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Ruhelos: Roman Gebundene Ausgabe – 9. Januar 2007

4.0 von 5 Sternen 48 Kundenrezensionen

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Produktinformation

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Der Verlag über das Buch

Oxford, 1976. Ganz England stöhnt über die Hitze, doch Ruth Gilmartin ist vor allem um ihre Mutter besorgt: Ständig beobachtet Sally den Wald hinter ihrem Garten, das Telefon beantwortet sie nur nach vereinbartem Klingelsignal und das Haus verlässt sie - obwohl unversehrt - nur im Rollstuhl. Schließlich eröffnet sie ihrer Tochter, dass jemand sie töten wolle. Ihr wahrer Name sei Eva Delektorskaja und sie habe im Krieg als Spionin gearbeitet. Paris, 1939. Eva, eine schöne russische Emigrantin, wird von dem geheimnisvollen Lucas Romer für den britischen Geheimdienst angeworben. Sie soll die Arbeit ihres geliebten Bruders Kolja, der von den Nazis ermordet wurde, weiterführen. Unter Romers Anleitung wird sie zur perfekten Spionin ausgebildet, die schnell lernt, sich zu verstellen und - niemandem zu trauen. Ruhelos ist ein Spionageroman und literarisches Meisterwerk. Es vereint die emotionale Intensität eines Ian McEwan mit der Spannung eines John le Carré. William Boyd stellt die zutiefst beunruhigende Frage, wie gut wir einen Menschen jemals kennen können, und verwickelt den Leser in ein durchtrieben-doppelbödiges Spiel.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

William Boyd, 1952 in Ghana geboren, gehört zu den überragenden europäischen Erzählern unserer Zeit. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher und wurde vielfach ausgezeichnet. Im Berlin Verlag erschienen zuletzt »Ruhelos« (2007), »Einfache Gewitter« (2009), »Nat Tate« (2010) und »Eine große Zeit« (2012). William Boyd lebt mit seiner Frau in London und Südfrankreich.

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Ruth Gilmartin, die zusammen mit ihrem kleinen Sohn im beschaulichen Oxford lebt und Erwachsenen Englisch beibringt, glaubt sich im falschen Film: Aus heiterem Himmel rückt ihre Mutter mit der Mitteilung heraus, in Wirklichkeit Eva Delektorskaja zu heißen, eigentlich gebürtige Russin und naturalisierte Französin zu sein, und während des Zweiten Weltkrieges Geheimagentin in britischen Diensten gewesen zu sein. Und nun, im Sommer 1976, fürchte sie um ihr Leben... Akute Paranoia und Hitzschlag scheiden als Erklärungen aus. Ruth liest kapitelweise Sally Gilmartins resp. Eva Delektorskajas Lebensbeichte, und unmerklich sickert die Spionage-immanente chronische Paranoia auch in ihr Leben. Sie erfährt mit jeder neuen Lieferung ihrer Mutter mehr über das Leben einer Spionin im allgemeinen und das ihrer Mutter im besonderen -- vor allem gewähren ihr deren Aufzeichnungen detaillierte Einblicke in die Folgen, die sich aus den besonderen Lebensumständen für die Einzelnen ergeben: Stetes Misstrauen als unverzichtbares Lebenselexier ("Was denkt er, dass ich denke, dass er glaubt, dass ich denke...") gehört ebenso dazu wie die daraus resultierende Unmöglichkeit menschlicher Bindungen; sogar die Wahrnehmung unterscheidet sich von der eines "normalen" Menschen. Die Frage nach der eigenen Identität stellt sich auf vielen Ebenen, und Skeptikern sei's gesagt: Das leicht abschätzig belächelte Genre des Spionage-Thrillers kann diesen Themenkomplex erfolgreich schultern.Lesen Sie weiter... ›
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Von Carla HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 22. Januar 2007
Format: Gebundene Ausgabe
William Boyds neuester Roman hat mich von Beginn an gepackt.

Die Geschichte um die englische Spionin Eva Delektorskaja, die während des Zweiten Weltkrieges von Paris über London schließlich in die USA gelangt, ist sowohl inhaltlich als auch sprachlich hervorragend ausgearbeitet.

Die Handlung um die Tochter (Oxford im überdurchschnittlich heißen Sommer 1976) bildet einen interessanten Rahmen. Dieser Erzählstrang soll, was die Spannung angeht, der Haupthandlung um Eva Delektorskaja keine Konkurrenz machen, sondern sie in einen Kontext betten, der die lebenslängliche Ruhelosigkeit der Ex-Spionin zusätzlich betont.

Hervorragend fand ich vor allem die Passagen, in denen die veränderte Wahrnehmung der Spionin zum Ausdruck kommt. Auf ihre Tätigkeit für den Geheimdienst getrimmt, kann sie sich zu keinem Zeitpunkt vom antrainierten Misstrauen und der geschärften Wahrnehmung lösen.

Bis zum Schluss ein Genuss. Spannend, sprachlich hervorragend, eine wirklich lohnende Lektüre.
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Format: Audio CD
England im Sommer 1976. Ruth Gilmartin lebt mit ihrem Sohn als Englischlehrerin in Oxford. Regelmäßig besucht sie ihre Mutter Sally, die zurückgezogen einige Kilometer ausserhalb in einem kleinen Dorf lebt. Doch zusehends benimmt die rüstige ältere Dame sich merkwürdig: Der nahe Waldrand wird mit dem Feldstecher beobachtet und eines Tages sitzt sie - obwohl kerngesund - im Rollstuhl und will zum Einkaufen geschoben werden. Ist das schon das Alter ?

Die Antwort erhält Ruth nur wenig später, als sie von ihrer Mutter ein Dossier mit dem ersten Teil ihrer Lebensgeschichte überreicht bekommt; was sie dort liest, verwirrt sie zutiefst: Ihre Mutter, die sie zu kennen glaubte wie kaum einen zweiten Menschen auf der Welt, heisst in Warheit Eva Delektorskaja und war im Zweiten Weltkrieg als Spionin für England in Belgien, Frankreich und den USA im Einsatz.

Und was lange vorüber scheint, ist noch immer nicht wirklich Geschichte - die Vergangenheit wirft lange Schatten.

Mit jedem neuen Dossier taucht Ruth tiefer in die Geschehnisse zwischen 1939 und 1941 ein, und langsam durchsetzt das Gift des Misstrauens, das das Leben ihrer Mutter bestimmte, auch ihren Alltag: Was steckt hinter dem plötzlichen Auftauchen Ludgers, dem Bruder ihres früheren Lebensgefährten, der offenbar mit den radikalen Kreisen der RAF in Deutschland sympathisiert? Welche Rolle spielt Hamid, ihr arabischer Sprachschüler ? Nichts scheint mehr sicher und verlässlich.

Martina Gedeck leiht beiden Frauen in dieser Geschichte ihre Stimme - der Autobiographin Sally und der Erzählerin Ruth.
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Format: Gebundene Ausgabe
Spannend gemachter Spionage Thriller. Aber nicht nur das. Es ist auch eine Art Familiengeschichte, bzw. eher eine von Mutter und Tochter. Mitte der Siebziger in London. In Deutschland RAF Hysterie, die auch zwischendurch thematisiert wird und Ruth, die Tochter, macht sich Sorgen um ihre Mutter, die wohl, im vor Hitze stöhnenden Sommer in London, langsam zu spinnen anfängt. Aber das Gegenteil ist der Fall. Es entwickelt sich eine Agentinnenstory allererster Güte. Die ursprünglich als Kind russischer Einwanderer in Paris aufgewachsene Eva Delektorskaja eröffnet ihrer Tochter nach und nach die Geschichte ihres Lebens. Wir erfahren, für mich auch neu, dass der britische Geheimdienst am Anfang des zweiten Weltkrieges mit allen Mitteln versucht, die Großmacht USA zum Eintritt in den Krieg zu bewegen.

Mit Hilfe lancierter Meldungen, z.B. über gefakte U-Boot Angriffe, oder sonst irgendwelchen vermeintlichen Aufmärschen, soll das Pentagon bzw. Roosevelt provoziert werden, sich gegen Hitler zu stellen. Eva wird angeheuert, von einem

007 Typ namens Eric Romer. Ihre Tarnung ist eine Art Presseagentur für eben diese Zeitungsenten. Sie entwickelt sich zu einer Topagentin, behält aber immer ein gewisses Widerstandspotential, welches ihr mehrmals das Leben rettet.

Am Ende muss sie einsehen, dass sie auch nur eine Randfigur in einem konstruierten Verwirrspiel ist, sogar locker geopfert würde, und sie entzieht sich dem Zugriff ihres eigenen Geheindienstes. Aber die Story ist hier noch nicht zu Ende.

Tochter Ruth lernt mit und es kommt zu einem gemeinsamen Showdown, den ich aber nicht verraten will. Sehr gut gemacht und spannend bis zum Schluss.
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