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Seide Taschenbuch – 1999

4.5 von 5 Sternen 117 Kundenrezensionen

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Produktinformation

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Hervé Joncour arbeitet nur für wenige Wochen im Jahr. In diesen Wochen kauft er die Larven von Seidenraupen ein -- den Rest des Jahres verbringt er genügsam mit seiner Frau zu Hause. Doch seit einiger Zeit ist eine Epidemie unter den Seidenraupen aufgetaucht, die auch durch den Nachkauf von Larven aus Afrika nicht mehr einzudämmen ist. Nur in Japan sind die Raupen noch völlig gesund; niemand konnte sie hier eingeschleppt haben, denn Japan ist für Ausländer nicht geöffnet. Doch Hervé wagt es, reist um die halbe Welt, um die Larven zu kaufen. Am Hofe Hara Keis trifft er eine Frau mit dem Gesicht eines sehr jungen Mädchens, deren Augen nicht orientalisch geschnitten sind. Er wechselt kein Wort mit ihr, blickt sie kaum an.

Im nächsten Jahr bricht er wieder auf nach Japan, um Larven von Seidenraupen zu kaufen. Wieder trifft er die geheimnisvolle Fremde am Hof Hara Keis -- und diesmal gibt sie ihm einen Brief mit. Lange Zeit unternimmt Hervé nichts, doch dann lässt er den Brief übersetzen. Vor seiner nächsten Reise nach Japan bricht dort Krieg aus. Ein gefährliches Unterfangen, jetzt nochmals hinzufahren, zumal man glaubt, die Ursache der Epidemie entdeckt zu haben, und aus Italien Nachschub verfügbar ist. Doch Hervé wagt es trotzdem. In Japan trifft er nicht mehr auf den Hof Hara Keis; dort ist nur noch Schutt und Asche vorzufinden. Und ein kleiner Junge, der ihn ins Lager führt -- ein letzter Blick auf jene geheimnisvolle Frau, und die Gewissheit, nie wiederkommen zu dürfen. Die Larven, die er kauft, bringt er nicht bis nach Hause. Zu lange dauert die Reise diesmal, zu warm ist es, und schon viel zu früh brechen die Larven auf. Hervé hat sich verändert seit dieser Rückkehr; er ist noch viel ruhiger und melancholischer geworden. Auch seine Frau bemerkt es, wenn er ihr auch die Ursache verschweigt. Eines Tages erreicht ihn wieder ein Brief mit diesen vogelfußähnlichen Schriftzeichen.

Was für ein Buch! Ich bin -- auch nach mehrmaligem Lesen -- immer noch restlos begeistert von diesem Buch, dieser Sprache, dieser Sinnlichkeit. Der Vorhang zu einer fremden Welt wird kurzfristig geöffnet; die Sitten in Japan, die so ganz anders sind als in Europa. Ein absoluter Hochgenuss! --Daniela Ecker

Pressestimmen

»In dieser wunderbar leichten und zugleich melancholischen Liebesgeschichte stimmt jedes Wort, hat jede Geste Sinn und Bedeutung.« Brigitte -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Alessandro Baricco "Seide"

Inhalt:

1861: Der französische Seidenhändler Hervé Joncour ist glücklich mit Hélène verheiratet und in wenigen Monaten des Jahres damit beschäftigt in der Welt herumzureisen und gesunde Seidenraupeneier nach Frankreich zu bringen. Da die Nosemaseuche auch nach Afrika gelangt ist, ist er gezwungen sich auf eine waghalsige Reise nach Japan zu begeben. Die Geschäfte mit dem reichen japanischen Händler Hara Kei laufen, trotz anfänglicher Skepsis und Misstrauen, gut. Und dann passiert, was die Geschichte und das Leben des Hervé Joncour fortan bestimmen soll: er blickt in die Augen einer jungen Frau, die zuvor zu Füßen Hara Keis lag. Hervé Joncour muss zurückreisen, um die Raupeneier heil nach Lavilledieu zu bringen, einen Teil seines Herzens lässt er jedoch in Japan. Zwar liebt er seine Frau, doch ist die Sehnsucht nach der Unbekannten (nie hat er ihre Stimme hören können) so groß, dass er wieder und wieder nach Japan aufbricht....

Zwar finde ich, dass die Bezeichnung Roman für dieses Büchlein nicht die richtige ist, jedoch ist dies für mich kein Bewertungskriterium, wenn ich solch einen, feinen Inhalt vor mir habe. Man liest nicht gerade lange (etwas über eine Stunde) in und an diesem Büchlein, aber doch eine längere Zeit noch in sich selbst. Das ist das Schöne an Parabeln. Und an Liebesgeschichten. Die Gedankenbilder- verharzenden und zerstörenden Kitsch habe ich für mich nicht entdecken können. Ich empfand die Geschichte als sehr tiefgreifend, harmonisch, feinklingend, etwas traurig und sehr schön. In keiner Weise habe ich durch die Lektüre etwas verloren wie z.B. Zeit
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Format: Audio CD
Vordergründig eine Geschichte über Frankreich, Japan und die Seide, dann aber eine Geschichte übers Unterwegssein, innerlich wie äußerlich, eine Geschichte über die vielen Facetten von Liebe: Leidenschaft, Treue, Geborgenheit, aber auch Moral, Ausbruch, Flucht und die Kämpfe mit all diesen Gefühlen.
Die Sprache ist sehr reduziert und klar. An diese kleine Novelle die Ansprüche eines großen, epischen Romans anzulegen wäre unfair. Die Figuren bleiben Figuren, beinahe Allegorien, und werden vom Autor kaum zu komplexen Charakteren ausgemalt. Die Brüche in den Seelen der Protagonisten bleiben dem Leser ähnlich schwer zugänglich wie den Protagonisten selbst. Bariccos Stilmittel der Wiederholung ganzer Textpassagen verstärkt den Eindruck von vorgezeichneten Lebenswegen, die die Besitzer dieser Leben so gerne verlassen würden und es doch bis zum Ende nicht schaffen.
Hier entfaltet das Hörbuch, gelesen von Christian Brückner, seine ganze Stärke. Er verleiht dem Text die Endringlichkeit und Struktur, die einem phantasielosen Leser vielleicht sonst verborgen bliebe. Brückner liest engagiert und leidenschaftlich, mit traumwandlerischer Sicherheit für Tempo und Pausen, und seine "brüchige" Stimme passt bestens zu der Geschichte, die ja im Grunde auch von Brüchen in einer heilen Welt handelt.
Auch auf CD große, manchmal ein wenig altmodisch anmutende Erzähkunst, aufs Nötigste reduziert.
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Von Ein Kunde am 6. Januar 2000
Format: Taschenbuch
Ich habe "Seide" bei einem Glas Rotwein, Käse und Brot in einem Rutsch durchgelesen, was gerade mal zwei Stunden gedauert hat, und habe das Buch mit einem hörbaren Seufzer und dem Gefühl zugeschlagen, Zeuge einer wundervollen Geschichte geworden zu sein. Es ist faszinierend, wie Barrico es schafft, auf so wenigen (und zudem nicht gerade ausfüllend bedruckten) Seiten eine weltumspannende Geschichte von schlichter Schönheit zu entfalten. Dabei kann er es sich sogar leisten, im Laufe des Buches ganze Passagen gleich mehrfach mit nur geringen Abwandlungen zu wiederholen. Es gelingt ihm immer wieder, in einzelnen nüchternen und knappen Sätzen Dinge auszudrücken, für die andere Autoren ganze Seiten brauchen. Besonders schön war die überraschende Wende kurz vor Schluss... Ein Buch für die Seele. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Format: Gebundene Ausgabe
Die Hauptfigur Hervé Joncour lebt im Jahr 1861, in einem Ort Lavilledieu zusammmen mit seiner Frau Hélène irrgendwo in Südfrankreich. Er kauft und verkauft Seidenraupen. Einmal im Jahr fährt er für mehrere Monate nach Syrien und Ägypten um die Eier zu erwerben, den Rest des Jahres ruht er sich aus.
Hervé Jouncour gehört eher zu den Menschen die dem Leben lieber beiwohnen, während sie jegliches Bestreben, es zu leben, für ungebracht halten. Und hätte man ihn gefragt, so hätte er geantwortet das sein Leben immer so weitergehen würde.
Nachdem sich jedoch sämtliche Eier über Europa bis nach Afrika und Indien mit einem Virus infizierten, wurde es immer schwieriger an gute Ware zu kommen.
Zur selben Zeit öffnete sich die Insel Japan für Ausländer und es gab Gerüchte das dort die schönste Seide der Welt hergestellt wird. Noch im selben Jahr reist er in dieses fremde Land und trifft Hara Kei, dem uneinnehmbarsten Mann Japans und Besitzer all dessen, was die Welt von dieser Insel fortragen konnte. Und er trifft eine Frau an Hara Keis Seite, die er seit dieser ersten Begegnung nicht mehr vergessen kann. Von nun an reist Hervé Joncour mindestens einmal im Jahr nach Japan um Seidenraupen zu kaufen, Hara Kei zu treffen und das geheimnisvolle Mädchen wiederzusehen.
Doch am Ende kommt alles anders, als man es denken würde.
Alessandro Baricco ist in Italien schon seit Jahren ein gefeierter Literaturstar. Sein Schreibstil ist witzig, direkt und poetisch.
Dieses Buch ist ein kleines Kunstwerk über die Senhsucht und die Liebe. Wirklich wunderschön und sehr zu empfehlen.
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