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Sprachlügen: Unworte und Neusprech von »Atomruine« bis »zeitnah« Taschenbuch – 13. Dezember 2012
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Wenn eine Regenhose zur »Schutzwaffe« wird, um friedliche Demonstranten als Bedrohung hinzustellen, der Gefahrenbereich zur »Sicherheitszone« mutiert oder der staatlich sanktionierte Mord zur »gezieltenTötung« wird, um sie notwendig und richtig erscheinen zu lassen – dann steckt eine Absicht dahinter: Verschleiern, was das Zeug hält!
Nirgendwo fliegen mehr Worthülsen und Unworte umher als in der Politik und bei öffentlichen Debatten. Kai Biermann und Martin Haase analysieren diese Sprache der Politiker, hinterfragen die verwendeten Begriffe, beleuchten sprachliche Hintergründe oder Wortverdrehungen und entlarven ideologische Implikationen und Manipulationen. Denn viele Worte, die wir als selbstverständlich hinnehmen, sind bei genauerem Hinsehen nichts anderes als dreiste Sprachlügen.
»Was jemand willentlich verbergen will, sei es vor anderen, sei es vor sich selber, auch was er unbewusst in sich trägt: Die Sprache bringt es an den Tag.« Victor Klemperer
- Länge
240
Seiten
- Originalsprache
DE
Deutsch
- HerausgeberFISCHER Taschenbuch
- Erscheinungstermin
2012
Dezember 13
- Abmessungen
12.4 x 1.7 x 18.9
cm
- ISBN-103596194970
- ISBN-13978-3596194971
Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- Herausgeber : FISCHER Taschenbuch; 1. Edition (13. Dezember 2012)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 240 Seiten
- ISBN-10 : 3596194970
- ISBN-13 : 978-3596194971
- Abmessungen : 12.4 x 1.7 x 18.9 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 263,322 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 650 in Fachbücher Linguistik
- Kundenrezensionen:
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Bis zur Seite 206 nehmen die Autoren einzelne Begriffe wie arbeitssuchend, Augenmaß, Aufstocker, Bierdeckelsteuer, Biosprit, Denkverbote, Einstiegslohn, Exzellenzinitiative, Fortschritts- und Integrationsverweigerer, Kaufzurückhaltung, Klimaskeptiker, Leistungsträger, freiwillige Selbstverpflichtung, Sparkurs und Sparpaket, die Forderung nach "Versachlichung" und viele andere unter die Lupe der Sprachanalyse und Sprachkritik.
Auf Seite 145 analysieren die Autoren z. B. den Begriff "Protestwähler". Damit sollen all diejenigen Bürger in unserem Lande diffamiert werden, die ihr demokratisches Recht wahrnehmen, sich für eine andere als eine der regierenden (bzw. sogenannten etablierten) Parteien zu entscheiden, weil ihre berechtigten Interessen nicht mehr durch diese Parteien vertreten werden. Es belegt, was die herrschende Nomenklatura in Deutschland grundsätzlich von den Bürgern bzw. Wählern hält: Nämlich nichts. Denn letztlich ist "jede Entscheidung eine Form des Protestes - gegenüber allen anderen Möglichkeiten". (Biermann/Haase, Seite 146)
Ab Seite 207 bis Seite 232 servieren die Autoren als "Desert" dann abschließend noch eine "politische Grammatik - statt eines Nachwortes". Hier geht es um die "wahren Künstler des Politikersprechs", denn diese "brauchen keine Neuschöpfungen und Umdeutungen, um ihre Absichten zu verschleiern. Sie nutzen ganz normale Wörter und bauen sie so geschickt zusammen, dass der Zuhörer gar nicht merkt, wie er verschaukelt wird" (Biermann/Haase, Seite 207). Untersucht werden unter anderem das "Wulffsche man", das "Guttenberg-Passiv: ein Geständnis abzulegen, ohne zu gestehen", die "Leyen-Leiter", den "Über-Ziercke" und den "Unter-Ziercke". Jedes Wort hat neben seiner (eigentlichen) Bedeutung auch noch eine Nebenbedeutung, die sich aus den Assoziationen ergibt, die andere Menschen mit dem Wort verbinden.
Sprache zeigt die Meinung und Einstellungen der Sprecher. Letztlich ist es kaum möglich, diese zu verhehlen, wenn man eine Botschaft vermitteln will. Das ist wichtig. Denn was soll "Neusprech"? Nun, vor allem wohl den Sprecher zu schützen. "Viele Wörter und Formulierungen haben den Zweck, den oder die Verantwortlichen zu verbergen oder zu verschleiern, dass überhaupt jemand die Verantwortung trägt." (Biermann/Haase, Seite 232). Neusprech soll auch den Raum der Ideen begrenzen, also den Gedanken verhindern, dass es Alternativen zu dem Gesagten gibt (Stichwort: "alternativlos"). Und schließlich soll Neusprech dem Leser bzw. Zuhörer etwas vorgaukeln und so die hässliche Realität akzeptabel machen. "Wer sich jedoch nicht selbst belügen mag und auch nciht belogen werden will, der sollte auf die Worte achten, die seine Gegenüber verwendet.
Eine Seite mit "Neusprech -Literatur"-Hinweisen rundet das Buch ab. Auf ein Stichwortverzeichnis kann man verzichten, da die analysierten Wörter nach dem ABC sortiert sind und die Überschriften zudem farblich abgesetzt sind. Das Buch ist äußerst verständlich geschrieben und empfehlenswert für alle Bürger, denen man in diesem unserem Lande das eigene Denken noch nicht abgewöhnt hat. Der Klügere gibt nach, bis er der Dumme ist.
Bei manchen Beiträgen wird man allerdings stutzig. Im polemischen Überschwang schleichen sich fragwürdige Diagnosen ein. Ein Beispiel: Unter »Handlungsfähigkeit« (S. 80) heißt es, dieser Ausdruck sei ein Pleonasmus, denn: »entweder ist man fähig zu handeln, handelt also – oder eben nicht«. Das ist klarerweise Unfug, denn ein Akteur handelt nicht notwendigerweise, nur weil er prinzipiell handlungsfähig ist. Handlungsfähigkeit ist eine Disposition, die von ihrer Aktualisierung (dem Handeln) zu unterscheiden ist. »Handlungsfähigkeit« und »Handeln« haben also unterschiedliche Gebrauchsregeln und -kontexte. Auch an der von Biermann und Haase kritisierten Aussage, ›jemand beweise seine Handlungsfähigkeit‹ (vermutlich, indem er handelt), ist nicht prinzipiell etwas auszusetzen. Es kann durchaus eine informative Aussage sein. Ein irreführender Gebrauch, den die Autoren offenbar brandmarken wollen, muss also gegen irgendwelche anderen Gelingensbedingungen verstoßen, deren Analyse die Autoren in diesem Fall schuldig bleiben.
Der Titel »Sprachlügen« ist - darin liegt eine gewisse Ironie – seinerseits etwas irreführend. Denn es geht keineswegs immer darum, mit den ›Neusprech‹-Ausdrücken vorsätzlich Unwahrheiten zu verbreiten. Nur das wäre wirklich ein Lügen im buchstäblichen Sinne. Die Autoren verweisen aber auch auf eine ganz andere Krankheit der politischen (und öffentlichen) Sprache. Sie reden vollkommend zutreffend davon, dass das Ziel der Verwendung der untersuchten Ausdrücke oftmals in »Wichtigtuerei«, ›Bedeutsamkeitserschleichung‹ oder diffuser »Irreführung« bestehe. In solchen Fällen geht es nicht um die Verbreitung von Unwahrheiten, sondern eher darum, Äußerungen zu tätigen, die Bedeutsamkeit und Entschiedenheit suggerieren, bei denen man aber bei genauerer Betrachtung gar nicht sagen kann, ob sie überhaupt etwas Wahrheitsfähiges enthalten. Biermann und Haase sprechen dann gerne von »Nebelkerzen«. Das wäre wohl annähernd identisch mit dem, was Harry G. Frankfurt als ›Bulls*****‹ bezeichnet und analysiert hat. Frankfurts Buch ( Bulls*** ) scheint mir eine hervorragende Ergänzungslektüre zum vorliegenden Band.
