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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. September 2012
Detektiv Michael (Rocky) Kennedy bekommt zusammen mit seinem "Assi" Richard (Richy) Curren einen aufsehenerregenden Fall zugewiesen. In einem Dubliner Vorort wurde eine Familie (Vater und zwei Kinder) ermordert. Nur die Mutter überlebt mit lebensgefährlichen Stichverletzungen. War es Mord durch einen Eindringling, oder war es Mord und Selbstmord? Wird die einzige Übelebende durchkommen; und falls ja, was wird sie den Ermittlern erzählen (können + wollen)?
Nebenbei haben Rocky und Richy auch noch den intriganten "Kollegen" Quigley im Nacken, der ständig versucht, die beiden zu diskreditieren. Bis dahin klingt das alles nach einem "normalen" Kriminalroman. Weit gefehlt! Tana French einfach in die Schublade"Krimi-Autorin" zu schieben, ist bei weitem zu kurz gegriffen. Wer Krimi's mit Action, viel Blut und jede Menge Leichen erwartet, sollte Tana French's Romane nicht lesen. Er/Sie wird zwangsläufig enttäuscht werden. Wer jedoch Kriminal-Literatur (mit Hervorhebung des zweiten Wortes) erwartet, der findet hier alles, was einen wirklich guten Roman ausmacht.
Tana French schreibt aus der "Ich-Perspektive). Das mag für manchen ungewohnt sein, ist hier aber absolut passend. Gerade hierdurch wir der/die Leser/in in die Lage versetzt, sich in die Situation der handelnden Personen "hineinzudenken". Rocky Kennedy, der sich anfangs als ziemlich arroganter und selbstverliebter Macho präsentiert, entwickelt sich im Lauf der Geschichte zu einem innerlich zerrissenen und getriebenen Menschen, der an sich selbst und seiner Umwelt zu zerbrechen droht. Dies aus seiner Sichtweise zu erleben, ist für den/die Leserin fesselnd und (zugegebenermaßen) manchmal auch mehr als nur anrührend. Tana French's Milieu- und Charakterstudien (ich habe alle ihre Bücher gelesen) gehören für mich zum Besten der derzeit auf dem Markt befindlichen Spannungsliteratur.
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am 6. Februar 2017
Zum Inhalt wurde hier schon genug gesagt.
Ich habe dieses Buch zwei Mal gelesen. Wer liest schon einen Krimi zwei Mal? Dann muss es eine verdammt gute Story sein. Dieses Buch hat mich nicht losgelassen und bis ins Mark erschüttert. Tana French erzählt unaufgeregt und bleibt dabei wahnsinnig spannend. Die Stimmung, die das Buch kreiert, hat mich nicht mehr losgelassen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Dabei ist es so gut, so spannend und fesselnd, und doch am Ende gleichzeitig so schrecklich.
Wer ein wirklich gutes Buch lesen will, darf sich Schattenstill nicht entgehen lassen.
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am 23. August 2012
Zum Buch: Wieder mal ein Meisterwerk, das meiner Ansicht nach kaum noch zu übertreffen ist. Tana French zeigt
auch im vierten Roman ihr atemberaubendes sprachliches Können. Die feinen, tiefverwobenen Fäden, die sie zwischen
den Charakteren, aber auch in deren Seele webt, ziehen einen direkt mit ins Geschehen.
Dass sie dabei auf übertriebene Gemetzel und Schießereien verzichtet und sich eher auf die Abgründe der
menschlichen Seele konzentriert, ist für mich ein absolutes Plus.
Anfangs war ich etwas enttäuscht, dass sie als Hauptcharakter Mike "Rocky" Kennedy gewählt hat, weil er nicht
unbedingt zu meinen Lieblingscharakteren aus der Truppe zählt und doch hat mich auch dieses Buch - ebenso wie
die Vorgänger - gefesselt.

Zum Produkt selbst, gibt es nur eines zu sagen:
Genau das bekommen, was ich wollte, noch dazu sehr schnell.
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am 9. September 2012
Wie alle Krimis von Tana French bedient auch "Schattenstill" nicht das Blut-Hirnmasse-Verwesungsgenre, sondern ist eine Aufarbeitung menschlicher Nöte und Katastrophen.
Wer also ein Buch sucht, das mit einer madenübersäten, übel zugerichteten Leiche beginnt und sich dann in einen weiteren Blutrausch inklusive Expolsionen, Schlägereien, Folter, Psychopathen, Serienmord, Profilern, CSI-Tricks, Verfolgungsjagden und einen lebensbedrohlichen Showdown steigert, ist defintiv hier falsch . "Schattenstill" erzählt von Lebensträumen, Lebensentwürfen und deren Scheitern, von Verlust, Enttäuschung, Zurückweisung und Verzweiflung und das ist keine herkömmliche Krimikost, deshalb ist verständlich, das so mancher sich auf den 700 Seiten langweilt. Aber das Buch ist intelligent erzählt und packt einen durch die ausgesprochen menschlichen Protagonisten, da gibt es eben keine Supercops mit nahezu übermenschlichen Fähgkeiten, Kennedy und sein blutjunger, eifriger und sympatischer Partner Richie machen Fehler und laufen in die Irre, fachlich ebenso wie menschlich. Und wenn man irgendwann ahnt, worauf das alles hinausläuft, dann stellen sich einem schon durchaus die Nackenhaare auf, mir jedenfalls ging es so. Nein, ich kann nicht alles nachvollziehen, viele Handlungen sind unlogisch und blieben mir fremd, aber ich kann auch nicht nachvollziehen, was Dr. Lecter tut und finde Das Schweigen der Lämmer dennoch klasse. Das Buch ist tragisch und todtraurig und es hat, das kann man wohl sagen, ohne zu spoilern, auch kein wirklich gutes Ende , aber es ist ergreifend und auch durchaus packend, weil es überall und fast jedem passieren könnte und es ist großartig geschrieben. Krimiliteratur kann man da nur sagen.
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am 26. Februar 2017
Ich habe schon die vorherigen Krimis von Tana French gelesen und mich sehr auf "Schattenstill" gefreut. Leider wird dieses Werk seinen Vorgängern nicht gerecht. Zu viele Nebenschauplätze, zu viele Wiederholungen, zu viele langatmige Beschreibungen von Personen, Gegenständen und Umgebungen die überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun haben. Mann weiß schon sehr früh wer der Täter ist und wartet bis zum Ende auf eine Auflösung/Wende oder irgendwas spektakuläres, das jedoch nicht kommt. Ich musste mich stellenweise zwingen weiterzulesen. Ich denke die anderen Rezensionen beschreiben es sehr gut. Allerdings möchte ich noch anmerken, dass mich am meisten die Figur der psychotischen Schwester einfach nur unglaublich genervt und auch gewundert hat. Es wird zu keiner Zeit erklärt um welche psychische Erkrankung es sich handelt und die Figur hat nichts mit der Story zu tun. Dennoch taucht sie alle paar Seiten auf und nervt nervt nervt mit gezicke, unglaublich verzogenem Verhalten und völlig unnötigem Gezeter. Sie klaut, droht ihrem Bruder aufs übelste an ihn ins Gefängnis zu bringen und sein Leben zu zerstören, nimmt Drogen, Flucht und gibt bösartige Bemerkungen von sich. Warum Tana French? Was soll diese Figur?
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VINE-PRODUKTTESTERam 5. September 2015
Was für ein Glücksfall! Ich hatte Lust, einen guten Krimi zu lesen und ging in meine bevorzugte Buchhandlung, die eine sehr große Auswahl bietet. Irgendwie stach mir die Hardcoverausgabe dieses Buches ins Auge und ich nahm es auch wegen des reduzierten Preises, des viel versprechendem Klappentextes und der hohen Seitenzahl mit. Ich wurde nicht enttäuscht....ganz im Gegenteil, selten hat mich ein Krimi so gefesselt. Wobei Krimi viel zu kurz greift, es handelt sich hier um wirkliche Literatur, um einen psychologischen sehr ausgefeilten Roman und ein wirklich todtrauriges Drama. Es sind zwei Tragödien, die der Opferfamilie und die des Ermittelrs, der durch den Tatort mit einem Trauma konfrontiert wird, das erst auf den letzten Seiten ganz offenbart wird. Auch der/Die Täter sind hier Opfer...
Aus einer zunächst nüchternen und sehr detaillierten Schilderung der Ermittlungen, der Verhöre und Tatortbesichtigungen, wird im Verlaufe des Buches ein verstörendes Drama, das aber sehr realistisch ist und so jederzeit passieren könnte und so ähnlich wohl schon ist. Die handelnden Personen kommen einen immer näher, aus dem zuerst unsympathischen und selbstverliebten Hauptermittler wird im Zuge der Handlung ein verletzter Mensch offenbar, der sich mit seiner makellosen Fassade nur schützen will und die schliesslich zusammenbricht.
Dies alles wird so nachvollziehbar geschildert, daß ich sogar die abscheuliche Tat irgendwie nachvollziehen konnte....
Mein Lieblingskrimiautor ist James Ellroy, Tana French könnte sein weibliches Gegenstück werden, wenn ihre anderen Romane mir genauso gefallen, lesen werde ich sie nun alle.
Ich bin von 'Schattenstill' begeistert und fasziniert, ich habe das Buch verschlungen, es wirkt nach, da es mich zutiefst bewegt hat.
Große Literatur, aber nichts für Freunde von Actionthrillern.
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Es ist mysteriös und tödlich - es ist schattenstill !!!
Heftige Winde wehen durch Broken Harbour. Wir befinden uns nördlich von Dublin. sollte Hier an der Küste sollte eigentlich eine Neubausiedlung errichtet werden. Dann vereitelte die Wirtschaftskrise dies und eine wahre Geisterstadt mit zahlreichen Ruinen ist jetzt zu sehen. Einige Häuser sind noch bewohnt – man findet in einem von ihnen eine junge Familie - die Eltern wurden bestialisch niedergestochen und die beiden Kinder hat man erstickt. Das Häuschen ist recht schön eingerichtet – in den Wänden sieht man Löcher, die Rätsel aufgeben …
Detective Mike Kennedy Fall beginnt zu ermitteln. Seine Methodik ist wie immer effektiv. Aber es kommt anders als erwartet …

Ich fand den Einstieg sehr interessant – mal anders – einfach gut …
Der Ermittler zieht sozusagen Fazit, sieht seine eigenen Ermittlungsmethoden und reflektiert in der Ich-Form …

Leseprobe:
========

Damit eins von vornherein klar ist: Ich war genau der Richtige für diesen Fall. Sie würden sich wundern, wie viele von den Kollegen einen Riesenbogen darum gemacht hätten, wenn sie es sich hätten aussuchen können – und ich konnte es mir aussuchen, zumindest am Anfang. Ein paar von ihnen sagten es mir ganz offen: Lieber du als ich, Mann. Das hat mir nichts ausgemacht, nicht das Geringste. Die taten mir bloß leid. …

Tana French schreibt kraftvoll, dennoch aber tiefgründig und still. Man kann es gar nicht wirklich beschreiben, man muss es gelesen haben, sie hat einen ihr ganz eigenen Stil, der mich fasziniert, deshalb habe ich mir auch alle 5 Bücher bestellt, die zu dieser Reihe gehören.

„Grabesgrün“
„Totengleich“
„Sterbenskalt“
„Schatttenstill“ und
„Geheimer Ort“

Die Geschichte gehört zum Genre Krimi – ist fast schon ein Thriller würde ich behaupten - und ist extrem spannungsgeladen und mysteriös geschrieben, schon allein die Szenerie dieser Geisterstadt ist mystisch detailliert geschildert und hat mich mitgenommen in dieselbige, gefesselt – sodass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte …

Erst einmal findet man nach der selbstherrlichen Einschätzung des Detectives die Szenerie vor, die erzählt, das die Frau schwer verletzt ist und die anderen Familienmitglieder tot. Als Täter könnte der Mann aus der Nachbarschaft in Frage kommen, er ist ein Stalker. Die Familie hat es schwer, der Vater war arbeitslos geworden und die Mutter hat versucht, die heile Welt nach außen hin aufrecht zu erhalten. Soziale und psychische Konstellationen werden immer wieder in die authentische Handlung eingebunden – was mir sehr gut gefallen ist, es ist Tiefgang innerhalb der Handlung der mich fasziniert, der mich an das Buch gefesselt hat. Die Handlung ist hin und wieder sehr detailliert – Szenen werden ausnahmslos detailliert beschrieben, dennoch kommt die Handlung nicht ausufernd langatmig rüber, sondern einfach bildhaft und real.

Der Ermittler, der anfangs so von sich selbst eingenommen war, tappt völlig im Dunkeln und kann erst am Schluss für Auflösung sorgen – dennoch ist es eigentlich das Dunkle und Undurchsichtige, was ihn schlussendlich zur Auflösung des Falles bringt.

Mehr möchte ich eigentlich gar nicht verraten – nicht zu viel vom Fall vorweg nehmen und einfach nur sagen, lest, wenn ihr euch für das Genre interessiert !!!
Es lohnt sich echt !!!
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am 24. Juli 2012
Dieser Roman ist der vierte Krimi von Tana French, man kann ihn aber völlig unabhängig von den übrigen Büchern lesen und verstehen.

Der Ich-Erzähler dieses Romans, Detective Mike Kennedy, auch "Rocky" genannt, hat einen neuen Partner bekommen, den er anlernen soll. Der erste gemeinsame Fall des neuen Teams ist ebenso grausam wie spektakulär: Fiona Rafferty will ihre Schwester Jenny Spain samt Familie besuchen, da Jenny entgegen ihren Abmachungen nicht telefonisch erreichbar war. Im Haus der Spains findet sie Jennys Ehemann Pat durch zahlreiche Messerstiche ermordet vor, auch Jenny weist zahlreiche Stichverletzungen auf und ist schwerstverletzt. Im oberen Stockwerk entdeckt Fiona die Kinder des Paares, die sechsjährige Emma und den dreijährigen Jack, tot in ihren Betten, die Kinder wurden jedoch nicht erstochen, sondern erstickt.
Da Jenny ihrer Schwester von dem Verdacht berichtet hatte, dass während der Abwesenheit der Familie ein Unbekannter in ihr Haus eingedrungen sein könnte, ohne etwas zu stehlen, machen sich Kennedy und sein Partner Richie Curran auf die Suche nach dem Einbrecher. Sie ermitteln aber auch in andere Richtungen, wobei sie sich nicht immer einig sind, sich aber erfolgreich zusammenraufen. Jenny ist zunächst nicht vernehmungsfähig, als sie wieder zu Bewusstsein kommt, scheint sie etwas zu verschweigen...
Parallel zum Fall gibt es noch einen Handlungsstrang um Kennedys Schwester Dina, die psychisch krank ist und ausgerechnet jetzt ihren überarbeiteten und übermüdeten Bruder mit ihren Problemen belastet.

Obwohl in diesem langen Roman handlungstechnisch gesehen nicht sehr viel passiert, handelt es sich um ein ungemein komplexes Buch, das man nicht schnell herunterlesen kann. Die Vernehmungen der Beteiligten, vor allem des relativ schnell verhafteten Hauptverdächtigen, werden in langen Kapiteln ausführlich geschildert, wobei die Autorin wieder ihre ganze "Sprachkunst" entfaltet, sehr anschaulich und glaubwürdig schreibt, sodass der Leser den Eindruck hat, er sei selbst im Vernehmungsraum anwesend. Auch andere Aspekte der Ermittlungen, wie z.B. die Wiederherstellung der aus Pats Computer gelöschten Daten wird akribisch über viele Seiten hinweg in Form von Forenbeiträgen präsentiert, wodurch man sich ein Bild von der Vorgeschichte dieses tödlichen Dramas machen kann. Die Dynamik von Internetforen ist sehr realistisch dargestellt.
Trotz der sehr langgezogenen Erzählweise habe ich das Buch nicht als langatmig empfunden. Lediglich die Kapitel um Kennedys (für mich) sehr nervige Schwester und die problembeladene Familiengeschichte der Kennedys hätten meiner Meinung nach weniger detailliert gestaltet werden können. Auch eine Einteilung in etwas kürzere Kapitel wäre hilfreich gewesen, denn das Buch ist inhaltlich keine leichte Kost und erforderte - zumindest bei mir - Lesepausen.

Wer einen actionreichen Thriller zur schnellen Unterhaltung erwartet, ist mit "Schattenstill" nicht so gut beraten. Freunde anspruchsvoller Romane kommen jedoch voll auf ihre Kosten, wobei sich hier der äußerst gekonnte Erzählstil mit einem originell konstruierten Kriminalfall verbindet. Krimifreunde, die gewillt sind, Zeit und Konzentration zu investieren, können sich auf ein großartiges "Kopfkino" freuen.
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am 30. Juli 2012
"Schattenstill" von Tana French ist ein hochspannender, komplexer und zumeist düsterer Thriller, in dem die Autorin den mutmaßlichen Tathergang, die Begleitumstände und vor allem die eigentliche Mordermittlung so minutiös und detailreich beschreibt, dass der Leser glaubt, hautnah dabei zu sein. Das Buch präsentiert sich als richtig dicker Wälzer von mehr als 700 Seiten; die Autorin lässt sich sehr viel Zeit, um "in die Gänge zu kommen". Erst nach knapp 300 Seiten präsentiert sie einen ersten Tatverdächtigen - und das ist gut so. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf, nie hat man das Gefühl, French würde Zeit schinden oder die Ereignisse unnötig auswalzen. Stattdessen beschreibt sie die anspruchsvolle Arbeit von Mike Kennedy und seinem neuen, unerfahrenen Partner Richie so packend und realitätsnah, dass der Leser sofort tief in den Bann des Buches hineingezogen wird und es kaum noch aus der Hand legen mag.

Der Fall an sich ist schon ungeheuer spannend, schließlich wurde eine komplette Familie mitsamt den unschuldigen Kleinkindern brutal ausgelöscht. Doch die diffusen Begleitumstände legen sich schon bald wie eine beklemmend kalte Hand um den Leser, so dass er fröstelt. Die irische Neubausiedlung am Meer, die ein neues, besseres Leben für die Familie Spain verheißen sollte und stattdessen zur Todesfalle wurde, ist seelenlos und unheimlich; die Häuser sind baufällig, die meisten stehen ohnehin leer. Die Spains waren fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten, bis sie einen grausamen Tod fanden. Detective Kennedy, der trotz der schrecklichen Todesfälle wenig bis kein Mitleid mit den Opfern hat (denn das würde ihnen nicht helfen), beginnt im Leben der Spains zu graben - und stößt schnell auf Unstimmigkeiten. Die mysteriösen Löcher in der Wand, die Tierfalle auf dem Dachboden, die kleinen Lügen, die das Leben der Vorzeigefamilie offenbar begleitet haben: All dies fügt sich zu einem beunruhigenden Puzzle zusammen. Und trotzdem müssen sowohl Kennedy als auch der Leser mehrmals die schmerzhafte Erfahrung machen, dass alles ganz anders ist, als es scheint ... Neben der spannenden Krimihandlung gelingt es Tana French meisterhaft, ihre Hauptfigur Mike Kennedy, die aus der Ich-Perspektive erzählt, und deren Beziehungen zu den anderen Romanfiguren zu vermitteln. Nicht nur das Wechselspiel zwischen Mike und seinem neuen Partner Richie ist hochspannend, auch Mikes Beziehung zu seiner psychisch kranken Schwester Dana ist, auf quälende Weise, extrem lesenswert und unterhaltsam.

Fazit: "Schattenstill" ist ein grandioser Krimi. Von langer Hand mit viel Geduld geplant und mit unglaublich vielen packenden Details versehen, mit erschütternden Wendungen und großen Emotionen, vor allem aber mit einer Unmittelbarkeit und Realitätsnähe, die richtig unter die Haut gehen: ein starker Roman, den Thriller-Fans sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten!
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am 23. Juli 2012
Ein Ort, der vor Düsterheit nur so strotzt, ein Geschehen, das mehr als nur beunruhigt und ein Ermittler, der hart und erbarmungslos ist. Tara French gelingt es bereits in den ersten Szenen von "Schattenstill" eine Atmosphäre aufzubauen, die Gänsehaut erzeugt und gleichzeitig neugierig auf das Unglück macht, das hinter der heilen Fassade einer Durchschnittsfamilie geschehen ist. Mit klaren Worten weist sie auf soziale Mißstände hin, thematisiert die Auswirkungen der Finanzkrise und versucht auf die zunehmende Hilflosigkeit der Betroffenen aufmerksam zu machen. Immer wieder wird der Hörer mit täglichen Alltagsproblemen konfrontiert, muss erleben, wie eine tiefe Liebe zerbricht und Platz für Gefühle schafft, die letztendlich eskalieren.

Gelesen wird der ergreifende Kriminalroman von Uve Teschner, der das albtraumhafte Geschehen mit dem nötigen Feingefühl zu Gehör bringt und gleichzeitig den einzelnen Figuren einen nachvollziehbaren Ausdruck verleiht. Dabei passt seine sonore Stimme besonders gut zu dem hartgesottenen Detective Mike Kennedy, aus dessen Sicht die Ereignisse erzählt werden. Ob eigensinnig und arrogant oder einfühlsam und kompromissbereit. Jederzeit geht Uve Teschner auf die Stimmung seines Hauptprotagonisten ein und lässt ihn zunächst selbstgefällig über seine Erfolgsquote prahlen und später wiederum voller Verständnis ein Gespräch mit einer verzweifelten Mutter führen. Eine Bandbreite, die er auch bei allen weiteren Figuren zum Einsatz bringt und damit den Hörer völlig in seinen Bann zieht.

Fazit:
"Schattenstill" ist eine gelungene Kombination aus einem wendungsreichen Kriminalroman und einer ergreifenden Familientragödie, die ohne eine Kategorisierung in Gut und Böse auskommt. Ein Hörbuch, das lange nachklingt und schon allein deshalb in Ruhe gehört werden sollte.
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