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Roman eines Schicksallosen Taschenbuch – 1. November 2004

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 als 14-Jähriger nach Auschwitz und Buchenwald deportiert. In seinem Roman eines Schicksallosen hat er diese Erfahrung auf außergewöhnliche Weise verarbeitet. Das Buch erschien zuerst 1975 in Ungarn, wo er während der sozialistischen Ära jedoch Außenseiter blieb und vor allem von Übersetzungen lebte (u.a. Nietzsche, Hofmannsthal, Schnitzler, Freud, Joseph Roth, Wittgenstein, Canetti). Erst nach der europäischen Wende gelangte er zu weltweitem Ruhm, 2002 erhielt er den Literaturnobelpreis. Seitdem lebte Imre Kertész überwiegend in Berlin und kehrte erst 2012, schwer erkrankt, nach Budapest zurück.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Heute war ich nicht in der Schule. Das heißt doch, ich war da, aber nur, um mir vom Klassenlehrer freigeben zu lassen. Ich habe ihm das Schreiben meines Vaters überbracht, in dem er wegen "familiärer Gründe" um meine Freistellung nachsucht. Der Lehrer hat gefragt, was das für familiäre Gründe seien. Ich habe gesagt, mein Vater sei zum Arbeitsdienst einberufen worden; da hat er weiter keine Schwierigkeiten gemacht.
Ich bin losgeeilt, aber nicht nach Hause, sondern gleich zu unserem Geschäft. Mein Vater hatte gesagt, sie würden mich dort erwarten. Er hatte noch hinzugefügt, ich solle mich beeilen, vielleicht würden sie mich brauchen. Eigentlich hat er mir gerade darum freigeben lassen. Oder vielleicht, um mich "an diesem letzten Tag an seiner Seite zu wissen", bevor er "seinem Zuhause entrissen wird": denn auch das hat er gesagt, allerdings, ja, zu einem anderen Zeitpunkt. Er hat es, wenn ich mich recht erinnere, zu meiner Mutter gesagt, als er am Morgen mit ihr telefonierte. Es ist nämlich Donnerstag, und an diesem Tag und sonntags hat strenggenommen meine Mutter Anrecht auf meinen Nachmittag. Doch mein Vater hat ihr mitgeteilt: "Es ist mir heute nicht möglich, Gyurka zu dir hinüberzulassen" und hat das dann so
begründet. Oder vielleicht doch nicht. Ich war heute morgen ziemlich müde, wegen des Fliegeralauns in der Nacht, und erinnere mich vielleicht nicht richtig. Aber daß er es gesagt hat, da bin ich sicher. Wenn nicht zu meiner Mutter, dann zu jemand anderem.
Ich habe dann mit meiner Mutter ebenfalls ein paar Worte gewechselt, worüber, das weiß ich nicht mehr. Ich glaube, sie war mir dann auch ein wenig böse, denn wegen der Anwesenheit meines Vaters blieb mir nichts anderes übrig, als mit ihr etwas kurz angebunden zu sein: schließlich muß ich mich heute nach ihm richten. Als ich schon im Begriff war aufzubrechen, hat auch meine Stiefmutter noch ein paar vertrauliche Worte an mich gerichtet, im Flur, unter vier Augen. Sie hat gesagt, sie hoffe, an diesem für uns so traurigen Tag bei mir "mit einem angemessenen Verhalten rechnen zu können". Ich wußte nicht, was ich da hätte sagen sollen, und so habe ich nichts gesagt. Aber vielleicht legte sie mein Schweigen falsch aus, denn sie hat gleich etwas hinzugefügt, in dem Sinn, daß sie mir keineswegs zu nahe treten wollte mit dieser Ermahnung, die - das wisse sie - sowieso unnötig sei. Denn sie zweifle ja nicht daran, daß ich als fast fünfzehnjähriger großer Junge selbst fähig sei, die Schwere des uns ereilenden Schicksalsschlages zu ermessen, so hat sie sich ausgedrückt. Ich habe genickt. Mehr brauchte es auch nicht, wie ich gemerkt habe. Sie hat noch eine Bewegung mit den Händen in meine Richtung gemacht, so daß ich schon Angst hatte, sie wolle mich vielleicht umarmen. Das hat sie dann doch nicht getan und nur tief geseufzt, mit einem langen, bebenden Atemzug. Ich habe gesehen, daß ihr auch die Augen feucht wurden. Es war unangenehm. Dann durfte ich gehen.
Von der Schule bis zu unserem Geschäft bin ich marschiert. Es war ein klarer, lauer Morgen - dafür, daß der Frühling erst anfängt. Ich hätte mir gern den Mantel aufgeknöpft, habe es mir aber dann anders überlegt: im leichten Gegenwind könnte das Revers zurückklappen und den gelben Stern verdecken, was gegen die Vorschrift wäre. In einigen Dingen muß ich jetzt doch schon umsichtiger verfahren. Unser Holzkeller befindet sich hier in der Nähe, in einer Nebenstraße. Eine steile Treppe führt hinunter in dämmeriges Licht. Ich habe meinen Vater und meine Stiefmutter im Büro angetroffen: einem engen, wie ein Aquarium beleuchteten Glaskäfig direkt unterhalb der Treppe. Auch Herr Sütö war da, den ich noch aus der Zeit kenne, als er bei uns in einem Anstellungsverhältnis war, als Buchhalter und Verwalter unseres anderen, unter freiem Himmel gelegenen Lagers, das er uns inzwischen abgekauft hat. So sagen wir es wenigstens. Herr Sütö trägt nämlich, da bei ihm in rassischer Hinsicht alles in bester Ordnung ist, keinen gelben Stern, und das Ganze ist eigentlich, soviel ich weiß, nur ein Geschäftstrick, damit er auf unseren Besitz dort achtgibt und auch, nun ja, damit wir unterdessen nicht ganz auf unsere Einnahmen verzichten müssen. (...)

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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Ich habe das Buch für ein Seminar zur Holocaust-Literatur im Deutschunterricht in den Semesterferien vorbereitet. Eines Tages stand ich, auf mein Auto wartend, vor einem Hotel und las darin, bis eine medizinische Szene im letzten Drittel des Buches kam: Nie zuvor und auch seitdem nicht mehr bin ich in meinem Leben ohnmächtig geworden, aber Imre Kertész' Sprache ist (offenbar auch in der hervorragenden Übersetzung) so packend, dass ich anscheinend nicht miterleben wollte, wie MIR der Bauch aufgeschnitten wird. Jedenfalls kam ich auf dem Boden liegend wieder zu mir, das Auto, auf dass ich zuvor seit über 30 Minuten gewartet hatte, stand neben mir und der Portier fragte mich, ob alles in Ordnung sei... Danach habe ich nur noch im Liegen/Sitzen gelesen. Grandios vor allem, wie nüchtern es dem Autor gelingt, aus der Opfer-Perspektive auch die deutsche Mentalität verständlich zu machen.
Optisches: Im Seminar zeigte sich, dass meine Ausgabe (diese hier) die ansprechendste war.
Ach, und Fazit für den Unterricht: ein engagierter Lehrer sollte dieses Buch definitiv für seine Oberstufenkurse in Betracht ziehen!
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