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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
34
3,6 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 3. Juli 2014
Ich schätze Paul Auster seit mehr als gefühlten zwanzig Jahren, weil er sich, wie kaum ein anderer Autor mit Figuren am Rande der Gesellschaft und mit Literatur auseinandersetzt. Ich mag seine Einsamkeit, auch hier.

Im Zentrum des Romans steht Miles Heller, ein begabter und intelligenter Junge, der sich unerwartet von seiner Familie, einem Verleger und einer Schauspielerin, lossagt und nach sieben Jahren Abwesenheit von Florida nach New York zurückkehrt. Miles findet in einem besetzten Haus im Sunset Park, nahe eines Friedhofs, Unterkunft. Jeder seiner drei jungen Mitbewohner ist im Kampf mit sich selbst und auf der Suche nach Selbstfindung und Halt in der Gesellschaft.

Sunset Park ist ein äußerst vielschichtiges Buch, ein feines Psychogramm verschiedenster Figuren, das Auster uns offenbart und wie gewohnt, nicht ohne Reflexionen zur Literatur und zum Film, hier: "Unsere besten Jahre" von William Whyler aus dem Jahre 1946. Dennoch scheint mir die Geschichte überfrachtet. Dass Miles Trauma – ein vermeintlicher Brudermord belastet sein Gewissen –, sowie das Scheitern aller Figuren – ihre Zerwürfnisse, Fehltritte, Krisen, Ängste (der Verleger wird zum "Dosenmann"), Schicksalsschläge, (selbst die berühmter Footballlegenden), – als Gleichnis für das Scheitern und den Untergang Amerikas herhalten muss, missfällt mir, obwohl auch ich eine Moralistin bin.

"Solange man keine Verletzung davongetragen hat, kann man kein Mann werden." In Sunset Park geht es darum, die Verletzungen des Lebens zu überwinden. Natürlich endet diese wohl realistischste Geschichte Austers nicht wie in einem erfolgsverwöhnten Hollywoodfilm, doch manchmal sollte man auf sein Herz hören oder auf das Herz der Hauptfigur (und das Konstrukt beiseite legen oder darauf vertrauen, dass Wunden auch heilen können). Ich habe mir gewünscht, dass wenigstens Miles nach all den Hoffnungsschimmern und seiner auferlegten Buße nicht an einem Punkt des Scheiterns zurückgelassen wird.

Trotz seiner Düsternis ein lesenswertes Buch, das nachdenklich stimmt.
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am 14. August 2014
Sehr packendes Buch zu einem sehr brisantem Thema. Die Finanzkrise und deren Auswirkungen in den USA wird dem Leser mit einer packenden Story näher gebracht.
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am 21. Juni 2015
Ich schreibe hier eigentlich keine Rezensionen. Die meisten Rezensenten wissen sehr gut, wie sie ein Buch beschreiben, sind selbst Literaten und Kritiker in einem. Nachdem ich doch überwiegend lesen musste, wie langweilig und handlungsarm, aber auch überfrachtet Paul Austers "Sunset Park" auf sie wirkte, war ich tatsächlich unsicher, da meine Einschätzung des Romans ganz anders ausfällt.
Ich fühle mich in diesem Buch zu Hause!
Die Handlung ist schnell umrissen, es ist schlichtweg eine Familiengeschichte.
Keine "normale" Familie, Miles wächst bei seinem Vater auf, der Verleger ist und seiner anfangs nicht präsenten Mutter, Schauspielerin.
Mit seinem Halbbruder entsteht ein Konflikt in der ohnehin ungleichgewichtigen Situation mit der neuen Lebenspartnerin des Vaters, ein Konkurrenzverhalten; der Bruder stirbt bei einem Unfall während eines Streits. Miles fühlt sich dafür verantwortlich und hadert mit sich, zieht sich zurück, bricht sein Semester am College ab, zieht weg, arbeitet in einem Entrümpelungsunternehmen in Florida und ruft für sein "Exil" Unverständnis, Sorge bei den ihm "Nahestehenden" hervor. Sein Vater fängt an nach ihm zu suchen, ihn zu beobachten.
Die Geschichte von Miles wird aus verschiedenen Positionen erzählt und verlässt aber auch oft die Hauptperson, um alle anderen Nebendarsteller mit ihren kruden Lebensläufen zu beleuchten.
Dabei schafft Auster es, jedem Einzelnen in aller Seelenruhe ausreichend Aufmerksamkeit entgegenzubringen, die Protagonisten in einer warmen, ausführlichen Erzählsprache zum Leben zu erwecken, alleine durch den dicht gewebten Wortteppich die eigentlichen Desaster auf ein ertragbares Maß zu legen, Liebeserklärungen durch Wiederholungen dermaßen rührend und wirkungsvoll an mich heranzubringen, Sex und Begehrlichkeiten zu beschreiben, ohne dass es unfreiwillig komisch oder gestelzt daherkommt, menschliche Spielarten so beiläufig und mit Anerkennung zu erzählen und das mit vielen Pausen und ohne Hast, so dass ich manchmal gewillt bin, nochmal zurückzublättern und erneut zu lesen, weil in diesen unaufgeregten Zeilen viel mehr steckt, als nur eine bloße Beschreibung der Verhältnisse. Nämlich die Sehnsucht nach Sprache, Nähe und Ruhepolen. Nach einem Sinn. Nach Erklärungen. Nach Verständnis.
Wie es vielleicht nur jemand verlangt, der schon mal etwas Wichtiges verloren hat. Oder verletzt worden ist.
Als Miles ein minderjähriges Mädchen kennenlernt und sich in sie verliebt, nimmt die Geschichte seinen Lauf, nämlich einen ungewöhnlichen, aber zwangsläufig im Scheitern endenden.
Ein Ende, mit dem ich nicht unglücklich bin, da alles andere nicht folgerichtig gewesen wäre.
Ich habe schon beim "Buch der Illusionen" die Reise ins Innere genossen und stelle auch hier fest, wie sehr es mich trägt und wie ich Paul Austers Sprache und die Sicht der Dinge mag. Einfach ganz nah.
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(Hörbuchfassung)

Die Hauptperson der Handlung ist Miles Heller, inzwischen Ende 20. Er fühlt sich für den Tod seines Stiefbruders verantwortlich, bewahrt aber das Geheimnis der Vorgänge für sich. Er verlässt vor Abschluss seines Studiums Hals über Kopf sein zuhause, als er unfreiwillig ein Gespräch seiner Eltern belauscht, bei dem er nicht gut weg kommt und schlägt sich fortan mit Gelegenheitsjobs durchs Leben. Jetzt hat er aber ein Mädchen kennen gelernt, mit dem er sich eine Zukunft ausmalt. Sie ist jedoch noch minderjährige. Als er von ihrer Schwester deshalb erpresst wird, flieht er wiederum. Er zieht zu seinem Freund Bing nach Brooklyn, in den Sunset Park, ein wenig schmeichelhaften Wohngegend. Dort hat Bing mit drei Frauen ein leerstehendes Haus besetzt. Miles beginnt, alte Fehler wieder gut zu machen, begeht dabei aber neue.....

Es ist schon lange her, dass ich etwas von Paul Auster gelesen habe. Dieses Mal ließ ich mir wieder vorlesen. Die Handlung beginnt in Florida und setzt sich erst im zweiten Teil in New York fort. Wir erfahren nicht nur aus dem Leben von Miles sondern auch kleine Geschichten von den Personen, die mit ihm zu tun haben. Hilfreich ist, dass zu Beginn jeweils die Person genannt wird, um die es im folgenden geht. So ist ein vielschichtiger Roman entstanden, der auch eine breite Themenvielfalt aufweist. So geht es unter anderem um Schuld und Vergebung, Verliebtsein und Hass, Lebenskrise und Lebenschancen.
Die Handlung spielt zwar in Amerika, ließe sich aber zu großen Teilen ebenso gut nach Europa transformieren. Ich konnte mich gut mit der Hauptperson identifizieren.

Burghart Klaußner liest sehr ausdrucksstark. Ihm ist gut zuzuhören. Auf jeden Fall eine Aufwertung des Stoffes.

Es sind 6 CDs im Pappschuber (Seiten der Einschubfächer reißen leider leicht aus). Es handelt sich um eine gekürzte Lesung mit ca. 7 Stunden Hördauer.
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am 27. August 2015
Das war mein erstes Buch von Paul Auster. Ich fand es enttäuschend. Es fing viel versprechend an, mit der Hauptperson Miles Heller, der aus seinem bisherigen Leben geflohen ist. Die Hintergründe dafür zu erfahren, macht neugierig. Aber dann stellt Auster die Leben aller Protagonisten vor, springt von einem zum anderen und wieder zurück, bringt sie aber nicht mit einander in Verbindung. Und so bleiben sie nebeneinander stehen und tragen nichts zum Fortgang der Geschichte bei.

Diese Lebensgeschichten können evtl. New Yorker als Insider-Storys faszinieren.
Aber mir erschloss sich nicht, was an ihnen darüber hinaus relevant sein soll.
Denn Auster greift die Ausgangssituation (Flucht von Miles und die Gründe dafür) nicht mehr groß auf.
Und so wurde mir nach 2/3 des Buches einfach langweilig. Ich begann, quer zu lesen, weil alles aufgesetzt und zusammengestoppelt wirkt und es nicht klar ist, wohin sich das alles entwickelt.

Fast hat man den Eindruck, Auster sei einfach nichts eingefallen. Da reißen die paar blöden Sexszenen und die letzten drei Seiten, auf denen noch ein bisschen Action in die Bude kommt, auch nichts mehr raus, weil das mit der ursprünglichen Story von Miles' Flucht nichts zu tun hat.

Sollte wohl auf Druck des Verlages mal wieder ein Buch - einen typischen Auster, halt - schreiben und das war das Ergebnis. "Rather disappointing..."
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am 12. Dezember 2014
„Sunset Park“ klingt nett, ist aber ein brüchiges Paradies. Die Sonne geht hier für einige Bewohner endgültig unter. Sie müssen ihre Häuser räumen. Ihre Heimat verlassen. Vor dem Hintergrund von Amerikas Immobilienkrise dreht sich die Story um Heimat und vor allem auch um die Hilflosigkeit von Menschen im Angesicht großer Umwälzungen wie Krieg und Krise. Und letztlich geht es auch um den Verlust des amerikanischen Traums. Ausgeträumt.

In einem der leerstehenden Häuser finden 4 junge Menschen eine vorübergehende Bleibe. Hier bündelt der Autor die Plots. Wie Auster seine Helden charakterisiert, wirkt wie akribische Fleißarbeit. Mit dem Ziel, Tiefgang zu erarbeiten, den das Werk leider nicht wirklich erreicht. Es bleibt ein Geflecht zufälliger Verbindungen - jeder ist mit jedem irgendwie verbunden.

Alice arbeitet an ihrer Dissertation und verdient ihr Geld beim Schriftstellerverband PEN. Ihre Tätigkeit wird eingehend gewürdigt. Und ergänzt sich harmonisch mit Morris Heller, dem Vater des Protagonisten. Der ist ja verdienstvoller Verleger, der sich unbekannten Autoren annimmt und das sogar erfolgreich. Alice Dissertation dreht sich mit der Analyse von William Wylers Film "Die besten Jahre unseres Lebens" um die Frage wie Männer nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg sich wieder mit dem normalen Leben arrangieren können.

Sie können es nicht. Sie schweigen. Sie haben Kommunikation verlernt. Die Männer der nächsten Generation reden dagegen zuviel. Sie haben Kommunikation gar nicht erst erlernt.

Der Grund: beide, die alten, wie die jungen Männer, behalten traumatische Erfahrungen als Geheimnis für sich. Miles Heller, der seinen Halbbruder Bobby in einem kleinen Streit auf die Straße schubst, wodurch Bobby tödlich verunglückt, behält sein Mitwirken am Unfall für sich. Es ist sein großes Geheimnis, das erst zum Ende kommuniziert wird. Es wirkt wie eine PS-starke Maschine, die den Helden motiviert, sein Elternhaus 7,5 Jahre zu verlassen. Ähnlich einer Odyssee irrt er durch die Staaten und findet erst in Kalifornien eine minderjährige Sirene, die ihm Halt und Orientierung gibt.

Die Menschen finden nicht, was sie suchen. Liebe, Anerkennung, finanzielle Sicherheit, kleines Glück. Austers Wirklichkeit ist erbarmungslos. Sie zermalmt alles. Ehen zerbrechen, mehrmals. Jobs gehen verloren oder nur unpassende Jobs werden gefunden. Liebhaber betrügen oder stellen sich als falsche Wahl dar. Heimat geht verloren für immer. Sexuelle Orientierung bleibt ein Mysterium. Alles wie im echten Leben.

Was ist nun die message? Was will uns der Meister sagen? Etwas nervig wird die Welt der Intellektuellen, Akademiker und Künstler dargestellt - rein wohlwollend und voller edler Absichten. Das nervt etwas. Oder ist es aus Austers Sicht das einzig wahre Paradies in dem die Sonne niemals untergeht? Und jeder mit jedem durch eine geheimnisvolle Harmonie verwoben ist zu einem großen unverletzlichem Ganzen?
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am 24. Juli 2012
Ich bin ein großer Fan von Paul Auster, aber dieses Werk hat mich sehr enttäuscht. Schon seit einigen Büchern scheint es mir, dass Auster das Interesse daran verloren hat, Geschichten zu erzählen, in Sunset Park treibt er es auf die Spitze.

Eine Handlung hat "Sunset Park" nämlich ohnehin kaum, aber zwischen deren Reste und den Leser drängt sich hier ein penetrant schlauer Erzähler, der schon alles weiß und es dem Leser in etwas gelangweiltem Ton berichtet. Die Ereignisse passieren nicht, sondern sie werden im Nachhinein berichtet, gesprochen wird hauptsächlich in indirekter Rede.

Wie schon in "Unsichtbar" interessieren Auster hauptsächlich die Figuren des Romans, ihre Geschichte und ihre Motive, und so sind die Kapitel konsequent auch nach der jeweiligen Hauptperson benannt.

Dadurch könnte "Sunset Park" trotzdem ein schönes Buch sein, auch Updike hat schließlich ewig lange Betrachtungen des Innenlebens seiner Romanfiguren geschrieben und blieb dabei immer fesselnd. Der Erzähler in "Sunset Park" aber leiert die Geschehnisse herunter, berichtet sie mehr pflichtschuldig als packend oder so, dass man mitfühlen könnte.

300 Seiten lang habe ich mich gefragt, was all das eigentlich soll? Denn wenn schon die einzelnen Schicksale nicht berühren (sollen?), obwohl sie durchaus das Potenzial dazu hätten, dann würde man doch erwarten, dass wenigstens das Zusammentreffen des Hauptcharakters mit den drei wichtigsten Nebenfiguren in einem besetzten Haus Funken schlagen würde, aber auch das passiert nicht.

Erst auf den letzten zehn Seiten überschlagen sich die Ereignisse, plötzlich gewinnt die Handlung Fahrt, und die letzten drei Seiten entschädigen ein bisschen für die Langeweilie vorher, treffen auf einmal einen Nerv, sind nachvollziehbar und anrührend.

Und nur wegen dieser letzten Seiten vergebe ich drei Sterne, nicht nur zwei: Einen muss man ja eh geben, und einen weiteren vergebe ich für die wie immer makellose Sprache Austers.

Aber am Ende habe ich ein paar Stunden meines Lebens einem Buch gewidmet, das mir nicht viel Freude zurückgegeben hat. Ich rate ab, außer um die Auster-Sammlung komplett zu halten.
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Wie hat die Wirtschafts- und Finanzkrise die USA und vor allem das Leben der einfachen Bevölkerung beeinflusst? Wer anders als Paul Auster, der seit knapp drei Jahrzehnten die Rolle des Menschen in einer uns immer mehr und mehr entgleitenden Postmoderne beschreibt, wäre besser für dieses Unternehmen geeignet? Am Beispiel einer handvoll Personen, deren Schicksal auf mehr oder weniger verschlungenen Wegen miteinander verbunden ist, seziert er die Befindlichkeit einer sich im Niedergang befindenden Nation.

Im Zentrum der Handlung steht der Endzwanziger Miles Heller. Er verdient sein Geld damit, in von ihren Besitzern in Eile verlassenen Häusern in Florida für Ordnung zu sorgen, um sie für potentielle Käufer präsentabel zu gestalten. In Krisenzeiten kann er sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen: "In einer zusammenbrechenden Welt, in der wirtschaftlicher Ruin und privates Elend erbarmungslos um sich greifen, ist die Entrümplungsbranche eine der wenigen, die in der Gegend noch florieren" (4). Ein Hauch von Tragik liegt auch über seiner eigenen Lebensgeschichte und der Frage, warum er sich seit sieben Jahren nicht mehr bei seinen Eltern gemeldet hat. Aufgrund privater Probleme sieht sich Miles dazu gezwungen, Florida zu verlassen. Zusammen mit drei anderen Menschen bezieht er in Sunset Park, einer Gegend in seiner alten Heimat Brooklyn, ein leerstehendes Haus.

Die einzelnen Abschnitte werden aus der Perspektive eines jeweiligen Charakters geschildert. Dabei erhalten wir Einblicke in die Lebensgeschichte der einzelnen Personen, was sie in die Zufalls-WG verschlagen hat und wie sie versuchen, mit ihrer Situation klarzukommen und für sich einen Sinn in dieser sinnlosen Welt zu konstruieren. Und völlig auf sich zurückgeworfen entsinnt sich der Mensch darauf, was wirklich zählt und ihn erst zum Menschen macht: "Der menschliche Körper kann nicht ohne andere menschlichen Körper existieren. Der menschliche Körper will berührt werden - nicht nur der kleine menschliche Körper, sondern auch die großen menschlichen Körper. Der menschliche Körper hat Haut" (233).

Fazit: Auch wenn Auster seinen postmodernen Wurzeln immer treu geblieben ist, ist in seinen nach dem 11. September 2001 erschienen Romanen eine Wende hin zum Individuum zu erkennen. Während vorher oft die Geschichte, oftmals verbunden mit mehreren in sich verschachtelten Geschichten, im Vordergrund stand, hat sich der Plot in den vergangenen Jahren immer mehr auf die inneren Empfindungen der Charaktere verlagert. Vielleicht steckt dahinter der Gedanke, dass in einer immer mehr beschleunigten und nicht mehr zu kontrollierenden Welt jeder Mensch verzweifelt versucht, das zu kontrollieren, was ansatzweise noch seiner Kontrolle zu obliegen scheint: Sein eigenes Leben. Und das ist so mitreißend wie eh und je!
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am 30. März 2013
Habe noch nie was von P. Auster gelesen, deshalb kann ich in Bezug auf die anderen Rezensenten, die der Meinung sind, dieses gute Stück bliebe weit hinter seinen letzten Machwerken zurück, nichts beitragen sondern es nur als Erstleser bewerten.

Es beginnt vielversprechend mit der sich anbahnenden Geschichte zwischen dem Portagonisten Miles und seiner späteren Freundin Pilar und dann...ja dann kommt gar nichts. Zumindest nichts, was man nach den ersten paar Kapiteln erwarten würde.

Wäre es doch möglich, daß sich da ganze zwischenmenschliche Abgründe und Tiefen zwischen den Beiden aufbauen (denn nicht nur die Beiden an sich sind interessante Charaktere sondern auch das Wesen ihrer Beziehung), doch dann verfällt das Buch in ein Gesprächs-/Erzählklima, welches in etwa den Gesprächen auf einer Zugfahrt ähnelt. Irgendwie nett und auch nicht ganz uninteressant aber nichts tiefschürfendes. Genauso wie man seinen Nachbarn im Zug kennenlernt, so geschieht dies mit den Charakteren im Buch.

Vielleicht ist das gewollt und vielleicht ist das ein Buch, was einfach zu amerikanisch ist (sehr viel Baseball-Gequatsche und anderes Zeug, was vllt zur Authentizität beitragen soll aber auf Europäer wahrscheinlich einfach nur langweilig - weil zu detailliert americano - wirkt), bzw nur da Sinn macht aber ich dachte am Ende: ja, und jetzt? Das war's? Wo ist die Story? Vielleicht ist alles Occupy und alles auswechselbar, dann macht es vielleicht Sinn aber meiner Meinung geht dem Werk die Tiefe und Schärfe flöten, zu dessen Potential es fähig wäre bzw die nötig wäre.

Wer einfach nur was nettes lesen will auf der Zugfahrt anstelle sich mit seinen Abteilgenossen zu unterhalten kann's sich kaufen. Genauso jeder andere, der nicht viel erwartet. Komplett uninteressant ist es nicht, gerade noch dünn genug, so daß man's lesen kann ohne sich nachher zu ärgern über die dafür aufgewendete Zeit.
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am 24. Juli 2013
Dieses Buch habe ich in wirklich kurzer Zeit gelesen und enttäuscht weggelegt. Viel zu kurz! Alle Figuren haben eine interessante Geschichte und über jede hätte ich mir ein ganzes Buch gewünscht. So bleibt am Ende nur dieser kurze Einblick in das Leben einer Gruppe junger Leute mit Ihren Erwartungen und Enttäuschungen. Dieser kurze Einblick ist so spannend, berührend und kurzweilig, dass man sich nur wünscht mehr über sie zu erfahren. Meine Bitte an den Autor: Bitte das ganze Buch nochmal, aber mindestens 1000 Seiten stark! Ich kann das Buch nur empfehlen. Mit wenigen Sätzen schafft es Auster Geschichten zu skizzieren, die einen nicht mehr los lassen. Sehr passend zur heutigen Zeit auch der deprimierende und fast hoffnugslose Schluß.
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