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Schriftsteller werden: Der Klassiker über das Schreiben und die Entwicklung zum Schriftsteller Taschenbuch – Ungekürzte Ausgabe, 30. August 2009

4.2 von 5 Sternen 54 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Dorothea Brande war ein bekannte Schriftstellerin und Redakteurin in New York. Sie studierte an der Universität in Chicago und an der University of Michigan. Ihr Buch Wake Up and Live erschien 1936 und verkaufte sich mehr als zwei Millionen Mal. Twentieth Century Fox machte 1937 ein Musical daraus.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Warum dieses Buch einzigartig ist
Den Großteil meines Lebens habe ich Belletristik geschrieben, überarbeitet und beurteilt. Ich bin überzeugt, daß erzählende Literatur zu schreiben von großer Bedeutung ist: Romane und Kurzgeschichten haben eine wichtige Stellung in unserer Gesellschaft. Die Literatur ist für viele Leser die Quelle ihrer Weltanschauung - sie setzt ethische, soziale und materielle Normen. Sie bestätigt die Vorurteile des Lesers, oder sie öffnet seinen Geist und erweitert seine Welt. Man kann ein vielgelesenes Buch in seiner Wirkung nicht überschätzen: Wenn es effekthascherisch, billig oder vulgär ist, macht es unser Leben durch die niederen Ideale, die es in Umlauf bringt, ärmer. Wenn es - und das ist sehr selten der Fall - ein durch und durch gutes Buch ist, vom Autor ehrlich empfangen und ehrlich geboren, dann gebührt ihm unsere Dankbarkeit. Das Medium Film hat die Literatur in dieser Hinsicht keineswegs unterlaufen. Ganz im Gegenteil: Der Film vergrößert ihr Wirkungsfeld, indem er Ideen, die Buchlesern bereits bekannt sind, an jene heranträgt, die zum Lesen zu jung oder zu ungeduldig sind oder nicht über die erforderliche Bildung verfügen.
Ich will nicht rechtfertigen, daß ich über die Schwierigkeiten schreibe, mit denen sich Prosa-Autoren konfrontiert sehen. Während meiner eigenen Entwicklung zum Autor - und ich gebe zu, lange nachdem - habe ich jedes Lehrbuch über die Techniken des Schreibens, die Konstruktion einer Handlung oder die Entwicklung von Figuren gelesen, das ich in die Finger bekommen konnte. Ich habe Lehrern, die ganz verschiedene Denkrichtungen vertraten, zu Füßen gesessen: Ich habe einem Neo-Freudianer zugehört, der die Beweggründe für das Schreiben von Dichtung analysierte. Ich habe mich einem Enthusiasten ausgeliefert, der die Theorie der Persönlichkeitsbestimmung nach unterschiedlichen Drüsentypen als eine unerschöpfliche Quelle für Schriftsteller auf der Suche nach Charakteren sah. Ich unterzog mich den Instruktionen eines Diagrammzeichners und denen eines Lehrers, der mit einer Synopse anfing, die er dann langsam zu einer vollständigen Story aufpumpte. Ich habe in einer 'Literatenkolonie' gelebt und mich mit praktizierenden Schreibern unterhalten, die ihre Berufung mal als Handwerk, mal als Gewerbe und - eher verschämt - auch als Kunst bezeichneten. Kurz, ich habe aus erster Hand Erfahrungen mit nahezu jeder Lösungsmöglichkeit für die Probleme des Schreibens gesammelt, und meine Regale quellen über von Werken weiterer Lehrer, denen ich nicht persönlich begegnet bin.

Jahre nachdem ich als Lektorin für Verlage gearbeitet und Literatur für ein überregionales Magazin ausgewählt hatte, nachdem ich selbst Artikel, Storys, Buchbesprechungen und Kritiken geschrieben und mit Redakteuren und Autoren jeden Alters Gespräche über ihre Arbeit geführt hatte - begann ich, selbst ein Schreibseminar zu leiten. Am Abend meiner ersten Vorlesung lag mir nichts ferner, als die vorhandene kopflastige Literatur zum Thema zu erweitern. Obwohl mich die meisten Bücher und viele Kurse ziemlich enttäuscht hatten, wurde mir der wahre Grund meiner Unzufriedenheit erst klar, nachdem ich selbst Kreatives Schreiben lehrte.

Ich erkannte, daß die Probleme vieler Schüler oder Amateurschriftsteller bereits vor dem Punkt einsetzen, an dem ihre schriftstellerische Arbeit von praktischer Unterweisung profitieren kann. Das ist ihnen allerdings nicht bewußt. Wären sie in der Lage die Ursachen dafür selbst zu entdecken, würde man sie wahrscheinlich niemals als Schüler in einem Kurs antreffen. Sie haben eine vage Vorstellung, daß es erfolgreichen Schriftstellern irgendwie gelungen sein müsse, jene Hürden zu nehmen, die ihnen selbst nahezu unüberwindlich erscheinen. Sie glauben, anerkannte Autoren verfügten über eine Art Zauberformel oder so etwas wie ein Berufsgeheimnis, das sie ihnen vielleicht abluchsen könnten, wenn sie nur wachsam und geduldig auf der Lauer lägen. Sie vermuten, der Lehrer kenne diese Zauberformel, und vielleicht würde er ja hier und da ein Wort darüber fallen lassen. So warten sie auf den Beweis für die Existenz dieses 'Sesam öffne dich'. In der Hoffnung, die magischen Worte zu vernehmen und einzufangen, durchwachen sie brav wie ein Hündchen eine ganze Reihe von Seminaren über verschiedene Gattungen von Erzählungen, über Handlungsaufbau und technische Probleme, die allesamt keinerlei Bezug zu ihrem eigentlichen Dilemma haben. Sie kaufen oder leihen sich jedes Buch, in dessen Titel das Wort Kreatives Schreiben auftaucht, sie lesen jedes Sammelwerk, in dem Autoren über ihre Arbeitsmethoden berichten.

In fast allen Fällen werden sie enttäuscht: Schon in der Einführung, schon auf den allerersten Seiten des Buches, nach einem oder zwei Sätzen, wird ihnen kurz und knapp klargemacht, daß 'Genie nicht gelehrt werden kann.' Und schon verglüht ihr Hoffnungsfunke. Denn ob sie es wissen oder nicht: Sie suchen nach genau dem, was sie sich aus dem Kopf schlagen sollen. Sie sollen das heimliche Bedürfnis, ihr Bild von der Welt in Worte zu fassen niemals als 'Genius' bezeichnen dürfen. Sie sollen es bloß nicht wagen, sich auch nur für eine Sekunde mit in die Reihe der Unsterblichen des schreibenden Standes zu stellen. Nein, die Zugangsverweigerung 'Genie kann nicht vermittelt werden', von der die meisten Lehrer und Autoren glauben, man könne sie nicht früh und deutlich genug aussprechen, versetzt der Hoffnung des Schülers den Todesstoß. Schließlich war er voller Verlangen gewesen, zu hören, daß dem Schreiben tatsächlich eine Zauberformel zugrunde läge, und daß es so etwas wie einen Initiationsritus gäbe, bei dem man ihn in den Kreis der Autoren aufnehmen würde.

Dieses Buch wird einzigartig: Ich glaube nämlich, daß der Schüler recht hat. Ich glaube, daß es tatsächlich eine solche Zauberformel gibt, und daß man sie auch vermitteln kann. Dieses Buch wird sich also mit dem Geheimnis literarischen Schreibens befassen.


Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Brandes Buch ist zuerst 1934 erschienen und dafür ist es erstaunlich modern, eigentlich eher zeitlos. Die Autorin gibt keine Tipps für Plot oder Charaktere, sondern Ratschläge und Hinweise dafür, wie man aus einer Hobbyschreibenden zur Schriftstellerin werden kann.
Dorothea Brande macht sehr deutlich klar, dass Schreiben (auch) Arbeit ist. So beschäftigt sie sich neben Fragen, wie SchriftstellerInnen sind, auch mit dem Thema Arbeitszeiten.
Der Charakter eines Arbeitsbuches zeigt sich auch in den unterschiedlichen Übungen, die Wortschatz erweitern über intensives Lesen bis hin zur Selbstkritik gehen.
Brande nimmt auch kein Blatt vor den Mund: „Wenn Sie hier scheitern, dann lassen Sie es ganz!" heißt es klar und deutlich.
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Format: Taschenbuch
Es ist angenehm zu lesen.
Es geht da hauptsächlich NICHT um die Technik des Schreibens, sondern um die Einstellung dazu.
Ich kann es empfehlen.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Dieses Buch beleuchtet mal eine ganz andere Seite des Schreibens. Es geht nicht darum, wie man geglückte Formulierungen findet oder lebendige Stimmungen erzeugt.
In diesem Buch geht es darum zu Schreiben, um das Gefühl dafür zu entwickeln, was es bedeutet ein Schriftsteller zu sein. Es ist eine Hinführung in einen neuen Berufsalltag mit dem man sich erst identifizieren muß, da das Schreiben ja eine ganz besondere Form der Selbststängigkeit ist. Auch ein Meistererzähler fällt nicht vom Himmel. Frau Brande zeigt hier auf, dass eben hinter jedem guten (und wohl auch schlechtem Buch) viel Arbeit, viel Fleiß und viel Durchahltevermögen stecken muß. Schreiben ist harte Arbeit. Zudem gibt sie wertvolle Tipps, wie man nun kritisch und reflektiert mit der eigenen Arbeit umgeht. Außerdem macht sie einige Alltagsvorschläge, wie man die Schreibpausen des Tages gestalten kann.
Für mich war dieses Buch ein wertvoller Ratgeber, der an der richtigen Stelle berät und an der richtigen Stelle aufhört. Denn die Ausfüllung eines Alltags mit Schreiben kann man eben nur selbst gestalten. Hier wird Schreiben dann auch zu einer einsamen Tätigkeit. Will man Schreiben, dann muß man sich in diese Einsamkeit hineinbegeben.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Dorothea Brande hat mit ihrem Werk 'Schriftsteller werden' etwas ganz Besonderes geschaffen. Nämlich einen Ratgeber, der keinem herkömmlichen gleicht, einem, der Schreibenden nicht vorgibt, wie er am besten zu schreiben hat und was er besser lassen sollte, sondern einem genau erklärt, woher eigentlich das sogenannte Schreibgenie kommt und dass wir dieses Genie eigentlich alle in uns tragen und nur lernen müssen, es zu benutzen. Die Zauberformel um gute Bücher zu schreiben, liegt uns also allen mehr oder weniger im Blut und wir können darauf zurückgreifen.
Ich habe aus diesem Buch definitiv mehr übers Schreiben gelernt, als in allen anderen Ratgebern, die ich bisher zur Hand genommen habe, nämlich, meiner Intuition und meinem Unbewussten, mir selbst zu vertrauen. Einfach drauf los zu schreiben, meinem Künstler-Ich die Zügel in die Hand zu geben und selbst einfach mal loszulassen. Den Kritiker erst mal hinter Schloss und Riegel lassen, bis er an der Reihe ist.
In diesem Buch lernt man, dass ein Schriftsteller oder Künstler zwei Persönlichkeiten hat. Den Künstler und den Kritiker, den Träumer und den Realisten. Beide Seiten in Harmonie zu bringen, sodass sie Hand in Hand arbeiten und keinem bei seiner Arbeit im Wege stehen, sondern sich nacheinander ihrer eigenen Aufgabe widmen, um zusammen etwas Großartiges zu schaffen, ist das Ziel eines jeden Schriftstellers. Zumindest sollte es das sein, doch die Wenigsten wissen heutzutage noch davon, weil einem überall nur Regeln und Verbote und Richtlinien entgegenspringen, die mit der eigentlichen Kunst jedoch nicht mehr viel zu tun haben.
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Format: Taschenbuch
Dieses Werk erschien zum ersten Mal vor über 70 Jahren im Jahre 1934 - und es wurde zurecht zu einem Klassiker. Anders als viele Ratgeber zum Thema Schriftstellerei, die mit destruktiven Glaubenssätzen aufwarten wie "Vom Schreiben zu leben ist wahnsinnig schwer, und das klappt eigentlich nur, wenn "man" Beziehungen hat", setzt Dorothea Brande zunächst einmal voraus, dass all ihre Leser das Zeug zum Schreiben haben - und das ein natürlicher "Selektionsprozess" allein dadurch entsteht, dass es manchen Schreibenden einfach an Disziplin und Durchhaltevermögen mangelt. Dieses Wohlwollen ist zunächst einmal schon sehr beruhigend und Mut machend. Darüber hinaus finden sich in diesem dünnen, sehr angenehm und zeitlos geschriebenenen Bändchen zahlreiche Tipps, wie der/die Schreibende sich schreibend weiter entwickelt. Dabei ist es der Autorin wichtig zu betonen, dass Bewusstes und Unbewusstes Hand in Hand arbeiten, und dass das Unbewusstes auch seinen Raum benötigt. Für mich ist dies ein rundum gelungener Ratgeber, den ich nochmals zur Hand nehmen werde. Unpassend finde ich das letzte Kapitel, das der Verlag nachträglich "drangehängt" hat, es durchbricht den Stil und hat nichts in dem Buch zu suchen.
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