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am 30. Oktober 2017
Dass sein altes Leben unabwendbar dem Vergessen anheimfallen würde bei seinem Eintritt in den Dienst des Totengottes weiß Bronnjarensohn Wulfjew bereits am Sterbebett seines Vaters, aber welche Früchte das mit den letzten Worten gehauchte Vermächtnis für ihn, das jüngste von drei Kindern, bereit halten würde, muss die Zeit noch weisen.
Auch die in unzertrennlicher Liebe verbundenen Leibeigenen Lonnet und Svetjana, deren Bronnjaren doch in tiefer Fehde miteinander liegen und ihre Verbindung niemals erlaubt hätten, versuchen, das Schicksal in ihre eignen Hände zu nehmen.
...Während tief in den Rotaugensümpfen Schatten der Vergangenheit nach neuer Macht gieren.

Wenn man eines neidlos zugestehen muss, dann dass dieses auffallend erwachsene Buch eines mit schlafwandlerischer Treffsicherheit macht: Es verkörpert auf eindrucksvolle Weise die Essenz Borons mit all seinen Aspekten.

Das spiegelt sich leider auch ein wenig in der gefühlt überbordenden Länge und dem getragenen Tempo. Die ersten hundert Seiten - und auch so manches Zwischenspiel - sind in meinen Augen doch recht langatmig, wobei ich nur raten kann, ob nicht auch das vom Autor mit beabsichtigt war. Boron selbst ist schließlich geduldig.
Die stilistische Qualität ist für einen DSA-Roman bemerkenswert und ragt deutlich aus der großen Masse hervor.

Dominiert am Anfang noch ein gewisser gesellschaftspolitischer Aspekt das Geschehen, überlagert schon bald eine düstere, albtraumhafte Aura die Erzählung. Man weiß als Leser mehr als die Handelnden, aber - zumindest ging es mir so - rechnet im Grunde nicht damit, dass der Autor sein Leitmotiv so konsequent durchziehen würde.

Praios' Ordnung und die Macht der Herrschenden? - Auf Sand gebaut. Heute errungen und morgen verloren.
Ewige Liebe? - Ein zerbrechliches Band, das dem Vergessen weichen muss.
Hesindes Wissensdurst? - Ein flüchtiger Funke der Erkenntnis von dem nichts bleibt als verstaubte Schriften.
Rondras Tapferkeit und Heldenmut? - Mächtig, aber auch unbeständig wie ein zuckender Blitz.
Einzig der Tod ist ewig. Und Boron schweigt.

Das ganze Buch ist eine Allegorie auf die Unbedeutsamkeit der Lebenden vor dem alle Zeiten überblickenden Auge des Totengottes. Nicht grausam oder boshaft, aber unerbittlich.

So stringent diese Thema sich durch den Roman zieht, waren für mich doch alle Boroni als solche unglaubwürdig dargestellt. Einige Male möchte man sich als Leser geradezu die Haare raufen, wie naiv und unbedacht sie alle handeln, vor allem bei Marborias völliger Unwissenheit von den wahren Vorgängen.
(Und auch den gruseligen "Alia Atreides"-Verschnitt fand ich persönlich befremdlich und nicht unbedingt ins Setting passend).
Wen man diese Borondiener als Maßstab für ihre Kirche heranziehen würde, müsste man zu der für inneraventurische Verhältnisse erschütternden Erkenntnis gelangen, dass die genau so blind in der Dunkelheit tappen wie alle anderen Menschen, es fungiert hier aber eher als plot device.

Insgesamt ein atmosphärisch dichtes Buch, das vor allem von der Innenschau der Protagonisten lebt, jedoch erst auf den letzten 100 Seiten (ein wenig) Tempo aufnimmt.
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am 4. April 2012
Gelesen vor ca. zwei Jahren, und jetzt kann ich nur sagen: Nachhaltig eindrucksvoll, die Wirkung verblasst nicht. Es war mein erster DSA-Roman überhaupt, ich dachte, da komme ich nie rein, und überhaupt bin ich eigentlich kein Fantasy-Leser. Doch ich war im Nu drin und habe das Buch mit anhaltender Spannung gelesen. Beeindruckend war unter anderem, was der Autor dem Leser abverlangt. Da erlebt man Szenen mit, die ganz schön an die Nieren gehen. Andere wieder ans Herz. Craw ist mit seinen Figuren oft nicht zimperlich. Sehr eindrucksvoll beschrieben ist die Atmosphäre, die ganze Szenerie der Rotaugensümpfe und ihrer Bewohner. Ich kenne mittlerweile alle DSA-Romane von Craw, dieser ist mein Favorit!
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am 20. November 2011
'Todesstille' heißt der 106. Roman in der Rollenspielwelt des 'Schwarzen Auges' . Kenner dürften anhand des Titels erahnen können, dass es sich in dem Roman um den Totenkult schlechthin in Aventurien dreht, nämlich die Kirche BORons. Bernard Craw entführt den Leser mit seinem Buch in die Wildnis und wagt dort verschiedentlich den Blick nach Innen.

BORon ist im Pantheon der Götter auf Aventurien der Herr des Todes, der Stille und des Vergessens. Seine Geweihtenschaft wird allerorts benötigt, ist aber trotzdem nirgends wirklich gerne gesehen, so auch nicht im Bornland, in dem die Winter gnadenlos sind und das Leben der Leibeigenen noch härter.

Vielleicht um den Gott des Todes im letzten Moment noch etwas milder zu stimmen, vermacht der Bronnjar von Ebnitzar, ein Adliger des Bornlandes, auf dem Sterbebett mit seinen letzten Atemzügen der Kirche des BORon die Burg Dornblut. Sie liegt in den Rotaugensümpfen, welche verdorben, erbarmungslos und schlichtweg eine lebensfeindliche Umgebung sind.
Zusammen mit der oberen Geweihten, Mütterchen Maboria, zieht eine Gruppe Boronsgeweihter in die Sümpfe, um dort das neue Eigentum der Kirche standesgemäß zu beziehen und zu weihen. Dem Willen seines Vaters folgend, zieht auch Wulfjew von Ebnitzar als Novize mit. Obwohl das adlige Blut der Theaterritter in ihm fließt, einem alten adligen Bund, der das Bornland mit kühnem Sinn Untertan gemacht hatte, ist Wulfjew nicht zum Rittertum geboren. Und so fügt er sich in den Willen seines Vaters.

Und wo selbst drittgeborene Söhne keine Wahl haben, können Leibeigene erst recht nicht aufbegehren. Doch gerade das tun Lonnet und Svetjana, beides Diener von zwei verschiedenen Bronnjaren, welche verfeindet sind und den Leibeigenen unter sich keine Liebe gönnen. Gemeinsam fliehen sie mit dem Schutze TRAvias, der Herrin der Ehe, in ein unbestimmtes Leben. Ihr Weg führt sie, nahe am Tode vorbei, durch die Rotaugensümpfe und dort auf Burg Dornblut.

Die Geweihten, die geflohenen Diener und auch die Bewohner des Dorfes versuchen sich in der unliebsamen Umgebung ein neues Leben aufzubauen. Neben affenähnlichen Rantzen, einem unnachgiebigem Winter und einem Stamm Goblins lauern aber noch viel bedrohlichere Gefahren in den Nächten, die vom vollen Schein der Mada (= Mond) erhellt sind.

Eine leidvolle Geschichte liegt in den Mauern der Burg und des Dorfes und sie ist noch nicht vorbei. Aus der Vergangenheit strecken böse Mächte ihre Klauen nach dem Leben der neuen Bewohner Dornbluts aus. Erscheinungen werden Gesichtet, Schreie hallen durch die Nacht ' die in den Wahnsinn treiben können, Schändungen am Tempel werden entdeckt, ein alter Bund wird gelöst' Die Diener BORons müssen all ihre Kraft aufbringen, um diesen ungleichen Kampf zu bestehen. Und welcher Geweihter hat schon Angst vor dem Tod? Letztendlich wird die alles entscheidene Frage sein: Was ist mächtiger? Der Tod oder die Liebe?

Bernard Craw nutzt in seinem Roman den Kult des Borons in all seinen Facetten aus, um nicht nur dem Leser die Geweihtenschaft an sich näher zu bringen, sondern auch gekonnt deren Seelenleben und ihre Beweggründe darzustellen. Hierbei darf der Leser einen Blick in das Innere der Romanfiguren werfen, wie es selten der Fall ist. Sehr klar werden die tieferen Beweggründe, aber auch spontane Handlungen absolut nachvollziehbar dargestellt. Bei manchen Figuren wird man dagegen bewusst im Ungewissen gelassen. Und selbst auf die Gefühlswelt fremder Wesen, wirft der Bernard Craw einen interessantes Licht.

Der Autor schreibt verständlich und klar, ohne dabei auszuschweifen oder sich in Details zu verlieren. Dies gilt für Beschreibungen von Orten und Objekten, als auch auf Sachverhalte, was manchmal dazu führt, dass der Leser überrascht wird von dem Abschluss der Erklärung. Eine Präzision, die abwechselnd erfrischend ist.

Jedes Kapitel im Buch ist einem aventurischen Gott zugeordnet, welcher auch einen Monat benennt. So streckt sich die Handlung auf fast genau ein Jahr. Trotzdem hat der Roman insgesamt 17 Kapitel, mit Epilog. Die 5 zusätzlichen Kapitel sind einzelnen Tagen zugeordnet. Der geneigte Leser mag erraten, um welche 5 Tage es sich dabei handeln könnte.
Durch diese Aufteilung teilt sich auch die Spannung ziemlich auf und es entstehen einige Längen. Diese Stellen sind zwar an und für sich auch gut geschrieben, interessant und für das Verständnis notwendig, aber der Spannung selbst sind sie abträglich. Insgesamt ist der Showdown im Sumpf auch vorauszusehen, nur die Form selbst, die der Autor ihm gegeben hat, muss abgewartet werden.
Überraschend allerdings ist, dass der Roman kein Happy End bietet, wie man es normalerweise gewohnt ist. Und das macht ihn besonders.

Für Aventurienkenner und 'liebhaber ist es der Roman auf jeden Fall ein Blick wert. Auch wer nicht auf Wildnisromane steht, kann bei 'Todesstille' durch den interessanten Seelenstrip der Figuren auf seine Kosten kommen. Auch wenn nicht immer die Spannung gehalten werden kann, liest sich der Roman flüssig und regt zum Nachsinnen an. Personen, die nicht mit dem 'Schwarzen Auge' und insbesondere mit dem Kult des BORon vertraut sind, werden anfangs einige Verständnisschwierigkeiten haben, da das Buch klar für die DSA-Fangemeinde geschrieben wurde.
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am 25. September 2012
Gute Ansätze die bis zum 2/3 gut ausgebaut werden, kurzweilig und spannend Geschrieben. Auch für DSA Neulinge wie mich (erster Roman) glaubwürdige Fantasywelt und ausreichend erklärt.

Bin mit dem Ende nicht so recht warm geworden.

Trotzdem ein gutes Fantasy-Taschenbuch.
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am 5. September 2011
Ich hatte den Roman vor einiger Zeit schonmal begonnen aber dann warum auch immer wieder zur Seite gelegt.

Der Start gefällt mir sehr gut, leider wird daraus nicht mehr gemacht und man bleibt nur auf einen Charakter fixiert. Im späteren Verlauf kommen dann auch andere dazu und die Story bekommt durchaus tiefe und man kann sich sehr gut in die Geschehnisse hineinversetzen.

Was mich allerdings wirklich genervt hat war der Schluss. Hier hatte man sowohl bei der Geschichte um als auch die Boroni mehr erwarten können, es liest sich fast wie ein "Hmmm, mir fällt nix mehr ein/schon Abgabetermin und hab kein Bock mehr weiterzuschreiben"

Alles zusammen über weite Strecken sehr gut gelungenes Stück, mit wie gesagt immer wieder Stolpersteinen die ein klein wenig mehr verlangen ließen.
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am 2. Mai 2009
Die Geschichte spielt im Bornland und beschreibt sehr anschaulich die Menschen und Sitten zwischen Born und Walsach. Neben den allgegenwärtigen Bronnjaren, Norbarden und Goblins spielt vor allem der Kult des Totengottes die Hauptrolle. So erbt die Boronkirche die Burg Dornblut in den menschenfeindlichen Rotaugensümpfen und beschließt in dieser Abgeschiedenheit dem Gott der Stille und Vergänglichkeit einen Tempel zu weihen. Doch der Ort birgt finstere Geheimnisse, die selbst den so gelassenen Boronis das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Der Roman lebt von recht guten Beschreibungen der Protagonisten und einer insgesamt gelungenen Schilderung des Nordostens Aventuriens. Es kommt allerdings nur selten wirklich Spannung auf. Stattdessen ist die Geschichte recht kitschig und voller Klischees. Zudem ist das Finale des Romans sehr unübersichtlich und viele Verwicklungen bleiben leider ungelöst. So bleibt der Leser etwas ratlos zurück.

Die Veteranen des Schwarzen Auges wird zudem stören, dass - ohne hier zuviel vorweg zu nehmen - ausgerechnet die Diener Borons der Geheimnisse auf Burg Dornblut nicht wirklich auf die Spur kommen, wo doch das Mysteriöse, der Tod und das Jenseitige zu ihrem täglichen Geschäft gehören.
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am 28. März 2009
"Todesstille" spielt im Bornland, hauptsächlich in den berüchtigten Rotaugensümpfen. Dort hat die Boronkirche ein Dorf mit Burg geerbt. Die Boronis Raawen (schweigend), Marboria (kahlgeschorene Träumerin), Imalia (rothaarig), der Golgarit Härmhardt (den Tod suchend), und Wulfjew (selbstverletzender Novize) reisen mit den Leibeigenen Lonnet und Svetjana dorthin, um den neuen Besitz zu begutachten.
Die Mörderische Flora und Fauna, ein Goblinstamm und eine Norbardensippe sind dabei noch die geringsten Ablenkungen.
Und dann geht das Ganze wirklich schief. Jeder der Charaktäre wird an seine Grenze, zum Teil auch deutlich darüber hinaus geführt, und als einzige Gewißheit bleibt, daß Boron geduldig auf jeden warten wird.
Die Geschichte selbst ist o.k. Besonders ist in diesem DSA-Buch die Darstellung der Personen, ihrer Interaktionen und die melancholisch-morbide-dämonische Atmosphäre. Düster und lesenswert!
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am 21. März 2011
"Todesstille" handelt von einer Gruppe Borongeweihter sowie zwei Leibeigenen, die sich aus unterschiedlichen Gründen in einer Burg in den bornischen Rotaugensümpfen bzw. dem angrenzenden Dorf niederlassen. Dabei stellen sie nicht nur die unbarmherzige Wildnis und andere Bewohner der Sümpfe vor Herausforderungen, sondern auch die Vergangenheit der Burg und deren früheren Bewohner.

Sowohl der Plot als auch die Charaktere weichen merklich vom Fantasy-Standard ab. Der einzige Charakter mit dem Potenzial zum heldenhaften umherziehenden Abenteurer spielt nur eine Nebenrolle und hat keinerlei Bedeutung für die Ereignisse auf der Burg. Dort agieren alltägliche Aventurier in einem außeralltäglichen Umfeld, was zu einer weit größeren Vielfalt der Protagonisten führt als in Romanen über Heldengruppen, deren Mitglieder einige charakterliche und auch körperliche Eigenschaften wie ein hinreichend hohes Maß an Mut, moralischer Integrität und Gesundheit schon deshalb sämtlich teilen müssen, weil sie sonst keine Gruppe von Helden wären. Durch die weitestgehende Abwesenheit heroischer Charaktere entfällt auch das unter anderem aus DSA-Abenteuern bekannte Plotschema, in dem die Helden ausziehen, um Problem X zu lösen, und nach einigen Schwierigkeiten und mehr oder minder gravierenden zwischenzeitlichen Rückschlägen schließlich mittels ihrer besonderen Fähigkeiten dieses Ziel erreichen. Auch hierdurch wird das Buch m. A. n. interessanter, da die Handlung durch dieses Abweichen vom Genrestandard sowie die Bereitschaft des Autors, auch Charaktere, für die der Leser voraussichtlich Sympathie empfindet, mit allem anderen als Samthandschuhen anzufassen und Antagonisten Erfolge zu gönnen, deutlich unvorhersehbarer und somit spannender wird. Weiterhin punktet der Roman dadurch, dass er die Atmsophäre des Bornlands, der Sümpfe und einer Gemeinschaft von Borongeweihten sehr anschaulich zu vermitteln vermag.

Der meines Erachtens größte Schwachpunkt des Romans ist hingegen, dass er die Gefahren der Sümpfe und die Leiden der Charaktere viel zu einseitig auf der körperlichen Ebene abhandelt. Viele Menschen sterben in diesem Roman, und die allermeisten auf teils grausame gewaltsame Weise. Die psychische Entwicklung und seelisches Leid der Charaktere behandelt der Autor hingegen weithin stiefmütterlich. Wenn sie nicht wie im Falle des Kindes, das binnen Monaten nie eine emotionale Reaktion auf die Ermordung seiner gesamten Familie zeigt, deren Augenzeuge es wurde, gleich komplett ausgespart werden, werden sie zumeist sehr rasch und oberflächlich behandelt: Eine Boroni, deren Charakterzüge zu Beginn mit den Verhaltensnormen der Kirche kollidieren, hat ihren Anpassungsprozess nach einem ersten diesbezüglichen Gespräch mit der ranghöchsten Geweihten vor Ort bereits in weiten Teilen abgeschlossen; der Einblick in die Empfindungen einer Frau, die sich binnen einiger Tage in ein Tier verwandelt, beschränkt sich auf eine Szene, in der sie sich den Geweihten gegenüber ungebührlich benimmt; und dem Konflikt zwischen dem instinktiven Überlebenswillen und der immer realistischeren Aussicht der Boronis auf den eigenen Tod im Dienste ihres Gottes widmet der Autor einen Monolog eines Charakters. Wer den Film "Von Menschen und Göttern" kennt, der einige Mönche portraitiert, die sich in einer vergleichbaren Situation damit auseinandersetzen, ob man um des eigenen Überlebens willen von einem lebensgefährlichen Ort, an dem das eigene Kloster steht, fortgehen darf, was danach käme, ob der Tod um des Glaubens willen sinnvoll und/oder geboten ist, und innere Kämpfe zwischen ihren Überzeugungen, Idealen und Ängsten ausfechten, mag ahnen, welches Potenzial für Tiefgang hier ungenutzt geblieben ist.

Eine unterhaltsame Lektüre ist der Roman jedoch allemal, daher 3 Sterne.
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am 13. Oktober 2009
Dem DSA-Roman-Debütant Bernard Craw gelingt es sprachgewaltig den Leser in das Bornland zu versetzen. Die winterlichen Beschwerlichkeiten, die harte Strenge der Bronnjaren und die Gefahren der Natur werden in plastischen Bildern dargestellt.
Die Charaktere sind im Laufe der Handlung wiedererkennbar gestrickt. Man kann daher kritisieren, dass sie ein wenig zu einseitig wirken. Allerdings bevorzuge ich für Romane Figuren, die mir vertraut sind. Wer einen Vergleich im Stil lesen möchte, den verweise ich auf die Romane von Markus Heitz. Einerseits wird so die Realität schlechter abgebildet, da Personen doch sehr verschiedene Seiten, ja auch Widersprüchlichkeiten in sich verein vereinen. Andererseits kommt es der menschlichen Wahrnehmung entgegen, Realität zu reduzieren und ein Bild zu gewinnen.
Jedoch nicht nur die Darstellung von bornländischem Lebensgefühl und den Charakteren sind gelungen, sondern auch die Darstellung der Gruppe von Borongeweihten, ihrer Kirche und Riten und theologischen Überlegungen. Gerade als Fachmann für Letzteres bin ich beeindruckt für die Stimmigkeit der Gedanken und das Feingefühl für religiöse Fragen, was mich andererseits bei der Sozialisation von Bernard Craw nicht arg verwundert. Ein besonderer Genuss sind die Visionen, so viel sei verraten.
Der Schreibstil ist flüssig und kurzweilig, bisweilen könnte jedoch die Darstellung von Gewalt weniger intensiv ausfallen. An zwei Stellen habe ich tatsächlich einfach eine Szene querlesend übersprungen. Eine davon auf S.365ff.
Im Prinzip gibt es vier wesentliche Personenkreise, um die sich Handlung entspinnt. Das ist einmal das liebende Pärchen Svetlana und Lonnet, dann die von Dornbluts, die Boronpriester vom neuen Kloster und schließlich die Dorfgemeinschaft in den Rotaugensümpfen. Nach und nach kommt der Leser auf des Rätsels Lösung, welche sich um die von Dornbluts und das Dorf spannt. Die Handlung um Svetlana und Lonnet ist tragisch und herzergreifend gestaltet. Allerdings, nachdem der Konflikt um Lonnet gelöst wurde, gleich darauf der Konflikt um Svetlana entbrennt... das mag als schöne Spannungsschaukel geplant worden sein, wirkt jedoch etwas überbordend. Hier wäre der zweite Konflikt besser auf eine andere Personenkonstellation übertragen oder ganz ausgelassen worden. Sehr schön bei den Boronis gelungen dagegen sind die Gründe, weshalb ein Mensch sich dem finsteren Totengott anvertraut und Dienst in seinem Namen verrichtet.
Ein Kritikpunkt, der noch in Richtung der kritisierten Gewalt geht, ist das Ende für die Dorfgemeinschaft, das ebenfalls etwas überbordend ausfällt und milder hätte ausfallen können, ohne dem Plot etwas zu rauben. Mehr sei jedoch dazu hier nicht verraten.

Fazit: Gerade jetzt, wo es hier unser Gegend schon deutlich von Herbst auf Winter zugeht, waren die Darstellungen Bornlands ein richtiger Genuss. Die Handlung und Charaktere sind kurzweilig und stringent. Für die kritisierten Aspekte der Gewalt und der zwei Plotkritikpunkte gibt es zwei Punkte Abzug.
Empfehlung: Schnappt euch auf jeden Fall das Buch und geniesst es bei Kerzenschein und einer Tasse Tee mit Blick aus dem verregnetem oder gar schon verschneitem Fenster.«
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am 13. August 2014
Ganz gut aber es fehlt ein wenig die Stimmung. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie fesselt mich weder die Storry noch der Schreibstil. Es fehlt einfach etwas, z.B. fehlt mir beim Winter im Bornland das Gefühl der Kälte.
Ist aber vermutlich was persönliches.
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