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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
4
4,8 von 5 Sternen
Strukturen der Komplexität: Eine Morphologie des Erkennens und Erklärens
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 6. Juli 2014
Das wahrscheinlich wichtigste Buch von Rupert Riedl. Er nimmt die wichtigsten Gedanken von Big Data vorweg und macht auf die Gefahren der Polymorphie aufmerksam, die uns noch sehr zu schaffen machen wird.
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am 4. Februar 2010
Rupert Riedl ist einer der wenigen, die der Irrationalität unseres heutigen menschlichen Daseins eine rationale Sicht zur Seite stellen, die er - als Biologe - aus der Biologie und der evolutionären Erkenntnistheorie entwickelt. Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und sollte zur Pflichtlektüre aller derer gehören, die den Anschein erwecken, mit Komplexität umgehen zu wollen/können - Politiker, Wissenschaftler (vor allem Gentechniker, Physiker...), Lehrer... Sich durchzuarbeiten und reinzudenken ist Arbeit, aber eine fruchtbare.
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am 26. Februar 2011
Die vorliegende Monographie stellt eine wissenschaftstheoretische Durchdringung der Voraussetzungen, Strukturen, Grenzen und Folgen menschlichen Erkenntnisvermögens dar. Der Autor arbeitet metatheoretisch, bedient sich der Methoden der Morphologie, Systemtheorie, Gestalttheorie und Evolutionären Erkenntnistheorie und orientiert sich am Paradigma der Biologie, weil hier die Schnittstelle liegt, "welche die anorganischen mit den Human- und Sozialwissenschaften wieder verbinden kann,..." (S. 3)

Der Evolutionären Erkenntnistheorie zufolge ist unser Weltbildapparat lediglich ratiomorph, vernunftähnlich, aber adaptiv. Leben existiert, weil es in existentiellen Dingen richtig prognostiziert, und dies erlaubt den Schluß, daß es in der außersubjektiven Welt eine Ordnung gibt. Stets findet ein Alternieren zwischen den Lösungsversuchen durch den Organismus und den Bestätigungen oder Widerlegungen durch das Milieu statt. Komplexität läßt sich nur anhand von Merkmalsbestimmungen erfassen: Ordnung, Historizität, Hierarchie, Polymorphie, innere Systemzustände, Tradierung. Ihre Bedeutung ist absolut. Alles, was aus unserer Umwelt unseren Hunger, Bewegungsdrang oder unsere Zuneigung oder Ästhetik befriedigt, ist komplex.

Erkennen ist 'richtiges Wahrnehmen', lebenserhaltendes Reagieren auf Daten aus der Umwelt. Es reicht von der Reaktion von Molekülen über assoziatives Lernen mittels bedingter Reflexe bis zu ratiomorphen Operationen. Doch gibt es Mängel: Wir können unzulässige Extrapolationen schwer unterdrücken und empfinden einen Widerwillen gegen Phänomene wie 'Emergenz', Phasenübergänge und das Unbegrenzte. Hauptursache hierfür ist unsere Sprache. Bei ihr kommt es auf Kommunikation und Eindeutigkeit an. Exponentielle Entwicklungen (Schachbrettbeispiel) können wir mit ihr nicht erfassen.

Ausgehend von den vier 'causae' des Aristoteles - efficiens (Kraft, Macht), materialis (Material), formalis (Plan) und finalis (Antrieb und Zwecke) erläutert Riedl Erklären und Verstehen. Wir neigen von unserer Anlage her, Gründe und Zwecke zu postulieren, erwarten mit hoher Präferenz lineare, begrenzte, unvernetzte wie unverzweigte, direkte und nichtrekursive Zusammenhänge und neigen dazu, Kausalketten zu verkürzen. Vernetzungen und Folgewirkungen ignorieren wir gerne. Die Hypothese des Zweckvollen ist auf unsere Neigung zu anthropomorphisieren zurückzuführen. Ihre Absurdität wird offenbar, wenn nach dem 'Zweck' einer Person oder Gesellschaft gefragt wird.

Das Paradigma der Evolution hat sich durchgesetzt und mit ihm (1) Die Wahrnehmung der Historizität des Kosmos; (2) Ein mechanistischer Erklärbarkeitsoptimismus; (3) Die Hinnahme von Grenzen unseres Vorstellungsvermögens. Seit der 'Galileischen Revolution' werden Ursachen primär als 'Kraftverwandlung' gedeutet (pragmatischer Reduktionismus, Erklärung 'von unten'). Ihm geht es um das Eingreifen in die Welt und zwar vielfach vor deren zureichendem Verständnis. Oft verschärft er sich zum ontologischen Reduktionismus, für den das, was sich analysieren läßt, schon alles ist. Dahinter verbirgt sich ein Wunsch nach Einflußnahme und Macht. Der idealistische Reduktionismus (Erklärung 'von oben') postulierte im Christentum eine "zweckgerichtete Weltordnung" und pragmatisierte sich in den Sozial- und Kulturwissenschaften zu Weltdeutungen durch aus den Obersystemen wirkende Zweckursachen.

Riedl demonstriert seinen metatheoretischen Ansatz an Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften, veranschaulicht ihn an 110 Graphiken und verfolgt die Bedingtheiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens bis in die kleinsten Verästelungen. Für alle im Wissenschaftsbetrieb Tätigen ist dieses Grundlagenwerk ein 'Muß'. Laien ohne wissenschaftstheoretische Vorbildung werden allerdings Mühe haben, dem auch terminologisch akribischen Argumentationsgang zu folgen. Ihnen ist von der Anschaffung eher abzuraten. Als wertvolle Ergänzung empfehle ich Kurt HÜBNER: "Kritik der wissenschaftlichen Vernunft" (1993, 1978¹)
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am 27. Januar 2001
Was kommt heraus, wenn ein Biologe und Philosoph ein Buch über Komplexität schreibt? In diesem Fall der gelungene Versuch, die zersplitterten Sichtweisen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen (Natur- vs. Geisteswissenschaften) durch die Methoden der Erkenntnistheorie zu einem Ganzen zusammenzufügen. Die vermuteten Zusammenhänge und Differenzen werden theoretisch sauber dargestellt und mit einer Vielzahl von Beispielen anschaulich untermauert. Am Ende des Buches hat man nicht nur eine Ahnung vom jeweils anderen und fremden (in meinem Falle der Geisteswissenschaft), sondern auch das Gefühl des Verstehens.
Vorsicht: dieses Buch fordert/fördert das Denkvermögen des Lesers ungemein und ist nicht als Bettlektüre geeignet.
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