding wartet. Ein Großteil des eigenen Besitzes ist dann in den Händen anderer Leute, und auch die eigene Zeit wird von anderen Leuten bestimmt, und eigentlich kann man nur noch eines tun: im Transitbereich herumlungern und irgendwelche Dinge konsumieren. Man muss sich zwar benehmen, aber dafür ist alles schön sauber, und man weiß: Allen anderen Reisenden geht es genauso."
Oha!
Wenn der Autor selbst nicht mehr aus dieser Reise gezogen hat, wie soll es dann der Leser tun?
Als langjährige Bergwanderin und Wanderpaddlerin in unbewohnten nordischen Landschaften habe ich mich darüber gewundert, dass er eine so lange Fußwanderung mit unerprobten und offensichtlich schlechten Wanderschuhen antritt, dass er 30 Kilo Gepäck mit sich schleppt, obwohl er beinahe jeden Abend Ortschaften erreicht und dass er seinen Bruder die Wüste mit einem Fahrrad durchqueren lässt, ohne Reparaturmaterial dabei zu haben.
Zwei Punkte erhält er für die Ehrlichkeit, seine Schwächen zu zeigen. Schwächen, die ich auch in der Beziehung zu seiner Freundin sehe.
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am 21. März 2015
20. März 2015

Buchkritik: „ the longest way“ 4646 km zu Fuß durch China
Autor: Christoph Rehage
Das Buch hat mich enttäuscht!!!!!
Es ist sicherlich eine beachtenswerte körperliche und psychische Höchst-Leistung quer durch China zu marschieren.
Der Autor gibt es selber zu: er möchte etwas erleben.
Er hat auf seiner Reise naturgemäß viel erlebt, wobei ich der Meinung bin, daß die positiven Erlebnisse überwogen haben. Der Autor hat Tagebuch geschrieben und photographische Tagebuchaufzeichnungen gemacht. Das ist bei einer so ungewöhnlichen Reise fast selbstverständlich, einfach um alle Eindrücke immerzu abrufbereit zu halten.
Die Beschreibungen der Tempel, die sich am Weg befinden gleichen der Beschreibung aus einem Reiseführer. Die kurz eingeblendeten Geschichten aus der Zeit der alten chinesischen Dynastien lockern den etwas trockenen Schreibstil etwas auf.
Was ich vermißt habe sind persönliche Gespräche mit den Menschen, die dem Autor am Weg begegnet sind. Sie tauchen wie die Sternschnuppen auf, um dann schnell wieder zu vergehen.
Das hat mich enttäuscht, weil ich hoffte mehr zu erfahren, wie die alten Chinesen , und vor allem die Menschen der Volksminderheiten ,Mao Tse Tungs Kulturrevolution und den Terror der roten Garden überlebt haben. Aus meiner eigenen China Erfahrung weiß ich, daß die Generation, die am allermeisten unter diesem Terrorregime gelitten hat , sehr zurückhaltend ist, was das Preisgeben ihres persönliche Schicksals betrifft. Oder aber dieser schwarze Teil der Geschichte wird so erfolgreich verdrängt wie z.B. die Mitgliedschaft bei der STASI während der DDR Zeiten.
Der Autor beschreibt mehr oder minder einen Weg von A nach B , obwohl es ein besonderer Weg war.
Auch erfährt man fast nichts über seine eigenen Familie. Mit einem einzigen Satz wurde erwähnt, daß seine Mutter bereits gestorben ist ( in dem der Autor ihr Grab in Deutschland besucht) und wieso er seinen leiblichen Vater nie kennengelernt hat, erfahren wie auch nicht.
Gut: das ist Privatsache. Ich nehme an, daß der Autor dieses Buch nur für sich oder für seine Freunde geschrieben hat. Das ist auch O.K. aber für einen „ gemeinen Leser“ , der das Buch kauft, ist es auf die Dauer langweilig.
Man erfährt auch nicht, was den Autor bewogen hat chinesisch zu studieren und wie er nach China gekommen ist ... mit Stipendium?? Zu einer Privatuniversität?? Oder einer öffentlichen Universität??
Die chinesische Freundin , mit welcher der Autor während seiner langen Wanderung telephoniert , schien mir als „ irreales Wunschbild“. Sie lacht zwar immer während der Telephonate, aber ich hatte den Eindruck, daß sie NIE mit Herz und Seele ihren deutschen Freund durch China begleitete.
Die einzigen Personen, die ein reelles menschlichen Profil haben ,sind die chinesischen Eltern der „ telephonierenden Fata Morgana“. Ihre Argumente kann man sehr gut verstehen. Sie wollen ihre Tochter, der sie immerhin ein Studium an der Beijinger Universität bezahlten UND ihr zusätzlich einen Studienaufenthalt in Deutschland ermöglichten, nicht an „ so einen Windhund“ vergeben.
Ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich selber in der Wüste Gobi war und ich war vor allem an der Geographie , wie auch an der Geschichte interessiert.
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am 19. Juli 2012
An seinem 26. Geburtstag bricht Christoph Rehage zu einer ungeheuerlichen Wanderung auf: von seiner Studentenwohnung in Beijing aus soll es durch ganz China und Mittelasien bis ins heimatliche Bad Nenndorf gehen. Mit dreißig Kilo auf dem Rücken macht er sich auf dem Weg ' jeden einzelnen Meter will er dabei zu Fuß zurücklegen. Regelmäßig berichtet er auf seinem Blog über seine Reise. Seinen preisgekrönten Timelapse-Kurzfilm 'The longest way', den er auf Youtube hochläd, sehen sich über 2 Millionen Menschen an. Was er unterwegs erlebt hat und warum er seine Reise nach 4646 Kilometern abbrach, erzählt er in diesem Buch.

Meine Meinung:

Ich habe Christoph Rehages Reisebericht aus purer Neugierde zur Hand genommen; das großartige Video, das seine Reise so populär gemacht hat, habe ich erst danach entdeckt. Ich bin nicht sicher, was ich erwartet habe von einem jungen Typen, der einfach so losläuft, allein, ein Jahr lang, durch ein Land wie China. Aber ich hätte bestimmt nicht gerechnet mit dieser Flut von Eindrücken, die Rehage heraufbeschwört, seinen Begegnungen mit den interessantesten Charakteren und den außergewöhnlichen Freundschaften, die er schließt.

Am Wegesrand findet er Geschichten vom alten und vom neuen China, einem Land, dass von Jahrtausende alten Kaiserreichen, wüsten Kriegszügen, der Großen Mauer, Tschingis Khan, Mao, Kommunismus, Kulturrevoltion und Wiederaufbau erzählt. Er läuft mit offenen Augen durch die Welt und findet immer wieder das Besondere im Alltäglichen. Da er fließend Chinesisch spricht, kommt er mit der Landbevölkerung ebenso ins Gespräch wie mit den Städtern. Er trifft andere Reisende, Geschäftsleute und Wanderarbeiter, Schulkinder, Mönche, Bauern, Postituierte und Wahrsager.

Rehage beschreibt das alles elegant und nüchtern, voller Klarheit und doch getragen von einer ganz eigenen Poesie, angereichert mit einer Fülle von Wissenswertem über chinesische Geschichte, Kultur, Religion und Mythologie, denn er hat neben Kameraführung auch Sinologie studiert. Alles ist so organisch in die Schilderung seiner Erlebnisse hineingewebt, dass es sich liest wie aus einem Guss. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Bericht über eine zwölfmonatige Wanderung, die streckenweise immer wieder auch beschwerlich und eintönig wurde, kein einzige Mal ermüdend zu lesen ist. Ich habe 'The longest way' in einem Rutsch gelesen, geradezu verschlungen. Und am Ende sogar ein bisschen geweint.

Fazit:

'The longest way' hat mich mitgerissen und immer wieder erstaunt. Ein absoluter Pageturner, der sich mit seiner erzählerischen Kraft wie ein Abenteuerroman liest. Ganz klar eines meiner Lesehighlights in diesem Jahr und eine absolute Empfehlung! Ich bin so begeistert, dass ich mir nach einiger Überlegung auch den großartigen Bildband zur Reise gekauft habe.

Also: lest dieses wunderbare Buch und schaut euch auch unbedingt Christoph Rehages Kurzfilm an.
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am 4. Januar 2015
Ich finde das Buch sehr gut geschrieben, es hat sich leicht lesen lassen, so dass ich es über Weihnachten durch hatte. Allerdings wurde es gegen Ende hin etwas zäh, der Part mit seinem Bruder gehört zwar irgendwie mit zur Reise, aber war jetzt nicht sooo interessant (war mehr so ein Fun-Urlaub denke ich, mit viel Filme gucken im Hotel usw.), ebenso das letzte Kapitel "Der Salon", quasi als Abschluss des ganzen Projekts war nicht so interessant. Aber das ist geschmackssache.
Auf jeden Fall hat mir das Buch ein paar neue Einblicke in die chinesische Welt gegeben. Interessant fand ich vor allem der immer wieder hergestellte Bezug zur Vergangenheit und was die Chinesen selbst davon hielten. Auch wie man Zugang zu den Menschen bekommt, wenn man deren Sprache spricht, war sehr interessant.
Über seine menschlichen Schwächen muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Zum einem finde ich es mutig das im Buch mit zu erwähnen, andererseits... na ja, eben nicht so toll, so in Richtung etwas mehr Selbstdisziplin und so.
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