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am 10. Januar 2010
Alexandra Harney beschreibt in für Nicht-Muttersprachler leicht lesbarem Englisch verschiedene Faktoren, die auf den sogenannten "Chinapreis", welcher weltweit in veränderten Konkurrenzsituationen zu spüren ist, einwirken. Sie fokussiert sich dabei auf die Boom-Provinz Guangdong und der Stadt Shenzhen, die in sehr kurzer Zeit eine Entwicklung vom Fischerdorf zur Boom-Metropole durchlief. Sehr vorteilhaft an diesem Buch ist die Fülle von persönlichen Geschichten und Interviews mit persönlich Betroffenen wie bspw. den Wanderarbeitern und den Unternehmern selbst. Man erhält hierdurch einen guten Einblick in die Mentalität und den Arbeitsethos vieler Chinesen. Vor allem die extreme Flexibilität und Risikobereitschaft vieler Chinesen kommt hier im wieder ins Gespräch.

In den letzten Jahren stehen mittlerweile auch viele chinesische Unternehmen selbst unter enormen Kostendruck, da einerseits es für eine Produktvariante bis zu 200 einheimische Konkurrenten in geografischer Nähe geben kann, andererseits die Anforderungen hinsichtlich weiterer Reduzierungen der Verkaufspreise seitens der Einkaufsabteilungen ausländischer Unternehmen nicht aufhören, gestellt zu werden. Können die Anforderungen seitens der chinesischen Unternehmen nicht erfüllt werden, wird gem. der passiven Lohnveredelung in Ländern wie Vietnam, Pakistan, Kambodscha, etc. "gesourced". Diese Entwicklung muss auf die naive Kurzsichtigkeit vieler Einkäufer zurückgeführt werden. Ein weiterer, teilweise sehr gefährlicher, Faktor dieser Entwicklung ist das absichtliche Verringern der Qualität, z.B. durch Einsatz verminderten Materials, etc., um letztendlich als chin. Unternehmen doch noch Aufträge zu ergattern und den gewünschten "Chinapreis" einhalten zu können. Nachdem die "guten" Erstmuster begutachtet worden und die Freigabe für die Serienproduktion erteilt wurde, sind der Fantasie diesbezüglich keine Grenzen gesetzt, was entsprechende Publikationen in regelmäßigen Zeitabständen verdeutlichen. Den Schuldigen hier jedoch nur bei den ausführenden unzuverlässigen chin. Unternehmen zu sehen, greift viel zu kurz. Letztendlich ist es auch der ausländische Konsument, der stets gierig auf der Suche nach neuen Schnäppchen ist.

Sehr interessant ist das Kapitel über die Audits, die immer mehr seitens sogenannter "Consulting"-Firmen auf Druck von ausländischen Firmen in China bei den ausführenden chin. Unternehmen durchgeführt werden, damit die arbeitsrechtlichen Standards eingehalten werden. In diesem Kontext tritt jedoch ein systemimmanenter Konflikt zwischen den Einkaufsabteilungen der Aufraggeber und deren "Corporate Social Responsibility"-Abteilungen auf, welcher nur "gepflegt", jedoch nicht gelöst werden kann. So kann ein chin. Unternehmen, welches die arbeitsrechlichen Standards, wie Bezahlung des Mindestlohn, Einhaltung der Maximalarbeitszeit, etc.
einhält, nicht den gewünschten "China-Preis" einhalten, wohingegen ein chin. Unternehmen, welches den Wunschpreis anbieten kann, nicht im entferntesten Sinne die arbeitsrechtlichen Normen einhalten kann. So ist dann auch bei auditierenden Firmen, den zu auditierenden Firmen und bei den Regierungen und Verbänden allgemein bekannt, dass es neben den echten Firmen, die auditiert werden, auch noch Schattenfirmen gibt, die niemals auditiert werden, von den echten Firmen mit Aufträgen versorgt werden und von aussen gar nicht als Produktionsfirma erkennbar sind. Die schlimmen Verhältnisse in den Schattenfirmen können nur erahnt werden, obwohl es Harney gelang, auch hier mit Hilfe von Mittelsmännern einen aufgrund der Gefährlichkeit dieses Abenteuers leider nur kurzen Einblick zu bekommen.

Kurzum, Harney gelang es ein spannendes und informatives Buch zu schreiben und ich hoffe, dass ein weiteres folgen wird.
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