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TOP 100 REZENSENTam 27. September 2015
Ich schreibe normalerweise keine Rezensionen (Update 2016, diese Rezension war die zweite Rezension welche ich jemals geschrieben habe, seit dem hab ich jedoch mehrere Rezensionen verfasst). Meist ist es mir das Produkt nicht wert, oder es gibt sowieso schon genug sinnvolle Bewertungen. In diesen Fall ist es für mich anders. Auch wenn die A6000 immer mehr und mehr bekannt wird ist sie weiterhin eher ein Geheimtipp als ein Pflichtkauf für Leute die eine neue APS-C Kamera suchen. Ich will dazu beitragen dass dieser Status sich weiter ändert. Es gibt zwar schon einige gute Reviews, welche meiner Meinung aber immer nur gewisse Teilaspekte abdecken und mir persönlich nicht genug in die Tiefe gehen.

'Über mich

Kurz über mich, damit Sie sich überhaupt ein Bild machen können wieso ich eine kompetente Rezension zu diesen Produkt schreiben kann: Ich bin Medientechnikstudent, Fachbereich Video/Audio. Ich habe somit fast täglich in meinem Studium mit Kameras bzw. der PostProduction von Kameradaten zu tun. Parallel dazu habe ich in meinen Job als Videoassistent mit Kameras(equipment) zu tun welches teilweise im Preisbereich von Mittelklassewagen liegt. Zusätzlich beschäftige ich mich in meiner Freizeit sehr viel mit Fotografie, wobei hier meine Interessen von Motiven sehr breit gefächert sind. Ich verlinke Ihnen meinen Flickr Account im ersten Kommentar (Alle Fotos sind mit der A6000 aufgenommen).

'Warum diese Kamera? Warum umsteigen?

Wohl wie viele unter Ihnen machte ich meine ersten Erfahrungen beim Thema Fotografie mit einer Canon/Nikon DSLR. Ich war die ersten Monate davon sehr angetan und dachte dass der nächst logische Schritt eine Vollformat DSLR sein wird. Jedoch merkte ich nach der anfänglichen Euphorie dass die Kamera immer häufiger zu Hause blieb. Sie war groß, schwer, unpraktisch, und die Freude nahm immer mehr ab.
Da mir jedoch das Hobby prinzipiell Spaß macht entschied ich das Equipment zu wechseln. Ich entschied mich für die A6000. Warum? Dafür gibt es mehrere Gründe.

'Flexibilität

Einer der größten Stärken der A6000 ist ihre Flexibilität. Dieser Vorteil findet meiner Meinung zu selten in Tests Beachtung weil sich die jeweiligen Autoren nur auf Teilaspekte fokussieren.

-Du willst Landschaftsaufnahmen machen aber keinen riesen Body mitschleppen? Kein Problem, hier hast du wohl den momentan besten APS-C Sensor.
-Du willst tolle Videoaufnahmen machen? Kein Problem. Diese Kamera bietet dir einen der momentan effizientesten Codecs (XAVCS) mit einer Bitrate von 50Mbit/sec. Zusätzlich dazu bietet es dir tolle Videofunktionen die du normalerweise nur in richtigen Videokameras findest wie Zebra oder Focus Peaking. Hier können die Canon DSLRs im gleichen Preisbereich nicht ansatzweise mithalten.
-Du besitzt alte Objektive welche du gerne weiterverwenden würdest? Kein Problem. Kauf dir einen entsprechenden Adapter und du kannst deine Objektive als manuelle Objektive weiter verwenden. Ich besitze mehrere Objektive welche älter sind als ich selbst und bestens funktionieren.
-Du willst eine schnelle Bewegung mit Sicherheit einfangen? Kein Problem. Diese Kamera nimmt 11 Bilder pro Sekunde in RAW auf. Wiederum: Canon DSLRs in derselben Preisklasse sind davon weit entfernt.
-Du willst deine Fotos direkt auf dein Handy übertragen? Kein Problem. Per NFC und Wlan ist dies in 10 Sekunden erledigt.
Noch vor ein paar Jahren hätte man für diese Nutzungsszenarien verschiedene Kameras benötigt.

'Bildqualität

Für die meisten wohl, verständlicherweise, der wichtigste Punkt. Kurz gesagt, die Bildqualität ist sehr gut. Diese muss man selbstverständlich in Relation zum Preis sehen, und wie schon oben erwähnt, bekommt man momentan kaum mehr Qualität für diesen Preis. Man bekommt von einer dreimal so teuren Vollformat Kamera ein besseres Bild, jedoch kein dreimal so besseres Bild. Die Unterschiede zwischen den besten APS-C Sensoren und 'billigeren' Vollformatsensor ist in den letzten Jahren kleiner geworden. Ich würde Sie einfach bitten sich selbst ein Bild zu machen und einfach Fotos welche mit dieser Kamera aufgenommen worden sind zu begutachten, jedoch nicht hier auf Amazon. Die Auflösung der Kundenrezensionsbilder ist zu niedrig. Probieren Sie es eher auf einer Plattform wie Flickr.

'Objektive

Natürlich ist das Bild nur so gut wie es das Objektiv zulässt. Und hier die erste Ernüchterung: Das Kitobjektiv ist nur 'OK', und deutet das Potential der Kamera nur an. Somit bleibt einen kaum übrig nicht in weitere Objektive zu investieren. Da ich selbst schon eine größere Objektivsammlung besitze, möchte ich Ihnen gerne für verschiedene Nutzungsszenarien tolle Objektive vorstellen welche der A6000 mehr gerecht werden. Ich werde auch versuchen Objektive verschiedeneren Preissegmente zu empfehlen, da nicht jeder Bereit ist 1k € für ein Objektiv auszugeben.

'Portrait/Street/Wildlife

Sie wollen Autofocus Objektive weil Sie genau diesen einen flüchtigen Moment perfekt einfangen wollen. Hier würde zunächst auf alle Fälle zum SEL-50F18B raten, hier kann man nichts falsch machen. Das klassische 50mm Objektiv mit großer Offenblende. Zusätzlich besitzt es einen Bildschirmstabilisator. Gebraucht findet man das Objektiv schon um 180€. Will man jedoch früher oder später sowieso auf Vollformat umsteigen würde ich auf jeden Fall zum Sony Sonnar T 55mm raten. Dies ist momentan eins der schärfsten Autofocusobjektive das jemals gebaut worden ist. Falls Sie mir nicht glauben können Sie gerne die kompetenten Testtabellen auf dpreview.com kontrollieren. Gleiches gilt für das noch relativ neue 90mm Macro FE Objektiv von Sony.
Abraten würde ich Ihnen vom Pancake 16mm Objektiv. Dieses ist kaum besser als das Kitobjektiv. Im Weitwinkelbereich sind die Sigma Objektive (30mm u. 19mm) eher zum Empfehlen, bieten jedoch keinen Bildschirmstabilisator. Diese sind wiederum nur APS-C Objektive. Wer schon für Vollformat mitdenkt sollte wiederum sein Glück bei Zeiss suchen.
Im Telebereich ist meiner Meinung nach Sony ein bisschen schwächer aufgestellt. Hier hat eigentlich nur die Wahl zwischen dem SEL-55210 (APS-C) und dem Sony E-Mount 70-200mm, welches schon relativ teuer aber sein Geld wert ist.

'Astrophotographie
Großer Weitwinkel und sehr lichtstark sind die idealen Eigenschaften für diesen Bereich. Hier kann ich eigentlich Blind das Walimex 12mm f2.0 Walimex Pro 12 mm 1:2,0 CSC-Weitwinkelobjektiv für Sony E-Mount Objektivbajonett schwarz empfehlen. Für diesen Einsatzbereich wird man kein besseres Objektiv finden für die A6000. Wer wieder an Vollformat denkt kauft das 12mm Objektiv der gleichen Firma Walimex Pro 12mm f/2,8 Fish-Eye Objektiv DSLR für Canon EF Bajonett schwarz

'Makrofotografie
Hier kann man dank der speziellen Eigenschaft von Systemkameras viel Geld sparen. Man kauft sich einfach ein altes gebrauchtes Makroobjektiv. Da man bei Makroaufnahmen eigentlich sowieso nie den Autofocus verwendet vermisst man diesen auch nicht. Die millimeterkleine Schärfeebene setzt man besser per Hand. Ich selbst nutze ein Minolta MD 50mm Macro F3.5 (mit Extension Tube) für meine Makroaufnahmen. Das Objektiv hat mich inklusive Adapter nur 80€ gekostet. Jedoch ist die Bildqualität, obwohl das Objektiv 40 Jahre alt ist, sehr gut und bietet mir einen Abbildungsmaßstab von 1:1. Für ein neues Objektiv mit gleichwertigen Eigenschaften hätte ich ein Vielfaches gezahlt.

'Videography
Eine immer größer werdende Community. Verständlicherweise, immerhin werden DSLRs/Systemkameras für diese Einsatzzweck immer besser. Wie schon weiter oben beschrieben ist die A6000 eine tolle Kamera um in diesen Bereich einzusteigen. Schon alleine der Codec ist in dieser Klasse fast ein Alleinstellungsmerkmal. Aber Halt werden viele von Ihnen jetzt rufen, die A6000 besitzt doch nicht einmal einen Soundinput. Das ist korrekt. Doch wer diesem Bereich auch nur semi-professionell unterwegs ist, benutzt sowieso ein externes Audioaufnahmegerät, völlig egal welche Kamera verwendet wird. Als Objektive für diesen Bereich kann man die VDSLR Serie von Walimex empfehlen. Extrem lichtstark, stufenlose Blende, richtiger Fokusring welcher mit einen Followfocus verwendet werden kann. Wir reden hier also von richtigen Videoobjektiven, und diese kosten z.B. bei Canon locker einmal 2000-3000 euro. Die Exemplare von Walimex jedoch nur knapp ein Zehntel, wobei sie bei den optischen Eigenschaften gleich auf und teilweise sogar besser sind.

'Autofocus

Schon über 1000 Wörter und noch kein Wort über das Autofocussystem verloren. Er funktioniert gut. Die große Abdeckung, immerhin reden wir von 192 Punkten welche in einer Sensorabdeckung von 92% resultieren, ist oft hilfreich. Vor allem in Kombinationen mit der Einstellbaren Gesichtserkennung ist dieses System sehr spannend. Hat man eine Person als Ziel definiert, bleibt diese immer im Fokus, egal wo sie sich im Blickfeld befindet. Das Nachführen empfehlt, man kann sich rein auf die Bildeinstellungen konzentrieren. Der Autofokus ist sogar so schnell dass er innerhalb der einzelnen Bilder während der Serienaufnahme (11fps) neu fokussiert.
Obwohl der Autofocus großartig ist hat mich diese Kamera in den meisten Szenarien trotzdem zu einer manuellen Fokus Person gemacht. Verglichen zu meiner alten Canon DSLR ist es einfach unglaublich leicht manuell sehr präzise und flott den Fokus zu setzen. Das liegt an den Funktionen Focus Peaking und Focus Magnifier. Die erste zeigt dir per roter Rasterung am Bildschrim/Sucher welche Bereiche des Bildes in Focus sind. Die zweite Funktion lässt einen wie mit einer Lupe in das Bild zoomen um den Focus wirklich exakt zu setzen. Dank den selbst programmierbaren Custombuttons kann sich dies jeder so einstellen wie es einen gefällt.

'Konkrete Vorteile

Also welche konkreten Vorteile bietet die A6000 gegenüber vergleichbar teuren DSLRs die ich nun schon erwähnt habe?

-Sie ist kleiner, und handlicher. Wenn man Equipment länger mitschleppt zählt nach einer gewissen Zeit für mich jedes Gramm. Hier muss jeder natürlich selbst abschätzen wie wichtig dieser Punkt ist.
-Die Videofunktionen sind umfangreicher, der Codec ist viel besser. Für mich persönlich ein großes Plus.
-Alte Objektive können problemlos als manuelle Objektive weiter geführt werden. Ebenfalls ein großes Plus für mich, da man sich in speziellen Bereichen, wo Autofocus vernachlässigbar ist, sehr viel Geld spart.
-Tolles Autofocussystem welches fast den kompletten Sensor abdeckt und Funktionen wie Gesichtserkennung bietet
-Elektronischer Sucher: Jaja, ich weiß, manche werden dies eventuell sogar als Nachteil betiteln. Dies kann ich jedoch einfach nicht verstehen. Es erleichtert die Arbeit immens, und sorgt dafür dass die Ausschussrate signifikant niedriger wird. Man sieht halt schon vorher was man produziert. Bei starken Sonnenlicht bietet der EVF auch den riesen Vorteil dass man seine Fotos/Videos vernünftig betrachten kann und nicht über das spiegelnde Display erahnen muss ob das Foto gut geworden ist.
-Nicht zu vergessen die bessere Bildqualität (im Vergleich zu vergleichbaren DSLRs)

'Nur welche Nutzer kann man diese Kamera nun konkret empfehlen?

Wer bloß eine Kamera für ein paar Urlaubsschnappschüsse und Videos sucht schießt hier ein bisschen über das Ziel hinaus. Diese Kamera richtet sich klar an Semiprofessionelle Fotobegeisterte, und ist vor allem für Einsteiger sehr zu empfehlen. Wenn Sie momentan sowieso noch keine Objektive besitzen, und in das Thema Fotografie einsteigen wollen kann ich Ihnen diese Kamera sehr empfehlen. Durch ihre umfangreichen Einsatzmöglichkeiten können Sie sehr viel Erfahrung sammeln, und dank der Möglichkeit alte gebrauchte Objektive billig zu erstehen können Sie die Kosten im Verhältnis zur Qualität sehr niedrig halten. Finden Sie den Preis für den Body für ihr Budget jedoch schon grenzwertig sollten Sie sich eher für ein anderes Modell entscheiden. Weitere Objektive sind unumgänglich wenn Sie wirklich das Potential der Kamera ausnutzen wollen. Auch für Personen die später auf Vollformat umsteigen wollen bzw. später eventuell sogar mit Fotografie/Videografie Geld verdienen wollen kann ich dieses Kamerasystem sehr empfehlen. Sie kaufen sich einfach nur den Body und investieren in Zeiss Objektive für Fotografie und in VDSLR Objektive für Videografie. In den nächsten Jahren werden Systemkameras immer mehr Markdominanz besitzen, dies steht außer Frage. Produkte wie die A7RII zeigen in welche Richtung es gehen wird. Ich kann nur empfehlen als Neueinsteiger auf ein zukunftsorientiertes System einzusteigen.

'In den Kommentaren verlinke ich Ihnen meinen Flickr Account.
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8181 Kommentare| 833 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 100 REZENSENTam 4. Dezember 2014
Seit 2011 fotografiere ich mit Sony DSLMs, angefangen mit einer NEX-5N, die ca. ein Jahr später durch eine NEX-6 ersetzt wurde. Das war, trotz desselben Sensors und gleich bleibender Bildqualität, eine klare Verbesserung (auch wenn die NEX-5N schon sehr gut war), denn den hervorragenden elektronischen Sucher sowie den deutlich schnelleren Hybrid-AF möchte ich seitdem nicht mehr missen. An der NEX-6 gibt es wirklich kaum etwas auszusetzen.

Die NEX-6 kaufte ich mit dem 16-50er Kit-Objektiv. Dieses landete allerdings nach den ersten 100 Aufnahmen schnell dauerhaft im Schrank. Sein Vorteil: Es ist wirklich kompakt. Aber das war's auch schon. Die Bildqualität ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut; sehr weich zum Rand hin, und insbesondere die Verzeichnungen am kurzen Ende sind horrend und lassen sich selbst mit dem passenden DxO-Profil nicht vollständig beseitigen. Ich habe es zwar immer noch, da ich dachte, es doch noch mal zu gebrauchen, wenn es wirklich auf Kompaktheit ankommt, aber in der Praxis wird daraus einfach nichts (bzw. nutze ich dann lieber eine andere Kamera wie meine RX100). Eine Fehlinvestition. Mein Rat, egal ob NEX-6 oder Alpha 6000: Kauft euch lieber nur den Body und dann eine vernünftige Optik dazu, auch wenn's deutlich teurer wird. Ausnahme: Ihr bekommt das Kit sehr günstig und könnt das 16-50 anschließend halbwegs gut verkaufen.

Lange Zeit war das Sony 18-200 (ohne "LE") die Standard-Optik meiner Wahl. Für ein Superzoom ist das wirklich nicht schlecht; sehr scharf im Zentrum, akzeptabel am Rand, schöne Farben und geringe (zumindest beherrschbare) Verzeichnungen. Allmählich wurde es mir jedoch zu groß und schwer, so dass ich es vor einiger Zeit durch das sehr, sehr gute Sony/Zeiss 16-70 (s.a. meine Rezension zu diesem Objektiv) ersetzte. Aus meiner Sicht das ideale Standard-Objektiv für jede NEX und auch die Alpha 6000; scharf bis in die Ecken, mit durchgehend Blende 4 relativ lichtstark, brillante Farben, verzeichnungsarm, mit OSS und von den Proportionen her optimal passend zu einem NEX- oder Alpha 6000-Body. Achtung: Das Zeiss 16-70 gibt es auch im Bundle mit der Alpha 6000; klingt nach Schnäppchen, aber dieses Kit ist derzeit teurer als die Einzelteile.
Die bekannte und eigentlich sehr geschätzte Website "Photozone" hat dieses Objektiv übrigens gnadenlos verrissen. Es ist mir echt ein Rätsel, wie es dazu kommen konnte, denn die Erfahrungen aus meiner Praxis sprechen einfach eine völlig andere Sprache. Ich würde daher jedem Interessenten empfehlen, sich nicht allein auf Tests und Laborergebnisse zu verlassen, sondern diese Optik unbedingt selbst auszuprobieren.

Da ich gern mit leistungsstarken Festbrennweiten (u.a. Sony 50/1,8, Sony/Zeiss 24/1,8, Sigma 19/2,8 und Sony 30/3,5 Macro) arbeite und auch gern mal ein UWW-Zoom (Sony 10-18) verwende, daher häufig Objektive wechsle, kam in letzter Zeit der Wunsch nach einem zweiten Body auf, um sich unterwegs einen Großteil der Objektivwechsel zu ersparen. Gerade in der DSLM-Welt kostet ein zweiter Body ja nicht die Welt und benötigt relativ wenig zusätzlichen Platz in der Fototasche. Dafür gewinnt man eine ganze Menge: Weniger verpasste Fotogelegenheiten, weniger "Bruchgefahr" (ein Objektivwechsel z.B. im Stadtgetümmel ist ja doch immer ein gewisses Risiko), weniger Verschmutzungsgefahr für den Sensor, und einen "Backup" hat man auch gleich immer dabei.
So stellte sich mir die Frage: Noch mal eine NEX-6 anschaffen (identische Bedienung der Bodys hat Vorteile), oder doch besser zur neueren Alpha 6000 greifen (das Neue reizt natürlich schon)? Es wurde dann die Alpha 6000, zumal der Preisunterschied zu einem NEX-6-Body keine 100 Euro beträgt.

Nach einigen hundert Fotos ziehe ich eine Bilanz und vergleiche an einigen Stellen mit der NEX-6:

(++) Bildqualität.

Die Bildqualität der Alpha 6000 ist wirklich große Klasse und mindestens auf einer Höhe mit der NEX-6. Lediglich meine Canon EOS 6D mit passenden Optiken (z.B. dem 70-200/4 L IS USM) übertrifft sie nochmals, aber dieser Vergleich ist schon von der Pixeldichte her unfair (20 MP Vollformat-Sensor gegen 24 MP APS-C-Sensor bedeutet eine beinahe doppelt so große Pixeldichte, respektive nahezu halbe Pixelgröße, bei der Alpha 6000!). Voraussetzung ist aber, dass hochwertige Optiken wie das Sony/Zeiss 16-70 oder gute Festbrennweiten zum Einsatz kommen. Das 16-50er Kit-Zoom ist schon an der NEX-6 nicht das Gelbe vom Ei und passt erst recht nicht wirklich zur noch höher auflösenden Alpha 6000. Die hohe Pixeldichte der Alpha 6000 stellt nun mal extreme Ansprüche an das Auflösungsvermögen eines Objektivs, die die billige Kit-Optik nicht erfüllen kann. Eigentlich unverständlich, warum Sony ein solches Bundle überhaupt anbietet. (Dass es auch anders geht, beweist die Canon EOS-M, wo man zum Dumpingpreis von zeitweise unter 300 Euro zur Kamera ein zwar nicht so kompaktes, aber optisch und mechanisch exzellentes 18-55er Kit-Zoom erhält.)

An die JPEG-Engine der Alpha 6000 muss man sich etwas gewöhnen. Meine ersten Fotos mit Standard-Einstellungen waren zunächst, sagen wir mal so, etwas ernüchternd, auch weil ich schon in höheren ISO-Bereichen (1600-3200) unterwegs war. Die Einstellung "Hohe ISO-RM: Normal" ist mir jedenfalls zu aggressiv; zwar wird das Rauschen sehr effektiv gemindert, aber das geht auf Kosten der Detailtreue (so waren z.B. die Waben eines Autokühlers bei ISO 2500 kurz davor, in einem einzigen "Brei" zu ersaufen, und das trotz Einsatz des ultrascharfen Zeiss 24/1,8). Erst eine Einstellung auf "niedrig" brachte akzeptable Ergebnisse. Auch die Standard-Parameter für Sättigung und Schärfe sind für meinen Geschmack zu neutral (und ich bin wahrlich kein Anhänger von Einstellungen wie "Vivid" o.ä.). Für halbwegs "knackige" Bilder darf hier ohne Scheu recht deutlich ins Plus gegangen werden, und so nähert man sich langsam dem persönlichen Ideal an.

Ohnehin bin ich ein Verfechter des RAW-Formats und entwickle meine Bilder grundsätzlich in DxO Optics Pro. Die JPEG-Einstellungen spielen dann keine große Rolle mehr, sondern sind nur noch für die kamera-interne Vorschau (oder wenn man mal direkt ein Foto "out of camera" verschicken oder hochladen will) von Interesse. Und hinsichtlich der RAW-Entwicklung muss ich sagen, dass die Ergebnisse absolut überzeugend sind. Allerdings: Die Detailtreue bei hohen ISO bleibt bei RAW-Bearbeitung (insbesondere mit der hervorragenden PRIME-Rauschminderung von DxO) zwar noch sehr hoch, trotzdem habe ich (trotz nahezu identischer Labor-Messwerte von NEX-6 und Alpha 6000) den Eindruck, dass die NEX-6 hohe ISOs ein Quäntchen besser im Griff hat. Bei schummrigem Licht werde ich daher wohl häufiger wieder zur NEX-6 greifen.

Übrigens: Die 24 MP der Alpha 6000 klingen natürlich, verglichen mit den 16 MP der NEX-6, erst mal richtig gut. Und tatsächlich haben die Fotos eine enorme Detailfülle. In der Praxis ist der Unterschied zur NEX-6 aber gar nicht soooo riesig, vor allen Dinge für Leute, die ihre Fotos meist eh nur am Bildschirm oder auf relativ kleinen Druckformaten (bis etwa A2) betrachten. Einen echten Vorteil bringt das Mehr an Pixeln eigentlich nur Leuten, die häufig Crops und/oder großformatige Ausdrucke machen.

(+) Bedienung

Der elektronische Sucher der Alpha 6000 löst zwar geringer auf als bei der NEX-6 (1,44 vs. rund 2 Mio. Pixel), aber subjektiv stelle ich keinen Unterschied fest. Beide Sucher sind schlicht hervorragend und stehen optischen Suchern in nichts nach.

Die Displays beider Kameras sind identisch hinsichtlich Größe, Auflösung und Beweglichkeit.

Die Menüstruktur der Alpha 6000 ist deutlich übersichtlicher und damit klar besser als bei der NEX-6.

Die Alpha 6000 besitzt drei frei programmierbare Hardware-Knopfe ("C1" neben dem Auslöser, "C2" und "Fn" auf der Rückseite). Die NEX-6 hat einen frei belegbaren "Fn"-Knopf" neben dem Auslöser sowie zwei Knöpfe neben dem Display, von denen der obere aber fest mit "Menu" belegt ist und nur der untere konfigurierbar ist. Zudem sind bei der Alpha 6000 drei Richtungen des Steuerkreuzes sowie die zentrale Taste des Steuerkreuzes nach eigenem Wunsch belegbar (bei der NEX-6 geht das nicht). Punkt für die Alpha 6000. Darüber hinaus sind die fest belegten Tasten sinnvoll, aber, bis auf den Knopf neben dem Auslöser, anders als bei der NEX-6 angeordnet. Sei's drum, insgesamt die wesentlichen Tastenfunktionen halbwegs identisch, so dass ich mich damit arrangieren kann.

Schön ist auch die Möglichkeit, die Kamera via WLAN/App fernzusteuern (habe ich mit der Alpha noch nicht probiert, kenne ich aber von der NEX-6) oder Bilder zum Verschicken/Hochladen aufs Handy zu holen. Für gelegentliche Nutzung ist das Gebotene ausreichend. Vielnutzer wird vielleicht die etwas träge Handhabung stören.

Es gibt immerhin drei Speicherplätze für Konfigurationen, wobei eine Konfiguration eigentlich alle Aufnahme-relevanten Parameter der Kamera-Einstellungen umfasst. So kann man z.B. eine Standard-Einstellung mit Aperture Priority (Modus A), Auto-ISO, AWB usw. für Außenaufnahmen bei relativ gutem Licht, und eine zweite mit Modus M, 1/30 Sek., Blende 4.0, 800 ISO, WB Glühlampe usw. für Innenaufnahmen bei Kunstlicht anlegen und schnell zwischen ihnen wechseln. Man kann die aktuellen Einstellungen der Kamera jederzeit durch Aufruf des Menüpunkts "Speicher" auf einem (oder mehreren) der Speicherplätze ablegen. Für den schnellen Abruf einer Konfiguration muss man das Modus-Wahlrad in die Stellung "MR" bringen und bekommt dann direkt die Auswahlmöglichkeit. Solange man auf "MR" bleibt, bleiben die Einstellungen erhalten (können aber natürlich geändert werden). Wenn man das Modus-Wahlrad verstellt (z.B. auf "A"), hat man wieder die Einstellungen, die man in dieser Wahlrad-Stellung vorher hatte. Das ist echt eine tolle Sache und wird von der NEX-6 nicht geboten. Klarer Vorteil Alpha 6000.

Umständlich ist bei der Alpha 6000 leider die Auswahl des gewünschten Fokuspunkts, das geht bei der NEX-6 deutlich schneller (vorausgesetzt, man hat die Funktion "Objektverfolgung" auf die untere Taste neben dem Display gelegt: Taste drücken, kurz Motiv in die Mitte nehmen, Taste drücken, endgültigen Bildausschnitt wählen, fertig). Bei der Alpha 6000 muss ich erst in den selektiven Fokusmodus wechseln (was via Custom Button freilich ebenfalls recht schnell gehen kann) und dann den Fokuspunkt per Steuerkreuz verschieben. Dauert einfach etwas länger. Schön wäre es außerdem, wenn die Fokuspunkte in der Größe anpassbar wären (oder von vornherein kleiner wären). Bei den relativ großen Punkten neigt die Kamera, speziell bei vielen Motiv-Details mit tiefer Staffelung, zu gelegentlichem Fehlfokus.
*** Update 21.01.2015: Wie in einem Kommentar erwähnt (danke für den Hinweis!), ist es bei der Alpha 6000 möglich, die Funktion "AF-Verriegelung" (identisch mit "Objektverfolgung" bei der NEX-6) auf den zentralen Taster des Steuerkreuzes zu legen. Damit ist es dann genau wie bei der NEX-6 möglich, den Fokus relativ schnell auf ein bestimmtes Motivdetail einzustellen. Noch schöner und intuitiver wäre natürlich die Fokuspunktwahl per Touchscreen, wie es z.B. bei der NEX-5N oder der Canon EOS M funktioniert, aber bekanntlich haben weder NEX-6 noch Alpha 6000 einen Touchscreen. Vielleicht gibt's den mal wieder bei einem der Nachfolger ... ***

Außerdem muss ich anmerken, dass mir meine Alpha 6000 (mit Firmware 1.00) schon drei Mal im Betrieb "abgestürzt" ist. Das Display zeigt dann unmittelbar nach Aufnahme eines Fotos sowas wie "Kamerafehler, bitte aus- und einschalten". Aus- und Einschalten hilft aber nicht, nur kurzes Herausnehmen des Akkus. Sowas kenne ich von der NEX-6 nicht. Fotos sind mir dabei zum Glück noch nicht verloren gegangen, und ich gehe mal davon aus, dass künftige Firmware-Updates mehr Stabilität bringen und dieses kleine Problem lösen werden.
*** Update 21.01.2015: Seit ich kurz vor Weihnachten auf die Firmware 1.10 upgegradet habe, sind (bei mehreren hundert Aufnahmen seitdem) keine Abstürze mehr aufgetreten. Das Problem scheint wie erhofft mit der neuen Firmware beseitigt zu sein. ***

(+) Geschwindigkeit

Die AF-Geschwindigkeit mit Phasen-AF-tauglichen Objektiven (das sind heutzutage fast alle für Sony E-Mount erhältliche) ist sehr hoch, kommt aber noch immer nicht ganz an eine ordentliche DSLR mit schnellem Objektiv heran (meine 6D ist mit USM-Objektiven jedenfalls deutlich schneller). Trotzdem reicht das Gebotene für den Alltag, auch für "Action" wie spielende Kinder oder Haustiere, im Regelfall locker aus.

Die Reaktion auf Bedienereingaben sowie die Speicher- und Serienbildgeschwindigkeit sind auf dem Niveau von Einsteiger- bis semiprofessionellen DSLRs und damit als sehr gut zu werten.

NEX-6 und Alpha 6000 spielen hier in derselben Liga. Subjektiv stelle ich keinen Unterschied fest.

(+) Haptik und Verarbeitung

Auch wenn das "Panzer"-Image einer Canon G1X oder G15 nicht ganz erreicht wird: Die Alpha 6000 fühlt sich gut an und macht einen hochwertigen, soliden Eindruck. Gleiches Niveau wie bei der NEX-6. Wirklich gut: Keine labberige Gummi-Abdeckung der USB- und HDMI-Anschlüsse, sondern eine solide Kunststoffklappe mit guter Passung. So macht man das.

(+/-) Ausstattung

In diesem Bereich bleiben eigentlich nur wenige Wünsche offen. Sony hat es sich inzwischen immerhin abgewöhnt, das AE-Bracketing künstlich einzuschränken (bei der NEX-6 musste man, wenn man mehr als 3 Aufnahmen mit 0,7 EV Abstand machen wollte, noch eine zusätzliche App kaufen; bei der Alpha 6000 geht da von vornherein deutlich mehr).

Die App-Fähigkeit der Alpha 6000 ist, wie schon bei der NEX-6, ein probates Mittel, um die Kamera um spezielle Funktionen zu erweitern. Aber Obacht, nicht jede App ist für jede Kamera verfügbar. Für die NEX-6 habe ich bspw. eine App, die bei schwachem Licht mehrere Bilder unmittelbar hintereinander schießt und diese zu einer rauschoptimierten Aufnahme verrechnet, was hervorragend funktioniert. Diese App ist für die Alpha 6000 nicht verfügbar. Vielleicht ist dies aber auch schon eine Standard-Funktionalität der Alpha 6000, die ich noch nicht entdeckt habe (ich arbeite fast auschließlich in den PASM-Modi).
*** Update 21.01.2015: Wie in einem Kommentar erwähnt (danke für den Hinweis!), benötigt die Alpha 6000 für dieses Feature keine separate App mehr, sondern hat es bereits "eingebaut". Es kann über die ISO-Einstellung eingeschaltet werden ("Multiframe-RM" oberhalb von "ISO-Auto"). Geringfügiger Wermutstropfen: Ggf. muss zuvor manuell von "RAW & JPEG" auf "JPEG" umgestellt werden und vor allem nach der Verwendung des Features daran gedacht werden, wieder auf "RAW & JPEG" zurückzuschalten (das ist einfach überflüssig; die Kamera könnte die Einstellung "RAW & JPEG" problemlos "overriden", so dass keine Gefahr bestünde, das Zurückstellen auf "RAW & JPEG" zu vergessen). ***

Bemängelt wird häufig das fehlende separate Ladegerät. Klar, die Leute haben schon Recht; bei so einer Kamera erwartet man das im Lieferumfang. Aber ein Wahnsinns-Aufreger ist es nicht. Von Drittanbietern gibt es günstige (und i.d.R. gute) Bundles aus Ersatzakkus und kompakten Ladegeräten, die sowohl am Netz, an Bord eines Autos und an USB betrieben werden können. So ein Bundle hatte ich schon für die NEX-6 gekauft, und zum Glück ist der Akkutyp der Alpha 6000 ja derselbe. Für mich daher so oder so kein Problem und kein Killer-Kriterium.

Als großen Nachteil und absolut unverständlich empfinde ich allerdings den Wegfall der (bei der NEX-6 noch vorhandenen) elektronischen 3D-Wasserwaage. Bei der NEX-6 habe ich sie als wertvolles Hilfsmittel schätzen gelernt, da eine in der Waage gehaltene Kamera schiefe Horizonte und stürzende Vertikalen schon bei der Aufnahme minimiert. Ersatzweise kann man bei der Alpha 6000 zwar ein Gitternetz einblenden, aber ein vollwertiger Ersatz ist das definitiv nicht (bei sehr dunklen/Nacht-Motiven und Motiven ohne horizontale und vertikale Linien ist mit dem Gitternetz herzlich wenig anzufangen).

Fazit: Wer mit seiner NEX-6 glücklich ist, findet, wenn überhaupt, nur wenige Gründe, diese (vielleicht mit großem Verlust) zu verkaufen und auf die Alpha 6000 umzusteigen. Die NEX-6 ist halt immer noch eine hervorragende Kamera und auf der Höhe der Zeit.
Wer aber neu einsteigt oder wie ich einen zweiten Body anschaffen möchte, macht nichts falsch, wenn er/sie gleich zur etwas moderneren Alpha 6000 greift. Allerdings sollte er/sie, je nach fotografischer Erfahrung, eine mehr oder minder große Lernkurve einplanen (auch wenn es sich bei der Alpha 6000 keineswegs um eine übermäßig kompliziert zu bedienende Kamera handelt), bevor er/sie wichtige, unwiederbringliche Ereignisse damit fotografiert. Klar, das gilt zwar im Prinzip für jede Kamera, aber gerade bei der Alpha 6000 können die "JPEG out of the box"-Ergebnisse nicht auf Anhieb überzeugen, wie oben beschrieben.

*** Update am 27.01.2014: Ich muss eine Erfahrung ergänzen, die ich jetzt erst machen musste: Etwa drei Wochen, nachdem ich die Kamera mit frisch geladenem Akku zur Seite gelegt hatte und seither nicht benutzt habe, war der Akku gerade noch so voll, dass die Kamera zwar startete, aber sofort das orangene Akku-Symbol zeigte und nach einigen Minuten auch ausging. Es scheint also einen erheblichen Akku-"Drain" trotz "Nichtstun" zu geben. In neueren Rezensionen ist zu lesen, dass andere User bereits dieselben Erfahrungen gemacht haben, es handelt sich also nicht um einen Einzelfall oder ein defektes Akku- oder Kamera-Exemplar.
Das kenne ich so extrem von keiner anderen Kamera. Weder die NEX-6 noch die RX100 Mk I aus gleichem Hause zeigen dieses Verhalten. Deren Akkus sind nach einigen Monaten Lagerung zwar auch mal leer (wohl eine Kombination aus Akku-Selbstentladung und geringem Strom, den die Kamera ständig "zieht"), aber es dauert eben Monate und nicht wenige Wochen, und meist kommt es soweit gar nicht, da Kameras ja doch mehr oder minder regelmäßig benutzt werden.
Ich erwähne das hier einfach mal, denn es ist auf jeden Fall wissenswert, und für manche Leute scheint das sogar ein KO-Kriterium zu sein. Für mich wäre das freilich kein Grund, die Kamera zurückzuschicken. Ich habe 4 Akkus für zwei Kameras (NEX-6, Alpha 6000), und einmal im Monat der Alpha 6000 oder beiden einen frischen Akku zu spendieren, bzw. vor einem größeren Shooting daran zu denken, den eingelegten Akku zu prüfen, ist zwar etwas lästig, aber zumutbar. Die Kamera ohne eingelegten Akku zu lagern dürfte keine sinnvolle Alternative sein, da dann sehr wahrscheinlich die individuellen Einstellungen verloren gehen (hab's nicht ausprobiert). Es ist auch durchaus möglich, dass dieses Problem noch durch ein Firmware-Update gelöst oder zumindest gelindert wird. ***

Danke, dass Sie bis hierhin durchgehalten haben. Ich hoffe, meine Rezension ist Ihnen bei Ihrer Entscheidung hilfreich. Wenn ja, freue ich mich über einen Klick auf den Ja-Button.
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am 30. Dezember 2014
Die 5N war mein Aha-Erlebnis was digitale Fotoqualität angeht. Selbst mit dem Kitobjektiv hatte man den Eindruck, man schaut quasi aus dem Fenster, so nahe an der Wirklichkeit war das Erlebnis. Als 5N-Nutzer habe ich mir dann mehrfach die A7 angeschaut und war anfangs ganz angetan davon. Allerdings hatte ich mit dem 2870-Kitobjektiv mehrfach kein Glück und nach einer Weile nur mit manuellen FD-Objektiven, Lichteinstrahlung im wackeligen Bajonett und bei dunkleren Aufnahmen Lichtreflektionen auf der Sensoroberfläche hatte ich dann keinen Spass mehr daran. Wesentliche Verbesserung gegenüber der 5N war nur die mögliche geringere Tiefenschärfe bei gleichen Objektiven.

Dann kam die A6000 auf den Markt und wurde von mir über erste Testberichte beschnüffelt. Im Gegensatz zu meiner bei Amazon gekauften 5N-Kamera (wegen dem damaligen Klick-Problem war ein Rückgaberecht wichtig) konnte ich die A6000 günstig mit Bildungsrabatt direkt bei Sony kaufen. Mittlerweile liegt der Preis bei Amazon bereits darunter :-)

Langer Rede kurzer Sinn: Die A6000 hatte einen deutlich schnelleren Autofokus, sowohl im Vergleich zur A7 wie auch zur 5N. Dies hilft gerade auch bei der Beschleunigung des sonst eher lethargischen SEL50F18. Im Gegensatz zur spartanischen 5N hat die A6000 so ziemlich alles was das Herz begeht:
Integrierter EVF, Standard-Blitzschuh, integrierter Aufhellblitz welcher gegen die Decke gerichtet werden kann für indirektes Blitzen, 24 Mpx, bessere Menü,Wifi&NFC (wers braucht :-) ), besserer Griff, mehr konfigurierbare Bedienelemente, mehr Serienbild- und Bracketingoptionen, Histogramm auch noch beim Einstellen der Belichtungskorrektur weiterhin sichtbar, Kitobjektiv mit 16mm.....

Kleine Wermutstropfen: Die 5N wirkt hochwertiger verarbeitet durch teilweise Einsatz von Metallteilen. Es klappert aber nichts an der A6000. Der Touchscreen ist für MF-Objektive zur schnellen Auswahl des zu vergrössernden Fokusbereiches nützlich, hat mich aber oft, wegen meiner grossen Nase :-) mit beknckten Fehlermeldungen genervt. Und während das Gewicht sich gefühlt nicht gross unterscheidet, ist die A6000 doch ein gutes Stück größer geworden als die 5N, vor allem wenn bei dieser der externe EVF oder Blitz abgeschraubt wird. Da ich mit 190 cm entsprechende Hände habe, habe ich gemerkt, dass sich die A6000 länger entspannt halten lässt als die für mich Nicht-Japaner etwas zu kleine 5N.

Bildqualität: Selbst unter Nutzung des 1650 ist beim 100% Pixelpeepen ein Unterschied zur 5N feststellbar. Die 5N überschärft wie die Nex 7 bei JPG die RÄnder so dass ein weisser Rand sichtbar wird. Trotzdem ist sie weniger detailliert als die A6000. Mein Exemplar 1650 ist übrigens hervorragend. Bei 24mm genial, sonst sollte mindestens 1 Blende abgeblendet werden. Die 16mm sind eher 15mm, auch nach der integrierten Verzerrungskorrektur. Am oberen Ende bei 50mm geht die Leistung runter, aber das wwar mit dem 1855 nicht anders. Nur dass das 1855 im Weitwinkelbereich deutlich schlechter ist als das 1650 und deshalb von mir in den Ruhestand geschickt wurde. Wer nach Luxorphotoart sucht, kann einige Beispiele finden, was mit diesem Objektiv möglich ist, und auch einen ausführlichen Vergleich mehrer E-Mount-Zooms.

Mein Fazit nach rund einem Jahr: Ein Preis-Leistungs-Hammer, der sich in fast jedem Fall lohnt. Die A6000 ist eine ausgreifte vierte-Generation-APSC-Kamera. Das einzige was mir noch einfällt, was zukünftige Modelle noch mehr haben könnten, ist die jetzt in der A7MkII eingeführte Bildstabilisierung im Kameragehäuse. Dort ist jedoch der Preis ein grösseres schwereres und teureres Kameragehäuse, so dass ich nicht sicher bin ob dies für APSC Sinn machen würde. Zudem sind für APSC-Emount bereits zahlreiche stabilisierte Objektiv verfügbar. Man wird sehen....

Die 5N bleibt als MF-Träger und auch mit dem 1650 als schrumpfbare Radtourkamera in Benutzung.

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am 23. Januar 2016
Ich habe mir die Kamera als kleine Zweitkamera neben einer Sony A99 zugelegt, um Sie beispielsweise für Motorrad-Reisen zu verwenden. Aber auch sonst setzte ich sie mittlerweile auch gerne bei anderen Anlässen ein, wie (Familien-)Feiern. Sie ist leicht zu bedienen, bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, und liegt gut in der Hand.

Ursprünglich hätte es wegen der kleinen Abmessungen die RX100 III werden sollen, aber die war mir noch zu teuer. Als es dann die A6000 im Blitzangebot 25% günstiger als die RX100 III gab, habe ich zugeschlagen. Denn hier gab es eine vergleichbare Leistung bei höherer Flexibilität zum günstigeren Preis. Die Kamera ist natürlich etwas größer (mit Kit-Zoom fast doppelt so dick) und schwerer, aber dafür liegt sie auch besser in der Hand, und bietet ein Einstellrädchen und zwei Knöpfe mehr. Und hier hat man die Möglichkeit, das Objektiv gegen ein anderes zu tauschen, und es sind ein Blitzschuh und ein Infrarot-Empfänger an Bord. Andererseits fehlt die elektronische Wasserwage. Ansonsten tun sich beide im Ausstattungsumfang nicht viel: Blitz, Wifi, und Apps haben Sie der A99 voraus, volle manuelle Kontrolle, RAW-Format, elektronischer Sucher und klappbares Display sind vorhanden, GPS fehlt jeweils.

Die Kombi aus der A6000 mit dem Kit-Objektiv PZ1650 dürfte optisch nur etwa die gleiche Qualität wie die RX100 III erreichen. Denn verrechnet man die Brennweiten und Lichtstärken mittels der Sensorgrößen, so wird der Unterschied vernachlässigbar klein (genauer erkläre ich das unten im Anhang I). Und beide sind durch ihr Objektiv in der effektiven Auflösung beschränkt. Womit klar wird, dass das Objektiv hier mit dem Rest des Paktes qualitativ nicht mithalten kann. (Übrigens, wenn die Kameras in Tests bewertet wird, dann wird dies oft NICHT mit dem Kit-Objektiv getan, sondern mit einer scharfen Fest-Brennweite.) Aber die Leistung ist insgesamt wohl auch nicht schlechter als die RX 100 III bei einem günstigeren Preis. Die besten Ergebnisse gibt's bei Blende 8, darunter lassen die Ecken deutlich nach. Für Urlaubsfotos und Party-Erinnerungen sicher mehr als ausreichend, aber wegen des Objektiv langt es wohl nicht mehr für die vollen 5 Sterne.

Das E-Bajonett ermöglicht den Einsatz vielfältiger Adapter. Als erstes habe ich mir einen M42-Tilt-Adapter von Araxfoto zugelegt. Damit kann ich alte, voll manuelle M42 Objektive verwenden, und kriege die Tilt-Funktion noch mit dabei. Anders als an der A99 profitieren diese hier aber nicht von einer Bildstabilisierung, denn diese ist hier in nur den Objektiven verbaut (oder eben nicht). Mit anderen Adaptern kriegt man eigentlich jedes Spiegelreflex-Objektiv (z.B. Sony-A-Bajonett, Nikon, Canon) adaptiert, nur leider wird -- anders als bei der A7 II und der A7R II -- der Autofokus dann in keinem Fall ausreichend unterstützt. Da ein Nachfolger der A6000 wohl schon vor der Tür steht, erwarte ich hier auch keine Nachbesserung per Firmware-Update mehr. Manuelles Fokussieren funktioniert wie aber bei allen genannten Sonys mit den Unterstützungsfunktionen wie Kantenanhebung und Fokus-Punkt-Vergrößerung ausgezeichnet. Und mit dem Kit-Objektiv (und sicher auch anderen E-Bajonett-Objektiven) funktioniert der AF auch wirklich schnell und zuverlässig.

Die Wifi- und App-Funktionen waren neu für mich. Das Interesse daran waren auch mit ein Grund für den Kauf, und hier warteten die nächsten Enttäuschungen: Anders als für seine Smartwatches oder auch die Wifi-Schnittstelle hat Sony leider die Software-Schnittstellen für die Apps nicht offen gelegt. Kurz gesagt, finde ich die Idee eines geschlossenen (d.h. ohne Apps von Dritt-Anbietern) App-Stores eher albern. Eigene Ideen umzusetzen ist also nicht möglich, und es gibt noch nicht mal eine Kontakt-Adresse, mit der man Sony Vorschläge für neue Apps machen könnte. Aber man muss sich bei Sony anmelden, und einer Menge Lizenzbedingen zustimmen, die unter anderem eine Nutzung für den "kommerziellen" Gebrauch ausschließen! Und das gilt auch bereits für die Nutzung von Wifi mittels PlayMemories-Smartphone-App. Die Apps bleiben zudem Fremdkörper in der Benutzeroberfläche: während sie laufen, ist die herkömmliche Bedienung außer Kraft gesetzt. Schon in der Auswahlliste merkt sich die Kamera nicht die zuletzt benutze App. Auch die Steuerung mit dem Smartphone lässt viel zu wünschen übrig, nur wenige Einstellungen lassen sich hier direkt bedienen. Zudem muss man "AF bei Auslösung" aktiviert lassen, sonst kann man überhaupt nicht fokussieren! Das ist zwar die Default-Einstellung, aber normalerweise habe ich den Autofokus stattdessen als sogenannten "back button focus" mit der AEL-Taste eingerichtet. Es nervt, dass man das umstellen muss.

Ansonsten kann man sich die meisten der Knöpfe und Drehrädchen recht frei mit Funktionen oder Menu-Verknüpfungen belegen. Die Sony-Menüführung wird allerdings von vielen als verbesserungswürdig eingestuft. Gegenüber der A99 gibt es die Verbesserung, dass zwischen Haupt- und Unter-Menüs unterschieden wird und man so schneller zwischen Haupt-Menüs wechseln kann. Aber es bleibt bei der eher zufällig wirkenden Aufteilung von Optionen auf die Menüs. Und was mich mit am meisten stört: Wenn man eine Funktion oder Option auswählt, die mit einer anderen gerade aktivierten Option nicht kompatibel ist, so kriegt man das nur angezeigt. Man kriegt keine Abkürzung angeboten, diese andere Option direkt zu ändern oder für eine Aufnahme zu ignorieren.

Der Lieferumfang ist im übrigen auch enttäuschend: dass ein externer Akku-Lader aus Kosten-Gründen fehlt kann ich noch verstehen, aber es hat auch weder für Bajonett-Deckel, noch für eine Blitz-Schuh-Abdeckung gereicht! Das Sony keine vernünftige gedruckte Anleitung mehr ausliefert, war mir schon vorher bekannt.

Dass es dennoch bei 4 Sternen bleibt, liegt an den anderen Qualitäten der Kamera: Sehr schneller Autofokus, sehr schnelle Serienbildgeschwindigkeit, zahlreiche Einstellmöglichkeiten, dazu 3 Speicherplätze um beliebige Sätze von Einstellungen wieder schnell aufzurufen. Und an dem guten Sucher, den heutzutage leider sehr viele Kameras nicht mehr haben.

Fazit: Die Kamera selbst birgt ein sehr großes Potential, was durch das Kit-Objektiv leider nicht genutzt wird. Wer nicht vorhat auch mal das Objektiv zu tauschen, der kann daher bedenkenlos die RX100 III als Alternative in Betracht ziehen. Wer auf einen elektronischen Sucher verzichten kann, für den bietet sich die A5100 an. Die Idee der Kamera-Apps wird durch den geschlossenen App-Store und die schlechte Integration ad absurdum geführt. Wer auf neben dem Sucher auch auf diesen verzichten kann, für den sind die RX100 II oder gar die RX100 (ohne Wifi) Alternativen. Wer es stattdessen eher größer mag, kann sich auch die Sony A58 oder die bald erscheinende A68 anschauen. Diese Kameras sind größer, aber es sind insgesamt mehr gute Objektive zu einem günstigeren Preis verfügbar, und die profitieren dort auch alle von der Sensor-basierten Bild-Stabilisierung. Von klassischen Spiegel-Reflex-Systemen anderer Hersteller würde ich eher abraten, warum, erläutere ich im Anhang II genauer.

PS: Am 03.02.2016 wurde die A6300 vorgestellt. Diese verhält sich zur A6000 etwa so wie die RX100 IV zur RX100 III: gleiche Auflösung, dennoch verbesserter Sensor mit 4K-Video Unterstützung und nochmals verbessertem Autofokus. Wie erwartet unterstützt die A6300 nun auch Phasen-Autofokus mittels LA-EA3 adaptierten A-Bajonett-Objektiven. Der Preis dürfte ebenfalls etwa 50% höher sein.

ANHANG I: Der Formatfaktor und seine Folgen -- worin sich "Vollformat", "APS-C", und andere unterscheiden

Den meisten dürfte bereits bekannt sein, dass man bezüglich des Bildausschnitts die Brennweite mittels des Formatfaktors umrechnen kann. Was weniger bekannt ist (weil das die Werbung verschweigt), dass man dies für die Betrachtung der gesamten Bildwirkung für die Blende ebenso tun muss! Damit ist dann sowohl die Wirkung der Tiefenschärfe erfasst, als auch das veränderte Rauschverhalten.

Gegenüber einer "Vollformat" digitalen Kamera hat eine APS-C den Faktor 1,5 (oder 1,6 bei Canon), und eine Kamera mit 1"-Sensor wie die RX10 oder RX100 einen von 2,7. Die APS-C Kameras *unterscheiden* sich wiederum davon um den Faktor 2,7 / 1,5 = 1,8. Der Faktor 1,5 entspricht etwa einer Blendenstufe (was genauer die Wurzel von 2, also 1,4 wäre), der Faktor 1,8 fast zwei Blendenstufen.

Zwei Beispiele dazu:

1. Ein 35mm f/1,8 Objektiv wirkt daher an einer APS-C Kamera so, wie es ein 52mm, f/2.7 Objektiv an eine KB-Spiegelreflex ("Vollformat") täte. Die Anpassung der Blende berücksichtigt, dass die Unschärfekreise auf dem schmaleren Sensor geringer ausfallen müssen, damit sich das in der Vergrößerung auf die gleiche Betrachtungsgröße wieder ausgleicht. Behält man die gleiche Belichtungszeit bei, so muss man dann bei der APS-C-Kamera auch nur einen etwa eine Belichtungsstufe geringeren ISO-Wert einstellen, also z.B. ISO-800 statt IS0-1600 an der Vollformat-Kamera. Da der kleinere Sensor bei der gleichen ISO-Empfindlichkeit aber stärker rauscht, gleicht sich das ebenfalls wieder aus.

2. Das 9-26mm f/1.8-2.8 Objektiv einer RX100-III (was mit 24-70mm KB-äquivalent beworben wird) verhält sich mit dem relativen Formatfaktor 1,8 auf APS-C umgerechnet so, wie ein 16-47mm f/3.2-5 an APS-C, was dem Standard-Kit-Objektiv der A58 oder der Sony 5000/5100/6000 recht nahe kommt. An einer A7 oder A7 II wäre ein 24-70mm f/4.9-7,6 das Äquivalent, deren 28-70 F3.5-5.6 Kit-Zoom ist also etwa eine Blenden-Stufe im Vorteil.

Was folgt daraus: Um die gleiche Bildwirkung zu erzielen, müssten Objektive an einer APS-Kamera eine um den gleichen Faktor geringeren Blendenwert wie eine geringere Brennweite haben. D.h. aber, dass der absolute Blendendurchmesser und damit die Linsengröße, und somit auch die Herstellungskosten etwa gleich bleiben müssten! Es gibt daher keinen Grund, warum äquivalente Objektive fürs Digital-Vollformat teurer sein sollten also solche für APS-C Kameras, wenn man das gleiche Resultat erzielen möchte. Noch sind die vergleichbare Objektive wesentlich größer (jedenfalls nicht im Durchmesser) oder schwerer.

Das Problem im APS-C Bereich ist umgekehrt, dass solche vergleichbaren Objektive kaum angeboten werden. Ein 50mm f/1.4 Normal-Objektiv für Vollformat ist nichts besonderes, während es ein äquivalentes 35mm f/0.95 eine Rarität ist! Das Vollformat hat daher praktische Vorteile, wenn hohe Lichtstärken gefragt sind, egal ob wegen der Lichtverhältnisse oder wegen der gewünschten begrenzten Schärfentiefe.

ANHANG II: SLT vs SLR vs Spiegellose

(der Text stammt ursprünglich noch von meiner A57 Rezension aus 2013, ich habe ihn hier aber zur Aktualisierung überarbeitet)

Mit Erstaunen verfolge ich die Diskussionen, die um die Sony SLT-Technik entstehen, die sich um den Punkt drehen, ob man diese noch als (D)-SLR (engl. (Digital)-Single Lens Reflective) oder Spiegelreflexkamera bezeichnen darf. Dabei tauchen auch immer wieder in meinen Augen völlig falsche Erklärungen dazu auf, was denn nun eine Spiegelreflexkamera ausmacht. Daher hier als Nachtrag meine Meinung und ein paar Gedanken:

1. "Reflex" in "Spiegelreflex" kommt nicht daher, dass der Spiegel weg klappt. Sondern schlicht daher, dass der Spiegel Licht reflektiert. Das kann man schon daran erkennen, dass es auch "zweiäugige Spiegelreflexkameras" gibt (engl. Twin Lens Reflectiv, TLR), die mit einem feststehenden Spiegel auskommen.

2. Der tiefere Sinn der Spiegelreflexkameras war es stets, dass Motiv im Sucher *möglichst* genau so zu sehen, wie es auf dem Film erscheint, um dort scharf stellen zu können, ohne den Film gegen eine Mattscheibe tauschen zu müssen. Bei der zweiäugigen Spiegelreflex verwendete man dazu ein zweites Objektiv, das mechanisch mit dem Hauptobjektiv gekoppelt war, so dass die Entfernungseinstellung stets gleich war. Meist war das zweite Objektiv aber einfacher im Aufbau (nicht so gut korrigiert). Der Klapp-Spiegel hat hier sowohl Vorteile bei den Kosten, als auch die bessere Übereinstimmung mit dem späteren Bild (gleiches Objektiv, keine Parallaxen-Fehler). Später wurde das umgelenkte Licht auch für weitere Funktionen genutzt, wie Belichtungs- und automatisierte Fokussierungs-Funktionen.

3. Im digital-Zeitalter kann es aber kaum ein Bild geben, was besser mit dem späteren Ergebnis übereinstimmt, als ein vom Sensor abgenommenes Abbild. Auch dieses ist noch nicht perfekt, denn es ist nicht mit der gleichen Belichtungszeit (und üblicherweise auch nicht der richtigen Blende) abgenommen, und wird nicht in voller Auflösung angezeigt. Aber die volle Auflösung würde man im kleinen Sucherbild eh nicht nutzen können. Stattdessen gibt es ggf. Funktionen zur Vergrößerung des Fokus-Punktes. Daraus folgt für mich, dass die SLTs (und andere Spiegelfreie Systemkameras) den "Geist" der Spiegelreflex viel besser repräsentieren, als deren tatsächliche Vertreter. Sony spricht hier zurecht als den SLTs als die DSLRs der nächsten Generation. Allerdings gibt es definitiv z.Z. zwei Nachteile: Der Spiegel schluckt etwas Licht, und der Sensor ist vor der Aufnahme stets bereits für den Live-View in Betrieb, so dass er sich potentiell etwas erwärmt. Beides ist schlecht für den Signal-Rauschabstand. Allerdings zeigen die Vergleichstests mit DSLRs der gleichen Klasse, dass es so schlimm nicht sein kann.

4. Richtig ist nun aber, dass der Spiegel bei SLTs nur noch dafür gebraucht wird, den Phasen-Autofokus zu füttern. Ein solcher Phasen-AF ist etwas, was man von Digitalen-Spiegelreflexkameras kennt und qualitativ erwartet, und es in dieser Qualität bei spiegellosen Systemkameras bisher noch nicht gab. Sony hat diesen Teil von den alten DSLR einfach übernommen, während die Sucher-Technik umgebaut wurde. Insofern kann auch hier eine starke Verwandtschaft zur SLR nicht bestritten werden.

5. Da stellt sich die Frage, ist der Phasen-AF es wert, dafür den Spiegel in den Bildweg zu stellen, und die Objektiv-Konstruktion besonders für Weitwinkel-Objektive so zu erschweren? Für Sony allerdings nicht, denn die haben einen festen Kundenstamm der (so wie ich) eine Menge an Minolta/Sony-A-Bajonett Objektiven besitzt, und diesen gilt es zu pflegen. Selbst wenn es also gelinge würde, dem klassischen Phasen-Autofokus ebenbürtige Systeme in spiegellosen Systemkameras zu realisieren, wird Sony hoffentlich noch lange das A-Bajonett System pflegen, und sei es nur durch entsprechende Bajonett-Adapter. Allerdings bedingen die die großen, lichtstarken Brennweiten auch weiterhin solide Bajonett-Kamera Verbindungen, so dass es sich wahrscheinlich lohnt, dafür weiterhin eigene Gehäuse anzubieten.

6. Sollte man nun als Ein- oder System-Umsteiger ein SLR, SLT, oder spiegelloses System wählen? Oder stellen wir die Frage mal anders: Gäbe es keine etablierte Technik, und keine Wechsel-Objektive im Bestand, was wäre für einen Hersteller die naheliegendste, sinnvollste Lösung? Meiner Meinung nach scheiden sowohl SLR als auch SLT hier aus, weil ein dem klassischen Phasen-AF ebenbürtiges auf Bild-Sensor-Ebene realisierbares Fokus-System wahrscheinlich nicht mehr lange auf sich warten lässt. Scheinbar ist Panasonic bereits so weit, und Sony mit der A6000 und der A7r II ebenfalls. Dann haben die SLR/SLT nur noch den Nachteil des großen Bajonett-Auflagenmaßes. Stände ich heute vor einer System-Entscheidung, so würde ich ziemlich sicher ein spiegelloses mit kurzem Auflagemaß nehmen, für das es vernünftig anzufassende Kamera-Gehäuse gibt. Hier fiel mir damals als erstes das Micro-Four-Thirds-System ein, was es eben auch mit dem sehr schnellen spiegellosen AF-System von Panasonic gibt.

Inzwischen hat Sony die "ILCE Alpha a7" und "a7r" Kameras mit E-Bajonett und KB-Vollformat-Sensor vorgestellt, und damit eine neue Reihe von "FE"-Bajonett-Objektiven für Vollformat-Sensoren. Die a7 hat Phasen-Autofokus-Felder direkt auf dem Bild-Sensor-Chip mit unter gebracht. Die gerade neu vorgestellte A7r II kann damit sogar adaptierte Fremdobjektive steuern. Die A-auf-E-Bajonett-Adapter wurden ebenfalls für's Vollformat überarbeitet. Für mich ist dies alles ein starkes Indiz, dass die direkten A-Bajonett-Kameras in Zukunft stark an Bedeutung für Sony verlieren werden, und es insbesondere kaum noch weitere SLT-Kameras geben wird (seit ich diese im Frühjahr 2013 zuerst schrieb, ist nur noch die A77 II neu erschienen, und die A65 ersatzlos aus dem Programm gestrichen worden). Sony's E-Bajonett wird hingegen dadurch attraktiver, denn es hat mit der Vollformat-Option gegenüber dem Micro-Four-Thirds-System einen interessanten Vorteil.

Spannend wird sein, ob ein Nachfolger der A99 (der bald erscheinen dürfte, falls es überhaupt noch einen geben wird) noch einen SLT-Spiegel besitzen wird. Angesichts der Fähigkeiten der A7r II könnte dieser entbehrlich sein, aber möglicherweise wird für einen A99-Nachfolger zugunsten einer höheren Auflösung auf den Phasen-AF auf Sensor-Ebene verzichtet, so wie bei der ersten A7r im Vergleich zur A7.
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am 28. Februar 2016
Zu Leistung und Produktmerkmalen wurde schon genug geschieben. Daher spare ich mir eine Wiederholung an dieser Stelle.

Ich bin mir der Kamera sehr zufrieden. Sie ist klein, schnell und gut in der Handhabung. Wenn ich darauf achte fällt mir auf, dass sie nicht so gut in der Hand liegt wie zum Beispiel eine DSLR mit großem Gehäuse. In der Praxis ist mir aber auch bei mehrstündigen Shootings nicht aufgefallen, dass sie schlecht in der Hand läge. zudem ist sie recht leicht, was bei längeren Shootings positiv auffällt. Durch die Drehräder, die Tasten und das FN-Menü lassen sich alle Funktionen schnell erreichen.

Vorher hatte ich die Sony NEX-3N. Ein Unterschied bei der Bildqualität fällt mir höchstens in der 100% Ansicht auf. Gerade in der Bildbearbeitung bieten die 24MP im Vergleich zu den 16MP der NEX-3N allerdings mehr Reserven. Der Autofokus arbeitet spürbar schneller als der der NEX-3N. In der Handhabung ist sie durch mehr Tasten, Wahlräder und ein umfangreicheres FM-Menü besser.
Ausschlaggebend für das Upgrade auf die A6000 war für mich der Blitzschuh, da ich jetzt einen Aufsteckblitz bzw. eine Blitzsteuerung nutzen kann.
Der Akku hält bei der A6000 spürbar kürzer als bei der NEX-3N. Schaltet man WLAN nicht aus kann man fast zusehen, wie die Ladungsanzeige sinkt. Ersatzakkus sind also Pflicht! Aber keine Sorge, die Akkulaufzeit ist trotzdem ok. Bei meinem letzten fünfstündigen Shooting im Studio, wo die Cam im Dauereinsatz ist, bin ich mit glaube ich mit gut zwei Akkuladungen ausgekommen. WLAN war dabei deaktiviert.

Das Kit-Objektiv ist durchaus zu gebrauchen. Es deckt den wichtigsten Brennweitenbereich ab und ist angenehm klein. Die Abbildungsleistung ist durchaus gut. Bei 16mm wird allerdings Vignettierung deutlich sichtbar. Die Kamera rechnet diese Vignettierung heraus bzw. schneidet sie ab, allerdings etwas zu Lasten der Bildqualität. Am besten man fängt erst bei 18mm an und blendet leicht ab. Positiv ist zu vermerken, dass die Abbildungsleistung bei längeren Brennweiten nicht so stark abnimmt wie bei vielen anderen Objektiven. Beugungsunschärfe setzt ab f/11 ein. Ab f/16 ist sie zumindest in der 100% Ansicht zu erkennen.
Wer die Alpha 6000 ausreizen möchte, sollte sich aber unbedingt weitere Objektive zulegen. Für maximale Bildqualität eignen sich Festbrennweiten. Betrachtet man den gleichen Bildausschnitt eines Fotos mit dem 1650er Kitobjektiv neben einem mit dem Sigma 60mm aufgenommenen, fallen sofort deutliche Unterschiede bei Schärfe und Details auf. Zudem ist man gestalterisch mit der Anfangsblende von f/3,5 sehr eingeschränkt. Bei 50mm Brennweite beträgt die maximale Blendenöffnung f/5,6 und bietet damit nur einen relativ großen Schärfebereich. Geht es darum ein Motiv scharf vor einem unscharfen Hintergrung abzubilden (also ein kleiner Schärfebereich), bieten beispielsweise das Sony 50mm bei f/1,8 oder das Sigma 60mm bei f/2,8 deutlich mehr Spielraum.

Fazit:
Die Sony Alpha 6000 bietet eine sehr gute Bildqualität, ist einfach in der Handhabung, gut ausgestattet (auch ohne Touchdisplay) und sehr schnell. Das Preis/Leistungs Verhältnis ist sehr gut. Zuschlagen!
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am 23. Oktober 2014
2 Jahre war ich mit einer Canon 60D in Südamerika und Asien unterwegs, habe damit auf Events fotografiert und im Fotolabor gearbeitet. Lange war ich damit zufrieden, doch dann wurde mir alles zu groß, schwer und umständlich. Ich wollte etwas handliches, mit genau den Objektiven, die ich brauche und alles in einem Format, das ich immer mitnehmen kann. Nun, nach etwa 3 Monaten mit der a6000 kann ich nur sagen: ich habe gefunden, wonach ich gesucht habe und möchte nicht mehr zurück!

Zuerst einmal das, was mich fasziniert:

+ Ich war anfangs sehr skeptisch, aber die Bildqualität (35mm1.8 und das WW Pancake + UWW 2.8) ist der Hammer und der canon 60D mit 50mm1.4 oder auch dem 24-105L weit überlegen! Damit hatte ich nicht gerechnet. Die Objektive haben eine klasse Leistung, das 35mm ist genau das, was ich für Reise, Straßen und Portraitfotografie brauche. Die Schärfe, Verarbeitung und Qualität ist überragend an der a6000. Bei Offenblende minimal schwächer, aber da kann ich drüber hinwegsehen. Auch das WW erledigt einen super Job, viel besser als mein altes Sigma 10-20 an der 60D. Also: Bildqualität steht der 60D in nichts nach, ist sogar eine deutliche Verbesserung!

+ Der Autofokus. Kommt man von einer DSLR, ist man viel manuelle Arbeit und Kontrolle gewohnt. Davon muss man sich ein wenig lösen, um das Potential dieser Kamera zu erfahren. Manuelle Fokuspunkt Auswahl ist bei der a6000 super umständlich. Man braucht sie aber auch nicht mehr. Der Autofokus dieser Kamera bietet nämlcih eine geniale Innovation: Eye Auto Focus! Heißt: Die Kamera erkennt automatisch ein Gesicht, erkennt die Augen und fokussiert automatisch auf sie! Genial! Damit nicht genug, es belichtet auch automatisch auf das Gesicht bzw die Augen. Das ist unglaublich praktisch, erleichtert es einem ungemein und vor allem funktioniert es tadellos, solange das Gesicht einigermaßen klar zu erkennen ist. Früher musste man den Fokuspunkt richtig einstellen, dann damit aufs Auge zielen UND noch richtig auf das Gesicht belichten, vor allem bei Gegenlicht oder schwierigen Verhältnissen oft einfach nervig. Das erledigt jetzt die a6000 von alleine, zuverlässig und schnell. Ich konnte es teilweise nach Wochen immernoch nicht fassen, wie schnell und einfach das jetzt geht. Ich fotografiere selten Sport oder ähnliches, hatte aber auch bei schnellen Motiven noch nie Probleme. Hier ein Beispiel 500px.com/photo/82349721/oona-by-christian-berger?from=user_library . Schwarz weiß JPG fast ooc, nur leicht nachgeschärft. Tolle Qualität!

+ Größe und Verarbeitung. Was soll man sagen. So viel Qualität in so wenig Gewicht und Größe gepackt ist einfach herrlich. Die Verarbeitung ist astrein, mir ist bislang kein Mangel aufgefallen. Auch der Rosa-stich, von dem hier teilweise berichtet wird, tritt bei mir nicht auf. Die Kamera liegt gut in der Hand- wobei man hier doch auch einen kleinen Nachteil der kleineren Größe hat- man muss seine Hand nach 1, 2 Stunden fotografieren doch merklich verbiegen, um die Kamera gut im Griff zu haben. Aber gut, das ist halt so, wenn man nicht mehr den großen Griff einer DSLR hat.

+ Die Auswahl der Objektive mag zwar nicht riesig sein, für mich ist aber genau das dabei, was ich brauche. Darüber habe ich mich vorher informiert und war auch einer der Gründe, warum ich mich für die Kamera entschieden habe.

+ Die Kamera ist quasi vollständig individualisierbar, man kann alle Tasten belegen, wie man es braucht und alle Einstellungen sind schnell zu erreichen. Bedienung ist wirklich gut gelöst.

+ Die Videofunktion benutze ich zwar nicht oft, die Qualität ist aber absolut überragend. Habe damit Shows auf der Bühne gefilmt mit wenig Licht und relativ hoher ISO und die Videos sind ebenbürtig der einer 5dM2, mit der ein Kollege gefilmt hat. Wahnsinn, wie viel Power in so einer kleinen Kamera steckt.

Allerdings gibt es auch ein paar kleine Nachteile:

- Beim filmen wird die Kamera gerne mal wirklich heiß. Gut, es war im Sommer in Spanien, aber ich musste teilweise immer wieder ausschalten, habe den Akku rausgenommen und gepustet, weil mir angezeigt wurde, ich solle mal eine Pause machen und warten, bis das System sich wieder abgekühlt hat. Nun ja, vielleicht funktioniert das bei normalen 20° reibungsloser.

- Die Akkus. Drei Dinge: Erstens werden sie schnell heiß, zweitens gehen sie recht schnell leer und drittens ist es umständlich, sie zu laden. Ein Ladegerät wird nicht mitgeliefert und so kann man seinen zweitakku nicht laden, wenn man währenddessen noch fotografieren will. Umständlich und mMn nicht nachzuvollziehen, warum kein Ladegerät inkl ist. War ja bei der Nex 7 noch dabei. Habe mir dann ein 3rd party Lader und Akkus gekauft, der Lader hat leider schnell den Geist aufgegeben, warum auch immer, die Akkus sind aber völlig OK. Auch nervig ist, dass wenn man die Akkus rausnimmt oder wechselt, die Kamera beim Einschalten immer recht lange braucht beim ersten Mal. So etwa 10 Sekunden.

Das wärs dann aber auch schon mit dem Negativen.

Fazit: Super Kamera. Super Qualität. Einzig die Sache mit den Akkus nervt ein wenig, fällt im Alltag aber nicht so sehr ins Gewicht. Ich denke, den Mirrorless kameras gehört ganz klar die Zukunft. Die elektronischen Viewfinder sind tatsächlich auch schon so sehr ausgereift, dass ich den optischen Sucher nicht einmal vermisse. Die Bildqualität steht einer Canon 60D zB in Nichts nach, ist sogar noch besser. Preis, Größe und Verarbeitung sind einfach total fair und angemessen. Ich habe meine Canon Ausrüstung verkauft und sie nicht ein einziges Mal vermisst. Die a6000 macht Spaß auf ganzer Linie. Kollegen waren vor allem vom Eye AF begeistert. Allein das wäre für mich ein Grund, mir diese Kamera zu holen. Für mich ist sie gerade deshalb auch der Nex 7 nochmal klar überlegen.

Kann ich die Kamera also empfehlen? Ja. Aber das ist meine Meinung und am besten geht man vorher mal in einen Laden und nimmt sie in die Hand. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden- ich jedenfalls habe meine "perfekte" Kamera gefunden!

Hier ein Link zu ein paar Beispielbildern auf meiner Seite

500px.com/photo/82349721/oona-by-christian-berger?from=user_library

Alle Fotos, die mit "Camera ILCE-6000" gemacht wurden, stammen von der a6000.

Ich hoffe, ich konnte einigen Suchenden weiterhelfen!
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am 13. Juni 2015
Auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger für meine Sony Nex-3 war ich bei einem Münchner Fotogeschäft und mir wurde die a6000 empfohlen.

Der Aufgabenbereich der Kamera liegt zu etwa 50% bei Video und 50% bei Fotos.

Als ausschlaggebendes Argument wurde mir der wirklich sehr schnelle Hybridautofokus "verkauft" der seinen Dienst bei Fotos wirklich sehr zuverlässig verrichtet doch bei Videos findet man immer wieder ein leichtes pumpen - für meine Zwecke benötige ich den automatischen Fokus gar nicht sondern fokussiere lieber manuell.
Auf Grund meiner guten Erfahrungen mit der Nex-3 bin ich aber trotzdem der Empfehlung des Verkäufers gefolgt und hab mir die a6000 gekauft. Den fehlenden Mikrofoneingang könnte ich bei einer guten Videoqualität verschmerzen.

Aber von Anfang an. Zuhause angekommen erstmal die Kamera, die ich mit dem 16-55mm Kit Objektiv gekauft hatte, ausgepackt. Dann erst mal den Akku aufgeladen... Erste Stunde... Zweite Stunde... Okay schon mal angefangen die Bedienungsanleitung zu studieren... Die dritte Stunde ist vorbei, der Akku kratzt jetzt erst an der 60% Marke, nach unendlichen fünf Stunden ist der Akku endlich voll und hat zum ersten Mal 100% erreicht.

Die ersten Probeaufnahmen waren schnell und einfach im Automatik Modus gemacht. Die Kamera fokussiert wirklich extrem schnell, und im Foto-Modus mit einer Treffgenauigkeit von gut 90%, auch sehr effizient.
Doch 40 Bilder und ca. 5-10 Minuten im Menü später ist der Akku schon bei 86%. Von meiner Nex kannte ich eine solche extrem kurze Akkulaufzeit nicht. Aber gut vielleicht benötigt der Akku einige Ladezyklen um sich zu kalibrieren und seine volle Leistung zu entfalten.

Eine Woche später ging der Ärger mit der Alpha dann los. Einige Ladezyklen später waren wir im Urlaub, Italien, 30 Grad Außentemperatur. Einige Videos in der Ferienwohnung gemacht, gefühlte Innentemperatur lag knapp unter 25 Grad also normaler Rahmen für Elektronik. Doch nach 10 Minuten Arbeit mit der Kamera stand auf dem Display "Kamera zu heiß. Kamera abkühlen lassen". Etwas verwirrt war mein erster Gedanke dass vielleicht der Hybridautofokus beim Filmen zu viel arbeiten muss. Also wie Anfangs erwähnt auf den manuellen Fokus umgestellt den ich eigentlich benutze. Nach einer "Abkühlphase" von Zimmertemperatur auf Zimmertemperatur gings dann weiter. Nach 3 Minuten stand wieder die selbe Nachricht auf demDisplay. Diesmal half ein kurzes Ein- und Ausschalten und die Kamera ging wieder ganz normal.
Während der Außenaufnahmen, in direkter Sonne, gab es kein einziges Problem obwohl die Kamera wieder mit Autofokus arbeitete.

Doch da meldet sich wieder die zweite Schwachstelle, der Akku! 30 Minuten war die Kamera an und in diesen war die Kamera ungefähr 10 Minuten aktiv beim Filmen und der Akku meldet sich mit knapp über 50% wieder. Nach weiten 20 Minuten Arbeit mit der Kamera sind noch 20% Akku da.
Natürlich braucht die viele Technik auch irgendwie Strom, auch dass der Sucher eigentlich ein winziger OLED-Monitor ist hilft nicht wirklich beim Energie sparen. Die Vorteile eines solchen Suchers sind natürlich nicht von der Hand zu weisen, sowohl das komplette Menü anzuzeigen als auch während des Filmens - auch bei totaler Helligkeit - sehen zu können was man aufnimmt ist wirklich sehr praktisch.

Während die Kamera beim Fotografieren auf voller Linie punkten kann, versagt sie meiner Meinung nach beim Filmen sehr deutlich.
Der Fokus ist wie anfangs erwähnt bombastisch, extrem schnell und sehr präzise. Die Farben leuchten, Bilder sind knackscharf (nur bei 16-18mm beim Kit-Objektiv wirken die Ränder sehr unscharf im Vergleich zu höheren Brennweiten). Generell benötigt das Kit-Objektiv durch den elektrischen Zoom etwas Umgewöhnung. Man kann entweder mit der Wippe am Objektiv Zoomen und mit dem Ring am Ende des Objektivs Fokussieren oder man Zoomt mit Wippe und Ring gleichzeitig und lässt die Kamera fokussieren. Was beim Filmen einen sehr smoothen Zoom möglich macht ist beim Fotografieren irgendwie etwas umständlich und ungenau. Da die meisten E-Mount Objektive allerdings recht teuer sind muss man sich wohl etwas an die Wippe gewöhnen (oder man benutzt ein älteres Objektiv mit dem man noch konventionell arbeiten kann).

Die vielen Funktionstasten, das Drück-und-Drehrad und auch das klappbare Display sind wirklich sehr gelungen und ermöglichen eine einfache und unkomplizierte Bedienung.

Wer für seine Kamera immer 2-3 Zusatzakkus dabei hat, mit ihr Hauptsächlich Fotos macht und auf Kompaktheit setzt hat mit der a6000 eine hervorragende Kamera.
Wer aber Wert auf Filmen setzt wird den Mikrofoneingang vermissen, die von Sony zu kaufenden Mikrofone sind auf jeden Fall nicht das Wahre. Auch die Akkulauf- und Ladezeit sind für mich große Kritikpunkte, 1500-2000mAh hätte Sony schon in die Akkus packen können. Bei so einem Energiefresser wie der 6000er hätte das nicht schaden können. Auch ein Akkuladegerät wie es bei der Nex-3 für 400€ selbstverständlich war und mit dem man den Akku in weniger als der Hälfte der Zeit laden kann sucht man vergebens.

Was ich noch kurz anmerken möchte ist, dass auch Aufnahmen mit dem integrierten Blitz sehr schön sind. Personen wirken, besonders bei indirekter Belichtung, nicht wie die typischen Fotoleiche sondern haben sehr natürliche Gesichtstöne. Auch bei direkter Belichtung lassen sich auf 3-5 Meter noch einwandfreie Resultate erzielen. Etwas problematisch ist allerdings der Automatikmodus in Verbindung mit dem Blitz. Denn der entscheidet sich auch gerne mal die Belichtungszeit auf bis zu 10 Sekunden hochzudrehen und hat man dies nicht im Blick kann einem schnell ein gutes Motiv entkommen denn die Kamera lässt sich während der Belichtung nicht "aufwecken".

3 Sterne für eine gute Kamera die leider durch ihren Energiehunger/ die sehr kleinen Akkus, einen fehlenden Mikrofoneingang und Hitzeprobleme Punkte verliert. Sollte Sony eine a7000 planen wäre zusätzlich noch ein Touch-Monitor eine sehr interessante Ergänzungen die aber auf keinen Fall zwingend notwendig ist.
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am 13. Juli 2015
Ich habe die Kamera bestellt nachdem ich die A5000 kurz testen konnte. Die A5000 war aufgrund des schlechten Displays und des fehlenden Suchers doch nicht das richtige für mich.
Die A6000 ist nochmal wesentlich schneller. Das Gehäuse ist noch ziemlich kompakt und sie liegt damit sehr gut in der Hand. Die Akkulaufzeit ist im Vergleich mit einer DSLR natürlich recht schwach, dies lässt sich aber mit einem Ladegerät und Zweitakku sehr gut beheben.
Die Bildqualität kann locker mit einer DSLR mithalten. Praktisch finde ich den MR-Modus, wo man seine eigenen Einstellungen für bestimmte Bildsituationen speichern kann. Was ich manchmal vermisse, ist die von der A5000 gewohnte Zoomwippe, aber auch daran gewöhnt man sich.
Aufgrund der sehr guten Bildqualität eine klare Kaufempfehlung!
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Durch einen glücklichen Umstand habe ich diese Kamera schon ein paar Tage vor dem offiziellen Erscheinungstermin bekommen und habe daher schon sehr frühzeitig von ersten Erfahrungen berichten können. Ich habe die Rezension im Laufe der Zeit immer weiter verbessert und erweitert. Vielen Dank an dieser Stelle auch an alle Kommentatoren, die hervorragende Tipps gegeben haben.

Überblick in Kürze:

Wer Bilder von unbewegten Motiven machen will, bekommt eine tolle Kamera. Die Farben und der Kontrastumfang sind sagenhaft, die zusätzliche Auflösung bringt erstaunlicherweise einen echten Mehrgewinn (hervorragende Objektive vorausgesetzt - das 16-50 Kitobjektiv ist von dieser Kamera schlicht überfordert).

Bei Bildern von Menschen in Bewegung oder gar bei Kindern war ich erst ein wenig enttäuscht, habe jetzt aber Einstellmöglichkeiten gefunden, die für mich sehr gut funktionieren. Mit diesen spielt die A6000 jetzt tatsächlich in der Liga von (einfachen) Spiegelreflexkameras, obwohl meine Ausschussquote auch nach vielen Tausend Bildern Erfahrung noch deutlich höher bleibt als bei Spiegelreflexkameras.

Die Langfassung:

Autofokus:
Ich habe auch eine NEX-5R. Mit dieser waren bewegte Motive praktisch nicht fotografierbar, weil der Autofokus viel zu langsam und für die Sensorgröße zu ungenau war. In den ersten Tagen mit der A6000 habe ich daher zunächst Einstellungen verwendet, die bei der 5R nötig waren, um deren Schwächen auszugleichen. Damit habe ich aber offenbar die A6000 versehentlich um einige ihrer Möglichkeiten gebracht. Um das anderen zu ersparen, beschreibe ich meine Einstellungen hier etwas genauer. Ich arbeite jetzt in schnellen Bildsituationen mit folgenden Einstellungen:

Fokus-Modus: AF-C (Nachführung) oder AF-A (automatische Wahl zwischen AF-C und AF-S). Der Modus AF-D (bei dem manuell nachjustieren kann) ist für schnelle Scenen schlechter geeignet, auch wenn man nicht manuell eingreift.
AF lasse ich nur noch durch die AEL-Taste aktivieren, nicht mehr durch den Auslöser (das ist die Konfiguration, die gern von Sportfotografen verwendet wird; sie ist aber nicht jedermanns Sache).
Auf einer Funktionstaste liegt die AF Focus Area.
Auf der anderen Funktionstaste der Augen-AF.
Gesichtserkennung an, außer wenn es auf eine bestimmte Person unter vielen ankommt, denn sonst ist die Gefahr zu groß, dass die Kamera auf ein falsches Gesicht fokussiert. Das ist die Situation, in der man besonders den Touchscreen vermisst (mehr dazu unten).

Damit gelingen mir jetzt auch bei schnellen Motiven sehr viele Bilder, die exakt im Fokus sind. Allerdings: Wer glaubt, eine Nikon D4 zu einem Bruchteil des Preises zu bekommen, den muss ich enttäuschen. Meine Ausschussquote bleibt sogar deutlich höher als bei einer Nikon D300, wobei schwer zu sagen ist, woran genau das liegt. Ich kann aber einige Hinweise geben: 1. Meine A6000 hat einen deutlichen Frontfocus, d.h. die Schärfeebene liegt etwas zu nah an der Kamera. Eigentlich ist das eine Macke, die Kameras mit Kontrast-AF nicht haben, aber dies scheint eine Begleiterscheinung des Hybrid-AF zu sein. 2. Der AF schafft die Schärfenachführung nur dann, wenn das Hauptmotiv nur maximal ca. 20% der Bildfläche ausmacht. Den Läufer auf der Zielgeraden bekommt damit scharf, einen formatfüllenden Hund, der sich in Kamerarichtung bewegt, aber nicht - auch wenn Sony das in der Werbung gern als Beispielmotiv zeigt. Insgesamt ist der AF für eine Kamera dieser Art sehr gut, aber eben immer noch deutlich schlechter als bei einer mittleren SLR.

Bei schwachem Licht wird der AF natürlich langsamer und pumpt etwas, ist aber durchaus verwendbar. Bei sehr schwachem Licht findet flexible Spot AF keinen Fokus mehr, dann hilft es aber, auf area focus umzustellen. Wie schon bei der NEX 5R muss man das AF-Hilfslicht ausschalten, damit es besser wird (das ist kein Schreibfehler: ohne Hilfslicht wird es besser).

Es ist schade, dass es kein Touch-Display gibt, aber mit den oben genannten Einstellungen kann ich dieses Problem weitgehend umgehen.

Blitz: Der Blitz ist durch Knopfdruck aktivierbar und nervt nicht durch eigenmächtiges Aufklappen. Sehr gut! Der Aufhellblitz funktioniert jetzt auch wenigstens einigermaßen, obwohl der gesamte Bildeindruck immer noch bei Weitem nicht an eine Fuji X100s herankommt. Bei schwachem Licht erschlägt der Blitz das Motiv. Ich stelle ihn standardmäßig auf -1/3 und oft auf Langzeit-Sync, dann geht es recht und schlecht. Der Weißabgleich wird trotzdem ziemlich schief, weil die A6000 sich offenbar nicht so recht zwischen Blitz und Umgebungslicht entscheiden kann. Klar, dass die Lichtfarbe des Blitzes eine andere ist als die von Glühlampenlicht, aber auch hier gilt: Fuji findet den deutlich besseren Kompromiss. Vielleicht haben die irgendeine Technologie patentiert, die Sony nicht übernehmen kann.

Batterie: Die gute Nachricht ist, dass die alten NEX-Akkus weiterhin funktionieren. Die noch bessere, dass es auch mit meinen Nicht-Originalbatterien funktioniert. Und die allerbeste, dass sich die Batterie jetzt sogar dann laden lässt, wenn man ein USB-Ladegerät von Apple oder Samsung verwendet (das ging nämlich beider 5R nicht). Die schlechte Nachricht ist, dass der Akku wirklich recht schnell leer ist. Zum Glück ist das weniger schlimm, weil man im Regelfall die Bilder zwischendurch mal auf den Computer überträgt und danach die Kamera eingestöpselt lassen kann, dann ist sie im Nebenbei wieder voll. Auf Reisen oder einem längere Shooting sollte man aber genug Ersatz-Akkus dabei haben. In den ersten Tagen der Benutzung hielt der Akku für geschätzte 250-300 Bilder, inzwischen komme ich aber auch auf über 600 Aufnahmen, ohne den Akku ganz leer zu ziehen. Es scheint so, als hätten sich Kamera und Akku erst aneinander gewöhnen müssen (das gilt auch für meinen Original-Akku aus der 5R).

Sucher: Dass es einen gibt, ist gut. Er ist auch schnell und bei Available-Light-Fotografie schön hell und rauscharm. Die Auflösung ist aber nicht toll und man sieht deutlich die einzelnen Pixel. Die Schärfebeurteilung ist daher nur eingeschränkt möglich. Manchmal ruckelt er deutlich, und er hinkt etwas nach, woran man sich erst einmal gewöhnen muss, um nicht immer etwas zu spät abzudrücken.

Bildqualität: Bei statischen Motiven (also z.B. Landschaft oder Architektur) ist die A6000 eine Sensation. Ich stelle sie gern auf Vivid mit Sättigung +3 und Schärfe +1, dann kommen direkt als jpg unglaublich gute Bilder heraus. Probieren Sie es, auch wenn es nicht jeden Geschmack treffen wird. Wer Landschaftsbilder aus dieser Kamera sieht, will dorthin fahren. Ich schätze es, wenn eine Kamera in der Lage ist, out of cam" perfekte Bilder zu liefern - und dass kann die A6000. Hier lässt die Sony die Fujis weit hinter sich (ich selbst habe auch eine X100s). Das gilt bei Landschaft und Architektur besonders, aber auch bei Menschen, wenn man sie denn richtig scharf bekommt (was bei Models geht, weil sie in der Bewegung jeweils kurz still halten). Dann gefallen mir die Hauttöne der Sony um Längen besser, weil sie intensiver sind und das gesamte Bild detailreicher erscheint (ich rätsele immer noch, woran das genau liegt). Die Einstellung Portrait ist übrigens auch sehr gut verwendbar, besonders bei kühlem Licht (probieren Sie Sättigung und Schärfe +1).

Available Light: Trotz der hohen Auflösung ist das Verhalten bei schwachem Licht sehr gut. Das Rauschen ist sehr gut korrigiert, aber die Details gehen bei schwachem Licht deutlich verloren. Trotzdem sind die Bilder ohne Einschränkung verwendbar, eben nur mit geringerer effektiver Auflösung. Der Weißabgleich funktioniert ebenfalls sehr gut, ist aber bei Kunstlicht zu gelblich, allerdings eher schwächer als bei den meisten anderen Kameras. Bei Mischlicht findet der automatische Weißabgleich oft sehr natürlich wirkende Abstimmungen, sofern man keinen Blitz einsetzt.

Objektive: Auch wenn es nicht zur Kamera gehört, einige Hinweise zu den Objektiven. Um die A6000 ausnutzen zu können, reicht das kleine Kit-Objektiv hinten und vorne nicht. Man sollte das 16-50 eher als Dreingabe ansehen, mit der man die Kamera ausprobieren kann. Es ist ein kleiner Wackelkasten, dessen Auflösungsvermögen einfach nicht mit dem Sensor mitkommt und das fast immer stark dezentriert ist und somit auf einer Bildseite deutliche Unschärfen hat. Man kann es nutzen, wenn man die Kamera wie eine Pocketkamera in die Jackentasche stecken will (dafür mag ich es auch), aber mehr ist nicht drin. Will man die Bildqualität der Kamera ausnutzen, dann braucht man Objektive, von denen jedes einzelne teurer ist als die Kamera selbst. Grandios ist das Zeiss 16-70 (lassen Sie sich nicht durch negative Berichte im Internet davon abschrecken: die meiste Kritik entsteht, weil es eine Bildfeldwölbung hat, was bei den Standardtestmethoden zu Fehlmessungen führt). Für Available Light und Portrait ist das SEL50F18 hervorragend, für Schärfefanatiker die Touit-Objektive von Zeiss, die aber leider keinen Bildstabilisator haben.

Einige kleinere Beobachtungen:

Das Hauptärgernis aller NEXen bleibt erhalten: Sony hat die Funktion abgeschaltet, dass man Auto-HDR oder Belichtungsreihen mit Zeitauslöser kombinieren kann. Allerdings ist das hier nicht mehr so schlimm, weil man die Kamera auch im HDR-Modus mit der drahtlosen Fernsteuerung auslösen kann, wenn man dies im Menü freigegeben hat (Menü "Koffer", 3. Untermenü). Das kann man auch dauerhaft eingeschaltet lassen und kann abwechselnd mit Fernsteuerung und Auslöser arbeiten. Damit kann ich sehr gut leben, würde mich aber trotzdem freuen, wenn Sony in einem Firmwarupdate auch die Kombination HDR und Timer freischaltet.

Der klappbare Monitor ist und bleibt Spitze. Man kann die Kamera damit wie eine Hasselblad von oben her bedienen oder sie mit einer Hand hochhalten und über eine Menschenmenge fotografieren. Er ist im Sonnenlicht leider kaum verwendbar, aber dafür gibt es ja den Sucher. Schade, dass der alte Zusatzsucher der NRX 5R nicht verwendbar ist, denn der lässt sich klappen. Sehr ärgerlich hierfür ist, dass es keinen künstlichen Horizont mehr gibt.

Die Unterseite ist nun glatt und hat eine hinreichend große Auflagefläche für einen Stativanschluss.

Die Serienbildfunktion ist wirklich sehr schnell und lässt sich zum Glück in drei Stufen einstellen. Ich nehme nur die mittlere oder die langsame, weil es sinnlos ist, nicht nur das Blinzen einer Person, sondern auch noch mehrere Phasen davon einzufangen. Für Sportfotografie könnte die hohe Geschwindigkeit sinnvoll sein, aber ich glaube noch nicht daran, dass das ein häufiger Einsatzzweck der A6000 wird. Übrigens ist die A6000 das Attribut schnellste Kamera" schon wieder los, bevor sie lieferbar war, denn die Nikon 1 V3 soll 20 Bilder pro Sekunde mit AF-Nachführung machen. Ob das funktioniert kann ich natürlich nicht beurteilen; allerdings muss man bedenken, dass die Nikon wegen des kleineren Sensors geringere Anforderungen an die Präzision des AF hat und damit möglicherweise mehr scharfe Bilder liefert.

Es gibt jetzt eine Speicherfunktion für die Kamera-Einstellungen, in der man drei Settings speichern kann. Das ist prima, um zum Beispiel zwischen Landschaft, Portrait und Available Light umzustellen. Die Bedienung ist noch nicht optimal, aber schon mal besser als nichts.

Auto HDR ist eine geniale Funktion und funktioniert besser als bei den meisten anderen Kameras, sofern die das überhaupt haben. Die Panorama-Funktion ist verwendbar, aber schlechter bedienbar als bei einem Galaxy-Handy.

Die Menüaufteilung ist viel besser als bei den alten NEXen. Gott sei Dank! Ich konnte mich einmal von links nach rechts durcharbeiten und hatte schon einmal eine gute Grundkonfiguration, ohne einen Blick ins Handbuch werfen zu müssen. Allerdings muss man wissen, dass die Einstellmöglichkeiten mit den etwa 20 Hebelchen, Schälterchen, Rädchen, Kläppchen und dem in der Nähe von 200 Einträgen langen Menü schon einiges an Kameraerfahrung voraussetzen. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich, dass ich hier doch etwas voreilig war und erst beim zweiten oder dritten Durchgang für mich sehr wichtige Einstellungsmöglichkeiten (und besonders Kombinationen daraus) gefunden habe. Auch zeigt sich, dass ich trotz der besseren Struktur manchmal ziemlich lange suchen muss, um Funktionen wiederzufinden.

Zudem fehlen mir noch ein paar Funktionen, allen voran die Möglichkeit, die Dateinamen zu ändern. Denn ohne diese Möglichkeit hat man als Besitzer mehrerer Sonys doppelte Dateinamen, was die Archivierung erschwert.

Die Kamera lässt sich als Massenspeicher mit dem Computer verbinden und man braucht keine nervtötende Junk-Software auf seinem Rechner. Ein Glück!

Die Haptik hinterlässt gemischte Gefühle. Die Rechte Seite ist von der Form und durch die Belederung sehr gut gelungen, der Rest ist mir zu plastikmäßig. Die AEL-Taste ist eigentlich eine der wichtigsten Tasten, sie liegt aber zu weit rechts, sie lässt sich nicht erfühlen und muss faktisch mit dem Fingernagel bedient werden. Das riecht sehr stark nach dem Versuch, die engagierten Fotografen zu teureren Modellen zu drängen, ist aber eine schlechte Entscheidung, weil die A6000 ja auch die NEX7 ersetzt und man eben manchmal eine Kamera haben will, die in erster Linie klein ist.

Das Schnellmenü ist ein Geschenk des Himmels und gegenüber früher deutlich verbessert. Es lehnt sich jetzt an die Fuji-Bedienung an, sodass man direkt in dem Menü durch das Einstellrad Änderungen vornehmen kann. Besser als bei Fuji ist, dass dieses Menü freier konfiguriert werden kann. Sehr gut!

Die Anschaltzeit ist ohne Tadel, auch der Sucher sich schaltet schnell ein, wenn man sich mit dem Auge nähert. Eine Spiegelreflex ist schneller bereit, aber in den allermeisten Fällen wird man nichts vermissen.

Der Sucher schaltet sich auch dann ein, wenn er nah an einer Wand ist oder das Licht auf bestimmte Weise einfällt (das ist zum Beispiel bei hellem Licht von der Seite der Fall). Das kann manchmal ganz schön nerven, weil dann der Monitor nicht mehr benutzbar ist. Daher gibt es Situationen, in denen ich tatsächlich inzwischen lieber wieder auf meine NEX-5R zurückgreife.

Die Sony-Spezialabteilung für Kundenverärgerung hat leider auch bei der A6000 zugeschlagen, obwohl in dieser Abteilung offenbar einige Entlassungen vorgenommen wurden:

Der künstliche Horizont existiert nicht mehr. Das ist äußerst ärgerlich, weil damit die "Hasselbad-Bedienung" mit Einblick von oben erheblich verschlechtert wird. Meine dringende Bitte an Sony ist, die Wasserwaage in einem Firmware-Update nachzuliefern.

Die A6000 hat keinen Klinkeneingang für ein Mikrofon. Stattdessen soll man sich das teure Bluetooth- oder Aufsteck-Mikrofon kaufen. Hier der Link zu dem Aufsteckmikrofon: Sony ECMXYST1M.CE7 Stereomikrofon für Camcorder mit Multi-Interface-Zubehörschuh (es ist nicht gleichzeitig mit einem externen Blitz verwendbar).

Die A6000 neigt zur Unterbelichtung, vermutlich aus Panik, dass helle Bildstellen ohne Zeichnung sein könnten. Das ist leider so stark, dass man die Vollautomatik kaum benutzen kann, weil dann die jpgs durchweg flau aussehen (mal abgesehen davon, dass diese superintelligente Automatik ziemlich unvorhersehbare Dinge macht). Ich arbeite daher nur in den Modi A und besonders P und stelle (in der Regel bei Schwachlichtsituationen) die Belichtungskorrektur oft auf +1/3.

Dass die Kamera kein Touchdisplay hat, ist richtig ärgerlich. Denn damit könnte man das AF-Feld schnell verschieben und die derzeit sehr umständliche Bedienung vereinfachen. Ideal wäre es, wenn man das Touchfeld auch dann benutzen könnte, wenn man mit dem Sucher arbeitet. Bei der Wiedergabe könnte man mit einem Touchdisplay schnell an der gewünschten Stelle ins Bild hineinzoomen. Das ging auch bei der NEX 5R, aber hier ist es nicht vorhanden. Warum nicht? Wahrscheinlich, um uns noch die Nachfolgemodelle verkaufen zu können.

Fazit: Die Kamera hat eine großartige Bildqualität und lässt sich sehr frei konfigurieren. Deshalb habe ich länger als erwartet gebraucht, die für mich optimalen Einstellungen zu finden, aber mit diesen kann ich jetzt auch in schnellen Bildsituationen gut arbeiten. Man braucht sehr gute Objektive, um die Bildqualität ausschöfen zu können. Die meisten meiner Kritikpunkte konnte ich mit Hilfe der Tipps in den Kommentaren beseitigen und bin jetzt ziemlich begeistert. Hier hat tatsächlich eine Kamera mit elektronischem Sucher die Spiegelreflexen fast eingeholt.

Falls die Begeisterung bei Ihnen nicht gleich einsetzt: Geben Sie sich und der Kamera ein wenig Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Bei mir war sie nötig, aber es hat sich gelohnt.
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In meinem Blog und auf Youtube (projekt365fotos.blogspot.ch/2014/03/test-sony-a6000-autofokus-iso-bedienung.html) gibts umfangreiche Informationen und viele Beispielbilder, hier also nur Zusammenfassung. Dort zeige ich z.B. auch, wie extrem gut der Autofokus in Verbindung mit der hohen Geschwindigkeit ist. Im Vergleich zur Canon 100D und der Nikon D5200. Wer das nicht glaubt: Die Kamera ausleihen, Nachbars Hund schnappen und Stöckchen werfen gehen . . .
Auch ISO Bilder habe ich hochgeladen. Für mich bis 3200 gut brauchbar. Tipp: Rauschreduktion auf Low stellen.

Was mir am besten gefällt
- Schneller Autofokus und hohe Schussgeschwindigkeit (siehe unten)
- Fokuspunkt sehr einfach und gut verschiebbar
- Fokuspeaking in versch. Farben
- Zebra
- Einhändige Bedienung
- Sehr guter Tragekomfort durch den grossen Griff
- Bildqualität und Dynamic Range sind gut
- Zusatzfunktionen durch die Apps
- Wifi zur einfachen Übertragung aufs iPhone

Was mir nicht gefällt
- Sucher und Display sind gut, nicht sehr gut (die NEX-7 war ihrer Zeit voraus)
- Wasserwaage ist nicht mehr da (NEX-7)
- Kopfhörerausgang fehlt
- Mikrofoneingang fehlt
- Sehr sehr laut
- JPGs haben relativ schnell Artefakte, das kann die NEX-7 besser
- Display ist klappbar, aber nicht drehbar
- Wifi: Die App ist primitiv!

Mein Fazit
Kann die Sony a6000 mit einer DSLR mithalten? Locker. Mit einer DSLR im gleichen Preissegment. Die ewigen Fragen, nach Vergleich mit einer Vollformatkamera hinken einfach. Preis und Gewicht muss jeder selbst für sich bewerten. Pers. habe ich eine Canon 6D für max Qualität und eine Sony NEX für unterwegs.
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