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am 17. November 2013
Die anderen Rezensenten haben ja schon sehr schön beschrieben, was der Leser sich von dem Buch erwarten darf. Ich möchte hervorheben, welche enorme Leistung in diesem Buch steckt.

Es gab bis zum Erscheinen der englichen Ausgabe kein Buch, das für Tango-Tänzer das Wissen über diejenigen Orchester, die das Repertoire einer Milonga bilden, zusammenfasst. Nicht einmal in Argentinien. Was es gab, waren Biographien und Anekdoten-Sammlungen, wo es um die Personen ging, aber kein Zugang zur Musik eröffnet wurde. Michael Lavocah's Buch ist einzigartig darin, dass es die historischen Fakten zusammen mit einer Besprechung und systematischen Darstellung der Musik der jeweiligen Orchester präsentiert. Und zwar so, dass man zusammen mit den Hörbeispielen, die jedem aktiven Tangotänzer vertraut sind, sehr lebendig die Besonderheiten des Tangos überhaupt und der jeweiligen Orchester erfährt.

Ich bin seit 10 Jahren Tango-DJ und halte seit 8 Jahren in lockerer Folge Seminare über Tango-Musik unter dem Titel "Zuhören und Kennenlernen". Für jedes Seminar habe ich intensiv in den versteuten und versteckten Quellen recherchiert, die präsentierten Stücke viele Male angehört und analysiert. Ich weiß sehr gut, wie viel Arbeit in der Präsentation der 22 Orchester steckt, und bewundere die lebendige, unterhaltsame und äußerst informative Darstellung, die Michael Lavocah gelungen ist.

Übrigens sind auch seine Vorträge hinreißend.
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am 3. November 2013
Da es schon einige ausführliche Rezensionen gibt, hier zunächst eine Zusammenfassung in Stichworten: Michael Lavocah beschreibt die Musik und die Tango-Orchester der Época de Oro. Das Buch hat eine ganz hohe Qualität, ist wunderbar unterhaltsam aufgeschrieben, und ganz nah dran an genau der Musik, die wir als Tänzer so lieben. Die Übersetzung ist erstklassig.

Darüberhinaus gibt es die besprochene Musik als Playlist auf Spotify (ebenfalls sehr gut gemacht) - d.h. das Ganze ist nicht nur zum Lesen da, sondern auch wirklich zum Hören! Zusammen mit der zum Buch gehörenden schönen Homepage eine geniale Kombination.

Das Wunderbare an dem Buch ist die Kombination von qualitativ hochwertigen Informationen, den persönlichen Bewertungen der einzelnen Epochen und Sänger eines Orchesters (darüber möchte man ständig mit dem Author diskutieren) und den wunderbaren kleinen und großen Geschichten, die für uns die ganze Epoche so richtig lebendig werden lassen. An ein paar Stellen bin ich anderer Meinung als der Author - aber das ist ja auch gut so.

Vielleicht ist das Kostbarste, dass man beim Lesen nicht distanziert bleibt, sondern das Gefühl hat, mitten drin in dieser goldenen Zeit zu sein. Nach mehr als 8 intensiven Tango-Jahren als Tänzer und DJ war ich nach dem Lesen des Buchs wieder völlig angefixt, habe direkt einige neue CDs bestellt und im Internet nach weiteren Infos gesucht. Was gibt es Schöneres! Ein großes Dankeschön an Michael Lavocah.
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am 22. Oktober 2013
Michael Lavocahs Idee ist es, über die Tangomusik der Goldenen Epoche für TänzerInnen des Tango Argentino zu schreiben. Seine Intention ist auf die Tanzfläche gerichtet - und sie kommt dort auch an, weil er vermittelt über seine Homepage [...] über den Streamingdienst spotify seine Hörempfehlungen verfügbar macht. Ein Buch also, das die Gedanken beflügelt, weil es das Ohr und die Fantasie benutzt, Wissen vermittelt und Vergnügen bereitet. Eben ein Kunstführer in die Güte, Eigenheiten und Geschichte der wichtigsten argentinischen Tangoorchester zwischen den Zwanzigern und Vierzigern des letzten Jahrhunderts.

Gegliedert ist das Buch in fünf Teile mit 29 Abschnitten, davon handeln 26 von den Orchestern, ihren Musikern, Sängern und ihren Leitern und besonders ihren Stilen. Es ist ein besonderes Hören-Lern-Buch, das einzelne Titel beschreibt und erklärt, oft vermittelt über Geschichten und Anekdoten. Akademisch? Nein, es ist Unterhaltung und Bereicherung, denn ausgeprägtes Fachwissen ist vermittelt über einen lockeren Erzählstil, der den Leser einnimmt und wie eine Umarmung im Tango umfängt.

Lesbar ist es immer, am Stück auf dem Sofa, stückweise -auch springend- unter Bezug auf die Musik, die der Tangofreund, die Tangofreundin, gerade hört. Gerade darin finde ich einen besonderen Genuss, der immer wieder mit einem kleinen oder großen Aha verbunden ist. Eingestreut sind kurze Abschnitte zu speziellen Themen wie zum besonderen Rhythmus des Tango im "2*4" oder Tangos, die Geschichte geschrieben haben. Jeder Abschnitt zu einem Orchester endet mit einer diskografischen Empfehlung, oft auch mit einer Diskografie.

Empfehlung? Unbedingt für Freunde des Tango Argentino und solche, die es werden wollen oder könnten, wenn sich ihnen die Musik erschließt.
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am 28. Januar 2014
Dieses Buch kann ich jedem Tangobegeisterten wärmstens empfehlen: Michael Lavocah öffnet ein Füllhorn an Wissen rund um den Tango, stellt die wichtigen Orchester der Goldenen Ära vor und leitet an, sie am Klang zu erkennen. Die meisten der Hörempfehlungen, die im Text genannt werden, kann man im Internet hören, so dass die Lektüre keine Theorie bleibt. Trockene Theorie sowieso nicht, denn der Autor versteht es meisterhaft, zu erzählen und würzt seine Orchestervorstellungen mit etlichen Anekdoten und netten Nebensächlichkeiten. Dadurch ist das ganze ausgesprochen gut lesbar, und obendrein sind ein paar kleinere Ungenauigkeiten der englischen Originalversion - die ebenfalls sehr gut lesbar ist - sind in der Übersetzung bereinigt.

Dass der Tango hier aus der Sicht eines Tänzers und DJs beschrieben wird, schadet sicher auch nicht.

Die Ausstattung des Buchs ist sehr solide, ein hochqualitativer Einband, ein wunderschöner Schutzeinband und ein angenehm zu lesender Satz machen es eine Freude, das Buch in der Hand zu halten.
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am 29. Januar 2014
Ich kann mich voll und ganz den anderen Rezensionen anschließen: Es handelt sich hier um ein Buch, das eine große Lücke schließt. Es ist kompakt und sehr verständlich dargestellt, was ein Tanguero für ein genüssliches Tanzvergnügen braucht und was Tango- DJs beflügelt. Nicht zu vergessen, die glücklichen Tangueras, die es sehr schätzen, wenn man was von Musik versteht und dementsprechend inspiriert, zur Musik und nicht gegen sie tanzt. Also nicht nur ein Buch, um die Musik zu verstehen, sondern das Gelernte kreativ in die Kommunikation im Paar einzubringen und direkt umzusetzen...
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am 24. Oktober 2013
... als Tangotänzer und Tango-DJ, der ich bin, sowieso. Die englischsprachige Originalausgabe bereitete mir einige erhellende Erlebnisse, die deutsche Ausgabe wurde noch mal um etliche Informationen und Anekdoten ergänzt.

Über den Tango gibt es ja etliches an Literatur. Die meisten sind bemüht, das ganze Bild zu zeichnen, von den Anfängen über Carlos Gardel bis Astor Piazzolla, da bleiben Details oft auf der Strecke. Bei diesem Buch nun bleiben die beiden erwähnten Protagonisten außen vor, denn es beschränkt sich auf jene tanzbare Tangomusik, die heute überwiegend auf den Milongas (Tangotanzveranstaltungen) gespielt wird: die der Época de Oro de Tango, die (nicht nur) Lavocah von 1935 bis 1955 datiert.

Das Buch ist systematisch aufgebaut, was das Verständnis und die Lesbarkeit erleichtert. Es gliedert sich in fünf Teile. Der erste und der vierte widmen sich den „Großen Vier“, Juan D’Arienzo, Aníbal Troilo, Carlos Di Sarli und Osvaldo Pugliese. Der zweite Teil beschreibt weitere wichtige Orchester, der dritte Teil widmet sich der Zeit der Sextetos um1929 und damit der Vorgeschichte der Época de Oro, der fünfte bringt drei längere Anekdoten.
Jedes Orchester erhält ein eigenes abgeschlossenes Kapitel, in denen Lavocah die jeweiligen Besonderheiten erläutert und mit Beispielen unterlegt. Diese lassen sich auch anhören: als Spotify-Playlists, die über seine Website abrufbar sind. Dazu gibt er Kaufempfehlungen für CDs und Mp3-Alben, die sich auf das beschränken, was leicht über den normalen Online-Handel zu haben ist.

Bei so viel Struktur ließe sich eine recht trockene Lektüre vermuten. Das Gegenteil ist der Fall. Der Autor, selbst Tangotänzer, -lehrer und -DJ, glüht für die Musik und die Epoche, der sie entstammt, streut hier und da Anekdoten ein, die so erhellend wie informativ sind und die Zeit lebendig aufleuchten lassen. Manchmal scheint er fast zu platzen vor Enthusiasmus. Hier schreibt kein abgeklärter Journalist oder nüchterner Historiker, sondern ein Begeisterter im wahrsten (und besten) Sinne des Wortes.

Das heißt auch, dass der Autor des Öfteren aus dem Text heraustritt und sich eine Meinung erlaubt, sprich: das geschriebene Wort nicht als absolute Wahrheit hinstellt, sondern zur Diskussion herausfordert. Gleichwohl sind seine Ausführungen fundiert, oft auch mit Quellenangaben unterfüttert. Und man spürt, er könnte noch viel, viel mehr erzählen. Das einzige, was ich daher dem Buch ernsthaft vorwerfen könnte: dass es nicht doppelt so lang ist.
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am 23. November 2013
Ein sehr schönes und detailreiches Buch für alle, die den Tango lieben und die mehr wissen wollen über die Musik, die Orchester und die Sänger. Die Musikbeispiele sind toll und die CD Kaufempfehlungen wirklich hilfreich. Danke dafür!
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