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Mit Staunen und Zittern (detebe) Taschenbuch – 28. Juni 2002

4.0 von 5 Sternen 39 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Atemberaubend. Nothomb, in Frankreich ein literarischer Star, beleuchtet eine Grundsatzfrage: Sie die anderen verrückt oder sie selbst? Ihre Antworten darauf sind ein zweifaches Ja, noch ein Lachen und mehrere zum Brüllen komische wie bemerkenswerte Gedanken. Eine Lektüre mit Lachtränengarantie, von der mehr bleibt als feuchte Taschentücher." (Frankfurter Rundschau)
"Man könnte den Zusammenstoß zweier Kulturen auch als Geschichte von Anpassung oder Auflehnung erzählen und dabei ebenfalls eine gegen den Strich gebürstete Landeskunde einbringen. Doch Amelie Nothomb tut etwas viel Schöneres: Sie mischt aus asiatischer Gelassenheit und westeuropäischer Ironie eine ganz eigene Haltung. Ihre tragikomische Sicht auf den Konflikt zwischen Hierarchie und Menschlichkeit erinnert an Charlie Chaplins Siege über die Obrigkeit." (Sächsische Zeitung) "Ein Buch, das man lieben muß für die elegante Ökonomie der Sprache, für seine rhetorische Intelligenz und dafür, daß es den Leser auf spielerische Art befreit von dem spezifisch europäischen Zwang zur Interpretation." (Literaturen)
"Wieso gilt der Boykott der Männer-Toiletten im 44. Stock eines Tokioter Bürohauses als Akt der Sabotage? Die Antwort hierauf sollten sie nachlesen und sich das Vergnügen gönnen, das feine Zusammenspiel von Masochismus und Sadismus zu verfolgen, dem sich die Belgierin Amelie für ein Jahr freiwillig ausgesetzt hat. Das war, bevor sie eine zu Recht gefeierte Autorin wurde. Seien wir den Japanern dankbar." (Die Woche) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Amélie Nothomb, 1967 in Kobe, Japan, geboren, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten hauptsächlich in Fernost verbracht. Seit ihrer Jugend schreibt sie wie besessen. In Frankreich stürmt sie mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten und erreicht Millionenauflagen. Für ›Mit Staunen und Zittern‹ erhielt sie den Grand Prix de l’Académie française. Amélie Nothomb lebt in Paris und Brüssel.


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Ich habe die französische Fassung gelesen und bin begeistert. Die kulturell bedingten Verhaltensregeln in Japan, gegen die die Ptotagonistin immer wieder durch ihre Unwissenheit verstößt, überraschen und schockieren nicht nur sie selbst, sondern ebenso den Leser. Ihr rasanter Abstieg aus der Buchhaltung zur Klofrau, der in der ersten Hälfte der Lektüre noch unvorstellbar ist, vollzieht sich in der 2. Hälfte zum Erstaunen des Lesers in rasanter Geschwindigkeit. Für Europäer ein echter Kulturschock und unbedingt lesenswert.
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Format: Audio CD
Die Geschichte der Autorin ist autobiographisch. Dieses Jahr in Japan hat die Autorin tatsächlich erlebt und lässt den Leser beziehungsweise Hörer diese Zeit miterleben.
Amelie Nothomb beschränkt all ihre Beschreibungen stets auf ihre Sicht und ihr Unverständnis, bemüht sich auch, das Verhalten ihrer "Gegner" zu erläutern und zu erklären. Dabei ist sie sich nicht zu schade, auch die wirklichen Fehler, die ihr während ihrer Tätigkeit in dem japanischen Konzern unterlaufen sind, zu erläutern. Daraus ergibt sich ein authentisch wirkendes Bild, bei dem nichts geschönt oder allzu überspitzt wirkt, dennoch die Rollen klar verteilt wurden und ebenso von Lesern und Hörern erkannt werden können.
Die Autorin tat sehr gut daran, ihr Privatleben in dieser Zeit nicht Teil der Geschichte werden zu lassen. Tatsächlich spielen sich alle 175 Minuten der Lesung in dem Konzern selbst ab. Dadurch wird das Erzählte umso dichter und man wird an keiner Stelle aus dem Geschehen gerissen. Dies ist so geschickt konstruiert worden, dass man sich aber tatsächlich auch an keiner Stelle fragt, wie Amelie ihre Freizeit verbracht hat, bis sie selbst am Ende des Buches erklärt, warum sie diese Passagen ausgelassen hat.
Die Geschichte ist eine extreme, die trotzdem ein großes Maß an Heiterkeit zu bewirken weiß. Amelie Nothomb begegnet den Ereignissen gelassen und mit einer Gewitztheit, die ihresgleichen sucht, gibt die Suche nach dem richtigen Weg zur Akzeptanz allerdings auch nicht auf. Bis zum letzten Tag versucht sie den Mittelweg zwischen persönlichem Stolz und Anpassungsnotwendigkeit zu beschreiten. Ob es ihr gelingt - sollte jeder Hörer für sich entscheiden.
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Format: Taschenbuch
Habe gestern "Mit Staunen und Zittern" in einem Ruck durchgelesen und dabei Tränen gelacht - allerdings auch Tränen der Verzweiflung, sosehr erinnerte mich das Buch an meine eigenen Erfahrungen bei diversen japanischen Firmen. Die ganze Absurdität und die ganzen Paradoxien, denen ein japanischsprachiger Gaijin in einer japanischen Firma ausgeliefert ist, sind hier sehr gut aufgezeigt und das mit unvergleichlichem Humor. Jedem, der es nicht glauben will, wird geraten sich doch selbst einmal bei "Yumimoto" zu bewerben.
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Von S. R. VINE-PRODUKTTESTER am 17. Februar 2014
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
"Rekapitulieren wir. Als kleines Mädchen wollte ich Gott werden. Sehr bald begriff ich, dass dies zuviel verlangt war, und goss ein wenig Weihwasser in meinen Messwein: Ich würde Jesus werden. Als ich einsah, dass auch dieser Ehrgeiz zu weit ging, fand ich mich damit ab, wenn ich mal groß wäre, Märtyrerin zu werden. Als Erwachsene schwor ich dem Größenwahn ab und beschloss, als Dolmetscherin in einer japanischen Firma zu arbeiten. Leider war das zu hoch für mich; ich musste eine Stufe herabsteigen und Buchhalterin werden. Aber in meinem sozialen Absturz gab es kein Halten, und so wurde ich zur Null herabbefördert. Unglücklicherweise - ich hätte es ahnen können - war die Null immer noch zuviel für mich. Und nun endlich fand ich meine letzte Bestimmung: als Klofrau." (S.111)

Amélie Nothomb beschreibt in dieser ausgesprochen seichten Komödie eine kurze Episode einer belgischen Zeitkraft in einem japanischen Konglomerat. Auch wenn die Ereignisse unterhaltend überzeichnet sind, so liefern sie doch eine anekdotisch zutreffende Beschreibung japanischer Großunternehmen. Das eine oder andere Kapitel habe ich so oder ähnlich jedenfalls auch schon in Japan erlebt. Mit "Staunen und Zittern" zählt durch die ironisch-sarkastische Verklärung dieser gesellschaftlichen Anomalien zu den unterhaltsamsten Werken dieser großen belgischen Autorin.

Es bleibt natürlich die Frage, was die Lehre dieses Werkes ist. Manchmal ist aber Unterhaltung Lehre genug. Lesen!
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Ich rezensiere dieses Buch gemeinsam mit "Die japanische Verlobte", denn das sind sozusagen Schwesterbücher.
Beide beruhen auf Nothombs autobiografischen Erlebnissen in Japan. Vereinfacht könnte man sagen, in "japanische Verlobte" sei die idyllische, in "Staunen und Zittern" die apokalyptische Seite Japans geschildert. Die ambivalente Sicht der Autorin auf ihr heißgeliebtes Nippon offenbahrt sich aber in beiden Büchern.
Neben den faszinierenden, erschreckenden, wunderbaren Einblicken in die japanische Kultur bilden beide Bücher eine Übung in Erlebnisfähighkeit. Die junge Nothomb will erleben, aber es sind nicht die großen Abenteuer, sondern die kleinen Erlebnisse des Alltags, die Sinneseindrücke, ihre große Fähigkeit, aus Einfachem alles herauszuholen durch ihren Assoziationsreichtum und ihre emotionale Offenheit. Ein facettenreiches Innenleben prallt auf eine facettenreiche Kultur, rübergebracht mit dem skurrilen, manchmal fast abseitigen Humor der Protagonistin.
Ein weiteres großes Thema der Bücher ist die Würde, bzw. deren Wahrung. Denn fast allen Figuren in diesen beiden Büchern lässt sie ihre Würde, selbst die chrakterlich miesesten (aus europäischer Sicht) Gestalten werden zwar nicht entschuldigt, aber verstanden. Sie bekommen alle immer noch eine Chance - zumal die Autoirn selbst auch nicht immer moralisch einwandfrei handelt.
Über das Verhältnis von Wahrheit und Dichtung kann man sich bei all dem nicht so ganz sicher sein. Manches mag Nothomb herausgestellt, übertrieben oder fabuliert haben. Aber der Eindruck sowohl des fremden Landes, als auch ihres farbenreichen Innenlebens bleibt stets stark und authentisch.
Zwei tolle Bücher!
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