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Russisch Blut. Kriminalroman Taschenbuch – 2005

3.3 von 5 Sternen 15 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Anne Chaplet ist das Pseudonym der Publizistin und Historikerin Cora Stephan. Neben ihren Sachbüchern hat sie zahlreiche Kriminalromane geschrieben, für die sie zweimal mit dem Deutschen Krimipreis und dem Radio-Bremen-Krimipreis ausgezeichnet wurde. Sie lebt in Frankfurt und Südfrankreich. Zuletzt erschienen von ihr »Sauberer Abgang« und »Doppelte Schuld«. Weiteres zur Autorin: www.anne-chaplet.de  

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prolog

Blanckenburg, im Frühjahr 2004

Er nahm einen tiefen Zug aus der Zigarette und sah zu, wie ein Regentropfen in der Glut verdampfte. Ihm war warm, ein Gefühl, das von innen kam, nicht vom Wetter. Es war das Gefühl, nach einem langen Lauf endlich angekommen zu sein, die verdiente Siegerehrung vor Augen.

»Dem Mann, der nicht aufgegeben hat. Dem Mann, der es wußte, von Anfang an. Dem Mann, der am Ball blieb, koste es, was es wolle.« Applaus. Musik.

Er schob sich den Hut ein wenig tiefer in die Stirn, nahm noch einen Zug und blies den hellen Rauch in die nasse Nacht. Dabei war mit dieser Wendung gar nicht mehr zu rechnen gewesen. Was für ein Zufall, ausgerechnet hier auf alte Bekannte zu treffen! Und daß diese völlig unmögliche Person auf die Idee gekommen war, ihn um Hilfe zu bitten …

Aber gerne. Ganz zu Ihren Diensten. Auf diese Gelegenheit warte ich schon lange.

Er wippte auf den Fußballen und versuchte, im Licht der Zigarettenglut zu erkennen, wo die Zeiger der Armbanduhr standen. Er war zu früh – alte Angewohnheit aus vergangenen Zeiten, als man wissen mußte, was auf einen zukam. Zum Beispiel ein Engel mit seinem Füllhorn. Der Weihnachtsmann. Der Geist aus Aladdins Wunderlampe. Die Erfüllung aller Wünsche.

Er lächelte in sich hinein. Jetzt nicht übermütig werden.

Seine Fußspitze trat die Zigarettenkippe in die Grasnarbe vor der Koppel. Er ballte die Fäuste in den Manteltaschen, hob die Schultern und machte ein paar Schritte auf der Stelle. Es regnete heftiger.

Über die Motive der anderen Seite machte er sich keine Illusionen. Sie waren nicht weniger lebenspraktisch als seine. Alle wollten ihr Auskommen. Wer vernünftig war, sorgte vor und wartete nicht, bis der Staat keine Rente mehr zahlen konnte. Daß niemand etwas erfahren sollte, war ihm recht. Man würde langsam an die Sache herangehen. Tastend. Nichts an die große Glocke hängen.

Die Tür zum Stall war angelehnt, er hörte es schnauben und rascheln. Er machte sich nichts aus Tieren, vor allem nicht aus so großen wie Pferden. Wieder hielt er sich die Armbanduhr vor Augen, diesmal ohne etwas zu erkennen. Seinem geschulten Gefühl nach war es noch nicht weit nach der verabredeten Zeit. Aber die Nässe sickerte durch seinen viel zu leichten Mantel. Er starrte in die Dunkelheit und drehte sich einmal um die eigene Achse. Nichts.

Im Stall schurrte und schabte etwas. Er zögerte. Dann ging er hinein.

Es roch nach Pferd und Stroh, nicht einmal unangenehm. Er stellte sich in den Gang zwischen den beiden Reihen von Verschlägen, direkt an die Tür, die er offenließ, damit er sah, wenn jemand kam. In den Boxen rechts und links standen keine Pferde, was ihn beruhigte. Er wußte nie, was er machen sollte, wenn ihn die großen Augen anglotzten und sich die riesigen Nasen näherten, die Nüstern gebläht. Hinten im Stall war es unruhig, etwas Großes bewegte sich, stampfte, schlug gegen Holz.

Warum hatten sie sich eigentlich nicht an einem freundlicheren Ort verabredet? Es hätte sich doch leicht ein Vorwand finden lassen, der sie an der Hotelbar unten in der Stadt zusammengeführt hätte. Oder meinetwegen auch in irgendeinem Raum dieser gottverlassenen Ruine.

Hinter ihm wieder ein Geräusch, er glaubte plötzlich, es flüstern zu hören. War da einer bei den Pferden? Wollte man ihn herausfordern? Es dauerte eine Weile, bis er es über sich brachte, durch den dunklen Gang zu tappen. Die große Kreatur, die da hinter den Gittern stand, schnaufte, scharrte, bewegte ihren massigen Leib. Er glaubte, Wut zu spüren wie einen heißen Atem.

Und dann – etwas schrie auf, ein wütender, gellender Schrei, etwas krachte gegen die Eisengitter, gegen die Bretterwand, der Boden vibrierte. Und dann war es über ihm. Eine gewaltige Masse brach über ihn herein, stieß ihn beiseite wie eine Strohpuppe, warf ihn gegen die Eisengitter, fegte an ihm vorbei hinaus ins Freie. Er sah noch die Silhouette des Pferdes in der Tür, gegen das vage Licht von draußen. Die Tür schlug auf und wieder zu.

In der Stille hörte er sich selbst am Eisengitter entlang zu Boden rutschen. Kein Muskel seines Körpers gehorchte ihm mehr. Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit, bis er in der Lage war, sich aufzurichten.

Der Mantel war ruiniert, mit Sicherheit. Sein rechtes Bein trug ihn kaum, der Oberschenkel war wie gelähmt. Aber der schlimmste Schmerz saß in der Brust. Er hob seinen Hut auf, stolperte durch den finsteren Gang, raus aus dem Stall, aus dieser Luft, die ihm den Atem nahm.

Draußen blieb er stehen, fächelte sich Luft zu mit der Krempe des Huts.

Er kam noch ein paar Schritte weiter.

Dann stand sie vor ihm, die Frau in Weiß.


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von Ein Kunde am 2. Dezember 2005
Format: Taschenbuch
Ich habe bei diesem Buch mehrmals die Luft angehalten - und man ist ja vom Krimi einiges gewohnt... "Russisch Blut" ist ein wahres, ein grausames Buch, ganz ohne daß die Autorin das Grauen bloß als verkausförderndes Stilmittel einsetzt. Es ist entsetzliche Realität, die sie beschreibt - die Vergewaltigung von Frauen in Kriegszeiten.
Mich hat das gerade als Mann beeindruckt, mit welcher Haltung Anne chaplet ihre Protagonistinnen ausstattet - die Adlige, die im Janur 1945 aus Ostpreußen flieht und die Frau aus Jugoslawien, ebenfalls ein Flüchtling.
Die Autorin versteht es wie wenige deutsche Autoren, die Geschichte lebendig werden zu lassen.
Chapeau, Frau Chaplet!
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Format: Taschenbuch
Zuerst habe ich Teile aus dem von der Autorin selbst gelesenen Hörbuch gehört und war fasziniert – von der Stimme, von dem Thema. Dann habe ich mir das Buch gekauft, obwohl ich kein Krimileser bin. Das erste Kapitel und vor allem die Schlußszene übertreffen an Intensität alles, was ich in letzter Zeit gelesen habe: da flüchtet eine Frau in einer eisigen Januarnacht 1945 aus Ostpreußen, das alles geschildert ohne Pathos und Larmoyanz. Und da versucht eine aus Jugoslawien geflüchtete Bosnierin uns allen zu erklären, was das heißt, im Krieg die Beute der einander bekämpfenden Männer zu sein. Das alles spielt zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf einem Schloß an der ehemaligen Zonengrenze – und dieser „Tatort“ ist genau der richtige für den historischen Stoff und hat überhaupt nichts mit dem üblichen Schlosskitsch zu tun: das alte Gemäuer steht für die Geschichte, die oft heroisiert und meistens mißbraucht wird und damit der Ruine von Schloß Blanckenburg ähnelt. Der Roman hat mich überzeugt und ich bin gespannt auf das nächste Buch aus der Serie.
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Format: Taschenbuch
"Russisch Blut" beginnt ganz romantisch von einen Schloß, zu dem die Heldin stilgerecht im Pferdegespann vorfährt. Aber bevor man sich auf die Idylle richtig einlassen kann, ist man wieder in der deutschen Geschichte und dabei bei der Spezialität Anne Chaplets! Was sich zuerst anhört wie ein Roman wie "Ein Herz und eine Krone";, führt dann plötzlich in die Abgründe der Vergangenheit: zu Flucht und Vergewaltigung im Jahr des Kriegsendes, 1945. Zu Treuhand-Betrügereien und Beutekunst. Zu Stasi und Adel. Und zu einer Tragödie, die völlig zu Unrecht als Frauenthema angesehen wird: zu den vergewaltigten Frauen, wie sie jedes Kriegsende zu begleiten scheinen, damals oder vor kurzem noch, z. B. in Ex-Jugoslawien - und zu den Kindern, die aus diesen gewalttägien Verbindungen hervorgingen.
Ein ungeheuer spannender Roman - und ein eminent politischer zugleich.
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Format: Taschenbuch
Auch eine Anne Chaplet darf einmal ein bisschen auf den Spuren Karl Mays wandeln und in Themen und Motiven von dessen frühen Kolportage-Romanen wie „Waldröschen" schwelgen - verlorene Söhne und Mütter, alte Schlösser und gruselige Grüfte inbegriffen. Aber Anne Chaplet wäre nicht Cora Stephan (so heißt sie wirklich), wenn sie das Ganze nicht in ein gut recherchiertes Hier und Heute einzubauen wüsste. Ihr Roman - der ohne ihr bekanntes hessisches Figurenensemble auskommt - spielt in den nicht mehr so neuen östlichen Bundesländern und handelt von Vertreibung, Flucht, Vergewaltigungen und Rückkehr. Die Heldin ist diesmal eine Tierärztin aus Ex-Jugoslawien, deren Schicksal mit dem der deutschen Figuren während und nach dem Zweiten Weltkrieg parallelisiert wird. Packend gemacht, höchst lesenswert.
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Von Ein Kunde am 9. November 2005
Format: Taschenbuch
Es soll ein neuer Anfang werden für die Tierärztin Katalina Cavic, als sie ins Örtchen Blanckenburg kommt und im alten Schloss Quartier nimmt. Als sie entdeckt, dass die neuen Schloßeigner den alten Grafen Gawan in einem Turmzimmer vor der Öffentlichkeit verbergen, erwacht ihr Spürsinn. Ans Licht kommt eine sehr deutsche Geschichte, die bis weit in die Kriegs- und Nachkriegszeit zurückreicht. Eine Geschichte, wie sie von keiner anderen als Anne Chaplet geschrieben werden konnte: ein Krimi, der sich durch seine erzählerische Präzision angenehm abhebt von der Serienware des Genres.
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Von Gabse am 7. November 2013
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Das Buch finde ich insgesamt ein bisschen lahm. Die Rückblenden sind interessant aber der Halbsatz "sie vermisste Gavro..." "es erinnerte sie an Gavro" nervt langsam etwas. Es soll natürlich eine Spannung erzeugen, die sich am Ende auflöst, jedoch wirkt es, wie vieles in dem Roman zu gewollt und gekünstelt. Schade eigentlich, denn ansonsten hat die Geschichte schon potential.
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Format: Taschenbuch
Ich hätte nie geglaubt, daß sich auch auf deutschen Schlössern derart spannende Geschichten abspielen! Anne Chaplets neues Buch kommt daher wie ein Reißer a la Gothic Novel - mit Schloß und Krypta, dunklen Gängen und verschollenen Grafen. Aber dann geht es wieder ganz und gar gegenwärtig zu in dem Roman, der vielleicht der „feministischste" der Autorin ist: Meine Mutter behauptet, Anne Chaplet hätte die Flucht der einen ihrer beiden Heldinnen aus Ostpreußen beschrieben, als ob sie dabei gewesen sei. Ich habe selten ein so berührendes Buch gelesen.
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