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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
2
5,0 von 5 Sternen
Sorcerer
Format: Audio CD|Ändern
Preis:8,80 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 21. Dezember 2010
Socerer ist eine der letzten Einspielungen von Miles, auf der er sich konzeptuell noch dem Bebop verpflichtet sah. Eine weitere Verfeinerung des Zusammenspiels und Intensivierung des Ausdrucks schien in dieser Richtung kaum mehr vorstellbar, und so ging Davis ab 1968 daran, Elemente der Rockmusik und elektronische Klangerzeuger einzubeziehen, woraus dann Jazzrock und Fusion hervorgehen sollten.
Dieses Album gehört, zusammen mit den 3 anderen Studioaufnahmen die der Trompeter mit seinem "zweiten Miles Davis Quintett"(1965-68) veröffentlicht hat (ESP, Miles Smiles, Nefertiti), zu den Sternstunden seiner Karriere. Polyrhythmik, freier Umgang mit Pacing und Time, quartorientierte Harmonik und Melodik, interaktives Spiel...was mit "Kind of Blues" seinen Anfang genommen hatte, wurde hier konsequent zur Vollendung gebracht und ist bis heute richtungweisend geblieben. Leider wurde die Leistung des "zweiten Miles Davis Quintetts" seinerzeit nicht gebührend Kenntnis genommen... die Verkaufszahlen der Platten hielten sich eher in Grenzen.
Während Coltrane, Taylor, Shepp, Sanders u.a. mit atonalen Ekstasen, die radikal mit der bisherigen Jazz-Tradition brachen, beträchtliche Aufmerksamkeit zu erregen wussten, schien der intellektualisierte, grüblerisch-introspektive Sound der Milestruppe, der bei aller Komplexität in der Traditionslinie des Bebop verblieb, nicht eigentlich dem damaligen Zeitgeist zu entsprechen.
Das kompositorische Schaffen hat Miles hier ganz in die Hände seiner Mitmusiker gegeben, eine Verantwortung an der vor allem Wayne Shorter über sich selbst hinaus wächst: seine Stücke bestechen, bei aller klischeefernen Abstraktheit, vor allem durch ihre dunkle Lyrik, von der das ganze Album gefärbt ist.
Stück Nr7 -"Nothing Like You" von und mit dem Sänger Bob Dorough, das schon 1962 aufgenommen wurde -, fällt leider völlig aus dem Rahmen, hat aber aus unerfindlichen Gründen seinen Weg auf dieses Album gefunden. Vielleicht wollte die Plattenfirma damit die Grundstimmung ja ein wenig aufhellen, wer weiß... Die Frau auf dem Cover ist übrigens die Schauspielerin Cicely Tyson, mit der Miles damals ein Techtelmechtel hatte und mit der er von 1981-88 verheiratet war.

Sound: sehr gut, perfekte Balance, gute Räumlichkeit

Track listing

1. "Prince of Darkness" (W. Shorter)
2. "Pee Wee" (T. Williams)
3. "Masqualero" (W. Shorter)
4. "The Sorcerer" (H. Hancock)
5. "Limbo" (W. Shorter)
6. "Vonetta" (W. Shorter)
7. "Nothing Like You" (Bob Dorough) (1962)
8. "Masqualero" alternative Take
9. "Limbo" alternative Take, Los Angeles, mit Buster Wiliams am Bass statt Ron Carter

Lineup

* Miles Davis - Trumpet
* Wayne Shorter - Tenor saxophone
* Herbie Hancock - Piano
* Ron Carter - Double bass
* Tony Williams - drums

Lineup von "Nothing Like You":

* Miles Davis - Trumpet
* Frank Rehak - Trombone
* Wayne Shorter - Tenor saxophone
* Paul Chambers - Double bass
* Jimmy Cobb - drums
* Willie Bobo (William Correa) - bongos
* Bob Dorough - vocals
22 Kommentare| 28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. März 2014
Ich weiß zwar nicht, wie man die Musik von Miles Davis nicht lieben kann, aber jedem das Seine, wie auch immer: für mich - und das ist ja eine private Rezension - gehört das Gesamtwerk von Miles Davis zum musikalischen Weltkulturerbe, weil besser geht in der Musik nicht, stimmt einfach! Miles Davis ist für mich der schwarze Mozart, und ich nehme an, daß sich beide auch im Charisma ähnlich waren.

Da ich ein fan von Sir Davis bin, kann ich nirgendwo eine Kritik anbringen, weil das hieße, sämtliche anderen Künstler in Grund und Boden stampfen, so überlegen find ich die Erscheinung dieses once-in-a-lifetime-Giganten, deshalb bleibe ich dabei: jedes Album von Miles Davis, so es sich um ein HauptwerkProdukt handelt - kann man bedenkenlos kaufen, hat man doch dann die hochwertigste Musik im Archiv, die je geschaffen wurde: als Anreiz dient bei amazon wieder einmal der 3CDsfür15EUR inkl AutoRip & Gratisversand. Da kann man sich die CDSs, auch wenn man schon ewig die LPs besitzt, ruhigen Gewissens dazukaufen
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