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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
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4,5 von 5 Sternen
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am 8. Februar 2016
S ist eigentlich kein Buch. Es hat zwar alles, was ein Buch ausmacht: Einband, Schuber, Seiten, eine Geschichte (eine?), - aber es ist mehr als ein Buch.

Es passiert nur sehr selten, dass ein Medium mit dem veritablen Alter des Buchdrucks noch einmal über seine Grenzen hinaus getragen wird, ohne dass man über Cross-Media reden müsste. S hat keine Webseite, keine CD, keine App - S ist Papier durch und durch. Ein Buch - aber auch ein Spiel, ein Abenteuer, ein Rätsel, eine Herausforderung, eine Matrioschka, ein Spiegelkabinett. Der Leser ist weniger distanzierter Zuschauer als vielmehr aktiver Teilnehmer - Detektiv, Verschwörer, Voyeur, Reisender. Schwindelerregend. Und es macht süchtig; wer S kauft, sollte Zeit einplanen. So schnell legt man das Buch nicht mehr aus der Hand.

Das Konzept klingt wie aus dem Irrenhaus: Ein Buch, das vorgibt ein Buch zu sein, das 1949 geschrieben, gedruckt und von einer Unibibliothek gekauft wurde, seitdem würdig gealtert ist, und irgendwann unabhängig voneinander von zwei Studenten entdeckt wurde, die sich unbekannterweise per Randnotiz über das fiktive alte Buch ausgetauscht, sich dabei näher kennengelernt und auch kleinere Abenteuer erlebt haben. Und das Ergebnis wird dem Leser in gedruckter Form zum Nacherleben präsentiert, in geradezu aufreizender Perfektion: der alte Leineneinband, die vergilbten Seiten, die breiten Seitenränder des antiquierten Satzspiegels, die mehrfarbigen handschriftlichen Marginalien, sogar die Dinge, die sich die Studenten gegenseitig im Buch hinterlassen haben (Postkarten, Fotos, Briefe, Zeichnungen, Servietten...) - alles wirkt bestechend authentisch.

S ist ein Zaubertrick: Der Zuschauer weiß, dass nichts echt ist. Er weiß auch, dass er gerade nach Strich und Faden an der Nase herum geführt wird. Aber es sieht einfach toll aus und macht einen Heidenspaß!

S ist dabei durchaus anstrengend zu lesen, was zum einen daran liegt, dass hier eine lineare Geschichte (gedrucktes Buch) mit einer nichtlinearen (in den Randnotizen) eng verwoben ist und sich mehrere Handlungsstränge unabhängig voneinander entwickeln - nur nicht intermittierend, wie man das sonst von Büchern kennt, sondern knallhart parallel. Die "richtige" Lesereihenfolge ist streckenweise nicht klar, Vorwärts- und Rückwärtsreferenzen allgegenwärtig, als Leser ist man ständig am Blättern.
Zum anderen präsentiert das Buch seine Geschichte dem Leser nicht zum einfachen Konsum; es will erarbeitet, durchdacht, hinterfragt und verstanden werden. Einmal Lesen wird nicht reichen, und man kann es auch gut noch ein zweites mal verschlingen. Wie gesagt: Zeit einplanen!

Die Geschichte(n) selbst sind, sagen wir's ganz offen, nicht unbedingt der allerhöchste Gipfel der Literatur; da wird durchaus das eine oder andere Klischee bedient. Ein wunderbares Buch von einem spannenden Autor ist es trotzdem: Wer bemalte Servietten aus einem fiktiven Café im Text als gedruckten Beileger für das Buch produziert (und derartige Beileger gibt es zuhauf), der hat auf wundervolle Art und Weise einen an der Waffel. Und hört hoffentlich so schnell nicht wieder mit dem Schreiben auf.

tl;dr: S ist lupenreiner, Papier gewordener Irrwitz. Wunderbar. Mehr davon!!
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Das Konzept ist mehr als außergewöhnlich, denn man hat es hier praktisch mit einem Buch im Buch zu tun – es dreht sich bei “S.” nämlich alles um “Ship of Theseus”, das 1949 erschienene Werk des fiktiven Autors V.M. Straka, das der Leser in seiner Originalform im Schuber vorfindet. “Ship of Theseus” ist zugleich das letzte Werk Strakas, der das Buch vor seinem Tod nicht mehr beenden und die Veröffentlichung seines 19. Romans somit auch nicht mehr erleben konnte. Allerdings hatte es sich seine (ebenfalls fiktive!) langjährige Übersetzerin F.X. Caldeira zur Aufgabe gemacht, Strakas Werk zu beenden und mithilfe der ihr vorgelegten Manuskripte das unfertige letzte Kapitel zu vervollständigen. Wie aus Caldeiras Vorwort aber hervorgeht, weiß bis zum heutigen Tag niemand, wer sich überhaupt hinter dem Namen V.M. Straka verbirgt und es ranken sich unter den Anhängern des Autors zahlreiche Theorien, welche Person für dessen Werke in Wirklichkeit verantwortlich sein könnte. Zu diesen Hardcorefans zählt auch Eric (fiktiv!), ein an seiner Universität in Ungnade gefallener Doktorand, der sein ganzes Leben der Analyse von Strakas Werken gewidmet hat. Dieser lässt sein Exemplar versehentlich in der Uni-Bibliothek liegen, wo es die Studentin Jen (fiktiv!) findet, in das Buch hineinschnuppert und sofort davon fasziniert ist. Fortan entwickelt sich zwischen den beiden jungen Leuten ein lebhafter Austausch über “Ship of Theseus” und dessen Autor, den die beiden anhand von Anmerkungen im Buch selbst austragen.

Klingt kompliziert? Ist es auch, denn man muss sich beim Lesen stets vor Augen halten, dass man es bei “S.” mit drei verschiedenen Ebenen zu tun hat. Basis ist Strakas “Ship of Theseus”, der Roman selbst. Die zweite Ebene stellt die Übersetzerin dar, die in zahlreichen Fußnoten immer wieder auf Besonderheiten gewisser Textstellen, Eigenheiten des Autors oder Schwierigkeiten ihrer Arbeit hinweist. Die letzte Ebene sind schließlich Jen und Eric, die das Buch wie ein Notizbuch benutzen. Bevor man nun an die Lektüre von “S.” geht, muss man sich zunächst einmal überlegen, wie man dieses Projekt überhaupt lesen möchte. Ich habe für mich entschieden, jeweils zuerst ein Kapitel des Straka-Textes inklusive Caldeiras Fußnoten zu lesen und dann in einem zweiten Durchgang Jens und Erics Notizen. Dies wird aber noch dadurch verkompliziert, dass deren Randbemerkungen zu verschiedenen Zeitpunkten vorgenommen wurden und oft nur durch die Farbe der Stifte auseinanderzuhalten sind – und es dauert eine ganze Weile, bis man ungefähr weiß, in welcher Reihenfolge welche Kommentare geschrieben wurden und wie man mit “S.” umzugehen hat.

Wenn man die “Arbeit” – denn als solche muss man es eigentlich schon bezeichnen – beginnt, wird man sich vermutlich in einem seltsamen Zustand zwischen Verwirrung und Euphorie wiederfinden. Für die Begeisterung ist ganz klar die Aufmachung des Werkes verantwortlich, denn “S.” ist wirklich unglaublich liebevoll gestaltet und beeindruckt durch unzählige Details. Das fängt damit an, dass das 1949 veröffentlichte “Ship of Theseus” auch tatsächlich so aussieht, als würde es bereits seit 60 Jahren in der Uni-Bibliothek herumliegen. Der Einband ist klassisch aus Stoff, die Typografie wunderbar altmodisch und die Seiten sind völlig vergilbt und durch Kaffeeflecken und ähnliche Rückstände verunreinigt. Zudem haben die beiden Leser zahlreiche Gegenstände zwischen den Seiten hinterlassen, so z.B. Zeitungsausschnitte, Postkarten, beschriebene Servietten oder Briefe, deren Erkundung einfach wahnsinnigen Spaß macht. “S.” ist mit knapp 24 Euro wirklich nicht gerade billig, aber allein die äußere Gestaltung ist das Geld absolut wert. Vom Poststempeln auf der Ansichtskarte über den Kaffeefleck im Brief bis zu den Büchereistempeln im Einband wirkt alles ungemein authentisch und man könnte bereits Stunden alleine damit verbringen, all die vielen kleinen Details zu entdecken. Bookporn deluxe…

Die Verwirrung entsteht zum einen dadurch, dass man sich ziemlich mühsam seinen Weg durchs Buch finden muss, aber auch durch die Art von Strakas Werk selbst. Das von Doug Dorst (diesmal der reale Autor!) verfasste “Ship of Theseus” liest sich wirklich wie ein alter Klassiker und hat mich nicht selten an Kafkas “Der Prozess” erinnert – nicht nur weil der Name von Strakas Hauptfigur ebenfalls nur aus einem Buchstaben besteht: S. Dieser findet sich ohne Erinnerungen in einer fremden Stadt wieder, wird nur wenig später auf ein mysteriöses Schiff verschleppt und erlebt fortan ein sehr seltsames und surreales Abenteuer, das zudem ziemlich kryptisch erzählt wird. Dieses Mysteriöse ist in den ersten Kapiteln noch aufregend und spannend, allerdings tritt die Geschichte spätestens ab der Hälfte etwas auf der Stelle und zieht sich teilweise doch arg in die Länge. Erschwert wird das ganze dadurch, dass eigentlich niemand genau weiß, was Straka mit seinen rätselhaften Beschreibungen konkret ausdrücken wollte. An dieser Stelle kommen nun sowohl dessen Übersetzerin F.X. Caldeira, als auch Jen und Eric ins Spiel, die versuchen, Strakas Text zu entschlüsseln und die versteckten Hinweise (sofern es überhaupt solche sind) zu finden und zu deuten.

Die Problem für den Leser ist nun, dass die Analyseversuche oft kaum nachzuvollziehen sind, da sich sowohl Caldeira als auch die beiden jungen Straka-Fans bei ihren Recherchen zahlreicher externer Materialen bedienen – z.B. früherer Romane Strakas oder Lexikoneinträge (natürlich beides fiktiv!) –, die für den Leser aber nicht zugänglich sind. Anfangs ist das noch verschmerzbar, da auch Straka-Neuling Jen noch nicht so tief in die Thematik eingetaucht ist, doch wenn sie und Eric sich im späteren Verlauf ihre in wochenlangen Nachforschungen erarbeiteten Theorien über die Identität des Autors um die Ohren hauen, kommt man als Außenstehender kaum noch hinterher. Das ist sehr frustrierend, weil man bei der Lektüre selbst ungemein viel Aufwand investiert, dafür aber nur sehr wenige Informationsschnipsel als Gegenleistung erhält. Nur um mal die Komplexität von “S.” zu verdeutlichen: Das Durcharbeiten eines 50-seitigen Kapitels dauert für den geübten Leser ungefähr zwei Stunden, wobei jeweils ca. die Hälfte für den Originaltext einerseits und die Anmerkungen und Extras andererseits draufgehen. Das ist ungemein fordernd und fühlt sich wirklich so an, als würde man wie früher in der Schule an der aufgezwängten Analyse eines schwer zugänglichen Klassikers verzweifeln. Wenn das Ergebnis dieser Arbeit dann nur immer noch neue Verwirrung ist, dann ist das auf Dauer schon sehr ernüchternd.

Die Bewertung von “S.” fällt mir daher sehr schwer. Einerseits ist das Konzept von J.J. Abrams einfach überragend und verdient locker die volle Punktzahl und das Preis-Leistungsverhältnis ist hier trotz des hohen Preises wirklich sehr gut: Man bekommt nicht nur optisch sehr viel für sein Geld, sondern kann sich auch wirklich viele Stunden mit diesem außergewöhnlichen Projekt beschäftigen – vor allem wenn man es auf die Spitze treiben will und ein wenig im Internet nach weiteren Interpretationsversuchen von “S.”-Fans sucht und sich dabei in weiteren unzähligen Details verliert, die einem selbst beim Lesen gar nicht aufgefallen sind. Auf der anderen Seite bin ich vom reinen Inhalt doch recht stark enttäuscht. Ich tue mich zwar allgemein mit eher drögen Klassikern sehr schwer und man muss “Ship of Theseus”-Autor Doug Dorst auch wirklich zugute halten, dass das Werk sehr authentisch wirkt und mit sehr viel Aufwand und Liebe zum Detail geschrieben wurde. Ich habe es allerdings zum Ende hin leider tatsächlich als sehr langweilig empfunden und war von der Auflösung (sowohl des Straka-Romans, als auch der Jen/Eric-Ebene) sehr enttäuscht, weil der Schluss meiner Meinung nach ungemein unbefriedigend ausfällt. Außerdem hätte ich mir insgesamt gewünscht, dass man als Leser noch viel mehr in die Suche nach Strakas wahrer Identität einbezogen und beim Erarbeiten des Textes mehr an die Hand genommen wird. So hat die Übersetzerin z.B. in den Fußnoten jedes Kapitels einen geheimen Code versteckt, den Jen und Eric zwar immer knacken, man als Leser den Weg zur Entschlüsselung meist aber überhaupt nicht nachvollziehen kann. Wer sich wie ich z.B. total auf die Benutzung der mitgelieferten Dechiffrierscheibe gefreut hat, wird von der fehlenden Interaktivität vermutlich dann ebenfalls ein wenig enttäuscht sein.

Trotzdem würde ich “S.” jederzeit weiterempfehlen, einfach weil die Idee hinter diesem Projekt wahnsinning faszinierend, das Konzept unglaublich toll erdacht ist und ich trotz all meines Frustes immer noch mit seligem Blick durch die vergilbten Seiten blättere und mich an Flecken und schwer zu entziffernden Handschriften ergötze. Man sollte sich aber bewusst sein, dass man für diese Lektüre wirklich viel Arbeit investieren muss und dieser Aufwand leider nicht in jeder Hinsicht belohnt wird.
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Ich habe "S" eine Woche meines Lebens geopfert. So lange hat es gedauert, bis ich mich durch dieses rätselhafte Buch durchgekämpft habe. Jetzt frage ich mich, ob es das wirklich wert war.

Die Idee ist wirklich originell, ohne wenn und aber: Ein düsterer Roman aus dem Jahr 1949 (Ship of Theseus) eines geheimnisvollen Autors (V. M. Straka), in dem S., ein an unbekanntem Gestade gestrandeter, mit Gedächtnisverlust geschlagener Mann auf der Suche nach seiner Identität in eine (ebenfalls "S" genannte) Untergrundbewegung gerät, herausgegeben und reichlich befußnotet von seiner Übersetzerin (F. X. Caldeira), und vollgekritzelt von zwei bei ihrer Universität in Ungnade gefallenen Studenten, Eric und Jen, die ebenfalls dem mysteriösen Straka auf der Spur sind und sich auf den Seitenrändern des Buches Botschaften übermitteln, über einen Zeitraum von etwa einem Jahr und in mehreren, an den Schriftfarben zu unterscheidenden Durchläufen. Das Resultat ist eine bibliophile Rarität, allein schon wegen all der Paraphernalien, die die beiden lose zwischen die Seiten gesteckt haben - Briefe, Postkarten, Zeitungsauschnitte und vieles, vieles andere.

Der Leser kann dieses faksimilierte Gesamtkunstwerk aber nicht einfach so genießen, sondern muss sich an der Lösung diverser Rätsel versuchen: Wer verbarg sich hinter dem Pseudonym V. M. Straka? Was ist an den Gerüchten über seine Untergrundaktivitäten dran? Ist das Buch nichts anderes als eine verklausulierte Autobiographie? Und, last but not least, was hat es eigentlich mit dem Ärger auf sich, den Eric und Jen mit ihrer Alma Mater haben?

Und man darf sich nicht leicht entmutigen lassen. Wenn man das Buch so liest wie ich (Seite für Seite mit allen Randbemerkungen, und nicht erst den "Originalroman" samt Fußnoten und erst danach die Randnotizen in zeitlicher Reihenfolge), wird man ständig mit Informationsbröckchen beworfen, die man nicht versteht und die sich, wenn man sie nicht ohnehin gleich wieder vergisst, erst ganz allmählich zu einem ziemlich lückenhaften Bild der Geschehnisse um Straka einerseits und Jen bzw. Eric andererseits zusammensetzen, und das Buch endet auch ziemlich unspektakulär, auf sämtlichen Erzählebenen. Dass dabei viel zu vieles unklar bleibt, liegt aber nicht nur daran, dass man Wichtiges überlesen oder vergessen hat (ok, daran natürlich auch!), sondern dass der Autor tatsächlich so mutig war, eine Menge unbeantwortet zu lassen und z. B. erst jetzt, lange nach der Veröffentlichung des Buches, zusätzliche Informationen via Internet nachzuschieben. Man müsste sich wirklich auf diesen Kosmos einlassen und noch viel mehr als die ohnehin schon sehr aufwendige einmalige Lektüre investieren, um all den Rätseln um V. M. Straka auf die Spur zu kommen. So weit werde ich es allerdings nicht treiben.

Trotz all dieser Kritik gibt es dennoch vier Sterne: Die geniale Idee, die perfekte Gestaltung und die Tatsache, dass ich wegen meiner Bequemlichkeit und vielleicht auch wegen meiner suboptimalen Leseweise mit daran schuld bin, am Ende so ratlos dagestanden zu sein, muss man diesem außergewöhnlichen Buch zu Gute halten. Und, ja, die Woche war es wert.
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am 6. November 2013
Es ist einfach unglaublich was man hier für geradezu lächerliche 20€ bekommt. Man öffnet das Paket und hat ein Buch in den Händen, so detailverliebt gestaltet, wie ich es vorher noch bei absolut keinem Produkt (und schon gar nicht bei einem Buch)gesehen habe.
Hier ist das gesamte Buch die Geschichte und das ursprünglich gedruckte Buch nur die unterste Ebene. Die zweite Ebene bildet der "Übersetzer" des Buches, der mit seinen Fußnoten wichtige Informationen über den "Autor" hinzufügt. Die dritte und innovativste Ebene sind zwei junge Menschen, die dieses Buch und dessen Autor mit, auf die Buchseiten geschriebenen Notizen, analysieren.
Zusätzlich ist das Buch mit Requisiten ausgestattet, die das Lesen und Entdecken zu einem ganz eigenen Abenteuer machen. Das sind Kopien von Zeitungsausschnitten, "echte" Zeitungsausschnitte, auf Servietten skizzierte Pläne, Postkarten, ein Dechiffrier-Gerät, usw... Das Buch ist wunderschön Gebunden und praktisch auf über 400 Seiten ganzseitig Farbbedruckt.

Mein Fazit ist also: Wer sich dieses Buch nicht kauft, verpasst das am liebevollsten gestaltete Lese-Erlebnis, seit ich denken kann und dazu ein unglaubliches Schnäppchen. Dieses Buch wird man unter Garantie niemals wegschmeißen und nur sehr ungern verleihen.

Uneingeschränkte Kaufempfehlung meinerseits!
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am 4. März 2016
Great! Should, however, be read als a 'real' book. I bought the German version of the book in a bookstore. Fun to discover all the things in it...this English e-book just as an English language supplement.
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am 7. November 2013
Für gerade mal 20 Euro ist dieses innovative Werk einfach ein Pflichtkauf.
Alleine das Auspacken und Studieren der diversen zwischen den Seiten versteckten Kopien, Notizen, Postkarten und weiteren Beigaben ist schon ein Vergnügen. Auch das auf alt getrimmte Buch selbst mit seinen Flecken und Kratzern ist ein Hingucker. Durch die diversen Randnotizen der anderen "Ausleiher" des Buches ist ein mehrfaches Lesevergnügen garantiert.
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am 3. Dezember 2013
This turned out to be a very interesting and entertaining book, exhibiting creativity at its best with a peculiar concept. The engaging nature of the storytelling reminded me of Janvier Chando's The Usurper and Other Stories. Complex though S is, it is a fun read and brings story telling to a whole new level.
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am 8. Februar 2015
Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Werk vorstellen: “S” von J.J. Abrams und Doug Dorst.

J.J. Abrams dürfte den meisten von uns aus TV und Kino bekannt sein. Er ist der “Vater” von “Lost”, “Fringe”, “Cloverfield”, “Super 8″, dem neuen Star Trek Film, dem neuen Star Wars Film und und und… und genauso besonders wie seine Serien oder Filme sind, ist auch “S” – speziell.

Von außen sieht es aus wie ein altes Buch aus der Leihbücherei, mit Stempel und Ausleihkarte. Der Titel der Hauptgeschichte lautet “Ship of Theseus”, es wurde von einem fiktionalen Autor namens V.M. Straka geschrieben und 1949 veröffentlicht. Holt man das Buch aus dem Schuber findet man auch keinerlei Hinweise mehr auf Abrams oder Dorst, dann geht es nur noch um Straka. Strakas Leben gilt als geheimnisvoll und sein Tod ist eines der großen Mysterien in der Literaturwelt, Anlass zu Spekulationen und Konspirationen – Spionage, Auftragsmord – alles ist möglich. Strakas Identität ist Gegenstand vieler literarischer Debatten, auch sein Übersetzer, der Straka nie persönlich getroffen hat, geht im Vorwort des Buches auf all die Mythen, die sich um den Mann ranken, ein.

“Ship of Theseus” ist Strakas 19 Buch und sein letztes Werk vor seinem mysteriösen Tod. Die Geschichte handelt von einem unbekannten Mann, der sein Gedächtnis verloren hat und sich auf die Reise macht, um sich selbst zu finden. Ich bin ehrlich, diese Geschichte fand ich eher langweilig. Sie war schwer zu lesen, vor allem, weil alles im Präsens geschrieben ist und damit habe ich persönlich einfach Schwierigkeiten. Doch meiner Meinung nach liegt das Hauptaugenmerk auch nicht auf der Grundstory, sondern vielmehr auf der Nebengeschichte, die sich am Rand der Seiten abspielt. Denn das Buch ist vollgekritzelt mit Nachrichten, die sich zwei Personen namens Eric und Jen schicken. Abwechselnd leihen sie sich das Buch aus und führen so eine Konversation über hunderte Seiten hinweg. Eric ist ein Student, dessen Professor ihm alle Ergebnisse seiner Straka Forschung geklaut hat und der jetzt verzweifelt versucht, die Identität Strakas aufzudecken, bevor es sein Professor machen kann. Jen ist Studentin, fast fertig mit ihrem Studium und fasziniert von Eric und seiner Straka Besessenheit. Gemeinsam begeben sie sich auf den Seiten des Buches auf die Suche nach dem geheimnisvollen Autor. Um das Rätsel auch als Leser lösen zu können, muss man das Buch und alle handschriftlichen Notizen lesen. Eine Herausforderung, das steht fest – aber auch unglaublich faszinierend.

Beide fiktiven Leser, Eric und Jen, belassen es nicht nur bei den Kritzeleien im Buch, sondern sie legen Postkarten, handgeschriebene Briefe, gemalte Karten, kopierte Artikel und vieles mehr zwischen die Seiten der Bücher. Immer wieder tauchen Überraschungen auf – so liebevoll und detailreich gestaltet, wie ich sie noch in keinem anderen Buch gesehen habe. “S” ist ein absolutes Schmuckstück, das jedem Büchernarr das Herz aufgehen lässt.

Daher gibt es von mir fünf Sterne und eine Kaufempfehlung. Wer schöne Bücher liebt, wer außergewöhnliche Bücher liebt, wer fantasievolle Bücher liebt, sollte sich Abrams Werk ins Regal stellen.
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am 18. Mai 2017
So , oder so ähnlich könnte das Konzept für dieses Machwerk gelautet haben. Laß doch den Leser die Arbeit machen, gib ihm ein paar Zettelchen und dann wird er schon irgendwie etwas zusammenschustern, für das sich die Autoren wohl zu bequem waren. Schade ums Papier.
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am 17. Juli 2016
Zum Teil vollzieht die Hauptfigur S. in diesem Buch die Abenteuer Theseus nach, wobei er allerdings das Problem hat, dass er zu Beginn des Buchs in Wassernähe erwacht und in eine Revolte hineinge-zogen wird, ohne selbst zu wissen, wer er denn genau ist. Er weiß nur, dass er einer Frau namens Szalome verfallen ist, die er später auch unter dem Namen Sola kennt und die er über weite Strecken dieses Buchs sucht. Dabei sieht er sich beständig von seltsamen und brutalen Leuten verfolgt – auch durch ein labyrinthisches Höllensystem, dass Hades und das Labyrinth des Minotaurs zusammen zu werfen scheint. Außerdem landet er immer wieder auf einem seltsamen Schiff, dem Schiff des Theseus, das von einem knorrigen Seemann namens Mahlstrom befehligt wird und dessen Besatzung die ganze Zeit mit zugenähten Mündern herumläuft, aber ständig Beobachtungen notiert. Dieses Schiff verändert im Laufe der Zeit beständig die Form, wobei es aber nach S.‘s Wahrnehmung die Identität behält, während sich S. – unwilliger Revoluzzer, Flüchtling, Seemann, Meuchelserienmörder etc. – sich seiner eigenen Identität nie sicher ist. Genauso wenig wie der Identität vieler anderer.

Durch eine Reihe seltsamer und magisch anmutender Ereignisse gelangen er und Sola schließlich in das Heim eines sehr bösen Menschen und sorgen da – mit Hilfe eines Affen – für ein unwahrscheinliches Chaos, das irgendwie mit materiellen und anderen narrativen Werkzeugen zu tun hat.

Wirr, metaphorisch und anspielungstechnisch überladen und dabei nicht sonderlich spannend ist die Haupterzählung dieses Romans eines Autoren namens V.M. Straka, der noch einige andere Bücher geschrieben haben soll, dessen Identität aber nicht ganz klar ist. Dieses Buch wurde durch eine Frau, die sehr viele verwirrende Fußnoten geschrieben hat posthum herausgegeben, wobei insbesondere das letzte – 10. Kapitel – eine Eigenproduktion der Herausgeberin auf der Grundlage von Manuskriptfragmenten sein soll – eine Arbeit der Liebe, denn die Herausgeberin ist wohl mit dem Autoren liiert gewesen. Wobei die Identität des Autoren selbst rätselhaft bleibt.

Soweit also die Inhalte und die Ausgabefiktion dieses Buchs von J.J. Abrams und Doug Dorsts. Und das ist nicht wirklich sonderlich spannend oder erhebend zu lesen.

Nun haben die beiden Autoren dem Ganzen noch eine zusätzliche Komplexitätsstufe hinzugefügt. Zwei Leser dieses Buchs, die es regelmäßig in einer Universitätsbibliothek ausleihen, kommen in den Rändern und zwischen den Linien des Buchs miteinander ins Gespräch und versuchen zu ergründen, was dieses Buch aussagen will und wer V.M. Straka eigentlich genau gewesen sein könnte, eine Recherche, die sie in die Welt hinaustreibt, in Konkurrenz mit ihren Dozenten bringt und sie einander immer näher, was man durch die Randnotizen immer wieder verfolgen kann – genau wie man die Identität Strakas versucht über angebliche – aber nicht mehr vorhandene – Randnotizen am Manuskript zu erschließen. Dabei fühlen die beiden sich öfter verfolgt und bedroht, nutzen aber trotzdem immer weiter diese halböffentliche Gesprächsform.

Neben den Randnotizen finden sich in dem Buch aber auch Photos, Briefe, Postkarten, Kopien aus anderen Artikeln und Büchern und viele andere Hinzufügungen, was alleine den hübschen Schuber und dessen anfängliche Verschiebung notwendig macht, damit man den ganzen Spaß nicht plötzlich auf dem Boden liegen hat. Es ist schon von Bedeutung, die verschiedenen Einlagen an ihren jeweiligen Plätzen zu finden, um sie den jeweiligen Randnotizen des werdenden Paares zuordnen zu können.

Werten die zusätzlichen Erzählschichten das Buch nun erzählerisch auf? Nein. Die Herausgabefiktion bleibt fragmentarisch und ziellos und die dazugehörigen Fußnoten scheinen eher das Ego der Herausgeberin zu streicheln als der Kernerzählung irgendetwas Substantielles hinzuzufügen. Und auch die ganze Besessenheit der Randnotizenschreiber bei der Recherche scheint eher narzisstisch als wissenschaftlich fundiert zu sein und erweckt den Eindruck mental Masturbation, wie man sie in manchen literaturwissenschaftlichen Kreisen gerne wiederfindet, wo selbst kleinste Details ad absurdum analysiert werden um selbst die abwegigsten Ableitungen zu rechtfertigen. Eine Tendenz, die die beiden anscheinend auch auf ihre jeweilige Lebensführung anzuwenden scheinen, was sie nicht besonders sympathisch macht – und ihre Lebensdarstellung auch nicht unbedingt interessant.

Handwerklich und konzeptionell ist „Ship of Theseus“ sicherlich interessant, aber erzählerisch eher unerfreulich und das macht das Lesen spätestens ab der Mitte zu einer eher unerquicklichen Pflichtübung. Originell, gut gedacht, aber nicht wirklich gut gemacht.
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