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am 27. November 2014
Wenn es überhaupt jemals eine perfekt funktionierende Jazz-Soul-Fusion gegeben haben sollte, dann ist dies Marvin Gaye's Trouble Man in der Grover Washington Jr. Version - die pure funkelnde Eleganz! Soweit das...

....sonst allerdings - scheint beim Einspielen der Aufnahme 1973 einiges schief gelaufen zu sein. Sie gehört in die Reihe der Inner City Blues/Mr. Magic/Feels So Good-Einspielungen, was im Wesentlichen bedeutet, dass hier auf sehr gekonnte, wenn nicht raffinierte Art der aktuelle Soulgroove eines Marvin Gaye mit den Fähigkeiten und Möglichkeitsräumen des Jazz verschmolzen wird. Doch - das geschieht auch hier, doch entweder lief etwas schief im Studio oder die Chose wurde schon völlig falsch aufgesetzt, denn hier stimmt etwas nicht....

....das beginnt bereits mit der Tatsache, dass die CD ursprünglich aus zwei LPs bestand. Man hat die schwächeren Songs daraus eliminiert und das Ganze in Vol. 1 und Vol. 2 aufgeteilt - was immerhin bedeuten würde, dass die stärkeren Songs in Vol. 1 zusammengefasst wurden, nun ja: Trouble Man stehen Aubrey von David Gates, Masterpiece von den Temptations, You Are The Sunshine von Stevie Wonder, Don't Explain von Billie Holiday, Easy Living von keine Ahnung wem und Taurian Matador von Billy Cobham gegenüber. Aus der Zusammensetzung der Songs kann man schon entnehmen "oh, das wird schwer!" - so ist's, das wird schwer. Da will die Süßlichkeit des Stevie Wonder Songs nun irgendwie so gar nicht zu dem überragenden, eleganten und irgendwie doch auch strahlend kalten Trouble Man passen und will sich der Nachtsong Don't Explain stimmungstechnisch gar nicht einfügen und fällt ein rein Schlagtechnik orientierter Titel, Song ist es eh nicht, wie Taurian Matador, völlig aus dem Rahmen. Immerhin schließt er auf geradezu konsequente und abrundende Art und Weise die Aufnahme ab, denn Aubrey als Opener will mit seiner Kinderliedseligkeit auch nicht passen....

....das alles muss bereits im Studio spürbar geworden sein, also zieht man Konsequenzen daraus: sind die Inner City Blues und Mr. Magic Aufnahmen für CTI Verhältnisse wohltuend schlank arrangiert, einfach weil die Songs funktionierten, steht man hier, nachdem die zentralen Intrumentalparts eingespielt sind, wohl vor einer Bauruine.
Was nun folgt, ist reine Spekulation meinerseits: Also was tun? Das Ganze wegwerfen?! Neu einspielen?! Creed Taylor ist es wohl, der auf die "blendende" Idee kommt, das mit Sound und Instrumentenvervielfältigung zu reparieren - und diesen Unjob Bob James auf's Auge drückt, was für den im Wesentlichen bedeutet die Anzahl beiteiligter Musiker und Stimmen um ein Vielfaches zu potenzieren: hier trommeln nun neben den beiden regulären Drummern Idris Muhammad und Billy Cobham - letzterer eh nur auf seinem Taurian Matador - sage und schreibe vier (4) Percussionisten - und das gleichzeitig, das gibt `nen Rhythmusteppich, das flackert, pluckert und wirbelt nur so! Doch damit nicht genung. Da das Ganze vor lauter gestreckten und gedehnten Soli - hier vor allem die beiden Gitarristen Eric Gale und Jay Berliner - weder Volumen noch Konsistenz gewinnen will, füllt man, was fehlt, einfach auf: der sonst in Washington Jr. Aufnahmen eher schmale Bläsersatz wird auf achtzehn (18) ergänzt, einschließlich solcher Größen wie Randy Brecker und Hubert Laws, die hier ausschließlich Satz spielen dürfen! Und da das immer noch nicht ausreicht, um etwas zu erzeugen, das die Aufmerksamkeit der Hörers verdient hätte, kommen neunzehn (19) Streicher dazu, damit die durch den Bläsersatz gewonnene Schärfe wieder glattgeschliffen und in die Breite gezogen wird. Und - jetzt kommt's erst! - da das in den Sätzen immer noch nicht klingen will, werden die durch einen Chor abgerundet: sechs (6) Stimmen, vermutlich auch noch studiotechnisch gedoppelt und verdreifacht, die einfach univoce Ahhhs und Ohhhs absondern....schier unglaublich. Das alles führt dazu, dass ohnehin in ihrer Süße kaum erträgliche Songs wie Aubrey und You Are The Sunshine nun geradezu wie mit Zuckerguss überzogen daherkommen und ein eher auf Rhythmus angelegter Song wie Whitfield's Masterpiece oder ein verhaltener, zurückgenommener Song wie Herzog's Don't Explain kaum noch zu identifizieren sind - immerhin fügt sich dann das Cobham'sche Taurian Matador geradezu nahtlos in diese Reihe mittlerer Unglücke. Das retten auch das wie in allen sonstigen Aufnahmen Struktur gebende E-Piano von Bob James und die Groove injizierende Orgel Richard Tee's nicht mehr und auch nicht die sich auch hier wie silbrige Schlangen windenden Saxophonsoli Wahingtons....

Hätte man eine für damalige Verhältnisse nicht ungewöhnliche LP alleine mit 16 Minuten Trouble Man auf jeder Seite herausgebracht - die Mehrzahl der CTI Einspielungen weist kaum mehr als 30 Minuten aus - wäre es ein geniales Werk für die Ewigkeit geworden, so aber....ehrlich gesagt, keine Ahnung - absolute Ratlosigkeit meinerseits. Eine Aufnahme die tatsächlich alle miesen Vorurteile gegenüber Creed Taylor Produktionen bestätigt. Fünfhundert Sterne für den Trouble Man, für alles andere...nun ja.

PS. Es gibt noch einen zweiten Erklärungsansatz - man wollte tatsächlich den teilweise mehr als problematischen Marvin Gay Trouble Man-Soundtrack kopieren - na, sagen wir nachempfinden: auch hier ragt einzig der Trouble Man Originalsong heraus, ansonsten versagt der nämlich mit identischen Arrangementmustern....das hätte immerhin geklappt.
PPS. Tatsächlich existiert ein Statement Washington's zur Einspielung von 14 Minuten Masterpiece: man wär' halt sehr "together" gewesen und hätte das so vor sich hin improvisiert. Das fand man im Ergebnius so doll, dass man es, anstatt es im Nachgang zu kürzen oder gar von vorneherein durch die Verteilung klar definierter Instrumentalparts zu limitieren, eben Bob James zum bearbeiten übergab....
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Das waren wirklich gute alte Zeiten, was in den 70ern als sogenannte Fusionmusic heraus gebracht wurde, ist bis heute unerreicht. Airto, Randy Brecker, Ron Carter, Hubert Laws, David Friedman, Bill Eaton, Jon Faddis, Billy Cobham, Eric Gale, Idris Muhammad, Richard Tee, das sind alles Namen von Ausnahmemusikern der Jazzszene und die haben alle auf diesem Klassiker von Grover Washington jr. mitgespielt. Und das macht richtig Freude hier zuzuhören, eine einzige Ohrenweide.
Die Stücke "Masterpiece" von Norman Whitfield und bekannt von den Temptations, Marvin Gayes "Trouble Man" und "You Are The Sunshine Of My Life" von Stevie Wonder sind solche Jahrhundert- Versionen mit atemberaubenden Solis, dass man einfach ncht genug davon bekommen kann. Alle aber auch wirklich alle Musiker spielen hier auf einem Niveau, dass einfach Referenzklasse hat. Und allen Songs hat Grover seinen eigenen Stil aufgedrückt, so dass man meinen könnte, sie wären von ihm.
Absolut empfehlenswert!!
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am 4. April 2009
Obwohl nur eine CD ist der Titel Soulbox gerechtfertigt, denn die ursprüngliche Vinyl-Version war ein Doppelalbum. Die sieben Titel bringen es zusammen daher auf eine Laufzeit von circa 66 Minuten.

Das Album wurde vom Keyboarder Bob James mit großer Besetzung produziert.
Beim letzten Titel sitzt Billy Cobham am Schlagzeug. Jazzfans werden mit vielen anderen Namen der Besetzung ebenfalls etwas anfangen können.

Aufgrund der Titelauswahl für Soulfans gleichermaßen geeignet. Auch allen empfohlen, die viel Geld in ihre Audioanlage gesteckt haben und diese mal so richtig ausnutzen möchten.
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am 5. Juni 2014
Jazz auf exzellentzem technischen Niveau, teilweise sehr große Besetzung, die trotzdem an den entscheidenden Stellen extrem abgeht. Seltsamerweise kann meine Tochter dabei super schlafen, im Auto kann ich endlich die Kindermusik ablösen und beim ersten Stück ("Aubrey") ist sie weggedöst, was natürlich auch sehr ruhig und entspannend, fast schon meditativ ist. Meine Frau findet das Sax an vielen Stellen zu dudelig-nervig, schade. Mein Favorit ist "Masterpiece", da sagt der Name alles.
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