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am 30. Januar 2008
Peter Nadas ist einer der bekanntesten Schriftsteller Ungarns. Schon in seinen Romanen hat er sich dadurch ausgezeichnet, dass er seine Figuren und deren Innenleben fast gnadenlos ausgeleuchtet hat. Diese sehr kritische Haltung hat ihm zu Zeiten der kommunistischen Diktatur mehr als einmal ein völliges Publikationsverbot eingebracht.

Nun, fast zwei Jahrzehnte nach der "Wende" in den osteuropäischen Ländern leuchtet er mit den in diesem Buch gesammelten Essays die gesellschaftliche und kulturelle Verfassung dieser postkommunistischen Gesellschaften aus. Und seine Kritik ist beißend und scharf:

"Die Bürger der neuen Demokratie im Osten haben den totalen Gedächtnisverlust gewählt. Sie fragen lieber nicht danach, was während der lange dauernden Isolation passiert ist, denn es fiele ihnen schwer, die trostlose Realität ihrer chiffrierten Sprache und paranoiden Rollenspiele mit ihren jetzigen Ansprüchen in Übereinstimmung zu bringen."

In einem Essay mit dem Titel "Parasitäre Systeme", dem dieses Zitat entnommen ist, und das zusammen mit drei weiteren, zum Teil älteren, Essays und einem Interview den Band "Spurensicherung" bildet, redet er "vom geistigen und mentalen Trümmerhaufen, den uns der Kalte Krieg hinterließ." Und das Fazit seiner scharfen und fast bitteren Analyse seiner Gesellschaft ist wenig aufbauend: "Die bipolare Weltsicht samt ihren Riten, Argumentationsstrukturen und ihrer ganzen Lebenslüge ist beiderseitig erhalten geblieben."
Der Autor macht dem Leser und seinen Landsleuten wenig Hoffnung auf eine schnelle Lösung. Menschen, die jahrzehntelanger Dressur unterworfen waren, werden nicht einfach frei, bloß weil das System jetzt einen anderen Namen hat.
Mich hat die Lektüre dieser Essays sehr erinnert an die nichtgeleistete Aufarbeitung zweier deutscher Vergangenheiten. Vielleicht dauert es in den postkommunistischen Ländern ähnlich lange wie in Deutschland, bis der zeitliche Abstand weit genug ist, um die wirklich schmerzhaften Wahrheiten endlich aussprechen zu können, und die Vergangenheit nicht zu verdrängen, sondern zu bearbeiten.
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