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Saturday Gebundene Ausgabe – 25. September 2012

3.8 von 5 Sternen 108 Kundenrezensionen

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In der Tradition von Mrs. Dalloway und Ulysses spielt sich die Handlung von Ian McEwans Roman Saturday an einem einzigen Tag ab. Der erfolgreiche Neurochirurg Henry Perowne erwacht am Samstag, den 15. Februar 2003, ungewöhnlich früh. Sein Leben ist nahezu perfekt. Er ist Ende vierzig, schon lange verheiratet und noch immer in seine Frau verliebt, hat einen angesehenen Beruf und zwei wohlgeratene talentierte Kinder. An diesem Samstagmorgen liegt etwas in der Luft, das über die angekündigte Demonstration gegen die Teilnahme der Briten am Irakkrieg hinausgeht. Trotzdem freut Perowne sich auf seinen freien Tag, auf sein wöchentliches Squash-Spiel und auf den Besuch seiner Kinder.

Wie so oft bei Ian McEwan bringt ein kleiner Vorfall, in diesem Falle ein harmloser Autounfall, Prozesse ins Rollen, deren Nachwirkungen die Beteiligten bis ins Mark erschüttern -- und manchmal sogar für immer zeichnen. Das Leben Henry Perownes, das sich in der gehobenen Mittelklasse abspielt, wird von einem Eindringling gestört, der nicht nur akut das Wohl der Familie bedroht, sondern auch die Fragilität der zwischenmenschlichen Beziehungen der Familienmitglieder offen legt. All dies passiert vor dem Hintergrund des drohenden Konfliktes der westlichen mit der islamischen Welt, deren Beziehungen ebenfalls auf Messers Schneide stehen. Sowohl Perownes Familie als auch die Welt werden in diesem Moment vom Terror bedroht.

Durch die Anschläge in London vom 7. September 2005 hat Saturday einen beängstigend prophetischen Aspekt bekommen. Der Roman dreht sich um die Frage, wie man in dem Bewusstsein leben kann, dass der Terror unweigerlich im eigenen Leben ankommt. Dennoch sollte Saturday nicht nur als Vorausdeutung des Terrors oder als politischer Roman verstanden werden. Denn Saturday ist auch ein Zeitgemälde und eine fesselnd erzählte Familiengeschichte, die dem Leser in McEwans unnachahmlichen Stil, der auch in der Übersetzung von Bernhard Robben gut zur Geltung kommt, ein fast schon rauschhaftes Erlebnis beschert. Weniger zynisch als in seinen frühen Werken, scheint es fast, als sei „Ian McNasty“, wie er hin und wieder vom britischen Feuilleton genannt wurde, wenn schon nicht weich oder gar harmlos, so doch zumindest ein wenig menschlicher geworden. Es steht ihm gut. --Nathalie Schwering -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Ein intelligenter, fesselnder Roman." (Süddeutsche Zeitung)

"Auch in diesem, McEwans zehntem Roman geht es um den Moment, in dem ein Leben aus der Bahn gerät. Eine brillante Persönlichkeitsstudie. Henry Perowne erscheint als Jedermann unserer Zeit." (Frankfurter Allgemeine Zeitung) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT am 5. Februar 2006
Format: Taschenbuch
"London, his small part of it, lies wide open, impossible to defend, waiting for ist bomb, like a hundred other cities. Rush hour would be a convenient time" (276).Unheimlich! Ian McEwan hat seinen neusten Roman "Saturday" wenige Monate vor den Attentaten auf die Londoner U-Bahn am 7.7.05 vollendet und somit hellseherische Fähigkeiten bewiesen.Doch die Terrorgefahr, die seit dem 11.9. über der gesamten westlichen Welt schwebt, ist nur eines von vielen Themen in diesem mitreißenden Roman. Der Protagonist von "Saturday" ist der glücklich verheiratete und erfolgreiche Gehirnchirurg Henry Perowne. Der Roman beschreibt nur einen Tag im Leben von Henry. Es ist Samstag, der 15.2.03. Der Irakkrieg scheint beschlossene Sache und Hunderttausende Demonstranten blockieren die Stadt. Doch Henry kümmert sich nicht um die große Weltpolitik sondern freut sich an seinem freien Tag auf eine Squashpartie mit einem Arbeitskollegen. Doch auf dem Weg ins Fitnesszentrum eskaliert ein leichter Autounfall in eine ernsthafte Krisensituation. Der junge Baxter und seine zwei Freunde bedrohen Henry und nur mit einem Griff in die Trickkiste der Psychologie kann er entkommen.Am Abend freut er sich auf ein Festessen mit seiner Frau, seinem Sohn, seinem Schwiegervater sowie seiner Tochter Daisy, die seit sechs Monaten in Paris lebt und nun die Veröffentlichung ihres ersten Gedichtbandes feiern will. Doch die familiäre Idylle wird brutal gestört und droht, in einer Katastrophe zu enden.Während dieses aufregenden Tages befinden wir uns ununterbrochen im Kopf von Henry Perowne.Lesen Sie weiter... ›
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Nach Lektüre einer Rezension in der Süddeutschen Zeitung war ich so neugierig, dass ich nicht auf die Übersetzung warten wollte und "Saturday" gleich im Original bestellt habe. Es hat sich gelohnt! Das Buch hat mich begeistert. Die Schilderung dieses einen Samstags im Leben des Londoner Neurochirurgen, 48 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, hat es in sich. Was da an Themen drinsteckt: berufliche Herausforderungen, Beziehungsproblematik, Elternalltag, Umgang mit dem eigenen Älterwerden, Irakkriegs-Diskussion, ein Besuch bei der altersdementen Mutter im Pflegeheim, ein kleiner Verkehrsunfall und die unerwarteten Komplikationen danach ... aber nichts wirkt konstruiert oder gewollt. McEwans sympathischer Protagonist wirkt einfach glaubwürdig - und sehr menschlich. Man möchte ihn gerne kennenlernen. Bedauert fast, dass der lange Tag - und das Buch - irgendwann ein Ende haben. Für mich persönlich ist es das beste Buch von McEwan. Sehr aktuell, sehr politisch, und (wie man es von ihm ja gewohnt ist) psychologisch unglaublich gut. Last not least: bei aller Nachdenklichkeit ein Buch, das einen nicht runterzieht. Unbedingt lesen!
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Von Marion am 15. Juni 2006
Format: Gebundene Ausgabe
Zugegeben: Meine Erwartungshaltung an dieses so hoch gepriesene Buch war wohl ein Grund, weswegen ich im Mittelteil schon kurz vor der Kapitulation stand. Der Autor schildert doch sehr detailliert die Facetten dieses einen Tages im Leben des Neurochirurgen Henry Perowne. Teils schon so detailliert, dass es der Leser als langweilig empfinden mag.

Die Kehrtwende kam für mich, als ich mir vor Augen führte, dass ein Außenstehender wohl niemals nachfühlen kann, was für den Einzelnen "seine" kleinen Wunder des Alltags sind. Haben Sie schon mal versucht, einen einzigen Tag in Ihrem Leben in ein Buch zu fassen? Gibt es nicht auch für Sie sehr bedeutende Dinge, die andere als bedeutungslos abhandeln würden?

Von diesem Augenblick an konnte ich mich auf "Saturday" einlassen, was darin gipfelte, dass ich am Ende des Buches sogar heulte... Dann nämlich, als ich begriffen hatte, was der Autor mit seinen minutengenauen Schilderungen andeuten wollte: Irgendwann ist im Leben für jeden der "Samstag" gekommen. Und unweigerlich wird dieser Samstag - so lange man ihn auch hinauszögern kann - in den "Sonntag" und somit in den Tod übergehen. Und gerade deswegen ist jede Sekunde enorm wichtig.

Mein Fazit: Ein Meisterwerk der modernen Literatur, jedoch nichts für jene, die ihr Leben auf der Überholspur führen.
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Format: Broschiert Verifizierter Kauf
ja, der Verriss der vorhergegangenen Rezension hat mich wirklich amüsiert, ist er doch auch messerscharf (und gut!) geschrieben, und absolut verständlich - so kann man das Buch sicher auch lesen. Das muß ich zugeben.

Habe ich selbst aber nicht, im Gegenteil, mir hat das Buch so gut gefallen, daß ich es jetzt auf Deutsch nochmal für meinen Mann bestelle, wobei ich natürlich hoffe, daß er nicht so reagiert wie mein Vorrezensent ;-)

Komischerweise finde ich, daß GERADE die in ihrer Beispielhaftigkeit (natürlich) überzeichneten Hauptfiguren so typisch sind für eine "moderne erfolgreiche" Familie, die sich halb aus eher künstlerisch/emotional und halb aus eher wissenschaftlich geleiteten Menschen zusammensetzt.

Da es sich um eine "reiche" Familie handelt, ist es auch klar, daß alle jede nur erdenkliche Möglichkeit haben und hatten, sich bestmöglich im Beruf zu entwickeln- da ist gar nichts ungewöhnliches dran, leider, möchte man fast sagen.

Und spätestens hier wird es auch so interessant - denn wie fähig sind Vater, Mutter, Tochter und Sohn denn nun im menschlichen Bereich? Wenn es zum äußersten kommt?

...zunächst nur vorgedacht, und dann ist am Ende die böse reale Welt tatsächlich zuhause angekommen...

natürlich geht das nicht, ohne einen anständigen Zufall oder eine anständige schicksalshafte Begegnung - wie in jedem Roman, in dem Gegensätze aufeinander treffen, die sich sonst nie begegnet wären.

Wie stereotyp denken gebildete Menschen, die sich für höchst individuell halten? - für mich eine Grundfrage, die das Buch aufwirft.
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