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Schwarzbuch Globalisierung: Eine fatale Entwicklung mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern Taschenbuch – 1. März 2004
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Taschenbuch
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- Seitenzahl der Print-Ausgabe528 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberGoldmann Verlag
- Erscheinungstermin1. März 2004
- Abmessungen12.4 x 4.1 x 18.2 cm
- ISBN-103442152631
- ISBN-13978-3442152636
Von der Marke
Produktbeschreibungen
Pressestimmen
Klappentext
Die Zeit
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Edward Goldsmith ist Autor und Mitautor einer Reihe von Büchern, die sich mit Fragen der ökologischen und sozialen Entwicklung befassen. 1969 gründete er die Zeitschrift „The Ecologist“, heute Europas führendes Umweltmagazin. Er lehrte an mehreren Universitäten und ist Mitglied des International Forum on Globalization (IFG), einer Vereinigung von sechzig Organisationen aus zwanzig Ländern, die Aufklärung über Fragen der globalen Wirtschaft betreibt sowie Kampagnen organisiert.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die wirtschaftliche Globalisierung hat wahrscheinlich die fundamentalste Umstrukturierung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf unserem Planeten mindestens seit der Industriellen Revolution zur Folge. Trotz des Ausmaßes der globalen Neuordnung haben jedoch weder unsere gewählten Politiker noch unsere Bildungseinrichtungen, noch die Massenmedien je eine glaubwürdige Anstrengung gemacht, uns den Charakter des neuen Systems oder die ihm zugrunde liegende Philosophie zu erklären.
Beschreibungen der globalen Wirtschaft und Voraussagen hinsichtlich ihrer Entwicklung, die in den Medien zu finden sind, stammen in der Regel von führenden Befürwortern und Nutznießern der neuen Ordnung: von Konzernchefs, ihren Verbündeten in den Regierungen und von den mächtigen, neuen, zentralisierten Welthandelsbürokratien. Die Visionen, die sie uns anbieten, sind unweigerlich positiv, um nicht zu sagen fantastisch. Die Globalisierung wird zum Allheilmittel für all unsere Probleme. Sie wird das Problem der Armut lösen; sie wird die Umwelt retten. Und seit dem 11. September 2001 heißt es sogar, sie sei das beste Mittel, den Terrorismus zu besiegen.
Die genannten Globalisierungsbefürworter sind deshalb so begeistert, weil sie - durch globalen Freihandel und Privatisierung, durch Deregulierung und Strukturanpassungsprogramme -auch weiterhin wirtschaftliche Theorien, Strategien und Maßnahmen in die Tat umsetzen dürfen, die sich bei ihrer Anwendung in den vergangenen Jahrzehnten stets durch spektakuläre Erfolglosigkeit ausgezeichnet haben. Tatsächlich handelt es sich dabei genau um die Ideen, denen wir die bedrohliche Lage von heute verdanken: den zunehmenden Verfall gesellschaftlicher Ordnung, die Zunahme von Armut, Heimatlosigkeit, Obdachlosigkeit, Entfremdung und die extreme Zukunftsangst, die viele Menschen tief in ihrem Herzen hegen. Zugleich hat die Umsetzung der erwähnten Theorien uns auch nahe an den Zusammenbruch der natürlichen Umwelt gebracht, eine Bedrohung, die sich in Symptomen wie der weltweiten Klimaveränderung, dem Schwinden der Ozonschicht, dem massiven Artensterben und der fast unerträglichen Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser manifestiert.
Wir sollen glauben, dass Entwicklungsprozesse, die bisher Armut verursacht und den Planeten verwüstet haben, sich genau entgegengesetzt und extrem positiv auswirken, wenn sie jetzt beschleunigt und ohne Beschränkungen überall stattfinden können - also globalisiert werden. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute lautet: Es ist noch nicht zu spät, den Kurs zu ändern.
Die »steigende Flut«
Die 1994 im Abschlussabkommen der Uruguay-Runde vereinbarte Ablösung des GATT (Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) durch die WTO (Welthandelsorganisation) wurde von den führenden Politikern der Welt und den transnationalen Konzernen gefeiert wie die Geburt eines neuen Messias. Sie behaupteten, durch die neue Regelung werde eine globale Wirtschaftsordnung geschaffen, die in sehr kurzer Zeit eine Expansion der weltweiten Wirtschaftstätigkeit um 250 Milliarden US-Dollar bringen werde, die letztlich allen zugute kommen werde. Die beherrschende politökonomische Metapher war die von der »steigenden Flut, die alle Boote emporheben wird«.
Die globale Wirtschaft ist wirklich neu, und zwar weniger der Form als dem Ausmaß nach: Neu sind die weltweit gültigen Regeln, nach denen sie jetzt funktioniert; neu ist die durch sie erleichterte, technologisch verstärkte Beschleunigung der globalen Entwicklung und des Welthandels; und neu ist auch die von ihr verursachte abrupte Verlagerung der politischen Macht auf dem Globus. Natürlich ist es auch ein neues Phänomen, dass sich demokratische Länder auf der ganzen Welt dafür entschieden haben, ihre eigenen demokratisch verabschiedeten Gesetze außer Kraft zu setzen, um den Regeln einer neuen zentralen und globalen Bürokratie zu entsprechen. Ebenfalls neu ist die Abschaffung fast aller Kontrollmechanismen für die globale Tätigkeit von Konzernen und den Handel mit Devisen, was wiederum zu der von Richard Barnet und John Cavanagh geschilderten, von Währungsspekulanten beherrschten Kasinoökonomie führte. Auch für die schreckliche globale Wirtschaftskrise von 1998 war die neue globale Wirtschaft mitverantwortlich.
Die ideologischen Prinzipien, die der globalen Wirtschaft zugrunde liegen, sind dagegen nicht so neu. Es sind genau die Prinzipien, die uns in die soziale, wirtschaftliche und ökologische Sackgasse geführt haben, in der wir uns heute befinden. Sie umfassen den Primat des schnellen wirtschaftlichen Wachstums; die Forderung nach Freihandel zur Stimulierung dieses Wachstums; den uneingeschränkten »freien« Markt; den Verzicht auf staatliche Regulierung; die Privatisierung staatlicher Dienstleistungen; die völlige Abhängigkeit von zügelloser Konsumgier und, damit zusammenhängend, die aggressive Befürwortung eines einheitlichen Entwicklungsmodells für die ganze Welt, das genau den Vorstellungen und Interessen der Konzerne in den Industriestaaten entspricht.
Zu den ideologischen Prinzipien der globalen Wirtschaft gehört auch die Idee, dass alle Länder - selbst wenn ihre Kulturen so unterschiedlich sind wie etwa die von Indonesien, Japan, Kenia, Schweden und Brasilien - sich für dasselbe globale Wirtschaftsmodell entscheiden und ihre Boote in dieselbe Richtung lenken müssen. Das Ergebnis einer solchen Politik ist eine Monokultur - die globale Homogenisierung von Kultur, Lebensstil und Technologieeinsatz und die damit einhergehende Zerstörung lokaler Traditionen und Wirtschaftssysteme. Bald schon könnten alle Orte dieser Welt gleich aussehen, mit den gleichen Restaurants und Hotels, der gleichen Kleidung, den gleichen Einkaufszentren und Supermärkten und den gleichen mit Autos verstopften Straßen. Man wird kaum mehr einen Grund haben, seine Heimat zu verlassen.
Etliche Elemente dieses Rezepts sind schon lange wirksam -mit katastrophalen Folgen, wie in vielen Kapiteln dieses Buches deutlich wird. Und nach Ansicht meines Mitherausgebers Edward Goldsmith sind all diese ideologischen Prinzipien letztlich kaum mehr als Rationalisierungen für eine neue Art von konzerngesteuertem Kolonialismus, dem die armen Länder und die Armen in den reichen Ländern unterworfen werden.
Aber funktioniert dieses System überhaupt? Wird es wirklich zu der vorausgesagten wirtschaftlichen Expansion kommen? Wenn ja, wie nachhaltig wird sie sein? Wo werden die notwendigen Ressourcen - die Energie, das Holz, die Minerale, das Wasser - für das beschleunigte Wachstum herkommen? Wie werden die dabei produzierten normalen und giftigen Abfälle entsorgt werden? Wer wird von der Entwicklung profitieren? Werden es die Arbeiter sein, die - zumindest in den USA -durch Automatisierung und die Flucht der Konzerne ins Ausland ihre Arbeitsplätze verlieren? Werden es die Bauern sein, die heute in Asien, Afrika und Nordamerika gleichermaßen um ihr Land gebracht werden, um den riesigen Monokulturen der Agrarkonzerne zu weichen? Oder werden die Stadtbewohner profitieren, die schon jetzt mit immer neuen Wellen von Landflüchtigen konfrontiert sind, die verzweifelt irgendwo einen der seltenen und schlecht bezahlten Jobs suchen?
Und was werden die ökologischen Folgen sein? Kann ein stetig wachsender Verbrauch für immer aufrechterhalten werden? Wann sind die Wälder verschwunden? Wie viele Autos können gebaut und gekauft werden? Wie viele Straßen dürfen den Boden versiegeln? Was wird aus den Tieren? Wen interessiert das noch? Ist das neue Leben besser als das alte? Ist das Ergebnis all die Zerstörung wert? Bringt uns die Entwicklung - als Einzelnen, als Familien, als Kommunen...
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Produktinformation
- Herausgeber : Goldmann Verlag (1. März 2004)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 528 Seiten
- ISBN-10 : 3442152631
- ISBN-13 : 978-3442152636
- Abmessungen : 12.4 x 4.1 x 18.2 cm
- Kundenrezensionen:
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So mancher mag sich jetzt denken, dass hier der arrogante Wirtschaftswissenschaftler spricht, der selbstverliebt in seine statistischen Modellen dieses Recht absprechen möchte. Dies möchte ich aber gar nicht: die Autoren dürfen sehr wohl kritisieren, was ich mir aber sehr wohl wünschen darf, wäre eine wissenschaftlichere Vorgangsweise. Darunter verstehe ich einige wichtige Grundsätze:
1) Stelle niemals eine Behauptung als Fakt dar
2) Verallgemeinere niemals einzelne Ereignisse
Für ein Buch, dass in Anspruch nimmt, ein umfassendes Werk zur Globalisierung darzustellen, ist dies sehr wohl ein Muss. Nachdem dies aber nicht gemacht wird, bekommt das Buch auch nur zwei Sterne.
Dazu ein Beispiel: In mehreren Kapitel wird über Monsantano berichtet, ein Chemieunternehmen, dass für ein schweres Chemieunglück verantwortlich war und das auch Genprodukte herstellt. Die Fakten über diese Firmen werden schon stimmen und dies möchte ich auch gar nicht bestreiten. Was ich aber sehr wohl bestreite ist, dass die Globalisierung der Grund dafür ist. So hat es auch im Kommunismus Chemieunfälle gegeben und nachdem wir halt nur Menschen sind wird es immer Unfälle geben. Die Frage wäre vielmehr: gibt es heute mehr Chemieunfälle als vor vierzig Jahren, wie die Globalisierung noch nicht zu stark ausgeprägt war?
Kurz und gut, was ich mir gewünschen hätte, wären Tendenzaussagen. Nachdem es ein Buch für die breite Masse ist, eben nicht durch statistische Methoden, sondern ganz einfach beschrieben. So ist es z.B. eine Behauptung, dass Konzerne heute eine größere Macht haben als früher. Dies könnte man durch die einfache Aussage, dass Konzerne vor dreissig Jahren x% der Wirtschaftsleistung, y% der Arbeitnehmer usw. hatte und es heute viel mehr ist. Dies ist wohl für jeden verständlich und erst für die Wirtschaftswissenschaftler wären dann die Feinheiten, wie z.B. die Definition von Arbeitnehmern, interessant.
Ein anderes Beispiel sind die mehrfach vorkommenden Kritikpunkte an der WTO, aber um dies hier klar und deutlich darzustellen: die WTO hat KEINE Exekutivbefugnisse und hat auch KEINERLEI Sanktionsmöglichkeiten gegen einzelne Staaten. Daher kann die WTO auch keine Verträge abschliessen (sehr wohl kann aber die USA oder die EU mit Hilfe der WTO Druck auf andere Staaten machen). Die WTO ist ein Diskutierklub, wo die Staaten zusammenkommen um Verträge untereinander abzuschliessen, die dann für alle Staaten gültig sind (und in der jeder Staat ein Veto-Recht hat). Damit hat es die gleiche Macht wie die UNO, wo die USA auch im Alleingang den Angriff auf Irak beschliessen konnte. Zur mangelnden demokratischen Legitimation: nachdem die Verträge durch Vertreter der einzelnen Staaten abgeschlossen werden, ist die WTO genausoviel demokratisch legitimiert, wie es diese Vertreter sind (die vom jeweiligen Parlament zur Führung dieser Verhandlungen beauftragt wurden und diesem rechenschaftspflichtig ist). Und nachdem es in der WTO keinen Sicherheitsrat gibt, ist die WTO sogar noch ein kleines Stückchen demokratischer als die UNO.
Auch kann man manches anderes interpretieren: So z.B. die Hollywood-Industrie. Aus Sicht der Autoren ist dies ein Fehler der Globalisierung und führt dazu, dass lokale Kulturen zerstört werden. Daher muss es verhindert werden. Nur warum darf ich mir nicht Matrix und Herr der Ringe ansehen, nur weil ich nicht im Land wohne, wo diese Filme gedreht wurden? Und kein Konzern zwingt mich dazu, ich mache dies freiwillig. Genausso wie ich mir freiwillig und gerne mal Indien, Muttertag oder einen anderen österreichischen Film ansehe. Ich als Konsument entscheide über die Macht der Konzerne und wenn Shell eine Förderplattform in der Nordsee versenken möchte, dann gibt es noch andere Tankstellen (und irgendwann wird der Konzern merken, dass sich moralisches Verhalten sehr wohl auch in hartem Geld rentiert).
Daher bin ich mit dem Lösungskonzept auch nicht vereinstanden: Lokalisierung. Stattdessen ist beides notwendig: die großen Konzerne und die kleinen Betriebe (und meinem Friseur werde ich auf ewig treu bleiben, genauso wie ich die Massenproduktion der Intel-Chips geniesse). Nur dazu ist kein anderes Wirtschaftssystem notwendig, sondern Eigenverantwortung durch jeden einzelnen Konsumenten und insbesondere auch deren Rücksichtnahme (und wenn dadurch der Fair Trade-Kaffee halt einige Cent teurer ist, aber solange die Konsumenten nur alles so billig wie möglichst haben möchten, wird es auch Unternehmen geben, die solche Preise durch die Ausbeutung der Arbeitnehmer erzielen). Diese Eigenverantwortung kann aber nur durch Informationen und Wissen gewährleistet werden. Dazu mag dieses Buch schon seinen Beitrag leisten.
Zwar würde es noch mehr solcher Beispiele geben, die man eben aus unterschiedlichen Blickwinkel betrachten kann, aber es sollte klar genug sein, wo die Probleme liegen. Trotzdem ist es ein empfehlenswertes Buch, aber nur für diejenigen, die sich ernsthaft mit der Globalisierung auseinandersetzen möchten. Für Befürworter der Globalisierung um sich die Argumente der Kritiker anzuhören. Kritiker werden sich nach dem Lesen in ihrer Meinung bestätigt fühlen, aber vielleicht denken sie aufgrund dieser Rezension nach, dass es auch noch andere genauso richtige Meinungen gibt. Daher sollten sie sich danach verpflichtet fühlen sich die Gegenseite auch anzuhören. Dafür empfehle ich z.B. Krugman, Schatten der Globalisierung von Stiglitz, irgendein Standard-Lehrwerk zur Makroökonomie und zur Entwicklungsökonomie (besonders hinsichtlich der komparativen Vorteile), ein Economist-Abo und etwas anspruchsvoller die Bücher von Hernando de Soto und Jagdish N. Bhagwati (Free Trade Today). Auf jeden Fall ein Must ist auch das Buch Ökonomie für den Menschen vom Wirtschafts-Nobelpreisträger Sen.