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am 14. September 2006
Bei den von Viktor Kalinke konzipierten "Studien zu Laozi · Daodejing" handelt es sich um die einzige Ausgabe im deutschsprachigen Raum, die auch den chinesischen Text wiedergibt (orientiert an der Standardversion nach Wang Bi), die ausdrücklich die Mehrdeutigkeiten 'des' Originals sowohl in der Übersetzung als auch im Kommentar berücksichtigt, und die ein Zeichenlexikon mit Konkordanz enthält. In einem sprachkritischen Teil ' 'Tiraden der Vieldeutigkeit' ' werden zahlreiche Lesarten einzelner Passagen diskutiert, der philosophische Kommentar sucht nach Verbindungen zwischen daoistischen Ideen und modernen systemtheoretischen Überlegungen ' eine Fundgrube für Leser und Forscher.

Das Daodejing entstand in einer politischen Wendezeit. Die ältesten Überlieferungen, 1973 in einem Fürstengrab nahe des Dorfes Mawangdui gefunden, stammen etwa aus dem Jahr 200 vor unserer Zeit, als China, bis dahin ein loser Verbund einander um die Vorherrschaft befehdender Fürstentümer, durch den mächtigen Teilstaat Qin vereinigt wurde. Während der Umbruchsperiode, die auch als Zeit der Streitenden Reiche (480'222) bezeichnet wird, blühte die Philosophie. Wandergelehrte wie Kongzi, Mengzi, Xunzi, Liezi und viele andere wollten ihre Auffassung jeweils als 'Strategie' verkaufen, nicht zuletzt um einen Posten an einem der Fürstenhöfe zu erhalten. Während sich die autoritären Lehren des Konfuzius als Staatsideologie durchsetzten, deren Kenntnis von den Beamten gefordert wurde, gehörte Laozi dank seiner vieldeutigen Metaphorik und subversiv-kritischen Aussagen zu den heimlichen Favoriten der gelehrten Beamten. Das Faszinierende des Daodejing besteht in einer einzigartig anmutenden Bündelung kosmischer, seelischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge, die mit Recht als unio mystica bezeichnet werden kann.

Eine neuerliche Herausgabe des Daodejing erscheint angesichts der Vielzahl an Übersetzungen überflüssig. Doch gerade die Einseitigkeit der Texte, der Anspruch, eben eine schlüssige Auslegung des chinesischen Originals vorzulegen, begründet die Unzufriedenheit des Lesers, der verschiedene Versionen miteinander vergleicht. Die hier vorgelegte Variante bemüht sich dagegen, die mehrdeutigen Passagen als mehrdeutig aufzunehmen und die Vielschichtigkeit der sprachlichen Struktur des Daodejing zu erhalten, auch wenn es mit einem Mehr an grammatischer Konstruktion im Deutschen erkauft werden muß.
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